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Junge Freiheit
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Sigmar Salzburg
16.05.2013 10.26
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Die Schlechtschreibreform hat uns um 100 Jahre zurückgeworfen

Der gelernte Lehrer H. Bosselmann schreibt in „Junge Freiheit“:

Utes Post
Am 19. Januar 1971 schreibt die noch nicht siebenjährige Ute Niemeyer aus der Eichenstraße 10 in 1110 Berlin-Niederschönhausen einen Brief an Ihre Großeltern nach 2060 Waren/Müritz, Melkertstraße 15.

Es ist der erste Brief ihres Lebens...

Der Brief, sauber und in recht großen Buchstaben mit Tinte auf einfach liniertem Papier geschrieben, lautet:

„Lieber Opa, liebe Oma! Papa, Mama und ich gehen gleich zu Tante Trude baden. Heute ist es warm und glatt und neblig. Da müssen wir aber aufpassen, damit wir nicht hinfallen. Ich habe bei Oma Lotte auf dem Hof einen Schneemann gebaut. Die Nase ist eine rote Rübe. Das ist eine feine Nase. Viele Grüße! Eure Ute“

Man konnte noch lesen und schreiben, damals

Elf Zeilen füllen das A4-Format, weil das Kind immer eine Leerzeile ließ, sechs bleiben frei für die Zeichnungen. — Zugegeben, der Schneemann hat nur ein e. Ansonsten: Das Mädchen Ute, im September ’70 eingeschult, war etwa vier Monate innerhalb der ersten Klasse zur Schule gegangen. Es beherrschte das komplette Alphabet, konnte lesen und einen kurzen, aber kompletten Brief schreiben...

Mich würde interessieren, vom welchem Erstkläßler sich ein solches Brieflein heute in Inhalt, Schreibkompetenz und Form so lesen ließe. Ich vermute, man müßte lange suchen …

Die Schlechtschreibreform hat uns um 100 Jahre zurückgeworfen

In bezug auf die sprachliche Norm fallen wir gerade trotz oder eher wegen der Rechtschreibreform ohne Zweifel hinter die II. Orthographische Konferenz von 1901 zurück; und wer die Pflege der Schreibschrift fordert, gilt mittlerweile als Reaktionär. …

Mit dem Lernen der Schreibschrift fängt kaum mehr einer an, und das „Fest des Alphabets“, also das des Lesen- und Schreibenkönnens, wird mancherorts erst in dritten Klasse gefeiert.

Ute ist heute neunundvierzig, war als diplomierte Biochemikerin unzufrieden, weil sie nach der Wende nur als Pharmavertreterin arbeiten konnte, studierte ohne Einkommen und als Mutter von vier Kindern in Regelstudienzeit Medizin nach, arbeitet als Ärztin und schreibt weiterhin gern Briefe.

jungefreiheit.de 16.5.2013

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Sigmar Salzburg
20.11.2012 08.42
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Geschwollene Bocksgesänge ¹

BERLIN. Mit scharfer Kritik hat der Grünen-Politiker Volker Beck auf eine Studie des Bundes der Vertriebenen (BdV) zur Rolle von Gründungsmitgliedern im Nationalsozialismus reagiert. „Wer vom BdV eine kritische Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit erwartet, der hält auch den Bock für einen guten Gärtner.“ Hintergrund ist die vom Institut für Zeitgeschichte herausgegebene Studie „Funktionäre mit Vergangenheit“, die deren Verhalten zur Zeit des Nationalsozialismus untersucht.

Die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach (CDU) hatte darauf hingewiesen, NS-Verstrickungen in einem zeitgeschichtlichen Kontext sehen zu müssen. „Wir wissen heute, daß quer durch alle Gesellschaftsschichten, alle Ebenen der Wirtschaft, Verwaltung, Justiz, Medien und Politik ehemalige Mitglieder der NSDAP Einfluß hatten.“

jungefreiheit.de 20.11.2012

Wir haben ein paralleles Beispiel in der Gegenwart: Hans Zehetmair war als einflußreicher Kultusminister an der Durchsetzung der „Rechtschreibreform“ beteiligt. Die Einsicht in das angerichtete Unheil trieb ihn dann dazu, seine Kraft als Rechtschreibrat für die Wiedergutmachung der entstandenen Schäden einzusetzen – gewiß nichts Verwerfliches. Aber vielleicht ist ja auch hier der Bock kein guter Gärtner.

¹) Für Spätgeborene u. Spätmerker: = Tragödie, B.Strauß parodiert.

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Sigmar Salzburg
28.09.2012 05.36
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Leider hat er recht

Michael Paulwitz schreibt bei „jungefreiheit.de“ (in normaldeutscher Rechtschreibung) über die Satirezeitschrift „Titanic“:

Reif für den Eisberg
Es gab mal Zeiten, so in den Achtzigern, Neunzigern, da war Titanic richtig gut. Als Student hatte ich sogar ein Abo. Für die funkelnd-inkorrekten Gemeinheiten, die Eckhard Henscheid regelmäßig in den „Briefen an die Leser“ unterbrachte, oder für Greser & Lenzens subversive „Führer privat“-Cartoons nahm man ein, zwei Seiten langweiliges linkes Ideologie-Gesülze gern in Kauf. Konnte man ja einfach überblättern.

