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Sigmar Salzburg
11.05.2011 09.36
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Wolfgang Büscher

Hartland
Rowohlt Berlin,
304 Seiten, 19,95 Euro

Die „Welt“ schreibt und zitiert:

Wolfgang Büscher, früher „Welt“-Redakteur, lief schon zu Fuß von Berlin nach Moskau – und jetzt drei Monate durch die USA ...

„Nationbuilding“ mit Hammer und Amboß
Ein neuerlicher Trompetenstoß riß mich aus meinen Gedanken, wieder rollte ein Güterzug durch die Stadt und über den Fluß, eine der schier endlosen eisernen Karawanen, die durch Amerika zogen, wohin ich auch kam, in einem Tempo, das es nicht ungefährlich, aber auch nicht unmöglich erscheinen ließ, auf so einen Kornwaggon aufzuspringen oder auf einen Tankwagen, wie die Hobos der Depressionszeit es getan haben.

Der Text stammt, verfasst in alter Rechtschreibung, aus dem neuen Buch „Hartland“ von Wolfgang Büscher, Rowohlt Berlin, 304 Seiten, 19,95 Euro

welt.de 10.5.2011

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Sigmar Salzburg
05.05.2011 09.32
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Alexander Braidt

Bewußtsein. Der Abgrund zwischen Mensch und Tier
Streitschrift zum Menschenbild der jüngeren Hirnforschung
355 S., 26 Euro
Pahl-Rugenstein 2010

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Sigmar Salzburg
28.04.2011 13.14
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Hans Magnus Enzensberger

Sanftes Monster Brüssel
oder Die Entmündigung Europas

Edition Suhrkamp 2011, 74 S., 7 Euro

Besprechung im Deutschlandfunk,
leider mit Zitaten in verstümmelndem Reformmix:

Deutschlandfunk 10.04.2011
Siehe auch Nachrichtenbrett

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Sigmar Salzburg
13.04.2011 11.36
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Umberto Eco

Die Kunst des
Bücherliebens


Hanser 2009
dtv 2011

KLAPPENTEXT
Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber. Für Umberto Eco ist Büchersammeln ein Akt ökologischer Fürsorge: „Wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher.“ Wirkliche Leser möchten ihre Lieblingsbücher deshalb nicht nur lesen, sondern auch besitzen und zu Hause ins Regal stellen. Für sie hat Eco „Die Kunst des Bücherliebens“ geschrieben….

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2009
Andreas Platthaus rühmt zunächst den deutschen Übersetzer Umberto Ecos, Burkhard Kroeber, dem auch mit dem vorliegenden Buch ein „kleines Meisterstück“ gelungen ist, wie er findet. Insbesondere den „rhapsodischen Ton“ der überwiegend als Vorträge entstandenen Texte sieht er großartig ins Deutsche übertragen, ….

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Sigmar Salzburg
04.04.2011 08.57
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Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek – dtv/Hanser
Lied von der Liebe

Ich nahm eine Handvoll Erde.
Da hast du gesagt: das da
in deiner Hand, so will ich,
daß ich werde.

Wolf Wondratschek. NEU (erscheint am 7.3.2011) ...

http://www.wolf-wondratschek.de/

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Sigmar Salzburg
23.03.2011 08.14
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Weismainer Stadtgeschichte

Neuerscheinung

Bezirksheimatpfleger Günter Dippold ist Herausgeber des druckfrischen Bandes 1 der Weismainer Stadtgeschichte. Das 432 Seiten starke Werk wird am Wochenende der Öffentlichkeit präsentiert.

Bezirksheimatpfleger Günter Dippold atmet auf: Nach sage und schreibe 15 Jahren folgt nun Band 1 der Stadtgeschichte „Weismain – Eine fränkische Stadt am nördlichen Jura“ auf den 1996 erschienenen Band 2...

