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Süddeutsche Zeitung
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Karl-Heinz Isleif
25.07.2005 09.39
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Es gibt heute, am 25. Juli 2005, drei Leserbriefe zum Thema Rechtschreibreform in der SZ: einen weniger guten, einen mäßigen, und einen sehr lesenswerten von einem Dr. Johannes Wasmuth. (Ich bin unsicher, ob man die so einfach hier reinkopieren darf.)

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Detlef Lindenthal
20.06.2005 20.57
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Leserbriefe (Dank an Glasreiniger!)

Seite 10 / Süddeutsche Zeitung Nr.. 136
Thema Rechtschreibung gestrichen
Ohne Kopf durch die Wand / SZ vom 4./5. Juni

Thomas Steinfeld kommentiert die Entscheidung der Kultusminister, Teile der Rechtschreibreform zum 1. August an Schulen für verbindlich zu erklären. Ärgerlich ist, dass die neue Rechtschreibung, eine natürlich nicht perfekte, aber im Grunde sinnvolle Sache, im letzten Sommerloch von profilierungssüchtigen Politikern mit wenig Sachverstand, aber viel Populismus wieder in Frage gestellt wurde.
Ärgerlich ist auch, dass der schon Anfang Oktober eingesetzte Rat für deutsche Rechtschreibung, obwohl damals der l. August 2005 als Termin bereits feststand, nur alle heilige Zeit Lust zum Tagen fand: Erst um Weihnachten einigte man sich auf einen Vorsitzenden, erst um Ostern teilte man der Öffentlichkeit mit, dass man mit der Getrennt- und Zusammenschreibung nicht zufrieden sei; und erst jetzt nach Pfingsten kommen erste Ergebnisse. Versagt haben also irgendwie alle.
Mir als Deutschlehrer am Gymnasium ist das mittlerweile egal. Weder werde ich mir je nach öffentlicher Laune neue Lexika zulegen noch werde ich meine paar hundert Arbeitsblätter alle Nase lang überarbeiten. Dieses Schuljahr jedenfalls habe ich das Thema „Rechtschreibung“, das mir früher überaus wichtig war, komplett gestrichen. Das war meinen Schülern am liebsten.
Wolfgang Feiner, Regensburg

Der Beschluss der Kultusministerkonferenz ist – entgegen der Meinung Thomas Steinfelds – vorbehaltlos zu begrüßen. Endlich gibt es Sicherheit für Lehrer und Schüler, aber auch für alle, denen die deutsche Schriftsprache am Herzen liegt, dass das über etliche Jahre Gelehrte und Gelernte Bestand haben wird. Die im Vergleich zur Gesamtheit der Reform geringfügigen Korrekturen durch den Rat für deutsche Rechtschreibung wird man akzeptieren können. Auch früher gab es über die Jahre Änderungen – wenn auch nicht in dem Umfang wie heute –, die ebenfalls „von oben herab“, damals allerdings durch die Duden-Redaktion, eingeführt wurden. Eine lebende Sprache ist immer Veränderungen ausgesetzt. Eine Verschiebung des Verbindlichwerdens der Reform würde das durch die verbissene Kritik von Puristen und Besserwissern angerichtete Chaos in den Schulen nur verlängern.
Dr. Siegfried Wolff, Schenefeld

Angesichts des nicht enden wollenden Gezerres um die Rechtschreibreform möchte man der Kultusministerkonferenz und sämtlichen am Entscheidungsprozess beteiligten Gremien und Kommissionen am liebsten ins Stammbuch schreib en: „Die besten Reformer sind die, die mit sich selbst beginnen.“ Dabei stellt sich die Frage, wie lange wir es uns noch leisten können, dass eine arrogante Kaste von Besserwissern und selbst ernannten Sprachreformern ihr Kompetenzgerangel und ihre hochgeistigen Disputationen hauptsächlich auf dem Rücken von Schülern und Lehrern austrägt und dabei gleichzeitig dem weltweiten Ansehen unserer Sprache nicht unerheblichen Schaden zufügt.
Eine Ausweitung plebiszitärer Elemente wie Volksbegehren und Volksentscheid würde mit Sicherheit in kürzester Zeit Ruhe in diese künstlich hochstilisierte und aufgeblähte Debatte bringen und den Blick der Verantwortlichen endlich auf die weitaus drängenderen Probleme unseres Gemeinwesens richten.
Wilfried Glaser, Königsbrunn