Inzwischen ist es umgekehrt. Titanic ist ein politkorrektes Langweiler-Magazin geworden…

jungefreiheit.de 27.9.2012

Auch ich besitze ganze Jahrgänge von „Pardon“ und „Titanic“. Leider sind sie später auch von meiner behinderten Tochter mit Begeisterung „gelesen“ worden. Was mir dagegen heute immer auffällt, ist das fast völlige Fehlen hervorragender Zeichner, obwohl nach dem Impressum einige noch mitarbeiten – manche wohl aus dem Jenseits. In „Pardon“ kamen noch osteuropäische Karikaturisten hinzu, die in ihren Ländern verboten waren. Es wäre bedauerlich, wenn jetzt die einzige Satirezeitschrift mit anständiger Rechtschreibung an Ideenmangel zugrunde ginge.

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Sigmar Salzburg
08.07.2012 10.49
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Geschichtsvergessenheit

Josef Kraus beklagt in der „Jungen Freiheit“ (horribile dictu) in traditioneller Rechtschreibung das verkümmerte Geschichtswissen der jungen Deutschen:

Historische Amnesie
… Besonders erschreckend: Das höchst defizitäre Wissen schlägt sich auch im Urteilen nieder. Fast die Hälfte der Schüler kann nicht zwischen den Merkmalen von demokratischen und diktatorischen Systemen unterscheiden. Die Autoren der Studie stellen deshalb nicht zu Unrecht die Frage: „Später Sieg der Diktaturen?“

[Wie sollen sie auch z.B. in Schleswig-Holstein den Unterschied erkennen, wenn das Volk in einer Volksabstimmung ein Gesetz beschließt und das Parlament dies sogleich wieder annulliert?]

Verbreiteter historischer Analphabetismus
… Mehr als die Hälfte der Schüler kennt das Jahr des Mauerbaus nicht. Nur jeder dritte weiß, daß die DDR die Mauer gebaut hat. Ebenfalls jeder dritte Schüler hält Konrad Adenauer und Willy Brandt für DDR-Politiker, und der Staatsratsvorsitzende und SED-Chef Erich Honecker ist angeblich demokratisch legitimiert gewesen.

… Länder wie Hessen wollen aus ihren Geschichtslehrplänen zugunsten von „Kompetenzen“ alle konkreten Jahreszahlen, Epochenbegriffe, Namen und Ereignisse tilgen. Ein Geschichtsunterricht ohne Geschichte wird das.

Dahinter steckt Naivität – und Ideologie. Wenn deutsche Schüler wenig bis nichts über die jüngste deutsche Geschichte wissen, so reichen die Ursachen weit zurück. 1978 hatte die Kultusministerkonferenz (KMK) ihren Beschluß „Die Deutsche Frage im Unterricht“ gefaßt. Dort heißt es mit Blick auf alle Bildungseinrichtungen: „Das Bewußtsein von der deutschen Einheit und der Wille zur Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit ist wachzuhalten und zu entwickeln.“ …

Dieser Beschluß ist seinerzeit aus einer bestimmten Ecke heftig kritisiert worden. Es war die Rede von „Deutschtümelei“ und Schlimmerem. Zehn Jahre später – 1988 – galt es, erstmals Bilanz zu ziehen. Damaligen Untersuchungen zufolge war nur ein Viertel der Jugendlichen der Auffassung, daß beide Staaten in Deutschland eine Nation darstellten. 60 Prozent hatten keine Vorstellung vom Unterschied zwischen einem Volkskammer- und einem Bundestagsabgeordneten.
Damit rächte sich, daß der KMK-Beschluß von 1978 nur auf dem Papier existierte. Manchem sozialdemokratischen Kultusminister war damals die unterrichtliche Behandlung der Verletzungen von Menschenrechten in Südamerika und Südafrika wichtiger als die Einheit der Nation oder als Menschenrechtsverletzungen in der DDR.

[Und wichtiger war nun auch die gleichzeitig beauftragte „Rechtschreibreform“ anstelle der 1973 gescheiterten Kleinschreibreform – als sichtbarer Bruch mit der Geschichte.]

Ende 1995, fünf Jahre nach der deutschen Einigung, hätten die Kultusminister erneut die Chance gehabt, sich als deutschlandpolitisch mündig zu erweisen. Die Kultusminister konnten sich aber nicht auf die Verabschiedung einer Empfehlung mit dem Titel „Darstellung Deutschlands im Unterricht“ verständigen. Flankiert war das Nichtzustandekommen eines KMK-Beschlusses von Äußerungen Reinhard Höppners, des damaligen PDS-geduldeten SPD- Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, daß die frühere DDR im Entwurf der Kultusministerkonferenz zu schlecht wegkomme…

[Zugleich beschlossen die Kultusminister am 17. November 1995 die Rechtschreibreform – und dabei „behände, schnäuzen, belämmert, Gräuel, verbläuen“ und „Quäntchen“ beizubehalten, aber statt „Holokaust“ wieder „Holocaust“ vorzuschreiben. Am 1. Juli 1996 wurde dann in Wien die Umerziehung von 100 Millionen Menschen deutscher Sprache über die Köpfe der Betroffenen hinweg vereinbart.]

