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Hans Flachs
10.01.2010 04.47
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Friedrich Dieckmann

Friedrich Dieckmann: Deutsche Daten oder Der lange Weg zum Frieden. 1945 – 1949 – 1953 – 1961 – 1989.
Wallstein Verlag, Göttingen 2009.
188 Seiten, 19,90 EUR.
ISBN-13: 9783835305724

… Abschließend geht der Autor in einem wiederum historisch ausgreifenden Essay der Frage „Was ist deutsch?“ nach, Aussagen Immanuel Kants, Gottfried Wilhelm Leibniz’, Georg Wilhelm Friedrich Hegels und Friedrich Schillers einbeziehend. Betont wird das „staatsfromme Phlegma der Deutschen“, und in diesem Kontext thematisiert der Autor auch seine Kritik an der amtlichen Rechtschreibreform („Hier zu Lande“). Er bleibt bei der traditionellen, grammatik- und sprachrichtigeren Variante (der Rezensent stimmt ihm hier vollkommen bei). ….

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=13808

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Sigmar Salzburg
06.12.2009 12.16
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Peter Sloterdijk
Du mußt dein Leben ändern


- Über Anthropotechnik

Erschienen:Suhrkamp 24.03.2009
Gebunden, 723 Seiten
ISBN: 978-3-518-41995-3
D: 24,80 €, CH: 42,50 sFr

»Du mußt dein Leben ändern« – diesen titelgebenden Satz etwa entnimmt Sloterdijk dem Schlussvers von Rilkes Gedicht Archaïscher Torso Apollos, das er interpretiert, und diese Passage allein wäre es wert, sie als kleines Buch zu veröffentlichen. Ausgerechnet ein kopf- und gliederloser Körper glüht einen Betrachter in Rilkes Gedicht vollkommen verlebendigt an, dieser »Stein«, der »entstellt und kurz« ist, bricht »aus allen seinen Rändern / aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle, / die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.« (ZEIT)

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Sigmar Salzburg
26.11.2009 06.33
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Vorbildlich

Wilfried Rott
Die Insel
Eine Geschichte West-Berlins 1948-1990.
Verlag C. H. Beck, München 2009.
478 Seiten, 24,90 EUR.
ISBN-13: 9783406591334

... C. H. Beck zählt zu jenen Verlagen, die den professionellen Ehrgeiz aufbringen, ihren Hervorbringungen – was „Die Insel“ betrifft, durchaus erfolgreich – ein würdiges Äußeres zu verleihen: Setzfehler und orthografische Flüchtigkeiten – es wird die alte Rechtschreibung verwendet – begegnen einem überaus selten. Typografie, Layout und die Auswahl der Fotografien können als vorbildlich gelten.

Dies ist ein wichtiges Buch: als Vergegenwärtigung einer seit kurzem vergangenen, aber schon vorgestrig scheinenden Epoche. Vor allem führt es den Nachweis, dass West-Berlin trotz allen hoch subventionierten Provinzialismus’ weit mehr war als „Rothenburg ob der Mauer“. Wilfried Rott ist ein sprachlich meisterlicher Großessay gelungen, der viel Freude bereitet. Der Rezensent darf gestehen, dass ihn seit langem keine Neuerscheinung nach Inhalt und Form so enthusiasmiert hat. Niemand, dem deutsche Gegenwart und deren Herkunft am Herzen liegt, sollte auf diese Lektüre verzichten.

Daniel Krause in:

literaturkritik.de 25.11.09

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Sigmar Salzburg
25.09.2009 06.13
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Angela Krauß

Angela Krauß: Ich muß mein Herz üben. Gedichte. Zeichnungen von Hanns Schimansky. Insel-Bücherei. 85 S., geb., 12,80 €.

Wenn man es rational erklären will, was Angela Krauß macht – indes rational ist es gerade nicht –, kann man es Spiel nennen, Spiel der Fantasie, die hier nicht als etwas Blödsinniges angesehen werden möge, auch wenn sie nach der neuen Rechtschreibung mit »F« geschrieben werden muss.

neues-deutschland.de 24.9.09

„Phantasie“ ist immer noch zulässig – und phantasievoller als „Fantasie“. Die war bisher nur als musikalische Fachbezeichnung (aus dem Italienischen) für motettische oder freie Instrumentalformen üblich.

Hoffentlich folgt die Schreibweise im Buch auch der im Titel!

