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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
01.08.2018 19.32
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

SHEV] RECHTSCHREIBREFORM wird 20 Jahre „alt“ – Ein Rückblick und mehr... // Matthias Dräger aus Lübeck erzielte einen einzigartigen Erfolg ...

Trotz der Rechtschreibreform haben viele Schülerinnen und Schüler mit der Orthografie jedoch Schwierigkeiten. Bundesweit erreichen 22 Prozent der Viertklässler im Schultest nicht den Mindeststandard, wie aus dem IQB-Bildungstrend hervorgeht, in Berlin sind es sogar ein Drittel. Unter den Neuntklässlern verfehlen bundesweit 14 Prozent den Mindeststandard.

Stand: 31.07.2018 14:45 Uhr – Lesezeit: ca.3 Min.

20 Jahre Rechtschreibreform

von Hauke Bülow

„Die neue deutsche Rechtschreibung“ – so wird sie immer noch genannt, dabei ist sie gar nicht mehr so neu. Am 1. August vor 20 Jahren wurde die Reform verbindlich eingeführt – und das unter großem Protest vieler Kulturschaffender.

Man darf auch „Portmonee“ statt „Portemonnaie“ schreiben, man muss „Flussschifffahrt“ mit drei „S“ und drei „F“ in der Mitte – und auch die Orthografie schreibt sich seit 1998 ohne „PH“. Gegen diese Neuregelungen der deutschen Rechtschreibung hat Marcel Reich-Ranicki gerne und oft gewettert: „Weil sie im Großen und Ganzen dämlich ist. Nicht alles, was die neue Reform will, ist falsch oder schlecht. Aber doch vieles“, sagte er einmal.

Kritik an hohen Kosten und Aufwand

Er forderte vehement den Stopp der Rechtschreibreform: der Schriftsteller Günter Grass.

Mit dieser Meinung steht der vor fünf Jahren verstorbene Literaturkritiker nicht alleine da. In der sogenannten Frankfurter Erklärung von 1996 forderten Literaten wie Günter Grass oder Siegfried Lenz sowie zahlreiche Verleger, Wissenschaftler und Kulturschaffende, die Einführung der Rechtschreibreform zu stoppen. Sie kritisierten damals unter anderem, dass die Reform Millionen von Arbeitsstunden und mehrere Milliarden D-Mark kosten würde. Sie dürfe nicht dazu führen, dass alle Schulbücher, Lexika und auch literarische Bücher neu gedruckt und zugleich alte verramscht und entsorgt werden müssten.

Mühsam Erlerntes aufgeben

Jörg-Philipp Thomsa, der Leiter des Lübecker Günter Grass-Hauses, kennt die Gründe für Grass' vehemente Ablehnung: „Man darf nicht vergessen, dass Günter Grass kriegsbedingt die Schule frühzeitig verlassen musste und keine akademische Ausbildung erhielt und sich mühsam – wie er selber sagte – die Rechtschreibung überhaupt aneignen musste. Er hatte einerseits keine Lust, sich im hohen Alter noch mal umzugewöhnen und wollte sich nicht einengen lassen durch irgendwelche Regeln und Konventionen.“

„Macht doch, was ihr wollt!“

Heute, 20 Jahre nach der Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung, erscheinen noch immer sämtliche Werke von Günter Grass in der alten Schreibweise. Auch der Verleger und Anführer der Protestbewegung gegen die Reform, Matthias Dräger aus Lübeck, setzt in seinem Reichl-Verlag weiter auf die klassische Rechtschreibung. „Die herkömmliche Orthografie ist die beste Orthografie, die wir je in Europa gehabt haben“, ist er überzeugt. „Das Einzige, was man mit der Rechtschreibreform erreicht hat: Ein geordneter Rechtschreibunterricht ist praktisch in der Schule heute nicht mehr möglich. Das hätte man auch einfacher haben können. Man hätte auch sagen können: Macht doch, was ihr wollt!“

Volksabstimmung in Schleswig-Holstein

Dräger war es, der vor 20 Jahren mit der Initiative „Wir gegen die Rechtschreibreform“ einen bundesweit einmaligen Erfolg feiert. Denn obwohl das Bundesverfassungsgericht die Reform im Juli 1998 für rechtens erklärt hatte, musste sie in Schleswig-Holstein kurz nach der Einführung im August schon Ende September wieder zurückgenommen werden. Per Volksabstimmung sprachen sich die Schleswig-Holsteiner mehrheitlich für die Wiedereinführung der alten Rechtschreibung aus.

„Untergang des Abendlandes“

Für Gisela Böhrk (SPD) bedeutet die Volksabstimmung zur Rechtschreibreform das Ende ihres Amtes als Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.


Für die damalige Landesbildungsministerin Gisela Böhrk (SPD) war das eine historische Niederlage: „Es hatte irgendwie etwas von Kulturkampf, als wenn der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorstünde, wurde dann die alte Schreibweise verteidigt“, erinnert sie sich. Gisela Böhrk stolpert über das Ergebnis der Volksabstimmung: Sie muss als Verfechterin der neuen Rechtschreibung ihr Amt in der Kieler Landesregierung räumen. Noch heute plädiert sie dafür, „dass da ein bisschen mehr Toleranz gewahrt wird und ein bisschen mehr darauf geguckt wird, was gesprochen wird und nicht, wie es geschrieben wird. Also auf Inhalte zu achten statt auf Formalien.“

Nur knapp ein Jahr nach ihrem Abgang aus der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung hebt der Kieler Landtag das Volksgesetz zur Rechtschreibung wieder auf – seitdem gilt im gesamten deutschsprachigen Raum die „neue deutsche Rechtschreibung“.


https://www.ndr.de/kultur/20-Jahre-Rechtschreibreform,rechtschreibung212.html

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9
24306 Plön am See

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Kevin Kraus
24.07.2018 05.07
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] INTEGRATION? – Christlich-muslimische Kita in Gifhorn soll Leuchtturmprojekt mit bundesweiter Strahlkraft werden

23.7.18

Christlich-muslimische Kita in Gifhorn vor dem Start

Das Essen in der Zwei-Religionen-Kita ist halal


Stand: 13:45 Uhr | Lesedauer: 3 Minuten
Linda Minkus (r.), Leiterin der Kita, richtet mit ihrer Mitarbeiterin die Räume der Kita ein
Quelle: dpa/Peter Steffen

Religiöse Begegnung schon für Kleinkinder: Im August eröffnet mit einer Zwei-Religionen-Kita im niedersächsischen Gifhorn eine laut Initiatoren bundesweit einmalige Einrichtung. Der Start ist aber nicht ohne Schwierigkeiten.

Die kleinen Bettchen sind schon aufgebaut, Maler bringen noch etwas Farbe an die Wand. Im niedersächsischen Gifhorn laufen die letzten Vorbereitungen für einen besonderen Ort: Im August eröffnet dort eine Zwei-Religionen-Kita, in der Kinder christlichen und muslimischen Glaubens gemeinsam betreut werden. Die Initiatoren sprechen von einer bundesweit einmaligen Einrichtung. Am Donnerstag wird Eröffnung gefeiert.

„Die 15 Plätze sind vergeben“, sagt die Sprecherin des Projekts, Ingetraut Steffenhagen. Muslime, Christen und Kinder ohne Konfession werden ihren Angaben zufolge unter den Ein- bis Fünfjährigen etwa gleich stark vertreten sein. „Abrahams Kinder“ heißt die Kita, die einen Ort für die Kleinen aus unterschiedlichen religiösen Herkunftsfamilien schaffen soll, an dem sie ihre eigene und andere Religionen kennen und verstehen lernen.

Die Zielsetzung und Arbeitsweise haben die muslimische Ditib-Moschee in Gifhorn, die katholische St. Altfrid-Gemeinde und die evangelische Dachstiftung Diakonie in einer Kooperationsvereinbarung beschrieben.

