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Wikipedia
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Norbert Lindenthal
20.08.2010 06.30
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… daß der Tonfall unter den Autoren rauher wird

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. August 2010

Wikipedia verliert seine Autoren
Der Reiz des Anfangs ist verloren

Freiwillige verzweifelt gesucht! Händeringend sucht Wikipedia nach neuen Autoren, denn die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme im Internet schwindet. Und die Idee des Mitmach-Netzes gelangt an ihre Grenzen.
Von Levke Clausen

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Dem Partizipationsprinzip des Web 2.0 fühlt sich nur eine Minderheit der Wikipedianutzer verpflichtet

19. August 2010
Es ging ihnen immer um die Idee, das Wissen der Welt zu sammeln und der Menschheit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Aber immer weniger Autoren greifen freiwillig in die Tasten, um sich an der Mission zu beteiligen. Wo sind bloß all die Wikipedianer hin?

In der englischsprachigen Wikipedia, der weltweit größten Gemeinschaft mit über drei Millionen verfassten Beiträgen, ist von einem ernsthaften Autorenschwund die Rede. Zum ersten Mal in der Geschichte der freien Enzyklopädie werden mehr Beiträge gelöscht als erstellt, berichtet das amerikanische Nachrichtenmagazin „Newsweek“ und beruft sich auf Aussagen eines Sprechers der „Wikimedia Foundation“. Die Lage sei so ernst, dass man plane, von Herbst dieses Jahres an Werber auszusenden, um neue Autoren zu gewinnen.

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Jimmy Wales, Wikipedia-Gründer, steht mit seinem Projekt vor den Mühen der Ebene

Auch in der deutschsprachigen Wikipedia waren im bisherigen Verlauf dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr prozentual weniger Nutzer bereit, Beiträge zu verfassen. Was nicht bedeutet, dass weniger Artikel geschrieben würden. Sie stammen jedoch von einer kleineren Autorenzahl. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 zeigt, dass sich dem Partizipationsprinzip des Web 2.0 nur eine Minderheit der Wikipedianutzer verpflichtet fühlt. Der Mitmachwille fällt bei Wikipedia von sechs Prozent aller Nutzer im Vorjahr auf drei Prozent im bisherigen Verlauf dieses Jahres ab.

Selbstherrliches Bearbeiten und Löschen der Texte

Der Frankfurter Soziologe und Netzwerkforscher Christian Stegbauer erklärt den Schwund unter anderem damit, dass der Tonfall unter den Autoren rauher wird und eine Reihe wirrer Spielregeln viele Wikipedianer verängstigt hat: „Es wird immer schwerer, sich bei Wikipedia zu beteiligen. Wenn man sich nicht an die Regeln hält, die sich irgendwelche Leute ausgedacht haben, kann es sein, dass das, was man beigetragen hat, ganz schnell wieder gelöscht wird.“ In der Gemeinschaft wächst der Ärger über das selbstherrliche Bearbeiten und Löschen der Texte durch arrivierte Mitglieder, wie der Blogeintrag einer einstmals sehr engagierten und dem Projekt inzwischen distanziert gegenüberstehenden Wikipedia-Mitarbeiterin mit dem Pseudonym Elian deutlich macht: „Die Gesundheit eines Projekts zeigt sich am Umgang mit seinen Kritikern und Unangepassten. Und da kann man der Wikipedia nur ein zunehmend schlechter werdendes Zeugnis ausstellen. Wer nicht pariert, wird ausgegrenzt und so lange gereizt und beleidigt, bis er den passenden Sperrgrund liefert.“

Viele haben außerdem den Eindruck, dass das Lexikon so gut wie komplett ist und es nichts mehr zu schreiben gibt. Es sei erwähnt, dass die deutsche Ausgabe von Wikipedia nach der englischen Version die zweitgrößte überhaupt ist. Laut Wikipedia finden sich rund 1,1 Millionen Beiträge in der deutschsprachigen Fassung der Enzyklopädie. Angesichts der Fülle bereits bestehender Einträge sinkt für potentielle Nutzer die Chance, neue Themen zu bearbeiten. Catrin Schoneville, Pressesprecherin des gemeinnützigen Vereins Wikimedia Deutschland, räumt ein, dass die Luft langsam dünner werde, sieht aber noch Potential. „Es gibt nach wie vor erhebliche Lücken. Wikipedia ist noch lange nicht fertig.“

„Newsweek“ sieht die Ursache für den Autorenschwund in einer „tiefen Wahrheit der menschlichen Natur“: Menschen arbeiten schlichtweg nicht gern umsonst. Eine Bezahlung widerspräche jedoch der hochgestimmten Ideologie Wikipedias. Ein anderer simpler Grund ist, dass den Menschen schnell langweilig wird. Die Praxis des Gratisschreibens funktionierte in den frühen Jahren, als das Internet eine Art kollektives Fieber auslöste. Damals weckte die Arbeit für Wikipedia das Gefühl, an etwas Neuem, vorher nie Dagewesenem beteiligt zu sein. Inzwischen, so Stegbauer, hat man sich an das Projekt gewöhnt. „Es ist nicht mehr so sexy, wie es am Anfang war.“

