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Sigmar Salzburg
17.01.2013 08.59
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Zvi Yavetz im Alter von 87 Jahren gestorben

Kultur
Die Deutschen, Israel und Rom

Der Tel Aviver Althistoriker Zvi Yavetz sprach ein wundervolles, leicht altmodisches, recht konkretes, reiches Deutsch. Er konnte bezaubernd erzählen von seiner Heimat Czernowitz, von den Juden, die dort im Osten des alten Habsburgerreichs gelebt hatten.

Jiddisch sprach er mit den Spielgefährten, hebräisch in der Synagoge, Deutsch nannte er seine Muttersprache. Sie war es in besonderem Sinn. Noch 'in jenen Tagen, während wir täglich in Lebensgefahr schwebten und als jüdischen Kindern der Schulbesuch verboten war, achtete meine Mutter streng darauf, daß ich jeden Tag einen Abschnitt deutsche Literatur las und ein Diktat schrieb, damit ich die Rechtschreibung nicht vergäße'. Das war 1941, er war 16 Jahre alt, die Mutter kam bald darauf im Ghetto um.

Glücklicherweise gelang ihm die Flucht, auf einem teuer erstandenen Schiff über die Donau ins Schwarze Meer…

Christian Meier

sueddeutsche.de 14.1.2013

Christian Meier, Althistoriker und vehementer Gegner der „Rechtschreibreform“, durfte ein „daß“ nur im Zitat unterbringen, um seinen Nachruf nicht neuschreibverstümmeln zu lassen. Die „Biographien“ hat es dann doch erwischt. Man tut eben alles, um die traditionelle Schreibkultur vergessen zu machen.

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Sigmar Salzburg
10.12.2012 12.35
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Mangelhafte Lehrerausbildung

Ethik – das bayerische Desasterfach

Von Martina Scherf

Immer mehr Schüler belegen das Fach Ethik. Aber weil in Bayern der Religionsunterrricht noch als die Regel gilt, erhalten Lehrer dafür nur eine völlig unzureichende Ausbildung. Alle Versuche, den Zustand zu verbessern, scheiterten bislang am Desinteresse des Kultusministeriums.

Vor 40 Jahren wurde der Ethikunterricht in Bayern eingeführt – notgedrungen, denn immer mehr Schülerinnen und Schüler meldeten sich vom Religionsunterricht ab. Und für sie, so lautet der Auftrag der bayerischen Verfassung seit 1946, Artikel 137 Absatz 2, „ist ein Unterricht über die allgemein anerkannten Grundsätze der Sittlichkeit einzurichten“.

Seither nimmt die Zahl dieser Schüler jedes Jahr zu. Doch das Kultusministerium behandelt die Ethik bis heute nur als Ersatz: Lehrer können sie lediglich als Drittfach belegen, ohne ordentliches Studium, wie es für alle anderen Disziplinen verlangt wird. Und 95 Prozent der Lehrer haben nicht einmal diese Voraussetzung: Sie unterrichten fachfremd. Ein Misstand, der für wachsenden Unmut sorgt…

Von 1240 Gymnasiallehrern, die Ethik unterrichten, haben aber nur 40 die Lehramtsprüfung abgelegt. In der Realschule sind es fünf von 500, hat Irina Spiegel recherchiert. Sie ist Koordinatorin der Lehramtsstudiengänge Ethik an der philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Spiegel bemüht sich, mit einer befristeten halben Stelle, die Ausbildung voranzubringen.

Bis vor kurzem war damit ein als erzkonservativ bekannter Privatdozent der Theologie [!] vom Kultusministerium beauftragt, der Wochenend-Kurse in Bad Wörishofen anbot und überraschend verstarb…

Dass die Ethik in Bayern noch immer im Schatten der Religion steht, diese Haltung finden nicht einmal mehr alle Kirchenleute für opportun. „Kardinal Marx und die Mehrheit der Bischofskonferenz hat sich dafür ausgesprochen, das Fach als wichtige Ergänzung, nicht als Konkurrenz zu bewerten“, berichtet Schröer. Nicht aber das Kultusministerium.