Eröffnung christlich-muslimischer Kindergarten

Eine jüdische Gemeinde, die die Organisatoren gern einbezogen hätten, gebe es in Gifhorn nicht. Ob die kleine Gruppe zusammen betet oder gemeinsam Gottesdienste feiert, entscheiden die Erzieher. Sie werden sich laut Steffenhagen aber auf jeden Fall damit beschäftigen, warum die einen Weihnachten, Ostern oder Ramadan feiern – und die anderen eben nicht.

Das Essen ist halal

Das Essen soll halalzertifiziert sein, also auch den Speisevorschriften des Islam folgen.

Die Idee entstand den Angaben zufolge in der Moscheegemeinde, die aber Schwierigkeiten hatte, aus eigener Kraft eine Kita zu errichten und zu betreiben.
Von Pastoralreferent Martin Wrasmann sei dann das Angebot für eine interreligiöse Kita mit einem Vorbild aus Osnabrück gekommen.

Die Kita soll am 26. Juli eröffnen

Dort gibt es bereits seit mehreren Jahren eine Drei-Religionen-Schule und eine jüdisch-christliche Kindertagesstätte. „Mit beiden Einrichtungen machen wir sehr gute Erfahrungen“, sagt Kai Mennigmann vom Bistum Osnabrück. Das Wachstum und der Zuspruch seien Belege dafür.

Ähnlichen Erfolg wünschen sich auch die Initiatoren im beschaulichen Gifhorn, die ihre Kita zu einem Leuchtturmprojekt mit bundesweiter Strahlkraft entwickeln wollen. In Berlin-Moabit hat allein der Plan für eine Drei-Religionen-Kita für Christen, Juden und Muslime ein bundesweites Medienecho ausgelöst. Sie soll aber erst 2021 eröffnen.

„Eine Kindertagesstätte ist grundsätzlich unpolitisch“

„Wir wollen eine Atmosphäre schaffen, in der sich Kinder verschiedenen Glaubens mit gegenseitiger Anerkennung begegnen und voneinander lernen können“, sagt die Leiterin der Kita in Gifhorn, Linda Minkus. Auch das Erzieherteam soll sich aus Mitarbeitern muslimischen und christlichen Glaubens zusammensetzen. Für eine dritte Stelle wird derzeit noch jemand gesucht. „Wie in fast allen sozialen Berufen ist es ausgesprochen schwierig, offene Stellen zu besetzen“, berichtet Projektsprecherin Steffenhagen.

Sie räumt auch ein, dass das Interesse anfangs verhalten war. Ein denkbarer Grund: Ihrer Meinung nach könnten Eltern zunächst Scheu gehabt haben, ihre Kinder in eine so exponierte Einrichtung zu geben. Von der AfD in Gifhorn wurde das Projekt wegen der wenigen Anmeldungen bereits vor der Eröffnung als gescheitert bezeichnet. Diese Kritik weist Steffenhagen als „übliche Abwehr gegen islamische Migration in den einschlägigen Kreisen“ zurück.

Den Zentralrat der Muslime in Deutschland stört die Politisierung des Themas. „Eine Kindertagesstätte ist grundsätzlich unpolitisch“, meint der Vorsitzende Aiman Mazyek. Der frühe Austausch sei besonders in Zeiten wichtig, in denen Populisten das Trennende betonen. Für Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich (CDU) kann Verständnis und Toleranz nur gelingen, wenn es Möglichkeiten der Begegnung gibt. Diese Möglichkeit gibt es nun in seiner Stadt bald auch für die ganz Kleinen.

https://www.welt.de/vermischtes/article179804666/Christlich-muslimische-Kita-in-Gifhorn-vor-dem-Start.html

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
23.07.2018 11.23
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] GEWALT an Schulen nimmt wieder zu – besonders in Berlin

Zehn Bundesländer betroffen
Gewalt an Schulen nimmt wieder zu – besonders in Berlin
Sonntag, 22.07.2018, 11:52

Die Kriminalität an Schulen in Deutschland hat laut einem Bericht in den vergangenen Jahren in zehn Bundesländern wieder zugenommen. Das geht aus den Lagebildern der Landeskriminalämter zum Tatort Schule hervor, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Die Steigerungsraten pendeln demnach zwischen 3 Prozent in Nordrhein-Westfalen, 14 Prozent in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, 32 Prozent in Niedersachsen und 114 Prozent im Saarland. Während die Schulkriminalität bis 2013 zurückgegangen war, sei jetzt in zehn Bundesländern eine Trendwende zu beobachten, hieß es.

„Schwere körperliche Gewalt“ in Berlin

Noch deutlicher werde diese Trendwende in den polizeilichen Lagebildern zu körperlicher und verbaler Gewalt in der Schule, so die Zeitung weiter. Hier registrierten alle Bundesländer ab 2013 oder später einen drastischen Anstieg von Gewalt, am deutlichsten bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen: 10 Prozent in Nordrhein-Westfalen, 19 Prozent in Bayern, 21 Prozent in Hessen, 24 Prozent in Rheinland-Pfalz, 39 Prozent in Sachsen-Anhalt, 40 Prozent in Brandenburg, 41 Prozent in Baden-Württemberg und 60 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, wie es hieß. An den Berliner Schulen seien die Meldungen über „schwere körperliche Gewalt“ zwischen 2012 und 2016 sogar um 69 Prozent gestiegen.

Klimaverschlechterung an Schulen durch Bedrohungen

Ein weiteres Indiz für die Klimaverschlechterung in vielen Schulen ist laut der Statistik eine erhebliche Zunahme von Bedrohungen: zwischen 2013 und 2017 um 20 Prozent in Baden-Württemberg, in Brandenburg um 30 Prozent. In Berlin hätten sich die Meldungen zwischen 2012 und 2016 um 53 Prozent gesteigert.

Laut „Welt am Sonntag“ sei die „dramatische Entwicklung der registrierten Schulkriminalität und Gewalt“ seit 2013 in der polizeilichen Kriminalstatistik offensichtlich zunächst durch einen starken Rückgang der allgemeinen Jugendkriminalität verdeckt worden. Dort waren die Fallzahlen noch rückläufig, als die Schulkriminalität schon wieder zunahm, hieß es. Dies habe sich erst 2017 geändert. In diesem Jahr verzeichnete die Kriminalstatistik demnach erstmals wieder einen Anstieg der allgemeinen Jugendkriminalität.

https://www.focus.de/panorama/welt/zehn-bundeslaender-betroffen-gewalt-an-schulen-nimmt-wieder-zu-besonders-in-berlin_id_9293842.html

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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Kevin Kraus
24.06.2018 09.29
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Dr. Ulrich Kliegis an SHEV

-----Original-Nachricht-----
Betreff: [SHEV] Re: [G9-SH] „LUFTHOHEIT über den Kinderbetten...“
- Aus dem BMFSFJ: Betreuungsquote bei unter Dreijährigen steigt auf 33, 1 Pr
Datum: 2018-06-22T22:33:08+0200
Von: „Ulrich G. Kliegis“

Mojn allseits,

ein bißchen Quellenmaterial zum Schlagwort
Lufthoheit über den Kinderbetten:


Bitte auch das Karl-Marx-Zitat ganz am Ende beachten! ;)

Von: Astrid Schulz
Datum: Thu, 21 Jun 2018 23:55:11 +0200

> Kita und Hort: Zahl der betreuten Kinder wächst

> Betreuungsquote bei unter Dreijährigen steigt auf 33,1
> Prozent. Bei den Drei- bis Sechsjährigen liegt sie bei 93,6 Prozent.

