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Sigmar Salzburg
18.05.2015 04.25
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Der alte Reform-Quatschkopp Peter Schmachthagen ...

... hat wieder eine Kolumne über die grandiosen Vorzüge der Rechtschreib„reform“ vom Stapel gelassen – diesmal über die wichtige Ä-Frage und die Augstsche Volksetümologie. Seltsamerweise habe ich den Text über die Adresse der Morgenpost gefunden. Prof. Ickler hat das Nötige bei sprachforschung.org schon gesagt. Aus Mangel an Zeit und Lust setze ich daher Schmachthagens Erguß nur leicht gekürzt hierher:

Deutschstunde
Irgendwie ist das alles ein wenig belämmert

Oder „belemmert“? Einige Leute haben die Stammangleichung der Rechtschreibreform bis heute nicht verdaut

Von Peter Schmachthagen schreibt hier wöchentlich über die Tücken der deutschen Sprache

„Mit Interesse und Vergnügen studiere ich Ihre Kolumne“, schreibt Mathias K. „Was mir aber auffällt, ist, dass in vielen Artikeln Ihrer Zeitung die neue Rechtschreibung ignoriert wird. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich zum Beispiel aufwendig statt aufwändig gelesen habe. Resultiert das aus Unwissenheit, oder boykottieren viele Redakteure noch die Reform, was ich ungeheuerlich finden würde?“ Ich darf den Leser beruhigen. Niemand in der Redaktion boykottiert die Rechtschreibreform...

Bis zur Reform schrieb man den Traum, der uns im Schlaf quält, wie „Alptraum“ mit „p“. Als im flachen Norden aufwachsender Schüler dachte ich, die Bezeichnung komme von den Alpen, die sich nachts wie ein Gebirge auf uns legten. Das war falsch. Das Wort kommt von dem Alb, einem im alten Volksglauben koboldhaftem, gespenstischem Wesen, das sich auf die Brust des Schlafenden setzt und bei ihm ein drückendes Gefühl der Angst hervorruft. Deshalb entschieden die Reformer, dass der „Alptraum“ wie Albtraum mit „b“ geschrieben werden müsse.

Leider wurde die Reform von 1996/99 im Jahr 2006 ihrerseits einer (überflüssigen) Reform der Reform unterzogen, die viele alte Schreibweisen wieder aufleben ließ, ohne die neuen für ungültig zu erklären. Die Zahl der fakultativen Schreibweisen nahm in beängstigender Weise zu. Seitdem darf man sich wieder mit einem Alptraum im Bett wälzen. Der Duden empfiehlt jedoch den Albtraum. Die Gämse (früher: Gemse) hat das „a“ mit Umlaut immerhin über die Reform der Reform gerettet. Angeblich sagen die Bayern Gams zu dem Tier. Auch die Wörter Bändel (früher: Bendel), behände (behende), einbläuen (einbleuen), Gräuel (Greuel), schnäuzen (schneuzen) und Stängel (Stengel) haben mit der Reform eine Stammangleichung erfahren und werden heute so und nur so geschrieben (zumal die alte, etymologische Schreibweise keineswegs einleuchtender war). Der Trommelschlägel bekommt jetzt ein "ä", beim Schlegel als Rehkeule bleibt's hingegen beim „e“. Auf die Barrikaden trieb es 1999 die Reformgegner, als belämmert nicht mehr wie „belemmert“ buchstabiert werden sollte. Schließlich habe das Wort nicht das Geringste mit dem Lamm zu tun! Nein, nicht mit dem Lamm, aber mit lahm.

morgenpost.de 12.5.2015

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Sigmar Salzburg
20.02.2015 07.52
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Schöpferschweiß

Auch die Milchstraße enthält die unidentifizierte Dunkle Materie, die 85 Prozent der Masse des Universums ausmachen soll:

Das internationale Wissenschaftlerteam um Fabio Iocco vom ICTP South American Institute for Fundamental Research in São Paulo hat in einer aufwändigen Sammelaktion eine große Zahl der aktuellsten verfügbaren Daten über die Rotationsgeschwindigkeiten verschiedener interstellarer Objekte wie Gaswolken und Sternhaufen zusammengetragen und aus diesen Daten eine so_genannte Rotationskurve für das Innere der Milchstraße erstellt.
spektrum.de 17.2.2015

... Tatsächlich besteht das Universum zu fast 27 Prozent aus anziehender Dunkler Materie und zu rund siebzig Prozent aus abstoßender Dunkler Energie. (weltderphysik.de) > Das Problem, was das sei, von dem wir nur 3 Prozent sehen können, löste meine Frau nebenbei beim Mittagstisch: „Gott“.