Obwohl seit 1998 ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vorliegt, das Ethikunterricht allen anderen Unterrichtsfächern gleichstellt¹, hält sich Bayern, im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern nicht daran. Im Gegenteil: In den „Grundlagen des Religionsunterrichts und der religiösen Erziehung“ heißt es als Hinweis für die Schulleiter: "Bei Elterninformationen ist der Eindruck zu vermeiden, dass Religionslehrer und Ethik zur Wahl gestellt sind."

Und während Jugendliche schon mit 14 Jahren über ihre Religionszugehörigkeit entscheiden dürfen, steht ihnen das Recht zur Abmeldung vom Religionsunterricht erst mit der Volljährigkeit zu. „Ein Widerspruch, der beweist, dass das Fach nicht als gleichwertig angesehen wird“, meint Irina Spiegel…

Minister Ludwig Spaenle hat das Thema Ethikunterricht offenbar gar nicht auf der Tagesordnung. Man habe allgemein über die Frage, wer sich der Ethiklehrerausbildung annehmen könnte, gesprochen, sagt er. Seine Teilnahme an einer Veranstaltung der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung vor drei Wochen mit dem Thema „Vom Ersatzfach zum Konkurrenten – 40 Jahre Ethikunterricht in Bayern“, hatte Spaenle zurückgezogen. Aus rein terminlichen Gründen, wie er betont. Mit den Details sei er gar nicht befasst worden.

sueddeutsche.de 7.10.2012

¹) Siehe meinen Erfahrungsbericht aus Schleswig-Holstein.
Die gegenwärtige Lage zeigt die Elterninitiative ProPER
.

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Sigmar Salzburg
23.11.2012 20.36
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Die Reform-Quizlinge von Duden und Süddeutsche …

… suchen wieder Dumme zum Mitmachen beim Multiple-Scheiß-Spiel.
Es dient natürlich nur der Schleichwerbung:


Rechtschreib-Quiz
Wie schreibt man eigentlich...

Gebirge oder Gebierge? Konifere oder Konnyphäre? Immobilie oder Imobilie? Die deutsche Sprache stellt selbst Muttersprachler immer wieder vor Rätsel. Wie gut sind Ihre Orthografie-Kenntnisse? Machen Sie den Test!

quiz.sueddeutsche.de

Zwei Drittel dessen, was die Dudens als Deutsch ausgeben, verdient eine solche Bezeichnung nicht.
Muß ein chaplinesker Deutscher, der beim Italiener einen eßbaren Hausschuh bestellt, ihn Ciabatta schreiben können?
Oxygenbar oder eßbar, das ist hier nicht die Frage, sondern ebenso falsch wie englische Hobbies.
Auf dieses Quiz kann man mit Zeitgewinn gut verzichten.

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Sigmar Salzburg
21.09.2012 13.02
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Verfälschende Sprache

In Teheran versuchten Hunderte Islamisten am Donnerstag, Frankreichs Botschaft zu stürmen.

Süddeutsche.de19.9.2012

Wieso Islamisten? Das dürften doch ganz gewöhnliche gewaltbereite Gläubige gewesen sein – wie vor genau siebzehn Jahren in Deutschland anläßlich des Kruzifixurteils von 1995:

Nach dieser Sprachregelung wären es also „nur“ Katholizisten wie der CSU-Landtagsabgeordnete Sepp Ranner gewesen, die die Verfassungsrichter bedrohten und sie aufforderten, doch eigenhändig die Kreuze in den Schulen zu entfernen: „Wir Bauern werden sie jedenfalls gebührend mit Dreschflegeln erwarten.“ Zugleich hielten christliche Mullahs und Politiker vor 30000 Demonstranten auf dem Münchener Odeonsplatz aufputschende Reden.


Deswegen hatte auch der Minister Zehetmair keine Zeit, den anlaufenden Unfug „Rechtschreibreform“ rechtzeitig zu begreifen. So konnte das Kruzifix-Urteil in Bayern geschickt verwässert werden, während die „Reform“ ihren Lauf nahm.