Transkription eines Deutschlandfunk-Interviews vom 3. November 2002 (!) mit dem damals frischgebackenen SPD-Generalsekretär, dem späteren Erster Bürgermeister in Hamburg, derzeit Bundesfinanzminister; Ehemann der vormaligen Schleswig-Holsteinischen „Schul„ministerin Britta Ernst (SPD):
http://www.deutschlandfunk.de/scholz.694.de.html?dram:article_id=60153

Ausriß:
„Gehm: Stichwort Familienpolitik: Ein Schwerpunkt im Regierungsprogramm der SPD, ein Schwerpunkt, der auch mit einer neuen Ministerin besetzt wird. Herr Scholz, was erwarten Sie sich von diesem Politikbereich als Push einer sozialdemokratischen Politik?

Scholz: Die SPD hat in den letzten Jahren viel für Familien mit Kindern getan. Das merkt man nicht zuletzt an der Kindergelderhöhung, an den Verbesserungen bei Wohngeld und Bafög, aber auch an Gesetzen, die das Vereinbarmachen von Beruf und Familie leichter gemacht haben, bei Teilzeit zum Beispiel. Für die Zukunft wird es darauf ankommen, dass wir einen richtigen Rückstand unseres Landes aufholen. Wir haben weniger Ganztagsschulen als in vergleichbaren Ländern Europas. Wir haben weniger Ganztagsbetreuung und auch nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Krippenbereich. Wir wollen da eine kulturelle Revolution erreichen, dass Deutschland auf das gleiche Niveau kommt als (sic – UK) anderswo. Deshalb ist unser Ziel, als Staat dafür zu sorgen, dass Männer und Frauen und Kinder es besser haben, als das heute der Fall ist. Und das wollen wir mit diesem Projekt erreichen. Vier Milliarden Euro für Ganztagsschulen als Initialzündung, ein Gesetz, das 20 Prozent Krippenplätze vorschreibt, auch als erster Schritt zu einer viel größeren Wende.
Und vielleicht kann man das so sagen:
Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern...“


Mehr dazu in einem zeitlosen WELT-Artikel vom 10.11.2002 (!)

https://www.welt.de/print-wams/article122357/Lufthoheit-ueber-Kinderbetten.html


Karl Marx im Jahre 1875 in seiner Kritik am Gothaer Programm der SPD: (Ausriß)

3. Vertreibung von Staat und Kirche – Selbstverwaltung der Schulen
„Ganz verwerflich ist eine ‚Volkserziehung durch den Staat‘.
Durch ein allgemeines Gesetz die Mittel der Volksschulen bestimmen, die Qualifizierung des Lehrerpersonals, die Unterrichtszweige etc., und, wie es in den Vereinigten Staaten (1875! – UK) geschieht, durch Staatsinspektoren die Erfüllung dieser gesetzlichen Vorschriften überwachen, ist etwas ganz anderes, als den Staat zum Volkserzieher zu ernennen!
„Vielmehr sind Regierung und Kirche gleichermaßen von jedem Einfluß auf die Schule auszuschließen.
Im preußisch-deutschen Reich nun gar ... bedarf umgekehrt der Staat einer sehr rauhen Erziehung durch das Volk.“

K. Marx, Kritik des Gothaer Programms, MEW 19, 30f.


Es darf gegrübelt werden.
Schönes Wochenende!
U.K.

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Kevin Kraus
18.06.2018 09.48
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] MATHEMATIK: Wenn Noten schlechter werden, ist „einfacher“ machen die richtige Lösung?

Lutz Glaeßner, Schulleiter an der Holstentor Gemeinschaftsschule in Lübeck, sagte NDR 1 Welle Nord: Ein Problem sei, dass Lehrer kaum noch Zeit für den einzelnen Schüler hätten.


Das Bildungsministerium will die Gründe für die schlechteren Mathenoten jetzt gemeinsam mit den Schulen analysieren.
Viele Jungen und Mädchen, die sich für Mathematik begeisterten und das Fach später studierten, entschieden sich nicht für den Lehrerberuf.


________________________________________


Abinoten: Mathe muss einfacher werden
13.06.18
Glosse von Matthias Popien

Weil Schleswig-Holsteins Schüler bei ihren Abschlussprüfungen schlechte Mathematiknoten bekommen haben, will Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) den Unterricht nun „unterhaltsamer“ machen. Lieber Herr Buchholz, wir verstehen Ihren Ansatz. Und ja, es ist Ihnen mit Ihrem Ratespiel „Wann wird die A 20 fertig?“ sehr schön gelungen, die Menschen für Straßenbau und all seine unterhaltsamen Widrigkeiten zu begeistern. Wer einmal das Glück hatte, die Ereigniskarte „Zwergschwäne“ zu ziehen und damit die Planungen um eine vollkommen unzwergenhafte Jahreszahl zurückzuwerfen, der versteht, warum dieses Spiel Suchtpotenzial hat.

Aber, lieber Herr Buchholz, bei Mathematik kommen wir so nicht weiter. Mathe muss nicht unterhaltsamer, Mathe muss einfacher werden. Es ist schlicht nicht einsehbar, warum 1 x 1 wiederum 1 ist, 1 + 1 aber 2. Das ist nicht unterhaltsam, das ist nicht attraktiv, das ist einfach nur verwirrend. Und immer diese Textaufgaben! Sie sollten schon allein deshalb abgeschafft werden, weil man da ja auch noch lesen und schreiben können muss, um sie zu lösen.
Mathematik darf nicht überfrachtet werden. Dreisatz bitte nur noch im Deutsch-unterricht, da lassen sich aus drei Sätzen schöne Geschichten machen!

Wie eine grundlegende Vereinfachung der Mathematik aussehen könnten, hat uns die Rechtschreibreform vorgemacht. Lieber Herr Buchholz, seitdem darf man „Tschüs“ und „Tschüss“ schreiben. Beides richtig! Mathematik muss dem ideologischen Irrweg der zwanghaften Ergebnisfixierung abschwören. Mathematik braucht endlich neue Lösungen.


https://www.abendblatt.de/nachrichten/article214565361/Mathe-muss-einfacher-werden.html

[...]
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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
14.06.2018 16.06
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Josef Kraus erhält den Deutschen Sprachpreis 2018

14.06.2018 10:03
Josef Kraus erhält den Deutschen Sprachpreis 2018

Anke Meis DSZ – Deutsches Stiftungszentrum

Stifterverband

Josef Kraus, langjähriger Präsident des Deutschen Lehrerverbandes und Oberstudiendirektor a.D., ist Preisträger des diesjährigen Deutschen Sprachpreises. Die Auszeichnung der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache im Stifterverband wird am 28. September 2018 in Weimar verliehen.

Josef Kraus (*1949) hat in zahlreichen Reden, Fernseh- und Rundfunkauftritten, Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträgen und in seinen äußerst erfolgreichen Büchern die deutsche Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte mit ihren großen Traditionsbrüchen und -verlusten mit umfassender Sachkenntnis schonungslos analysiert. Er wurde so zum vielbeachteten, oft gefürchteten Kritiker der für diese Politik Verantwortlichen. Dabei lag sein Hauptaugenmerk immer auf dem Medium aller Bildung, der Sprache. So kritisierte er bereits 1993 überzeugend die Rechtschreibreform, forderte immer wieder eine Ausweitung des Deutschunterrichts zur Stärkung der sprachlichen und literarischen Bildung, gründete 2005 mit Walter Krämer (dem Träger des Deutschen Sprachpreises 1999) und dem Journalisten Wolf Schneider die „Aktion Lebendiges Deutsch“, die sich gegen die zunehmende Anglisierung des Deutschen richtete. Er wandte sich mit guten Gründen gegen den Bedeutungsverlust der deutschen Sprache in den Wissenschaften, gegen die sog. „Gendersprache“ und die „Einfache Sprache“ und übte bissig-humorvolle Sprachkritik an der „lingua paedagogica correcta der Gutpädagogen“. In Josef Kraus ehrt die Henning-Kaufmann-Stiftung ganz im Sinne ihres Gründers einen großen Lehrer, Pfleger und Förderer der deutschen Sprache.

