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Christoph Kukulies
12.07.2006 08.21
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das wäre mit 'daß' nicht passiert

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,426266,00.html

Auch Millionen Fußballfans hatten gehofft, der Wahlkalifornier werde das Team weiter führen, dass in den vier Wochen der WM einen kollektiven Begeisterungssturm in der Bundesrepublik ausgelöst hatte. Auf Plakaten hatten sie gefordert: „Klinsi, bitte bleibe!“

Mal sehen, wie lange es dauert, bis es die Redaktion von Spiegel-Online merkt.


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Christoph Kukulies

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Detlef Lindenthal
04.07.2006 07.13
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Re: Immer neue Richtigkeitsrekorde

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Mehr als 120 Menschen erlitten in Villingen-Schwennigen durch aprikosen- bis tennisballgroße Hagelkörner und Glassplitter Schnittwunden am Kopf.
(KN n. dpa 30.06.06)
Dazu nun aber meine Frage: Sollte man (nachdem hier die Kieler Nachrichten möglicherweise alle Richtigkeitsrekorde gebrochen haben), bedenkend, daß die RS„R“, von fast allen unbemerkt (Prof. Ickler eingeschlossen), vor allem die zentrale Wortbildungs- und -schreibungsregel („Was ein Wort ist, wird zusammengeschrieben; mehrere Wörter werden auseinander geschrieben“) sabotiert hat und die KN sich dabei an strategischer Stelle auf die Seite der sabotierenden Kieler Allparteienkoalition geschlagen haben (was vielleicht bei einer Richtigkeits-Meisterschaft doch zu einer lebenslangen Sperre führen müßte), den KN wieder verzeihen?
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
03.07.2006 13.40
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Immer neue Richtigkeitsrekorde

Mehrere hundert Menschen erlitten durch Aprikosen bis Tennisball große Hagelkörner Schnittwunden am Kopf.
(ZDFtext, dpa 28.06.06)

Innerhalb von 20 Minuten gingen „Aprikosen- bis Tennisballgroße Hagelkörner“ nieder
(Trossinger Zeitung, 28.06.06)

Durch die Aprikosen bis tennisballgroßen Hagelkörner ...
(ARDtext 29.06.06)

… durch aprikosen- bis tennisballgrosse Hagelkörner ...
(Bieler Tagblatt, Schweiz 29.06.06)

Mehr als 120 Menschen erlitten in Villingen-Schwennigen durch aprikosen- bis tennisballgroße Hagelkörner und Glassplitter Schnittwunden am Kopf.
(KN n. dpa 30.06.06)
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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
18.05.2006 06.22
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... nichts Aufwändiges

Spagetti sind nichts für die Zeitung

Die meisten Verlage werden im August darüber entscheiden, ob sie die korrigierte Reform übernehmen

Von Andreas Berger

Wie hält es die Zeitung mit der korrigierten Rechtschreibreform? Die Presseagenturen werden sich erst im August entscheiden, ob sie den Korrekturen folgen wollen. Da Tageszeitungen viel mit Agenturtexten arbeiten, werden sie sich größtenteils dieser Entscheidung anschließen. Auch diese Zeitung wird vermutlich der Entscheidung der Agenturen folgen. Verlage wie Springer und Süddeutsche Zeitung haben schon angekündigt, die korrigierte Reform umzusetzen.

Wie schon bei der Einführung der Rechtschreibreform wird diese Zeitung aber möglichst nahe an der vertrauten Schreibung bleiben, das heißt überall da, wo alternative Schreibweisen erlaubt sind, die herkömmliche wählen. Wir bleiben also bei „aufwendig“, obwohl auch „aufwändig“ erlaubt ist, da die Ableitung vom Grundwort „aufwenden“ sinnvoller ist als die von dem Substantiv „Aufwand“. Und allseits gebräuchliche Wörter wie „Spaghetti“ werden wir nicht zwangseindeutschen zu „Spagetti“, auch wenn es erlaubt ist.

