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Sigmar Salzburg
09.08.2012 03.53
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Chinesisch

Der Vatikan sandte an die Muslime der Welt eine Botschaft – sicher nicht uneigennützig.
Die deutsche Fassung wurde nur „reformiert“ veröffentlicht. Chinesisch sprechende Muslime dürfen den Text sowohl in traditioneller als auch in vereinfachter Schrift lesen. Das bietet eine Möglichkeit, die beiden zu vergleichen:


PÄPSTLICHER RAT FÜR DEN INTERRELIGIÖSEN DIALOG
BOTSCHAFT ZUM ENDE DES RAMADAN
‘ID AL-FITR 1433 H./2012 A.D.


Wir freuen uns mit euch über diese privilegierte Zeit, die euch die Möglichkeit gegeben hat, durch das Fasten und andere fromme Werke, den Gehorsam gegenüber Gott zu vertiefen...

我們與你們因這寶貴時期而共同歡欣喜悅,在此期間各位透過齋戒與其他祈禱方式加深了對主的服從 …

我们与你们因这宝贵时期而共同欢欣喜悦,在此期间各位透过斋戒与其他祈祷方式加深了对主的服从 …

vatican.va 6.8.2012

Das erste Zeichen, „wo“ (ich), ist unverändert geblieben. Es wird zu „women“ (wir) gemacht durch die folgende Pluralsilbe „men“ , die durch ein Tor („men“) dargestellt wird mit einem vorgesetzten schmalen Zeichen für „Mensch“ [řen]. Das traditionelle „Tor“ wird nach chinesischer Zählung mit sieben Strichen geschrieben. Unser Lehrer, Herr Lu, verglich es immer mit einer schönen alten zweiflügligen Tür und die auf drei Striche „vereinfachte“ Tür in der Zeile darunter mit der modernen gesichtslosen Leichtmetallkonstruktion. Das gleiche Zeichen folgt noch einmal kurz darauf für „nimen“(ihr, euch).

Zum Zeitunglesen braucht man annähernd zweitausend Zeichen, so daß die Chinesen dafür die genaue Lage von gut 14000 Strichen lernen müssen, vereinfacht etwas weniger. Unser Alphabet läßt sich auf ungefähr 70 Striche zurückführen. Ein geringer Lernaufwand entsteht durch die unterschiedliche Verwendung in der Verschriftung. Dennoch meinten unsere irren Reformfanatiker, hier noch unnütze und verwirrende „Vereinfachungen“ vornehmen zu müssen.


Nachtrag: Buchempfehlung – Cecilia Lindqvist:„Eine Welt aus Zeichen“ Droemer 1989, „men“ s.S. 287; wunderschöne Darstellung von Sinngehalt und Geschichte der chinesischen Schriftzeichen – noch in deutscher Kulturrechtschreibung!

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Sigmar Salzburg
27.07.2012 08.57
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Mine/Miene

In der Sommerausgabe der „Deutschen Sprachwelt” steht auf Seite 10 in der Spalte „Wortwelt“ neben dem „entbehrlichen Fremdwort to go“ auch das „richtig geschriebene Wort Mine/Miene“, die beide vom französischen „mine“ abstammen sollen, wobei das zusätzliche „e“ seit dem 18. Jahrhundert wohl zur Unterscheidung des Gesichtsausdrucks von der Bleistiftmine, der Landmine und der Silbermine beitragen sollte.

In meinem Etymologischen Wörterbuch wird eine Herkunft des altfranz. mine ‚Erzgang“ von einem gallischen *mina vermutet, das mit kymrisch „mwyn“ ‚Erz‘ und keltisch *meina ‚rohes Metall‘ verwandt sein soll.

Früher las ich einmal, „Mine“ sei das einzige aus dem Sumerischen stammende Fremdwort im Deutschen – wenn man denn hier eine Beziehung zur lateinischen ‚mina‘ herstellen dürfte, einer Gewichts- und Silberwährungseinheit, die über die griechische ‚μνᾶ‘ (434g) aus dem vorderen Orient stammt.

Nach neuerer Darstellung soll das Wort ‚manum‘ aus dem Akkadischen in die ältere Kultur der Sumerer eingedrungen sein. Es wurde dort mit den Zeichen MA.NA geschrieben. Es heißt im ältesten Gesetzestext: „Tukumbi luu dam indada, 1 mana kug babba iblae“. „Wenn ein Mann seine Ehefrau verlassen möchte, zahlt er eine Mine (ca. 500g) Silber“.

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Sigmar Salzburg
19.07.2012 18.27
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Ein Lesestück aus dem alten China

Die Schrift.

