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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
03.08.2015 09.29
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] RECHTSCHREIBREFORM – Presse in der Schweiz berichtet reichlich... Meinung des SHEV

Zehn Jahre nach Inkrafttreten neuer Rechtschreibregeln an Schulen schlagen drei Reformgegner vor, „auch diejenige Rechtschreibung nicht als Fehler anzustreichen, wie sie vor der Rechtschreibreform 1996 in den Büchern allgemein verwendet wurde“.
________________________________________

Erstaunlich ist, dass in der Schweiz in zahlreichen Medien berichtet wird – in Deutschland offensichtlich nur in der „Rheinischen Post“ ( gekürzt).

Das ist auch deswegen unerklärlich, weil Hans Zehetmair sich immerhin in seiner Funktion als Leiter des „Rates für deutsche Rechtschreibung“ geäußert hat und die Rechtschreibreformen in Frage gestellt hat. Da wäre es eigentlich nur konsequent, wenn die Medien entsprechende Reaktionen von Reformkritikern wiedergeben würden – aber die Scheu vor den gravierenden Auswirkungen dieser Forderung scheint wohl zu groß zu sein...


http://www.zeit.de/2015/31/neue-rechtschreibung-reform-deutschland

rp-online.de 31.7.2015

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Kevin Kraus
02.08.2015 17.23
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Matthias Dräger an Kliegis, SHEV u.a.

http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/rechtschreibreform-kritiker-wollen-schuelern-die-alte-rechtschreibung-wieder-erlauben-aid-1.5278357

Von: Matthias Draeger
An: Ulrich Kliegis, Alexander Glück, Denk, sh-liste@9jetzt.de, eltern_in_sh@elternverin-sh.de

Lieber Uli,

hier der Text (Auszug) einer dpa-Meldung vom 31. 7. zum Thema. Daß man auch nach Eingeständnis der Beteiligten, daß das ein Flop war, daran festhält und – wohl wegen „Mittäterschaft“ (Zeitungen) – darüber am liebsten gar nicht mehr berichtet – d a s ist gespenstisch.

Am Tag nach der Aufhebung des VE durch den Landtag bin ich zum Lübecker Bahnhof gegangen, wollte mal sehen, wie die Presse das kommentiert. In der FAZ habe ich nach einigem Suchen einen 6zeiler dazu gefunden, sonst praktisch nichts.

D a s ist w i r k l i c h gespenstisch!

Zehetmair wurde von mir im Oktober 1995 (!) mit 5seitigem Brief vor der RSR gewarnt, das Schreiben lag auf seinem Schreibtisch (lt. Auskunft seiner Sekretärin).

Vielleicht auch deswegen versuchte er noch, Ende 1995 die Reform anzuhalten, wollte zurückrudern.

Sein Pressesprecher Toni Schmid – wegen seiner Beraterverträge mit Bertelsmann im Kultusministerium auch Bertelsmann-Schmid* genannt – machte seinem Chef dann in 1996 einen Strich durch die Rechnung, indem er (nicht Zehetmair, sondern sein Pressesprecher) ohne Absprache mit Z. der Presse gegenüber erklärte, BAYERN werde sich an der Rechtschreibreform beteiligen.

Z. erfuhr davon am nächsten Tag aus der Zeitung!

Bayern war das erste Bundesland, das sich dazu bekannte – der Dominoeffekt war wegen der Stellung von Bayern in der Bildung vorhersehbar.

Usw., usw, usw. – die Politik w i l l ja die Bildung in Deutschland gegen die Wand fahren, bisher ziemlich erfolgreich.

Liebe Grüße!
Matthias


* Bertelsmann wollte bekanntlich das umstrittene Duden-Monopol knacken, haben sie mit solchen Mitteln dann ja auch geschafft.

Strafrechtliche Verfolgung wegen Pressemitteilung – das ist doch lustig!
Ich wurde zu Beginn des Gesetzgebungsverfahrens vom Staatsschutz (hallo?) durchleuchtet – ich weiß das von einem Abgeordneten der CDU, dem damaligen Fraktionschef.

Ich habe nach der Initiative vom CDU-Spitzenkandidaten Volker Rühe (zur Aufhebung VE getitelt: „Alle Staatsgewalt geht von Volker aus“, eine geniale Schlagzeile, die die Landeszeitung – alle Mitarbeiter der Landeszeitung hatten zum Stop der RSR bei uns unterschrieben! – dann am nächsten Tag auch landesweit als Aufmacher gebracht hat!

Als Rühe Wochen später einer 80jährigen Dame (meiner Mutter) in Kiel bei einem Festakt vorgestellt werden sollte, drehte er sich wortlos um.
Feiner Kerl, feine Manieren.

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Kevin Kraus
01.08.2015 23.05
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Ulrich Kliegis an Eltern im SHEV

Von: „Astrid Schulz-Evers“
An: „landesweite Mailingliste der Initiative G9 jetzt!“
Datum: Sat, 1 Aug 2015 23:04:37 +0200
Betreff: [G9-SH] RECHTSCHREIBREFORM: Chaos im Schreiben und Denken – Kommentar von Heike Schmoll

> Wichtig zu wissen: In SH gab es einen erfolgreichen Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform – für die der SHEV verantwortlich war:


Liebe Astrid,

da muß ich Dir leider heftig widersprechen – Für den Volksentscheid zeichnete einzig und allein Matthias Dräger mit seinen Vertrauensleuten verantwortlich, und Matthias Dräger war es, der unermüdlich (und mit einer Menge eigenen, zwar später großenteils erstattetem, aber doch erstmal altruistisch eingebrachtem Geld – und Jahren seiner Lebenszeit) für diesen Volksentscheid gekämpft hat.

Es wird auch immer wieder verschwiegen, daß der schleswig-holsteinische Landtag – viele der damals Beteiligten drücken auch noch heute die Abgeordnetenbank – ca. ein Jahr nach dem Volksentscheid dessen Ergebnis einstimmig annuliert hat – auf Betreiben und Initiative der CDU übrigens, die bei SPD und Grünen (und FDP !) damit offene Türen einrannte.

In der CDU dachte man damals allerdings sogar darüber nach, mich strafrechtlich zu verfolgen – wegen des Titels einer Pressemitteilung... (s. Anhang).

Also, nichts für ungut, aber Ehre, wem die Ehre wirklich gebührt!

Gruß,

U.

Anhang:

Schleswig-Holsteinischer Elternverein

Pressemitteilung


Kiel, 12. Juli 1999

Die CDU will die Schleswig-Holsteiner
verbarscheln !



