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Sigmar Salzburg
27.04.2016 08.22
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Plattdeutsch

Wenn Peter Schmachthagen nicht gerade für die Rechtschreib„reform“ schwärmt, kann durchaus Interessantes dabei herauskommen, z.B. in seiner Beschreibung des Plattdeutschen – hier ein Ausschnitt aus einem längeren Text:

An dieser Stelle müssen wir innehalten und mit Nachdruck etwas richtigstellen: Das Plattdeutsche ist kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache, die ihrerseits wiederum zahlreiche niederdeutsche Dialekte umfasst, sich aber grundlegend vom Hochdeutschen und den hochdeutschen Dialekten wie Sächsisch, Bairisch oder Alemannisch unterscheidet. „Plattdeutsch“ oder „Plattdüütsch“, wie Plattdeutsch auf Plattdeutsch heißt, ist der Eigenname für das nordwestliche Niederdeutsch. Da Plattdeutsch die Muttersprache in der flachen norddeutschen Tiefebene war, in der der Hügel eines Hünengrabs schon als Hochgebirge gilt, wird häufig angenommen, der Namen „Plattdeutsch“ habe etwas mit dem platten Land zu tun und vielleicht mit seinen leicht dösigen Bewohnern, die zwischen Swienschiet und Dill den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Das ist falsch! Der Name „Plattdeutsch“ kommt aus den Niederlanden. 1524 erschien in Delft ein Neues Testament, verfasst in goede platten duytsche, also in guter klarer Volkssprache – nicht in den Gelehrtensprachen Griechisch und Latein. Die gute klare Volkssprache war das Plattdeutsche. Das niederländische Adjektiv plat bedeutet „klar, deutlich, jedermann verständlich“.

Plattdeutsch war nicht nur Muttersprache, sondern blieb bis in die Neuzeit offizielle Amtssprache Hamburgs (neben Latein) und die Sprache des Senats. Noch 1844 wurde der Bürgereid in niederdeutscher Sprache abgelegt...

abendblatt.de 23.4.2016

Der Niedergang und die Ausgrenzung des Plattdeutschen ging auch vom Volk aus. In der Rellinger Schulklasse meiner Mutter Anfang der 20er weigerte sich die Tochter des Zigarrenbudenbetreibers, ein plattdeutsches Gedicht zu lernen: „Meine Mutti hat mir das verboten, das ist nicht fein!“

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Sigmar Salzburg
21.04.2016 17.55
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Geheimsprache?

Jiddisch: Doch nicht in Deutschland entstanden?...

Überraschende Wurzeln: Bisher galt Deutschland gemeinhin als Ursprung des Jiddischen. Doch neue Analysen des Erbguts aschkenasischer Juden deutet nun auf ganz andere Wurzeln dieser Sprache hin: Sie könnte vor rund 1.000 Jahren im Nordosten der Türkei entstanden sein – in einem von vielen Juden bewohnten Handelszentrum an der Seidenstraße. Erst ihre Nachfahren brachten diese Sprache dann nach Mitteleuropa, wie Forscher berichten.


[...] Eran Elhaik von der University of Sheffield und seine Kollegen haben nun Indizien für einen ganz anderen Ursprung dieser Sprache entdeckt. Sie stützen die Annahme, dass das Jiddische nicht aus Deutschland, sondern aus dem Mittleren Osten stammt – wofür auch die eher dem Slawischen und Iranischen verwandte Grammatik sprechen könnte.[...]

Für ihre Studie analysierten die Forscher daher das Erbgut von 367 aschkenasischen Juden, die an einem Stammbaumprojekt teilgenommen hatten. [...]

Das überraschende Ergebnis: Die gemeinsame Abstammung der jiddisch sprechenden Aschkenasim ließ sich größtenteils auf ein Gebiet im Nordosten der heutigen Türkei zurückverfolgen. Die Gendaten weisen auf große Ähnlichkeit dieser Juden mit Iranern, Türken und Bewohnern des südlichen Kaukasus hin. „Interessanterweise verortet unser System nahezu alle Vorfahren dieser Aschkenasim in der Nähe des früher von den Skythen bewohnten Gebiets“, berichten die Forscher.

Wie sie erklären, stimmt dies gut der Theorie überein, dass die aschkenasischen Juden Nachfahren der Chasaren sind, einem Volk, das ab 700 nach Christus im nördlichen Kaukasus und am kaspischen Meer lebte. In babylonischen Quellen werden sie als „Askuza“ bezeichnet. Später wurde dieser Begriff zu „Skythen“ verändert und bezeichnete die Nomaden, die später im einstigen Gebiet der Chasaren lebten. [...]