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Sigmar Salzburg
10.11.2014 08.43
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Die ä- und ss-Reform wird Gemein-Gut

Bei den Feiern zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin hat der frühere sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow schwere Vorwürfe gegen den Westen erhoben... (t-online)

gerechtigkeitsfreund_1
am 09.11.2014
Ich wünsche mir die Mauer zurück – die Scheinheiligkeit der Propaganda, die westlich kapitalistisch von Vertäufelung jeder Solidarität geprägt ist, finde ich als geborener Westbürger abstossend.

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Sigmar Salzburg
05.11.2014 08.59
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Die „Reform“ war nutzlos

Denis Cuspert
[Die Reform der Greuel-Schreibung sollte doch nicht zuletzt Leuten wie ihm die Integration in Deutschland erleichtern:]
Video zeigt deutschen Dschihadisten bei IS-Gräueltaten
Die Männer sollen gegen den IS gekämpft haben. „Deshalb haben wir die Todesstrafe gegen sie vollstreckt“, sagt Cuspert in dem Video... Ein arabischer IS-Terrorist, der neben Cuspert steht, erklärt in dem Video, das es sich bei den Toten um Mitglieder des Schaitat-Stammes handeln soll. ...

Der 39-Jährige stammt aus Berlin. Vor seiner Zuwendung zum radikalen Islam hatte er als Gangsta-Rapper mit dem Künstlernamen Deso Dogg bescheidene Prominenz erlangt... spiegel.de 4.11.2014

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Sigmar Salzburg
20.10.2014 13.36
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Hochbezahlter Schwachsinn im Zwangsgebühren-Fernsehen

„Wer wird Millionär?“
Duden bringt Großaitinger um Millionen-Traum

Ein „Pieksen“ und eine RTL-Moderatorin haben in Günther Jauchs Jubiläumsshow einem 24-Jährigen aus der Region die Tour vermasselt...

Konzentriert meisterte Eberle die ersten Hürden. Bei der 500-Euro-Frage war er jedoch noch immer wie benommen. „Was kann man im Duden finden?“ Der angespannte Eberle entschied sich für die falsche Antwort, doch Jauch half ihm. Der Moderator überredete ihn zum Publikumsjoker. 75 Prozent der Studiogäste tippten für ihn richtig: „Kann-Kind“.

Obwohl ich täglich Dutzende Artikel zu Schule und Einschulung zugeschickt bekomme, ist mir das Wort dort noch nicht untergekommen. Im 24. Duden steht es auch nicht, aber online kann man es finden:
Von Duden empfohlene Schreibung: Kannkind; Bedeutung: Kind, das vorzeitig eingeschult werden kann
Man soll anscheinend immer den neuesten Duden im Schrank und im Kopf haben.

Die nächsten beiden Antworten gingen wenigstens leicht von der Hand, bis zur 4000-Euro-Frage: „Wie schreibt man nach neuer Rechtsschreibung...“. Die vier Antwortmöglichkeiten lauteten: A pieksen, B picksen, C piksen und D piecksen. ...
Eberle entschied sich, RTL-Moderatorin Sonja Zietlow um Rat zu fragen. „Sie hat einen Intelligenzquotienten von 132 und deshalb habe ich mich für sie als Joker entschieden“, erzählte er danach. Die 46-Jährige riet ihm zu Antwort A: „pieksen“. Das hatte auch er vermutet. So ging er aufs Ganze, lag daneben und fiel auf 500 Euro zurück...
Augsburger-Allgemeine 17.10.2014

Wieder einmal haben die „Reformer“ versagt: Die Unlogik „piekfein“ – „piksen“ wurde nicht beseitigt. Ich würde ohne schlechtes Gewissen auch „pieken“, „pieksen“ zulassen. Davon nun 3500 Euro und den Weg zum Millionär abhängig zu machen ist lächerlich – aber der erwünschte Nervenkitzel im volksverblödenden Zwangsgebühren-Fernsehen.