Anspruchsvollen Geschichtsunterricht stärken
Von daher ist es nachvollziehbar, daß manche Leute das Schulfach Geschichte gerne kleinhalten und inhaltlich entkernen möchten. Geschichte ist nämlich ein unbequemes Fach, weil es hilft, Ideologien zu zertrümmern und Legenden zu entzaubern. Deshalb möchte so mancher auf dem Wege eines seichten Geschichtsunterrichts doch lieber den „Triumph der Gesinnung über die Urteilskraft“ (Hermann Lübbe).

Dagegen hilft nur eines: Stärkt endlich den Geschichtsunterricht mit mehr Unterrichtsstunden und mit konkreten, anspruchsvollen Inhalten!

jungefreiheit.de 8.7.2012

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Sigmar Salzburg
31.12.2011 09.31
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Thomas Paulwitz

Duden will neue Schreibreform

Wie sieht die Zukunft der Rechtschreibreform aus? Sie wird weiter reformiert, wenn es nach der Duden-Fraktion im Rechtschreibrat geht. Das legen Äußerungen der Dudenredaktion und der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) nahe. Am deutlichsten äußerte sich kürzlich Werner Scholze-Stubenrecht, der Leiter der Dudenredaktion. Sein Vortrag „Rechtschreibung damals, heute, morgen“, gehalten am 10. September auf einem Symposion der GfdS zum 100. Todestag Konrad Dudens, ist nun in der GfdS-Zeitschrift Sprachdienst 6/2011 veröffentlicht worden.

Die zaghaften Versuche des Reformretters und Konrad-Duden-Preisträgers Peter Eisenberg, die Regeln mittels einer Neuformulierung nachzubessern, hatte die Mehrheit im Rechtschreibrat vor der jüngsten Neufassung Ende 2010 allerdings abgeblockt. Umgestaltungen haben nämlich nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie den im Rat vertretenen Wörterbuchverlagen keine Kosten verursachen. Kosmetische Änderungen bei der Schreibung einzelner Wörter, wie sie der Rat zum Beispiel vor einem Jahr bekanntgab, stören das Geschäft hingegen nicht; im Gegenteil, sie liefern ein willkommenes Verkaufsargument für Neuauflagen.

GfdS wirbt für Duden

So verbot der Rat zuletzt unter anderem die Wörter „Sketsch“, „Butike“ und „Scharm“ und ließ nur noch die Schreibungen „Sketch“, „Boutique“ und „Charme“ zu. Vor diesem Hintergrund ist eine Behauptung der GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels erstaunlich. Sie erklärte nämlich am 28. Juli 2011 dem Wiesbadener Kurier: „Dudens Prinzip ‚Schreibe, wie du sprichst‘ – also der phonetische Ansatz – kommt in der neuen Rechtschreibung voll [!] zur Geltung.“ Anscheinend hat sich Ewels mit der Reform nur wenig beschäftigt.

Das Gespräch mit der Zeitung liefert jedoch nicht nur einen Hinweis darauf, wie eng die als gemeinnützig anerkannte GfdS mit der Dudenredaktion verbunden ist, etwa wenn Ewels ganz unverhohlen wirbt: „Die Dudenredaktion ist seit über 130 Jahren die maßgebliche Instanz für alle Fragen zur deutschen Sprache und Rechtschreibung … Der Duden ist der ‚König‘ unter den Wörterbüchern.“ (Der Duden ist nicht maßgeblich; für die Rechtschreibung ist er es seit 1996 nicht mehr, für „alle Fragen zur deutschen Sprache“ war er es noch nie.)

Duden- und Wahrig-Fraktion

Ewels deutet darüber hinaus auch die nächste Stufe der Reform an: „Nicht gefallen würden ihm [Konrad Duden] die vielen Ausnahmen und Sonderregelungen.“ Die nächste Reform läuft demzufolge auf eine Verringerung der Doppelschreibweisen hinaus. Diese entstanden bei der Nachbesserung von 2006, als man einige traditionelle Schreibweisen wieder zuließ, ohne die reformierten wieder abzuschaffen.

Werner Scholze-Stubenrecht führt als Leiter der Dudenredaktion in seinem Beitrag für den Sprachdienst das Reformvorhaben etwas genauer aus: „Die politischen Stellen werden noch einige Zeit lang kein besonderes Interesse an erneuten Regeländerungen haben, wollen aber auf Einzelfälle beschränkte kleinere Modifizierungen der Entscheidung des Rechtschreibrates überlassen. Das wäre vielleicht eine Chance, die derzeitige Variantenvielfalt wieder ein bißchen abzubauen, die aus Sicht des Dudens und des größeren Teils seiner Kundschaft schlicht unpraktisch ist.“

Doch sogar die scheinbar einfache Verringerung der Variantenzahl birgt Zündstoff. Der Rechtschreibrat ist hier nämlich in eine Duden- und in eine Wahrig-Fraktion geteilt. Zu letzterer gehört zum Beispiel der Ratsvorsitzende Hans Zehetmair höchstpersönlich, der für die Wahrig-Wörterbücher die Vorworte schreibt. Wie erwähnt, hatte die 2006er-Reform zahlreiche bewährte Schreibungen wieder zugelassen, die reformierten Schreibweisen allerdings daneben weitergelten lassen. Für rund 3.000 Wörter gibt es nun zwei mögliche Schreibweisen.