– geändert durch Sigmar Salzburg am 25.09.2009, 12.09 –

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Sigmar Salzburg
16.02.2009 09.28
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Christian Meier
+ Kultur, um der Freiheit willen. Griechische Anfänge – Anfang Europas.
Siedler Verlag, München 2009. 368 Seiten, 22, 95 €.

nach Tagesspiegel:

Tauchen in den Tiefen der Antike
Denken zwischen Auschwitz und Athen: Der Historiker Christian Meier feiert seinen 80. Geburtstag

An diesem Montag ereignet sich im Berliner Wissenschaftskolleg eine Koinzidenz, die ihren eigenen Charme hat. Die Vorstellung eines neuen Buches fällt auf den achtzigsten Geburtstags des Autors, des Historikers Christian Meier. …

Als Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ (von 1996 bis 2002) focht er heftig gegen die Rechtschreibreform (auch für das neue Buch hat er auf der alten Rechtschreibung bestanden). …

http://www.tagesspiegel.de/kultur/art772,2730807
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.02.2009)

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Sigmar Salzburg
09.02.2009 07.52
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Besuch in der Buchhandlung

Kerstin Höcker
+ Schalom Schwesterherz
Piper 2007/2009

Roberto Saviano
+ Gomorrha
[über die Camorra]

Karlheinz Deschner
+ Kriminalgeschichte
des Christentums Bd.9
Rowohlt 2008
[Bemerkenswert, da sonst die freidenkende Riege das fromme Lager
in paulinischer Unterwürfigkeit unter die schreibreformierende Obrigkeit
oft übertrifft.
]


(+ unreformiert)

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Sigmar Salzburg
20.01.2009 10.28
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Imre Kertesz
+ Dossier K.
eine Ermittlung
(Orig.: K. dosszié), übersetzt von Kristin Schwamm,
Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 2006
rororo 2008

+ = veröffentlicht in traditioneller Kulturrechtschreibung

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Sigmar Salzburg
19.01.2009 13.18
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Daniel Kehlmann
+ Ruhm
Rowohlt, Januar 2009

Bei Rowohlt und FAZ.net waren vor einer Woche schamlos Zitate in Dass-Deutsch konvertiert worden:

„… die absurde Hoffnung, dass dereinst jemand dasselbe für mich tun wird. Denn wie Rosalie kann auch ich mir nicht vorstellen, dass ich nichts bin ohne die Aufmerksamkeit eines anderen, ja, dass meine bloß halbwahre Existenz endet, wenn dieser nur den Blick von mir nimmt.“

Kehlmann in faz.net

Zum Glück war die Sorge grundlos, Kehlmann habe sich, der FAZ folgend, zum Kotau vor der Kultusministerschreibe drängen lassen. Es ist alles in bester traditioneller Rechtschreibung gedruckt.

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Sigmar Salzburg
03.01.2009 13.49
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Johannes Mario Simmel ist tot

Er war der Meister des Trivialen
Im Alter von 84 Jahren ist am Neujahrstag Bestsellerautor Johannes Mario Simmel im schweizerischen Zug gestorben. Die Gesamtauflage seiner Bücher liegt bei weit über 75 Millionen Exemplaren. Seine Literatur war Unterhaltung und zugleich das humane Engagement für eine bessere Welt. …

rp-online 3.1.09

In allen Nachrufen heute wird aber dies und ähnliches verschwiegen:

Juni 1997
Eine „Interessengemeinschaft österreichischer Autoren“ kämpft dagegen, daß literarische Texte in Schulbüchern entsprechend der Rechtschreibreform verändert werden. Elfriede Jelinek, Johannes Mario Simmel, Ernst Jandl, Ilse Aichinger und andere unterschreiben eine öffentliche Untersagungserklärung.

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Sigmar Salzburg
05.11.2008 11.57
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Erfreuliche Rechtschreibung ... die Inhalte mag jeder für sich beurteilen

„Konfus und hymnisch und schwer zu begreifen“
In Erich Wolfgang Skwaras „Entwurf einer Wüste“ wird viel geredet, aber nur wenig gesagt
Von Jens Zwernemann


[…] Apropos „Sprache sprechen“ oder eher „schreiben“: All jene, die sich mit den diversen Versionen der mittlerweile schon inflationär 'nachgebesserten' Orthografiereform nie recht anfreunden konnten und die sich anlässlich der jüngsten Gedanken Herrn Zehetmaiers zur (horribile dictu!) „Eindeutschung“ von Fremdwörtern fragen mögen, in wessen Hände eigentlich das orthografische Schicksal einer Sprache gelegt wurde, die doch wenigsten ehedem die von Dichtern und Denkern war, werden sich darüber freuen, dass Skwara ein Anhänger der präreformatorischen Rechtschreibung ist – die Qualität seiner langatmigen, befremdlich artifiziellen und letztlich völlig anämischen Erzählung vermag dies allerdings leider auch nicht zu steigern. […]