Die Kulturvölker haben alle eine Schrift. Mag sie auch in ihrer Struktur bei den einzelnen verschieden sein, so ist doch die Anwendung die gleiche. Die Schrift unseres Landes wurde schon sehr früh konstruiert. Als Herr P’ao-hi die 8 Diagramme zeichnete, war das tatsächlich der Anfang der Schrifterfindung. Ts’ang-kieh, der Historiograph des Gelben Kaisers hat in Anlehnung an die Fußspuren der Vögel und Tiere Dokumente angefertigt. Das war die ‚Alte Schrift‘, das Ku-wen.

Der Großhistoriograph Choù des Königs Süan der Chou schuf die große Siegelschrift, Chuan. Sie wich etwas von der ‚Alten Schrift‘ ab und hieß auch Chou-Schrift. Als Ts’in das Reich zusammenfaßte, wurde das (amtliche) Schriftwesen vereinheitlicht. Li Szě schuf die Kleine Chuan und Ch’eng Miao erfand die Kurialschrift, Li-shu; Wang Tz’ě-chung erfand die achtteilige Schrift. Darauf wurde die Schrift von Tag zu Tag schneller vereinfacht.

Aber erst als Shi Yu der Han-Zeit das Buch der Notizschrift schrieb, löste er die Form der Kurialschrift auf zur freien Handschrift, Grasschrift. In der späteren Han schuf dann Liu Têh-sheng wieder die Kurrentschrift. Also ist der Kleine Chuan einfacher als der Große Chuan. Und was die Schnellschrift (Grasschrift) und Kurrentschrift anlangt, so waren sie (an Einfachheit) noch einfacher.

Als in späteren Generationen die Amtssachen täglich dichter wurden, wurde auch die Anwendung der Schrift täglich verbreiteter. Daher wurden die Schriftzeichen, je mehr sie durch Weiterzeugung in ihrer Zahl wuchsen, in ihrer Form durch Änderung immer um so einfacher. Durch die Vereinfachung meisterte (begegnete) man ihre Menge, bis sie danach für den Gebrauch geeignet waren.

Übersetzung aus: Erich Haenisch, Lehrgang der klassischen chinesischen Schriftsprache, VEB Verlag Enzyklopädie Leipzig 1975; erstes Vorwort von 1931.

Umschrift nach Wade; heute üblich in der VR: Pinyin.

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Sigmar Salzburg
11.07.2012 08.16
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Sprachverbote

Das syrisch-orthodoxe Kloster Mor Gabriel im Südosten der Türkei hat am Dienstag einen jahrelangen Rechtsstreit gegen das türkische Schatzamt verloren. Bei dem Prozeß vor dem höchsten Berufungsgericht ging es um die Eigentumsrechte an etwa 28 Hektar großen Grundstücken, die jetzt auf den türkischen Staat übergehen…

Im Berufungsverfahren wurde dies aufgrund angeblich verlorengegangener Akten nicht mehr anerkannt. Das Kloster wird bereits seit Jahren von Kurden in der Umgebung bedrängt, die mit Unterstützung der islamischen Regierungspartei AKP Druck auf die Christen ausüben. Auch der Religionsunterricht auf Aramäisch wurde den Mönchen verboten.
jungefreiheit.de 10.7.2012

Sprachverbot also nicht nur für Kurden, sondern auch für andere aus(zu)sterbende Sprachgruppen:

Wikipedia: Seit Jahrzehnten werden aramäisch-sprachige Christen in der Türkei verfolgt und vertrieben (siehe Völkermord an den Aramäern). Heute leben nur noch einige Tausend Aramäer in der Türkei, um 1915 waren es weit über 100.000 in Ostanatolien. Seit dem 6. Oktober 1997 besteht in der Türkei ein offizielles Unterrichtsverbot für Aramäisch [der Sprache Jesu]. Selbst Klöstern, die mehr als 1500 Jahre nachweislich im christlichen Besitz sind, droht die Enteignung durch den Staat (siehe Kloster Mor Gabriel).

P.S.: Am gleichen 6. Oktober 1997 beschäftigte sich auch das bayerische Kultusministerium mit der Beschneidung unserer Sprache. Die dort vorgebrachte Betrugsstatistik wurde hier untersucht.

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Sigmar Salzburg
06.07.2012 10.35
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Der tschechische Sonderweg

Jan Hus – Reformator der tschechischen Rechtschreibung
06-07-2012 | Markéta Kachlíková

Willkommen bei Tschechisch gesagt, liebe Hörerinnen und Hörer. Auch unser heutiger Sprachkurs steht im Zeichen des Staatsfeiertages. Jan Hus war nämlich nicht nur ein bedeutender Kirchenreformator, sondern auch ein Reformator der tschechischen Rechtschreibung – pravopis.