Kiel – „Undemokratisch und von der Sache her vollkommen fehl am Platz ist die
Entscheidung der schleswig-holsteinischen CDU-Spitze, die mit eindeutiger, absoluter
Mehrheit der Wähler getroffene Entscheidung gegen die Rechtschreibreform
vom 27.September 1998 zu ignorieren und das Schulgesetz ändern zu wollen.
Herr Kayenburg, man möchte ihn Kayenböhrk nennen, hat eindeutig gezeigt, daß er
kein Volksvertreter ist. Volker Rühe ist schlecht beraten, sich von solchen Leuten
abhängig zu machen.
Wenn die Schleswig-Holsteiner eine andere Rechtschreibung wollen, werden sie
einfach anders schreiben als jetzt. Sie wollen hierfür aber von keinem Politiker eine
Vorschrift – im wahrsten Sinne des Wortes, " sagte Dr.Ulrich Kliegis, Vorsitzender
des Schleswig-Holsteinischen Elternvereins, heute in Kiel.

" Im Volksentscheid vom 27.September letzten Jahres ging es nur darum, welche Rechtschreibung
in den Schulen des Landes gelehrt wird. Hätten die Wähler die Möglichkeit
gehabt, auch gegen die Einführung einer neuen Fremdsprache Amts- und
Behördendeutsch zu stimmen, hätten sie dieses genauso eindeutig getan – wie jeder
andere Bundesbürger es auch täte, wenn er denn die Möglichkeit dazu hätte. In Bremen,
Mecklenburg-Vorpommern und Bayern wird es sehr bald so weit sein. In der neuen
Rechtschreibung gibt es keinen Unterschied mehr zwischen „Politik schlechtmachen“ und
„Politik schlecht machen“ – beides heißt da nur noch „Politik schlecht machen“ – ein
Funken Wahrheit in der Reform?

Was will Herr Kayenburg? Wessen Interessen vertritt er mit dieser – mit der entsetzten
CDU-Basis sicher nicht abgestimmten – Entscheidung? Die Interessen des Volkes sind es
jedenfalls nicht.

Diese Sache ist mindestens so schlimm wie Barschels Ehrenwort-Pressekonferenz. Die
bildungspolitische Glaubwürdigkeit, die die CDU sich mit ihrer damaligen Sprecherin
Angelika Volquartz in der Schulgesetzdebatte und im Vorfeld des Volksentscheids mühsam
verdient hatte, haben Kayenburg und Gesinnungsfreunde mit einem Schlag zerschmettert.
„Die Sprache gehört dem Volk.“ So hat es der Bundestag am 26.März 1998
mit den Stimmen der CDU beschlossen.

Im Übrigen sind wir von einer einheitlichen reformierten Rechtschreibung weiter entfernt
denn je. Nicht weniger als 16 Spielarten sind derzeit zu zählen; Verlage, Redaktionen,
einzelne Autoren legen sich ihre privaten Rechtschreibregeln wie Wahrsager die Karten.
Auch in Norwegen sollte vor Jahren die Rechtschreibung reformiert werden. Mittlerweile
gibt es dort für einzelne Worte bis zu 40 verschiedene Schreibweisen.

Schleswig-Holstein ist keine Rechtschreibinsel, es ist Festland. Die Rechtschreibregeln
der anderen Bundesländer, von den Menschen dort in Umfragen nach wie vor mit mehr
als 80% abgelehnt, sind allerdings bildungspolitischer Treibsand, in dem das Kulturgut
Schriftsprache schnell unterzugehen droht,“ sagte Dr. Kliegis abschließend.

Zur redaktionellen Verwendung, keine Sperrfrist
Schleswig-Holsteinischer Elternverein
Geschäftsstelle
24106 Kiel

http://www.elternverein.de

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Kevin Kraus
01.08.2015 06.06
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Nahe Köln
Eltern sind empört – Kinder sollen Förderschule für Flüchtlinge räumen

Freitag, 31.07.2015, 10:13

Nordrhein-Westfalen weiß kaum noch, wo man die neu ankommenden Flüchtlinge unterbringen soll. Die Stadt Bergheim bei Köln greift jetzt zu einer Maßnahme, die jetzt schon umstritten ist: Die Stadt siedelt 75 lernbehinderte Kinder in eine andere Schule um. In ihre Förderschule sollen Flüchtlinge einziehen.

Die wachsenden Flüchtlingszahlen lassen viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen zu außergewöhnlichen Mitteln greifen. Nach FOCUS-Informationen will etwa die Stadt Bergheim nahe Köln die Helen-Keller-Schule für lernbehinderte Kinder zu Gunsten neu ankommender Flüchtlinge räumen. Die 75 Schüler sollen in die benachbarte Hauptschule umquartiert werden. Entsprechende Pläne bestätigte der Bergheimer Beigeordnete Klaus-Herrmann Rössler gegenüber FOCUS.

Kinder brauchen spezielle Therapieräume

Die Eltern der Schüler reagieren entsetzt: „Das kann doch nicht sein, dass unsere Kinder nun Flüchtlingen weichen müssen”, empört sich die Schulpflegschaftsvorsitzende Daniela Rösing. Zumal die Förderschule über spezielle Therapieräume und Werkstätten verfüge, um Kinder mit Lern- und Entwicklungsstörungen in den Arbeitsmarkt vermitteln zu können.

Er könne den Unmut verstehen, entgegnet der städtische Beigeordnete Rössler, „aber Bergheim steht am Rande der Kapazitätsgrenzen; und Flüchtlinge sind genauso Menschen wie die Schüler auch”. Vom Land habe man keine Hilfe zu erwarten. dpa

focus.de 31.07.2015

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Kevin Kraus
30.07.2015 14.55
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Ulrich Kliegis an Eltern im SHEV

[SHEV] Skurril! Ex-CSU-Kultusminister Zehetmair nennt Rechtschreibreform einen Fehler

Es ist schon skurril: Gerade Zehetmair, der als Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung maßgeblichen Anteil an der Durchsetzung dieses Unfugs hatte, bekennt jetzt, daß er sich geirrt hat. Immerhin.

Nachfolgend der heutige Artikel aus Spiegel-online dazu.

spiegel.de 29.07.2015

Als Anhang füge ich außerdem die Stellungnahme des Deutschen Elternvereins e.V. bei, die ich seinerzeit, im Januar 2006, als deren damaliger Vorsitzender verfaßt und an Zehetmair geschickt habe. Interessant, daß der damalige Leitaspekt, daß die Rechtschreibung primär nicht für den Schreibenden, sondern den Lesenden relevant ist, in der Diskussion zum aktuellen Spiegel-Artikel nun mehrfach zum Tragen kommt.

spiegel.de/forum 29.07.2015

Hanebüchen auch immer noch, daß denen, die in der Schule, z.B. nach intensiver Lektüre der Werke des Literatur-Nobelpreisträgers Grass (sic!) „daß" schreiben, hierfür einen Fehler angestrichen bekommen. Von dem unseligen Krautwurstsalat neue Interpunktionsregeln mal ganz zu schweigen.