Das Interesse der aktiven Teilnahme am Netz sinkt

Belege für den Stimmungswandel gibt es viele. Statistiken zeigen, dass auch andere Zugpferde der nutzergenerierten Revolution im Netz lahm geworden sind. Nach der Studie des „PEW Internet & American Life Projects“ und der ARD/ZDF-Onlinestudie verliert der Blog, Inbegriff der Internetdemokratie, zunehmend an Attraktivität. Das Interesse, aktiv am Netz teilzunehmen, sinkt vor allem bei der jüngeren und mittleren Generation. „Der einzelne Beitrag verliert sich in dem unendlich großen Cyberspace. Der Reiz der Darstellung der eigenen Person verschwindet, sobald man merkt, dass keine Reaktionen kommen“, sagt der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach von der Technischen Universität Dresden. Das Mitmach-Netz bleibt auf eine kleine Gruppe von Aktiven beschränkt, die publizieren, was von vielen abgerufen wird. Etwa neunzig Prozent der Tweets der Mikrobloggingplattform Twitter kommen von rund zehn Prozent der Nutzer, besagt eine Harvard-Studie aus dem Jahr 2009. Der Rest der Web-2.0-Gemeinde besteht aus hauptsächlich passiven Teilnehmern, die nur die Beiträge anderer verfolgen.

Das Mitmach-Netz ist auf eine kleine Gruppe von Aktiven beschränkt
Nach einer euphorischen Einstiegszeit ist das Web-2.0 in eine Konsolidierungsphase eingetreten. Die Zuwachszahlen fallen geringer aus als in den Vorjahren, das Nutzerpotential scheint weitgehend erschöpft. Waren vor fünf Jahren drei oder vier Seiten auf die Partizipation von Nutzern angewiesen, sind es heute unzählige. Der Wettbewerb um die aktiven Nutzer wird härter.

Die „Befreiungsideologie“ ist einer „Produktideologie“ gewichen

Um ihre Autoren bei Laune zu halten und neue Freiwillige anzuwerben, hat die deutsche Wikimedia Foundation zahlreiche Projekte ins Leben gerufen – etwa ein Seniorenprojekt, das ältere Menschen zur Mitarbeit animiert, oder einen „Artikel-und-Bilder-Wettbewerb“, der die besten Lexikonbeiträge auszeichnet. Hier wirbt die Organisation auch mit Geld- und Sachpreisen. Insgesamt werden solche Belohnungssysteme immer wichtiger. Wie weit ist es da noch zur Bezahlung? Dies wäre zweifellos ein gravierender Widerspruch zum Selbstverständnis Wikipedias. Doch die „Befreiungsideologie“ der Anfangszeit, so Stegbauer, ist ohnehin einer „Produktideologie“ gewichen. Der Wettbewerb mit anderen Enzyklopädien steht inzwischen im Vordergrund, außerdem die Qualitäts- und Prestigesteigerung. Von der einstigen Utopie scheint nicht viel übrig geblieben.

Um neue Autoren anzuwerben, hat Wikimedia zahlreiche Projekte ins Leben gerufen
Catrin Schoneville hält dem entgegen, dass die Zahl der Einträge in der deutschsprachigen Wikipedia weitgehend stabil sei und der Rückgang an dauerhaft aktiven Autoren in den vergangenen Monaten, der auch in einer dieser Zeitung zur Verfügung gestellten Statistik erkennbar ist, auf das Sommerloch zurückzuführen sei. Aber was, wenn die Autoren aufgrund von Ideenverlust, Mobbing oder Langeweile aus ihren Sommerferien nicht zur Lexikonarbeit zurückkehren? Wird auch die deutschsprachige Wikipedia Autorenjäger aussenden, um Nachwuchs zu gewinnen? Vielleicht stehen ja bald anstelle der Staubsaugervertreter oder GEZler die Wikipedianer vor der Haustür, und es heißt: Dingdong! Schon geschrieben?

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture alliance / dpa, picture-alliance/ dpa, picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
22.11.2009 13.55
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Typisch Wikipedia

Francesca Caccini, Sängerin und Komponistin (1587 – ca. 1640): Dem Wikipedia-Artikel ist kommentarlos und ohne Quellenangabe das Bild einer jungen Lautenspielerin beigefügt: „Francesca Caccini“. Es ist zudem spiegelverkehrt wiedergegeben, so daß die Initialen des Notentextes rechts beginnen und die junge Dame zur Linkshänderin wird. Jeder Hinweis, warum das Bild die Künstlerin darstellen könnte, fehlt. Das Werk wird sonst meist dem Maler Orazio Gentileschi oder seiner Tochter Artemisia (Selbstbildnis?) zugeschrieben und auf das Jahr 1626 datiert. Allerdings ist seit 1998 ein Selbstbildnis (?) mit Laute von Artemisia Gentileschi (1593 – 1653) aus dem Jahre 1614 bekannt, auf dem sie einen wesentlich reiferen Eindruck macht. An diesen Widersprüchen hat sich bei Wikipedia anscheinend noch niemand gestört.

