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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Helden der Rechtschreibung
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Sigmar Salzburg
19.06.2022 14.04
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Ein stiller Held

Wir alle kannten seine Texte und Analysen, die er seit 1995 von seiner Uni Marburg aus über die Rechtschreib„reform“ verbreitete – obwohl sie hier im Forum kaum zitiert wurden:

Wolfgang Näser, Dr.
Geb. 1943, Wissenschaftlicher Angestellter seit 1971, Marburg, Deutschland
Sprachwissenschaft – DaF (Fachgebiet) – SWS – DaF (Lehrgebiet)
ForschungsInstitut für deutsche Sprache – Deutscher Sprachatlas im FB der Philipps-Univ. Marburg
Dann führte sein Link plötzlich ins Nichts:
http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/gfds-rec.htm
Nun habe ich ihn ganz unerwartet wiederentdeckt:
Imad Karim 18. Juni 2022
Wäre der Selbsthass in diesem Land ein Atomreaktor, Kohlenkraftwerk oder sogar ein landschaftsverunstaltendes, von den Grünen aufgestelltes Windrad, wäre dieses Deutschland mindestens für fünfhundert Jahren energieautark! ...

Wolfgang Näser
Gut, daß wir noch Freunde wie Dich haben. Alles Gute und herzliche Grüße!

Imad Karim
Wolfgang Näser Herzliche und ein wenig müde Grüße zurück, lieber Wolfgang
Nun wird auch der Grund des Verschwindens klar;
Dem Marburger Hochschul-Rechenzentrum danke ich für die großzügige Bereitstellung seiner Ressourcen in den Jahren 1996 bis 2018. Nach Stillegung der privaten Uni-Websites am 29.10.2018 habe ich http://www.lima-city.de zu danken für die Unterbringung meiner Daten in diesem Webspace.

https://wolfgang-naeser-marburg.lima-city.de/
Und wir erfahren:
Der Reformunfug war nur ein ganz kleiner Teil seiner umfangreichen Interessengebiete. Vor allem gehört auch die klassische Kultur und Musik dazu.

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Detlef Lindenthal
06.06.2022 09.56
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Sprachschlampen

Hier habe ich noch einige Wörter, an denen die Genderschlampen (m/w/d) sich übungsweise abplagen können:
der Gast, der Mensch, der Hubschrauber, der Hosenträger, der Bagger (und sowieso allerlei Werkzeuge: Spaten, Schraubendreher, Hammer usw.; die Forke, Harke, Leiter – so richtig ausgleichend-„gerecht“ erscheint mir das alles gar nicht.
Wirtschaft, Gastwirtschaft, Landwirtschaft enthalten den Wirt, von einer Wirtin ist deutlicherweise nicht die Rede;
in demokratisch und Demokratie ist der Demokrat enthalten.
Und wie ist das hier: künstlerisches Werk, dichterische Sprache, ärztlicher Rat, richterliche Entscheidung, anwaltliche Vertretung?
Freundlich und feindlich gehen auch nicht mehr.

Wie machen wir das mit Zimmermann, Zimmerfrau und Zimmermädchen??
Für das Mitglied wurde ja bereits die Mitgliedin vorgeschlagen. Hm.

Und beinahe hätte ich die/den Bürgerinnen-und-Bürger-Meisterinnen und/oder -Meister vergessen. Anspruchsvoll wird es, wenn der Begriff Bürgermeisterkandidat so ausgedrückt werden soll, daß er gender- und genderinnengerecht ist, vermutlich dann so:
die/der Bürgerinnen-und-Bürger-Meisterinnen- oder -Meister-Kandidatin oder -Kandidat.

Sprachfaschistisch finde ich es, wenn die Sprachencontrollettos und -controllettinas an etlichen Unis einen ganzen Punkt Abzug geben (besser wohl: nehmen), wenn in einer Abschlußarbeit das nicht alles mit ... und -innen oder ...Innen oder * oder : oder _ oder X oder (m/w/d) gender- und genderinnengerecht ausgedrückt wird.
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
06.06.2022 05.37
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Damaris Nübling ...