Unser Ziel ist, möglichst nahe am Sprachgebrauch der Menschen zu sein, gleichzeitig aber korrekt nach den Regeln zu schreiben. Alle unabdingbaren Korrekturen auch an der bisher gültigen Rechtschreibreform werden also umgesetzt. So wird man in Zukunft „auseinandergehen“ wieder zusammenschreiben und unterscheiden müssen, ob man etwas vom Essen übrig hat oder im übertragenen Sinn etwas für jemanden übrighat, also ihn mag.

Besonders bei der Zeichensetzung werden wir nicht nur die verpflichtenden Kommas, sondern auch die möglichen setzen, da sie die Satzstruktur verdeutlichen und so das Verständnis erleichtern.

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2184/artid/5426309


[Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung, Wolfsburger Nachrichten]

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Sigmar Salzburg
18.05.2006 04.32
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Wer sagte es?

Alte Rechtschreibung wird weiter toleriert


„Ich fand die Art und Weise, wie die Rechtschreibreform durch die Kultusministerkonferenz durchgedrückt wurde, skandalös. Ich habe mich vor einem Jahr für die Beibehaltung der alten Rechtschreibung ausgesprochen – wie zahlreiche Zeitungen und Schriftsteller. Leider haben die Ministerpräsidenten nicht den Mut gehabt, die Reform ganz zu stoppen.
Viele der jetzt beschlossenen Änderungen gehen aber immerhin in die richtige Richtung. Ich habe meine Mitarbeiter nun angewiesen, die korrigierte Reform im dienstlichen Schriftverkehr umzusetzen. Soweit Mitarbeiter noch mit der alten, bewährten Rechtschreibung vertraut sind, können sie unbeanstandet darin fortfahren. Auch ich selbst schreibe weiterhin ,ß’ auch nach kurzem Vokal.
Diese Vielfalt wird eine Sprache schon aushalten. Und der Prozess ist ja nicht abgeschlossen. Auch der Rat für Rechtschreibung soll ja weiterarbeiten. Wer weiß, wohin sich unsere Sprache und damit die Rechtschreibung noch entwickelt.“

© Braunschweiger Zeitungsverlag 2006

Donnerstag, 18.05.2006

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2184/artid/5426307

[Leider vergaß die Redaktion hinzuzufügen, wer dies gesagt hat. Der Bürgermeister in Braunschweig?]

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Sigmar Salzburg
24.03.2006 13.57
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Nordwest-Zeitung

Forderung nach der klassischen Rechtschreibung

ELSFLETH/ERI – Der Rechtschreibfrieden ist noch nicht eingekehrt: In einem gemeinsamen Aufruf fordern mehr als 20 Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland die Ministerpräsidenten und Kultusminister der Länder dazu auf, die „klassische“ Rechtschreibung an den Schulen und Hochschulen wieder zu lehren. Die Rechtschreibreform sei gescheitert und habe das Ziel des vereinfachten Schreibens verfehlt, heißt es in einer Pressemitteilung. Mitunterzeichner des Aufrufs sind Gabriele und Carsten Ahrens von der Initiative „WIR gegen die Rechtschreibreform Niedersachsen“ in Elsfleth (Wesermarsch). Darüber hinaus fordert die Bürgerinitiative in Schleswig-Holstein von ihrem Landesparlament die Rücknahme des Gesetzes, „mit dem der erfolgreiche Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform von 1998 vom Landtag annulliert wurde“.

[Nordwest-Zeitung, 24. März 2006]

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Sigmar Salzburg
23.03.2006 04.29
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Passauer Neue Presse

PNP (Waldkirchen) vom Donnerstag, 23. März 2006

Enttäuschung über die Reform der Reform

Erneute Änderungen der Rechtschreibung – Regeln verwirren und verärgern Lehrer, Schüler und Eltern

von Elisabeth Salwiczek.