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glasreiniger
30.07.2008 08.54
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noch mehr Sand im Getriebe

http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer_Diskussion:Ulamm#sss

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glasreiniger
30.07.2008 08.08
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Verleugnung der Fakten ?

Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996

Hallo Ralf,

* wieso soll es falsch sein, einen Artikel mit seinem tatsächlichen Titel zu verlinken?
* Anders als den Initiatoren der Befragenungen lieb wäre, gibt es doch im realen Leben kein allgemeines Murren über die Reform.


Gruß
Ulamm 18:09, 29. Jul. 2008 (CEST)

Die aktuellsten Umfragen haben ermittelt, daß ca. 15% der Bevölkerung die Reform befürworten, irgendwo hier steht das auch belegt. Wenn mehr als 50% dagegen sind, kann man nicht davon reden, daß es kein allgemeines Murren gibt. Ich kenne in meinem privaten Umfeld genau eine Person, die sich mit der Reformschreibe beschäftigt und die ist Redigentin, muß es also zwangsweise. Privat schreibt sie wie bisher. Keine einzige große Redaktion wendet den Reformquatsch an, alle haben Hausregeln. Der Mist ist gescheitert, das will nur niemand zugeben. --RalfR → DOG 2008 18:18, 29. Jul. 2008 (CEST)

Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Produktion geschriebener Texte, gemessen an den Auflagen sicherlich bedeutender als die „schöne Literatur“, sind Periodika verschiedenster Art. Die sind ganz überwiegend in reformierter Rechtschreibung geschrieben. Dass dies in Form von Hausorthografien geschieht, ist doch wohl auf die Wahlmöglichkeiten zurückzuführen und mithin alles andere als ein Scheitern der Reform:

* alle großen und die meisten kleinen Tageszeitungen. Selbst in der online-Ausgabe der FAZ steht „Kompromiss“
* die Wochenzeitungen Die Zeit, Der Spiegel und Focus
* die wissenschaftlichen Verlage Thieme und Springer (Ärzteblatt, „Anästhesie & Intensivmedizin“ auch)
* Marco POlo, BVA (ADAC-Verlag dagegen nicht überall)

Gruß
Ulamm 21:44, 29. Jul. 2008 (CEST)

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Norbert Lindenthal
09.01.2008 12.50
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Kosten großer Ziele

– – -
Diesen Artikel stelle ich ein im Zusammenhang zu der Überlegung, daß diese Rechtschreib-Seiten im Jahr 2004 nur noch unter 10 Euro im Monat kosten durften. Schon eingenommene Spenden (1850 Euro) wurden von den Verantwortlichen nicht für die Deckung der Kosten und nicht für den Spendenzweck ausgegeben, sondern es wurde ein zerstörerischer Gedankengang entwickelt, der von der Mehrzahl der damaligen Nutzer stillschweigend hingenommen wurde. (Zur Erinnerung: Die Rechtschreibseiten hatten 2004 täglich 1000 Besucher.)
Wikipedia hingegen sagt in der Öffentlichkeit, wieviel Geld es benötigt, und hat vergleichbar anerkennenswerten Erfolg.
Wer zu meiner Vorgehensweise zurückkehren möchte, nehme einfach Kontakt auf. Vielleicht gibt es für die Rechtschreibfrage viel Licht …
Norbert Lindenthal
- – -


Heise c‘t 09.01.2008 12:14

Zwei Millionen US-Dollar für Wikipedia & Co

Die Wikimedia Foundation hat mit ihrer jüngsten Spendenkampagne mehr als zwei Millionen US-Dollar eingesammelt. Unterdessen sind Details über die zukünftige Ausrichtung der Organisation bekannt geworden, die neben der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia auch zahlreiche Schwesterprojekte betreibt. So ist eine Funktion zum gemeinsamen Editieren von Videos geplant.

Auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation hat der neue Wikimedia-Vize Erik Möller eine erste Bilanz der Spendenkampagne veröffentlicht. Danach machten rund 45.000 Klein-Spender zusammen insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar für die Foundation locker. Wesentlich für das Endergebnis war aber eine anonyme Großspende, die eine halbe Million US-Dollar in die Kassen der Foundation spülte. Zwar ist dies das beste Ergebnis einer Spendenkampagne der Organisation, Grund zum Jubeln gibt es aber noch nicht. Wegen der enorm gestiegenen Kosten hat die Organisation im aktuellen Geschäftsjahr ein Budget von 4,6 Millionen US-Dollar eingeplant. Das benötigte Geld soll jetzt durch die Ansprache von potenziellen Großspendern zusammenkommen.

Einblicke in die Pläne der neuen Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner gewährt ein vertrauliches Strategie-Papier, das ausgerechnet bei dem von Wikimedia selbst betriebenen kollaborativen Journalismus-Portal Wikinews veröffentlicht wurde. Das 28-seitige Papier gibt eine Präsentation wieder, die Gardner und Möller beim Computer-Konzern Sun hielten, um für eine finanzielle Unterstützung zu werben. Das Papier bestätigt im Wesentlichen die Pläne, die Sue Gardner bereits in einem Exklusiv-Interview mit der c't skizziert hatte, enthält aber auch bisher unbekannte Details.