... Linguistik-Professorin in Mainz, IDS-Mitglied etc., aktuelles Buch „Genderlinguistik“, beobachtet seit langem die geschlechtsangleichende Entwicklung der germanischen Sprachen. Sie kämpft mit Luise Pusch für die künstliche Gendersprache und mit Hennig Lobin gegen deren „produzierte“ Ablehnung im Volk.

In einer früheren Arbeit stellte sie positiv fest, daß das Deutsche mit dem femininen Plural „die“ schon früh Fortschritte gemacht habe. Dennoch reicht dies offensichtlich nicht aus, um auf die Gender-Doppelnennungen und die Innen-Schreibung zu verzichten. Für das Schwedische bemerkt sie erfreut:

Im Zuge der Sexusneutralisierung findet jedoch insgesamt ein starker Abbau der beiden schwedischen Movierungssuffixe -ska und -inna statt, die übrigend nicht skandinavischer Herkunft sind, sondern während der Hansezeit aus dem Mittelniederdeutschen entlehnt wurden....

Wie im Englischen und im Deutschen existiert auch im Schwedischen kein sexusneutrales Pronomen. Ist das biologische Geschlecht unbekannt oder irrelevant, verwendet man zunehmend die pronominale Paarform han eller hon ›er oder sie‹, um keiner einseitigen Lesart Vorschub zu leisten.
Die schwedischen Bemühungen, schon Kleinkinder im Kinderhort von „han“ und „hon“ (er, sie) auf das künstlich erfundene „hen“ für beide Geschlechter umzudressieren, erwähnt sie nicht. Für das Deutsche behauptet sie:
Dagegen verfolgt das Deutsche mit seinem Drei-Genus-System zunehmend die Beidnennung (Paarform, Splitting, movierte Form mit Binnenmajuskel), da sich das sog. Generische Maskulinum, wie mittlerweile durch psycholinguistische Untersuchungen belegt, als funktionstuntüchtig erwiesen hat, indem es faktisch ungleich häufiger ausschließlich auf Männer als auf Frauen und Männer referiert (hierzu siehe den Beitrag von Claudis Schmidt in diesem Band). Beispiele hierfür sind zahlreich belegt (siehe z.B. Pusch 1984, 27 ff.)...
Darauf wendet sie sich dem Isländischen zu und erkennt noch größere Hürden für eine Geschlechtsangleichung:
Wie das Deutsche hat das Isländische das alte Drei-Genus-System voll erhalten, doch nicht nur, wie im Deutschen, im Singular, sondern auch im Plural (siehe auch Corbbett 1991, Braunmüller 1999)

Nuebling_2002a.pdf – [„fett“ durch RS.com]
Da ist wohl noch viel Bekehrungsarbeit an den Isländern nötig, um deren Stolz auf ihre schöne, seit tausend Jahren nur geringfügig veränderte Sprache zu brechen und sie dem neuen Gendersprech anzupassen.

Auf Frau Nübling beziehen sich auch junge Nachwuchs-Genderer:innen, die wie am CERN Elementarteilchen, nun gendergerechte Sprachfetzen auf (ausgesuchte?) Sprachnutzer- und VerhunzerInnen schießen, um deren Wirkung im Sinne der Sexneutralisierung zu erfassen. Diese „wissenschaftlichen“ Daten könnten dann die Grundlage für eine allgemeinverbindliche Genderung des Deutschen abgeben.

Der muttersprachliche Isländer Daniel Scholten hatte schon 2018 zum „Nüblinging“ Stellung bezogen.

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Sigmar Salzburg
01.07.2021 06.29
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Anatol Stefanowitsch

Der Anglist Prof. Stefanowitsch gendert, bis der Arzt kommt. Auch am Baerbockmist muß er sein Beinchen heben. Dabei unterschlägt er das Genitiv-s so, daß der Text noch unverständlicher und unaussprechlicher wird:

Anatol Stefanowitsch@astefanowitsch

Ehrlicher wäre es, über die Textsorte „Populärwissenschaftliches Buch eines*einer Politiker*in, verfasst mit Hilfe eines*einer (offen benannten!) Ghostwriter*in“ zu sprechen. Diese Textsorte ist eine Plage, niemand braucht diese Bücher, und niemand sollte sie schreiben (müssen).

