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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Englisch, Anglisch und Njudeutsch
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Sigmar Salzburg
06.08.2014 09.44
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Kleine Zeitung:

Deutsch im Abverkauf

Hilferuf für die deutsche Sprache: Geschändet, mit wackeligem Pseudo-Englisch drangsaliert und recht chancenlos gegen „whatsappen“. Was uns dabei auffallen muss und was Deutsch noch bzw. wieder wert sein sollte. Von Thomas Golser.

Wer heute einen „Chocolate Chip Light Frappuccino mit Low-Fat Milk“ – selbstverständlich „to go“ – ordert, steht am Schalter. Am Abverkaufs-Schalter. Heute im Sonderangebot: Deutsch. Was eine der buntesten, anmutigsten und dabei doch präzisesten Sprache überhaupt mit sich anstellen lassen musste und muss, darf durchaus zum Nachdenken anregen. „Einmal mit alles“ in die verkehrte Richtung, sozusagen. Wie kam es so weit, zu dieser „Starbuckisierung“ der deutschen Sprache und ähnlichen Verfallserscheinungen?

Vom billigen Tausch

Andreas Hock ortet in seinem neuen Buch "Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? Über den Niedergang unserer Sprache" auf 185 Seiten die munter voranschreitende „Agonie unserer Muttersprache“. RTL-Sprache macht die Runde und geizig-geile Produkt-Platzierungs-Jingles werden zu geflügelten Wörtern: „Warum wundern wir uns nicht, wenn uns die Werbung von 'Care Companies', 'Createurs d'Automobiles' oder 'Sense & Simplicity' erzählt?“, wird eine durchaus berechtigte Frage in den Raum gestellt. Nach dem Motto: Darf es noch ein wenig billiger sein – Deutsch, ein linguistisches Auslaufmodell? Ein gewisser Johann Wolfgang von Goethe meinte dazu: „Die Muttersprache zugleich reinigen und bereichern, das ist das Geschäft der besten Köpfe“. Man muss aber nicht unbedingt wie Hock ausgiebig die Weimarer Klassiker bemühen („Es war einmal eine Sprache, die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte“). In einem eigenen Kapitel widmet der Autor sich jenen ausrangierten Wörtern, die heute nicht mehr gebraucht werden: „feilbieten“, „grimmig“, „honorig“, „lustwandeln“, „Prahlhans“, „scharwenzeln“, „Schmaus“, „Scherflein“, „vermaledeien“, „wacker“, „wohlfeil“ – allesamt Fälle für die sprachwissenschaftliche Schutthalde. Schade um sie. Die Literatur-Einrichtung namens Hellmuth Karasek* meint im Vorwort des Buches: „Hock gibt seiner rasanten Geschichte der serpentinenhaften und kurvenreichen Entwicklung der deutschen Sprache den Titel, der auf dem Titelbild über dem verzweifelt die Augen verdrehenden Geheimrat Goethe als Wortblase schwebt: 'Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?', womit er nicht nur die dem Süddeutschen falsch entlehnte Konjunktion 'wo' bemüht, sondern auch die moderne und falsche Superlativitis 'der Einzigste'".

Dass Wort- und Sprachschatz heute von einer gierigen Korrosion befallen sind, ist die eine Sache. Der schlampige bis achtlose Umgang hat allerdings längst auch den Satzbau erreicht: Nebensätze kommen nur noch selten zum Einsatz – und falls doch, dann falsch. Wenn dazu in der „Word“-Rechtschreibprüfung die rote Welle anrollt, liegt wohl etwas im Argen, vor allem, aber (beileibe) nicht nur in der „Generation Kevin“. Hock bietet dafür – auf mitunter recht plakative Weise – verschiedene, sehr amüsante Erklärungsansätze an: „Weil der Kevinismus um sich griff“. „Weil die Politik das Gender-Mainstreaming beschloss". „Weil der 'Coffee to go' nach Deutschland kam“. „Weil die E-Mail vom Segen zum Fluch wurde“. „Weil RTL2 auf Sendung ging“. „Weil wir die SMS entdeckten“. „Weil der Schlussverkauf zum Sale wurde“. „Weil Bushido und Kollegas Erfolg hatten“. "Weil die Rechtschreib-Reform in die Hose ging". Das Buch richtet sich an deutschsprachige Menschen, in Österreich ist zudem seit einiger Zeit eine gewisse Unterwürfigkeit vor dem norddeutschen Idiom festzustellen: Was z.B. früher „flaumig“ war, ist heute „fluffig“.