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Sigmar Salzburg
15.08.2012 09.22
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MÜNCHNER MOMENTE

Volksfest der Rechtschreibung

Den Bavariaring entlanglaufen und sehen: Die Zelte stehen schon! 42 Tage sind es noch, dann beginnt das großartigste Volksfest der Welt, dann gibt es wieder Kampftrinker und Busenblitzer, 'Sierra Madre' und 'Über den Wolken', den Himmel der Bayern und ein paar Preißn, japanische, die am Rand stehen und es nicht fassen können. Neben allem anderen aber gibt es ein besonderes Vergnügen für orthografisch geschulte Menschen: die Bemühungen der Anschreibtafelbeauftragten, ihr jeweiliges Angebot einigermaßen korrekt weiß auf schwarz anzupreisen. Ehrlich gesagt: Es geht sehr oft ziemlich schief.

Der mittlerweile altbekannte Deppen-Apostroph holt dabei schon lange niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, wenn er nicht in einer völlig neuen, kreativen Form verwurstet wird: Die Rind's Roulade wurde wirklich und tatsächlich einmal gesichtet, sie ignoriert so viele Regeln der deutschen Sprache auf einmal, dass sie in eine einzige Roulade schon gar nicht mehr passen. Wir warten gespannt, ob sich heuer ein Leb' Kuchen oder sogar ein Herzer'l auf die Wiesn traut, auch das Magen' Brot fände sicher seine Anhänger. Schöner jedoch sind jene Fälle, in denen sich der Beschriftungsdezernent an die Regel hält, man solle schreiben, wie man spricht – das Kartoffelbire entstammt diesem Bemühen ebenso wie der Semmeknödl, letzterer zugleich das valentinsche Pluralproblem auf souveräne Art lösend.

Viele solch herrlicher Rechtschreibfehler wird es auf der Wiesn wieder zu entdecken geben, am allerschönsten aber sind, ehrlich gesagt, jene, bei denen die Falschschreibung in einen Imperativ mündet, einen Befehl also, der dem Gast, dem Käufer diktatorisch vorschreibt, was er zu tun hat. Mit Kompott wär's nicht gegangen, aber so schon: Im vergangenen Jahr gab es an einem Stand neben dem Schottenhamel Reiberdatschi mit Apfelmuss.
sueddeutsche.de 10.8.2012
(Fettdruck hinzugefügt)

Apfelmuss könnte ein „Erfolg“ der Rechtschreibreform sein, denn „ss“ nach langem Vokal ist 180 km weiter südwestlich wieder richtig – nur eben bei „Apfelmus“ nicht.

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Sigmar Salzburg
26.07.2012 08.17
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... und überall wachen ss-Blogwarte

eulen|spiegel schreibt BVG?
Raffen das echt nur die wenigsten, daß dieses Gericht BVerfG heißt?
25.07.2012 um 20:12 Uhr

tigurinus schreibt @ eulen|spiegel : Raffen Sie es eigentlich nicht,
dass man seit der Rechtschreibreform von 1996 nicht mehr „daß", sondern „dass“ schreibt!?
25.07.2012 um 21:06 Uhr

seiglfreid schreibt @tigurinus schreibt @ eulen|spiegel : Raffen Sie es eigentlich nicht, dass man seit der Rechtschreibreform von 1996 nicht mehr „daß", sondern „dass“ schreibt!? "
„Habe Sie koi andre Sorge?“ Theodor Heuss!
25.07.2012 um 21:33 Uhr

Süddeutsche.de Kommentare

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Norbert Lindenthal
25.07.2012 09.54
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Das könnte man für möglich halten …

Entscheidung am Bundesverfassungsgericht
Karlsruher Richter erklären Wahlrecht für verfassungswidrig
Süddeutsche.de 25.07.2012, 11:16

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat das erst 2011 beschlossene Bundestags-Wahlrecht gekippt. Das Gesetz muss nun noch vor der Wahl im kommenden Jahr geändert werden. Die Richter sähen „keine Möglichkeit, den verfassungswidrigen Zustand erneut für eine Übergangszeit zu akzeptieren“, stellte Gerichtspräsident Voßkuhle klar.