4:26 nachm. · 29. Juni 2021·Twitter Web App
Stefanowitschs bei uns schon länger verfolgte Zeitgeistanpassung hat ihn erfolgreich von Bremen über Hamburg bis in die Höhen des Berliner Geisterreichs geführt – arm aber sexy.

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Norbert Lindenthal
08.06.2020 20.09
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Re: Re: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Rechtschreibungsfreakin
Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Bernd Zielke

Standarddeutsche Synonyme sind etwa die Adjektive/Adverbien: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich …

Mehr: http://www.woerterbuch.info/?query=ausgezeichnet&s=thesaurus&l=it

Duden weiß alles:-)

Wie es heißt, schreibt Wörterbuch.info besser: außergewöhnlich. Und der Duden vermutlich ebenso. ;-)

Ja, die Rechtschreibung hatte bis zum politischen und medialen Angriff doch einiges an Ruhe, Richtigkeit und Einheitlichkeit, die gelernt werden konnte. Nach dem Sturz des Volksentscheids durch alle schleswig-holsteinischen Parteien 1999 kommt deutlich Unruhe auf. Unicode kann alle europäischen Sonderzeichen, die russischen und auch die chinesischen sehr vielen Bildzeichen. Weil die Textstellen mit s, S, st, sch, Schluß-s usw. so sehr häufig und vielfältig in ganz unterschiedlichen Funktionen vorkommen, bin ich sehr dafür, den Unicode-Platz für das ß gebührend zu nutzen. Handschriftlich und digital ist das einfacher denn je. :-) Und danke an alle Büchermacher, die heute immer noch für ruhig ordentlich gesetzte Texte ihr Können einbringen und den erprobten Anteil Textruhe mitbringen.
__________________
Norbert Lindenthal

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Rechtschreibungsfreakin
07.06.2020 15.29
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Re: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Bernd Zielke
.

Ist etwas nun 'Spitze' oder 'spitze'?

Die Frage führt ins Leere, weil Umgangssprachen nicht standardisiert sind; das heisst, es gibt hier nicht ein 'Richtig' oder ein 'Falsch'.

Standarddeutsche Synonyme sind etwa die Adjektive/Adverbien: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

Mehr:
http://www.woerterbuch.info/?query=ausgezeichnet&s=thesaurus&l=it

.


Duden weiß alles:-)

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Sigmar Salzburg
16.01.2020 07.59
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Einer der „Helden“ des Reform-Widerstandes

Theodor Ickler erwähnt bei sprachforschung.org am 13.01.2020 Prof. em. Thomas Anz:

Reich-Ranicki lehnte die Rechtschreibreform ab, sein Nachlaßverwalter Thomas Anz stellte „Meine Geschichte der deutschen Literatur“ (3. Aufl. München, DVA [Random House] 2014) trotzdem um. „Die Fassungen aus den Druckvorlagen wurden, mit Ausnahme von Zitaten, gegenwärtig geltenden Regeln der Rechtschreibung angeglichen.“ (S. 556) Also: Er warb um sie aufs Leidenschaftlichste, ohne je zu vergessen, sie aufs Nachdrücklichste zu warnen. (S. 274) Ein Jahr zuvor war das sinnvollerweise noch klein geschrieben. Thomas Anz, zeitweise Vorsitzender des Germanistenverbandes, ist ein exemplarischer Fall. Er hatte auch die Erklärung der Professoren gegen die Rechtschreibreform unterschrieben. Seine eigenen Bücher erscheinen z. B. bei C. H. Beck unreformiert...
Rot durch mich. Wenn Bertelsmann & Co. befehlen, dann müssen selbstredend alle folgen. In meinem Schreiben an die bislang „reformmäßig“ dummdreisteste Ministerpräsidentin eines deutschen Bundeslandes hatte ich die Gegnerschaft Reich-Ranickis ebenfalls erwähnt.