Günter Grass war damals der erste, der seine Unterschrift unter den Initiativenaufruf für eine richtige Rechtschreibung – und deren Respektierung auch im Unterricht – setzte. Unter vielen anderen folgten auch Walter Kempowski und der jüngst verstorbene Harry Rowohlt. Im Facsimile sehen Sie diese drei Voten hier:
http://www.richtige-rechtschreibung.de/

Bitte beachten Sie den Text im Anhang!

Beste Grüße, und weiterhin schöne Ferien! Aber bedenken Sie: Die Bildungskrise kennt keine Ferien, kein Wochenende, keinen freien Tag!

Daher:
Dranbleiben!
Und munter bleiben!

Ihr
U.Kliegis

Anhang:
http://www.richtige-rechtschreibung.de/StellungnahmedesDEVzuRatfdRechtschreibung0601.pdf

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Kevin Kraus
25.07.2015 16.49
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Die Verblödung

Von wegen „Früher war alles besser“: In der Heimat haben sich die Verhältnisse grundlegend verbessert. Zum Beispiel sind wir gescheiter geworden. Ja! Während sich früher der Ureinwohner mit Müh und Not durch „Volks-“ oder „Hilfsschule“ quälte, macht heute fast die Hälfte Abitur! Jeder dritte Abiturient bricht sein Studium später wieder ab und jeder siebte gilt als psychisch gestört. Das ist kein Witz! Sicher, in Südbayern liegt die Abi-Quote deutlich höher, in Großstädten sowieso, aber trotzdem sind wir irgendwie zu einer „Bildungsregion“ aufgestiegen.

Dank unablässigen Herumreformierens stieg das Niveau in jeder Hinsicht. Denken Sie an die groteske G8/G9-Debatte und die daraus resultierenden „Gelenkklassen“, die nichts mit der „Rheuma-Liga“ zu tun haben. Denken Sie an die Rechtschreibreform oder neuartige Lernmethoden wie „Schreib wie du sprichst!“, bzw. „– wie du willst!“ Sie haben in puncto Rechtschreibkompetenz bei unserer Jugend wahre Wunder bewirkt! Und die „Hauptschule“ heißt jetzt „Mittelschule“. Es wimmelt nur so von „Hochbegabten“.

Rund um unsere schöne Modellstadt tauchen seit einiger Zeit immer wieder Schilder auf, auf denen von einem Landkreis „Röhn-Grabfeld“ die Rede ist. So etwas könne schon einmal „durchrutschen“, entschuldigte man sich im Rathaus achselzuckend. Das glauben wir gerne! Durchgerutscht ist offensichtlich auch, dass der alljährlich mit großem Gedöhns zelebrierte „Irhönman“ ja eigentlich „Ironman“ geschrieben werden müsste. Aber Sportler sind eben eine „gut intrigierte Truppe“, wie es Lothar Matthäus einmal auf den Punkt brachte. Für jeden Spaß zu haben! Überhaupt: Lothar Matthäus: Wie kein Zweiter beweist dieser Fußballgott, der bekanntlich weit davon entfernt ist, das Ideal des Intellektuellen zu verkörpern, dass man nicht gut in Mathe sein muss, um „Kohle ohne Ende“ zu machen.

Mal ehrlich: In unserer Heimat galt „blöd“ schon immer viel weniger schlimm als „faul“. Der „fleißige Trottel“ wird dem „intelligenten Faulpelz“ in jeder Hinsicht vorgezogen. Er eignet sich viel besser fürs Hamsterrad! Das weiß auch die Wirtschaft. Welcher der Beiden mehr Unglück in die Welt gebracht hat, sei dahingestellt. Trotzdem: „Müßiggang“ stellt aus christlicher Sicht eine der sieben Todsünden dar. Die Dummheit nicht. Im Gegenteil! „Selig die Armen im Geiste“, lehrt uns die Bergpredigt. [...]

Dummheit kennt keine gesellschaftlichen Schranken! Eine promovierte Gleichstellungsbeauftragter/in des Staatsministeriums für Bildung monierte kürzlich über Twitter, dass im Zusammenhang mit der Mondlandung in bayerischen Schulbüchern immer nur die Fotos von Männern abgedruckt wären. Als daraufhin ein ehemaliger Mitarbeiter der NASA öffentlich zu bedenken gab, dass ja schließlich auch nur Männer auf dem Mond gelandet seien, wies sie den Einwand in scharfer Form als „typisch chauvinistische Ausrede“ zurück. Herrlich dämlich! [...]

Andreas Müller, rhoenundsaalepost.de 24.7.2015

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Kevin Kraus
23.07.2015 05.10
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Deutschtest überfordert Hamburgs Zehntklässler an den Gymnasien – Ursache: G8 ? „Lesen durch Schreiben“? [Rechtschreibreform?]

22.07.15
Bildungspolitik – Deutschtest überfordert Hamburgs Zehntklässler
Von Peter Ulrich Meyer

Ergebnisse der Vergleichsarbeiten der zehnten Klassen an Gymnasien sind erschütternd.
Hier können Sie den Test selbst durchführen.

Hamburg. Das Ergebnis der diesjährigen schriftlichen Überprüfungen in Klasse 10 muss in vielen Familien wie ein Schock gewirkt haben. Die Durchschnittsnote, die die Schüler aller 68 staatlichen und privaten Gymnasien im Fach Deutsch erzielten, betrug 3,7. Vier von fünf Schülern erreichten nur die Note Drei oder schlechter. An 17 Gymnasien lag die Durchschnittsnote bei 4,0 oder schlechter. Das Ergebnis in Mathematik war mit einem Schnitt von 3,6 nur unwesentlich besser.

Interessant ist die Erklärung für das schlechte Abschneiden der Schüler in Deutsch. "Ausschlaggebend war die Rechtschreibaufgabe", so Behördensprecher Peter Albrecht. Die Schüler mussten in einem Text des in Hamburg geborenen Schriftstellers Uwe Timm (u. a. „Die Entdeckung der Currywurst“) zwölf eingebaute Rechtschreibfehler entdecken. Die Benutzung eines Wörterbuchs war laut Albrecht erlaubt, ist aber offenbar häufig nicht realisiert worden. Das kann an der knappen Zeit gelegen haben oder auch daran, dass viele Schüler im Umgang mit einem Wörterbuch nicht mehr geübt sind.

„Es wurden im Schnitt nur 4,7 von zwölf möglichen Punkten erreicht, also nur 39,2 Prozent“, sagte Albrecht. Die Rechtschreibaufgabe sei deutlich am schlechtesten gelöst worden und habe den Durchschnitt insgesamt deutlich nach unten gezogen. „Es wird offensichtlich, dass ein Großteil der Schülerschaft der Klasse 10 die Rechtschreibung nicht sicher beherrscht“, räumt Albrecht ein. Deswegen habe Schulsenator Ties Rabe (SPD) bereits 2014 einen Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Rechtschreibung präsentiert, der nun an den Schulen umgesetzt werde. Die Schüler sollen einen verbindlichen Basiswortschatz von 800 Wörtern am Ende der Grundschule sicher beherrschen. Regelmäßige verbindliche Rechtschreibtests sowie das Verbot von Lernmethoden wie „Lesen durch Schreiben“, bei denen die Schüler jahrelang nicht auf die korrekte Rechtschreibung achten müssen, gehören ebenfalls dazu.

