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Sigmar Salzburg
21.03.2009 08.00
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Dudenpotenz am Ende

Nachrichten: Kultur
21.03.2009

Cornelsen holt sich den Duden

Der Schulbuchverlag Cornelsen hat die Mehrheitsanteile am Verlag Bibliographisches Institut von der Langenscheidt KG und der Familie Brockhaus erworben. „Mit der Marke Duden erschließen wir neue Wachstumspotenziale ", sagte Cornelsen-Geschäftsführer Alexander Bob. Die Verlagsgruppe erweitere ihr Portfolio damit um namhafte Marken im Bereich Nachschlagewerke, Schulbuch, Kinderbuch und Kalender.

Die Cornelsen-Verlagsgruppe erstellt und vertreibt Bildungsangebote von der schulischen Ausbildung bis zur berufsbegleitenden Weiterbildung. Zum Bibliographischen Institut gehören unter anderem die Verlage Duden und Meyers sowie die Kalenderverlage Harenberg, Heye und Weingarten. ddp

Schwäbisches Tagblatt
http://tagblatt.de/35703792/Nachrichten/Kultur

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Sigmar Salzburg
18.01.2009 11.25
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Wildwuchs – den die Reformer zu bekämpfen vorgaben

Der Kabarettist Han’s Klaffl gastiert mit seinem aktuellen Programm im Nördlinger Stadtsaal Klösterle….

RN: Guten Tag, Herr Klaffl. Ihr Programm lautet „40 Jahre Ferien – ein Lehrer packt ein!“ Wie kamen Sie gerade auf diesen Titel?

Klaffl: Nun, ich bin hauptberuflich Musiklehrer an einem bayerischen Gymnasium. Zwar noch keine 40 Jahre, aber doch mehr als 30. Eigentlich habe ich nichts getan, als all die Absurditäten, mit denen ich im Laufe meiner Lehrtätigkeit konfrontiert wurde, zusammenzutragen und daraus ein Kabarettprogramm zu komponieren. […]

RN: Herr Klaffl, Sie heißen mit Vornamen Han’s? Ist das ein Schreibfehler?

Klaffl: Nein, das ist mein persönlicher Vorgriff auf die kommende Rechtschreibreform, in der vermutlich der bestehende Wildwuchs in der Rechtschreibung noch weiter gefördert wird. Außerdem betrachte ich diese Schreibweise als kleinstmögliche Form eines Künstlernamens.

Augsburger Allgemeine /Rieser Nachrichten 13.01.09

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Sigmar Salzburg
27.08.2008 10.42
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Sommer 00/99

… Deutschland diskutierte im Sommer 2000 aufgeregt über ein Verbot von Kampfhunden … Angela Merkel war trotz allem gut drauf: Ja, sie fühle sich mittlerweile wohl in Berlin, sagte sie. Und nein, sie schwinge nicht gern vor Berliner Diskotheken-Besuchern das Tanzbein. Sie feiere lieber in privater Runde. Noch mehr Grund zur Freude hatte sie, als die Verwirrung um die Rechtschreibreform größer wurde. Die „Zwischenstaatliche Kommission für deutsche Rechtschreibung“ gab bekannt, dass die Reform nicht reformiert werde, woraufhin die Frankfurter Allgemeine Zeitung bekanntgab, wieder nach den alten Regeln schreiben zu wollen. Frau Merkel bemerkte damals, ihr sei die Debatte recht, ihre Orthographie habe schon seit längerem eine eigene Note. …
Südthüringer Zeitung 26.08.2008
stz-online

Die eigene Note – eine Reformfolge: Merkel-Schreibe.

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Sigmar Salzburg
02.08.2008 08.59
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Weitere Abschaffung von Unsinn unzumutbar?

Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Rechtschreibreform

Bielefeld (ots) – Die Rechtschreibreform ist zehn Jahre alt.
Ein Anlass, »Herzlichen Glückwunsch!« zu rufen, ist das nicht. Für den Buchhandel war und ist die Schreibverwirrung ein Geschäft, weil die Verlage millionenfach Ratgeber verkaufen.
Viele Deutsche halten die Korrekturen für ein Ärgernis, für so überflüssig wie einen Kropf. Die Gesundheitsreform der deutschen Sprache ist gescheitert, an ihr wird auch nach zehn Jahren noch herumgedoktert. Die Schweizer Orthographische Konferenz hält weitere Nachbesserungen für unerlässlich. Gehen also die Reparaturarbeiten weiter?

Korrekt zu schreiben sollte einfacher werden: Mit diesem Ziel gingen Germanisten und die Kultusminister damals daran, die deutsche Sprache von Ungereimtheiten zu befreien. Es begann ein Kahlschlag. Dafür, dass Betttuch mit drei »t« und dass mit zwei »s« geschrieben werden sollen, haben die meisten Deutschen Verständnis. Aber für das willkürliche Auseinanderreißen von Wortverbindungen gilt das nicht. Beispiel »zusammen tragen«: Es ist ein Unterschied, ob zusammen tragen meint, dass jemand Informationen oder Modellautos sammelt, oder ob es bedeuten soll, dass mehrere Menschen einen Schrank gemeinsam schleppen. Die alte Zusammenschreibung war die bessere Lösung.

Nach dem Kahlschlag folgte die Neuanpflanzung des alten Saatguts. Der Rechtschreibrat um den früheren bayerischen Kultusminister Hans Zehetmair brachte durch die Rückbesinnung auf Altbewährtes wieder mehr Vernunft in den Rechtschreibwahnsinn. Dennoch ist die Verunsicherung weiter groß. Wie die Forschungsgruppe Deutsche Sprache herausfand, stieg die Fehlerquote in Aufsätzen von Viertklässlern und in Diktaten von Gymnasiasten deutlich an.

Damit haben die Rechtschreibreformer ihr Ziel verfehlt. Wenn es ums Schreiben geht, müssen die Deutschen heute öfter im Duden nachsehen als früher. Das Flickwerk leistete der Beliebigkeit Vorschub. »Ich schreibe so, wie ich will«: So denken immer mehr Deutsche. Wenn Personalchefs über haarsträubende Schnitzer in den Bewerbungen um Lehrstellen klagen, dann ist das auch auf die zersetzende Wirkung der Rechtschreibreform zurückzuführen.

Während Ältere, die Sprache als hohen Wert ansehen, auf Korrektheit bei Rechtschreibung und Formulierungen achten, bekommen sie im Gegenzug Briefe von ihren Enkeln, die von großer sprachlicher Gleichgültigkeit zeugen. Ohnehin möchten viele Jugendliche am liebsten nur noch SMS schreiben, auf dem Handy regiert der Abkürzungswahn.

Mehr als zehn Jahre lang streiten die Deutschen schon über die Rechtschreibung, die am 1. August 2007 endgültig in Kraft trat. Nach der langen Zeit ist sie immer noch unausgegoren. Aber wir müssen wohl die Mängel akzeptieren, denn eine neuerliche Reform der Reform wäre für die Schüler und auch ihre Lehrer unzumutbar. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Presseportal Westfalenblatt
01.08.2008 | 19:50 Uhr
http://www.presseportal.de/pm/66306/1239495/westfalen_blatt

(Fett durch rs.com)

Wieso müssen wir die Mängel akzeptieren? Wieso ist eine weitere Beseitigung von Unsinn für Schüler und Lehrer unzumutbar? Die seit 2006 verbliebene Restreform dient doch nur der Gesichtwahrung der Kultusminister! Auch die hätte man problemlos abschaffen können (gemeint ist die Restreform, aber die Kultuspolitiker am besten gleich mit). Nur die „ss“ würden noch geraume Zeit durch die Texte geistern. Alles andere haben die Schüler sowieso eher fehlerhaft kapiert.