Erich Wolfgang Skwara: Entwurf einer Wüste.
Mitterverlag, Wels 2008.
84 Seiten, 15,40 EUR.
ISBN-13: 9783950227727

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Sigmar Salzburg
20.09.2008 11.38
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In den Auslagen der Buchhandlung gesehen:

(Rechtschreibung: + klassisch, ® „reformiert“)

Helmut Schmidt
+ Außer Dienst
Eine Bilanz
Siedler 2008

Heinrich Steinfurt
+ Mariaschwarz
Krimi Piper 2008

Stefan Aust
+ Der Baader Meinhof Komplex
Goldmann 2008 (1997)

Ruth Klüger
+ unterwegs verloren
Zsolnay 2008

Ulrich Tukur
+ Seerose im Speisesaal
Venezianische Geschichten
List 2008-09-20

Andrea de Carlo
+ Wenn der Wind dreht
Roman
Diogenes 2008-09-20

Eckhard Henscheid
+ Gott trifft Hüttler in Vaduz
Eine kleine Kulturgeschichte
Antje Kunstmann 2008

Cees Noteboom
+ Ich hatte tausend Leben und nahm nur eines
Suhrkamp 2008

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Sigmar Salzburg
27.08.2008 06.15
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Neues von Günter Grass

„Die Box“

Von Volker Hage ist bei Spiegel Online eine Rezension des neuesten Buches von Günter Grass zu lesen, in dem er aus der Perspektive seiner Kinder Autobiographisches erzählt.
Hier soll zunächst ohne Kritik an der Kritik nur anhand der Zitate, die der Spiegel offensichtlich nicht „reformieren“ wagte, festgestellt werden, daß das Buch wieder in der traditionellen Rechtschreibung erschienen ist:

Niemand verlangt von einem Schriftsteller, dass er dem Publikum Auskunft über sein Privatleben gibt. Aber wenn es ihn denn drängt, muss er einen Ton, eine Perspektive, eine Form dafür finden. Von der Eleganz, mit der etwa Max Frisch 1975 in der Erzählung „Montauk“ über sein „Leben als Mann“ Auskunft gegeben hat, ist die Halbherzigkeit der „Box“ meilenweit entfernt.

Auch vom Krieg und den Nachwirkungen ist die Rede. Der Vater habe „davon noch lange geträumt, sogar gestöhnt im Schlaf“, wissen die Kinder. Und im flotten Jugendjargon: „Konnte doch jeder von uns mitkriegen, wie er alles, was er erlebt hat, später voll abarbeiten mußte. Die ganze Nazi-Scheiße raufrunter. Was er vom Krieg gewußt und wovor er Schiß gehabt und weshalb er überlebt hat.“


Günter Grass
+ „Die Box“
Steidl Verlag, Göttingen; 224 Seiten; 18 Euro.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,574199,00.html

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Sigmar Salzburg
10.06.2008 19.33
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... bleibt beim alten

Das Lochamer Liederbuch
in neuer Übertragung und mit ausführlichem Kommentar
von Marc Lewon
Verlag der Spielleute 2007/2008

Spielpraktische Übertragung der Handschrift von ca. 1460,
teilweise mit Faksimile-Beispielen,
1. Teil 40 Seiten, 2. Teil 48 Seiten.
Erkennbar ist die 600jährige deutsche Tradition des Schluß-ß, die auch in den sachkundigen, herkömmlich geschriebenen Kommentaren beibehalten wird (was heute bei manchen Freunden der alten Kunst leider auch nicht mehr durchweg selbstverständlich ist.)


http://www.lewon.de/inhalt/vita/index.php?navbat=01&lg=

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Sigmar Salzburg
26.05.2008 17.47
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Meidet die neue Rechtschreibung ...

Der Jongleur
...
„Die Tat muß tun. Das ist ihr Gesetz. Einmal in Gang gekommen, muß sie ihr Ende erreichen.“

Margriet de Moor nennt ihren neuen Roman „Der Jongleur“ ein Divertimento. Ein heiteres Zwischenspiel, eine geistreiche Ablenkung. …
„Findest du nicht auch, Liebe sollte immer auf Gegenseitigkeit beruhen? Gott allein weiß, warum wir, die Menschen, es in diesem Punkt so schwer haben. Ich finde, wenn einer sich in den anderen verliebt, dann muß sich auch der andere in den einen verlieben. Was kann, vom Plan der Schöpfung her betrachtet, bloß dagegen gesprochen haben?“, meint die bald desillusionierte Daisy. …

Margriet de Moor: „Der Jongleur“
Aus dem Niederländischen übersetzt von Helga van Beuningen, die die neue Rechtschreibung meidet, erschienen im Carl Hanser Verlag.