Problemfeld „Denglisch“

Allgemein gibt es eine gewisse Grund-Geilheit, Anglizismen betreffend: Wenn Vokabel wie „whatsappen“ (sprich: „wozz-äppn“) ihr Stamm-Leiberl im Wortschatz erobert haben, ist Kulturkritik nicht nur zulässig, sondern angeraten, so die Botschaft. Dass für jeden neuen Ausdruck (oft genug sind es ja Bastarde aus Rest-Deutsch und Pseudo-Englisch) drei andere, tatsächlich einst der deutschen Sprache entspringende Begriffe verloren_gehen, ist am Ende ein recht riskanter Tausch. Heute „tut“ man „talken“, „voten“, „smsen“, „posten“, „screenshotten“ oder „gendern“: echt „abgespaced“! Wahr und gut und schön ist, dass Sprache auch Raum zur Weiterentwicklung haben darf, lebendig, im gesunden Fluss bleibt. Trotzdem wurde die deutsche Sprache nach außen hin viel durchlässiger als dies z.B. umgekehrt im Englischen der Fall ist (außer den Wörtern „Zeitgeist“, „Kindergarten“ oder „Rucksack“ wird man dort im Alltag eher wenige Germanismen finden). Es hat ja alles seinen Preis auf dieser Welt, doch hier scheint er nicht sonderlich hoch angesetzt.

Nicht übersehen werden darf: Im vergangenen Jahr gehörten laut „Lese-Test“ jeweils rund ein Fünftel der Zehn- bzw. 14-Jährigen in Österreich zur Gruppe der „Risikoschüler“ und somit schwächsten Leser. Folglich hat sich eine Fehlentwicklung längst auch im Schriftlichen bzw. in der Fähigkeit, Texte zu erfassen niedergeschlagen. Sprache ist gemeinsame Identität. Sprache ist in Wörter gekleidetes Leben. Sprache gibt Gedanken und Gefühlen ihren Ausdruck und ihr Gesicht. Sprache ist das nächste Bindeglied.

Sprache ist Lust und macht Lust. Und all das gibt es dann eben doch nicht „to go“.

THOMAS GOLSER

kleinezeitung.at 5.8.2014

Das Buch selbst ist (erwartungsgemäß) im reformierten Dass-Deutsch der politischen Kulturbanausen gedruckt, das für die Entfremdung und Ausgrenzung bis Vernichtung des überkommenen Literaturgutes sorgt.

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Sigmar Salzburg
18.06.2014 06.23
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Bach und Bach beim Bachfest

Beim Bachfest Leipzig 2014 stehen Johannes Sebastian und sein Sohn Carl Philipp Emanuel im Mittelpunkt ...
Die „Deutsch-Polnische Musikakademie“ spielt Open-Air und in der traditionsreichen Thomaskirche. Finden auch dieses Jahr aus Etatgründen weniger Public-Viewing¹-Übertragungen als in den Vorjahren statt, so liegt doch Festival-Feeling in der Luft...
dw.de 14.6.14

Unser Auftrag: Die Deutsche Welle vermittelt ein umfassendes Deutschlandbild...

¹ Öffentliche Aufbahrung von Toten.

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Sigmar Salzburg
14.06.2014 05.55
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Konstantin Wecker in „Ossietzky“

Merkel, Gauck und Schenk @ Weltnetz

Konstantin Wecker

Der Aufbau einer Gegenöffentlichkeit hat mit der Monopolisierung des Zeitungs- und Sendermarktes einen neuen Schub bekommen. Selbst für den Fall, daß die ideologischen Divergenzen zwischen Freitag, neues deutschland, junge Welt und zu beizulegen wären, könnten alle vier zusammen noch nicht nennenswert den Prankenschlag von Spiegel und Bild-Zeitung parieren, ...

»Aufklärer mit Davids Schleuder«: die wenigen linken Portale, wie Rationalgalerie, Hinter den Schlagzeilen, Nachdenkseiten, antikriegTV, investig’action von Michel Collon, stoersender.tv oder attac.