Die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien, die mit einer Kleinen Senatsanfrage die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten abgefragt hatte, fordert als Konsequenz insgesamt eine Stärkung der Basisqualifikationen...

Prien sieht es so: „Nur die in Hamburg besonders laxen Bedingungen zur Einbringung von Kursen, die Abschaffung der verpflichtenden Zweitkorrektur und die Ersetzung von schriftlichen Leistungen durch Präsentationen oder besondere Lernleistungen verhindern noch, dass die Hamburger Schüler im Ländervergleich beim Abitur völlig abgehängt werden.“ Die „inflationäre“ Vergabe des Abiturs unter der Verantwortung der SPD – ein Plus von fast 20 Prozent seit 2012 – werde mit einem „massiven Niveauverlust“ erkauft.
[...]

Die zwölf Fehler des Rechtschreibtests finden Sie hier.

m.abendblatt.de 22.07.2015

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Kevin Kraus
21.07.2015 15.49
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

CAU Kiel

Betreff: Bildungsforscher John Hattie am 23.08.2015 in Kiel

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der weltweit wohl bekannteste Bildungsforscher John Hattie kommt nach Kiel.

Wir laden Sie herzlich zur öffentlichen Veranstaltung am 23. August 2015, 18 Uhr, ins Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein. Weitere Informationen finden Sie unter: http://go.iqsh.de/hattie2015

Außerdem möchten wir Sie auf den gemeinsam von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und dem IQSH organisierten Weitbildungsstudiengang „Schulmanagement und Qualitätsentwicklung“ (Master of Arts) aufmerksam machen. Informationen und die Anmeldung zur nächsten Informationsveranstaltung am 31. August 2015, 16.45 – 17.45 Uhr, finden Sie unter: http://www.uni-kiel.de/schulmanagement

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Urlaub.
Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. Jens Möller und Dr. Thomas Riecke-Baulecke
-----------------------------------------------------
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Psychologie
Prof. Dr. Jens Möller
Olshausenstraße 75
D-24118 Kiel

Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein
Dr. Thomas Riecke-Baulecke
Schreberweg 5
D-24119 Kronshagen

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Kevin Kraus
12.07.2015 05.15
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Pressemitteilung der Schüler Union zur angestrebten Abschaffung der Noten an Grundschulen in SH

PR E S S E M I T T E I L U N G der Schüler Union Schleswig-Holstein zu den Mustervorschlägen des Bildungsministeriums für Berichtszeugnisse an Grundschulen (11.7.15)

Am 8. Juli hat die Landesregierung die Muster für Berichtzeugnisse für Grundschulen, die die fachliche und überfachliche Kompetenz der Schüler beurteilen sollen, vorgestellt. Dabei werden die Ziffernoten durch Bezeichnungen wie „Unsicher“, „überwiegend sicher“ etc. ersetzt.

Die Schüler Union Schleswig-Holstein hält Berichtszeugnisse für den falschen Weg, die Leistung der Grundschüler zu beurteilen, da sie für Schüler und Eltern unverständlich sind und sich keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Leistung eines Schülers ziehen lassen.

Der neu gewählte Landesvorsitzende der Schüler Union Felix Siegmon meint: „Aus unserer Sicht machen diese Maßnahmen keinen Sinn. Wir können in diesen Kompetenzrastern gegenüber Notenzeugnissen keine Vorteile sehen. Notenzeugnisse geben einen unmissverständlichen Überblick über den Leistungsstand, sind vergleichbar und eindeutig. Zudem denke ich, dass ein beschönigender Ausdruck für eine schlechte Leistung den Schüler weniger zum Aufholen seiner Lerndefizite bewegt, als eine eindeutige Ziffernote. Obwohl Berichtszeugnisse weniger über den Leistungsstand der Schüler aussagen, ist der Arbeitsaufwand für die Lehrer deutlich höher, als bei Notenzeugnissen.“

„Zudem könnten Probleme bei einem Schulwechsel sowohl innerhalb Schleswig-Holsteins als auch in ein anderes Bundesland entstehen, wenn Schüler sich mit einem Kompetenzzeugnis sich an einer Schule, die herkömmlich mit Ziffernoten bewertet, bewerben wollen, da Rückschlüsse auf den Leistungsstand des Schülers schwerer zu ziehen sind. Daher fordern wird die Festschreibung von Ziffernoten ab Klasse 3. Dabei soll es den Schulen freigestellt sein, ob sie Kompetenzzeugnisse ergänzend zu den Notenzeugnissen ausstellen, “ ergänzt der stellvertretende Landesvorsitzende Jan Plambeck.

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Kevin Kraus
08.07.2015 22.38
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Finnland ist entthront

Zu früh gefreut: Das ist der wahre Grund für Finnlands Pisa-Sieg


Dienstag, 07.07.2015, 16:54

Jahrelang war Pisa-Sieger Finnland der Vorzeigeschüler. Deutsche Politiker eiferten ihrem nordischen Idol nach, das zum Schullabor der Welt wurde. Doch eine Untersuchung offenbart, dass Deutschland nach dem falschen Vorbild strebte.

• Finnland ist bekannt für modernen Unterricht.
• Seit den 1990er-Jahren strukturiert und doktert das Land an seinem Schulsystem herum.
• Eine Untersuchung zeigt, dass ausgerechnet eine Unterrichtsmethode, die das Land bereits abgeschafft hat, seinen Schülern zum Überraschungssieg verhalf.

Anti-autoritäre Erziehung, Gruppenarbeit, längeres gemeinsames Lernen und auch noch individuelle Förderung. Mit dieser pädagogischen Wundertüte sicherte sich Finnland den Pisa-Erfolg – das glaubte man zumindest jahrelang.
Deutschland, das beim ersten Pisa-Erfolg bestenfalls noch als Mittelmaß bezeichnet werden konnte, erhielt eine bildungspolitische Ohrfeige.

Plötzlich war der klassische Frontalunterricht eine antiquierte Methode, die angesichts der Bildungsmethoden des Pisa-Siegers als Erfolgsbremse im Wettlauf um den besten Platz im internationalen Schul-TÜV galt.

Mit Frontalunterricht zur Spitze

Jeder eiferte dem Pisa-Sieger nach. Längeres gemeinsames Lernen, gepaart mit individueller Förderung, Lerngruppen statt autoritärem Frontalunterricht – das galt von diesem Zeitpunkt en vogue.


Doch eine Untersuchung des Forschers Gabriel Heller Sahlgren der London School of Economics offenbart, das Finnlands Erfolg im Jahr 2000 nicht auf der neuen Unterrichtsmethode basierte, vielmehr war er auf jene Dinge zurückzuführen, die etliche Bundesländer abschaffen wollten –
nämlich strengen Frontalunterricht.