Diese Ursprungsregion der jiddischen Aschkenasim lag damals an einem wichtigen Kreuzungspunkt der Seidenstraße mit anderen Handelswegen, wie die Forscher berichten. In diesem kommerziellen Zentrum lebten viele byzantinische Händler, aber auch Angehörige der jüdischen Händlergilde der Radhaniten, die zeitweise den Handel auf dem europäischen Teil der Seidenstraße dominierten.

Nach Ansicht der Wissenschaftler liegt es nahe, dass diese ihr Monopol in diesem Handel vor Konkurrenz schützen wollten. „Um dies zu erreichen, erfanden sie das Jiddische – eine geheime Sprache, die außer den Juden nur wenige verstanden“, erklärt Elhaik. [...]

Als dann die Nachfahren dieser jüdischen Händler nach Mitteleuropa zogen, nahmen sie auch deutsche Begriffe auf und gaben dem Jiddischen seine heute bekannte Form. (Genome Biology and Evolution, 1016; doi: 10.1093/gbe/evw046)(University of Sheffield, 21.04.2016 – NPO)

scinexx.de 21.4.2016

Die künstliche Erfindung einer „Geheimsprache“ erscheint etwas phantastisch, alles übrige ist einleuchtend.

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Sigmar Salzburg
23.02.2016 16.31
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Französische Rechtschreibung

Diktat und Dschihad

In Frankreich wird eine Rechtschreibreform diskutiert. Der Vorschlag ist nicht neu, er geht auf das Jahr 1990 zurück. Die französische Regierung streitet mit der Académie Française...


Als Erster hatte der neunzig Jahre alte Schriftsteller Jean d’Ormesson gegen die Reform gewettert. Er gehörte 1990 noch zu ihren Befürwortern in der Akademie: „Weil damals die Leute nicht so unglücklich waren und das Land nicht in dem Zustand war, in dem es sich heute befindet.“ D’Ormesson erinnert an die faktische Abschaffung von Griechisch und Latein im Rahmen der Collège-Reform gegen die „elitären“ zweisprachigen Klassen: „Die Ministerin hat mit ihren Plänen alle gegen sich aufgebracht. Und jetzt kommt sie mit der Orthographie-Reform!“ Zuvor hatte sie bereits mit dem „ABCD der Gleichheit“ der Geschlechter in der Grundschule Schiffbruch erlitten. Ihr wird unterstellt, die Schule zu ideologischen Zwecken zu missbrauchen: der letzte Ort, an dem die Sozialisten versuchen, ihrer Utopie des „Neuen Menschen“ treu zu bleiben: gegen die Eliten, für die Gleichheit aller. Die Schwierigkeiten der Orthographie, so ihre Annahme, diskriminierten die Minderheiten. Ihre Kritiker – Pierre Nora, Alain Finkielkraut, Régis Debray, Jean d’Ormesson – beschimpfte Najat Vallaud-Belkacem als „Pseudointellektuelle“.

Jetzt hat sie ihr „Erstaunen“ auch der Akademie in einem offenen Brief zur Kenntnis gebracht. Und erneut den Rückzug angetreten: Die neue Reform sei freiwillig, schreibt sie den „Unsterblichen“...

faz.net20.2.2016

Wie bei uns! Auch die scheinheiligen Beteuerungen, daß alles freiwillig sei und niemand „gehalten sei“, die Reformschreibung zu verwenden. Ähnlich sind auch die weiteren nebenher laufenden „Reformen“. Gestern erinnerte P. Petersen bei den Antikenfreunden in Kiel an eine Rede des verstorbenen Umberto Eco, die er vor zehn Jahren in Hamburg auf deutsch gehalten habe, in der er die Senkung des Niveaus der deutschen humanistischen Gymnasien und die Abschaffung von Latein und Griechisch aufs heftigste angeprangert hatte.

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Sigmar Salzburg
18.02.2016 05.14
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Shakespeare und moderner Unverstand

Wie der Linguist Prof. David Crystal und sein Schauspielersohn Ben durch Beachtung der originalen Aussprache den Versen, Wortspielen und Späßen William Shakespeares mehr Sinn abgewinnen, hatte ich hier schon als Video verlinkt. Vor zweieinhalb Jahren traten die beiden auch beim Cheltenham Literature Festival auf. – Jetzt hat eine Musikfreundin aus meinen Cheltenhamer Zeiten per Facebook wieder einen Artikel des „Telegraph“ zu dem Thema verbreitet:

Shakespeare's lost puns and rude jokes revealed in new guide to Elizabethan pronunciation
English accents and pronunciation has changed so much since Shakespeare wrote his plays that his jokes are often missed by today's audiences


Shakespeare’s bawdy jokes are lost on modern audiences, because his puns no longer work in 21st century English pronunciation.