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Sigmar Salzburg
01.08.2008 04.20
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... und Zehetmair denkt wieder ans „h“

„Spaghetti“ oder „Spagetti“ – Rechtschreibreform ein Jahr in Kraft
Wer im Alltag viel schreibt, muss noch häufig zum Wörterbuch greifen

Von Esteban Engel
BERLIN (BLK) – Sie ist bei vielen Menschen unbeliebt und wird es wohl noch länger bleiben: Die Rechtschreibreform löst auch ein Jahr nach ihrem offiziellen Start Unbehagen und Unsicherheit aus. Dabei war am 1. August 2007 ein abgespecktes Regelwerk verbindlich in Kraft getreten. Ursprünglich hatten die mit dem Vorhaben betrauten Experten viel stärker in die Schreibweise der deutschen Sprache eingreifen wollen.

Ob „kennenlernen“ oder „kennen lernen“, „Schiffahrt“, „Schifffahrt“ oder „Schiff-Fahrt“, „überschwänglich“ oder „überschwänglich“ – wer im Alltag viel schreibt, muss noch heute häufig zum Wörterbuch greifen. Nach einer Untersuchung der Forschungsgruppe Deutsche Sprache, der einige Reformgegner angehören, haben die neuen Regeln das korrekte Schreiben an Schulen nicht erleichtert – im Gegenteil. Die Fehlerquote sei etwa in freien Aufsätzen von Viertklässlern um 80 Prozent, bei Diktaten in der gymnasialen Oberstufe gar um 110 Prozent gestiegen. Vor allem die Verwendung von Doppel-S und Eszett löse bei vielen Schülern noch Kopfzerbrechen aus.

Die Gegner blicken hoffnungsvoll in die Schweiz, wo die Orthographische (oder Orthografische) Konferenz eine Reform der Reform anstrebt. „Der Weg, den sie einschlägt, wird insbesondere den Schulen helfen, mehr Sicherheit im aktuellen Durcheinander zu gewinnen“, sagt etwa Schulbuchverleger Michael Klett.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) sieht dagegen keinen „akuten“ Handlungsbedarf. „Die Unzufriedenheit hält sich so in Grenzen, dass sie kaum bemerkbar ist“, sagt KMK-Generalsekretär Erich Thies. Die Reform habe sich bewährt. Der Vorsitzende des Rechtschreibrates, der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair, schließt allerdings kleine Änderungen nicht aus. Man wird sich nun mit den Wörterbuchverlagen unterhalten, ob nicht etwa „Spaghetti“ ohne „h“ geschrieben werden kann, sagte der CSU-Politiker dem „Münchner Merkur“.

Die wohl größte Reform im Schriftdeutsch hatte in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz Verwirrung und Ablehnung ausgelöst. Bereits am 1. Juli 1966 hatten sich Fachleute aus den drei Ländern, sowie aus Liechtenstein und den Staaten mit deutschsprachigen Minderheiten grundsätzlich auf das Projekt geeinigt. Kurz danach erhoben sich die ersten Stimmen des Protests gegen die Kommission.
Vor allem Schriftsteller aber auch Institutionen wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung kritisierten die ihrer Ansicht nach willkürlichen Änderungen. „Mein erstes Prosamanuskript zur ‚Blechtrommel’ ist voller Rechtschreibfehler. Ich habe die deutsche Rechtschreibung im Laufe meines langen Schreibprozesses gelernt und bin deshalb auch so wütend, dass sie wieder geändert wird“, sagte etwa Literaturnobelpreisträger Günter Grass.

Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Reform dennoch für rechtmäßig, in Umfragen lehnte eine Mehrheit der Deutschen die neuen Regeln ab. Am 1. August 2005 wurden die weitgehend unstrittigen Teile an Schulen und Behörden verbindlich eingeführt.