Weiterlesen bei Focus online 07.07.2015

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Kevin Kraus
08.07.2015 06.04
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Deutscher Philologenverband:

Debatte um späteren Schulbeginn überflüssig wie ein Kropf


Als jährlich wiederkehrenden, völlig unsinnigen medialen Sommerlochfüller hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes die erneute Diskussion um einen späteren Schulbeginn in Deutschland bezeichnet. Konkret kritisierte er den entsprechenden Vorstoß von Familienministerin Schwesig als absolute Luftnummer und überflüssig wie ein Kropf.

Der DPhV-Vorsitzende bestritt zwar nicht, dass es immer wieder Wortmeldungen von Schlafforschern gebe, die einen späteren Unterrichtsbeginn befürworteten, Tatsache sei aber, dass die Nachteile eines späteren Unterrichtsbeginns viel größer seien als die Vorteile.

„Aufgrund der engen Koppelung von beruflichen Arbeitszeiten und Schulbeginn, der Taktung der Schulbusse und insbesondere der Tatsache, dass ein späterer Unterrichtsbeginn zwangsläufig zu permanentem Nachmittagsunterricht führen werde, gibt es in Deutschland keine Realisierungschance auf absehbare Zeit. Es gibt auch kein anderes europäisches Land, in dem die Schule überwiegend erst um 9 Uhr beginnt“, betonte der Verbandschef.

Meidinger zeigte sich sicher, wenn Eltern und Schüler die Wahl zwischen den Belastungen eines permanenten Nachmittagsunterrichts und eines früheren Schulbeginns hätten, würden sie die jetzigen Schulbeginnszeiten bevorzugen.

Augenzwinkernd wies der Verbandsvorsitzende darauf hin, dass es für gähnende Schüler im Unterricht verschiedene Ursachen geben könne: „Das mag manchmal der abweichende Biorhythmus sein, ab und zu einmal wenig motivierender Unterrichtsstoff, häufig jedoch auch ein Freizeitverhalten, zu dem nicht selten spätes Nach-Hause-Kommen oder sogar mitternächtliche LAN-Partys gehören.“

Von: Presse DPhV

dphv.de 07.07.2015

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Kevin Kraus
04.07.2015 06.05
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Bertelsmann, Vodafone & Co. – Wie Stiftungen die Bildungspolitik beeinflussen
Ebenso wie Vodafone-Stiftung setzen sich auch Bertelsmann, Bosch und Telekom für traditionell linke Themen ein, wie die Förderung der frühkindlichen Bildung, bessere Integration von Migranten, und Inklusion.


[Anmerkung: Der Artikel mit den Hervorhebung des SHEV kann hier nur verkürzt wiedergegeben werden]
________________________________________

Freitag, 03.07.2015

Bertelsmann, Vodafone & Co. – Wie Stiftungen die Bildungspolitik beeinflussen

Eine ganze Reihe von unternehmensnahen Stiftungen in Deutschland hat sich dem Thema Bildung und Wissenschaft verschrieben. Sie bieten sich den Bildungseinrichtungen gern als finanzkräftige Kooperationspartner an. Damit setzen sie öffentlich Themen – ganz ohne demokratische Legitimation, wie Kritiker bemängeln. Ist der Einfluss der Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik wirklich problematisch?

Von Claudia van Laak und Benedikt Schulz

[...]

Vorwurf: Die Stiftungen verfolgen eine neoliberale Agenda

Für Gewerkschaftler, Studierendenvertreter und Bildungspolitiker aus dem linken Spektrum stehen die unternehmensnahen Stiftungen unter Ideologieverdacht. Ihr Einfluss, ihre Macht sei seit den 90er-Jahren stark gewachsen. Die Stiftungen verfolgten – nicht immer offen – eine neoliberale Agenda, wollten aus Deutschlands Schulen und Hochschulen wettbewerbsgetriebene Einrichtungen machen. So der Vorwurf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat sich ausführlich mit den unternehmensnahen Stiftungen beschäftigt. Andreas Keller:

„Weil Stiftungen eine immer größere Rolle spielen in der Bildungspolitik, auf diese Weise auch Bildungspolitik beeinflussen. Das kann man auf jeden Fall sagen, dass Stiftungen auf die öffentliche Meinung einen großen Einfluss gezielt nahmen, dass sie auch in der Bildungspolitik, ganz konkret in der Hochschulpolitik, auf Umstrukturierungen drängten, das ist ganz systematisch seit den 90er-Jahren gemacht worden.“

In Deutschland hat sich eine ganze Reihe von unternehmensnahen Stiftungen dem Thema Bildung und Wissenschaft verschrieben. Größter Player ist dabei die Bertelsmann-Stiftung, die jährlich rund 78 Millionen Euro ausgeben kann. Dazu kommen unter anderem die Telekom-, die Mercator-, die Bosch-, und die Vodafone-Stiftung und nicht zuletzt das zu weiten Teilen von Bertelsmann finanzierte Centrum für Hochschulentwicklung, CHE. Sie geben Studien in Auftrag, organisieren Kongresse, betreiben eigene Think-Tanks – Denkfabriken – und fördern konkrete Projekte. Blick auf die Repräsentanz der Bertelsmann-Stiftung in Berlin, Unter den Linden 1 (picture alliance / ZB / Peer Grimm)

Doch: Wie groß ist der Einfluss dieser Stiftungen wirklich? Schreiben sie heimlich die Schulgesetze? Sind sie Lobbyisten – und wenn ja, wofür? Linke Studierendenvertreter haben da eine klare Meinung:

„Lobbyismus funktioniert genau danach, dass partikulare Akteure Einfluss nehmen auf den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess, das gehört zum Parlamentarismus dazu, befruchtet ihn auch, dem liegt aber eine Ungerechtigkeit zu Grunde: Wer kann sich überhaupt leisten zu lobbyieren? Natürlich nur diejenigen, die über die Ressource verfügen.“

Sandro Philippi ist Vorstandsmitglied im freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften, kurz fzs, und damit qua Amt ein Kritiker des Einflusses, den Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik nehmen. Für ihn sind sie Meinungsmacher. Philippi nennt ein Beispiel: Kaum ein Artikel zum Thema frühkindliche Bildung kam im vergangenen Jahr ohne einen Verweis auf die Bertelsmann-Studie aus, die ein Defizit von 120.000 Erzieherinnen und Erziehern festgestellt hatte. Themen öffentlich setzen, das gelingt den Stiftungen mit Erfolg. Drei Überschriften aus den letzten Monaten:

„Studie der Bertelsmann-Stiftung: Flüchtlinge sollen leichter Jobs bekommen“

„Studie der Vodafone Stiftung: 20.000 Jugendliche sind vom Sozialsystem entkoppelt“

„Studie der Mercator-Stiftung: Die Bildung ihrer Kinder geht Migranten über alles“

Einfluss nehmen auf gesellschaftliche Debatten, das tun auch andere. Gewerkschaften veröffentlichen ebenfalls Untersuchungen, die Studierendenschaften wollen gehört werden und machen Pressearbeit. Das weiß auch Sandro Philippi. Er vermisst aber die demokratische Legitimation der Stiftungen.