Accents have changed so much in the 400 years since the Bard wrote his plays that the complex wordplay of his poetry is often missed today, according to a linguistic scholar.

Professor David Crystal, who has devoted 12 year to uncovering the original pronunciation of Shakespeare’s works, has said rude jokes and clever double meanings are often incomprehensible now.

The line in As You Like It, “And so from hour to hour we ripe and ripe”, would have had a sexual double meaning to Elizabethan theatregoers, who would have pronounced “hour” the same as “whore” and “ripe” like “rape”.

Or in Hamlet, there is a play on words in the famous like “Frailty, thy name is woman”, as a pun at the time was to pronounce woman as “woe-man”.

A new study of Shakespeare’s works by academic Professor Crystal also shows that his rhymes are not heard when read aloud in modern pronunciation.

In Sonnet 154, “warmed” is rhymed with “disarmed” in a pairing that no longer works in today’s speech. It is one of 96 Shakespearean sonnets which includes lines that no longer rhyme.

Professor Crystal told The Times: “In modern English it’s a mess. In original pronunciation each couplet works perfectly.”

His new book The Oxford Dictionary of Original Shakespearean Pronunciation, published next month, should help theatre companies that want to replicate the original sound of Shakespeare’s verse…

Professor Crystal’s actor son Ben has performed in and put on productions of Shakespeare plays in the original pronunciation. Speaking alongside his father at the Cheltenham Literature Festival in 2013, he said: „The temptation is to add sex jokes and toilet jokes and bum jokes where there aren't any to make it funnier so you enjoy it more. But there are these sex jokes there, but they only work in OP.“

English accents in Shakespearean times are said to have been more similar to today’s American accents than how British people speak today, according to the theatre director Sir Trevor Nunn.

Shakespeare's lost puns

A Midsummer Night's Dream
Demetrius puns on „ace“, pronounced „ass“ (donkey) at the time….

telegraph.co.uk 16.2.2016
Darauf, daß auch viele amerikanische Späße durch den Wandel des Vokabulars gegenüber dem Englischen nicht verständlich sind (oder zumindest vor 50 Jahren waren), hatte ich schon mal hier verwiesen. Jetzt kommt noch im Deutschen durch die Rechtschreib„reform“ ein weiteres Mißverstehen hinzu: „Ace“ ist im Deutschen „As“, das aber erstmalig nach 2500 JahrenAss“ geschrieben werden soll, von den Amerikanern aber als „ass“ (Arsch) und inzwischen auch den Engländern als „arse“ oder „bum“ verstanden wird. International ist das Mißverstehen fatal:

Australian Open Ass-Rekord durch Kristyna Pliskova

Google hat diesen Titel schon entfernen müssen.

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Sigmar Salzburg
14.02.2016 06.37
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Paris

Abschied vom „Dächelchen“
Frankreich verzichtet künftig auf den Akzent auf i und u

Von Christine Longin,
12. Februar 2016, 02:00 Uhr

[Bild: porte-monnaie – portemonnaie, boursouffler – boursoufler, jazzmen – jazzmans, asseoir – assoir, maître – maitre]

Links die alte Rechtschreibung im Französischen, rechts die künftige: So wird aus einem porte-monnaie das portemonnaie. Illustration: Lorenz

In Frankreich soll nach den Sommerferien die Rechtschreibreform in den Schulbüchern umgesetzt werden. Die Änderungen, die schon 1990 beschlossen worden waren, stoßen jedoch auf heftigen Widerstand.

Es ist nur ein kleines Dach, doch es erregt die Gemüter: Mit der Rechtschreibreform in Frankreich soll der Zirkumflex wegfallen, jener Akzent also, der auf den Vokalen sitzt. Beschlossen hatte das die Wächterin über die Sprache, die Académie française, schon 1990. Doch in die Schulbücher soll die neue Rechtschreibung erst nach den Sommerferien Einzug halten, wie die Verlage vor Kurzem entschieden. Aus der „maîtresse“, der Lehrerin, soll dann die „maitresse“ ohne den „accent circonflexe“ werden. Ein Lifting, das vielen Pädagogen missfällt.

„Es gibt Änderungen, die mir in der Seele wehtun, zum Beispiel die neue Schreibung des Wortes „maitresse“, sagt eine Lehrerin im Fernsehen. Ihre Kollegin ist da anderer Meinung: „Ich bin für alles, was den Kindern die Rechtschreibung erleichtert.“ Vom „Tod des Circonflexe“, den einige Medien herbeischreiben, kann keine Rede sein. Der „chapeau“, wie die Franzosen den Zirkumflex nennen, bleibt auf dem a, e und o erhalten und wird nur auf dem i und u gestrichen. Und das auch nicht immer: „mûr“, was reif bedeutet, führt weiter einen Akzent, um den Unterschied zu „mur“, der Mauer, zu markieren. Namen wie „Jerôme“ werden sowieso nicht angetastet.