Die Geduld der Karlsruher Richter ist am Ende: Das neue Wahlrecht für Bundestagswahlen ist verfassungswidrig und muss umgehend reformiert werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Die Richter erklärten zentrale Bestimmungen zur Verteilung der Abgeordnetensitze für unwirksam. Damit gibt es derzeit kein wirksames Recht für die Sitzverteilung bei Bundestagswahlen.

Das seit Dezember 2011 geltende neue Verfahren der Sitzverteilung für den Bundestag verstoße gegen die Grundsätze der Gleichheit und Unmittelbarkeit der Wahl sowie gegen die Chancengleichheit der Parteien, urteilten die Richter.

Die Richter beanstandeten vor allem den Effekt des sogenannten negativen Stimmgewichts. Dieses kann zu dem paradoxen Effekt führen, dass Wähler der Partei, für die sie stimmen, im Ergebnis schaden. In diesem Zusammenhang erklärten sie die neu geregelte Verteilung der Bundestagsmandate auf die Bundesländer über die Wählerzahl für nichtig.

Zudem kritisierten die Richter, dass die bisherige Regelung zulasse, dass Überhangmandate in einem Umfang anfallen, „der den Grundcharakter der Bundestagswahl als Verhältniswahl aufhebt“. Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate erzielt, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil Sitze zustehen.

Auch die sogenannte Reststimmenverwertung, mit der Rundungsverluste ausgeglichen werden sollen, wurde für nichtig erklärt.

Bei der Bundestagswahl 2009 gab es 24 Überhangmandate, die alle an die Union fielen. Das Verfassungsgericht setzte nun selbst eine „zulässige Höchstgrenze von etwa 15 Überhangmandaten“.

Gericht besteht auf schnelle Änderungen

Der Zweite Senat gab mit seiner Entscheidung Verfassungsklagen der Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen sowie von mehr als 3000 Bürgern statt. Damit fehlt die Rechtsgrundlage für die anstehende Bundestagswahl im Herbst 2013 (Az.: 2 BvE 9/11).



„Angesichts der Vorgeschichte des neuen Wahlrechts sieht der Senat keine Möglichkeit, den verfassungswidrigen Zustand erneut für eine Übergangszeit zu akzeptieren“, sagte Verfassungsgerichts-Präsident Andreas Voßkuhle.

Die Karlsruher Richter hatten das frühere Wahlrecht bereits 2008 für teilweise verfassungswidrig erklärt und innerhalb von drei Jahren eine Neuregelung verlangt. Das neue Wahlrecht war jedoch erst im Dezember 2011 in Kraft getreten, fünf Monate nach dem vorgegebenen Termin.

Die Regierungskoalition hatte die Gesetzesnovelle im Bundestag gegen den Willen der Opposition durchgesetzt, deren Vorschläge bei der Reform nicht zum Zuge kamen. Daraufhin klagten SPD und Grüne in Karlsruhe.

SPD spricht von Machtrecht

Die SPD freute sich über den Ausgang der Klage. Die schwarz-gelbe Koalition habe „die Quittung dafür bekommen, dass sie das Wahlrecht als Machtrecht missbraucht hat“. Der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann sprach in Berlin von einem „guten Tag für unsere Demokratie“ und für die Bürger. „Die Koalition muss jetzt reden. Ein erneuter Alleingang ist nicht mehr möglich. Wir stehen für schnelle Gespräche bereit“, fügte er hinzu. Die SPD habe bereits im vergangenen Jahr einen Vorschlag für ein verfassungskonformes Wahlrecht gemacht.