Die Vorbereitungszeit habe sich gelohnt, denn entstanden sei ein Werk, das Maßstäbe setzt: „So ein Buch wird wahrscheinlich nie mehr einer über Weismain machen“, sagt Günter Dippold. „In dieser Dichte haben selbst die Oberzentren Bamberg, Coburg und Bayreuth nichts Vergleichbares“, fährt er fort. Denn an dem 432 Seiten starken, reich bebilderten Werk schrieben Wissenschaftler etlicher Disziplinen mit: Geologen, Literaturwissenschaftler, Biologen, Anthropologen, Historiker, Archäologen, Theologen, Volkskundler und Sprachwissenschaftler…

Wie epochal die beiden Bände für die Stadt Weismain sind, umriss Günter Dippold so: „So ein Buch wird wahrscheinlich nie mehr einer über Weismain machen.“ Während Band 1 in Arbeit war, ging eine Rechtschreibreform über die Republik hinweg. Um die Einheitlichkeit des doppelbändigen Werks zu gewährleisten, entschlossen sich Herausgeber und Mäzen, die alte Rechtschreibung beizubehalten

infranken.de 22.3.2011

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Sigmar Salzburg
11.03.2011 09.43
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Standardwerk zur Versicherungs-BWL neu erschienen

Professor Farny war langjährig Inhaber des Lehrstuhls für Versicherungswissenschaft an der Universität zu Köln...

Zwei Dinge haben sich allerdings in den letzten fünf Jahren nicht geändert: Zum einen legt der Autor ausdrücklich Wert auf die Beibehaltung der alten deutschen Rechtschreibung. Zum anderen gibt es weiterhin kein Farnys Werk in dieser umfassenden Darstellung vergleichbares, anderes Lehrbuch.

Dieter Farny: Versicherungsbetriebslehre, 5. Auflage 2011, XXXI und 992 Seiten, gebunden, 16x24 cm, ISBN 978-3-89952-608-0, 72 Euro, Verlag Versicherungswirtschaft.

VersicherungsJournal Deutschland – ‎09.03.2011

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Sigmar Salzburg
01.01.2011 19.10
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Der literarische Salon [Focus]
Alles, was weiß ist
von Hans Magnus Enzensberger

Der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger meditiert darüber, wie aus Essig, Blei und Pferdemist das Strahlendschönste wird, das Menschen erzeugen können

Es kann sein, daß uns die Welt zu bunt geworden ist. Die besten Photographen und Filmregisseure, wenn sie ehrlich sind, geben zu, daß sie lieber Schwarzweißfilme benützen würden…

Auf den Physiker, der uns ins Wort fällt, sind wir gefaßt; er wird uns darüber belehren, daß Weiß gar keine Farbe ist. Wir werden uns hüten, ihm zu widersprechen. Lieber geben wir ihm recht, wenn er fortfährt und uns zu bedenken gibt, daß es gar kein reines Weiß gibt… Der einfache Schluß aus diesen Erwägungen lautet: Ganz ohne Dreck geht es nicht…

Anita Albus hat in ihrem gelehrten Buch DIE KUNST DER KÜNSTE harte Worte für die Häßlichkeit der neuen Laborfarben gefunden und behauptet: „Als Bausteine für Tiefenlicht und Dichte in öligem Medium sind sie in ihrer heutigen Handelsform mehr oder weniger unbrauchbar . . . Wer dem hohen visuellen Gewicht der frühen niederländischen Malerei nacheifern wollte, müßte sich seine Farben nicht nur anreiben, sondern nach alten Rezepten selbst herstellen.“ …

»GANZ OHNE DRECK GEHT ES NICHT. DAS WEIßE IST DAS UNERREICHBARE«
Aus:
Hans Magnus Enzensberger:
Album
Gebunden, 336 Seiten, Suhrkamp Verlag, 2010

focus.de 6.12.2010

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Sigmar Salzburg
21.12.2010 08.31
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Heinrich von Kleist
Sämtliche Werke und Briefe Bd. 1-3
Münchner Ausgabe
herausgegeben von Roland Reuß, Peter Staengle
Erscheinungsdatum: 16.08.2010
Fester Einband, Seiten
Mit Abbildungen in Band II
Lesebändchen
Preis: 128.00 € (D) / 179.00 sFR (CH) / 131.60 € (A)
ISBN 978-3-446-23600-4
Hanser Verlag


Aus dem Interview mit Roland Reuß [bei kultiversum.de]

2011 jährt sich Heinrich von Kleists Selbsmord zum 200. Mal. Ein Gespräch mit Roland Reuß, Mitherausgeber der «Münchner Ausgabe» des Kleistschen Gesamtwerks, die im Herbst 2010 im Carl Hanser-Verlag erschienen ist.