In dem Papier ist unter anderem eine technische Roadmap enthalten. Die Veröffentlichung der gesichteten Versionen ist demnach für Mai diesen Jahres geplant, gleichzeitig sollen auch andere Werkzeuge zur Qualitätssicherung in der Wikipedia freigeschaltet werden. Einen Schwerpunkt legt die Foundation auf zukünftige Print-Versionen der Wikipedia-Artikel. Zunächst will die Wikimedia Foundation in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Unternehmen Pediapress eine Drucktechnik in die Wikipedia integrieren, die nach und nach ausgebaut werden soll. So sollen die Artikel zunächst ins PDF-Format, später auch ins OpenDocument-Format exportiert werden können. Für Herbst diesen Jahres sind auch sogenannte „Smart dumps“ vorgesehen, die wohl den Druck einer Zusammenstellung ganzer Themenbereiche aus der Wikipedia ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist eine Software zum gemeinsamen Editieren von Videos innerhalb der Wikimedia-Projekte. Nach den Screenshots zu urteilen, sollen die freiwilligen Autoren die Möglichkeit bekommen, Videos online zu schneiden und mit Audiokommentaren zu versehen.

Auch über die zukünftige organisatorische Ausrichtung gibt das Papier Auskunft: So sollen bis zum Juni dieses Jahres insgesamt 21 Angestellte für das neue Büro der Foundation in San Francisco arbeiten. Unter den neuen Angestellten sind demnach vier Entwickler, auf Verwaltungsseite werden unter anderem Verantwortliche zur Entwicklung von Partnerschaften mit anderen Organisationen, dem Werben für Spendengelder und ein Buchhalter engagiert. In diesen Bereichen war die gemeinnützige Stiftung bisher sehr schwach aufgestellt. So liegt bis heute noch nicht das Ergebnis der Buchprüfung des vergangenen Geschäftsjahres vor. In einer zweiten Phase soll das Team im Wikimedia-Büro weiter anwachsen: Für 2009 sieht das Strategie-Papier eine Belegschaft von 29 Angestellten vor.

Damit geht auch ein Anstieg der Kosten einher: Für das Geschäftsjahr 2008/2009 sieht das Papier ein Budget von 8,5 Millionen US-Dollar vor, darin sind 4,9 Millionen US-Dollar für den Betrieb der Server enthalten. Um dies zu gewährleisten, hat Sue Gardner während einer Goodwill-Tour potenzielle Spender aufgesucht und von der Mission der Wikimedia Foundation zu überzeugen versucht. Als mögliche Gegenleistung für Spenden sieht Wikimedia-Gründer Jimmy Wales die Bekanntmachung solcher Partnerschaften. So könne ein Hardware-Sponsor damit werben, dass seine Produkte bei der Wikimedia Foundation eingesetzt werden. Für die Stiftung ist das eine Gratwanderung: Traditionell ist die Wikipedia-Community gegen Werbung jeglicher Art eingestellt.

Die Veröffentlichung des vertraulichen Papiers stößt bei den Verantwortlichen der Wikimedia Foundation nicht auf Begeisterung. So hatte Gardner in E-Mails klargestellt, dass sie diese Details noch nicht kommunizieren wolle, da derzeit noch viele Gespräche geführt werden müssten und Details nicht sicher seien. Auf der Mailingliste der Wikimedia Foundation wird die derzeitige Kommunikationspolitik heftig diskutiert.

Siehe dazu auch das Interview mit Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner in der aktuellen c't-Ausgabe 2/08:

„Ein ständiges Bemühen, die Dinge zu verbessern“
(pmz/c't)

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Detlef Lindenthal
02.10.2007 07.43
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Sigmar Salzburg schrieb:
... bei Spiegel online ... Dort werden Beiträge zur Rechtschreibreform [Rechtschreibfrage] umgehend gelöscht.
Neue Medien braucht das Land.
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
02.10.2007 07.35
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Re: Totpflegefälle der deutschen Sprache

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Norbert Lindenthal
---
Anmerkung:
Hier mußte ich als verantwortlicher Redakteur zensieren.
Norbert Lindenthal
Wer sich dennoch umfassend informieren will, kann das in meinem gleichlautenden Text v. 1.10.07 bei Spiegel online in der Sick-Zwiebelfisch-Diskussion tun. Dort werden Beiträge zur Rechtschreibreform umgehend gelöscht, Wiki-Porno-Links aber (bis jetzt) nicht.

[Möglicherweise liest man hier mit, denn 3 Tage später ist nun der Beitrag spurlos verschwunden.]

__________________
Sigmar Salzburg

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Karl-Heinz Isleif
02.10.2007 00.51
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Den Brei aus nicht identifizierbaren Zutaten, angerührt von unbekannten Köchen mit zweifelhafter Qualifikation und Absicht, nennt man Wikipedia.