Das Geschäftsinteresse bestimmt die Rechtschreibung

Dies nutzten Duden und Wahrig aus, um 2006 unterschiedliche und willkürliche Empfehlungen zu geben und sich ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal zu sichern. Während Duden dabei eher die reformierten Formen von 1996 bevorzugte („bei Weitem“), neigte Wahrig eher den traditionellen Schreibweisen zu („bei weitem“).

In der Wahrig-Auflage von 2009 schloß sich dann Wahrig allerdings der Schreibweise der Nachrichtenagenturen an, die wiederum eine Mischung aus den Empfehlungen von Duden und Wahrig aus dem Jahr 2006 darstellt: Wo Duden- und Wahrig-Empfehlungen nicht übereinstimmten, entschieden sich die Nachrichtenagenturen für die traditionelle Schreibweise. So ist ein heilloses Durcheinander entstanden, dem die Zeitungen nur mit Hilfe von Korrekturprogrammen Herr werden können. Diese Programme werden von Duden und Wahrig bereitgestellt.

Wenn Duden nun das Ziel vorantreibt, die Zahl der Varianten zu senken, dann deutet dies darauf hin, daß sich das Unternehmen gegenüber Wahrig im Nachteil sieht und ihm einen Wettbewerbsvorteil entziehen will. Wieder einmal wird nicht die Sprachrichtigkeit, sondern das geschäftliche Interesse im Vordergrund stehen. Scholze-Stubenrecht schließt seinen Beitrag mit den Worten: „Vielfalt ist nicht dasselbe wie Beliebigkeit.

Das muss keineswegs zur Pedanterie führen – Konrad Duden hat zu seiner Zeit mit seinen Mitteln viel erreicht, weil er sich stets den Blick für das Machbare und Vernünftige bewahrt hat. Nicht zuletzt darin kann er uns auch heute noch ein Vorbild sein.“ Ob der Blick fürs Vernünftige nun endlich in den Rechtschreibrat einziehen wird, dürfen wir indes getrost bezweifeln

Junge Freiheit 31.12.2011

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Sigmar Salzburg
15.12.2011 17.20
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Mecklenburg-Vorpommern

Endstation Bildung
[…]
Ein glückloser Schulpraktiker geht
Kultusminister war von 2006 bis 2011 der ehemalige Direktor des Neustrelitzer Gymnasiums, Henry Tesch, ein Schulpraktiker also, dessen persönliche Qualifikation ansonsten darin bestand, in der DDR neben der Mitgliedschaft in den obligatorischen Massenorganisationen wenigstens jene in der SED ausgelassen zu haben und als Geschichtslehrer vor wie nach der Wende souverän zurechtgekommen zu sein – ein Vorzug, den er mit den allermeisten Kollegen allerdings teilt, die heute das Grundgesetz ebenso plausibel als Errungenschaft vertreten können wie weiland die Verfassung der untergegangenen Republik. Die Amtszeit des spät in die CDU Eingetretenen galt vor den letzten Landtagswahlen als glücklos […] die neuerliche große Koalition wollte ihm den Ministersessel nicht noch einmal freihalten.

Ein „Kämpfer gegen Rechts“ kommt
Den bekommt jetzt der als „Bildungsexperte“ der SPD-Fraktion firmierende Mathias Brodkorb. Mehr als alles andere dürfte ihn gerade in diesen Tagen qualifizieren, daß der vormals aus der PDS in die Sozialdemokratie hinübergerutschte Landtagsabgeordnete ein bekannter und geradezu enthusiasmierter „Kämpfer gegen Rechts“ ist, der zwar nie Lehrer war und es schwer haben wird, die eklatanten Bildungsnotstände zu verbessern, aber dafür politisch um so richtiger liegt. Immerhin betrieb er als Mitbegründer und Redakteur die Internetseite „Endstation rechts“ […]

jungefreiheit.de 15.12.2011

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Sigmar Salzburg
03.12.2011 09.14
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… zu Zehetmair auch noch Thomas Paulwitz:

Zehetmairs Krokodilstränen
Ganz schön dreist: Erst verkorkst er die deutsche Rechtschreibung, dann wundert er sich, warum die Rechtschreibleistungen nachlassen, und schiebt auch noch den Lehrern die Verantwortung zu. Am 29. November ließ Hans Zehetmair, der Vorsitzende des Rats für deutsche Rechtschreibung, eine Pressemitteilung verbreiten, in der er verlauten ließ:

„Der Rat weiß um die Schwierigkeiten, die bereits in der Vermittlung von Rechtschreibung liegen: Didaktisch an die jeweiligen Jahrgangsstufen angepasste Konzepte sind rar, oftmals wird der betreffende Sachverhalt eins zu eins aus dem amtlichen Regelwerk in die Schulbücher kopiert. Das ist nicht im Sinne der Ersteller des amtlichen Regelwerks: Das amtliche Regelwerk ist von seiner Anlage her mit einem Gesetzestext vergleichbar, der für die einzelnen Benutzergruppen adäquat aufbereitet werden muss.“ Mit anderen Worten: Die Rechtschreibreform ist toll, nur sind Schulbuchverlage und Lehrer leider zu blöd, sie zu verstehen und zu erklären. Daß dies vielleicht an der mißlungenen Reform selbst liegen könnte, auf diesen Gedanken kommt Zehetmair nicht.