Vor dem Hintergrund des anhaltenden Widerstandes beschloss der von den Kultusministern eingesetzte Rat für deutsche Rechtschreibung im Februar 2006 Änderungsvorschläge bei der Getrennt- und Zusammenschreibung, der Silbentrennung sowie der Zeichensetzung. So durften fortan Wortverbindungen wie „allein erziehend“ oder „so genannt“ auch zusammen-, das „Du“ in Briefen wieder großgeschrieben werden.

Einige Medien, allen voran die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, das Magazin „Der Spiegel“ und das Medienhaus Axel Springer („Bild“, „Die Welt“) gaben ihren Widerstand auf und schwenkten auf die veränderte Rechtschreibung um. Auch die Nachrichtenagenturen einigten sich auf das neue Regelwerk, damit sie nicht nur korrekt, sondern auch in einheitlicher Schreibweise ihre Meldungen verbreiten.

Im Rückblick räumt KMK-Generalsekretär Thies Fehler bei der öffentlichen Vermittlung des Projekts ein. So habe die Reformkommission zu lange für sich gearbeitet, die Politik sich zu spät eingeschaltet. Die Proteste sieht Thies gelassen. „Keine Themen erhitzten die Gemüter so wie die Rechtschreibreform und die Terminregelung für die Sommerferien – das ist unlösbar.“

Berlinier Literaturkritik
31.7.2008

http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=18920

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Sigmar Salzburg
31.07.2008 06.30
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Ankündigung

NDR TALK SHOW MIT RALF ZACHERL & PETER DöLKER
NDR, Freitag, 01.08.,22:00 – 00:00 Uhr

[Einer der Teilnehmer]

Wolf Schneider – Autor, Sprachkritiker

Wolf Schneider hat eine Mission: der Journalist, Autor und langjährige Moderator der NDR Talk Show will die deutsche Sprache beleben und den Deutschen die Anglizismen austreiben. Nicht alle, aber die unnötigen, die unverständlichen und die lächerlichen. Im Frühjahr ist im Rowohlt Verlag sein aktuelles Buch 'Speak German! – Warum Deutsch manchmal besser ist' erschienen. Schneider fordert darin zu mehr Mut auf, Anglizismen, die unverständlich, überflüssig oder einfach albern sind, aus dem Sprachgebrauch zu verbannen und deutsche Worte einzuführen.

Aus diesem Grund hat der 83-jährige Sprachkritiker bereits im Herbst 2005 die Aktion 'Lebendiges Deutsch' im Verbund mit der 'Stiftung Deutsche Sprache' initiiert. Mit dieser Aktion ruft Schneider die Menschen auf, Vorschläge für Übersetzungen von Anglizismen zu machen. Jeden Monat veröffentlicht die Stiftung eine neue Empfehlung: 'Auskunft' statt 'Service Point', 'Straßenfeger' statt 'blockbuster', 'Schnellkost' statt 'Fast Food'.

Wolf Schneider war lange Jahre Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt und 16 Jahre lang Leiter der Henri-Nannen-Schule. Seit vielen Jahren bildet er junge Leute an sechs Journalistenschulen aus und hat 26 Sachbücher geschrieben.

Der streitbare Journalist und Autor ist ein erklärter Gegner der Rechtschreibreform. Seit dem 1. August 2007 ist die dritte Reform per Gesetz verbindlich. Doch Zeitungsverlage haben Wege gefunden, die Reform auszuhöhlen. Und noch immer sorgt die Reform bei der Bevölkerung für Unsicherheit und Unmut.

In der NDR Talk Show erzählt Wolf Schneider, warum ihn die Rechtschreibreform noch immer wütend macht, was er mit der Aktion 'Lebendiges Deutsch' bezwecken will und warum 'Geh-Kaffee' besser klingt als 'Coffee to go'.