Ohnehin ist die alte Schreibweise parallel weiterhin erlaubt. Auch Marcel Proust muss nicht umgeschrieben werden: Die Änderung, die rund 2400 Wörter betrifft, gilt nur für die Schulbücher. Neben dem Zirkumflex soll auch der Bindestrich häufig wegfallen. So wird das „Portemonnaie“ künftig in einem geschrieben statt in zwei Wörtern mit Bindestrich. Außerdem werden bestimmte Wörter vereinfacht: Aus der Zwiebel, bisher „oignon“, soll nun „ognon“ werden. Und die Seerose „nénuphar“ verändert sich zu „nénufar“. Die Académie française hatte die Änderungen 1990 mit einer Entwicklung der Sprache begründet, wie sie auch in den Nachbarländern wie Deutschland üblich ist. Es sei wichtig, die Rechtschreibung mit „dosierten und kohärenten Berichtigungen anzupassen, die ihre Nutzung sicherer machen“, hieß es damals. Die renommierte Akademie, der namhafte Schriftsteller angehören, sparte auch nicht mit Kritik am Zirkumflex: der „chapeau“ sei eine „große Schwierigkeit der französischen Rechtschreibung“. Sogar Gelehrte hätten Schwierigkeiten, den Akzent zu setzen, der „willkürlich und unzusammenhängend“ gebraucht werde. Ein Trost für viele Schüler, die an dem „Dach“ verzweifeln.

Doch die gut gemeinte Geste stößt nun auf starken Widerstand vor allem in konservativen Kreisen, die den Niedergang der französischen Sprache befürchten. „Die Regierung ermutigt uns zur Mittelmäßigkeit, statt die Schönheit der französischen Sprache aufzuwerten“, kritisiert der konservative EU-Abgeordnete Eric Ciotti die regierenden Sozialisten. Dabei waren es die Konservativen gewesen, die 2008 die Umsetzung der Reform beschlossen hatten. Der Entscheidung folgte damals allerdings nur ein kleiner Teil der Schulbuchverlage. „Die Rechtschreibung anzugehen, bedeutet die eigene Kindheit anzugehen. Das erinnert an den Schmerz, die Anstrengung, die Siege beim Lernen der Regeln“, erklärt der Vorsitzende der Schulgewerkschaft SNE, Pierre Favre. Im Kurznachrichtendienst Twitter fand sich schon eine Gruppe zusammen, die den vom Aussterben bedrohten „accent circonflexe“ verteidigt. Das Stichwort lautet in Anlehnung an die Solidaritätsbewegung für die Opfer der Anschläge im Januar #JeSuisCirconflexe.

„Reform macht Französisch attraktiver“

Saar-Bildungsminister Commerçon begrüßt neue Schreibweise

Saarbrücken.
Unter Schülern hat Französisch den Ruf, eine schwere Sprache zu sein. Nicht zuletzt wegen der komplizierten Rechtschreibung und der Tatsache, dass die Schreibweise von der Aussprache oft abweicht. Da soll die Reform jetzt Abhilfe schaffen, um vielleicht einigen Schülern die Hemmung bei der Sprachauswahl zu nehmen. Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) sieht die Entwicklung positiv: „Französisch gilt insbesondere wegen der komplexen Rechtschreibung als nicht einfach zu erlernende Sprache. Insofern begrüße ich die Rechtschreibreform, weil sie womöglich auch die Vorbehalte, Französisch in der Schule zu wählen, verringert.“

Auch für Christoph Vatter, Romanisitik-Juniorprofessor an der Saar-Uni, geht die Reform in die richtige Richtung: „Regeln, die nicht gut nachvollziehbar sind, zu vereinfachen, ist sinnvoll.“ Interessanter als die Rechtsschreibreform selbst ist für ihn die Debatte darüber. „Die Sprachbeherrschung ist in Frankreich ein Symbol für Kultur. Viele sind stolz darauf, komplizierte Regeln und Ausnahmen zu beherrschen“, sagt Vatter. Allem Widerstand in der Bevölkerung zum Trotz „ist es wichtig, dass Französisch dynamisch bleibt, dass es Bewegung in der Sprache gibt“.