[...]

Centrum für Hochschulentwicklung – nachweislicher Einfluss
Mit ihrem Centrum für Hochschulentwicklung CHE – einer gemeinsamen Institution von Hochschulrektorenkonferenz und Bertelsmann-Stiftung – hat diese Stiftung nachweislich Einfluss auf die Bildungspolitik genommen. Ernst-Dieter Rossmann, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, moniert:

„Wenn ich Einfluss hätte in der Hochschulrektorenkonferenz, würde ich mir eine solche Kooperation verbitten, weil ich finde, dass das einen Tick zu viel ist. Da müssen wir in der Tat aufpassen, dass es nicht aus Finanznot der öffentlichen Hand dazu kommt, dass sich dann eigentlich öffentliche Aufgaben, die über den Staat gemacht werden oder die von öffentlich geprägten Institutionen gemacht werden, mit anlehnen an wirtschaftliche Unterstützung.“

Der Einfluss des CHE auf die Politik, speziell auf das 2006 beschlossene nordrhein-westfälische Hochschulfreiheitsgesetz, ist mehr als deutlich.


Noch bevor der damalige FDP-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart den Kabinettsentwurf für sein Gesetz präsentierte, formulierte das Centrum für Hochschulentwicklung CHE zehn Anforderungen an ein Hochschulfreiheitsgesetz. Mit klarer Stoßrichtung – weniger Staat und mehr Autonomie für die Hochschulen.

[...]
Hieß es beim Entwurf des FDP-geführten Wissenschaftsministeriums:

„Die Hochschulen werden als Körperschaften des öffentlichen Rechts verselbständigt und sind künftig keine staatlichen Einrichtungen mehr. Wir lösen damit die Hochschulen aus dem staatlichen Weisungsrecht.“

Auch die CHE-Forderung nach einem auch von außen besetzten Hochschulrat erfüllte der Gesetzentwurf.

Leitbild der unternehmerischen Hochschule eingeführt

Hat da eine Lobbyorganisation dem Minister die Feder geführt? Andreas Pinkwart, heute Rektor einer privaten Leipziger Hochschule, wollte sich zu diesen Vorwürfen nur schriftlich äußern.

[...]

Kritik am Hochschulranking

Durch das Hochschulranking, eine Art Stiftung Warentest für Hochschulen, übt das CHE einen beträchtlichen Einfluss auf die deutsche Hochschullandschaft aus.
Und auch wenn die Gütersloher seit Jahren an der Methodik feilen – die Kritik daran begleitet das Ranking seit seinem Bestehen.

[...]

Studierendenvertretern wie Sandro Philippi geht es nicht nur um den unmittelbaren Einfluss von Bildungsstiftungen, sondern auch um die Frage, welche – vielleicht verdeckte – Agenda diese verfolgen.

„Ich bin ziemlich sicher, dass die Ideologie eine solche ist, dass die besten Steuerungseffekte, die effizienteste gesellschaftliche Leistung daraus resultiert, dass man in einem Wettbewerb zueinander steht. Und zwar auf allen Ebenen.“

Die Art des neu an den Unis entstandenen Wettbewerbs aber begünstige nicht unbedingt die beste Bildung.

Jüngste Vodafone-Veröffentlichungen lesen sich gar nicht neoliberal


Mark Speich von der Vodafone-Stiftung erklärt dagegen: Uns geht es um Chancen- und Teilhabegerechtigkeit – und tatsächlich lesen sich die jüngeren Veröffentlichungen von Vodafone ganz und gar nicht neoliberal. Mark Speich:

„Wenn es neoliberal ist, dass man sich dafür einsetzt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien gelingenden Bildungsaufstieg erleben können, dann würde ich mich zu dem Begriff auch ganz offensiv bekennen, also insofern ist dieser schillernde Begriff etwas schwierig.“

Ebenso wie Vodafone-Stiftung setzen sich auch Bertelsmann, Bosch und Telekom für traditionell linke Themen ein, wie die Förderung der frühkindlichen Bildung, bessere Integration von Migranten, und Inklusion. Doch Kritiker bleiben skeptisch...

[...].

Die Bertelsmann-Stiftung hält die Mehrheit am Konzern und finanziert sich im Wesentlichen durch dessen Gewinne. 2014 hat die Stiftung so etwa 117 Millionen Euro eingenommen. Ein solches Modell hat Vorteile für das Unternehmen – es spart Steuern. Andreas Keller von der GEW kritisiert:

„Auf diese Weise haben sie die Möglichkeit, salopp formuliert, zweckgebunden Steuern zu zahlen, sie sparen Steuern und geben dieses gesparte Geld dann über Stiftungen für bestimmte Zwecke aus, das ist nicht alles reine Philanthropie, wie das häufig so getan wird, das sind Steuersparmodelle.“

[...]

Grundsätze für die Zusammenarbeit mit Stiftungen

Ist der Einfluss der Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik wirklich problematisch? Oder anders gefragt: Helfen die privaten Einrichtungen nicht, der föderalen Kultusbürokratie Beine zu machen? Diese Meinung vertritt Michael Kretschmer, Vize-Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und im Beirat des Bundesverbands deutscher Stiftungen.

„Das, was die Stiftungen im Bereich Wissenschaft und Bildung tun, sind neue Innovationen, das Ausprobieren von Dingen, die bislang nicht da waren, neue Konzepte, dafür fehlt in den Ländern in aller Regel das Geld und es fehlt am Ende auch an den kreativen Ideen.“

Dass die Stiftungen früher als andere Defizite im deutschen Bildungswesen erkannt und Impulse gegeben haben, geben auch Kritiker wie Andreas Keller von der GEW zu. Der SPD-Politiker Ernst Dieter Rossmann formuliert folgende Grundsätze:

„Stiftungen dürfen nicht Gesetze schreiben, Stiftungen dürfen nicht die öffentliche Hand, deren Finanznot, ausnutzen können. Stiftungen sollen ihren Rahmen finden, aber in diesem Rahmen können sie Impulse geben, können sie Diskurse mit fördern, können sie Gutes tun. So würde ich die Stiftung aktuell wahrnehmen im Bildungsbereich – und so sollten wir das auch für die Zukunft halten.“

deutschlandfunk.de 03.07.2015

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Kevin Kraus
28.06.2015 04.57
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

-------- Weitergeleitete Nachricht --------
Betreff: Kommentar zur Ablehnung der Volksinitiative gegen das Turbo-Abitur im NRW-Landtag
Datum: Sat, 27 Jun 2015 16:36:31 +0200
Von: Elterninitiative
An: astridschulz[et]onlinehome.de

114 Abgeordnete haben die von über 100.000 Bürgern beantragte Erlaubnis
des Abiturs nach 13 Jahren am 24.06.2015 mit einem Achselzucken beiseite
gewischt.