Josef Kraus war ab 1980 Gymnasiallehrer für Deutsch und Sport in Landshut, gleichzeitig Schulpsychologe und Ausbilder von Schulpsychologen für den Regierungsbezirk Niederbayern. Von 1995 bis 2015 leitete er als Oberstudiendirektor das Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg (Landkreis Landshut), von 1987 bis 2017 war er Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, der Dachorganisation der Verbände der Lehrer an Gymnasien, Realschulen, beruflichen Schulen und Wirtschaftsschulen. 1991 bis 2013 gehörte er dem Beirat für Fragen der Inneren Führung beim Bundesminister der Verteidigung an.

Der Preisträger schrieb u. a. die Bücher: Spaßpädagogik. Sackgassen deutscher Schulpolitik, 2. erg. Aufl. 1998; Der Pisa-Schwindel, 2005; Helikopter-Eltern. Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung, 2013; Wie man eine Bildungsnation an die Wand fährt. Und was Eltern jetzt wissen müssen, 2017; Sternstunden – Große Texte deutscher Sprache, 2018 (hrsg. zusammen mit Walter Krämer); 50 Jahre Umerziehung – die 68er und ihre Hinterlassenschaften, 2018.

Die feierliche Preisverleihung wird am 28. September 2018 in Weimar stattfinden. Die Laudatio wird Hellmut Seemann, Präsident der Klassik-Stiftung Weimar, übernehmen.

Der Vorstand der Henning-Kaufmann-Stiftung: Prof. Dr. Dr. h.c. Helmut Glück (Bamberg, Sprecher des Vorstands), Patricia Conring (Weimar), Dr. Michael Knoche (Weimar), Dominik Petermann (Essen), Prof. Dr. Heinz-Günter Schmitz (Kiel), Dr. Heike Schmoll (Berlin).
________________________________________
Weitere Informationen:
http://www.henning-kaufmann-stiftung.de – Website der Henning-Kaufmann-Stiftung zur Pflege der Reinheit der deutschen Sprache
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https://idw-online.de/de/news697524

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Kevin Kraus
13.06.2018 07.29
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[SHEV] RECHTSCHREIBUNG – Gendersternchen – Dichter Reiner Kunze: „Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“


09.06.2018

Dichter Reiner Kunze: „Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie“

Wer als Freidenker im totalitären Staat der DDR so lange der Indoktrination ausgesetzt war wie Dichter Reiner Kunze, der 1977 mit seiner Ehefrau Elisabeth in den Westen übersiedelte und in Erlau im Landkreis Passau lebt, der hegt eine tiefe Skepsis gegen verordnete Gebote des Denkens und Redens. Zum Thema Gendersprache, das der Deutsche Rechtschreibrat am Freitag (erfolglos) in Wien debattiert hat, nimmt der 84-jährige Sprachkünstler, der am 23. Juni mit aufrüttelnder Lyrik die Festspiele Europäische Wochen Passau eröffnet, eine klare Haltung ein, in welcher der Widerwille gegen Ideologien und die Liebe zu Reichtum und Freiheit der Sprache gleichermaßen zum Ausdruck kommen. Mit Reiner Kunzes freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir seine Gedanken zum Sprachfeminismus hier im Wortlaut:

„Es gibt ein grammatisches Geschlecht (Genus) und ein natürliches Geschlecht (Sexus). Genus ist das Geschlecht des Wortes (Maskulinum [der], Femininum [die], Neutrum [das], Sexus ist das Geschlecht von Lebewesen.

Das Geschlecht des Wortes (männlich, weiblich oder sächlich) stimmt nicht immer mit dem Geschlecht des Lebewesens überein, das durch das Wort bezeichnet wird. Es gibt maskuline Wörter, die nicht nur männliche Personen bezeichnen, zum Beispiel Gast, Säugling oder Filmstar, feminine Wörter, die nicht nur weibliche Personen bezeichnen, zum Beispiel Waise, Majestät oder Geisel, und Neutra, die männliche und weibliche Personen oder nur eine einzige Person natürlichen Geschlechts bezeichnen, zum Beispiel Mitglied, Staatsoberhaupt, Weib oder Kind. Diese Wörter sind in ihrer Bedeutung geschlechtsübergreifend.

Wer diese Ausdrucksmöglichkeiten für sein natürliches Geschlecht als diskriminierend empfindet und ihren Gebrauch bekämpft, bekämpft die Sprache, indem er ihre Verarmung befördert. Er beraubt die Menschen der Möglichkeiten, in allgemeinen, geschlechtsübergreifenden Begriffen zu sprechen, was zum Verschwinden ungezählter Wortbedeutungen führt. Der Wähler ist dann stets ein Mann, die Wählerin eine Frau, das geschlechtsneutrale Wort für eine Person, die wählen geht, ist jedoch verschwunden.

Redewendungen wie "Übung macht den Meister“ oder „Der Klügere gibt nach“ dürften nicht mehr gebraucht werden, weil die geschlechtsübergreifende Bedeutung nicht mehr gedacht werden darf.

Sätze wie „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörer“ könnten überhaupt nicht mehr formuliert werden, da die sprachfeministisch korrekten Versionen „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen“ oder „Frauen sind eben doch die besseren Zuhörerinnen und Zuhörer“ ad absurdum führen würden.

Wo es möglich ist, ersetzt man die Doppelform durch Partizipien wie „Studierende, Lehrende oder Lernende“ oder neue Begriffe wie „Lehrperson“, was ein abstraktes und entfremdendes Deutsch und einen papierenen Stil ergibt.

In einem österreichischen Universitätsmagazin heißt es: „Besorgniserregend ist die Entscheidung des Bildungsministeriums, nur mehr gendergerechte Schulbücher zu approbieren. So liest man in einem Unterstufen[!]-Deutschbuch folgende Aufforderung: ,Eine/r ist Zuhörer/in, der/die andere ist die Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen.‘" Man schreibe nie, was man nicht sprechen kann, oder was zu einer Verkrüppelung der gesprochenen Sprache führt (Professx, Stud_entin, Trans*autoren, Akteure/innen [gendergerechte Schreibweisen nach Prof. Dr. phil Lann Hornscheidt, geb. Antje Hornscheidt, Humboldt-Universität Berlin]). In dem österreichischen Schulbuch hat man für Kinder gedruckt,was sich nicht einmal fließend lesen läßt.

Die Sexualisierung der Sprache durch die Diskreditierung geschlechtsübergreifender Wortbedeutungen hat eine eklatante Verarmung und Bürokratisierung der Sprache, die Denunzierung aller Sprechenden, die sich dagegen verwahren, und eine Einschränkung der Freiheit des Denkens zur Folge. Der Sprachgenderismus ist eine aggressive Ideologie, die sich gegen die deutsche Sprachkultur und das weltliterarische Erbe richtet, das aus dieser Kultur hervorgegangen ist.
" −

URL: http://www.pnp.de/lokales/stadt_und_landkreis_passau/passau_land/2971049_Dichter-Reiner-Kunze-Sprachgenderismus-ist-eine-aggressive-Ideologie.html


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08.06.2018 17.47
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[SHEV] RECHTSCHREIBUNG – „Gerechte Sprache“: Das Gendersternchen kommt vorerst nicht in den Duden – Vorlesbarkeit ?

8.6.18
„Gerechte Sprache“:
Das Gendersternchen kommt vorerst nicht in den Duden


Stand: 15:20 Uhr | Lesedauer: 3 Minuten

Von Matthias Heine

Ein Tweet der baden-württembergischen Landesregierung mit dem geschlechtsneutral formulierten Wort „Bürger*innen“

Gendern wird vertagt: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat keine Entscheidung über Regeln zur „geschlechtergerechten“ Sprache gefällt. Angeregt hatte die Debatte das Land Berlin.