Auch das könnte ein Argument für das Erlernen der Sprache sein, außerdem: „Schüler freuen sich über jegliche Vereinfachung.“ Der gleichen Meinung ist auch Commerçon: „Zusammen mit der von mir verfolgten Stärkung der Mündlichkeit – Hörverstehen und Sprechen werden im Unterricht nun intensiver trainiert – wird die Reform das Französischlernen für saarländische Schülerinnen und Schüler attraktiver machen.“ hem

saarbruecker-zeitung.de 12.2.2016

Schmerzlich ist der Fortfall des circonflex zur Andeutung des ausgefallenen s. Und werden jetzt „sûr“ (sicher) und „sur“ (auf) gleich geschrieben? Die bescheuerten deutschen Politiker und „Experten“ begrüßen natürlich jede „Reform“, ganz gleich wo, als Bestätigung, daß auch sie „Recht“ hatten.

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Sigmar Salzburg
31.10.2015 04.40
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Facebook-Automatenübersetzung

Der FAZ-Rezensent des Mohamed-Buches von Hamed Abdel Samad hatte dem Autor vorgeworfen, fälschlich zu behaupten, das arabische Alphabet habe zur Zeit der Niederschrift der Korans nur 15 Buchstaben gehabt. Hamed konterte mit der Wiedergabe eines Gesprächs mit einem Wissenschaftler über die Entwicklung der koranischen Schrift aus der aramäischen über die nabatäische zu den karschunischen, den hidschazischen und kufischen Schriften, um zur Geschichte des Koran zur Zeit des dritten Kalifen ʿUthmān ibn ʿAffān zu gelangen, wie er hier beschreibt:

حلقة اليوم عن تطور الخط القرآنى من الخط الآرامى للخط النبطى للكرشونى للحجازى والكوفى، كما نتكلم عن
قصة جمع القرآن فى زمن عثمان بن عفان

Leichtsinnigerweise tippte ich auf die Facebookübersetzung und erhielt folgenden irren Text:

„Schleife über die Entwicklung der falschen Tag langden falsch, dass ich jetzt schlafen wie ein Risiko für mich achselhöhlenfurz كرشو, جازى und Coffey, wie wir sprechen über eine Sammlung von den Koran zu Ben عفان.“

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Sigmar Salzburg
27.05.2015 12.34
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Es geht um Macht und Geld

Rechtschreibreform in Portugal: “Correto” ist korrekt

“Schifffahrt” mit drei “f”? Ja. Seit 1996, seit der umstrittenen Rechtschreibreform in Deutschland. Vereinfachen sollte sie. Und vereinheitlichen. Doch längst haben Studien gezeigt: Die Fehlerquote in Diktaten und Aufsätzen an allen Schulformen hat sich seither verdoppelt. Die Rechtschreibfreform ein Desaster?

Den Portugiesischsprachigen auf der ganzen Welt droht nun dasselbe, mehr als 220 Millionen Menschen sind davon betroffen. In Portugal gelten seit diesem Mittwoch (13.05.2015) neue Rechtschreibregeln...

Und warum das Ganze?

Es geht um Politik, und es geht um Märkte. Sollte es gelingen, die portugiesische Sprache zu vereinheitlichen, dann würde sie in den Kreis der offiziellen UN-Sprachen aufgenommen. Mit einer einheitlichen Schreibweise könnte das Portugiesische also seine Rolle als bedeutende Weltsprache weiter ausbauen, derzeit ist es bereits die weltweit sechsthäufigst gesprochene Sprache. Und: Portugiesische Verlage verfügen jetzt zwar über den riesigen brasilianischen Markt. Allerdings müssen sie ihre Bücher in der neuen offiziellen Rechtschreibung neu drucken. Ihren brasilianischen Kollegen wiederum stehen ebenfalls neue Märkte zur Verfügung – in ihrer gewohnten Rechtschreibung.

de.euronews.com 14.5.2015

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Sigmar Salzburg
23.03.2015 16.28
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Aus Alexander Demandt:

Der Baum, eine Kulturgeschichte“, S. 109

Die Eiche galt den meisten Griechen als der älteste und vornehmste aller Bäume. Theophrast (XXX 7, 4ff; 8, 2ff) betont, kein anderer Baum besitze so viele Varianten, bringe so viele Dinge hervor wie die Eiche, rechnete man doch auch die Bienen und den Honig zu ihren Erzeugnissen. Kränze aus goldenen Eichenblättern wurden verdienten Bürgern verliehen und Toten beigegeben. Das kostbarste Exemplar lag als Zeichen der königlichen Würde in dem größeren Goldkasten aus dem Herrschergrab in Vergina auf der Asche des Toten, der nicht Philipp II, der Vater Alexanders, sondern dessen Halbbruder Philipp III Arrhidaios war. Ein ähnlicher Eichenlaubkranz stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., er wurde bei Armento in Unteritalien, der Magna Graecia, geborgen und befindet sich in der Münchener Antikensammlungen (Lullies 1982).