Die Tschechen verdanken Jan Hus eben das, was für Tschechisch heute so typisch ist – die Häkchen – háčky und Striche – čárky. Einen Strich schreibt man über einem Vokal – samohláska, der lang ausgesprochen wird: á, é, í, ó, ú, ý. Ein Häkchen – háček steht wiederum über so genannten weichen Konsonanten – měkká souhláska – ž, š, č, ř, č, ď, ť, ň. Und außerdem noch über dem weichen e – ě. Ein spezifisches Zeichen ist ein kleiner Kreis – kroužek, der über dem langen u mitten im Wort geschrieben wird – ů.

Diese Zeichen heißen diakritische Zeichen – diakritická znaménka. Sie haben die so_genannten spřežky ersetzt, die im Tschechischen früher üblich waren. Die weichen Konsonanten wurden durch eine Zusammenrückung mehrerer Buchstaben zum Ausdruck gebracht, so wie man es bis heute im Deutschen, wie zum Beispiel bei sch, tut. Eine spřežka wurde im Tschechischen aber behalten, und zwar „ch“, geschrieben als „c“ plus „h“.

Die diakritische Rechtschreibung – diakritický pravopis wird in der lateinisch geschriebenen Schrift „De orthographia Bohemica“ Anfang des 15. Jahrhunderts zum ersten Mal vorgeschlagen. Dort stehen Striche über den langen Vokalen und Punkte über den weichen Konsonanten, aus denen sich später die Häkchen entwickelt haben. Diese Schrift wird eben Jan Hus zugeordnet, obwohl seine Autorschaft in der letzten Zeit in Zweifel gestellt wird. Sie wurde allerdings nicht widerlegt, und so gilt Jan Hus weiterhin als Reformator der tschechischen Orthographie. Auf Wiederhören in einer Woche! Na slyšenou za týden!

radio.cz 6.7.2012

Jan Hus (* um 1369; † 6. Juli 1415 in Konstanz), Theologe, Prediger und Reformator. Er war zeitweise Rektor der Karls-Universität Prag und wurde während des Konzils zu Konstanz, da er seine Lehre nicht widerrufen wollte, auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

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Sigmar Salzburg
01.07.2012 11.03
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Chinesische Schreibreformplanungen 1950

Im Gegensatz zum unsinnigen Putzfimmel der deutschen Schreibreformer waren die Bemühungen der chinesischen Kommunisten um eine Schriftreform Anfang der 50er Jahre durchaus begründet. Aber schließlich wurde die Zahl der Zeichen doch nicht, wie geplant, auf 800 vermindert, sondern nur einfachere aus schon vorhandenen gewählt oder geschaffen. Man braucht weiterhin 2000 Zeichen, um eine Zeitung lesen zu können und kann erst ab einer Kenntnis von 3-4000 Zeichen als gebildet gelten. Das hinderte die Chinesen nicht, die Deutschen mit ihrer dummen ss-Reform in der Raumfahrttechnik weit hinter sich zu lassen.

Spiegel 20.04.1950

CHINESISCH
Dem letzten Kuli


Nur wer mindestens 2000 Schriftzeichen kennt, konnte bisher eine chinesische Zeitung lesen. Wer aber etwa Stalin, Lenin und Marx studieren wollte – und diese drei haben jetzt ihre chinesische Konjunktur – , mußte selbst für die einfacheren Werke noch 3000 bis 6000 neue Zeichen dazu lernen. Etwa 40000 verschiedene Zeichen hat das Chinesische im ganzen. Mit solch einer Schrift ist keine Massenpropaganda – A und O kommunistischer Volksbeherrschung – möglich. Mao Tse-tung hat darum einen Sachverständigenausschuß eingesetzt, der die chinesische Schrift soweit wie möglich vereinfachen soll.

Die alte chinesische Schrift besteht nicht aus Buchstaben, sondern aus Zeichen und Zeichnungen, die Begriffe bedeuten. Ganz entscheidend für den Sinn der Zeichen ist außerdem der Betonungsstrich, der Akzent, der die Aussprache angibt. Das Schriftzeichen „Tschi“ kann beispielsweise, je nach seiner Betonung, „wissen“, „wollen“, „gerade“ oder „Finger“ bedeuten.

Schon zu Anfang des chinesischen Bürgerkrieges, in den Jahren 1928 bis 1935, versuchten die Kommunisten, ein aus 24 Buchstaben bestehendes ABC fürs Chinesische einzuführen. Der Plan fiel durch. Er scheiterte aus dem gleichen Grunde, aus dem die russischen Kommunisten trotz einer Empfehlung Lenins davon absahen, für die Sowjetunion die lateinische Schrift einzuführen: die Völker waren zu konservativ und traditionsgebunden.

Die Roten paßten sich an: sie kreierten eine neue 800-Zeichen-Schrift auf der Basis der alten. In den Provinzen, die schon länger rot sind, gibt es heute kaum eine größere Ortschaft, die nicht ihre 800-Zeichen-Zeitung hat.