Guratzsch: „Das kommt einer Bankrotterklärung gleich“

Zu Recht empörte sich daher einen Tag später Dankwart Guratzsch in der Welt über Zehetmair: „Wenn er jetzt erklärt, daß mit der Orthografie ‘nachlässig' umgegangen werde und daß dies eine Ursache dafür sei, ‘daß ungefähr zwanzig Prozent eines Jahrgangs der 15-Jährigen als Analphabeten gelten müssen', kommt dies einer Bankrotterklärung gleich. …Ein Regelwerk, das nicht vermittelbar ist, kann … zu einer Erleichterung niemals beitragen.“

Auch die Lehrer beschwerten sich über Zehetmairs Watsch’n. Gerhard Brand, der baden-württembergische Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), wies die Kritik zurück: „Lehrer halten sich an die Vorgaben der Bildungspläne“. Wenn der Rat etwas ändern wolle, müsse er bei den Lehrplänen ansetzen. Außerdem sei noch viel zu tun, damit richtiges Schreiben wieder als wertvoll angesehen werde. Derzeit sei die Rechtschreibung „nicht einmal zweitrangig, sondern völlige Nebensache“.

Rechtschreibung als „Ausübung von Herrschaft“ verteufelt

Schuld daran sei zum Beispiel, so der VBE, daß die bundesdeutsche Schulpolitik in den 1970er Jahren den Thesen des englischen Soziologen Basil Bernstein verfiel. Dieser sprach von schichtspezifischen Ebenen der Sprache: dem „elaborierten Code“ der Ober- und Mittelschicht und dem „restringierten Code“ der Unterschicht. Infolgedessen sei der Wert von Rechtschreibung an sich immer mehr in Frage gestellt worden. Das Mündliche sei gegenüber dem Schriftlichen bevorzugt worden.

In den „Hessischen Rahmenrichtlinien“ von 1972 ging es den Urhebern bekanntlich darum, Sprache und Rechtschreibung als „Ausübung von Herrschaft“ zu begreifen, weswegen die „Unterwerfung der Schule unter herrschende Normen“ überwunden werden müsse. Schriftliche Diktate wurden als Teufelszeug angesehen. Diese Einstellung wirkt bis heute fort. In Hamburg zum Beispiel dürfen Lehrer Diktate derzeit nicht benoten.

Zehetmair sollte zurücktreten

Es gibt viele weitere Gründe dafür, daß es mit den orthographischen Fähigkeiten bergab geht. Dazu zählen auch die zahlreiche Reformen, die den Deutschunterricht in den Grundschulen erschüttert haben: vom phonetischen Schreiben bis zur Rechtschreibreform. Diese Reformen haben nicht die Lehrer, sondern die Kultusminister auf den Weg gebracht. Es ist daher nicht nichts anderes als unverfroren, wenn ein ehemaliger Kultusminister nun den Lehrern den Schwarzen Peter unterzujubeln versucht.

Als bayerischer Kultusminister (1986 bis 1998), als Präsident der Kultusministerkonferenz und als Vorsitzender des Rechtschreibrats (2004 bis heute) ist Zehetmair einer der Hauptverantwortlichen für die mißlungene Rechtschreibreform und auch dafür, daß Beliebigkeit einzog und viele Menschen Rechtschreibung nicht mehr als wichtig erachten. Im Jahr 2004, als die Rechtschreibreform kurz vor dem endgültigen Aus stand, war es Zehetmair, der die Aufgabe übernahm, die Neuregelung durch eine erneute Reform zu retten.

Herr Zehetmaier, Ihre jüngste Pressemitteilung zeigt es deutlich: Sie haben versagt. Geben Sie es doch zu! Guratzsch meint: „Es wäre ehrlicher, das Scheitern einzugestehen und zurückzutreten.“ Dieser Forderung schließe ich mich vorbehaltlos an. Doch was würde sich dann ändern?

jungefreiheit.de 3.12.2011

(JF in traditioneller Rechtschreibung!)

Da Thomas Steinfelds treffender Artikel v. 26.8.2000 zum Ausstieg der FAZ aus dem „dümmsten und überflüssigsten Unternehmen in der deutschen Kulturpolitik“ hier schwer auffindbar ist, nochmals der Hinweis auf unser Nachrichtenbrett.

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Sigmar Salzburg
26.08.2011 09.23
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Was darf Satire? Alles! (Tucholsky)

Die „Junge Freiheit“ berichtet (in Kulturrechtschreibung), daß die „Linke Medienakademie“ (reformiert schreibend) ihre Beziehungen zur Tageszeitung „Junge Welt“ (in Kulturrechtschreibung erscheinend) gekappt habe wegen der Satire zum Mauerbau – und vermutlich auf Betreiben des Konkurrenzblattes „Neues Deutschland“ (reformiert erscheinend).

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Sigmar Salzburg
15.07.2011 12.29
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Wir kriegen euch alle

Das Portal „linksunten.indymedia.org“ zählt sicher zu den Aspiranten für Staatsknete im Kampf gegen „Rechts“. Dort wurden gerade die Daten von fast vierhundert „rechten“ Bürgern für die Treibjagd veröffentlicht:

Verfasst von: anonym. Verfasst am: 14.07.2011 – 02:44.

Die „Junge Freiheit“ wirbt mit „namhaften Autoren“, die „für Wertebewußtsein und unbeugsame Haltung stehen“. Hier sind ihre 382 Namen. Und ihre Anschriften. Und ihre Kontaktdaten. Wir kriegen euch alle...