Die Eiche ist der Baum schlechthin, ihr griechischer Name drys, abgeleitet aus indogermanisch deru, meinte ursprünglich jeden Baum. Die Wortwurzel bezeichnet die Eigenschaft des Festen; sie steckt auch in dem klassischen Wort für Baum dendron, das mit altindisch dru, altpersisch dauru, gotisch triu, keltisch derva, irisch dair und englisch tree verwandt ist. Im Deutschen lebt sie fort in den Endungen der Baumnamen Rüs-ter und Flie-der; Hei-ster und Gaman-der, Holun-der und Wachol-der, Ligus-ter und Olean-der. Auf dieselbe Wurzel werden lateinisch durus – „hart“ und deutsch „derb“ und „treu“ zurückgeführt, das demgemäß als „kernhart“ oder „verholzt“ verstanden werden kann. Der Wortstamm findet sich in zahlreichen Ortsnamen zwischen Dry-nemeton in Kleinasien und Kil-dare in Irland. Die Eiche von Dodona heißt bei Sophokles auch phēgos, verwandt mit lateinisch fagus und deutsch Buche, eines von mehreren Beispielen dafür, daß Baumbezeichnungen springen können.

Germanisten und Sprachwissenschaftlern ist dies alles natürlich nichts Neues, aber es ist ja auch nur eine halbe Seite aus dem 472 Seiten starken, äußerst reichhaltigen Buch, das selbstverständlich in der bewährten Kulturrechtschreibung gedruckt ist – wie auch alle anderen Werke desselben Autors.

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Sigmar Salzburg
21.02.2015 08.38
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Queen

Versuch einer allgemeinen teutschen Idiotikensammlung 1788
Friedrich Carl Fulda
quine Sächs. junge Kuhe
Ulfil. [got.] Weibsperson

gehört von meiner Tochter an der Nordseeküste:
„Quinnen“, junge Kühe.
Johannes Saß 1956:
„Queen“ junges weibl. Rind, pl. -s

Holthusen (1927) führt an:
queen Königin (ae. cwēn, as. quān, go. qēn-s, ai. janiṣ);
quean Vettel (ae. cwene, go. qino, air. ben, gr. gynē)

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Sigmar Salzburg
10.02.2015 11.53
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Ein wichtiges Problem der Sprachwissenschaft gelöst:

Haben Sprachen eher positiven oder negativen Grundcharakter?

... Bereits 1969 vermuteten Forscher erstmals, dass die menschliche Sprache generell eine Tendenz zum Positiven haben könnte. Bislang blieb dies allerdings weitgehend Spekulation. Nun haben die Forscher um Peter Dodds von der University of Veermont in Burlington handfeste Beweise für diese These geliefert. Für ihre Studie werteten sie systematisch Texte aus zehn Sprachen aus ...

Bei den Analysen kristallisierten sich etwa Zehntausend der am häufigsten verwendeten Begriffe in der jeweiligen Sprache heraus. Diese Wörter legten die Forscher dann rund 1.900 Muttersprachlern zur Beurteilung vor: Sie sollten auf einer Skala von eins bis neun den Begriffen einen Grad der Positivität zuordnen...

Die Auswertungen der Wissenschaftler zeigten: Bei allen 24 Quellen von Wörtern und in allen analysierten Sprachen gab es mehr Begriffe, die über dem neutralen Bereich lagen – mit anderen Worten: Die Stimmung der Sprache ist im Durchschnitt eher positiv geladen... Auch wenn sich Texte beispielsweise mit der Berichterstattung über Unglücke befassen, kann der Wortwert unterm Strich positiv sein.

... Diesen Zusammenhang haben sie für die Entwicklung eines Werkzeugs zur automatischen Analyse von Stimmungen in Texten genutzt. Sie nannten es Hedonometer ...
wissenschaft.de 9.2.2015

Das Ergebnis erinnert an den ontologischen Gottesbeweis: Die Existenz ist etwas Positives, also muß zu „Gottes“ Vollkommenheit auch die Existenz gehören. In der „hedonometrischen“ Sprachwissenschaft genügt anscheinend schon die Existenz eines Wortes, um ihm etwas Positives nachzusagen.

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Sigmar Salzburg
21.01.2015 10.36
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Tonsprachen

Formt Luftfeuchtigkeit die Sprachen der Welt?

Ein bestimmter Typus von Sprache ist in manchen Weltgegenden häufiger als anderswo. Zufall, sagten Linguisten bislang. Keineswegs, entgegnet nun ein Forscherteam.