Jeder Schüler in diesen Gegenden wurde verpflichtet, sich auf Straßen und Feldwegen mit einer Tafel aufzustellen, auf der eine Anzahl der neuen 800 Zeichen aufgemalt war. Die Passanten mußten stehen bleiben, die neuen Zeichen lernen und, falls sie noch einmal vorbeikamen, sich abhören lassen.

Aber selbst diese 800 Zeichen sollen nun vereinfacht werden. Sie sind für Maos Propaganda noch zu kompliziert und vielfältig. Auch dem letzten Kuli und dem letzten Reisbauern wird man dann unschwer kommunistische Ideen eintrichtern können.

spiegel.de 20.04.1950

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Sigmar Salzburg
09.06.2012 16.47
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Orthographische Anpassungen

Brasilien: Hunsrücker Platt wird zweite Amtssprache

In Brasilien sprechen fast zwei Millionen Menschen das Riograndenser Hunsrückisch, vor allem in Orten, die von deutschen Einwanderern gegründet wurden. Der Dialekt wird in Schulen gelehrt und ist teilweise als zweite Amtssprache anerkannt…


Im Hunsrückort Gehlweiler dreht Edgar Reitz seinen Film „Die andere Heimat“. Darin beschreibt der Regisseur, der mit seiner Heimat-Trilogie Filmgeschichte geschrieben hat, das Schicksal Hunsrücker Auswanderer nach Brasilien. Die Auswanderung nach Brasilien war für Tausende die einzige Möglichkeit, dem Elend zu entgehen. Heute ist Hunsrücker Platt in Brasilien teilweise zweite Amtssprache.

Hunsrück. „Hunsrickisch wód de énsiche chprooch, wo ich wust chpreche bis ich in di chuhl gang sinn“, erklärt ein junger Mann aus Brasilien. Riograndenser Hunsrückisch nennt sich sein Dialekt, der sich aus Teilen des um Morbach, Idar-Oberstein, Rheinböllen, Simmern und Kastellaun gesprochenen „Hunsrücker Platts“ zusammensetzt.

Dieser Dialekt hat mittlerweile eine ans Portugiesische angelehnte Schreibweise, wird in Schulen gelehrt und teilweise sogar als zweite Amtssprache anerkannt…

Um das Hunsrückisch zu unterstützen, bildete sich im Jahr 2004 die Initiative „Option für Hunsrückisch“ um Solange Hamester Johann, Autorin des Lehrbuchs „Mayn Eyerste 100 Hunsrik Werter“. Zusammen mit Professor Mabel Dewes lud sie 2004 deutsche Spezialisten und Wissenschaftler nach Brasilien ein, um an einer neuen Orthografie des Dialekts zu arbeiten. Diese sollte mehr an die Aussprache des Portugiesischen angepasst sein, um die Schreibweise des Riograndenser Hunsrückisch an die Art des Schreibens in den lateinamerikanischen Gebieten anzugleichen.

So sollte die Sprache gestärkt und für weitere Generationen erhalten bleiben, erklärt Dewes…

Unter dem Motto „Das ist unsere chprooch!“ gibt es auf http://www.hunsrickisch.blogspot.com einen Blog über Riograndenser Hunsrückisch zu lesen, mit kleinen Texten auf Hunsrückisch und Portugiesisch und Grammatikübungen.

volksfreund.de 23.5.2012

Im deutschen Mutterland sollte das Hochdeutsch ebenfalls stamm(e)lich „gestärkt“ werden – hier aber für weitere Generationen erhalten bleiben durch Anpassung an die englische Orthographie. „Cleverness“ geht ja neuerdings wundervoll mit „Wildniss“ zusammen.

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Sigmar Salzburg
18.12.2011 15.28
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Wikipedia-Unsinn

Die Khmer sprechen die Khmer-Sprache, die zur Familie der Mon-Khmer-Sprachen gehört. Die Khmer-Schrift leitet sich von den indischen Silbenschriften her.
wikipedia

Die indische Schrift, in der heute Sanskrit, Pali, Hindi u.a. geschrieben werden, ist keine Silbenschrift. Sie stammt, wie fast alle Buchstabenschriften, entfernt vom vokallosen phönizischen Alphabet ab und wurde durch Zusatzzeichen vokalisiert, wobei der häufige Vokal „a“ nicht bezeichnet wurde. Bemerkenswert ist die streng phonetische Anordnung der Buchstaben im Alphabet, die einen hohen Stand der altindischen Sprachwissenschaft erkennen läßt.

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Sigmar Salzburg
14.12.2011 17.56
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Arabisch und Deutsch

Mein Deutschland

Das innere Leben einer Sprache

Eine Kolumne von Aktham Suliman

In arabischen Ländern wird die Suppe getrunken, in Deutschland wird sie gegessen.