Die Regierungskoalition reagierte auf das Urteil mit einem unverzüglichen Gesprächsangebot an die Opposition. „Die Tür zu gemeinsamen Verhandlungen steht weit offen“, erklärte der FDP-Wahlrechtsexperte Stefan Ruppert als Reaktion auf das Urteil. Nach seinen Worten wurde mit der Entscheidung in Karlsruhe Rechtssicherheit hergestellt.

„Das bewährte deutsche Wahlrecht bleibt in seinen Grundzügen erhalten“, erklärte der FDP-Politiker. Die Änderungswünsche des Gerichts seien „technischer Natur und gut umsetzbar“. Die FDP werde alles dafür tun, dass das neue Wahlrecht noch rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl verabschiedet werden wird.
__________________
Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
16.07.2012 06.25
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'behutsame' Reform

Neues Layout für die gedruckte SZ
Die gute Zeitung hat Zukunft

Von Kurt Kister
Die Print-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung sieht von diesem Montag an ein wenig anders aus als bisher. Das Layout ist klarer, lesbarer, aufgeräumter – und dennoch unverkennbar. Denn jede Reform muss zum besonderen Charakter der SZ passen.
[...]

Leserkommentare
E-Peter schreibt Neues Design ist ärgerlich
Kurt Kister schreibt in seiner Erklärung, „manchmal muss man Altbewährtes auch behutsam verändern, es den Zeitläufen anpassen, hie und da modernisieren“.
Nein Herr Kister, MÜSSEN tut man das nicht! Warum nämlich hat es sich „altbewährt“? Warum darf sich das alte nicht weiter bewähren?

Auch nach wohlwollender Prüfung des neuen Gesichts komme ich zu dem Schluß: Dieser „Schriftwechsel“ ist so unnötig und ärgerlich wie die unsägliche Rechtschreibreform!

Süddeutsche Zeitung 8.7.2012

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Sigmar Salzburg
09.07.2012 19.17
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FICH DICK

[SZ-Journalist ohne Sinn für Sprachulk]

Beim Betrachten dieses Bildes wissen wir gar nicht, worüber wir zuerst entsetzt sein sollen. Da wären zum einen die rüden Umgangsformen der beiden Herren, die ihre Handschellen offenbar auf dem Abendbrottisch vergessen haben und darum einschneidendere Maßnahmen ergreifen mussten. Da wäre außerdem die Generation Facebook, die den Like-Button bestimmt auch noch mit gefesselten Händen trifft, die Grundzüge der Orthografie aber erkennbar in die Tonne getreten hat. Ist der jungen Dame, als sie sich das T-Shirt übergestreift hat, denn gar nicht aufgefallen, dass sich hier zwei Buchstaben in gröbster Unordnung befinden? Dass sie nun Gefahr läuft, nicht mehr verstanden zu werden? Uns, die wir uns den Feinheiten der deutschen Rechtschreibung verpflichtet fühlen, wäre das jedenfalls nicht passiert …

sueddeutsche.de 9.7.2012

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Sigmar Salzburg
16.06.2012 09.07
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Nach der Rechtschreibreform – der Schavanwitz geht weiter

Deutsche Elite-Universitäten Geld für die Professoren – Frust für die Studenten

Es gibt Ruhm und Geld für jene Unis, die sich mit dem Titel „Elite“ schmücken dürfen. Elf Hochschulen sind es neuerdings in Deutschland. Aber was nutzt es den Studenten? An sie denkt bei aller Exzellenz niemand…

Es ist keineswegs so, dass in Harvard oder Oxford die blanke Panik ausbricht, wenn in Kiel ein Forschungs-Cluster entsteht und in Bayreuth eine Doktorandenschmiede, wenn die Hochschulen in Aachen oder Heidelberg mit vielen Millionen Euro im Rücken die Flagge der „Elite-Universitäten“ hissen…

Die größte Verlierergruppe stand aber bereits vorher fest: die Studenten.

Durch das Geld wird kein einziger Studienplatz geschaffen – was angesichts der doppelten Abiturjahrgänge, unter deren Last alle Hochschulen derzeit stöhnen, dringend nötig wäre. Es wird nirgends ein zusätzlicher Hörsaal gebaut, auch wenn vielerorts Studenten wegen Überfüllung von Vorlesungen auf Treppen kauern.

