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Sigmar Salzburg
12.03.2006 20.39
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Lübecker Nachrichten online

ln-online/lokales vom 08.03.2006 01:00

Neue Rechtschreibung: Die Revorm ist fölich uhnsinnig

Bad Oldesloe – Wie schreibt Deutschland es nun richtig? „Stengel“ oder „Stängel“, „Tip“ oder „Tipp“? Die Reform der Reform sorgt jetzt für neue Unsicherheit.


Begeistert waren die meisten der befragten Oldesloer Lehrer und Schüler nicht gerade über die neuerliche Reform der Rechtschreibreform, die zum 1. August auf Deutschlands Schülerinnen und Schüler zukommt. Nach der heftigen Kritik entschärften die Kulturminister der Länder die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1998 wieder, die voriges Jahr erst verbindlich geworden war.

Die neuerlichen Änderungen betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende. Bei den Noten der Schüler werden die Änderungen dieses Jahr noch nicht berücksichtigt. Die Reform der Reform muss erst nach einer Übergangszeit von einem Jahr bei den Schülern sitzen.

Am Theodor-Mommsen-Gymnasium überwiegt unter den Deutschlehrern die kritische Betrachtung der Neuregelung. Hans-Joachim Vierhaus: „Inhaltlich ist die Reform der Reform unwesentlich. Sie ist wohl eine Reaktion auf die bisher abwehrende Haltung bestimmter Bundesländer und Verlage gegenüber der bisherigen Regelung. Man hätte eine gut durchdachte Reform machen und dabei bleiben sollen. Es ist etwas unglücklich, es jetzt wieder ein bisschen anders zu machen, und allgemein sehr schade, dass einige Verlage und Zeitungen sich der neuen Rechtschreibung verweigern. Aber auch bei der alten Schreibweise gab es wohl praktisch niemanden, der fehlerfrei Deutsch schreiben konnte.“

Christiane Behrens sagte zur erneuten Reform: „Ich habe den Eindruck, die Schüler empfinden das alles undramatisch. Die Schüler werden bis zur Oberstufe die neue Rechtschreibung gelernt haben.“ Schwierigkeiten hätten Schüler nur bei Getrennt- und Zusammenschreibung. Diese Problematik galt aber auch für die alte Rechtschreibung. Eher die Ausnahme bildet Stephanie Wrede mit ihrer positiven Einstellung: „Die Reform ist allgemein sehr gut. Die Schüler kommen mit der neuen Schreibweise besser zurecht, weil die Sprache jetzt regelgeleiteter ist.“

Seit 40 Jahren gibt Barbara Mertens Deutschunterricht, derzeit an der Grundschule im Westen von Bad Oldesloe. Sie ist gar nicht glücklich mit der Entwicklung in der Rechtschreibung und sagt: „Die Verunsicherung ist vor allem bei den Kindern groß, die es bereits anders gelernt haben. Selbst ich muss immer mehr im Duden nachsehen.“

Auch Renate Korth, Schulleiterin der Grundschule West, kann über die Reform zur Reform nur noch den Kopf schütteln: „Es ist schwierig, das den Kindern überhaupt noch zu vermitteln. Ein großes Problem sind die Unsicherheiten, weil zum Teil mehrere Schreibweisen möglich sind“.

Jutta Kortsch, Fachleitung Deutsch an der Oldesloer Schule am Masurenweg, sagt: „Die Reform wird reformiert, und für Lehrkräfte und Schüler gibt es kein verbindliches Nachschlagewerk – fast unzumutbar.“ Schulleiter Matthias Welz ergänzt: „Wichtig ist doch, dass Lehrkräfte und Schüler eine Orientierung erhalten, an der sie erkennen können, dass sie richtig geschrieben haben.“

Und was sagen Oldesloer Schüler zur Rechtschreibreform? Die LN fragten Schülerinnen und Schüler der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe. Abiturientin Lisa Ströh (19) sagte zur neue Entwicklung in Sachen Rechtschreibung: „Solange man nicht wieder alles neu lernen muss, ist das schon okay. Ich finde aber nicht, dass man das unbedingt hätte ändern müssen. Ich bin bisher gut zurechtgekommen.“ Torge Olufs (19) und Dominique Kottke (18) sind sich einig: „Die Reform der Reform ist unsinnig und schwachsinnig. Sie macht die Rechtschreibung unnötig kompliziert.“

Ob dies nun der endgültige Schlussstrich unter die seit Jahren anhaltende Reformdebatte bedeutet, ist jedoch nicht sicher. Allerdings wollen jetzt auch die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, die die Umsetzung der Rechtschreibreform bisher ausgesetzt hatten, wieder mitmachen.

Von Claas Meinheit, Susanna Fofana und Petra Dreu,

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