Es gibt auch Vorteile, wenn man eine Sprache erst im Erwachsenenalter lernt. Kinder lernen keine Sprache, sie sprechen sie, Erwachsene schon, und entwickeln dabei eine ganz andere Beziehung dazu, jenseits von Selbstverständlichkeiten. Wäre etwa der syrisch-stämmige und äußerst erfolgreiche deutsche Autor Rafik Schami in Deutschland geboren und aufgewachsen, hätte er sicherlich niemals sein besonderes Verhältnis zum "ß" entwickelt. Bei einem Interview nach der Rechtschreibreform klagte der Geburts- und Gefühls-Damaszener, dass ihm das reformbedingte Ersetzen von "ß" durch „ss“ seinen Lieblingsbuchstaben raube, „einen Buchstaben mit Nase und Bauch“. Eine Form- und Kurvenwahrnehmung, wie sie bei Muttersprachlern wohl kaum möglich wäre.

Die Beziehung zu einer später erlernten Sprache bleibt etwas Besonderes, und besonders schwierig, wenn es um die Aussprache geht. Wissenschaftler behaupten, dass man das, was man in den ersten sechs Monaten seines Lebens nicht gehört hat, später niemals vernünftig von sich wird geben können. Und wann sollte ein arabisches Kind Buchstaben wie "ü" und "ö" hören, wenn seine Mutter nicht gerade in der deutschen Botschaft entbunden hat? Ein arabischstämmiger Neudeutscher kann sich nur fragen, welcher Geist um alles auf der Welt auf die Idee kam, mit zwei Punkten über das „u“ und das „o“ die Araber über den jüngsten Tag hinaus zu ärgern? Denn wenn diese nicht über den ersten Punkt über dem "ü" oder "ö" stolpern, dann spätestens über den zweiten.

Noch interessanter als Form und Aussprache der Buchstaben ist aber das innere Leben einer Sprache, das nur mühsam ertastet werden kann und quantitativ nicht zu erfassen ist. Ein arabischer Kommilitone versuchte Anfang der 90er Jahre, jeden Tag 50 neue Wörter zu lernen, in der Hoffnung, in berechenbarer Zeit mit Deutsch „fertig“ zu werden. Doch fertig war er nur mit den Nerven. Denn ein Tisch ist auf Deutsch männlich, ein Stuhl auch. Auf Arabisch sind beide weiblich. Eine Suppe ist zwar in beiden Sprachen weiblich. Doch in arabischen Ländern „trinken“ wir Suppe; hier wird sie gegessen. Araber „trinken“ auch eine Zigarette; in Deutschland wird nicht einmal Wasserpfeife getrunken.

Eine Sprache zu beherrschen, heißt, deren Dichtung zu genießen, sagte einmal ein arabischer Übersetzer. Redewendungen zu verstehen, wäre auch ein guter Maßstab. „Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen“ – das kann nur aus dem Land der Dichter und Denker stammen. Es ist nur verständlich, dass ein Araber vor dieser „Erfindung“ anfangs erstarrt und es ihm vor lauter Sinnhaftigkeit schwarz vor den Augen wird. Auch die Beschreibung „Jemand hat nicht alle Tassen im Schrank“ befasst sich mit Geist und Geistlosigkeit. Schrank für Hirn, Tassen für Ordnung? Schwierig für jemanden aus einer anderen Kultur, in der Tassen, Untertassen, Schränke und Schrankordnung im Wohnzimmer nur „beschränkt“ eine Rolle spielen.

Nur Tiere haben das Glück oder Unglück, keine neue Sprache später lernen zu müssen. Sicher ist das aber nicht, denn ein deutscher Hund bellt „wau wau“, ein arabischer Hund bellt „hau hau“. „W“ gibt es im Arabischen nicht. Ob beide sich dann trotzdem verständigen können? Vielleicht – wenn beide alle Tassen im Schrank haben und beim gemeinsamen Gassigehen den Wald vor lauter Bäumen nicht übersehen.

An dieser Stelle schreiben Auslandskorrespondenten über Deutschland. Aktham Suliman leitet das Berliner Büro des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera Network.

[Bild]

Der Schriftsteller Rafik Schami, aufgenommen in Dortmund (Archivfoto vom 09.12.2007). In seinem Roman „Das Geheimnis des Kalligraphen“ stellt der deutsch-syrische Autor zwei große Themen dar – die Erstarrung der arabischen Schrift und die verbotene Liebe zwischen Christen und Muslimen oder Männern, die sich zu ihresgleichen hingezogen fühlen.