Der Untergang der deutschen Sprache, den einige befürchteten, ist vorerst verschoben: Das Gendersternchen kommt nicht bald in den Duden. Und die amtlichen bestallten deutschsprachigen Rechtschreibhüter werden vorerst keine Empfehlungen für „geschlechtergerechte“ Sprache geben. Der Rat für deutsche Rechtschreibung sieht die Schreibentwicklung als nicht so weit gediehen an, dass das Regelwerk der Amtlichen deutschen Rechtschreibung geändert werden sollte, um die Schriftsprache„gendergerecht“ zu gestalten.

Arbeitsgruppe soll Klarheit schaffen

Der Rat hat auf seiner Sitzung in Wien am Freitag über das Thema beraten und kommt zum Schluss: „Aufgrund der Beobachtung der geschriebenen Sprache ergibt sich derzeit keine eindeutige Tendenz, wie durch Orthografie die Schreibung geschlechtergerecht gestaltet werden kann.“ Wenn man überhaupt eine Empfehlung aus der offiziellen Mitteilung der Experten herauslesen kann, dann vielleicht aus dieser Passage: „Die weit verbreitete Praxis, immer von Frauen und Männern in weiblicher und männlicher Form, im Plural oder in Passivkonstruktionen zu schreiben, wird der Erwartung geschlechtergerechter Schreibung derzeit am ehesten gerecht.“

Als „geschlechtergerechte Schreibung“ gelten etwa Doppelnennungen wie Schülerinnen und Schüler oder Unterscheidungen wie Ärztin und Arzt. Möglich, aber orthografisch und grammatisch nach dem aktuellen amtlichen Regelwerk nicht normgerecht, sind auch sogenannte Gender-Sternchen (Lehrer*innen) oder Schrägstriche (Lehrer/in) sowie die X-Form (Dix Studierx).

Bis zum Novemer dieses Jahres soll nun eine vom Rat einberufene Arbeitsgruppe mehr Klarheit schaffen. Der Rat hat die Arbeitsgruppe gebeten, mögliche Empfehlungen an die staatlichen Stellen vorzubereiten. Dass sich der Rechtschreibrat mit dem Gendern beschäftigt, geht auf eine Anfrage der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung zurück, die nach Formulierungsempfehlungen gefragt hatte.

Nun solle sich die Arbeitsgruppe von diversen Grundsätzen für den Umgang mit geschlechtergerechter Schreibung leiten lassen, heißt es in der Mitteilung: Geschlechtergerechte Schreibung sollte verständlich, lesbar und vorlesbar sein. Sie sollte grammatisch korrekt sein und sie muss Eindeutigkeit und Rechtssicherheit in juristischen Texten gewährleisten.

Am Ende entscheiden die Staaten und nicht der Rat

Der Rat für deutsche Rechtschreibung wurde nach den Erfahrungen mit der desaströsen Rechtschreibreform von Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens eingerichtet. Aufgabe des Rats ist es, die Schreibentwicklung zu beobachten, Zweifelsfälle der Rechtschreibung zu klären und Vorschläge zur Anpassung des Regelwerks an den allgemeinen Wandel der Sprache zu erarbeiten und wissenschaftlich zu begründen. Diese Vorschläge sind den staatlichen Stellen vorzulegen und treten erst nach deren Billigung in Kraft.

https://www.welt.de/kultur/article177205660/Gerechte-Sprache-Das-Gendersternchen-kommt-vorerst-nicht-in-den-Duden.html

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Kevin Kraus
07.06.2018 13.08
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Altbundespräsident: Gauck warnt vor „falscher Rücksichtnahme“ gegenüber Migranten

Stand: 08:25 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

Altbundespräsident Joachim Gauck erwartet von hier lebenden Migranten, Deutschland und seine Werte zu akzeptieren.

„Es darf da keine falschen Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten“, sagte Gauck der „Bild“.
Er fände es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, kein Deutsch können, so Gauck.

Altbundespräsident Joachim Gauck hat Migranten in Deutschland zur Akzeptanz Deutschlands und seiner Werte aufgefordert. „Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können, keine Elternabende ihrer Kinder besuchen oder diese sogar vom Unterricht oder vom Sport fernhalten“,
sagte Gauck einer Sonderausgabe der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag.

„Wir erwarten von denen, die zu uns kommen, dass sie bereit sind, das Land, wie es gewachsen ist, und seine Werte zu akzeptieren“, sagte Gauck. Da dürfe es „keine falsche Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten“. Es müsse „so etwas wie verbindliche Regeln für das Zusammenleben geben und nicht mehrere Gesellschaften nebeneinander“.

Heimat-Begriff vom „früheren Missbrauch befreien“

Gauck begrüßte zudem die Wiederentdeckung des Begriffs „Heimat“ in die öffentliche Diskussion: „Es war und ist überfällig, den Begriff vom früheren politischen Missbrauch zu befreien“, sagte Gauck mit Blick auf die Nationalsozialisten und die DDR-Führung. „Deutschland brauchte also durchaus eine Erholung von diesen missbrauchten Begriffen. Die ist inzwischen gut und weit gediehen.“

Auslöser für die Heimat-Diskussion ist nach Gaucks Ansicht insbesondere die Flüchtlingsdebatte: „Dass wir uns jetzt besonders mit dem Begriff ‚Heimat‘ beschäftigen, hängt in der Tat mit der Flüchtlingskrise zusammen.“ Durch die Zuwanderung entstehe bei manchen Menschen das Gefühl, in Deutschland nicht mehr zu Hause zu sein. Er warnte aber zugleich davor, den Begriff „Heimat“ zu „verkitschen“.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article177114800/Altbundespraesident-Gauck-warnt-vor-falscher-Ruecksichtnahme-gegenueber-Migranten.html

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9

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Kevin Kraus
04.06.2018 17.09
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Anmerkung: Prof. Dr. Jörg Ramseger ist für den Grundschulverband, der sich stark für die unsägliche Methode „Lesen durch Schreiben“ einsetzt, tätig:

Prof. Dr. Jörg Ramseger, Fachreferent für Qualitätsentwicklung im Grundschulverband e. V.,
joerg.ramseger@grundschulverband.de, Tel.: 0175 596 1717

http://grundschulverband.de/dt_team/prof-dr-joerg-ramseger/

________________________________________

Schupelius-Kolumne

Die Grundschüler können nicht schreiben, weil man es ihnen nicht beibringt


Senatorin Scheeres, Bildungsforscher Ramseger: Anleitung für Lehrer Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Gunnar Schupelius
3. Juni 2018 17:55

Senatorin Sandra Scheeres hält am Schreiben nach Gehör fest. Auf diese Weise lernen viele Kinder das richtige Schreiben nie, kritisiert Gunnar Schupelius.

Die Grundschüler lernen das Schreiben nicht mehr. 48 Prozent der Viertklässler erreicht nicht einmal die Mindeststandards der Rechtschreibung. Unter den Kindern nicht deutscher Herkunft sind es sogar 61 Prozent

Das liegt an der Methode, mit der sie lernen, am sogenannten freien Schreiben. Man sagt dazu auch „Schreiben nach Gehör“. Die Kinder buchstabieren, wie es ihnen gerade einfällt, zum Beispiel so: „Die foirwer retete eine oile aus dem stal“ (Die Feuerwehr rettete die Eule aus dem Stall).

Für solches Kauderwelsch gibt es ein großes Lob und die Eltern werden ermahnt, auf keinen Fall zu korrigieren, das werde sich schon alles einrenken.