KHI

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Detlef Lindenthal
01.10.2007 14.52
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Re: Totpflegefälle der deutschen Sprache

Zitat:
Sigmar Salzburg und Norbert Lindenthal schrieben:
Dagegen wird Pxxxxstarlets und xxxxx xxxxxxxxxx Pxxxxxxxx ausgiebiger Raum gewährt:
http://de.wikipedia.org/wiki/xxxxxxx
http://de.wikipedia.org/wiki/xxxxxxxxxxxxx

Man versuche aber einmal, ein traditionelles „daß“ in den Texten unterzubringen: Dauerhafte Sperrung bei Wikipedia kann die Folge sein.
---
Anmerkung:
Hier mußte ich als verantwortlicher Redakteur zensieren.
Norbert Lindenthal
Nu ja, ge„mußte“s Müssen möchte ich nicht unbedingt bestätigen, aber für die gute Laune ist es allemal besser, wenn der Wikipedia-Siff hier nur durch „xxxxxxxxxx“ erahnbar ist.
__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
01.10.2007 07.44
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Totpflegefälle der deutschen Sprache

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales war bei Mzoli essen, schrieb einen Lexikoneintrag. 22 Minuten später löscht den ein anderer Nutzer. Begründung: Irrelevant! Entschieden hat das Chad Horohoe, ein 19-jähriger Amerikaner, der bei Wikipedia sogenannte Administratoren-Rechte hat. Dazu gehört es, Artikel löschen oder wiederherstellen und Konten sperren zu können…
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,508726,00.html

Bei der deutschen Wikipedia gibt es noch eine Besonderheit: Eine anonyme Klasse von Big-Brother-Administratoren löscht eifernd jegliche Erinnerung an deutsche Sprachvereine und gute Rechtschreibung. Der VRS hat ausgiebige Erfahrungen damit:

http://www.vrs-ev.de/forum/themaschau.php?t=773&highlight=wikipedia

Dagegen wird Pxxxxstarlets und xxxxx xxxxxxxxxx Pxxxxxxxx ausgiebiger Raum gewährt:
http://de.wikipedia.org/wiki/xxxxxxx
http://de.wikipedia.org/wiki/xxxxxxxxxxxxx

Man versuche aber einmal, ein traditionelles „daß“ in den Texten unterzubringen: Dauerhafte Sperrung bei Wikipedia kann die Folge sein.

---
Anmerkung:
Hier mußte ich als verantwortlicher Redakteur zensieren.
Norbert Lindenthal
__________________
Sigmar Salzburg

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PL
16.03.2007 21.40
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Re: Die Waldschlößchenbrücke und das gleichgeschaltete Lexikon – Gruß an Manfred Riebe!

LES LARMES DE PIERRE

Ich habe einen Freund (er weiß es nicht einmal). Er heißt Udo Becker, ist Professor an der TU Dresden und Lehrstuhlinhaber für Verkehrsökologie.

Eine meiner Nachbarinnen ( F., eine feuerrothaarige Kunstmalerin) wuchs hinter dem Eisernen Vorhang auf, unweit Dresdens. Sie folgte, nach dem lange ersehnten „Mauerfall“, dem ihr von der Liebe gewiesenen Weg nach Basel. Hier lebt sie nun und liebt und sagt zu mir: Kopiere doch diesen ganzen Kram und füge ihn einfach ein – denn Quellen versiegen!

Aha? „Gut, wenn du meinst, dann werde ich es tun“, antworte ich ihr.
Aber vorher muß ich noch etwas sagen. In Dresden war ich noch nie (auch niemals in Berlin). Was aber verbindet einen ehemaligen Ziegenhirten, späteren (autodidaktisch gebildeten) Kunst- und Kulturhistoriker, der als Architekturphotograph beinahe sämtliche Kirchen und Klöster Deutschlands und der Schweiz photographiert hat, mit Dresden? Seine letzten Tränen. Am 30. Oktober 2005 sah ich im Fernsehen die Einweihung der wiedererrichteten Frauenkirche. Ja, ich gebe es zu: ich mußte weinen – als bekennender Agnostiker mir die Augen mehrmals trocknen. So tief war ich bewegt.

Nun also kopiere ich ganz einfach:

>>Am Ende stehen alle wieder im Stau, nur auf noch höherem Niveau

Auszüge aus einem Gespräch mit Prof. Udo Becker, TU Dresden, Lehrstuhl für Verkehrsökologie.
Die Fragen stellte Thomas Friedlaender.

Sehr geehrter Herr Prof. Becker, die Diskussion zur Waldschlößchenbrücke zieht sich seit Jahren hin, und es gibt immer noch kein Ergebnis. Wie beurteilen Sie als Fachmann die von der Stadt dem Regierungspräsidium zur Entscheidung vorgelegten aktuellen Planungsunterlagen – immerhin sind ja schon beachtliche 13 Mill. Euro in die Planungen geflossen?