Süddeutsche Zeitung 13.12.211

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Sigmar Salzburg
03.11.2011 12.52
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Kurdisch

Türkische Politiker greifen die deutsche Regierung auch im Zusammenhang mit dem PKK-Konflikt immer wieder an und beschuldigen Berlin indirekt, kurdische Terroristen zu schützen. „In Deutschland leben doppelt so viele PKK-Mitglieder wie in den Kandil-Bergen im Nordirak“, behauptete der türkische Parlamentspräsident Cemil Çiçek, ein Parteifreund Erdogans, laut „Süddeutscher Zeitung“.
spiegel.de 2.11.2011

Menschenrechtler: Bundesregierung muß Kurden unter den „türkischen“ Einwanderern anerkennen

… nach offizieller Ansicht kamen … seit 1961 ausschließlich Türken aus der Türkei nach Deutschland. Aus diesem Anlaß wirft die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) der Bundesregierung vor, die Existenz von Kurden in der Bundesrepublik sytematisch zu verdrängen… „Es ist absurd, dass die Existenz und Identität des kurdischen Drittels der rund drei Millionen `türkischen` Mitbürger in Deutschland einfach nicht zur Kenntnis genommen wird“, sagte der GfbV- Generalsekretär Tilman Zülch in Göttingen. „So wird die Unterdrückung der Kurden in der Türkei hier zu Lande fortgesetzt, anstatt ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre Kultur und Sprache zu pflegen…" Es könne nicht sein, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan einerseits kürzlich die Eröffnung von türkischen Gymnasien in allen deutschen Bundesländern forderte und andererseits für die 15 Millionen Kurden in der Türkei nicht einmal eine einzige Grundschule in kurdischer Sprache eröffnet werden durfte.
Berliner Umschau 2.11.2011

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Sigmar Salzburg
30.10.2011 07.06
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Gälisch

Präsidentschaftswahl

Pazifist Higgins triumphiert in Irland


Der Dichter, Soziologe und Friedensaktivist Michael D. Higgins hat die Präsidentenwahl in Irland gewonnen…. Er lehrte in den USA und Irland Soziologie und Politikwissenschaft, bevor er als 40-Jähriger Berufspolitiker wurde. Als einziger der sieben Kandidaten bei der Wahl spricht Higgins fließend Gälisch, seiner Auffassung nach „eine moderne Sprache“, die er weiter zu fördern gedenkt. Wegen seines Engagements für von Frieden und Menschenrechte in Lateinamerika, Somalia und dem Irak wurde Higgins mehrmals mit Preisen geehrt, als Dichter veröffentlichte er mehrere Lyrikbände.

spiegel.de 29.10.2011

Eine Hoffnung für die gälische Sprache! Irland zeigt, wie es Deutschland dereinst ergehen könnte: Die wenigsten Iren können noch die eigene Sprache. Als ich z.B. um 1980 beim irischen Folk-Musiker mit „Liar's Licence“, Packie Byrne (*1917), campierte, gestand er mir, daß er kein Wort Gälisch könne.

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Sigmar Salzburg
27.05.2011 04.29
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Reformlose Isländer

Aus den „Wassern des Grimur“

Isländische Sprache stellt Festland-Europäer auf harte Probe.

Nach Eyjafjallajökull also Grimsvötn – und diesmal ist der Vulkan wenigstens vergleichsweise leicht auszusprechen. Vergangenes Jahr mussten sich Nicht-Isländer von YouTube-Videos belehren lassen, wie der Eyjafjallajökull richtig über die Lippen geht …
Fast schon eine Ausnahme im Isländischen, denn wegen einer sehr konservativen Orthografie unterscheiden sich Schreibweise und Aussprache im Isländischen doch sehr deutlich, sagt Magnus Hauksson, Sprachlektor an der Uni Wien.

[Dank der Rechtschreibreform und der Verminderung der „exotischen“ ß sind wir ja nun davor bewahrt worden.]

Auffälligstes Merkmal des Isländischen freilich sind in jedem Text exotisch anmutende Buchstaben, die am ehesten mit einem „d“ und einem „p“ verglichen werden können: Sie stehen für einen Laut, der den meisten im Englischen als „th“ (sprich: ti-äitsch) bekannt ist. „Für Nicht-Isländer ist es oft schwierig, 's' und 'th' auseinanderzuhalten“, weiß Hauksson. …

Generell gilt Island mit seinen rund 300.000 Native Speakern als Staat mit einer sehr konservativen und restriktiven Sprachpolitik, in dem kaum Fremdwörter zugelassen werden. Hauksson findet diese Darstellung aber übertrieben. Wohl werde eine „puristische Politik“ verfolgt. Ein Sprachausschuss habe die Aufgabe, „zentral die Sprachpflege zu unterstützen“, und dessen offizielle Politik sei es auch, die Übernahme von Fremd- bzw. Lehnwörtern zu vermeiden – bzw. diese wenigstens, „so anzupassen, dass alles richtig klingt“. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich die Sprecher auch daran halten, denn „es schleichen sich natürlich immer viele Wörter ein – aus dem Englischen, früher aus dem Dänischen oder dem Lateinischen“.