So behaupten es die sogenannten Reformpädagogen, die diese Methode erfunden haben, so verkünden es die Lehrer, die sie übernehmen mussten. Die Wut der Eltern wächst und wächst. Inzwischen können sogar die Studenten nicht mehr richtig schreiben, weil sie es in der Schule nicht gelernt haben. Linguisten und Hirnforscher warnen vergeblich davor, dass sich die falsche Schreibweise im Kopf verfestigt.

Die FDP hat das Verbot der Schreibmethode gefordert, die CDU hat sich dem Verbot angeschlossen. In Hamburg und Baden-Württemberg wurde sie bereits verboten.

In Berlin nicht und dabei soll es bleiben. Das sagte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) am letzten Donnerstag. Gemeinsam mit dem Bildungsforscher Jörg Ramseger stellte sie eine neue Anleitung für Lehrer vor. Sie sagte aber auch: „Es geht nicht, dass Lehrkräfte Falsches falsch stehen lassen.“

Jetzt soll also doch korrigiert werden! Wenn das Kind schreibt: „Tiga sint tol“, soll der Lehrer daneben schreiben: „Tiger sind toll“. Und offenbar sollen jetzt auch die Eltern wieder sagen dürfen, was richtig und was falsch ist. Klar, warum auch nicht? Das ist die natürliche Reaktion, seinem Kind zu zeigen, wie man richtig schreibt.

Aber genau diese Reaktion sollten sich Mütter und Väter ja bisher verkneifen. Ihnen wurde eingeredet, dass sich alles einrenkt und das Kind in der vierten Klasse schreiben kann. Das war eine Behauptung, die Rechnung ging nicht auf und jetzt rudert die Schulsenatorin zurück.

So ist es immer in der Schulpolitik. Die Erziehungswissenschaftler brüten eine Reform aus, das „Landesinstitut für Schule und Medien“ (LISUM) gießt sie in einen Lehrplan und die Lehrer müssen sie umzusetzen.

So war es auch mit dem „Jargangsübergreifenden Lernen“ (JüL): Plötzlich wurden die Klassenverbände eins bis drei aufgelöst und alle Kinder in einen Raum gesetzt. Die Älteren sollten die Jüngeren unterrichten, Lehrer nur als Moderatoren in Erscheinung treten. Nette Idee, doch sie funktionierte höchst selten und heimlich still und leise wurde die Pflicht zum Jül wieder aufgehoben.

Wann hört es endlich auf, dass man mit Schulkindern experimentiert? Als nach der Fibel gelernt wurde, konnten alle schreiben. Jetzt nicht mehr. Das Experiment ist schief gelaufen.

Ausbaden müssen es die Schüler, die als Erwachsene nicht richtig schreiben können.


https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/die-grundschueler-koennen-nicht-schreiben-weil-man-es-ihnen-nicht-beibringt

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Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
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24306 Plön am See

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Kevin Kraus
26.05.2018 21.48
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] RECHTSCHREIBUNG – Peter Schmachthagen: Aufnahme des Gendersternchens in den Duden ?

Deutschstunde – Sprache ist weder Männchen noch Weibchen

Zum „kleinen Unterschied“ trägt sie nur so viel bei, dass der Gender-Wahn immer absurdere Züge annimmt, sagt Peter Schmachthagen.
22.05.2018, 06:50 Uhr

Als nach der Kreuzigung und der Wiederauferstehung Jesu bei den Jüngern in Jerusalem Pfingsten, also der 50. Tag nach Ostern, erreicht war, erhob sich ein Brausen, und es fielen Zungen wie Feuer vom Himmel. Die Jünger erhoben sich und fingen an zu predigen. Sie hatten den Heiligen Geist empfangen. Was heute zwar nicht vom Himmel, aber in die Sprache fällt, ist nicht der Heilige Geist, sondern der ganz und gar unheilige Gender-Wahn, bei dem die Feministinnen Feuer und Flamme sprühen, um alles Männliche aus der Sprache zu tilgen, so, als hätten sie es dem lieben Gott immer noch nicht verziehen, dass er Adam und Eva angeblich in der falschen Reihenfolge erschaffen hat.

Besonders im Kommen ist dieser ¬Tage das Gendersternchen (*), das zwischen Wortstamm und weibliche Endung -innen gesetzt wird („Mitglieder*innen“), um anzudeuten, dass nicht nur Mann und Frau, sondern alle anderen gefühlten, geänderten und umgewandelten inter- und transsexuellen Geschlechter gemeint sind.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung, der Empfehlungen für die Schreibweise der Wörter ausspricht (bitte nicht „Worte“, wie es in der Mitteilung heißt), will in seiner Sitzung am 8. Juni über die geschlechtergerechte Sprache beraten und unter Umständen auf die Aufnahme des Gendersternchens in den Duden drängen.


Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) ist jedenfalls begeistert von diesem Vorschlag, wie sie in einem Interview kundtat. Die Genderdebatte habe viel dazu beigetragen, unseren Blick auf andere Identitäten und Lebensformen zu entspannen. „Sprache sagt viel darüber aus, wie eine Gesellschaft tickt und zusammenhält“, erklärt die Ministerin. In der Tat, Sprache sagt viel darüber aus, wie jemand tickt.

Der Fehler der Kampagne liegt in der Verwechslung von grammatischem und natürlichem Geschlecht. Man unterscheidet drei Genera (grammatische Geschlechter): Maskulinum, Femininum, Neutrum. Das im Allgemeinen mit jedem Substantiv verbundene Genus wird vor allem durch den Artikel angezeigt: der Kopf, die Nase, das Ohr. Von dem grammatischen Geschlecht ist das natürliche Geschlecht (Sexus; männlich, weiblich, weder männlich noch weiblich: sächlich) zu unterscheiden.

Die grammatisch und etymologisch markierten Genera sind eine Zuordnung, die mit den biologischen Geschlechtern der Schöpfung oder der Evolution erst einmal nicht das Geringste zu tun haben.
Wer das missachtet und über die Gleichsetzung der Artikelwörter mit sexistischer Bedeutung nicht hinausgekommen ist, dürfte eigentlich ganz zufrieden sein: 46 Prozent der deutschen Hauptwörter sind feminin, nur 34 Prozent maskulin und 20 Prozent neutral. Da hierbei das Femininum uneinholbar führt, verstehe ich die Aufregung der Feministinnen und Gender-Kämpfer*innen ohnehin nicht.

Das generische oder verallgemeinernde Maskulinum ist die Verwendung maskuliner Formen, ohne dass man mit diesen Formen etwas über das natürliche Geschlecht (den Sexus) aussagen will. Ein generisches Maskulinum bezeichnet weibliche und männliche Personen oder andere Lebewesen gemeinsam: Keiner hat das gesehen. Jeder muss sein Schicksal tragen. Unser Betrieb beschäftigt 420 Mitarbeiter. Dementsprechend wäre ein generisches Femininum also eine grammatische Form, die ohne biologischen Bezug alle drei Genera umfasst, zum Beispiel die Person. Falls ich als eine Person bezeichnet werden sollte, laufe ich als Mann ja auch nicht gleich zum Gericht.

Das grassierende Gendern sexualisiert die Sprache, es missbraucht die Sprache. Denn die Sprache ist weder Männchen noch Weibchen. Zum „kleinen Unterschied“ trägt sie nur so viel bei, dass man über ihn sprechen und schreiben kann. Zum Schutz von Menschenrechten taugt das Gendern nicht (Helmut Glück in der „FAZ“).

deutschstunde@t-online.de

https://www.morgenpost.de/kolumne/deutschstunde/article214349981/Sprache-ist-weder-Maennchen-noch-Weibchen.html

Astrid Schulz-Evers
Vorsitzende des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins e.V.
Bürgermeister-Kinder-Str.9

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Kevin Kraus
22.05.2018 21.16
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

spiegel.de 20. Mai 2018, 19:24 Uhr

Allgäu Airport
Polizei kontrolliert Schulschwänzer am Flughafen
Flüge sind in den Ferien teuer – manche Eltern lassen ihre Kinder deshalb die Schule schwänzen, um früher zu starten. Die Polizei in Memmingen griff nun zu einem besonderen Mittel.