Und der Exzellenz-Topf gibt keinerlei Zuschüsse für Wohnheimplätze, …

Wenn über eine ohnehin mickrige Bafög-Erhöhung debattiert wird, kommt meist postwendend der Einwurf: kein Geld. Richtiger wäre: keine Priorität. …

sueddeutsche.de 16.6.2012

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Sigmar Salzburg
05.08.2011 05.45
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Theodor Ickler in der Süddeutschen

Aktuell. Oder schon akktuell?
05.08.2011 05:30

Der Rechtschreib-Irrsinn geht munter weiter

Bisher durfte der Rat für deutsche Rechtschreibung weitere Änderungen der reformierten Schulorthographie nur vorschlagen. Amtlich gültig wurden sie durch Beschluss der Kultusminister. Zu Beginn des Jahres ist das Statut des Rates in diesem Punkt geändert worden: Der Rat darf 'kleinere Veränderungen des Wörterverzeichnisses' vornehmen und hat davon auch sogleich Gebrauch gemacht: Zwanzig Schreibvarianten sind teils gestrichen (unter anderem Butike, Fassette, Kabrio, Maffia, Scharm, Sketsch, transchieren und Schose), teils neu hinzugekommen (Caprice, Clementine, Crème und Schmand). Im neuen Rechtschreibwörterbuch von Bertelsmann, erstmals unter dem Titel 'Brockhaus Wahrig', sind die Änderungen schon durchgeführt; der Dudenverlag dagegen sieht wegen ihrer Geringfügigkeit keinen Grund, schon wieder neu zu drucken. Tatsächlich waren einige, aber eben nicht alle fraglichen Wörter schon im bisherigen Duden eingetragen. Wenn die Lehrer weiterhin auch nach dem Duden gerichtsfest korrigieren und benoten sollen, ist eine Neubearbeitung unumgänglich – die sechste seit Reformbeginn.

Inzwischen weiß jeder, was die Rechtschreibreform bewirkt hat: War das Schreiben bisher eine auf Beständigkeit gerichtete Kulturtechnik, so gilt seit 1996: Was gestern richtig war, kann heute falsch und morgen wieder richtig sein. Die Rechtschreibwörterbücher stoßen angesichts dieser Beschleunigung längst an ihre Grenzen. Die neue Möglichkeit des Rechtschreibrates, dem nach wie vor nur Befürworter und Betreiber der Reform angehören, jederzeit die deutsche Orthographie zu ändern, ruft geradezu nach dem elektronischen Medium, das sich in Sekundenbruchteilen updaten lässt. Im Zusammenhang mit der Rechtschreibung ist seit einiger Zeit das Adjektiv 'aktuell' verdächtig oft zu lesen gewesen.THEODOR ICKLER

Suedeutsche.de 5.8.2011

NB: Was sind nun „kleinere Veränderungen“ – auch die Zulassung von „Quentchen“, „Tolpatsch“, „behende“ und „rauh“? Vermutlich nicht, denn die zählen zu den „unstrittigen“ Dogmen der unwürdigen Reform.

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Sigmar Salzburg
26.07.2011 17.19
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Kalenderblatt 2011: 26. Juli

1882 – Richard Wagners Oper «Parsifal» wird im Bayreuther Festspielhaus uraufgeführt.

AUCH DAS NOCH [!]

2000 – dpa meldet: Ein Jahr nach Einführung der Rechtschreibreform verkündet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) die Rückkehr zur alten Schreibweise.

sueddeutsche.de

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Sigmar Salzburg
07.06.2011 14.50
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Hitlers Schreibreformen

Ein schlauer Kommentator zum Artikel in der SZ beruft sich auf bekannt verläßliche Wikipedia-Angaben:

Fraktur hatte seinerzeit einen „Markt“anteil wie heute die FDP....