Gourmet-Report 31.07.2008
gourmet-Report

Immer wieder überrascht die Unwissenheit der Zeitungsschreiber:
Die „Rechtschreibreform“ ist kein Gesetz!
Niemand braucht sich daran zu halten!
Nur an den Schulen wirkt das Wort der Kultusminister wie ein Gesetz, da sie dank des Bundesverfassungsgerichtes „Narrenfreiheit“ für jeden schreiblichen Unfug in Anspruch nehmen können – gegen den Rest der Welt.

Es wirft ein bezeichnendes Licht auf den vom Verfassungsgericht zum „vorbildhaften Hineinwirken der Schulen in die Gesellschaft“ verklärten Repressionscharakter der „Reform“, daß die Bücher eines erklärten Reformgegners in Reformschreibung erscheinen. Schon vor vier Jahren hatte Schneider bemerkt: „Ich bin nicht in der Lage von Günter Grass. Ich habe mein Manuskript in der guten alten Rechtschreibung abgeliefert, und der Verlag wird schon irgendeinen Computer daransetzen, um den Text zu versaubeuteln.“


Nachtrag am 2.8.08: Rolf Schneider ist der einzige, der im Fernsehen öfters wirksam vor der Kamera gegen die Rechtschreibreform zu Felde ziehen darf. Diesmal tat er es wieder unter großem Beifall. Leider tröstete er sich darüber hinweg, daß in seinem neuen von Rowohlt verhunzten Buch immerhin die ss-Regelung doch ganz vernünftig sei.

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Sigmar Salzburg
30.07.2008 16.11
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Demmer betet Friedhofsruhe herbei

Erschöpfte Ruhe nach jahrelangem Streit

Frankfurt/Main (AFP) — Der Rat für deutsche Rechtschreibung arbeitet noch – nur nimmt davon kaum noch jemand Notiz. Denn die Zeiten des erbitterten Streits um die Rechtschreibreform scheinen vorbei zu sein. Vor zehn Jahren, am 1. August 1998, wurde das Regelwerk an Deutschlands Schulen eingeführt – begleitet von heftigen Kontroversen und großem Unmut.

Ersehnte Friedhofsruhe
Schlichtend wirkte erst die Arbeit des Rechtschreibrates, dessen Empfehlungen vor zwei Jahren zu erneuten Änderungen an der Reform führten. Heute herrscht an den Schulen eine erschöpfte Ruhe. Zwar ist kaum jemand wirklich glücklich mit der Reform, aber eine erneute Auseinandersetzung wünscht sich auch niemand.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung wurde als Konsequenz aus der anhaltenden Kritik an der Reform eingerichtet. Die Expertenrunde um ihren Vorsitzenden Hans Zehetmair erarbeitete Nachbesserungsvorschläge, die schließlich am 1. August 2006 an den Schulen eingeführt wurden. Zwei Jahre später ist der Rechtschreibrat zwar nicht abgeschafft, erfüllt seine Aufgaben aber ohne großes öffentliches Interesse. Dabei sollen Schreibweisen nun keineswegs ewig in Stein gemeißelt bleiben. „Änderungen sind möglich“, sagte Zehetmair dem „Münchner Merkur“. Das sei allerdings ein ganz normaler Prozess. Denkbar sind unter anderem Eindeutschungen von Fremdwörtern. Er denke da etwa an Spaghetti ohne h, nennt der frühere bayerische Kultusminister ein Beispiel.

In der Öffentlichkeit und an den Schulen wird das vermutlich nicht mehr für große Aufregung sorgen. „Das Thema ist an den Schulen vollständig durch, da kräht kein Hahn mehr nach“, sagt die Schulexpertin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marianne Demmer. Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, meint, dass sich die große Aufregung um die Reform längst gelegt habe.

Diese Gelassenheit liegt aber nicht in der Überzeugungskraft der Reform begründet, sondern vor allem in der Wirkung der jahrelangen Auseinandersetzung. An den Schulen sei man des Streits müde, sagt der Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger. Lehrer und Schüler seien des Themas überdrüssig, pflichtet die stellvertretende GEW-Vorsitzende Demmer bei.