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Sigmar Salzburg
15.10.2014 13.01
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Wieder einmal hat die Rechtschreibreform „Recht“

Ein Blutegel lebte einen Monat lang in der Nase einer Rucksack-Touristin... Selbst als der Egel aus ihrer Nase kroch, dachte die 24-Jährige zunächst noch, es handele sich um einen Blutklumpen. „Ich hatte ihn vorher oft gesehen, aber immer wieder hochgezogen. Dann habe ich versucht, ihn auszuschnäuzen, bekam ihn aber nicht zu fassen“, berichtet Liverani auf der Seite des „Daily Record“.
spiegel.de 14.10.14

“I saw him so many times but I just sniffed him back up. I tried to blow him out …”

Nur in eine menschliche Schnauze paßt ein 7,5 cm langer Blutegel. Jede Erinnerung an das mittelalterliche „Schneuzen“, von mhd. „snuz“, ndt. „Snot“ (Nasenschleim, Rotz), ist daher in den Schulen und Behörden zu Recht verboten.

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Sigmar Salzburg
10.08.2014 09.39
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Greuel-Probleme

Die „Junge Freiheit“ berichtete (in klassischer Rechtschreibung) unüblich über Greueltaten:

Kambodscha: Letzte Führer der Roten Khmer verurteilt
Ein Sondergericht hat in Kambodscha die beiden letzten lebenden Führer der Roten Khmer zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Propagandachef Nuon Chea und Staatschef Khieu Samphan hatten bis zum Schluß bestritten, von den Greultaten der Roten Khmer gewußt zu haben. Rund zwei Millionen Kambodschaner fielen dem kommunistischen Experiment zum Opfer.

jungefreiheit.de 7.8.2014

Die „junge Welt“, auch traditionell schreibend, vermied hier jegliche „Greuel“-Experimente:

Rote-Khmer-Führer Khieu Samphan und Nuon Chea in Kambodscha für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt

Dafür durften die Amerikaner als Drahtzieher nicht unerwähnt bleiben:

Das gelte auch für die massenweise Tötung von Soldaten und Beamten der Vorgängerregierung. Die Vertreter der Administration des mit den USA verbündeten Generals Lon Nol, der bei einem Auslandsaufenthalt von König Norodom Sihanouk gegen diesen geputscht hatte, waren an einem abgelegenen Ort getötet worden.

jungewelt.de 8.8.2014

„Die Presse“ aus Wien dagegen spart dank der schreiberleichternden „Gräuel“ viel Recherche-Energie:

Nuon Chea erklärte im vergangenen Jahr zwar, er übernehme „moralische Verantwortung“ und entschuldige sich für die vielen Toten. Schuld an den Gräueln trage er hingegen keine...

Das ermöglichte der Zeitung, die Gründe für die Verhinderung weiterer Prozesse aufzuklären:

Denn im Kern dieser Ermittlungen stehen ehemals hochrangige Kader, die heute führende Geschäftsleute sind oder hochrangige Posten im Staatsapparat bekleiden. Machthaber Hun Sen warnte sogar mehrfach vor einem Bürgerkrieg, falls das Gericht seine Ermittlungen fortsetzen sollte. Er selbst war Mitglied der Roten Khmer. Als diese begannen, eigene Kader zu ermorden, floh er nach Vietnam und marschierte an der Seite der vietnamesischen Truppen wieder ein.

diepresse.com 8.8.2014

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Sigmar Salzburg
27.04.2014 06.59
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Schneuzreform

... Jede der beiden Methoden ist auf jeden Fall besser als die alte, gottlob kaum noch praktizierte ohne Stoff- oder Papiertaschentuch oder sonstiges Hilfsmittel. Dabei ist das noch gar nicht so lange her, dass man die Nase auf diese unschöne Weise entleerte. Man ging damals nicht nur auf den Abort (schönes altes Wort, oder?), sondern eben auch in die Schnäuzecke.