Man kann sich nur wundern: Prof. Dr. Peter Scholl-Latour, Prof. Dr. Ernst Nolte, Siegmar Faust, Prof. Dr. Hans Herbert von Arnim, Frederick Forsyth … auch Leserbriefschreiber und Tote darunter.

Einem weiteren bin ich sogar vor fünf Jahren begegnet, als er etwas gegen die „Rechtschreibreform“ unterschreiben sollte. In der JF hat er einmal die drohende Raffgier der orthodoxen Kirche im ehemaligen Ostpreußen beschrieben, wie schon in der ZEIT erwähnt – Grund genug, ihn zum öffentlichen Abschuß freizugeben.

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Sigmar Salzburg
26.02.2011 17.35
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Noch ein Hinweis

Das Märchen vom „Gesichtserker“

Es sei „die genialste Propagandalüge aller Zeiten“, sagte ein Sprachpfleger einmal. Seit 300 Jahren wird den Sprachschützern der „Gesichtserker“ als mißlungener Verdeutschungsversuch sozusagen um die Ohren gehauen, um einmal für das ganz Ärgerliche ganz bewußt ein ganz schiefes Bild zu wählen. Ausgerechnet am „Tag der Muttersprache“ vergangenen Montag wiederholte der Literaturkritiker Hellmuth Karasek ein anscheinend unausrottbares Märchen...

jungefreiheit.de 26.02.2011

http://www.youtube.com/watch?v=0V767p5DeuU

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Sigmar Salzburg
11.12.2010 17.30
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Thomas Paulwitz (JF) zu den Ratsberichten

Einzelheiten zur Rechtschreibreform 2011

Dürftig fällt die neue Reform der Reform aus. Der Rat für deutsche Rechtschreibung übergab in Brüssel am vergangenen Donnerstag seinen zweiten Tätigkeitsbericht der Kultusministerkonferenz. Er umfaßt den Zeitraum von März 2006 bis Oktober 2010. Die Reform ist zum einen gerade einmal so groß, daß neue Wörterbücher zu drucken sind. Zum anderen ist sie jedoch so winzig, daß sie keinen wesentlichen Mangel behebt, wie zum Beispiel den Wirrwarr doppelter Schreibweisen.

Rüffel für den Duden
Zwar erhält die Duden-Redaktion in dem Bericht einen deutlichen Rüffel für die Empfehlung altreformerischer Schreibweisen: „Als nicht sehr glücklich wurde angesehen, dass zumindest eines der auch im Rat vertretenen großen Wörterbücher von der ‚Beobachtungsmaxime‘ des Rats deutlich abgewichen ist und – v. a. im Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung – die Schreibungen empfohlen werden, die mit der Reform von 1996ff. verbunden sind.“ An der Ursache des Übels, daß nämlich die Doppelschreibweisen verschiedene willkürliche Empfehlungen zulassen, ändert sich jedoch überhaupt nichts.

„Sketsch“ geht, „Schmand“ kommt, „Spagetti“ bleibt
Unter dem Strich bleibt von viereinhalb Jahren Ratsarbeit die folgende Empfehlung: „Der Rat empfiehlt die Streichung der Variantenschreibungen Butike, Fassette, Kabrio, Katarr, Krem/Kreme, Kupee, Maffia, Maläse, Mohär, Myrre, Scharm (inkl. scharmant), Schikoree, Schose, Sketsch, Sutane, transchieren. Der Rat empfiehlt die Aufnahme der Schreibungen Caprice, Clementine, Crème, Schmand.“ Das war’s. Nicht einmal zu einer „Spaghetti“-Reform hat es gereicht: Die von den Reformern erfundene Fehlschreibung „Spagetti“ bleibt den Schülern erhalten.

Keine Verwechslungen beim „dass“?
Ein Witz ist, daß der Rat die in der „AG Korpus“ versammelten Wörterbuchverlage damit beauftragte zu begutachten, ob sich die eigenen Textsammlungen für eine Beobachtung des Schreibgebrauchs eignen. Und, welch ein Wunder: „Dabei zeigte sich sehr schnell, dass Vorbehalte im Hinblick auf die Grenzen einer Korpusanalyse unbegründet waren.“ Die Textsammlungen wiesen erstaunlicherweise „einen hohen Grad an Zuverlässigkeit“ auf. Wer bescheinigt sich schon selbst etwas Schlechtes?

So kommt die AG Korpus zum Beispiel für das Wort „dass“ zu dem Ergebnis einer „Normentsprechung von 100% nach dem Jahr 2000“. Die Schreibung „dass“ statt „daß“ wenden die Zeitungen also angeblich völlig problemlos an. Eine kleine Stichprobe in „Google News“ genügt, um nachzuweisen, wie wirklichkeitsfern dies ist. So gibt es immer noch jede Menge Belege für „daß“ statt „dass“ und für die fehlerhafte Schreibung von „dass“ statt „das“. Ebenso lassen sich mit Leichtigkeit Belege finden, bei denen von „das“ statt von „dass“ zu lesen ist. Die vermeintliche „Normentsprechung von 100%“ ist also hundertprozentiger Blödsinn.

