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Sigmar Salzburg
26.12.2004 09.57
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Dichtung im Spiegel-Forum (1)

Marco Hollstein

09:48am Dec 1, 2004 CEST (#2435 of 2436)

Kinzköpf. Wo bleibt die Suche nach der Wahrheit, wo bleibt das unstete Fragen nach ß/ss? Das Forschen in den Tiefen der Etymologie, der Linguistik benebst der Informationstheorie? Die Suche nach der Methode, den unerträglichen Spannungsbogen zwischen e und ä aufzulösen? Wo bleibt die dialektische Betrachtung der getrennt Schreibung? Öd ist es geworden, öd...

Die kecken Recken
Die den dräu'nden Leu nicht scheuten,
Die garstig Larv' der NDR –
Zu Narren sind verkommen diese Tapf'ren.
Geflohen ist der feige Feind. .
Doch eines möcht' ich hier euch sagen:
Noch zuckt des Drachen Leib!
Drum unverzagt, ihr edlen Freunde,
Seid auf der Hut!
Die schleim'ge Brut der NDR –
Sie scheint zurückgezogen.
Doch täuscht euch nicht! Habt 8!
Sie saugt am Duden,
Saugt neue Lebenskraft!
Sie schleicht durch düstere Gewölbe,
Trinkt wüste Leidenschaft
Aus dem Verschriftungskelche.
Habt 8! Habt 8!

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Sigmar Salzburg
17.12.2004 06.30
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Schreibrat

Rätsel

Ein Rentier
mag ungern Tee-
nager spalten,
und die Ausflucht
in die Ess-Sucht
macht den Alten
nicht geheuer.
Er ist Bayer.

. . . . . . . . .

Hans Flachs

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Sigmar Salzburg
06.12.2004 11.51
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Frohen Nikolaustag!

In gut vierzehn Tagen ist Weihnachten, und Reformdichter Hans Flachs hat mir schon Heimeliges in den Schu[h] geschoben:

Hans Flachs

Weinachtzeit

Wenn die Flo-
cken leise fallen
und die Glo-
cken ferne schallen,
dann ist es nicht weit
biss zur Weinachtzeit!

Wenn im Klo-
ster Mönche singen
und verlo-
ckend Köre klingen,
dass gibt Seeligkeit
in der Weinachtzeit.

Wenn wir Mo-
kka nippen dürfen,
Henkell tro-
cken heimlich schlürfen,
dann sind wir bereit:
Froe Weinachtzeit!


(Aus Hans Flachs „Poesie für die Grundschule“)
(Rechtschreib-Version 08/05)

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Sigmar Salzburg
09.11.2004 07.06
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Unseren Schulanfängern zum Geleit

Der deutsche Untertanengeist

Selbstständ'ges Denken bringt Verdruss!
Drum füge dich dem rauen Muss
und bläu' dir ein den gräulich Stuss,
denn Deutschlands Schulen steh'n am Schluss.

Im Duden steht ganz unaufwändig,
schön quäntchenweise und behändig
auf weißen Blättern – nummeriert –
wie rechtens man die Feder führt.

Der deutsche Untertanengeist
gebiert Reformer – dumm und dreist!!!

Eberhard Schröder



Entnommen http://www.vrs-ev.de/
(dort mehr von Dr. rer. nat. habil. Schröder)

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Sigmar Salzburg
26.10.2004 11.36
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Schavan

Frei von Sünde und von Zweifel,
holte früh sie schon der Teufel¹
vom ZK der Katholiken
in die Schar der Domestiken.

Dort gebar die Maid aus Jüchen
fromm das Miss-geborne Frühchen –
Väter waren Marx und Engel
und manch Ortografenschwängel.

Am „Reform“ genannten Wesen
soll jetzt unser Deutsch genesen.
Hätte sie nun abgetrieben,
wär das Heil wohl ausgeblieben.