Damals, das war ja noch weit vor der Rechtschreibreform, schrieb man allerdings noch „schneuzen“. Und ich hätte bis Mittwoch auch noch geschworen, dass man das so schreibt. Inzwischen hat mich der Duden eines besseren belehrt. Man schreibt seit der Reform „schnäuzen“. Und ich versteh auch die Begründung. Schnäuzen kommt von Schnauze. Welche Tiere haben eine Schnauze? Schweine! ...

mainpost.de 25.4.2014

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Sigmar Salzburg
09.04.2014 17.36
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Gräuel hier und Greuel dort

Seinen Onkel warf Kim Jong Un Hunden zum Fraß vor, bei lebendigem Leib. Doch zu perversen Methoden greift Nordkoreas Diktator nicht nur gegen ungeliebte Familienmitglieder: Wieder wurden zahlreiche Beamte entfernt – einer sogar mit einem Flammenwerfer verbrannt...
Die nicht näher genannte Quelle warnt außerdem, dass Kim weitere Greuel vorbereite: Eine dritte Welle der Reinigung werde sich demnächst gegen Jangs Unterstützer in den Provinzabteilungen der Arbeiterpartei richten.
focus.de 9.4.2014

Vor Erregung hat die Nachrichtenquelle die erleichternde Reformschreibung unterlassen – oder leistet hier noch jemand heimlichen Widerstand gegen die Kultusminister-Gräuel?

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Sigmar Salzburg
06.02.2014 08.33
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Fälscher in Staatsdiensten haben es besser

Verbrecher oder Genie? Kunstfälscher verdienen mit krimineller Arbeit Millionen – und werden von der Öffentlichkeit obendrein als „Jahrhundertfälscher“ bejubelt, wie der Fall Wolfgang Beltracchi zeigt. Ein Buch entlarvt, wie_viel Selbstüberschätzung zum Beruf des Fälschers gehört... [aufs „wie“ kommt’s an!]

Der Mann hat in 35 Jahren Bilder von mehr als 50 Künstlern gefälscht, er wurde 2011 rechtskräftig [zu sechs Jahren Haft] verurteilt und lebt im offenen Vollzug. Stefan Koldehoff und Tobias Timm, Kulturjournalisten unter anderem für Deutschlandfunk, „Zeit“ und „FAZ“, haben in „Falsche Bilder, echtes Geld“ aufgeschrieben, wie Beltracchi und seine Frau vorgingen. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre für alle, die nicht auf die Selbstinszenierung des Fälschers hereinfallen wollen...

5. Und, lohnt es sich?
Der Job ist nicht halb so glamourös, wie uns Hollywood einbläuen [richtig: „einbleuen“ = einprügeln!] will. Dass Beltracchi mit seiner Hybris auf die Schnauze fallen musste, war eigentlich offensichtlich.

spiegel.de 5.2.2014

Wer Bilder fälscht, kommt ins Gefängnis, wer unsere Rechtschreibung fälscht, bekommt eine dicke Pension – wie unsere Kulturminister, selbst wenn auch sie mit falschen Farben arbeiteten.

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Sigmar Salzburg
16.01.2014 18.07
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Gelogen

Am 11.1. war ich mit meiner Tochter im Kieler Schloß. Das NDR-Sinfonieorchester spielte neben Kodály, Liszt und Dvořák auch die Rosenkavalier-Suite von Richard Strauss. Im Programmheft steht:

Die Orchestersuite beginnt mit den ekstatischen Hornrufen und leidenschaftlichen Streicherklängen aus der Einleitung der Oper. Strauss selbst erklärte einmal, er habe darin eine Liebesnacht der Marschallin und Octavians geschildert. In den Noten stehen Anweisungen wie „stürmisch bewegt“, „Agitato“ und „sehr überschwänglich im Vortrag“, bevor ruhigere Klänge die glückliche Ermattung danach andeuten.
programmheft607 pdf

Man kann bei symphonyinternational.net leicht nachprüfen, daß das nicht stimmt.