Eisenbergs Rückbauversuch scheiterte
Der Versuch des Sprachwissenschaftlers Peter Eisenberg, über eine Neuformulierung der Regeln den Rückbau der Reform fortzusetzen, scheiterte mit Pauken und Trompeten. So heißt es in dem Bericht vorwurfsvoll, Eisenbergs Entwurf sei „an einer entscheidenden Stelle von den geltenden Regeln“ abgewichen. So habe er „Kleinschreibung für einzelne Formen substantivierter Adjektive in erstarrten Verbindungen mit idiomatisierter Bedeutung“ vorgesehen. Eisenberg wollte also wieder Schreibungen wie „im allgemeinen“ (statt „im Allgemeinen“) zulassen.

Das kam bei den übrigen Ratsmitgliedern allerdings schlecht an. Die Rats-„AG Linguisten“, in der neben Eisenberg die Altreformer Richard Schrodt und Peter Gallmann sitzen, und die „AG Korpus“, die die Wörterbuchverlage umfaßt, zogen die Notbremse und gaben eine gemeinsame Stellungnahme ab. Der Direktor des Instituts für deutsche Sprache (IDS), das den Rechtschreibrat beherbergt, faßte sie so zusammen: „Die zu erarbeitende Textfassung … darf keine neuen Schreibungen erzeugen, muss aber sich vollziehende Änderungen in der Schreibgewohnheit aufnehmen können. … Die Erarbeitung einer solchen Textfassung wird von den Mitgliedern der beiden AGs als mittelfristige Aufgabe verstanden, die ohne äußeren Druck angegangen werden sollte.“

Das bedeutet, daß das Regelwerk unangetastet bleiben soll und lediglich Varianten gestrichen werden können, allerdings frühestens in fünf Jahren, wenn der Rat seinen dritten Bericht abliefert.

Solange Altreformer und Wörterbuchverlage die Arbeit des Rechtschreibrats bestimmen, wird die Rechtschreibreform weiterhin lediglich im Schneckentempo zurückgebaut.

jungefreiheit.de 11.12.2010

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Sigmar Salzburg
20.07.2010 09.24
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Google News zensiert – Links zensiert!

Zu Zehetmairs Abtritt brachte die „Junge Freiheit“ einen kritischen Kommentar von Thomas Paulwitz. Ich fand ihn, weil das „Neue Deutschland“ über eine linke Kampagne »Let's Push Things Forward« [!] berichtet hatte, rechte Zeitungen, u.a. die JF, von den Zeitungskiosken wegzumobben: ND 9.7.2010.

Ich wollte nun sehen, ob die Inhalte der als rechtskonservativ auftretenden Zeitung so gemeingefährlich rechtsradikal sind, daß in Selbstjustiz ein derart nötigender und das Grundgesetz verletzender Angriff auf die Pressefreiheit gerechtfertigt sei. Dabei stieß ich auf den Paulwitzschen Kommentar, JF 17.7.2010, und erwartete, gewohnheitsmäßig das Stichwort „Rechtschreibreform“ suchend, daß er auch bei Google News auftauchen würde.

Weil Google News den Text auch einen Tag später noch nicht „gefunden“ hatte, setzte ich in diesem Forum eine Anmerkung dazu ein. Fast gleichzeitig wurde er dann aber angezeigt und hielt sich eine Zeitlang. Als ich heute jedoch nach Meldungen zur „Rechtschreibreform“ suchte, war der Hinweis wieder verschwunden, obwohl weit unwichtigere Texte noch einen Monat rückwirkend angezeigt werden (22mal der dümmliche Spruch von Roman Herzog).

Wer zensiert da wieder und unterdrückt Informationen und Meinungen – noch dazu in einer angeblich so unwichtigen Angelegenheit?


NB.: Doppelsinn setze ich gelegentlich bewußt ein:„Abtritt“.
P.S.: Die Süddeutsche soll kritisiert haben, daß auch SPD und Ver.di bei „Push“ mitmachen wollen.


Nachtrag am 26.7.10: Jetzt wird der Paulwitz-Kommentar wieder gezeigt – sehr sonderbar.

– geändert durch Sigmar Salzburg am 26.07.2010, 15.02 –

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Sigmar Salzburg
17.03.2010 06.14
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Konrad-Duden-Preis

[Von Thomas Paulwitz]

Armer Konrad Duden

Konrad Duden würde sich im Grabe umdrehen: Die Einrichtung, die maßgeblich dazu beigetragen hat, sein Vermächtnis – die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung – zu zerstören, wird mit einem Preis ausgezeichnet, der seinen Namen trägt. Das Institut für deutsche Sprache (IDS) erhielt am 10. März von der Stadt Mannheim den mit 12.500 Euro dotierten Konrad-Duden-Preis. ... Eisenberg hatte mit seinen Kompromißvorschlägen verhindert, daß die Rechtschreibreform ganz zurückgenommen wurde. Der Retter der Rechtschreibreform ließ sich „die Gelegenheit nicht entgehen, an die … unrühmliche Rolle des Instituts bei der Erarbeitung und Umsetzung der Rechtschreibreform zu erinnern“, berichtete der Mannheimer Morgen am Tag nach der Preisverleihung. ...

jungefreiheit.de 13.3.2010

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hatte auf Betreiben von Eisenberg seinerzeit mit dem „Kompromißvorschlag“ einen taktischen Fehler begangen: Mit Geiselnehmern verhandelt man nicht.