„Der Marktanteil der Fraktur als Werkschrift war bis 1932 auf 5 % gesunken. In den Jahren 1933 bis 1935 nahm er bis auf 50 % zu, sank aber schon vor 1940 wieder rapide ab. Trotz dieser kurzen Modewelle war der Anteil der Antiquaschnitte an der deutschen Druckschriftenproduktion während der gesamten NS-Zeit wesentlich höher als die der Frakturschnitte. Fraktur hatte nur als Setzmaschinenschrift einen nennenswerten Anteil. Antiqua blieb die Norm für Schreibmaschinen- und Akzidenzschriften.“
Aus wikipedia.

sueddeutsche.de 7.6.2011

Schreibmaschinenschrift wurde aber immer als technische Behelfsschrift empfunden. In meinem Brockhaus von 1930 steht, 1928 seien noch 57 Prozent der Bücher in Fraktur erschienen. Auch die meisten Zeitungen wurden so gedruckt.

Hitler selbst schrieb nur „in seiner Frakturschrift”, wie eine seiner Sekretärinnen mitteilte. Eine Schreibreform interessierte ihn sicher herzlich wenig. Entweder waren es die in jedes System einsickernden Schreibheilsmissionare, die ihn angestoßen haben, oder sie haben in ihrem Sinne aus einem kleinen Furz des „Führers“ einen „Fackelzug gemacht“, um die ersehnten Reformen anzuleiern.


P.S.:Schreibmaschinentexte spiegeln keine Schreibkultur wieder – siehe Hitlerbrief im Spiegel. (und wieder orthographisch verfälscht: [Hitler] nennt den Antisemitismus eine politische Bewegung, die bestimmt werde von der "Erkenntnis von Tatsachen" … Hitler schreibt jedoch immer Erkenntniss“.)

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Norbert Lindenthal
07.06.2011 12.14
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Warum konnten wir nicht ein Volk von zwei Schriften bleiben … ?