Blind und ratlos
Neue Rechtschreibung wird verbindlich, SZ vom 4./5. Juni

Der Wirbel, der von selbst erkorenen Experten um die neue Rechtschreibung gemacht wird, scheint mir von einer Blindheit oder Ratlosigkeit gegenüber den wesentlichen Herausforderungen in Deutschland und auf der Welt befördert zu sein. Jürgen Rüttgers findet es zudem bedenklich, „wenn sich politische Gremien über den Expertenrat hinwegsetzen“. Das wiederum finde ich bedenklich. Von einem Expertenrat möchte wohl kein Bürger regiert werden, wenn er ihn nicht wählen darf. Und wenn Experten gehört werden sollen, dann bitte bei komplexeren Materien, wie etwa der Gestaltung von Zuwanderung; da würde ich Rüttgers schon eher beim Wort nehmen wollen.
Andreas Fisch, Köln

Der Berg kreißt und gebiert ein – nein, kein Mäuslein, sondern ein Monster, eine Missgeburt: Wasserkopf und verkrüppelte Gliedmaßen, geistig behindert und körperbehindert, kann nicht richtig denken und kaum laufen. Schicken wir es in die Sonderschule?!
Rüdiger B. Wolff, Mönchengladbach

,,,Unstrittig‘ ist nach Auffassung der Minister ... die neue Groß- und Kleinschreibung, obwohl dies starke Kritik aus den Reihen der Sprachwissenschaft provozierte“, berichtet Wolfgang Roth. Mit anderen Worten: Inkompetente Laien haben das Sagen und setzen sich über die Fachleute hinweg. Die Politik missachtet den Sachverstand. Das ist schlimm. Aber noch viel schlimmer ist, dass große Teile der freien (!) Presse eben diesen inkompetenten Kultusministern, die für den ganzen horrenden „Quatsch“ (Thomas Steinfeld im Feuilleton der SZ vom 4./5. Juni: „Ohne Kopf durch die Wand“) verantwortlich sind, brav gehorchen, immer noch gehorchen, obwohl die Minister in Sachen Rechtschreibung in- ....
__________________
Detlef Lindenthal

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Karl-Heinz Isleif
20.06.2005 15.17
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Karl-Heinz Isleif
20.06.2005 15.16
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Leserbriefe

Die Leserbriefe sind hier, ich bin aber nicht sicher, ob jeder auf diese Adresse Zugriff hat (ich bin E-Paper Abonnement). Das war die SZ vom 20. 6. 2005, S. 10.

http://epaper.sueddeutsche.de/digiPaper/html/start.html

Freundlichen Gruß

Karl-Heinz Isleif

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Detlef Lindenthal
20.06.2005 09.12
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Hat jemand die Leserbrief-Antworten hierauf?

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/280/54226/

3.6.2005, 17:02 Uhr

Rechtschreibreform
Im Länd der unpegrentzten Möglischkayten

Nach den jüngsten Windungen der Kultusministerkonferenz wird es eine verbindliche, gesellschaftlich durchgesetzte deutsche Rechtschreibung nicht mehr geben, und die Schule wird an ihrer Aufgabe scheitern, eine einheitliche Schriftsprache zu vermitteln.
Von Thomas Steinfeld


Der schönste Satz in der Verlautbarung zur deutschen Rechtschreibung, mit der die deutschen Kultusminister am gestrigen Freitag an die Öffentlichkeit gegangen sind, ist dieser: „Der aktuelle Stand des Regelwerks und das Wörterverzeichnis ist im Internet zugänglich.“ Ganz abgesehen davon, dass ein grammatikalischer Fehler in ihm steckt -- das doppelte Subjekt müsste ein „sind“ nach sich ziehen --, enthält er ein schlimmes Geständnis: Denn was ist hier mit „aktuell“ gemeint?