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Sigmar Salzburg
27.08.2013 10.27
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Gut gewehrt!

Berlin – SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gewehrt Einblick in seine Vergangenheit: Seine im Internet veröffentlichte Stasi-Akte enthalte aus seiner Sicht „keine essentiellen Informationen“ ...
abendzeitung-muenchen.de 23.8.2013

Ein Leser hat dazu angemerkt:

Klaus Leeb, vogelfrei in ER, 00:08 Uhr
Frage an die Redaktion:
Wurde dieser Artikel von der dpa elektronisch übernommen oder händisch abgetippt? Da ich den Ferkeln von der Rechtschreibreform so ziemlich alles zutraue, habe ich den Zehetmairschen Präkariatsduden konsultiert. Sogar dort heißt es noch gewähren (bewilligen) gegenüber Gewehr, das. Der Manhattan-Abstand auf der Tastatur zwischen e und ä ist immerhin 9.

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Sigmar Salzburg
22.08.2013 05.03
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Dummendiktatur auch in Österrreich

Die Deppen vom Lamm
(Die Presse)
Dass man mit Fotos putziger Tiere beim Leser punktet, weiß man in der „Krone“. Also greifen jetzt im Wahlkampf auch die Grünen zu Methoden des Feindes und lassen ein süßes Lämmchen von den Plakaten schauen. Dazu der Slogan: „Weniger belämmert als die anderen“ – so seien die Grünen. Tja, klugen Büchern zufolge kann „belämmert“ viel heißen, etwa „schlecht“, „betreten“, „verwirrt“. Meist versteht man's als „dumm“ – auf gut Österreichisch als „deppert“.

Demzufolge haben wir die Wahl zwischen ganz Dummen, Standard-Dummen und weniger Dummen, was nichts daran ändert, dass auch Letztere folglich Deppen sind – und auf eine falsche Etymologie des Wortes „belämmert“ hereinfielen: Das hat mit dem Lamm nämlich nix zu tun. Erstens schreibt man es erst seit der Rechtschreibreform der 1990er mit ä, zuvor hieß es „belemmert“ – und das kommt vom niederdeutschen „belemmeren“, was „belästigen“, „stören“, insbesondere „hindern“ heißt (Dank an Professor P. sowie das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache). Auch in niederländischen Wörterbüchern steht neben „belemmeren“ „hindern“. Also wenn man das jetzt noch in Gedanken grammatikalisch ins Partizip dreht, wird klar, dass der grüne Slogan eigentlich recht deppert ist. WG

E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com
(„Die Presse“, Print-Ausgabe, 22.08.2013)
diepresse.com 22.8.2013

Siehe auch dies!

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Sigmar Salzburg
10.07.2013 08.33
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„Ä“ (Sedlaczek) am Mittwoch

Wie_viel Etymologie braucht der Mensch?

Von Robert Sedlaczek

Formen mit a haben sich auch in der Fachsprache durchgesetzt: Gamswild, Gamsräude, Gamsbart. Die Gemse ist also aus der Reihe getanzt, weg mit ihr.

[Altes Fachwort „Gemshorn“ – nie anders!]

Anders gelagert ist der Fall bei Eltern. Hier handelt es sich um einen substantivierten Komparativ von alt. Sowohl im Althochdeutschen als auch im Mittelhochdeutschen gibt es Formen mit a und mit e. Später hat sich das e durchgesetzt, denn Eltern müssen nicht alt sein. Es gibt also keinen Grund, Ältern zu schreiben...¹)

[Welch Milchmädchen-Logik! – Zum folgenden siehe Stirnemann.]

Gut und richtig waren auch die neuen Schreibungen von behände (zu Hand) und überschwänglich (zu Überschwang), aber Möcker möchte nicht den Eindruck erwecken, dass er die Rechtschreibreform generell für gut heißt. Es gibt zu viele Beispiele, die einem am Verstand der Reformer zweifeln lassen...

wienerzeitung.at 9.7.2013

¹) Ein Mädchen älter als der Junge ist auch kein „altes Mädchen“.