Einer „feuchten Aussprache“ der ganz besonderen Art ist jetzt ein dreiköpfiges Forscherteam um Caleb Everett von der University of Miami auf der Spur: Seinen Untersuchungen zufolge ist in bestimmten Weltgegenden ein bestimmter Sprachtypus besonders häufig, weil dort eine angenehme Luftfeuchte den Sprechern hilft, die hohen Ausspracheanforderungen dieser Sprachen besser zu meistern. Ein kurioses Ergebnis, das die Forscher allerdings mit statistischen Beobachtungen untermauern können.

In den Blick haben sie konkret so_genannte [kotz!] Tonsprachen genommen, zu denen beispielsweise das Hochchinesische zählt. Diese offenbaren ein für mitteleuropäische Ohren ungewohntes Phänomen: Wörter unterscheiden sich dort mitunter einzig und allein in der Intonationskurve, mit der sie ausgesprochen werden...

Ob sie ... die Kritiker, die sie mit ihrer Veröffentlichung unweigerlich auf den Plan rufen werden, überzeugen können, ist derzeit noch offen. ...

spektrum.de 19.1.2015

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Sigmar Salzburg
09.12.2014 11.10
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Ein Weihnachtsgruß aus Herne auf Chinesisch

[Bild: An der Tafel die Zeichen für „guo“ (Land) – alt: im Quadrat eingegrenzt das Zeichen für Lanze „ge“(altchin. kwa), – reformiert: stattdessen das Zeichen für „yüe“ (Edelstein, kostbar).]
Sie führte in die chinesische Schrift sowie Land und Leute ein: Hua Pan-Witzel. Foto: Rainer Raffalski

Herne. In der Adventszeit bietet die VHS Herne den Kursus „Chinesische Zeichen schreiben“ an. Dabei wurden auch Weihnachtskarten gestaltet...

Bevor es ans Schreiben der Zeichen ging, stand kurz die Geschichte der Schrift auf dem Plan. „Chinesische Zeichen gibt es seit etwa 4000 Jahren“, berichtet Pan-Witzel sichtlich stolz auf die lange Tradition ihrer Heimat, „vereinheitlicht wurden sie vor ca. 2000 Jahren, als China das erste Mal vereinigt war“. Die Zeichen hätten sich aus Zeichnungen entwickelt, was sie am Zeichen für „Sonne“ zeigte: Aus dem Kreis mit einem Punkt in der Mitte entwickelte sich im Laufe der Jahre ein Rechteck mit einem Querstrich. „Die chinesische Schrift ist nicht geschwungen, sondern eckig“, erklärt die Chinesin, die seit 25 Jahren in Deutschland lebt, als ein Teilnehmer sich an den Zeichen versuchte und sie, typisch deutsch, etwas zu geschwungen an die Tafel brachte.

Niemand kennt alle Zeichen

Etwa 30 Grundstriche gibt es im Chinesischen, aus denen sich die etwa 50 000 Zeichen zusammensetzen. Alle beherrsche aber keiner, in der Schule lerne man um die 2000, so Pan-Witzel – und das durch üben, üben, üben. Ein Akademiker beherrsche vielleicht 5000.

Interessant ist auch, dass nicht nur die Deutschen Rechtschreibreformen über sich ergehen lassen mussten, sondern auch die chinesische Regierung der 50er Jahre ihre Zeichen veränderte. „Die Politik wollte unsere Schrift vereinfachen, indem sie bei manchen Zeichen einfach ein paar Striche wegließ“, berichtet Pan-Witzel. „Das galt aber nur für die Volksrepublik China, nicht etwa für Taiwan. Dort schreibt man immer noch traditionell.“

In der Schreibkunst sind es noch immer die traditionellen Zeichen, die genutzt werden. „In China ist ein Bild eines schön geschriebenen Schriftzeichens so teuer wie hier ein Monet oder Picasso“, sagt die Expertin.
...

derwesten.de 8.12.2014

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Sigmar Salzburg
09.12.2014 07.15
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Erdogans Bildungspolitik:

Zurück ins Osmanische Reich

Schüler sollen Osmanisch lernen, die Vorgängersprache des modernen Türkisch – ohne lateinische Buchstaben.

Rückbesinnung auf alte Größe und alte Werte – das ist der Kurs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Schüler in der Türkei sollen künftig wissen, wie groß und mächtig das Osmanische Reich einmal war. Dazu sollen sie erst einmal wieder das osmanische Türkisch lernen, das einst gesprochen und mit arabischen Schriftzeichen geschrieben wurde.
spiegel.de 8.12.2014

Da die Türken durch Atatürks Sprach- und Schreibreform von ihrer Geschichte abgeschnitten wurden, ist das zunächst einmal grundsätzlich richtig. Der Wunsch nach alter Größe scheitert aber daran, daß die arabischen Staaten Nordafrikas bis zum Iraq gewiß nicht wieder türkische Vasallen werden wollen. Dann würde sich anbieten, irgendwann die wachsend türkisch besiedelten Gebiete in Deutschland und Umgebung einzugemeinden. Die Assimilierung hat Erdogan dort ja schon vor längerer Zeit verboten...