Zu letzteren hat sich seit geraumer Zeit ein imposantes Web-Portal hinzugesellt: www.weltnetz.tv mit kritischen Journalisten, die weder vor dem Totschlagargument »Verschwörungstheorie« zurückzucken, noch mit den in der Regel von Geheimdiensten und Kapitalkräften in Gang gesetzten Mainstream-Kampagnen übereinstimmen.

Ich habe mich nun auch darauf eingelassen, dort als Gesellschafter mitzuwirken, zumal ich mein Webmagazin Hinter den Schlagzeilen mit ein paar großartigen Redakteuren im Juni relaunchen möchte und noch enger mit weltnetz.tv verbinden werde. weltnetz.tv lieferte in Sachen Syrien-Krieg oder Entwicklung in der Ukraine seriöse Gegeninformation; es veröffentlichte Nachrichten, die in deutschen Medien für gewöhnlich unterdrückt werden.

Weltnetz [in Neuschreib] müht sich um die Vernetzung mit anderen aufklärenden Seiten ...

Erschienen in Ossietzky 12/2014 [in traditioneller Rechtschreibung!]


Gefährlich, gefährlich. Die „vielfach preisgekrönte Fachjournalistin“ gegen Rechts, Andrea Röpke hat doch schon vorm „Weltnetz“ gewarnt, und woran man erkennt, wenn Rechte Kinder einfangen wollen:

„… es werden Anglizismen vermieden, Kinder sollen alles eindeutschen, dann sollte man sich sofort Hilfe holen. … Wenn wirklich menschenverachtende Politik vorangetrieben wird – und vor allem so kleine Dinge wie Eindeutschungen: Wenn das Internet auf einmal zum Weltnetz wird, Homepages Heimatseiten heißen. Dann sind das Anzeichen dafür, daß man sich wirklich Hilfe holen sollte, denke ich.“ (gehört auf mdr.de 11.08.2010)

Mehr hier

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Sigmar Salzburg
12.03.2014 11.25
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Deutsches Singen soll aussterben

Eine Welle von Radio Bremen und NDR verbannt heimische Künstler....
focus.de 20.2.2014

„Ja, das ist unser Ernst: Wir spielen grundsätzlich keine deutschsprachige Musik.“ Stephanie Giese, Moderatorin beim Nordwestradio, einem öffentlich-rechtlichen Sender von NDR und Radio Bremen, ließ kein Mißverständnis aufkommen. ...
jungefreiheit.de 8.3.2014 (reformfrei)

Auch Ralf Stegner (SPD) läßt in seinen Musiktip(p)s die deutsche Musik nicht über die 5-Prozent-Hürde kommen.

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Sigmar Salzburg
01.03.2014 09.16
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Deutsche „Leichensäcke“ – zu klein, aber mit Handyfach!

Schreck beim Bestatter: Für tot erklärter Mann regt sich im Leichensack
spiegel.de 1.3.14

Dead Man in bodybag
resurrection 78 yr old man comes back to life
miracle in Mississippi.
http://www.youtube.com/watch?v=SNbN_OBnxeE

Soho 2105 Bodybag M
49,95 €*
Gekonntes Understatement! Stylische Bodybag von Jost.
Mit Handyfach [!], vorderem und rückseitigem Reißverschlussfach.
Maße: 31 x 22 x 4 cm (HxBxT)
jost-bags.com

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Sigmar Salzburg
31.01.2014 15.42
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Verein Deutsche Sprache zeigt Karikaturen in der Mannheimer Universitätsbibliothek

Gegen das „Denglisch“

[Karikatur: „My English is under all pig”]

„Supercoole Location hier, oder?“, steht auf der Tuschezeichnung von Uwe Seelig. Sie ist eine der rund 60 Karikaturen von 45 Zeichnern, die im universitären Bibliotheksbereich in A 3 zu sehen sind. Hier, zwischen den Büchern, in die sich angehende Germanisten vertiefen, hat der Verein Deutsche Sprache (VDS) die Ausstellung „Gezielte Streifschüsse“ platziert...

Wenn bei Ralf Böhmes Protagonisten die „Aftershowparty“ als nacktes Hinterteil verstanden wird, huscht zwar ein Schmunzeln übers Gesicht, doch man begreift auch, wie rasch Sprachpanschereien daneben gehen können. Ebenso sieht es Horst Haitzinger, der auch für diese Zeitung zeichnet. Umgeben von „Tea-Room“-, „Sun & Fitness“- oder „Hair-Design“-Geschäftsreklamen, fragt er humorvoll: "Wozu brauchen wir die Rechtschreibreform?"