Die deutsche Rechtschreibung, wie sie der „Duden“ im vergangenen Jahr veröffentlichte, lange bevor die entsprechende amtliche Regelung zugänglich war? Die jüngste amtliche Regelung, wie sie den meisten Lehrern nie übermittelt wurde? Die jüngste Regelung unter Ausschluss der Bereiche der Rechtschreibung, darunter die Getrennt- und Zusammenschreibung, für die der Expertenausschuss im Rat für deutsche Rechtschreibung nun eine weitgehende Rückkehr zu den Zuständen vor der Reform empfiehlt? Die jüngste Regelung inklusive dieser Bereiche, aber mit „Toleranzklausel“?

Eine große Zahl von Möglichkeiten tut sich hier auf, und nur eines ist gewiss: Keine von ihnen wird die verbindliche, einheitliche Rechtschreibung wiederherstellen, wie es sie bis 1996 ganz selbstverständlich gegeben hatte. Sie ist verloren und wird verloren bleiben, bis sich, vielleicht in einer Generation oder in fünfzig Jahren, alle sinnwidrigen und ungrammatikalischen Regelungen abgeschliffen haben werden.

Was macht nun ein Lehrer, dieser bedauernswerte Mensch, wenn er nach dem 1. August eine Klassenarbeit auf sprachliche Richtigkeit hin korrigieren muss? Er wird nachschlagen müssen, nachschlagen und noch einmal nachschlagen, weil das, was die ihm anvertrauten Schüler jetzt noch lernen, nicht mehr dem entspricht, was im „Duden“ von 2004 steht, der wesentlich mehr „Varianten“ zulässt als alle anderen Veröffentlichungen der Reform. Er wird prüfen müssen, ob das, was in diesem „Duden“ steht, mit dem konform geht, was der Rat für Rechtschreibung empfiehlt und was vermutlich bald verbindlich werden wird. Er wird Möglichkeiten über Möglichkeiten finden -- und das Verbindliche, was er finden wird, sind die Bereiche der Orthografie, die nur deshalb als „unstrittig“ gelten dürfen, weil die Kultusminister den von ihnen selbst eingesetzten Rat für deutsche Rechtschreibung an der Arbeit hindern wollen. „Unstrittig“ sollen etwa Groß- und Kleinschreibung, Laut-Buchstabenzuordnung sein. Aber sie sind es nur, weil der Rat noch keine Zeit hatte, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Und so ist vor allem eines gewiss: Eine verbindliche, gesellschaftlich durchgesetzte deutsche Rechtschreibung gibt es nicht mehr, und die Schule wird an ihrer Aufgabe scheitern, eine einheitliche Schriftsprache zu vermitteln. Die besseren Schüler, oder genauer: viele Kinder der Gebildeten, wird das nicht darin hindern, sie trotzdem zu lernen. Denn wenn sie beginnen, literarische Werke zu lesen, werden ihnen viele Rechtschreibungen begegnen, die alten aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert, die neuen und noch ein paar ganz andere, etwa die von Arno Schmidt oder Reinhard Jirgl. Die reformierte Rechtschreibung ist für sie eine Technik, die man beherrschen kann wie jede andere auch. Die Kinder aus weniger gebildeten und bücherarmen Haushalten aber werden von diesem Durcheinander um so härter getroffen werden -- denn auf sie fällt die reformierte Schreibung mit all ihren inneren Widersprüchen und Ungereimtheiten unvermittelt herab.