Waldkirchen. 18 Jahre ist Veronika alt und so hat sie in ihrer Schullaufbahn schon einiges mitgemacht in Sachen Rechtschreibreform. »Über Trennungen wie Tee-nager und Julia-bend haben wir uns eigentlich nur lustig gemacht«, sagt die Waldkirchner Abiturientin. »Wirklich mitbekommen haben wir die vielen Änderungen allerdings nicht, ich schreibe mehr nach Gefühl. «

So einfach können es sich die Lehrer allerdings nicht machen und so ist nach der jüngsten Reform der Reform in den Lehrerzimmern der Frust groß. »Wer nicht weiß, wohin er will, braucht sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt«, sagt zum Beispiel der Waldkirchner Grundschulleiter Heinz Pollak. »Man hat sich mit Nebensächlichkeiten wie die Schreibweise von Stengel, bzw. Stängel oder Gemse bzw. Gämse verzettelt. «

Schlicht als Blamage bezeichnet Pollak die Entwicklung der Reform der letzten zehn Jahre: »Unterm Strich ist nichts Vernünftiges übrig geblieben und das rechtfertigt den riesengroßen Aufwand und die erheblichen Kosten in keinster Weise. « Der Schulleiter sah ohnehin von Anfang an keine Notwendigkeit, überhaupt etwas bei der Rechtschreibung zu ändern und ihm fehlte bei vielen Dingen der Reform die Logik.

Das Hin und Her um die richtige Rechtschreibung ärgert Heinz Pollak aus mehreren Gründen: »Nicht nur die Schüler sind dadurch äußerst unsicher, auch wir Lehrer und viele Eltern wissen in manchen Fällen nicht mehr, wie jetzt korrekt geschrieben wird. Außerdem gibt es an Schulen viel größere Probleme – wie etwa die hohen Klassenzahlen, mit denen man sich auseinandersetzen muss. «

Für den Leiter der Maria-Ward-Grundschule müssen Reformen Verbesserungen bringen und wenn das Ergebnis im Wesentlichen der Stand von vor der Reform ist, dann sei am Ziel vorbei gearbeitet worden. »Manche Änderungen wurden auch unzureichend erklärt. Es hieß, aus ,ß‘ wird ,ss‘. Dass jedoch nicht jedes ,ß‘ ein ,ss‘ wird, hat keiner gesagt. Da wurde dann der Fuß mit Doppel-s geschrieben. «

Auch Hanns Morhard, Schulleiter der Hauptschule Waldkirchen, ist mit der Entwicklung in Sachen Rechtschreibreform alles andere als zufrieden: »Das ist so überflüssig wie ein Kropf. Die Reform hat keine Vereinfachung gebracht, sondern alles nur schwieriger gemacht. « Er beklagt vor allem die entstandene Unsicherheit: »Mit welcher Version sollen wir nun an der Schule den Unterricht gestalten?« Bei den Schülern sei das nicht so schlimm, da in Bayern Übergangsregeln gelten. Sie dürfen im Prinzip so schreiben, wie sie wollen. »Aber wir Lehrer müssen uns ja an die korrekte Schreibweise halten. Und welche Version ist denn nun die richtige Version?«
Einzig sinnvolle Änderung wäre laut Morhard die Regelung der Groß- und Kleinschreibung gewesen: »In anderen Ländern wie England oder Frankreich gibt es so etwas nicht, da schreibt man bis auf Namen alles klein. Mit einer solchen Änderung hätte man sehr vereinfachen können. «

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»Als ob wir nicht andere
Probleme hätten«

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Beklagenswert seien auch die immensen finanziellen Ausgaben für aktualisierte Lehrmittel. »Ob ich DM oder Euro zusammenzähle, ist egal – es geht um den richtigen Rechenweg. Aber Lehrbücher für Deutsch müssen in der korrekten Rechtschreibung verfasst sein«, sagt der Hauptschulleiter. Nach der erneuten Änderung müssten folglich die Bücher auch geändert werden. »Als ob wir in Deutschland nicht genug andere Probleme hätten,« kritisiert Morhard. »Sprache ist etwas Lebendiges – sie entwickelt sich von selber weiter. Man braucht hier nicht künstlich reformieren.«