Herr Reuß, warum eine neue Kleist-Ausgabe?

Die Leseausgaben, die vorher auf dem Markt waren, waren zwar auch für ein breiteres Publikum erschwinglich, hatten aber ein wesentliches Handicap. Sie enthielten nämlich nicht den Text wie er von Kleist selber zum Druck befördert worden oder in Handschriften niedergelegt worden war. Stattdessen haben die Herausgeber immer wieder versucht, dem Text aufzuhelfen, indem sie ihn eingerichtet haben – jeweils nach der neuen Rechtschreibung und nach den Vorstellungen, die man von Kleist hatte.

Auf der anderen Seite gab es unsere historisch-kritische «Brandenburger Ausgabe», ein 20bändiges Werk, an dem wir seit Ende der 80er Jahre gearbeitet haben. Die «Brandenburger Ausgabe» enthält tatsächlich jede Kleinigkeit, die Kleist je geschrieben hat. Als wissenschaftliche Edition, die auch die gesamten Quellen komplett dokumentiert und insgesamt fast 9000 Seiten hat, ist sie für das breite Lesepublikum allerdings nicht geeignet.

Die «Münchner Ausgabe» versucht jetzt, beide Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wir haben keine unausgewiesenen Eingriffe in die Texte, wir haben auch die Kleistsche Orthografie beibehalten. Wir haben nichts geglättet, wir haben alles, was handschriftlich überliefert ist, nicht als Häppchen dargeboten, sondern vollständig. Gegenüber den vorhergehenden Leseausgaben haben Sie also wirklich alles, was Kleist geschrieben hat, bis ins letzte Komma dokumentiert in dieser Ausgabe.

[…]

Was offenbart Ihre Edition denn Neues über den Dramatiker Kleist?

Der Dramatiker Kleist hat sehr häufig unvollständige Verse gedichtet. Da fehlt zum Beispiel ein Jambus, manchmal hat ein Vers nur ein Wort. Das verstört den «klassizistischen Leser», der auf Regularität programmiert ist. Um dieser Verstörung vorzugreifen, hat zum Beispiel Helmut Sembdner, der die alte «Münchner Ausgabe» beim Hanser Verlag ediert hat, den Versen eben immer wieder, wie man damals sagte, ‹aufgeholfen›. Das heißt, er hat dazugedichtet, meistens Füllsel-Wörter wie «Ei» oder «Ha» oder «Potz».

Allein im «Zerbrochnen Krug» sind das etwa 400 Verse, die so behandelt worden sind. Dadurch entsteht eine Mischung aus Originaltext, Editorfantasie und klassizistischer Vorstellung von dem, was die «Verssprache bei Kleist» sei.

[...]

Können Sie Ihre Klassizitäts-Erfahrung an einem Kleist-Text beschreiben?

In der zehnten Klasse haben wir den «Kohlhaas» gelesen, und uns wurde gesagt: das handelt davon, dass alles, was Auflehnung, Widerstand gegen die Staatsgewalt bedeutet, zwar etwas Verständliches ist, aber am Ende zu etwas ganz Schlechtem führt. Ich habe mich damals gefragt, warum Kleist sich am Ende das Leben genommen hat, wenn das eigentlich alles so gut aufgegangen ist.