Vor dem Start der Pfingstferien haben sechs Beamte Familien kontrolliert, die unter der Woche am Allgäu Airport erschienen. Der Grund: Immer wieder lassen Eltern ihre Kinder die Schule schwänzen, um früher in den Urlaub starten zu können. Doch in Deutschland gilt die Schulpflicht.

Wie die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West gegenüber SPIEGEL ONLINE bestätigte, wurden bei der Aktion mehrere Kinder im schulpflichtigen Alter entdeckt. Nach Rückfragen bei den zuständigen Schulen war in zehn Fällen klar: Die Kinder waren unentschuldigt dem Unterricht ferngeblieben.

"Das Phänomen ist uns seit Längerem bekannt, und so etwas gehört eben auch zu unseren Aufgaben“, kommentierte ein Polizeisprecher die Maßnahme. „Wenn der Lehrer dann sagt, dass er auf die Anwesenheit der Kinder besteht, müssen wir sie zurückbringen.“

Ob das geschehen sei, wusste der Sprecher nicht. Das sei aber unwahrscheinlich, schließlich müsse die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Vielmehr müssten die Eltern wohl ein bisschen vom Urlaubsgeld für eine Ordnungsbuße aufheben.

Zehn Anzeigen gegen Eltern sind bei den zuständigen Landratsämtern eingegangen. In der Regel haben die Eltern in einem solchen Fall zwei Wochen Zeit, einen triftigen Grund für das unentschuldigte Fehlen geltend zu machen.

Die Höhe der Bußgelder bestimmt der Ordnungswidrigkeiten-Katalog. Rund um die Ferien ist Schulschwänzen aber teuer als im restlichen Schuljahr, berichtete die „Augsburger Allgemeine“ bereits im vergangenen Jahr.

löw/dpa

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/memmingen-polizei-kontrolliert-schulschwaenzer-am-flughafen-a-1208757.html

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Kevin Kraus
14.05.2018 04.24
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[SHEV] Trifft nicht nur für Österreich zu.... Gerhard Riegler: Die Saat geht auf // Umbau des Bildungswesens – OECD – ...

Gerhard Riegler: Die Saat geht auf

Veröffentlicht am 12. Mai 2018 von Eckehard Quin

„Die vielen neuen Privatuniversitäten und Fachhochschulen sind auf ihre zahlende Klientel angewiesen. Insider erzählen davon, dass Eltern negative Noten nicht akzeptieren. Die Uni- und FH-Leitungen beugen sich diesem Druck, weil sie existenzbedrohende Einnahmenverluste befürchten. Sprich: Im Zweifel wird das Niveau gesenkt“, so Dr. Martina Salomon, stv. Chefredakteurin der Tageszeitung „Kurier“. Sie setzt ebenso ehrlich und mutig fort: „Das Ganze ist auch international zu einem riesigen Geschäftszweig geworden, in dem auch etliche Fantasie-Universitäten mitmischen, die um die Kinder der Reichen buhlen. Inklusive viele private „medical schools“ für jene, die an den Medizinuni-Aufnahmeverfahren scheitern.“ (1)

Eines muss man der Wirtschaftsorganisation OECD lassen: Der Umbau des Bildungswesens ist gelungen. Begonnen wurde er vor zwei Jahrzehnten mit den PISA-Tests und der auf sie folgenden Bevormundung der Schulpolitik durch die OECD-„Bildungsabteilung“. Seine Fortsetzung gefunden hat er unter dem Titel „Kompetenzorientierung“ mit der Entleerung der Lehrpläne und einer Absenkung der Ansprüche. Geführt hat die Entwertung der Reifeprüfung für die MaturantInnen zur Notwendigkeit, nach der Matura in den tertiären Bildungsbereich einzusteigen, um eine realistische Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben. An den staatlichen Universitäten überforderte dies die vorhandenen Kapazitäten. Der Boden für private Institutionen war geschaffen.

Zwischen 2007 und 2017 erhöhte sich in Österreich die Akademikerquote unter den 25- bis 29-Jährigen von 16,4 % auf 39,8 % – deutlich mehr als eine Verdoppelung binnen eines einzigen Jahrzehnts. (2) Laut AMS sind in Wien inzwischen 11,6 % der AbsolventInnen einer tertiären Bildungseinrichtung arbeitslos. (3)

Staaten, die der OECD gehorchend die Akademikerquote schon früher in die Höhe getrieben haben, sind inzwischen bemüht, unsere duale Bildung in ihr Bildungswesen einzuführen bzw. sie in ihm auszubauen, um der hohen Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. In Österreich aber ließ der Politslogan „Matura für alle“ die Anzahl der Lehrlinge schmelzen wie Schnee in der Frühjahrssonne.


Dr. Martina Salomon: „Eine „education bubble“ hat sich gebildet. Platzt sie irgendwann einmal?“ (4) Laut Statistik Austria ist die Wahrscheinlichkeit, in Österreich zu den Armutsgefährdeten zu gehören, für AbsolventInnen von Hochschulen oder Akademien bereits größer als für die einer Lehre oder mittleren Schule; für MaturantInnen, die der Matura keinen tertiären Bildungsabschluss folgen ließen, ist das Armutsgefährdungsrisiko sogar um die Hälfte größer als für AbsolventInnen einer Lehre oder mittleren Schule. (5) Die Blase ist also bereits geplatzt.

„Angesichts der inflationären Zunahme von Abschlüssen aller Art droht ein akademisches Prekariat“, warnt Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann. (6) Ein akademisches Prekariat – ist es das, was man wollte?

(1) Martina Salomon, Wann platzt die „education bubble“? In: Kurier online vom 5. Mai 2018.
(2) Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 9. Mai 2018.
(3) AMS (Hrsg.), Spezialthema zum Arbeitsmarkt (April 2018), S. 3.
(4) Salomon, Education bubble.
(5) Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen (2018), S. 109.
(6) Ute Brühl, Konrad Paul Liessmann: Was gebildete Menschen wirklich ausmacht. In: Kurier online vom 17. September 2017.

https://quinecke.wordpress.com/2018/05/12/gerhard-riegler-die-saat-geht-auf/

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Astrid Schulz-Evers
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Kevin Kraus
10.05.2018 18.09
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Bildungssenatorin Scheeres: „Wenn ich eine Lehrkraft mit Kopftuch vor mir habe, ist das nicht neutral.“

Neutralitätsgesetz: Klage abgewiesen: Lehrerin darf an Grundschule kein Kopftuch tragen

Update 09.05.2018 15:02 Uhr
Berliner Neutralitätsgesetz Klage abgewiesen: Lehrerin darf an Grundschule kein Kopftuch tragen

Eine Berliner Lehrerin klagt, um mit Kopftuch an einer Grundschule unterrichten zu dürfen. Vor dem Arbeitsgericht verliert sie. Doch eine Berufung ist möglich. Fatina Keilani
Zuhörerinnen im Arbeitsgericht am 14. April. Die Entscheidung wird heute verkündet.

Das Land hat gewonnen, die Klägerin hat verloren: An diesem Mittwoch verkündete das Berliner Arbeitsgericht sein jüngstes Urteil zum Thema Kopftuch in der Schule – Unterricht an Grundschulen ist nach wie vor mit Kopftuch nicht erlaubt. Die Klage von Leyla R. (Name geändert) wurde abgewiesen.