Prof. Udo Becker: Nach Meinung der Landeshauptstadt ist die Planung wohl ganz toll gelungen, sonst hätte die Stadt nicht das Verfahren eingeleitet. Ich dagegen halte aber die ganzen Planunterlagen für absolut ungeeignet – damit ist keine Abwägung, keine sinnvolle Entscheidung möglich. Nur drei wichtige Kritikpunkte:

1. Es gibt in den Planunterlagen absolut keine Begründung für die Brücke; nirgendwo steht, wo genau im Dresdner Verkehr ein Problem liegt, wann wo Stau auftritt oder was man dagegen tun kann! Lapidar heißt es nur: Verkehr wird mehr, also bauen wir halt mal. Grundlage allen Planens wäre aber, daß man überlegt, wo denn nun genau das Problem ist – und hier herrscht komplette Fehlanzeige. Dabei haben die Messungen der TU Dresden bewiesen, daß der Verkehr durch die Stadt seit 1996 sogar um 30% schneller geworden ist – in Dresden kommt man gut voran, trotz der kleinen Probleme an manchen Stellen.

2. Um die Brücke aber zu rechtfertigen, wurde in den Prognosen für den NULL-FALL (also die Situation ohne Brücke) einfach angenommen, der Verkehr wird künftig weiter stark steigen – und dazu wurden absolut unmögliche Annahmen getroffen. So wurde zum Beispiel unterstellt, daß zwar die Einwohner zurückgehen, daß aber die Verkaufsflächen in der Stadt in einem unglaublichen Maße zunehmen – und dann fahren im Modell die nicht vorhandenen Menschen zu den zusätzlichen (angenommenen) Läden.

3. Dagegen wurden die Berechnungen für den MIT-FALL, also für den Fall, bei dem die Brücke dann tatsächlich gebaut wird, systematisch zu klein gerechnet. Die Planer haben dabei nämlich angenommen, daß die Brücke zu keiner Veränderung im Siedlungs- und Wohnortwahlverhalten führt.
Das ist aber ... vollkommener Unsinn: Natürlich verringert eine Brücke die Reisezeiten und die Kosten und die Unbequemlichkeit der Reise, das soll sie ja – und dann wird aber in einer Marktwirtschaft ganz logisch häufiger und weiter gefahren. Hier geht es um den ... erzeugten, Verkehr – und den gibt es, da herrscht wissenschaftlich kein Zweifel. Wird die Brücke gebaut, dann gibt es mehr Verkehr, und zwar auf der Brücke, auf den Zufahrten und auch im restlichen Netz, eben weil Menschen dann ihr Verhalten ändern.

Damit aber ergibt sich der Fall, daß eigentlich keine richtigen, korrekten, belastbaren Werte vorliegen: Man kann also gar nicht abwägen oder entscheiden. Das Regierungspräsidium bräuchte erst mal überhaupt verwertbare Unterlagen. So, wie das jetzt beschrieben ist, sind das alles Wunschwerte. ...

Sie meinen also, die vierspurige Brücke erzeugt mehr Probleme, als das Bauwerk vorhandene Probleme löst?

Prof. Udo Becker: Ja, aber sicher – zumal eben niemand untersucht hat, wo denn vorher überhaupt welches Problem herrscht und was man sonst noch dagegen tun könnte. Das ganze ist ein völlig unzeitgemäßer Ansatz, eine Planung nach Prinzipien von vor Jahrzehnten: Und mit viel Geld kaufen wir uns dynamische Entwicklungen ein, die dann ganz viele Folgekosten nach sich ziehen. Wir geben also mit der Brücke viel Geld dafür aus, daß dann hinterher viele teure Folgeprobleme erst entstehen.

Wenn ich mich gegen die Brücke ausspreche, dann doch nicht, weil ich den Dresdner Autofahrern etwas Böses antun will. Im Gegenteil. Ich tue dies, weil genau die jetzt vorgelegte Lösung diese Probleme nicht löst und den Leuten nicht hilft: Da wird eine Brücke gebaut, der Verkehr wächst weiter, und am Ende stehen alle wieder im Stau, nur auf noch höherem Niveau. Hier sind einfach andere, intelligente Konzepte gefragt. In einer dynamischen Marktwirtschaft ist es kompletter Unsinn, eine zu hohe Nachfrage damit bekämpfen zu wollen, daß man den Verkehr noch billiger, schneller, attraktiver macht.

Sie sind also kein prinzipieller „Gegner von neuen Brücken im Stadtgebiet?“ Was glauben Sie, woran liegt es, daß die Planer nach Ihrer Meinung so schlechte Zahlen vorgelegt haben?