Greser und Lenz, die als erfolgreichstes deutsches Karikaturisten-Duo gelten, für die „FAZ“ oder den „Stern“ gearbeitet haben, treiben es mit der Anglizismenbeweihräucherung weiter auf die Spitze: „Order vom CEO“ ist in der Sprechblase ihres Bildes zu lesen, „business als challenge begreifen, abcashen und den annual turnover toppen, und zwar as soon as possible, meine Damen und Herren“.

Hoppla! Selbst „denglische“ Sprachakrobaten werden jetzt wohl nachdenklich. Oder halten sie sich etwa, ganz visionär, an George Riemanns zugespitzte Feder: „I love Deutsch“?

Mannheimer Morgen 30.1.2014

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Sigmar Salzburg
22.01.2014 07.29
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Barbara Hendricks will öffentliche Leichenschau ermöglichen

Berlin – Bei der kommenden Fußballweltmeisterschaft gibt es ein Zeitproblem, zumindest für die deutschen Fans. Knapp die Hälfte der 64 Begegnungen beginnt erst um 22 Uhr deutscher Zeit oder später – dann sollte aus Rücksicht auf die Anwohner von Fanmeilen eigentlich Nachtruhe herrschen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will die nächtlichen Live-Übertragungen der Fußballspiele aus Brasilien dennoch mit einer Public-Viewing-Verordnung möglich machen.
spiegel.de 22.1.2014

Siehe auch hier, zu „Burning Barbara“ Bild 3.1.14.
Es fehlt nur noch die Verteilung von umweltfreundlichen „Body Bags
.

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Sigmar Salzburg
28.11.2013 06.57
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Zielloser „Uni-Versager“

Uni-Loser trifft Studien-Abbrecher:
„Die Uni hat mir beigebracht, Menschen zu demotivieren“

... Nico Semsrott ist der erfolgreichste Loser, den ich kenne. Nach dem Abitur erklagte er sich einen Studienplatz an der Uni Hamburg: Soziologie und Geschichte auf Bachelor. Nach sechs Wochen entschied er sich dann, sein Studium zu schmeißen.
spiegel.de 28.11.2013

Manche würden ja schreiben „Uni-Looser”, damit jeder merkt, daß es Englisch sein soll. Das könnte auch noch, wie im Fall „Ladys“, durch eine Rechtschreibkommission in den Rang einer „amtlichen“ Regelung erhoben werden.

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Sigmar Salzburg
27.10.2013 13.53
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Eindeutschungen: Es sind ja alles Fremdwörter

Eben fällt mir die kleine Schrift „Engleutsch nein danke“ des Arbeitskreises für Kultur und Geschichte, Wien, in die Hände, mit teilweise skurrilen Eindeutschungsvorschlägen. Davon ein andermal. Ich stolpere über:

Countertenor > Altist, Hochtenor; bei woerterfinden.de auch Männersopran

Warum nicht Kontratenor (v. ital. controtenore), der sogar von Wikipedia geduldet wird?

Alles sind ja von der mittelalterlichen Musik abstammende ursprünglich lateinische Bezeichungen in etwas veränderter Bedeutung: Tenor, der Stimmhalter (der textierte Cantus firmus), die Hochstimme (Altus) und der Contratenor, der meist dazwischen lag und die Gegenbewegung zum Tenor bildete. Darüber der Discantus (später supremus/soprano) oder früher das Triplum (heute noch im Englischen „treble“).

Die Stimmcharaktere der Kontratenöre sind recht unterschiedlich. 1982 plante ich in Bremen ein Programm mit Liedern und Lyrik der Shakespearezeit mit dem amerikanischen Schauspieler und Kontratenor Stephan Drakulich. Bei ihm hatte man den Eindruck eines fülligen Frauenalts. (Leider war er kein Vom-Blatt-Sänger, so daß die Proben aus Zeitmangel und wegen meines Fortzugs abgebrochen werden mußten. Wie er gleichzeitig an der Oper schwierige Partien von Strawinsky bewältigte, blieb mir schleierhaft.)