Die Lehrerin hatte geklagt, weil man sie nicht an der Grundschule, der sie zunächst zugewiesen war, mit Kopftuch unterrichten ließ. Stattdessen wurde sie freigestellt; ihr wurde ein Job an einem Oberstufenzentrum angeboten, an dem das Kopftuch erlaubt gewesen wäre. Sie nahm unter dem Vorbehalt der rechtlichen Überprüfung an. Als Grundschullehrerin hätte sie dort allenfalls eine Willkommensklasse unterrichten können, da sie ansonsten nicht für den Posten qualifiziert war; eine solche wurde eigens für sie eingerichtet. Die Klägerin arbeitet derzeit nicht, sondern ist in Elternzeit.

Bedienstete des Landes Berlin können überall eingesetzt werden, wo es ihrer Vergütungsgruppe entspricht, so liegt es auch hier. Die Umsetzung der Lehrerin auf einen anderen Job sei in Ordnung gewesen, die Senatsverwaltung hätte gar nicht anders handeln können, entschied das Gericht.

Der Rechtsstreit geht vermutlich weiter

Berufung ist zulässig, die Anwältin der Klägerin wollte sich noch nicht dazu äußern, ob das Rechtsmittel eingelegt wird. Während der Verhandlung im April gingen alle Beteiligten davon aus, dass das Arbeitsgericht nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Bundesverfassungsgericht ist. Dort könnte die Sache als Verfassungsbeschwerde landen – aber nur, wenn letztinstanzlich das Land Berlin gewinnt, da nur die Klägerin Grundrechtsträgerin ist.

Mit ihrer Klage verfolgte Leyla R. das Ziel, mit Kopftuch an einer Grundschule unterrichten zu dürfen. Dies ist jedoch nach dem Neutralitätsgesetz des Landes Berlin nicht gestattet. Das Land Berlin wird in dem Verfahren durch die Anwältin und Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee Seyran Ates vertreten.

Am liebsten wäre es dem Senat gewesen, wenn das Gericht das Neutralitätsgesetz in Karlsruhe vorgelegt hätte, um es auf seine Verfassungskonformität überprüfen zu lassen. Das geschah jedoch nicht. Der Vorsitzende Richter Arne Boyer begründete das bei der Urteilsverkündung damit, dass die Kammer keine Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Berliner Neutralitätsgesetzes hatte.

Gericht hält Neutralitätsgesetz für verfassungskonform

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Jahr 2015 geurteilt, dass landesgesetzliche Kopftuchverbote nur zulässig sind, wenn konkrete Gefahren für den Schulfrieden zu erwarten sind. Sind Gerichte überzeugt, es mit verfassungswidrigen Vorschriften zu tun zu haben, müssen sie den Fall direkt in Karlsruhe vorlegen. Das Arbeitsgericht entschied sich jedoch, wie schon 2016, dagegen.


Die Klägerin selbst war nicht erschienen. Ein Vertreter der Initiative Pro Neutralitätsgesetz zeigte sich erfreut und sagte, die Initiative fühle sich bestätigt. Erfreut äußerte sich auch die CDU-Integrationspolitikerin Cornelia Seibeld: „Wir begrüßen die heutige Entscheidung und sehen unsere Position bestätigt. Berlin braucht neutrale Schulen.“

Es sind noch drei weitere ähnliche Verfahren anhängig, und es kommen ständig neue hinzu. Am 24. Mai verfolgt dieselbe Klägerin einen weiteren Antrag, nämlich auf Entschädigung wegen der Ungleichbehandlung.


https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-neutralitaetsgesetz-klage-abgewiesen-lehrerin-darf-an-grundschule-kein-kopftuch-tragen/21260532.html

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Kevin Kraus
30.04.2018 11.51
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[SHEV] INTEGRATION? – Aus BW: Ausbildung islamischer Religionslehrer – Konservative Islamverbände blockieren

STUTTGARTER-ZEITUNG.DE
Exklusiv
Pädagogische Hochschule in Freiburg
Islamverbände wehren sich gegen kritischen Professor


Von Armin Käfer 29. April 2018 – 12:50 Uhr

Die Ausbildung islamischer Religionslehrer ist umstritten. Eine Professorenstelle an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg bleibt vorerst unbesetzt.

An der Pädagogischen Hochschule in Freiburg ist es zunächst nicht gelungen, eine neue Professorenstelle für die Ausbildung islamischer Religionslehrer zu besetzen

Stuttgart – Der Versuch, an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg eine neue Professorenstelle für die Ausbildung islamischer Religionslehrer zu besetzen, ist im ersten Anlauf gescheitert. Seit Monaten versuchen konservative Islamverbände hinter den Kulissen zu verhindern, dass ein muslimischer Reformtheologe mit der Aufgabe betreut wird. Nun ist die umstrittene Stelle erneut ausgeschrieben.

Bei der ersten Ausschreibung Ende 2017 hatten sich laut Auskunft des Rektors Ulrich Druwe 19 Bewerber gemeldet. Am Ende blieb nach Informationen der Stuttgarter Zeitung aber nur einer übrig, den die Auswahlkommission für geeignet gehalten hätte: Abdel-Hakim Ourghi, ein prominenter Islam-Reformer. Er ist Dozent in Freiburg. Gegen seine Berufung gibt es jedoch massiven Widerstand aus Muslimverbänden.

Interreligiöse Offenheit wird in der neuen Stellenanzeige betont

Der StZ liegt ein Papier vor, in dem „erhebliche Bedenken“ geltend gemacht werden, weil Ourghi „Problemphänomene wie religiös motivierten Terrorismus und frauenfeindliche Verhaltenweisen bei manchen Muslimen“ instrumentalisiere. Das Papier war zunächst als öffentliche Stellungnahme gedacht, wurde dann aber zurückgezogen. Aus der Hochschule ist zu erfahren, dass konservative muslimische Verbände gegen eine Berufung Ourghis als Professor „Sturm gelaufen“ seien.


Weil es am Ende nur einen akzeptablen Bewerber gab, wurde der Posten jetzt erneut ausgeschrieben. In der Stellenanzeige wird eigenes betont, dass „interreligiöse Offenheit und Verständigung auf der Grundlage einer historisch-kritischen islamischen Theologie“ vorausgesetzt würden. Im Unterschied zur ersten Ausschreibung heißt es außerdem, dass „die Berücksichtigung der Genderthematik in Forschung und Lehre erwünscht“ sei.

Der Einfluss der konservativen Kritiker ist enorm

Nach Auskunft des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums hat der Projektbeirat Islamischer Religionsunterricht, in dem mehrere Muslimverbände vertreten sind – wie die umstrittene Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religionen (Ditib) – bei der Besetzung dieser Stelle „keine Funktion“. Er werde „ausschließlich in bekenntnisrelevanten Fragen“ gehört. Was die Professorenstelle in Freiburg angeht, so werde „die Wissenschaftsfreiheit gewahrt“. Die Auswahl der Bewerber erfolge „nach ausschließlich wissenschaftlichen Kriterien“.

An der PH Freiburg wird befürchtet, dass der Islam-Reformer Ourghi durch den massiven Einfluss konservativer Kritiker abgeschreckt werden könnte. Ourghi selbst behält sich vor, andernorts nach einer geeigneten Stelle zu suchen. Der 50 Jahre alte Wissenschaftler, geboren in Algerien, hat im vergangenen Jahr ein Buch veröffentlicht, in dem er 40 Thesen zur Reform des Islam formuliert. Er macht sich darin stark für eine „Rebellion der Vernunft gegen den verstockten konservativen Islam“. Es sei „Zeit für einen europäischen Islam“. Das Buch fand große Beachtung, auch im deutschsprachigen Ausland.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.zu-modern-zu-liberal-islamverbaende-gegen-kritischen-professor.19c7c8a6-9477-47d7-a126-97726b175584.html

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