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Bernd Zielke
08.07.2010 07.55
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aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

.

Ist etwas nun 'Spitze' oder 'spitze'?

Die Frage führt ins Leere, weil Umgangssprachen nicht standardisiert sind; das heisst, es gibt hier nicht ein 'Richtig' oder ein 'Falsch'.

Standarddeutsche Synonyme sind etwa die Adjektive/Adverbien: aussergewöhnlich, ausgezeichnet, hervorragend, vortrefflich ...

Mehr:
http://www.woerterbuch.info/?query=ausgezeichnet&s=thesaurus&l=it

.

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Theodor Ickler
23.11.2004 09.26
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Spitze Anwohner

So sind die Thüringer mit über 35 Patentanmeldungen auf 100.000 Anwohner (?) spitze im ostdeutschen Vergleich.
(Anzeige des Landes Thüringen in der FAZ vom 22.11.04)

Das amtl. Wvz. kennt nur das ist Spitze.

Spitze, die; –, -n; jmd. oder etw. ist Spitze, das finde ich Spitze (ugs.); vgl. spitze (Duden 2004)
spitze (ugs. für hervorragend); ein spitze Auto; er hat spitze gespielt; vgl. Spitze (Duden 2004)

Widersprüchliches dazu im Universalwörterbuch:

spitze [zu Spitze (5 b)] (ugs.): großartig, hervorragend u. deshalb Begeisterung, begeisterte Bewunderung o. Ä. hervorrufend, erstklassig: ein s. Film; ihre Leistung ist einfach s.; er kann s. kochen; ja, s. hast du das gemacht! (Duden – Deutsches Universalwörterbuch 2001)
Spitze, die (...)
5 b) (ugs.) höchste Güte, Qualität (in Bezug auf besonders hervorragende, Begeisterung od. Bewunderung hervorrufende Leistungen): die Musik, die Mannschaft ist [absolute, einsame] S.; im Telefonieren sind wir S.; ich finde es S., dass du kommst. (Duden – Deutsches Universalwörterbuch 2001)


Spitze f.11; das ist Spitze (Bertelsmann: Die dt. Rechtschreibung 2001)

Seltam auch, daß alle anderen Bundesländer Einwohner haben, nur Thüringen hat Anwohner. Oder sollten tatsächlich die Nachbarn Thüringens gemeint sein?









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Th. Ickler

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Theodor Ickler
23.11.2004 09.20
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Bund Naturschutz

IGEL (Zs. der Jugendorganisation Bund Naturschutz) 3/2004:
„Keine Ahnung.“, gebe ich unumwunden zu. (...) Dort oben ist eine Spechthöhle, in der sich auch schon ein Kauz niedergelassen hat.“, meint der Förster.

Das ist eine verzwickte Übergeneralisierung der neuen Zeichensetzung. Wenn der Punkt ein „Satzschlußzeichen“ nach Aussagen wäre, müßte man diese Schreibweise in der Tat erwarten. Wie schon im alten Duden wird der Wegfall des Punktes als Ausnahme gelehrt. In meinen Regeln und anderswo habe ich gezeigt, daß das ein Mißverständnis ist. Dadurch vereinfacht sich dieses Kapitel der Zeichensetzung, während die Neuregelung es noch schwieriger gemacht hat.

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Th. Ickler

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Ulrich Morgenstern
21.11.2004 10.52
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Fisch gross gebraten?