Gedanken gemacht haben sich zu dem leidigen Thema Rechtschreibreform auch Anita Fischbacher und Maria Fürst von der Förderschule in Waldkirchen: »Wir würden uns freuen, wenn wenigsten wir Lehrer bald wüssten, wie wir was zu schreiben haben. Gegen eine sinnvolle Vereinfachung ist überhaupt nichts einzuwenden. « Wichtig erscheint ihnen allerdings, dass die Schreibweise in allen Bereichen der Öffentlichkeit einheitlich angewandt wird.

Problematisch sehen sie die oft absurde Eindeutschung gängiger Fremdwörter. Ein Beispiel: Aus Ketchup wurde Ketschup. Sollte es dann nicht sinnvollerweise und dem Gedankenweg folgend Ketschap heißen?

Dr. Gerlinde Wucherpfennig, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule in Waldkirchen, begrüßt indes die jüngste Änderung: »Viele Dinge waren nach der Rechtschreibreform nicht logischer als vorher. Solche Trennungen wie I-gel, E-cho, U-fer, a-ber und O-zon verhindern bei Kindern das flüssige Lesen. « Allerdings glaubt sie nicht, dass die Änderungen dazu führen, dass neue Schulbücher gedruckt werden müssen – so wie damals, als die Rechtschreibreform das erste Mal zugeschlagen hat. Ein neuer, abermals geänderter Duden kommt aber – und zwar im Sommer.

Lokalteil Waldkirchen: http://www.pnp.de/waldkirchen

[Nach Passauer Neue Presse v. 23.3.2006 (Online)]

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Sigmar Salzburg
15.03.2006 10.05
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DIE WELT 15.3.2006

Günter Grass unterstützt Elternverein

Kiel
– Der Nobelpreisträger und Schriftsteller Günter Grass hat als erster einen bundesweiten Aufruf des Deutschen Elternvereins mit Sitz in Kiel unterzeichnet. Mit der Aktion werden Unterschriften für den Erhalt der klassischen Rechtschreibung gesammelt. „Der Gebrauch klassischer Schreibweisen darf an den Schulen nicht länger als fehlerhaft diskriminiert werden“, forderte Vereinsvorsitzender Ulrich G. Kliegis. Ziel der Aktion sei es, der klassischen Rechtschreibung wieder den ihr gebührenden Platz an unseren Schulen zu verschaffen. Kliegis verglich die Rechtschreibreform mit dem Bau des Brutreaktors in Kalkar, der von der Politik beendet worden sei, als klar war, daß das Projekt nicht mehr zu realisieren sei. „Wir warten darauf, daß die Bildungspolitiker einfach nur zugeben, daß sie sich geirrt haben – und dann entsprechend handeln“, sagte Kliegis. esh

[DIE WELT 15.03.2006 S.40 Norddeutschland]

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Sigmar Salzburg
12.03.2006 20.39
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Zeitungs- und Online-Meldungen

Lübecker Nachrichten online

ln-online/lokales vom 08.03.2006 01:00

Neue Rechtschreibung: Die Revorm ist fölich uhnsinnig

Bad Oldesloe – Wie schreibt Deutschland es nun richtig? „Stengel“ oder „Stängel“, „Tip“ oder „Tipp“? Die Reform der Reform sorgt jetzt für neue Unsicherheit.


Begeistert waren die meisten der befragten Oldesloer Lehrer und Schüler nicht gerade über die neuerliche Reform der Rechtschreibreform, die zum 1. August auf Deutschlands Schülerinnen und Schüler zukommt. Nach der heftigen Kritik entschärften die Kulturminister der Länder die Reform der deutschen Rechtschreibung von 1998 wieder, die voriges Jahr erst verbindlich geworden war.