Prof. Udo Becker: Naja, die Planer haben natürlich geplant, was man Ihnen vorgab – und hier liegt der schwarze Peter eindeutig bei den politischen Vorgaben. Ich bin da manchmal sehr überrascht: Da gehen die wirklich bemühten und kompetenten und wohlmeinenden Verkehrsfachleute der Landeshauptstadt mit abgestimmten und rundum gelungenen Planungen in den zuständigen Ausschuß, und dort fällt einem der Stadträte ein, daß er doch lieber einen Tunnel will – es kann auch eine andere, völlig unbezahlbare und unsinnige Lösung sein. Und dann wird der Plan der Verkehrsfachleute einfach abgelehnt, und der Planer wird wie ein Schulkind nach Hause geschickt, jetzt soll er bis zum nächsten Mal einen Tunnel (oder was auch immer) planen. Beim nächsten Mal kommt er dann mit dem Tunnel in den Ausschuß, sagt, wie teuer das ist – und dann wird einfach der Tunnel widerrufen, jetzt will man wieder eine neue Lösung – und so geht das hin und her. Der schwarze Peter liegt hier wirklich nicht bei den Planern, sondern bei den politischen Vorgaben: Da werden oft wirklich ganz eigene Süppchen gekocht, weil ein Minister eine Brücke genau an dieser Stelle will, weil ein Stadtrat aber genau an einer anderen Stelle wohnt: Es ist für die Fachplaner einfach unmöglich, mit diesen Vorgaben sinnvoll zu planen, und das sieht man dann der Planung auch an: Die jetzt vorgelegte Planung für die Waldschlößchenbrücke wäre in dieser Form nie entwickelt worden, wenn die Politiker da nicht ihre Extrawürste gebraten hätten, da bin ich ganz sicher.

Was prognostizieren Sie der Stadt für eine Entwicklung, wenn die Pläne des Finanzbürgermeisters Vorjohann in den nächsten Jahren verwirklicht werden?

Prof. Udo Becker: Tja, Herr Vorjohann ist nicht zu beneiden, was er tut, gibt Ärger. Trotzdem finde ich, daß er schlecht beraten ist, Geld in Verkehrswege zu stecken – denn die werden wir nicht brauchen. Wir werden weniger, wir werden älter, Dienstleistungen und Chip-Fabriken und Internet werden wichtiger als Stahlwerke und 8streifige Autobahnen. Mit den Kürzungssignalen bei Jugend-, Senioren- und Kulturpolitik würde er aber fatale Signale setzen: Er würde nämlich allen zeigen, daß diese soziale Komponente unserer Stadt unwichtig ist. Tja, und genau so werden sich die Menschen, die Jugendlichen, die Betroffenen dann verhalten: Unerwünscht und ohne Partner.

Das aber ist für ein Gemeinwesen ruinös; mit Schlaglöchern kann man leben, wenn man sich als Teil der Gemeinschaft fühlt. Die besten Autobahnen nützen nichts, wenn man sich nicht mehr als (erwünschter) Teil der Stadt fühlen kann.

Trotzdem, Herr Vorjohann argumentiert, daß nur durch gute Straßen Investoren nach Dresden kommen. Er meint, eine gute Verkehrsinfrastruktur sei eine wichtige Voraussetzung für die Ansiedlung von Unternehmen und damit für die Zukunftsfähigkeit Dresdens.

Prof. Udo Becker: Ach, hören Sie doch auf, das liest man zwar oft, aber richtig ist es dennoch nicht: Es gibt 1000 Voraussetzungen für ein Unternehmen, hierher zu kommen, und Verkehrswege sind nur eine Voraussetzung. Unsere Verkehrswege sind nun schon einigermaßen gut, es geht hier schneller voran als in Köln oder Stuttgart, und man kommt überall hin – das ist eine Grundvoraussetzung, die ist aber für fast alle Unternehmen erfüllt. Dann aber braucht man als Unternehmer auch begeisterungsfähige Arbeiter, eine gute Verwaltung, gute Schulen, Opern, einen Stadtgarten, saubere Luft, sichere Wege zu guten Kindergärten, ein Gemeinschaftsgefühl und viel mehr. Welche Leute wollen Sie denn hier herziehen, wenn wir die besten Straßen, aber keine Kindergärten, keine Schulen, keine Museen, keine lebenswerte Umwelt mehr haben? Dann kommt doch überhaupt kein zukunftsfähiger Investor mit Ideen hier an – und daran fehlt es, nicht an noch mehr Beton. Zukunftsfähig wäre es, wenn wir statt dessen heute die Investoren locken, die sich in Zukunft zu echten Knüllern entwickeln werden – und das sind intelligente, verkehrsreduzierende, vernetzte Konzepte, und die brauchen eine lebenswerte Umwelt und schlaue Köpfe und einen Computer, sonst nichts. Das wäre im Sinne der Stadt!

Lassen Sie uns nochmals auf die Waldschlößchenbrücke zurückkommen: Viele Menschen verknüpfen mit dem Bau dieser Brücke gewisse Hoffnungen. Wo würden Sie denn in unserer Stadt eine Brücke über die Elbe schlagen? Wo im Stadtgebiet gibt es die größten Verkehrsprobleme und wie würden Sie denn diese Probleme lösen, wenn Sie das entscheiden könnten? Brauchen wir mehr kleinere Brücken? Soll es nur Brücken für Bus, Bahn, Radfahrer und Fußgänger geben? Was kosten denn solche Lösungen?