(aus Hans Flachs:„Dichter der Reform“)

¹) Erwin

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Sigmar Salzburg
17.10.2004 08.00
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Wort zum Sonntag

Denn das Wort des Herrn unsers Gottes ist ergangen; „es soll kein Wort, kein Buchstabe, noch geändert werden. Das niemand etwas hinzufügt und das niemand etwas fortnimmt von dem was geschrieben steht.“

Karl Kardinal Lehmann:
Ich glaube nicht, dass das alte Regelwerk in jeder Hinsicht so hoch „bewährt“ ist, … Es wird wohl keine simple „Rückkehr“ geben.
(AZ 14.8.04)

Dassß die Reform Adolfs nicht wankt
ist den Schavans und Wolffs gedankt.
Mit Lehmann hat auch Gott gespurt
und segnet mild die Spottgeburt.


Hans Flachs

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Karsten Bolz
13.10.2004 13.45
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Änderungen

Wir ändern morgen, ändern heut,
wir ändern wütend und erfreut,
wir ändern ohne zu verzagen
an allen sieben Wochentagen.

Wir ändern teils aus purer Lust,
mit Vorsatz teils, teils unbewußt,
wir ändern gern und auch bedingt
weil ändern immer Arbeit bringt.

Wir ändern resigniert und still
Wie jeder es so haben will.
Die alten ändern und die jungen,
wir ändern selbst die Änderungen.

Wir ändern, was man ändern kann,
und stehen dabei unser'n Mann.
Ist ein Programm auch gut gelungen,
bestimmt verträgt es Änderungen.

Wir ändern deshalb früh und spät
Was alles so zu ändern geht,
wir ändern heut und jederzeit,
zum Denken bleibt uns wenig Zeit.

Und steh'n wir dann am Himmelstor,
der alte Petrus steht davor,
dann ist's soweit, dann bleibts dabei,
vorbei ist's mit der Änderei.

Die Änderer

Änderungen vorbehalten

(Unbekannter Autor, jetzt dem neuen „Rat“ ins Stammbuch geschrieben.)
__________________
Karsten Bolz

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Sigmar Salzburg
10.10.2004 08.44
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Aas, As oder Ass?

Eine Zentrale-
pisode vom
Berlin Open
der sechzehn Länder

von Hans Flachs


Spree-Adonis Wowereit
fand Simonis froh bereit:
Machen wir’s nun noch Anal-
fabeten leicht beim Schreiben,
muss Reform für Immer bleiben.

Ändern tun wir nichts zum Spass:
Du bleibst ganz das alte Aas
und wie immer recht banal,
doch ich als Sieger werde kess
ein Berliner Open Ass.


... Allerdings sind die Regierungschefs der SPD-regierten Länder gegen eine Rücknahme der Reform... „Diesen Sack machen wir nicht mehr auf“, erklärte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis. Ähnlich äußerten sich Klaus Wowereit (Berlin) und Henning Scherf (Bremen). rp.online 24.7.2004

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Sigmar Salzburg
07.10.2004 08.07
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Rücknahme der Rechtschreibreform

„Diesen Sack machen wir nicht mehr auf“, erklärte Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis. (WELT 26.07.04)

Simonis’ Allparteienpack,
das steckte frech das Volk in’n Sack.
Jetzt setzt sich noch die Dreiste drauf:
„Den machen wir nicht wieder auf!“
So wird das Volk zum Rechtschreibkrüppel –
doch aus dem Sack kommt auch der Knüppel!


Hans Flachs

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Sigmar Salzburg
29.09.2004 20.00
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Heinz Erhardt

Das Gedicht steht schon unter „Meisterdichter“. Dort sollten eigentlich nur die anerkannten Größen der Poesie hin, während die So-netten-Bastler in der entsprechend eingerichteten Rubrik bleiben sollten. Nun haben sich aber doch schon etliche für Meister gehalten.
__________________
Sigmar Salzburg

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Bernhard Schühly
29.09.2004 19.29
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So sah's Heinz Erhardt

Rechtschreibung

Delfine schwimmen schnell und leis
(man schreibt sie mit „ph“ – ich weiß;
doch schreibt man ja auch Tele„f„on,
und das bereits seit langem schon) -
sie schwimmen (wie gesagt, mit „f“) -
sie schwimmen – vorn ihr alter Scheff
(wir schreiben schließlich auch „Schofför“) -
sie schwimmen also durch das Meer.