Süddeutsche Zeitung 07.06.2011, 11:47

Fraktur und Sütterlinschrift
Hitlers dümmster Triumph

Warum darf ein Erlass aus dem Jahr 1941 sich immer noch zwischen uns und die Handschriften der Klassiker legen? Warum konnten wir nicht ein Volk von zwei Schriften bleiben, wie wir es jahrhundertelang waren?
Hitler hat die Autobahnen gebaut – allerdings nicht ganz aus eigenem Entschluss, die Planungen aus der Weimarer Republik lagen längst vor –, vor allem aber hat er der deutschen Gesellschaft und Kultur bis heute seinen Stempel aufgeprägt. Der von ihm ausgelöste Bombenkrieg hat die Zentren vieler deutscher Städte planiert; Vermögensvernichtung und Vertreibungen haben ebenso wie die Kollektiverfahrungen von Volksgemeinschaft und Krieg die sozialen Unterschiede in der deutschen Gesellschaft schrumpfen lassen; missliebige Randgruppen verschwanden von der Bildfläche, das reich gegliederte Auslandsdeutschtum Osteuropas musste in die nachhitlersche Gesellschaft ebenso eingegliedert werden wie die Vertriebenen aus den verlorenen Ostgebieten.
Selten dürfte ein Volk innerhalb so kurzer Zeit so dauerhaft verändert worden sein wie das deutsche durch die Herrschaft der Nationalsozialisten. Bis in ihre tiefsten Reflexe ist die deutsche Gesellschaft von diesen zwölf Jahren bestimmt worden, man denke nur an den generationenübergreifenden Pazifismus, auf den jede Regierung von Adenauer bis Angela Merkel Rücksicht nehmen musste. Nachkriegsdeutschland ist auf allen Ebenen ein Kind dieser Zeit.
Seltsamerweise auch in der Art und Weise, in der wir lesen und schreiben. Durch Erlasse aus der Kanzlei des Führers, gezeichnet von Martin Bormann, wurden 1941 sowohl der Buchdruck wie die Schreibschrift aufs Lateinische umgestellt. Fraktur und Sütterlinschrift hatten aus Büchern und Schulheften zu verschwinden. Und dabei blieb es auch nach dem Krieg.
In den bildungsfernen Nachkriegsjahren mit ihrem dringenderen Wiederaufbaudruck hat man sich vielleicht nicht ganz klargemacht, was da eigentlich geschehen war. Mit dem Ende der Sütterlinschrift als Verkehrsschrift verschwand ja auch die unmittelbare Nachfolgerin jener deutschen Kurrentschrift, in der alle unsere Klassiker den überwiegenden Teil ihrer Briefe und Werke zu Papier brachten. Der durchschnittlich gebildete Deutsche, der heute nach Marbach oder Weimar fährt, steht vor den meisten Vitrinen nur wenig verständiger als vor arabischen Kalligraphien. Nur die kemalistische Türkei hat durch ihre Schriftreform einen ähnlich radikalen Bruch mit ihrer Vergangenheit vollzogen: Seither sind den Türken ihre osmanischen Überlieferungen großenteils verschlossen.
Darüber nachzudenken gibt eine wundervolle Ausstellung im Frankfurter Goethe-Haus die Gelegenheit. Dort hat man in einem abgedunkelten Kabinett ein Dutzend Schreibtische aufgereiht, auf denen unter Glas Originale des Briefwechsels von Goethe und Schiller gezeigt werden. Klavierhocker laden zum Sitzen und Lesen ein. Dass das gelingt, dafür sorgt an jedem Schreibtisch ein eigenes Leseheft, das die ausgestellten Briefstücke facsimiliert, transkribiert und erläutert. Wer sich der Mühe unterzieht, diese Ausstellung durchzuarbeiten, also nicht nur zu betrachten, der hat einen Intensivkurs in deutscher Kurrentschrift absolviert. Die meist gestochen schönen Schriften Schillers, Goethes und seiner Schreiber beginnen zu leben und zu reden; ganz verwandelt kommt man heraus, um wieder das Tageslicht in jenem 1944 niedergebrannten Frankfurt zu erblicken, in dessen hässlicher Mitte immerhin das Haus, in dem Goethe aufwuchs, wiederhergestellt wurde.
Immer wenn man das Haus am Hirschgraben betritt, darf man sich sagen: Hitler hat nicht ganz gesiegt. Aber warum lässt man ihm seinen Triumph in der Schriftfrage? Warum darf ein Erlass Martin Bormanns sich wie eine Schranke zwischen uns und die Handschriften Lessings oder Kleists legen? Warum konnten wir nicht ein Volk von zwei Schriften bleiben, wie wir es jahrhundertelang waren? Wer dagegen heute Widerstand leisten möchte, der besuche noch bis 26. Juni die Frankfurter Ausstellung; und wer es nicht nach Frankfurt schafft, der werfe wenigstens einen Blick auf die vier im Internet abrufbaren Lesehefte (www.kulturexpress.de). Nachholender Widerstand gegen Hitler, hier kann er geleistet werden!

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Sigmar Salzburg
23.03.2011 16.33
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Die Schreibreformkatastrophe ist durchaus noch vergleichbar

JAPAN: ERDBEBEN UND TSUNAMI

Größter Schaden aller Zeiten

Erdbeben und Tsunami in Japan stellen die bisher größten Naturkatastrophen weit in den Schatten. Die Schäden könnten sich auf 220 Milliarden Euro belaufen – fast so viel wie der deutsche Bundeshaushalt.


sueddeutsche.de 23.3.2011

Wolfgang Denk hat vor fünf Jahren im Rahmen einer Masterarbeit den bis dahin bewirkten Schaden der „Rechtschreibreform” für die deutsche Volkswirtschaft mit knapp 5 Milliarden Euro errechnet. Das sind zwar „nur“ 2 Prozent der oben geschätzten Kosten, aber auch die sind für eine mutwillig herbeigeführte Katastrophe nicht hinnehmbar – vor allem nicht, wenn man die kaum bezifferbaren ideellen Schäden für die deutsche Sprache hinzurechnet.

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