Nach fünf, sechs Jahren habe ich den Text wieder gelesen und habe auf einmal ganz andere Sachen wahrgenommen. Etwa die Zigeunerin, …

Viele Texte lesen wir nicht ein zweites Mal, weil sie dann nichts mehr zu sagen haben. Ein Klassiker muss einem bei jedem Lesen etwas Neues sagen, und insofern ist Kleist meiner Meinung nach ein Klassiker par excellence

kultiversum.de 17.12.2010

NB: Zum Reformbetrug mit „Kohlhaas“ siehe auch hier

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Sigmar Salzburg
14.12.2010 15.20
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Hans Magnus Enzensberger
Meine Lieblingsflops, gefolgt von einem Ideen-Magazin
241 Seiten, 19,90 Euro, Suhrkamp

Inhalt
»Das Buch als Betriebssystem ist noch lange nicht am Ende.« (Hans Magnus Enzensberger)

In diesem Schwarzbuch nimmt Enzensberger ein Thema ins Visier, das viele Künstlerkollegen scheuen, den Mißerfolg: »Wenigen Erfahrungen verdanke ich so viel; ich behaupte sogar, daß mir meine Flops im Lauf der Zeit geradezu ans Herz gewachsen sind. Sie gewähren Einblick in die Produktionsbedingungen, Manieren und Usancen des Kulturbetriebs und helfen dem Ahnungslosen, die Fallstricke, Minenfelder und Selbstschußanlagen einzuschätzen, mit denen er auf diesem Terrain zu rechnen hat.«

suhrkamp.de – Enzensberger

Die Wiedergabe im „Focus“ ist also wohl eine orthographische Fälschung:

„Triumphe halten keine Lehren bereit“, so schreibt er, „Misserfolge dagegen befördern die Erkenntnis auf mannigfaltige Art. Sie gewähren Einblick in die Produktionsbedingungen, Manieren und Usancen der relevanten Industrien und helfen dem Ahnungslosen, die Fallstricke, Minenfelder und Selbstschussanlagen einzuschätzen, mit denen er auf diesem Terrain zu rechnen hat...“
focus.de 14.12.2010

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Sigmar Salzburg
03.11.2010 13.56
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Naimark, Norman M.
Stalin und der Genozid
Aus dem Amerikanischen von Kurt Baudisch
Suhrkamp Verlag

Leseprobe:

… oder war es der schädliche Einfluß Trotzkis und seiner »Vierten Internationale« auf die sowjetische Elite? In der neueren Literatur über Stalins Verbrechen werden häufig Wjatscheslaw Molotows Erinnerungen zitiert, um die Säuberungsaktionen und Morde zu erklären. Dessen Gespräche mit dem Schriftsteller Felix Tschujew wurden etwa 35 Jahre nach den Ereignissen aufgezeichnet: … Wir waren 1937 gezwungen, dafür zu sorgen, daß wir im Kriege keine fünfte Kolonne hatten. [...] Natürlich ist das sehr bedauerlich, und solche Leute [die unschuldig waren] tun einem leid, aber ich glaube, daß der Terror, der gegen Ende der dreißiger Jahre ausgeübt wurde, notwendig war. [...] Stalin verfolgte meiner Meinung nach eine sehr richtige Politik: Besser es rollten ein paar Köpfe mehr, als daß es während des Krieges und nach dem Krieg Schwanken gab.Molotow hatte selbst erlebt, daß seine Frau Polina Schemtschuschina auf Grund frei erfundener Anklagepunkte nach Sachalin verbannt wurde. Trotzdem blieb er sogar im hohen Alter noch dabei, daß die Säuberungen nicht nur notwendig, … Für die großen Ziele des sowjetischen Sozialismus mußten Menschenleben geopfert werden. …

Suhrkamp, Lesepobe:

Nach hpd.de:
Die bislang publizierten Forschungsergebnisse bewiesen eindeutig, „dass Stalin für die Massenmorde in der damaligen Zeit voll verantwortlich und bis ins einzelne über alle wichtigen Aktionen informiert war“ (S. 37).