Und manchmal helfen ja auch Sprachverwandtschaften. So heißt das Internet umgangssprachlich schlicht „net“. Klingt englisch, ist es aber nicht: „Zufällig ist das auch isländisch für jedwedes Netz“ und geht daher als Übersetzung durch...
Wiener Zeitung 25.5.2011

Aber wehe, bei uns wagt es jemand, „Internet“ zu verdeutschen.– Thorn „þ“ ist die einzige ins Latein-Alphabet übernommene Rune. Wer noch im reformiert-christlichen 17. Jahrhundert andere (z.B. als Zauber) verwendete, kam auf den Scheiterhaufen.

Nebenbei eine Aussprachehilfe zu „Eyjafjallajökull“ von Eliza Geirsdottir auf Al-Dschasira (Qatar) auf englisch:

http://www.youtube.com/watch?v=4HXUws4uCMU&NR=1

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Sigmar Salzburg
17.05.2011 05.58
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Theorie mit geringer Beweiskraft

Sprachenentstehung

Wir sprechen alle ein bisschen Afrika

Von Angelika Franz

Auf der Erde herrscht immer noch babylonische Vielfalt: Forscher gehen von der Existenz von bis zu 7000 Sprachen aus. Ihren Ursprung haben sie in Afrika, von wo aus die Menschen später die Welt eroberten…

… glaubt man einer neuen Studie von Quentin Atkinson von der University of Auckland in Neuseeland, gibt es wenigstens eine gewisse Tendenz zu mehr Übersichtlichkeit. Die Theorie des neuseeländischen Psychologen: Die Sprache ist, ebenso wie Homo sapiens, in Afrika entstanden – und verliert an Phonemen, je weiter sie sich von ihrem Ursprungsort entfernt…

Manche Sprachen brauchen 11, andere 141 Phoneme

Was genau sind denn nun diese Sprachteilchen, an deren Häufung man die Spur unserer Eroberung des Planeten nachvollziehen kann? Definiert sind die Phoneme als kleinste Einheit der Sprache, die Bedeutungen verändern kann. Dazu muss es sich nicht einmal um unterschiedliche Buchstaben handeln wie bei „Tasche“, „Lasche“ und „Masche“. Nehmen wir den Satz: „Gestern rasten sie noch, heute müssen sie rasten.“ Das lange a gibt dem ersten „rasten“ eine andere Bedeutung als das kurze a im zweiten – obwohl die Wörter sonst identisch sind. Ein Buchstabe, aber zwei Phoneme.

[Nach der leicht lernbaren Neuschreibregel müßte jetzt geschrieben werden:
“Gestern raßten sie noch, heute müssen sie rassten“]

In sogenannten Tonsprachen wie beispielsweise dem Chinesischen werden unterschiedliche Bedeutungen auch mit der Wortmelodie ausgedrückt. Die Lautfolge „ma“ kann so unterschiedliche Dinge wie „Pferd“, „Mutter“, „Hand“ oder „schimpfen“ bedeuten – je nachdem, ob man das Wort mit steigender, fallender oder konstanter Betonung ausspricht.

[Da hat sich Frau Franz verlesen. Nicht „Hand“ (shou) sondern „Hanf“ (má) muß es heißen.]

Allerdings ist der phonemische Gründereffekt bei weitem nicht so ausgeprägt wie der genetische – statt 19 Prozent lassen sich satte 80 bis 85 Prozent der genetischen Diversität einer Population mit der Entfernung von Afrika erklären.

Andere Experten reagieren elektrisiert auf die These, mahnen aber auch zu Vorsicht. „Atkinsons Modell weist in seiner derzeitigen Form gravierende Probleme auf“, sagt Anatol Stefanowitsch, Linguist an der Universität Hamburg.

Spiegel.de 17.5.2011

Nicht nur phonemisch, sondern auch grammatisch verarmen Sprachen, letzteres vor allem durch Pidginisierung in Mischvölkern. Bestes Beispiel: Englisch, das in der FAZ einmal als schlecht ausgesprochenes Französisch bezeichnet wurde. Deutsch ist auf dem besten Wege. Der Verfall sichert manchen Linguisten ihre Arbeitsplätze.

Jede Verarmung erzwingt weitere Sprachveränderungen, um wieder an Eindeutigkeit zu gewinnen. Schließlich werden ältere Sprach- und Schriftzeugnisse unverständlich. Kultur ist jedoch auch enge Verbindung zur Vergangenheit.