Nachtrag: Leserzuschriften

Zur Glosse von Robert Sedlaczek, 10. Juli
Rechtschreibreform verbirgt Wortherkunft
Reform erschwert das Verstehen des Schriftlichen

Die ganze Rechtschreibreform ist zu vergessen, weil man von der falschen Zielvorgabe ausgegangen ist. Man wollte das Schreiben vereinfachen, aber das Ziel einer Reform sollte es eigentlich sein, das Verstehen des geschriebenen Wortes zu erleichtern.
Und jetzt hat man nach der Reform der Reform der Reform das Problem, dass fast alles irgendwie erlaubt ist, zum Beispiel: aufwendig, was für das Verständnis eine Katastrophe darstellt.
Mag. Manuel Leitgeb,
per E-Mail


Gedankenloser Eingriff in die deutsche Sprache
Bei der Diskussion „e“ versus "ä" wird ein Aspekt außer Acht gelassen, nämlich die Frage der Phonetik beziehungsweise Aussprache. Richtigerweise werden nämlich die beiden Vokale nicht gleich ausgesprochen, oder sollten es zumindest nicht werden.
Besonders deutlich wird das etwa beim Wort „Tränen“, welches kein korrekt sprechender Schauspieler wie „Trenen“ aussprechen würde.
Es ist dies einer der Fälle, in denen die „neue Schlechtschreibung“ rücksichts- oder doch gedankenlos in die eigentliche deutsche Sprache eingreift.
Am ärgsten ist dies bei der unsäglichen Neuschöpfung „selbstständig“ statt „selbständig“ geschehen. Das Wort „selbstständig“ hat es in der deutschen Sprache niemals gegeben. Vielmehr setzt sich das richtige Wort „selbständig“ aus den Bestandteilen „selb“ und „ständig“ zusammen. Vergleiche „selber“ oder den aus der Kunstgeschichte bekannten Gemäldetypus der „Anna selbdritt“.
Dankenswerter Weise verwendet die „Wiener Zeitung“ dieses Wort in seiner richtigen Form.
Prof. Dr. Gerhard Kramer,
1190 Wien


Siehe dazu Ickler ff.

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Sigmar Salzburg
24.04.2013 02.37
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Nichtsnutzige „Reformen“

Übers Älterwerden der Eltern : Mama, das hast du schon 5mal erzählt
Dass das Wort Eltern von älter und somit von alt kommt – und nach der Rechtschreibreform Eltern daher ja eigentlich mit ä geschrieben werden müsste... – also, dass Eltern was mit alt und älter zu tun haben, das verdrängen wir gern! Aber irgendwann funktioniert das nicht mehr...
domradio.de 21.4.2013

Nein, „müsste“ nicht, denn das Kennzeichen der „Rechtschreibreform“ ist ja gerade die völlig willkürliche Auswahl der Veränderungen. Dies geht wohl auf den seinerzeitigen Reformpapst Augst zurück. Wo aber Wahlfreiheit besteht, glänzt der eifrige Untertanengeist natürlich mit demonstrativer Anpassung an die Albernheiten des Neuschreibs:

Die „Dunkelgräfin“ wird exhumiert
Sie lebte sehr abgeschieden, nie sah man sie ohne Schleier und dennoch pflegte sie einen aufwändigen Lebensstil: Die mysteriöse „Dunkelgräfin“ von Hildburghausen sorgt seit rund 200 Jahren für reichlich Spekulationen. Ist sie gar die letzte Überlebende des französischen Königshauses? Eine Exhumierung soll das Geheimnis nun endlich lüften.
t-online.de 23.4.2013

Die Geheimnisse meiner eigenen Familie zu lüften verhindern dagegen, wie ich gerade feststellen mußte, die engherzigen Datensschutzgesetze unserer parlamentarischen Sesselfurzer. Die Standesämter rücken noch nicht einmal die Lebensdaten der Geschwister meiner Eltern und Großeltern heraus, die uns durch Krieg und Tod verlorengegangen sind.

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