Das Verhalten der Abgeordneten im Landtag wirft dabei viele Fragen auf:

Alle Redner sprachen darüber, dass sie „nachgedacht“ hätten. Bei diesem
Denken kam bei den Grünen heraus: Die von den Bürgern vorgebrachten
Tatsachen ließen sich nicht eindeutig auf das Turbo-Abitur zurückführen.
Deshalb sei es unverantwortlich, das Turbo-Abitur, das nur einen Grund
für die angesprochenen Probleme darstelle, anzutasten.

Wo kämen wir denn auch hin, wenn Politikerinnen einen Faktor, der neben
anderen für die Situation verantwortlich ist, ändern würden. Dann würde
ja die Situation der Kinder und Jugendlichen verbessert! Stattdessen
gefallen sich die Politiker/innen in Schuldzuweisungen an die Eltern und
die Gesellschaft als Ganze. Dort müsse man politisch aktiv werden.
Natürlich, denkt sich der geneigte Hörer, wir zeigen auf den Faktor, der
gesetzlich nicht beeinflusst werden kann und weigern uns, daran zu
arbeiten, was wir selbst verursacht und verantwortet haben.

Frau Voigt-Küppers von der SPD möchte „das Kind nicht mit dem Bade
ausschütten“. Welches Kind soll da eigentlich mit Hilfe des
Turbo-Abiturs geschützt werden? Ist es die gebundene (gezwungene)
Ganztagsschule, oder sind es Gesamt- und Sekundarschulen? Um lebende
Kinder ging es dabei jedenfalls nicht.

Die FDP in Person von Frau Gebauer wollte die „Gymnasien stärken“.
Insbesondere die ostdeutschen Länder seien dort Vorbilder. Ja, Frau
Gebauer, wir können noch viel aus der Tradition des SED-Staates lernen.
Insbesondere die Bevormundung der Eltern hat dort eine gute Tradition.
„Die Schule muss auf der Grundlage des Marxismus / Leninismus in den
Unterrichtsfächern die fortschrittlichen Ergebnisse der Wissenschaft,
insbesondere der Sowjetwissenschaft vermitteln, um die Jugend zu
befähigen, den Kampf um die Erfüllung der im Fünfjahrplan gestellten
Ziele erfolgreich erfüllen zu können“. Völker hört die Signale.
„Stärkung der Gymnasien“ durch Streichung von Bildungs- und Lerninhalten
und Senkung des Niveaus – das ist sicherlich höhere Dialektik.

Apropos Dialektik: Im Jahr 2008 verlautbarte die grüne schulpolitische
Sprecherin Beer aus der Opposition:
„Das, was Sie mit Ihrem „G8“-Feldversuch tagtäglich anrichten, ist
einfach nur grob fahrlässig gegenüber den betroffenen Schülerinnen
und Schülern.“
„Alarmzeichen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und
diffuse Schulangst nehmen zu. Die Flucht in die Nachhilfe wächst. – Das
ist keine Dramatisierung.“
Die gleichen Aussagen im Jahr 2015 von über 100.000 Bürgern vorgebracht
werden von Frau Beer nun als „unbelegt“ und „nicht nachvollziehbar“
bezeichnet.

Dazu passt das Wahlprogramm der SPD aus dem Jahr 2010:
„Das Turboabitur erzeugt unangemessenen Lerndruck, verhindert
Durchlässigkeit und überfordert die Schulen bei der Umsetzung. Das
werden wir korrigieren. Wir werden den Schülerinnen und Schülern den Weg
zum Abitur nach zwölf, aber auch nach 13 Jahren offen halten. Ein
generelles Abitur nach zwölf Jahren lehnen wir ab.“

Heute heißt von Seiten der SPD stattdessen: die Erlaubnis zum Abitur
nach 13 Jahren lehnen wir konsequent ab.

Einzig das Verhalten der Piraten und der CDU zeigte einen gewissen
Respekt vor 75 % der Wähler, auch wenn die Rede des CDU-Mannes Kaiser
mit der Pointe, dass kein Abiturient, den er kenne, gegen das
Turbo-Abitur sei, ein Schlaglicht auf den Horizont der ihm bekannten
Welt wirft.

Marcus Hohenstein

Vertrauensperson der Volksinitiative
„Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien“
Kohlbettstraße 6
57072 Siegen
...
hohenstein[et]g9-jetzt-nrw.de

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Kevin Kraus
25.06.2015 10.25
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Protest gegen „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht schwillt an – über 4.000 Demonstranten in Stuttgart
Auch in SH ist dieses Thema mehr oder weniger aktuell...
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news4teachers.de 2015/06

Protest gegen „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht schwillt an – über 4.000 Demonstranten in Stuttgart

STUTTGART. Ist Sexualität ein öffentliches Thema oder gehört es in die Privatsphäre? Teilnehmer der «Demo für alle» haben gegen zu viel staatlichen Einfluss plädiert. Die Bewegung wird langsam zum Problem für Grün-Rot in Baden-Württemberg – gut neun Monate vor der Landtagswahl. So viele Menschen wie nie zuvor haben heute in Stuttgart gegen eine Aufwertung des Themas „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht demonstriert.

[Foto: Demo für alle] Mehr als 4000 Menschen demonstrierten heute in Stuttgart gegen den Aktionsplan der Landesregierung.

Öffnung der Ehe für Homosexuelle oder Vorrang für die Ehe mit Vater, Mutter, Kind: Befürworter einer völligen Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen sowie Verfechter des klassischen Familienbildes haben sich am Sonntag in Stuttgart unversöhnlich gegenübergestanden. Bei einer Demonstration gegen die Aufwertung des Themas sexuelle Vielfalt blieb es bis auf Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und Polizisten zwar weitgehend friedlich. Allerdings attackierten sich beide Lager verbal. Ein Großaufgebot von Beamten, darunter Bereitschaftspolizisten aus Göppingen und Bruchsal, versuchten die Demonstrationen von einander zu trennen. Es habe einige Festnahmen unter anderem wegen Beleidigungen gegeben.

Rund 250 Gegner der sogenannten «Demo für alle», die für konservative und christliche Werte eintritt, hatten sich mit Regenbogenfahnen und -luftballons – Symbole der Schwulen- und Lesbenbewegung – am Stuttgarter Schlossplatz versammelt. Einige skandierten: «Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda.»