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Sigmar Salzburg
25.09.2013 15.37
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Grüner Infantilismus

Kretschmann sauer auf eigene Partei:
Baden-Württembergs Ministerpräsident schimpft über den Wahlkampf der Grünen. „Nehmen wir den 'Veggie-Day'. Da wird eine Bevormundung auch noch mit einem Anglizismus ausgedrückt und zugleich infantilisiert. Mit so etwas geht man den Leuten auf die Nerven“, sagt Kretschmann in der Zeit.

sueddeutsche.de 25.9.2013

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Sigmar Salzburg
10.09.2013 06.47
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Rechtschreibung auf der modernen Schiefertafel

Reto Helbling, Mitbegründer einer kleinen Privatschule in Wohlen, arbeitet schon lange mit Lern-Software. Seit einem Jahr benutzen seine Schüler neben Computern auch Tablets. Weil er keine geeignete Rechtschreib-App findet, entwirft Helbling zusammen mit den Schülern eine neue Software für das iPad...

Fabian aus der achten Klasse, zu Hause ein erfahrener Gamer, war von Anfang an mit dabei. Er hat sich eine Lern-App vorgestellt, die ihn am Schluss einer Übung mit einem Spiel belohnt. Doch diesen Wunsch konnte Helbling nicht berücksichtig_. Für ihn war Effizienz zentral: Eine App in einem klaren, eleganten Design und keine verspielte Fantasy-Welt...

Und so funktioniert die fertige Rechtschreib-App Wörter-Profi: Ein Schüler muss zuerst die Wörter erfassen, die er lernen möchte, dann kann er diese Wörter trainieren. Acht verschiedene Übungsarten stehen zur Verfügung, vom Abschreiben einer Vorlage in Spiegelschrift über ein Buchstaben-Durcheinander, das wieder geordnet werden muss bis zum Diktat eines Wortes ...

srf.ch 5.9.2013

Hier können wir nun den einmaligen Nutzen der Reform von „behende“ zu „behände“ erkennen – zu einem Signal dafür, daß es ein deutsches Wort ist. Die anglifizierten Schüler würden sonst im Diktat „behande“ schreiben – wie in „Handy“.

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Sigmar Salzburg
07.09.2013 09.07
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Biopic

Genialer Libido-Theoretiker, Phantast oder schlicht nicht ganz bei Trost? Im Biopic „Der Fall Wilhelm Reich“ spielt Klaus Maria Brandauer den umstrittensten Sexualpsychologen des 20. Jahrhunderts...
Doch einige von Reichs zweifelhafteren Theorien hat Svoboda unter den Tisch fallen lassen ... Dabei hätte Reich sich selbst bestimmt gern von allen möglichen Seiten beleuchtet gesehen. Selbst, wenn dabei herauskäme, dass er schlichtweg eine Schraube locker hatte.
spiegel.de 6.9.2013

Letzteres könnte auch auf die Konstrukteure „behänder“ Autos zutreffen. Ein „Biopic” (Filmbiographie) kannten sie noch nicht, denn das Wort tauchte erst (bei Spiegel online) im Jahre des Reformheils 1998 auf.

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Sigmar Salzburg
23.08.2013 06.51
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Nicht durch ein „Kontrollverfahren“?

Verfassungsschutz: Der Umgang mit Informationen soll durch ein neues Controlling-Verfahren effektiver werden... Die parlamentarische Kontrolle soll verstärkt werden. Auch bei den Verfassungsschutzämtern soll die Interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiter verbessert werden.
spiegel.de 21.8.2013

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Sigmar Salzburg
21.08.2013 14.17
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Wer wird von AfD-Anhängern gelikt?

... Bei den AfD-Anhängern sind Facebookseiten mit den Themen Eurokritik und Forderungen nach mehr direkter Demokratie am beliebtesten... Auch auffällig: Persönlichkeiten wie Friedrich Merz, Karl-Theodor zu Guttenberg, Wolfgang Bosbach, Peter Gauweiler und Henryk M. Broder zählen zu den am häufigsten geliketen Persönlichkeiten...
wiwo.de 21.8.2013

Man liest immer häufiger Anglizismen-Schreibweisen wie „geliket“, aus dem natürlichen Gefühl heraus, daß das zweite „e“ erst die ai-Aussprache erzeugt (vergl. tin, tine). Der Shitstorm-Duden will aber nur „gut getimte“ Bälle. („Behende Gemsen“ sind Gift für Schüler, „schlecht zu handelnde Handys“ und „gut getunte“ Wagen dagegen nicht.) Hören wir, was ein Duden-Ass dazu zu sagen hat:

Nachgefragt
gelikt, geliket oder geliked?