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Sigmar Salzburg
04.04.2011 09.29
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Abkürzungsfimmel

Der Aküfi im Wörterbuch

Das ♥ wurde angeblich in das altehrwürdige Oxford English Dictionary aufgenommen: Was die Adelung der Kürze uns über Sittengeschichte verrät


Gleich nach dem allgegenwärtigen Untergang des Abendlands in all seinen Facetten ist die Sprachpflege der Deutschen liebstes Hobby. Kaum ein Monat vergeht, in dem man nicht irgendwo liest, dass wieder einmal jemand als Sprachverhunzer ausgezeichnet wurde.
[...]
Ausgerechnet im altehrwürdigen Oxford English Dictionary, dem definitive record of the English language, habe es hier nun, so war unlängst der Presse zu entnehmen, eine kleine Revolution gegeben: Neben Akronymen des Internetzeitalters (FYI, LOL, OMG – for your information, lots of laughing und oh my god) habe nun erstmals ein reines Symbol Aufnahme gefunden: ♥ bekannt auf T-Shirt, Aufkleber und Facebook.

Der Umstand, dass Akronyme ins OED (!) aufgenommen wurden, ist zunächst recht unspektakulär, schließlich sind diese allgegenwärtig. FYI ist im englischen Schriftverkehr ebenso spektakulär wie z. K. im deutschen. Warum also die Aufregung? Vielleicht ist es der Umstand, dass die Alltäglichkeit und die Banalität einzelner Phrasen durch die Aufnahme ins OED geadelt wurde? LOL und OMG – sind das wirklich wir? Ist es das, was wir zur Sprache im 21. Jahrhundert beizutragen haben? OMG! Nicht gerade zum lollen, wenn das so wäre. Jedoch hat diese Angelegenheit auch eine sittengeschichtliche Seite. Warum, so fragt man sich, ausgerechnet OMG? OMG ist im Englischen kaum häufiger als das deutlich derbere OMFG (oh my fucking god). War das OED zu PC (politically correct) für das FLW (four letter word)? Ein letztes Aufbäumen englischer Prüderie? YGBSM (you gotta be shitting me)! Wie weit sollte der im Wörterbuch verzeichnete Aküfi (Abkürzungsfimmel) überhaupt gehen? YAA (yet another acronym), stöhnt so mancher ja schon jetzt!

Wie steht es nun aber um das ♥? Bedauerlicherweise eine Ente, was übrigens ebenfalls ein Akronym ist. [...]

Hintergrund
Peter Kruschwitz
lehrt klassische Altertumswissenschaft an der University of Reading

freitag.de 3.4.2011

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Sigmar Salzburg
13.01.2011 18.23
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Nicht das ß – die Sonderzeichen anderer europäischer Sprachen

Sonderzeichen machen neuem Personalausweis Probleme

Peinliche Software-Panne im Registrierungssystem für den neuen Personalausweis: Die mit der Ausstellung der Dokumente verbundene digitale Registrierung scheitert bei Bürgern, deren Namen Sonderzeichen enthalten. Das berichtete die Frankfurter Rundschau am Mittwoch. Akzente wie in den Namen René oder Chloé oder Sonderzeichen in Namen wie João bringen die Systeme der Meldeämter zum Absturz. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière hätte mit seinem Namen schlechte Karten. Ohne die digitale Registrierung können die Bürger ihren Ausweis jedoch nicht voll nutzen, etwa für den elektronischen Briefwechsel mit Behörden.

Die Frankfurter Rundschau beruft sich auf Berichte aus verschiedenen Meldeämtern, die Störungen bei der digitalen Speicherung der persönlichen Daten verzeichnet haben. Schwierigkeiten ergeben sich bei Zeichen wie dem Akut (á), der Cedille (ç) und dem Zirkumflex (ê), die mittlerweile in vielen Vor- und Nachnamen zu finden sind. Störungen gibt es bei der digitalen Anmeldung der Ausweise über die so genannten Änderungsterminals in den Ämtern.

Bundesdruckerei weist Schuld von sich

„Da stürzt das ganze System ab, und der eigentliche Vorteil des neuen Personalausweises, die digitale Registrierung, ist hinfällig“, zitierte die Rundschau den Berliner Bezirksstadtrat Joachim Krüger. Zwar könnten die Bürger ihren Ausweis abholen, für die digitale Registrierung müssten sie jedoch ein zweites Mal das Meldeamt aufsuchen. Wann das jedoch möglich sein wird, ist noch unklar. Die Meldestellen sehe die Bundesdruckerei in der Verantwortung. Die weist jedoch jede Schuld von sich: „Die Probleme liegen häufig nicht an der Software für den neuen Personalausweis, sondern an der Kompatibilität der von Land zu Land unterschiedlichen Softwareprogramme bei den Meldebehörden.“

computer.t-online.de 13.01.2011

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