Prof. Udo Becker: Tja, das würde ich gerne einmal wissenschaftlich untersuchen – aus dem Stegreif kann ich das nicht beantworten. Aber ich denke, Dresden braucht gerade in dieser katastrophalen Finanzlage andere Lösungen als zusätzliche Straßen oder Brücken: Es geht um Gemeinsinn und um die Zukunft. Zur Zeit lese ich in der Zeitung, auf die Brücke darf man nicht verzichten, weil sonst die Fördergelder nicht kommen. Tut mir leid, das kapiere ich einfach nicht: Weil uns Bund oder Freistaat 100 Millionen geben, muß ich doch noch lange nichts gut finden, was mich noch immer noch 10 Millionen „Restmittel“ kostet und was mich danach dann Jahr für Jahr 1 Million Unterhalt kostet, wenn ich das Teil eigentlich nicht brauche? Stellen Sie es sich doch mal so vor: In Grönland kommt zu den Eskimos ein Mann, der Kühlschränke verkauft (brauchen wir nicht wirklich!), und der verspricht eine Fördersumme von 1000 EURO – jeder Eskimo muß nur noch 100 EURO für den Kühlschrank bezahlen und danach dann natürlich die jährliche Stromrechnung. Was soll das? Auf Fördergelder für etwas, was mich nachher noch mehr Geld kostet und das ich nicht brauche, verzichte ich doch mit Handkuß. Im Gegenteil: Wer ein solches „Geschenk“ annimmt, handelt verantwortungslos, denn er macht schon wieder Schulden auf Kosten der nächsten Jahrzehnte.

Dresdner Blätt’l, 14. Jahrgang
Ausgabe 20/2003 vom 12. Dezember 2003<<

[Anm d. Red.: Dasselbe Gespräch finden Sie auch hier: http://www.welterbe-erhalten.de/index.php?option=com_content&task=view&id=421&Itemid=51 .]

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Detlef Lindenthal
16.03.2007 20.24
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Die Waldschlößchenbrücke und das gleichgeschaltete Lexikon – Gruß an Manfred Riebe!

Weil der Rundfunk von den öffentlichen Überlegungen zum Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke berichtete (die viele Millionen kosten wird und mit der sich ein Volksentscheid und etliche sächsische Politiker befassen), habe ich in der Wikipedia nachgeschaut, um welche Überlegungen es bei dieser Brücke geht. Und ich war baß erstaunt:
27 Bildschirmseiten ist dieser Beitrag hoch, allein 146 Klickverweise auf sonstige Quellen hat er. So erstaunt, daß ich sogleich vergleichen wollte.

Dazu habe ich mir den Wikipedia-Beitrag zur sog. Rechtschreibreform angeschaut, die viele Milliarden kostet und mit der sich viele Volksentscheide und sehr viele Politiker in allen Bundesländern befaßt haben. Und ich war noch erstaunter:
Nur 5 Bildschirmseiten hoch ist dieser Beitrag. Das Wort „Volksentscheid“ kommt nicht darin vor. Auf eine Seite von RS„R“-Gegnern wird nicht verwiesen.

Kann es sein, daß Robert Mugabe der heimliche Wp-Chefredakteur ist?

Übrigens verzeichnet die Wp das Waldschlößchen mit ß.
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Detlef Lindenthal

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Norbert Lindenthal
18.05.2006 14.23
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Wikipedia

Heise-Verlag:
18.05.2006 15:57

400.000 deutschsprachige Artikel in der Wikipedia

Das freie Enzyklopädieprojekt Wikipedia kann den nächsten Meilenstein feiern: Am heutigen Donnerstagmittag wurde der vierhunderttausendste Artikel in die deutschsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie eingestellt: Er behandelt die Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois.

Das Wachstum der Wikipedia geht damit ungebremst weiter: Für die ersten 100.000 deutsprachigen Artikel hatte die Gemeinschaft freiwilliger Autoren noch über drei Jahre benötigt, die gegenwärtig letzten 100.000 Artikel sind in weniger als acht Monaten entstanden. Für den Artikelbestand zeichnen über 20.000 registrierte und ungezählte unregistrierte Nutzer verantwortlich.

Die deutschsprachige Wikipedia liegt stabil auf Platz 2 der über 200 verschiedenen Sprachausgaben. Dabei ist sie im Vergleich zur englischen Ausgabe besonders restriktiv, was die Relevanz von Artikeln angeht: Artikel mit geringer Schöpfungshöhe oder zu wenig wichtigen Themen werden hier im Gegensatz zur englischsprachigen Wikipedia viel eher gestrichen. Dort sind derzeit über 1,1 Millionen Artikel verfügbar, in allen Sprachversionen zusammen etwas mehr als 4,1 Millionen.

Die Verwaltung dieses riesigen Wissenspools ist eine technische und organisatorische Pionierleistung. Um die Verknüpfung und Erschließung innerhalb des Enzyklopädieprojektes zu verbessern, ist das Semantic-Wiki-Team angetreten. Ein Artikel in Technology Review verrät, wie Entwickler mehr Sinn und Verstand in den Datenbestand bringen wollen. Eine durch die Autorengemeinschaft der Wikipedia gemeinsam erstellte Ontologie könnte auch für externe Anwendungen wie Spracherkennungen oder automatisierte Übersetzungen genutzt werden.

Den Beitrag von Gregor Honsel über die Projekte zur besseren Erschließung der in Wikipedia vorhandenen Informationen bringt Technology Review online:

"Tuning für die Wikipedia"

Torsten Kleinz

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