Speziell aus der Facebook-Welt verbreitet sich der Anglizismus „liken“ auch im deutschen Netzjargon, wobei das Wort im engeren Sinn auf die „Gefällt mir“-Funktion der Plattform bezogen wird, im weiteren Sinn die Bedeutung „gut finden“ hat.

Frage:
Was die Rechtschreibung von „liken“ angeht, treten speziell bei der Partizipform Unsicherheiten auf: Haben wir etwas gelikt, geliket oder gar geliked? Analog zu zum Beispiel „gefakt“ oder „getunt“ würde ich zu „gelikt“ tendieren; hier wird aber häufig eingewendet, dass in dieser Form das Grundwort „like“ nur noch schlecht erkennbar ist.
Julian von Heyl, korrekturen.de

Antwort:
Für diesen und ähnliche Fälle gibt es keine amtlich vorgegebene Regel.
Der Duden hat sich dafür entschieden, der Einfachheit halber nach einem strikten Schema zu verfahren und bei Eindeutschungen dieser Art die für die deutschen Verben geltenden morphologischen Regeln auch dann anzuwenden, wenn ein im Hinblick auf die Aussprache irritierendes Schriftbild entsteht. Die Grundregel lautet für die Partizipien schwacher Verben: ge + Wortstamm + t. Bei „liken“ sehen wir als Wortstamm „lik“ an, was darauf zurückgeht, dass normalerweise der Stamm eines Wortes durch Abtrennung der Flexions- oder Wortbildungsendungen ermittelt wird (wie z. B. aus liking = lik + ing).
Nach diesem Muster haben wir schon eine Reihe von Festlegungen getroffen: neben „faken, gefakt“ und „tunen, getunt“ auch beispielsweise „canceln, gecancelt“, „timen, getimt“, „checken, gecheckt“ und „managen, gemanagt“. Und entsprechend empfehlen wir auch „gelikt“.
Es ist uns klar, dass man „gecheckt“ leichter akzeptieren kann als „gelikt“, aber wir halten es für eine entbehrliche Verkomplizierung, hier unterschiedliche Lösungen anzubieten.
Dr. Werner Scholze-Stubenrecht, Leiter der Dudenredaktion
korrekturen.de 25.1.13

Solch ein Ass, ehrlich abgefakt, will dafür auch noch gelickt werden.

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Sigmar Salzburg
08.08.2013 17.53
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Anschein von Weltläufigkeit

Natürlich lebt eine Sprache, und das heißt auch, sie verändert sich. Wir reden (und vor allem schreiben nach der noch immer umstrittenen Rechtschreibreform von 1998) anders als früher...

Es ist schon erstaunlich, was sich da inzwischen wie selbstverständlich eingenistet hat, und man kann sich durchaus die Frage stellen: Warum eigentlich? ...

»Das macht Sinn« ist ein schönes Beispiel für die Denkfaulheit, mit der bei uns angelsächsische Redewendungen einfach wörtlich übernommen werden. »It makes sense« bedeutet aber »Es ergibt einen Sinn«. Oder der inflationäre Gebrauch des Wortes »realisieren«: Im Deutschen bedeutet dies im Wortsinn nur »verwirklichen«, während »to realize« für »verstehen, begreifen, erkennen« steht.

Weltläufiges Imponiergehabe dagegen kommt zum Ausdruck, wenn statt vom Hausmeister vom »Facility Manager« die Rede ist oder der Betreuer wichtiger Kunden »Key Account Manager« genannt wird. Da ist es für die Klofrau zum »WC Manager« nicht mehr weit...

Man muss kein Sprachpurist sein, um über diese Entwicklung unserer so ausdrucksstarken und nuancenreichen Muttersprache Bedauern zu empfinden, denn sie wird nicht nur ärmer durch einen solch inflatorischen Gebrauch von Angli- und Amerikanismen. Sie verschludert dadurch auch zusehends. Dazu leisten nicht zuletzt Werbung und Medien einen erheblichen Beitrag. Mit anderen Worten: auch wir Journalisten. Wir sollten also Besserung geloben.

neues-deutschland.de 3.8.2013

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