Und warum dieser Quatsch? Weil die Kultusminister es nicht ertragen können, dass sich die Rechtschreibung dem amtlich Dekret entzieht. Weil sie meinen, es mit ihrem Amt nicht vereinbaren zu können, wenn ein Gremium von Experten und Betroffenen, das sie selbst eingesetzt haben, ihnen widerspricht. Dabei wäre es doch so leicht gewesen. Man hätte den Ausschuss des Rates arbeiten lassen und den Termin für das Verbindlichwerden der Reform verschieben können. Und jeder hätte eine solche Entscheidung verstanden: Denn war der Rat für deutsche Rechtschreibung nicht von den Kultusministern dazu geschaffen worden, um sie zu beraten?

SZ v. 4./5.6.2005
__________________
Detlef Lindenthal

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glasreiniger
25.04.2005 08.20
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Re: Mit ausreichender Sicherheit echt

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Detlef Lindenthal

glasreiniger schrieb:
Es fällt mir schwer zu glauben, daß tatsächlich ein Redakteur einer seriösen Zeitung (bei der WAZ hätte ich kein Problem) solche Briefe herausschickt.
Sollte es dies aber so sein, fällt es mir noch schwerer, zu glauben, daß man ihn trotzdem in seiner Position beläßt.
Leider muß ich auch noch bekennen, daß ich Abonnent der SZ bin.


Ich habe mir erlaubt, im Forum der SZ die Frage an die dortige Redaktion zu richten, wie man denn zu diesen Vorgängen heute steht, unter Verweis auf meinen Beitrag in diesem Forum. Es ist sicher nicht überraschend, daß der Moderator meine Frage nicht freigeschaltet hat. Vielleicht erhalte ich ja noch eine Antwort auf anderem Weg.

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1
21.04.2005 13.49
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Liebe Leserinnen und Leser,

nun habe ich in diesem Technikmuseum gefundene Fehler behoben, Pfade geändert und daher mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder neue Fehler eingebaut.

Die Skripte
Suche.php
Fadensuche.php
neueste_Eintraege.php
stehen jetzt in diesem Ordner Forum (damit in den Datensätzen die Verhältnis-Pfade klappen).
Für den Fall, daß Sie noch Pfadfehler finden, bitten ich um Mitteilung.

Detlef Lindenthal

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1
21.04.2005 13.06
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Re: Faden verloren?

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Karl Eichholz
leider sind im Antwortschreiben an den Süddeutsche-Redakteur bei mir die Verweise verwurschtelt, so daß ich nicht zu den beabsichtigten Schriftstücken gelange, wenn ich auf die Knöpfe
„Beitrag Nr. 5637“
„jener sonderbare Brief“
klicke.
Jetzt besser?
Zitat:
Schreiben wir das Jahr 2005?
Ja.

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Detlef Lindenthal
21.04.2005 08.54
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Mit ausreichender Sicherheit echt


glasreiniger schrieb:
Es fällt mir schwer zu glauben, daß tatsächlich ein Redakteur einer seriösen Zeitung (bei der WAZ hätte ich kein Problem) solche Briefe herausschickt.
Sollte es dies aber so sein, fällt es mir noch schwerer, zu glauben, daß man ihn trotzdem in seiner Position beläßt.
Leider muß ich auch noch bekennen, daß ich Abonnent der SZ bin.
Die Brieftexte sind also tatsächlich nicht gefälscht wie jener, über den sich der übrige Disput dreht?
Für die Echtheit der drei Antworten von Herrn Sowein an Frau Dr. W’mann, Herrn Dr. Langner und Herrn Prof. Ickler spricht zweierlei:
Unsere Redaktion bekam Kenntnis und Wortlaut dieser Schreiben aus einer zuverlässigen Quelle.
Und zweitens haben sich 2001 mehrere Beiträge, so auch von Herrn Prof. Ickler selbst, auf „grobe Schreiben“ von Herrn Sowein bezogen.
Bei meinen Äußerungen bin ich darauf bedacht, sie so zu fassen, daß sie vor dem Amtsrichter (mit dem Herr Sowein mir mehrmals gedroht hat) standhalten können.