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Norbert Lindenthal
23.06.2009 18.59
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Junge Freiheit


Junge Freiheit Samstag, 20.06.2009

Binsenweisheiten von Sprachbürokraten

Ui: Die Deutschen lieben ihre Sprache. Mit dieser bahnbrechenden Erkenntnis hat das Institut für deutsche Sprache in Mannheim (IDS) nicht gerechnet. Die Braue geht hoch, das Monokel fällt. Am 17. Juni tritt IDS-Direktor Ludwig M. Eichinger mit wichtigen Neuigkeiten vor die Presse.
Er erklärt, daß er überrascht sei von dem „unglaublich positiven Urteil“ über die eigene Sprache. Warum hat er nicht vorher mit uns gesprochen? Wir Sprachschützer hätten es ihm kostenlos bestätigt. Schließlich veranlaßt die Liebe zur Muttersprache seit ungefähr zehn Jahren immer mehr Menschen dazu, sich für die deutsche Sprache einzusetzen.

Das IDS mißachtete ebenfalls eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie (IfD) in Allensbach, veröffentlicht am 13. Juni 2008 von der – steuerfinanzierten – Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS).
„Wie denken die Deutschen über ihre Muttersprache und über Fremdsprachen?“ hatte die Leitfrage dieser repräsentativen IfD-Umfrage gelautet. Dessen ungeachtet kündigte das IDS nur einen Monat später, am 15. Juli 2008, ihre eigene Untersuchung an, deren Ergebnisse jetzt vorliegen.
Das Aufwärmen derselben Fragestellung beschrieb das IDS folgendermaßen: „Damit betritt das Projekt Neuland, denn eine umfassende Erhebung und Analyse aktueller Spracheinstellungen in Deutschland gibt es bisher nicht.“
Der ehrenamtliche Sprachschützer wird nicht gefragt

Doch das IDS hatte es ja gar nicht nötig, uns zu fragen oder andere Untersuchungen heranzuziehen. Schließlich kann sich das mit Steuergeldern gesegnete Institut zusätzlich aus einem prallen Förderfaß bedienen, das 275.000 Euro enthält, großzügig befüllt von der Volkswagen-Stiftung. Über eine Viertelmillion Euro kann das IDS zusammen mit dem Institut für Sozialpsychologie der Universität Mannheim verbraten: für die „Erkundung und Analyse aktueller Spracheinstellungen in Deutschland”!
Dem ehrenamtlichen Sprachschützer, der sich für Gotteslohn bei Wind und Wetter auf die Straße stellt und unermüdlich für die deutsche Sprache trommelt, können bei einer solchen Summe nur die Tränen kommen. Weiß er doch wesentlich besser über die „Einstellungen zur Sprache“ Bescheid als die Sprachbürokraten in ihren Elfenbeintürmen! Warum hat man ihn nicht gefragt?

Er hätte aus seiner Erfahrung heraus die folgenden Ergebnisse nur bestätigen können: 87 Prozent der Befragten gefällt die deutsche Sprache gut bis sehr gut. 56 Prozent empfinden Stolz, 47 Prozent Liebe für ihre Sprache. 78 Prozent der Deutschen finden, daß mehr für die deutsche Sprache getan werden sollte. Ein Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache lehnen die meisten ab (58 Prozent).
35 Prozent der Deutschen haben Interesse an der Sprachpflege
Die Befragten beschreiben Deutsch als schön, anziehend, logisch, aber auch schwierig. 30 Prozent sind der Ansicht, die Entwicklung der deutschen Sprache sei „eher besorgniserregend“ oder „sehr besorgniserregend“. Nur 16 Prozent finden die Veränderungen „eher erfreulich“ oder „sehr erfreulich“. Das alles sind für jeden Sprachkämpfer Binsenweisheiten, tausendfach erfahren an zahllosen Informationsständen und -veranstaltungen.

Der Sprachschützer, der nicht gefragt wurde, kann sich wenigstens bestätigt fühlen. Außerdem kann er sich über offensichtliche Erfolge seiner Arbeit freuen: Während 1997/98 nur 13 Prozent der Deutschen großes Interesse an der Pflege der deutschen Sprache bekundeten, sind es heute 35 Prozent. Fielen damals noch 53 Prozent der Deutschen Veränderungen in der deutschen Sprache auf, so sind es heute 84.
Das ist beileibe nicht das Verdienst des IDS, das mit dem Verbrechen der Rechtschreibreform große Schuld auf sich geladen hat, sondern das der Sprachschützer, die immer wieder den Finger in die Wunde legen und für ein stärkeres Sprachbewußtsein kämpfen. Mehr als ein Dutzend Sprachvereine gründeten sich seit 1997, auch weil die steuerfinanzierten Einrichtungen auf dem Gebiet der Sprachpflege kläglich versagten.

Untersuchungen zu „Meinungen und Einstellungen“ sind zwar schön und unterhaltsam, bringen uns aber nicht wesentlich weiter, weil sie lediglich Bekanntes bestätigen und Kräfte binden. Was wir benötigen, sind handfeste sprachpolitische Maßnahmen, um die deutsche Sprache zu stärken. Alles andere ist hinausgeworfenes Geld und Beschäftigungstherapie für zahnlose Sprachbürokraten. Mehr unter Deutsche Sprachwelt.

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