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Sigmar Salzburg
01.11.2010 08.25
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Nochmals gelesen …

Rüdiger Safranski
Nietzsche
Biographie seines Denkens
Hanser 2000

… gelesen diesmal in der „ungekürzten Lizensausgabe des SPIEGEL-Verlags“
für die SPIEGEL-Edition 2006/2007

Der Text ist anscheinend unverändert in der gewählten Rechtschreibung Safranskis abgedruckt. Allerdings wollten die Spiegelleute das Werk durch ihre reformierten Duftmarken einrahmen: Im Titel des Buches steht jetzt „Biografie seines Denkens“. Das kurze Nachwort von Elke Schmitter demonstriert „
tü-ckisch“ u.a. „Biograf“, aber „Philosoph“.

Nietzsches Schreibweisen werden von Safranski teilweise nach italienischen Ausgaben zitiert, vermutlich mit zuviel „ss“, die ansonsten seiner vorsintflutlichen Schreibmaschine geschuldet sind. Seine Großschreibung könnte den Verdacht aufkommen lassen, die Reformer hundert Jahre später seien vorwiegend Nietzscheaner. Dagegen spricht, daß sie heimtückisch „Jenseits von Gut und Böse“ klein schreiben wollten.

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Sigmar Salzburg
01.11.2010 07.42
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Fortgesetzte Schreibkultur

Peter-André Alt
Ästhetik des Bösen
C.H. Beck 2010

Niklas Holzberg
Aristophanes
Sex und Spott und Politik
C.H Beck 2010

Michel Foucault
Mut zur Wahrheit
Suhrkamp 2010
Übers. Jürgen Schröder

Frank Kolb
Tatort Troia
Ferdinand Schöningh 2010

Ralf-Peter Märtin
Die Varusschlacht
Fischer 2008/2010

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PL
24.10.2010 16.21
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Ein e solch e Scheiß e …

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Sigmar Salzburg
24.10.2010 13.13
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Reinhard Jirgl

Büchner-Preis an Reinhard Jirgl überreicht

Der Berliner Schriftsteller Reinhard Jirgl ist am Samstag mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Der in der DDR aufgewachsene Jirgl habe in „einem Romanwerk von epischer Fülle und sinnlicher Anschaulichkeit ein eindringliches, oft verstörend suggestives Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert entfaltet“, …

Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Jirgl ist vor allem für seine anspruchsvolle, experimentelle Sprache bekannt. So nutzt er Ziffern und Zeichen – schreibt etwa „1zige“, „&“ oder setzt Ausrufungszeichen vor Wörtern und Bindestriche – nach einem ausgeklügelten System und oft lautmalerische Rechtschreibung, die an den Schriftsteller Arno Schmidt erinnert. So finden sich in seinem jüngsten Werk „Die Stille“ Sätze wie: „?Hättest du=Anihrerstelle? nicht weinen müssen. Denn son Hochzeit´s Tag gilt doch für 1 Frau als Der-Schönste-Tag=im-Le -“. Das Familienepos war für den Deutschen Buchpreis 2009 nominiert.

In seinen Romanen führe Jirgl vor, wie wichtig für ihn der Prozess des Schreibens selbst sei, sagte Laudator Böttiger. So werde klar, welche Funktion seine besondere Schreibweise und Zeichensetzung hätten. Der alphanumerische Code verschaffe seinen Texten eine zusätzliche Informationsebene. …

focus.de 24.10.2010


Reinhard Jirgl
Die Stille
Hanser 2009

Trotz aller graphischen Besonderheiten und Kürzel liegt den Schreibweisen Jirgls die traditionelle Rechtschreibung zugrunde:

Seite 420: … ihrem fleisch lichen Sinn Diese gewissen Nächte ohne Schlaf bescherte und der ihr wenns dann endlich Soweit ist mit dem 1 Kuß ihr das leibdurchströmende Gefühl gibt in einem warmen Fluß zu liegen …

Seite 424: Bulldozer ver schwunden Zäune Beete das Gewächshaus niedergewalzt der Vater hat den Herzanfall nicht überlebt – – Schaumkronen Haß Neid Mißgunst spritzend im schroff angedrehten Sturm des Volk's …

Seite 441: … still kreisende Alarmlicht rammte blaue Lichtpfähle ins Spiegelbild auf der Straße während feiner Regen in dichten Schleiern niedersank Eine Schütte rauhen Sands floß in träggelber Schwemme …

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