Die Brieftexte sind also tatsächlich nicht gefälscht wie jener, über den sich der übrige Disput dreht?
Ob letzterer gefälscht ist, wissen wir nicht, und das ist hier auch (derzeit) kein Erörterungsgegenstand.
__________________
Detlef Lindenthal

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Karl Eichholz
21.04.2005 00.09
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Faden verloren?

leider sind im Antwortschreiben an den Süddeutsche-Redakteur bei mir die Verweise verwurschtelt, so daß ich nicht zu den beabsichtigten Schriftstücken gelange, wenn ich auf die Knöpfe
„Beitrag Nr. 5637“
„jener sonderbare Brief“
klicke.

Für eine Reparatur dankbar


Karl Eichholz

P.S. und dies ist kein Aprilscherz der Süddeutschen?
Schreiben wir das Jahr 2005?
__________________

mit herzlichen Grüßen
Karl Eichholz

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glasreiniger
20.04.2005 20.11
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Es fällt mir schwer zu glauben, daß tatsächlich ein Redakteur einer seriösen Zeitung (bei der WAZ hätte ich kein Problem) solche Briefe herausschickt.

Sollte es dies aber so sein, fällt es mir noch schwerer, zu glauben, daß man ihn trotzdem in seiner Position beläßt.

Leider muß ich auch noch bekennen, daß ich Abonnent der SZ bin.

Die Brieftexte sind also tatsächlich nicht gefälscht wie jener, über den sich der übrige Disput dreht?

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Detlef Lindenthal
20.04.2005 09.41
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Löschen ist nicht die richtige Lösung

Sehr geehrter Herr Sowein,

Ihr Verlangen auf Löschung im Beitrag Nr. 5637 [neu: 6166 *] berührt in mehrerer Hinsicht die Pressefreiheit. Wenn wir in jenem Beitrag löschen würden, hingen die weiteren Beiträge dazu in der Luft. Ihr Ansinnen erinnert an „1984“, jedoch gibt es bei uns (ebenso wie bei der Süddeutschen Zeitung) keine Abteilung zur Änderung alter Veröffentlichungen.

Herrn Riebes Vermutung, daß jener sonderbare Brief mit dem Absender redaktion@sueddeutsche.de von Ihnen sei, ist möglicherweise falsch, sicherlich gewagt, erscheint aber keinesfalls willkürlich, böswillig oder unzulässig aus der Luft gegriffen, denn ganz ähnliche Briefe hatten Sie zuvor an Frau Dr. W’mann**, Herrn Dr. Lingner und Herrn Prof. Dr. Theodor Ickler gesandt; diese Briefe geben wir hier im Anhang im Wortlaut wieder.

Die Rechtschreib„reform“ ist ein Politikum, die Süddeutsche Zeitung berichtet über Politik (das ist ihr Beruf), und auch die Rechtschreibseiten berichten über Politik.
Indem Sie mit Ihren Äußerungen Stellung genommen haben, sind Sie Teil dieser Politik geworden, und darüber berichten wir, denn das ist für unsere Leser wissenswert. Ein Leserbriefredakteur steht ähnlich im öffentlichen Augenmerk wie ein Bundespolitiker, Sportler oder Verbandsfunktionär.

Dabei gilt mein früheres Angebot nach wie vor, daß Sie hier eine Gegendarstellung veröffentlichen können; von wem stammt denn in Wirklichkeit jener anonyme Brief aus Ihrer Leserbriefe-Redaktion?

