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Hirnforschung
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Sigmar Salzburg
27.04.2016 18.42
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Was wir schon immer ahnten

Das Lexikon unseres Gehirns
Wenn wir Sprache hören und verarbeiten, reagieren darauf je nach Wortbedeutung ganz unterschiedliche Areale unseres Gehirns. Einen ersten Atlas dieses semantischen Netzwerks haben nun US-Forscher erstellt.

Unser Gehirn verarbeitet Sprache keineswegs nur in den bekannten Sprachzentren. Stattdessen aktivieren gehörte Wörter ein über unser ganzes Gehirn verteiltes Netzwerk, wie der erste detaillierte Atlas dieses semantischen Systems zeigt.

Der von US-Forschern erstellte Atlas gibt erstmals einen Einblick darin, wo unser Gehirn welche Sprachinhalte verarbeitet. Demnach aktivieren Wörter mit eher sozialer Bedeutung andere Hirnareale als Farbwörter, Ortsangaben oder Zahlen.

Nach gängiger Theorie verarbeitet unser Gehirn Sprache vor allem in zwei speziell darauf ausgelegten Zentren, dem Broca- und dem Wernicke-Areal, die bei den meisten Menschen in der linken Gehirnhälfte liegen. Wollen wir gesprochene Wörter verstehen, ist zudem das Hörzentrum beteiligt, das die Sprachlaute sozusagen vorsortiert und aufbereitet. Soweit die lange Zeit vorherrschende Lehrmeinung.

Doch dank der immer feiner werdenden Auflösungen bildgebender Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) haben Neurowissenschaftler inzwischen festgestellt, dass Sprache in unserem Gehirn eine weitaus vernetztere und umfassendere Aktivität auslöst. Demnach sind erheblich mehr miteinander verknüpfte Regionen beteiligt als lange Zeit angenommen. [...]

Überraschend symmetrisch und ähnlich

Das Ergebnis: Insgesamt sind am semantischen Netzwerk unseres Denkorgans mehr als 130 verschiedene Areale beteiligt. Überraschenderweise verteilen diese sich nahezu gleichmäßig über das gesamte Gehirn – von einer Dominanz der traditionellen Sprachzentren der linken Hirnhälfte keine Spur. „Das ist ein erstaunlicher Aspekt unseres Gehirnatlas“, konstatieren Huth und seine Kollegen. [...]

Und noch etwas enthüllt der neue semantische Atlas unseres Denkorgans: Wo welche Wörter verarbeitet werden, ist trotz kleinerer individueller Unterschiede bei allen Menschen sehr ähnlich. So aktivieren beispielsweise Wörter aus dem sozialen Kontext unter anderem Areale im seitlichen Scheitellappen und im Schläfenlappen, bei eng mit dem Sehen verknüpften Wortbedeutungen reagieren vornehmlich – aber nicht nur – Neuronen in der Nähe der Sehrinde. Interessant auch: Wörter, die je nach Kontext eine ganz unterschiedliche Bedeutung haben können, aktiveren je nach semantischem Zusammenhang auch jeweils andere Areale. [...]

„Mit dieser Methode könnten daher künftig auch andere Aspekte der Sprache, wie Laute oder Syntax, kartiert werden“, so die Forscher.

Quelle: Alexander Huth (University of California, Berkeley) et al., Nature, doi: 10.1038/nature17637

wissenschaft.de 27.4.2016

PS.: Widerlegt ist damit die Annahme, daß die Sprache im Gehirn auf zwei Zentren begrenzt ist. Bewiesen ist damit aber nicht, daß sie nun ausgedehnter lokalisiert ist. Eine ganzheitliche Abspeicherung in der Art eines Hologramms scheint mir am wahrscheinlichsten.

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Sigmar Salzburg
26.11.2014 19.41
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Hirnforschung:

Hunde verstehen uns besser als gedacht
Victoria Ratcliffe und David Reby von der University of Sussex in Falmer hatten in unterschiedlichen Experimenten jeweils 25 Hunden Laute vorgespielt, und zwar auf beiden Ohren gleichzeitig...
Ob die ähnliche Sprachverarbeitung zwischen Mensch und Hund eine Folge der Domestizierung ist und ob sie auch bei anderen Haus- und Wildtieren ähnlich ist, müsse weiter untersucht werden.
spiegel.de 26.11.2014

Das ist bereits geschehen. Ich habe meinen Kaninchen Laute vorgespielt, und dabei ist das Instrument beschädigt worden.

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Sigmar Salzburg
23.08.2012 06.08
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Hirnforschung

Das Computermodell des Gehirns ist gescheitert:

Die menschliche Selbsterfahrung ist sehr viel komplexer als bisher angenommen

… Selbsterfahrung ist die klare Erkenntnis und Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit mit allen Stärken, Schwächen, Gedanken, Verhaltensweisen, Motivationen und Emotionen. Bislang gingen Neurowissenschaftler davon aus, dass dieses Ichbewusstsein von drei Teilen der Großhirnrinde abhängt: Inselrinde, präfrontaler Cortex und anteriorer cingulärer Cortex. Diese Annahme muss jetzt jedoch überdacht werden, denn die Forscher um Carissa Philippi von der der University of Iowa brachten durch ihre Studie unter Mithilfe des als „Patient R“ bezeichneten Mannes völlig neue Zusammenhänge ans Licht.

Der 57-Jährige hatte einen erheblichen Hirnschaden erlitten. Dabei sind gerade die drei Regionen beschädigt worden, die bisher als die entscheidenden Areale für die Selbsterfahrung galten. Der Patient hat nur noch 10 Prozent des Gewebes der Inselrinde und von dem anterioren cingulären Cortex ist nur noch ein Prozent übrig_geblieben. Aus diesem Grund dürfte er sich eigentlich gar nicht mehr selbst erkennen und sich seiner bewusst sein können. Doch der 57-Jährige, den Carissa Philippi und ihr Team seit 2009 untersuchen, bestand alle Tests… Coautor Justin Feinstein kommentiert abschließend: „Es ist offensichtlich: Die Neurowissenschaft fängt gerade erst an zu verstehen, wie das menschliche Gehirn ein so komplexes Phänomen wie die Selbsterfahrung entwickeln kann.“

wissenschaft.de 22.8.2012

Siehe auch Lurija und hier.

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