Was heißt durchs „Meer“? – Sogar durch „Meere“!
Und manche altgediente Mähre,
wie überhaupt so manches Ferd
(mit „V“ wär es total verkehrt)
glaubt, es sei schnell wie ein Delphien!
(das zweite „e“ ist schlecht für ihn.)

Orthogravieh – das sieht man hier -
ist nicht ganz leicht für Mensch und Tier!


Anm.: Übrigens schrieb Erhardt auch Gedichte mit den Titeln „Die Q“ und „Der Pv“.
__________________
Bernhard Schühly

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Sigmar Salzburg
20.09.2004 08.36
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Missionseifer

„Schreibt Ihr nur, wie’s der Herr tut,
das allein ist wohlgetan“,
predigt täglich toll Schavan.
Dazu macht ihr alter Hut
hoch auf dem Mast – nach Heyse –
die Ausgebufften grüßen,
die nicht in Gruften büßen.
Annett’, du hast 'ne Meise.

Hans Flachs

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Sigmar Salzburg
04.07.2004 09.38
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Hans Flachs

Ein Zurück darf es nicht geben

Wer fragt denn schon nach edlen Gründen,
wenn Medien Murks und Macht sich kaufen,
den Bürgern Sprache umzutaufen,
und Staat mit „Stusssystem“ verbünden.

Wenn wir nun Fortschritt froh verkünden,
dann darf doch niemand rückwärts laufen,
auch wenn wir bloß vor einem Haufen
von selbst_gemachter Scheiße stünden.

Wir wollten einst das kleine Schreiben
mit viel Verbissenheit betreiben,
jetzt macht man’s gerne groß in Massen.

Es wird gewiss ein Schandfleck bleiben,
wie wir nun unser Deutsch zerreiben,
doch wichtig sind nur unsre Kassen.

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Sofa Potato
30.06.2004 09.02
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Das Lied vom Schreiben

(nach dem Muster von Rudi Carells Lied vom Sommer)

Wann darf man wieder schöner schreiben,
so schreiben, wie es bisher richtig war:
„Daß" mit Eszett und „sogenannt“ zusammen,
„nichtssagend“ als ein Wort, „heut' abend“ klein,
„neuvermählt“ und „heißersehnt“ zusammen,
„schneuzen“ mit e und „Handvoll“ als ein Wort,
„vielsagend“ als ein Wort, „miesmachen“ auch zusammen,
Verben mit „bleiben“ oder „lassen“ auch als Wort,
„aufwendig“ und „behende“ wieder mit e,
„leid tun“ klein und getrennt, wie's bisher war,
so schön wie neunzehnhundertfünfundneunzig
und nicht so furchtbar häßlich wie danach.
Verbot'ne Wörter gibt es jetzt in Massen,
wer gibt sie uns bald allesamt zurück?
Wozu bloß brauchen wir Kultusminister?
Die machen doch nur Blödsinn, wie man sieht.
Fast alle möchten so wie bisher schreiben,
denn schuld daran ist nur der Bundestag.

Bitte erweitern, fortsetzen, verschönern!
– geändert durch Sofa Potato am 06.07.2004, 10.57 –

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Sigmar Salzburg
12.06.2004 03.11
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Die Sprache.

Mit heißem Herzen und Hirne
naht' ich ihr Nacht für Nacht.
Sie war eine dreiste Dirne,
die ich zur Jungfrau gemacht.
Karl Kraus

Und nun hat mit frecher Stirne
die Staats- und Medienmacht
mit harter Hand und weicher Birne
sie in Prokrustes' Bett gebracht.
Hans Flachs

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