Für Aufklärung dankt

Detlef Lindenthal



Anhang:
Drei Briefe von Herrn Gerd Sowein an Leser und Verfasser unserer Rechtschreibseiten:

(1)
Süddeutsche Zeitung GmbH – 80289 München
Telefon 089 / 2183 – 456
München, den 06.09.2000


Frau
Dr. N’ W’mann
8xxxx Mxxxxxx


Sehr geehrte Frau Dr. W’mann,

die Chefredaktion und ich haben Ihre Schreiben vom 31. August zur
Kenntnis genommen. Da schon fast alles gesagt ist, nur noch eine Er-
läuterung: Um die Qualität dieser Zeitung zu erhalten und zu steigern,
werden Redakteure dafür angestellt und bezahlt, genau das zu verhin-
dern, was Sie oder eine kommerziell organisierte Sekte erzwingen
möchten. Verunglimpfung und Terrorisierung Andersdenkender zur
Verbreitung des eigenen Glaubens sind an sich schon verwerflich, als
Teil einer Marketingstrategie für den Verkauf von Büchern – je größer
die Sekte, desto höher die Absatzchance – sind die schlicht schlimm.
Da machen wir wie in anderen Fällen nun wirklich nicht mit – weder
direkt noch indirekt. Wir nehmen nicht an, dass Sie das anders sehen.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift G. Sowein]
Gerd Sowein
Süddeutsche Zeitung GmbH
Redaktion Leserbriefe


(2)
Süddeutsche Zeitung
Redaktion
Süddeutsche Zeitung GmbH
80289 München
München 27.05.99


Herrn
Dr. Udo Lingner
Amrumer Str. 33
90425 Nürnberg


Sehr geehrter Herr Oberstudienrat,

wir bestätigen den Erhalt Ihres unvereinbarten Faxes vom 12.
Mai und reichen es samt Anlagen gerne zur kritischen
optischen, inhaltlichen und vor allem sprachlichen Prüfung
zurück. Ihr Schulleiter, Ihr Kollege Manfred Riebe und der
für Ihre Schule zuständige Schulpsychologe werden Ihnen
hierbei sicher gerne behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Sowein
Süddeutsche Zeitung
Redaktion Leserbriefe


(3)
Süddeutsche Zeitung GmbH – 80289 München
Telefon 0 89 / 21 83 – 456

Herrn
Prof. Theodor Ickler
Ringstr. 46
91080 Spardorf


München, 23.09.1999

Sehr geehrter Herr Prof. Ickler,

wer einem abgefahrenen Zug eine längere Strecke hinterher
läuft, verschwendet Zeit und Kraft und amüsiert die
Zuschauer.

Wir benötigen die Zeit zum Arbeiten in einem
Wirtschaftsunternehmen und Sie im öffentlichen Dienst statt
für solche Analysen und Briefe sicher für Forschung und
Lehre, gründliche Vorbereitung der Vorlesungen und Korrektur
der Klausuren sowie für ausführliche Gespräche mit
Studenten.

Und falls Sie sich weder Freunden noch der Familie widmen
möchten und noch Zeit übrig haben sollten, hier ein
Vorschlag: Geben Sie Kollegen, Studenten, Lehrern aller
Schultypen und meinetwegen auch Journalisten Unterricht in
Rechtschreibung, von mir aus auch in der alten. (Die
Transkription ist leicht, sie beherrschen sogar die meisten
Kinder.) Begründung der Notwendigkeit: Nach einem Tag
Lektüre von Hunderten von Leserbriefen an einer großen
Tageszeitung haben Sie den täglich reproduzierbaren, also
wissenschaftlichen Beweis: Auch die geistige Elite dieses
Landes war und ist Teil eines Volkes von Legasthenikern.
Hier könnten Sie und Ihre Glaubensgemeinschaft sich
Verdienste erwerben, mit dem giftigen Praktizieren eines
Bekenntnisses in einer Sekte aber gewiss nicht. Das macht
nicht selig, sondern es verbittert. Und Bitterkeit macht alt
und hässlich.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Sowein
Süddeutsche Zeitung GmbH
Redaktion Leserbriefe