Seit Wochen läuft bei uns der amerikanische Animationsfilm „Shark Tale“ unter der Bezeichnung „Grosse Haie – Kleine Fische“.
Wann hat es das schon einmal gegeben, daß in Filmtiteln Rechtschreibfehler unbemerkt bleiben? Wenn man überlegt, welche Heerscharen von Werbe- und PR-Fachleuten normalerweise an einem solchen Filmplakat mitarbeiten, bevor es hunderttausendfach gedruckt wird ...
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Ulrich Morgenstern

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Fritz Koch
08.11.2004 19.59
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"Die kritische Intelligenz" wird jetzt als Staatsfeind

betrachtet, jedenfalls von Herrn Müntefering. In ihr entsteht eine „Neue Klasse“, die der unabhängigen Denker, die sich auch noch auf Artikel 5 des Grundgesetzes, die Meinungsfreiheit, berufen. In allen totalitären Staaten in West und Ost ist die „Intelligenzija“, die Gruppe der freien Schriftsteller, der Staatsfeind Nummer eins, weil sie sich der Staatsmacht nicht untertänig unterwirft.

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Heinz Erich Stiene
08.11.2004 11.08
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Haßtiraden gegen geistige Größen

„Coffinhals Bemerkung über Lavoisier, als er ihn zum Schafott führte, 'la République n'a pas besoin de savants', ist die Devise aller Bildungsrevolutionäre geblieben.“ (Johannes Gross, Notizbuch, Stuttgart 1985, S. 261)
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Heinz Erich Stiene

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Karin Pfeiffer-Stolz
08.11.2004 06.43
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Begleitschaden

Liebe Frau Morin, ich befürchte, daß die Reformer dieses zwar nicht wissentlich angestrebt hatten, es jedoch als Begleitschaden einkalkulierten: Wir wissen ja, es gibt keinen Vorteil ohne Nachteil. Die Reformer waren, zumindest sehe ich es persönlich so, getrieben von einem krankhaften Wahn, sich gegen das „Establishment“ wehren zu müssen, unter dessen Forderungen sie als Kinder und Jugendliche anscheinend gelitten hatten. Das ist ihnen geglückt, vorläufig. Die Haßtiraden gegen Schriftsteller und andere geistige Größen zeigen ja unverhüllt, wem diese Aktion in Wahrheit gegolten hat. Inhaltlich hat man sich darauf konzentriert, Begriffe zu verstümmeln und zu verändern, die eher zum Wortschatz von gebildeten Erwachsenen gehören, nicht von Kindern. Verwirrung also war zu stiften im gesamten Sprachgebäude, unter allen Sprachbenutzern, vorrangig unter jenen, denen Sprache wichtig ist und die gut damit umgehen können. Eine Art Spitzbubenstreich und späte Rache von ehemals sich gedemütigt fühlenden Rebellen.

Wer oder was dabei auf der Strecke bleiben würde, war in diesem Zusammenhang nebensächlich und wurde m.E. auch bewußt in Kauf genommen. Waren die Schüler doch nur Vorwand, und ihre Instrumentalisierung nichts als ein strategischer Winkelzug. In Wahrheit interessierte sich keiner der Reformer für das Wohl der nachfolgenden Generation. Ich will meiner vorsichtigen Hoffnung Ausdruck verleihen: Die von Ihnen, liebe Frau Morin, zitierten negativen Folgen der Reform werden als Kontur aus dem Nebel auftauchen und damit erst dann bewußt wahrgenommen, sobald sich der Pulverdampf des „Rechtschreibklassenkampfes“ verzogen haben wird.
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Karin Pfeiffer-Stolz

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Ursula Morin
07.11.2004 23.46
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Das Machtinstrument

Erklärtes Ziel der Reformer war es ja, die Rechtschreibung als „Herrschaftsinstrument der Bildungsbürger“ deren Händen zu entreißen. Das scheint geglückt zu sein.

Eine traurige Nebenwirkung dieses Vorgangs ist es, daß man nunmehr in Deutschland das Bildungsniveau in weit größerem Umfang als zuvor an der Rechtschreibung erkennen kann. Bald wird man es wohl auch an der Aussprache erkennen, dann haben wir endlich englische Zustände. Neulich habe ich bei John le Carré gelesen „we Englishmen are branded by our tongue“ ....

Aber war es wirklich das, was die Reformer gewollt haben?

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