Opinio (RP) 26.05.2008
opinio

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Sigmar Salzburg
07.05.2008 13.33
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Die FAZ anläßlich einer neuen Novelle von Siegfried Lenz

Zu Besuch bei Siegfried Lenz
So spricht die Liebe, wenn sie kommt

Von Volker Weidermann
[…]
Ob es ihm leichtgefallen ist, das Buch zu schreiben? Siegfried Lenz sagt lange nichts. „Nein“, sagt er dann. „Nein, ganz und gar nicht. Ich hatte zwanzig, dreißig Seiten geschrieben, da starb meine Frau. Meine geliebte Frau.“ 56 Jahre waren sie verheiratet. Am 5. Februar 2006 ist sie gestorben. „Der Text blieb lange liegen. Der Versuch, zurückzukehren an die Arbeit, misslang, misslang immer wieder. Ich musste glauben, dass meine Einbildungskraft mir untreu geworden war, plötzlich“, sagt er und blickt nach oben.
[…]
In der Novelle heißt es gegen Ende: „Vielleicht muß ja im Schweigen ruhen und bewahrt werden, was uns glücklich macht.“
[…]
Deine Haut lächelt
In dem neuen Buch ist die Liebe so gegenwärtig wie lange nicht in einem Buch von Siegfried Lenz. Stella und Christian werden ein Liebespaar, die Lehrerin und ihr Schüler, ein verbotenes, ein heimliches Liebespaar. „Deine Haut lächelt, Christian“, sagt Stella. Sie liegen am Strand, zu zweit, „ich streifte ihren Badeanzug ab, und sie ließ es geschehen, sie half mir dabei, und wir liebten uns dort in der Mulde bei den Kiefern.“ Und weiter heißt es: „Wie erzählbereit sie war, als müßten wir nun etwas sagen, was noch nicht gesagt worden war.“ „Erzählbereit“ – was für ein schönes Wort! „Lachbereit“ ist ein anderes, mit dem Stella in der Novelle umschrieben wird.
[…]
Auf Steine ist Verlaß
[…] Am Anfang, als er sich zusammen mit seiner Frau vor fünfzig Jahren in Dänemark ein Häuschen kaufte, haben sie autark gelebt. Gemüse aus dem Garten, Fisch aus dem Meer. Mehr als genug. Was zu viel war, hat er getauscht. Christians Vater in der Novelle ist ein Steinfischer. „Steine bleiben an ihrem Platz, auf Steine ist Verlaß“, heißt es über seinen Beruf. Die Steine werden zum Bau von Molen und Wellenbrechern verwendet. Lenz schildert das so präzise, dass man sie nachbauen könnte: „Das steht Ihnen natürlich frei“, sagt er. Und erklärt: „Ich habe dreißig Sommer in der Nachbarschaft eines Hafens gelebt.“ „Dreißig Sommer lang“, so zählt Siegfried Lenz die Zeit.
[…]
Siegfried Lenz: „Schweigeminute“. Hoffmann und Campe 2008. 128 S., 15,95 Euro

Text: F.A.S. 7.5.2008
F.A.S.

Der Text zeigt wieder die schizophrenen Folgen der „Rechtschreibreform”: Der Berichterstatter schreibt reformiert, zitiert aus Lenz’ Werken in klassischer Rechtschreibung (immerhin), sogar ungekennzeichnet als Überschrift, aber läßt ihn in Reformschreibung sprechen.

Nachtrag: Die WELT online meidet in ihrer Rezension wörtliche Zitate und fälscht nur bei der Erwähnung eines anderen kürzlichen Werkes:
»Gleichwohl erscheint „Schweigeminute“ nicht als historische Novelle über die 50-er oder 60-er Jahre, sondern als Erzählung, die außerhalb unserer Zeit abläuft. Schon die Abwrackwerft in „Arnes Nachlass“ und das Fundbüro, in dem ein Harry Neff seine Karriere verbummelt, waren solche zeitenthobenen Orte.«

WELT v. 12.5.2008
– geändert durch Sigmar Salzburg am 12.05.2008, 15.52 –

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