Auf der anderen Seite standen nach Polizeiangaben 4000 Menschen, darunter Geistliche, mit rosa und blauen Luftballons. Nach Angaben von Organisatorin und Demo-Moderatorin Hedwig von Beverfoerde war es die größte von fünf solcher Veranstaltungen. Ihr Protest richtet sich gegen die Pläne der grün-roten Landesregierung gegen sexuelle Diskriminierung und für mehr Toleranz etwa durch des Thema Vielfalt im Schulunterricht. Im Bildungsplan 2016 soll die Akzeptanz auch sexueller Vielfalt festgeschrieben werden; im Aktionsplan sind etliche Schritte aufgeführt, um die Gleichstellung von homo-, bi-, inter- und transsexuellen Menschen mit Heterosexuellen zu erreichen.

Die Demonstranten befürchten infolge dessen eine «Frühsexualisierung» und «Gender-Experimente» mit Kindern, «Gehirnwäsche» von Jugendlichen und die Abschaffung der Ehe. Die Besucher der «Demo für alle», darunter viele Familien mit Kindern, wehrten sich auch gegen die Forderung des Bundesrates an die Bundesregierung, homosexuelle Partnerschaften komplett mit der Ehe gleichzustellen.

Zu den Rednern gehörten AfD-Mitglied Lukas Kuhs, Christoph Scharnweber vom evangelischen Arbeitskreis der CDU Heilbronn sowie der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung Rhein-Neckar, Malte Kaufmann. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß und Thomas Dörflinger schickten Grußworte ebenso wie der katholische Weihbischof Thomas Maria Renz der Diözese Rottenburg/Stuttgart. Der Kirchenmann sieht die Grundlage des Menschseins, nach seiner Meinung die Verbindung zwischen Mann und Frau, in Gefahr.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf hatte gesagt, seine Fraktion werde an der Demonstration nicht teilnehmen, äußerte aber Verständnis für die Demonstranten. Der Chef der «La Manif Pour Tous», einer ähnlichen Bewegung wie «Demo für alle» in Frankreich, sprach am Sonntag von «teuflischen Folgen» einer Öffnung der Ehe für Homosexuelle.

Die Vorsitzende der Grünen Jugend Baden-Württemberg, Lena Christin Schwelling, warf den «Familienkreuzrittern» vor, ein homophobes und frauenfeindliches Weltbild zu vertreten. «Für uns ist fundamental wichtig, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.» An sexueller Selbstbestimmung sei gar nichts zu kritisieren. Das müsse auch Wolf einsehen, der angeregt hatte, Themen wie Sexualität wieder mehr ins Private zu verlagern. «Wer Sexualität verstecken muss, ist nicht frei.» Unter den Zuhörern waren auch lokale FDP-Politiker.

Die Pläne im Land und Bund zielen nach Ansicht von von Beverfoerde auf das Aushöhlen der klassischen Ehe ab. Die Mutter von drei Kindern betonte: «Ehe bleibt Ehe, und zwar zwischen Mann und Frau.» Alles andere komme einem Dammbruch gleich, nach dem auch Vielehe und Leihmutterschaft möglich werden könnten. Vorwürfe des linken Spektrums, den Nährboden für Rechtsextremismus zu bereiten, wies sie zurück. «Wir stehen auf dem Boden des Grundgesetzes.» Werde dieses allerdings umdefiniert, könne man den Vertreter des Schutzes der Ehe nicht vorwerfen, nicht mehr zur Verfassung zu stehen. Von Beverfoerde drohte Grün-Rot mit einem Denkzettel bei der Landtagswahl 2016: «Die Landesregierung soll sich warm anziehen, wenn sie weiter Volkes Stimme ignoriert.» Von Julia Giertz, dpa

Zum Bericht: „Sexuelle Vielfalt“ auch im Unterricht: Kretschmann verteidigt Aktionsplan – CDU: Ohne Augenmaß

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Der Link zum Mitzeichnen:
http://www.civilpetition.de/kampagne/sexualpaedagogik-der-vielfalt-darf-keine-schule-machen/startseite/
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Kevin Kraus
19.06.2015 05.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Do., 18.06.2015

G8-Gegner: „Schule erhebt Anspruch auf das Leben der Kinder“

[Foto: dpa]

Die Elterninitiative „G9 jetzt“ kritisiert das Abitur nach acht Gymnasialjahren: Höherer Zeitdruck, weniger Lerntiefe und kaum noch Freizeit. Foto: dpa

Düsseldorf –

Höherer Zeitdruck, weniger Lerntiefe und kaum noch Freizeit: Mit dieser Beschreibung untermauert die Elterninitiative „G9 jetzt“ ihre Forderung, das sogenannte Turboabi nach nur acht Gymnasialjahren wieder abzuschaffen.

Von Hilmar Riemenschneider

Die Schule hat den Anspruch auf das vollständige Leben der Kinder erhoben“, beklagte der Sprecher der Initiative, Marcus Hohenstein, am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Dort präsentierte er die Argumente der Volksinitiative für eine Rückkehr zum Abitur nach Klasse 13, die 98 843 wahlberechtigte Bürger unterschrieben haben. Damit haben sie erzwungen, dass der Landtag kommende Woche darüber entscheidet.

Hohenstein kritisierte, in der Unter- und Mittelstufe leide das Niveau der Gymnasiasten, weil ihnen weniger Zeit bleibe, um das Gelernte zu vertiefen. Vor allem in Mathematik zeigten sich die Defizite später auch in der Oberstufe. Die Folge sei eine unzureichende Qualifikation für bestimmte Berufe, argumentierte Hohenstein. Er sprach von „einem Übergriff der Schule auf das Leben der Kinder“, weil kaum noch Zeit bleibe für Sportvereine, musikalische Aktivitäten, freiwillige Feuerwehr oder kirchliche Veranstaltungen. Auch das familiäre Leben leide, weil etwa ein gemeinsames Mittagessen nicht mehr möglich sei. Auch zunehmende psychische Probleme führt die Initiative auf das Turboabi zurück. Die Arbeitsbelastung der Schüler habe ein Ausmaß angenommen, „das alles Sinnvolle übersteigt“, sagte Hohenstein.

Vor allem die faktischen Grundlagen seiner Argumente hinterfragten die Abgeordneten im Schulausschuss sehr kritisch. Für die CDU erinnerte Fraktionsvize Klaus Kaiser daran, dass eher Real- und Hauptschüler bei den freiwilligen Feuerwehren zu finden seien. Er zweifelte an, dass sich der Anteil der Gymnasiasten messbar verändert habe. G8 könne nicht als einzige Ursache der beschriebenen Phänomene gelten, kritisierte die Grünen-Schulexpertin Karin Schmitt-Promny. In Kitas und Grundschulen entschieden sich Eltern bewusst für Ganztagsangebote, bemerkte SPD-Fraktionsvize Eva-Maria Voigt-Küppers.

Es gilt als sicher, dass SPD, CDU, Grünen und FDP die Initiative ablehnen. Erst im Frühjahr hatte der Landtag die Verbesserungsvorschläge des Runden Tisches für G8 beschlossen, um den unbestrittenen Stress für Schüler zu reduzieren.

http://linkis.com/www.wn.de/NRW/4cbm4

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