– - – - soweit die drei Antworten von Herrn Sowein an Leser und Verfasser der Rechtschreibseiten. Ein Vergleich der Argumentationstiefe läßt die Frage, ob jenes anonyme Schreiben wirklich aus der Süddeutschen-Leserbriefredaktion stammt, zumindest als Vermutung berechtigt erscheinen. Wenn hier eine solche Vermutung nicht geäußert werden dürfte, so wäre zur wichtigen Kulturpolitikfrage der Rechtschreibung die Pressefreiheit nicht gegeben. Es liegt an Herrn Sowein, bei der Aufklärung der wirklichen Verfasserschaften mitzuwirken; denn dafür ist die Presse da (und auch die Netzpresse).

Mit freundlichem Gruß aus der Redaktion,

Detlef Lindenthal

_______
* Nachträglich mußte die Numerierung geändert werden, um Schaltungsfehler zu beheben. – dl
** im Brief ausgeschrieben; der Name ist der Redaktion bekannt.

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Detlef Lindenthal
04.03.2005 16.06
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Demokratiemangel

dlf.de/presseschau/ –> 3. März 2005, 7:05 Uhr

Süddeutsche Zeitung in einem Kommentar:
„Leider wird in Deutschland immer irgendwo gewählt.“

– Würde ein Bundestagsabgeordneter das sagen, könnte er anschließend vermutlich zurücktreten. Hingegen werden Zeitungen, Banken, Arbeitgeber und Wetterunbilden nicht hinterfragt, sondern hingenommen.
__________________
Detlef Lindenthal

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Norbert Lindenthal
09.08.2004 11.55
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Süddeutsche Zeitung

06.08.2004   20:29 Uhr

Verlage gegen neue Rechtschreibung

Die Karre aus dem Graben ziehen

Mit ihrer Rückkehr zur alten Rechtschreibung wollen die drei Verlagshäuser schaffen, was die Kultusminister versäumt haben. Sie reagieren auf eine Situation, die für sie nicht länger hinzunehmen war.
Von Hermann Unterstöger

Vor ein paar Wochen gab es im Hamburger Spiegel-Haus das, was man landläufig ein konspiratives Treffen nennen würde, nur dass die kleine Sitzung eben nicht auf Anrüchiges gerichtet war, sondern auf einen in den Augen der Beteiligten – und nicht nur in deren – nötigen und heilsamen Umsturz.

Die Emissäre des Spiegels, der Axel Springer AG und der Süddeutschen Zeitung (SZ) suchten sich darüber zu verständigen, ob, wie und wann die Rechtschreibreform in den von ihnen vertretenen Häusern zurückgenommen und an deren Stelle die „klassische“, vulgo: alte, Orthographie wieder eingeführt werden könnte.

Folge dieser Überlegungen ist die Entscheidung der SZ, des Spiegels und der Springer-Blätter, zu einem noch zu benennenden Zeitpunkt zur alten Rechtschreibung zurückzukehren. Die drei Häuser reagieren damit auf eine Situation, die für sie nicht länger hinzunehmen war.

Fataler Eindruck der Kultusministerkonferenz

Die neue Rechtschreibung, die 1996 für Deutschland, Österreich und die Schweiz beschlossen worden war und im August 2005 für Schulen und Behörden verbindlich werden soll, wurde von der Bevölkerung keineswegs so angenommen, wie die Initiatoren sich das vorgestellt hatten.

Die Quote der Ablehnung ist hoch wie eh und je; besonders bei den Schriftstellern stößt das Reformwerk auf teils erbitterten Widerstand. Unter den großen Blättern war es die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die nach einem Jahr der Erprobung wieder die herkömmliche Schreibung praktizierte.

Was die Lage vollends fatal machte, war der Eindruck, die Kultusministerkonferenz, Herrin des Verfahrens immerhin, sei nicht gewillt, die meistgerügten Fehlleistungen der Reform zu reparieren beziehungsweise durch die mit der Sache betraute „Zwischenstaatliche Kommission“ reparieren zu lassen.