Die neuerlichen Änderungen betreffen die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende. Bei den Noten der Schüler werden die Änderungen dieses Jahr noch nicht berücksichtigt. Die Reform der Reform muss erst nach einer Übergangszeit von einem Jahr bei den Schülern sitzen.

Am Theodor-Mommsen-Gymnasium überwiegt unter den Deutschlehrern die kritische Betrachtung der Neuregelung. Hans-Joachim Vierhaus: „Inhaltlich ist die Reform der Reform unwesentlich. Sie ist wohl eine Reaktion auf die bisher abwehrende Haltung bestimmter Bundesländer und Verlage gegenüber der bisherigen Regelung. Man hätte eine gut durchdachte Reform machen und dabei bleiben sollen. Es ist etwas unglücklich, es jetzt wieder ein bisschen anders zu machen, und allgemein sehr schade, dass einige Verlage und Zeitungen sich der neuen Rechtschreibung verweigern. Aber auch bei der alten Schreibweise gab es wohl praktisch niemanden, der fehlerfrei Deutsch schreiben konnte.“

Christiane Behrens sagte zur erneuten Reform: „Ich habe den Eindruck, die Schüler empfinden das alles undramatisch. Die Schüler werden bis zur Oberstufe die neue Rechtschreibung gelernt haben.“ Schwierigkeiten hätten Schüler nur bei Getrennt- und Zusammenschreibung. Diese Problematik galt aber auch für die alte Rechtschreibung. Eher die Ausnahme bildet Stephanie Wrede mit ihrer positiven Einstellung: „Die Reform ist allgemein sehr gut. Die Schüler kommen mit der neuen Schreibweise besser zurecht, weil die Sprache jetzt regelgeleiteter ist.“

Seit 40 Jahren gibt Barbara Mertens Deutschunterricht, derzeit an der Grundschule im Westen von Bad Oldesloe. Sie ist gar nicht glücklich mit der Entwicklung in der Rechtschreibung und sagt: „Die Verunsicherung ist vor allem bei den Kindern groß, die es bereits anders gelernt haben. Selbst ich muss immer mehr im Duden nachsehen.“

Auch Renate Korth, Schulleiterin der Grundschule West, kann über die Reform zur Reform nur noch den Kopf schütteln: „Es ist schwierig, das den Kindern überhaupt noch zu vermitteln. Ein großes Problem sind die Unsicherheiten, weil zum Teil mehrere Schreibweisen möglich sind“.

Jutta Kortsch, Fachleitung Deutsch an der Oldesloer Schule am Masurenweg, sagt: „Die Reform wird reformiert, und für Lehrkräfte und Schüler gibt es kein verbindliches Nachschlagewerk – fast unzumutbar.“ Schulleiter Matthias Welz ergänzt: „Wichtig ist doch, dass Lehrkräfte und Schüler eine Orientierung erhalten, an der sie erkennen können, dass sie richtig geschrieben haben.“

Und was sagen Oldesloer Schüler zur Rechtschreibreform? Die LN fragten Schülerinnen und Schüler der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe. Abiturientin Lisa Ströh (19) sagte zur neue Entwicklung in Sachen Rechtschreibung: „Solange man nicht wieder alles neu lernen muss, ist das schon okay. Ich finde aber nicht, dass man das unbedingt hätte ändern müssen. Ich bin bisher gut zurechtgekommen.“ Torge Olufs (19) und Dominique Kottke (18) sind sich einig: „Die Reform der Reform ist unsinnig und schwachsinnig. Sie macht die Rechtschreibung unnötig kompliziert.“

Ob dies nun der endgültige Schlussstrich unter die seit Jahren anhaltende Reformdebatte bedeutet, ist jedoch nicht sicher. Allerdings wollen jetzt auch die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, die die Umsetzung der Rechtschreibreform bisher ausgesetzt hatten, wieder mitmachen.

Von Claas Meinheit, Susanna Fofana und Petra Dreu,

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