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Sigmar Salzburg
17.09.2014 03.00
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Mit dem FOXP2 lernt maus besser

Menschliches Sprach-Gen lässt Mäuse schneller lernen
Das Gen FOXP2 steht im Verdacht, eine wesentliche Rolle bei der menschlichen Sprachfähigkeit zu spielen. Versuche an Mäusen stärken diese These.


Mäuse, die die menschliche Version des Gens FOXP2 tragen, lernen schneller als Wildtyp-Mäuse. Das Genprodukt Foxp2 ist ein Transkriptionsfaktor, der im Gehirn von Säugetieren aktiv ist und beim Menschen eine wesentliche Rolle bei der Sprachentwicklung spielt. Ein Team um Christiane Schreiweis vom MPI für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Verhalten von Mäusen untersucht, die das menschliche FOXP2-Gen tragen – dabei erwiesen sich die genetisch veränderten Tiere in den Versuchen mit Labyrinthen als wesentlich lernfähiger.

Lediglich in zwei Positionen unterscheidet sich das Menschen-Gen vom Mäuse-Gen, doch das scheint einen Unterschied zu machen. Bekannt war bereits, dass in den veränderten Mäusen die Neuronen längere Dendriten haben. In der aktuellen Studie zeigte sich, dass sich auch ihre Funktionsweise verändert hat – sie bleiben nach längerer Aktivierung eine Weile inaktiv, ein wesentlicher neuronaler Lernmechanismus. All das hat, wie die Labyrinth-Experimente zeigen, Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten. Die Forscherinnen [und Forscher?¹] kommen deswegen zu dem Schluss, dass die Veränderung beim menschlichen FOXP2-Gen dazu dienen könnte, die mentale Verbindung zwischen Wort und Bedeutung schneller zu festigen – eine wesentliche Voraussetzung für Sprache.
spektrum.de 16.9.2014

¹) Nicht wenige! Die neue, irritierende Marotte der politisch korrekten Wissenschaft.

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Sigmar Salzburg
20.08.2014 13.40
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Tierisch komplexe Grammatik

Sprachen von Tieren sind der menschlichen Sprache ähnlicher in ihrer Struktur als vermutet

Weniger Zufall, mehr Grammatik: Tierische Sprachen ähneln der menschlichen offenbar mehr als bisher angenommen...

Ob singende Wale, pfeifende Murmeltiere oder zwitschernde Vögel: Viele Tiere produzieren komplexe Laute, um zu kommunizieren. Bei vielen Arten deuten die geäußerten Laute sprach-ähnliche Strukturen an. Dennoch ist es für Wissenschaftler schwierig, diese Tiersprachen zu enträtseln oder auch nur deren Struktur zu definieren. Gängigen Annahmen nach folgt die Struktur tierischer Sprache dem statistischen Markov-Prozess: Dabei hängt ein bestimmtes sprachliches Element, ein spezifischer Laut also, lediglich von einer relativ begrenzten Anzahl vorheriger Elemente ab. Die entstehende Lautfolge, eine Markov-Kette, basiert daher noch zum großen Teil auf der zufälligen Abfolge einzelner Laute.

Ganz anders erscheinen dagegen die menschlichen Sprachen: Deren Abfolgen von Lauten sind von deutlich strikteren grammatischen Regeln geprägt. Wissenschaftler sprechen von „Kontext-freier Grammatik“, deren Regeln unabhängig vom Inhalt des Gesagten greifen. Die Sprache ist dadurch viel komplexer, weniger zufällig und wesentlich ausdrucksstärker als durch den Markov-Prozess.

Dieser sprachliche Unterschied galt lange als entscheidender Unterschied zwischen Mensch und Tier...

Wie sich jetzt zeigt, folgt offenbar eine ganze Reihe tierischer Lautäußerungen wesentlich komplizierteren Modellen als dem Markov-Prozess. Die Lautfolgen von so unterschiedlichen Tieren wie Meisen, Finken, Fledermäusen, Orang-Utans, Orcas Grindwalen und Klippschliefern haben Forscher um Arik Kershenbaum vom National Institute for Mathematical and Biological Synthesis im US-Bundesstaat Tennessee überprüft.

Mit mathematischen Analysen bestätigten sie zum ersten Mal, dass der Markov-Prozess allein als statistische Grundlage von Tiersprachen nicht ausreicht. Damit rückten die tierischen Sprachen ein großes Stück näher an die menschliche Sprachstruktur heran...

scinexx.de 20.8.2014

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