Kollateralschäden der neuen Rechtschreibung

Man kann ja nicht sagen, dass die Reform in all ihren Elementen auf Widerstand gestoßen wäre. Die am deutlichsten sichtbare Änderung, ss statt ß nach kurzem Vokal (Kuss statt Kuß), fand im schreibenden Volk Anklang und hatte unbeschadet nunmehr neuer Fehler (Buss statt Bus) das Zeug dazu, Allgemeingut zu werden.

Für Irritation sorgte da schon eher die Idee, Wendungen wie im Einzelnen großschreiben zu lassen, statt sie, ihrem adverbialen Charakter entsprechend, einer umfassenden Kleinschreibung zu unterwerfen. In die dichteste Finsternis führten Regeln der Getrennt- und Zusammenschreibung, die Neubildungen wie tief greifend oder die viel beredete (früher: vielberedete) Fügung sitzen bleiben mit sich brachten.

06.08.2004   20:29 Uhr


[Teil 2]
Verlage gegen neue Rechtschreibung

Die Karre aus dem Graben ziehen

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Die Kollateralschäden daraus traten bald zutage. Nicht nur, dass Komposita samt ihren doch etwas anderen Betonungen Gefahr liefen, aus dem Schreibgebrauch und damit auch aus den Wörterbüchern zu verschwinden. Es trat auch eine neue Generation von Fehlern auf den Plan, völlig absurde Getrenntschreibungen à la um zu stimmen statt umzustimmen, die sich weder die Befürworter noch die Gegner der Reform hätten träumen lassen.

Ein vernünftiges Ende für eine endlose Geschichte

Selbst wenn es stimmt, dass sie weniger der Reform zur Last zu legen sind als vielmehr einer weit verbreiteten (früher: weitverbreiteten) generellen Rechtschreibschwäche, so war es doch die Reform, auf deren Boden die Verwirrung erst richtig gedeihen konnte.

Wenn nun den an der Umkehr beteiligten Häusern unterstellt wird, sie öffneten einem „orthographischen Chaos“ (so der nordrhein-westfälische Kulturminister Michael Vesper) Tür und Tor, ist dazu zweierlei zu sagen.

Zum einen besteht solch ein Chaos jetzt schon, und zwar nicht zuletzt dank der vielen deutschen Kultusminister, deren Pflicht es gewesen wäre, den sozusagen schlafenden Hund Rechtschreibreform schon viel früher zu wecken.

Pferde gehen durch

Die Zeitungen versuchen das an ihrer Stelle zu tun und hoffen sehr darauf, dass die Kultusministerkonferenz das Verfahren an sich zieht und die endlose Geschichte mit Vernunft zu einem Ende bringt.

Wie dieses Ende aussehen wird, ist heute nicht zu sagen. Eine „Rückkehr“ muss nicht die ausnahmslose Wiederherstellung des Status quo ante meinen. Sowohl der Spiegel als auch das Haus Springer und mehr noch die SZ favorisieren eine Lösung, die das Alte in seine Rechte setzt, ohne das praktikable Neue zu desavouieren.

Es wäre unsinnig, wenn Teile der Reform, die der Transparenz der Schreibung dienen, nun in den Graben fielen, nur weil die Pferde durchgehen.

(SZ vom 7./8.8.2004)

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Fritz Koch
07.08.2004 19.20
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Alles scheint auf eine Auseinandersetzung

zwischen Volk und Regierung hinauszulaufen. Es geht nicht mehr um gut oder schlecht, nur noch um schiere Machtdemonstration. In Tyrannos!

Es ist ein Markstein in der Geschichte, daß sich die freie Presse die Hoheit über die Sprache zurückerobert. Am Ende werden wir vor einigen Journalisten den Hut ziehen. Anwärter für den nächsten Sprachpreis können schon aufgestellt werden.

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