Eine rundum positive Bilanz zieht nach zehn Jahren Rechtschreibreform niemand. Auch Zehetmair blickt kritisch zurück: „Insgesamt ist die Rechtschreibreform sicher nicht verfehlt. Wenn, dann kann man die Frage stellen, ob die Reform überhaupt hätte gemacht werden sollen. Das ist aber Schnee von gestern.“ Meidinger kritisiert, dass nach wie vor einige Dinge unbefriedigend geregelt seien und es noch eine Menge Widersprüche gebe.

Unabhängig von der Kritik an einzelnen Änderungen sind die Lehrer aber vor allem über das jahrelange Wirrwarr und die lähmende Wirkung der Auseinandersetzung verärgert. In dieser Zeit wären an den Schulen wichtigere Dinge zu tun gewesen, erzürnt sich Lehrerverbandspräsident Kraus. So werde etwa in keinem Industrieland der Muttersprache im Unterricht so wenig Gewicht beigemessen wie in Deutschland.

Die Debatte darum und um andere Probleme an Deutschlands Schulen wird weitergehen. Ein erneuter Streit um die Rechtschreibung ist dagegen nicht in Sicht. Niemand werde Energie und Mut aufbringen, diese Reform noch einmal anzupacken, sagt Kraus. Wer dies dennoch wagt, wird nach Ansicht Demmers nur auf „ungläubiges Staunen“ stoßen. Das Thema habe sich „wahrscheinlich für eine ganze Generation erledigt.“

AFP 30.7.2008

http://afp.google.com/article/ALeqM5g3UpPaCLTLe9hA-vvCln2zVD_Dpw

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glasreiniger
30.07.2008 13.23
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Re: Berufsabwiegler

Zitat:
Aktuell geistern Befunde durch den Blätterwald (BILD, FOCUS, Börsenblatt usw.), die belegen sollen ...

Aktuell = wenn das Sommerloch vorbei ist, ist auch das vorbei

geistern = man kann nicht alles unter Kontrolle haben

Befunde = zweifelhaftes Material

Blätterwald = unseriös

BILD = noch unseriöser

FOCUS = da hat der Chef nicht aufgepaßt

Börsenblatt = es geht ans Geld

die belegen sollen = die arbeiten wie anständige Forscher, nämlich ergebnisorientiert, und das Ergebnis ist so, wie der Auftraggeber es wünscht

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Sigmar Salzburg
30.07.2008 11.20
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Berufsabwiegler

http://www.teachersnews.net/artikel/nachrichten/forschung/007438.php
>>Verschlechterung der Schreibleistungen durch die Rechtschreibreform: Trägt die empirische Grundlage?

Aktuell geistern Befunde durch den Blätterwald (BILD, FOCUS, Börsenblatt usw.), die belegen sollen, dass sich die Schülerleistungen als Folge der Rechtschreib-Reform deutlich verschlechtert haben. Die Medien beziehen sich auf einen Vortrag des Germanisten Uwe Grund vor der Forschungsgruppe Deutsche Sprache, die der Rechtschreibreform generell kritisch gegenübersteht.

Auch wenn die in seinem Bericht publizierten Daten (z. B. zur s-/ss-/ß-Schreibung) Anlass für ernsthaftes Nachdenken und weitere Analysen sein müssen, rechtfertigen sie das harsche Urteil nicht. Die berichteten Urteile sind mit großer Vorsicht zu interpretieren:

• Der Autor selbst vergleicht Klassen einer (!) norddeutschen Schule 1970/72 mit Klassen einer (!) südwestdeutschen Schule 2004/06, wobei es sich um vier Diktate in maximal 6 Klassen der Jahrgänge 5-7 handelt, die Anzahl der in den Vergleich jeweils einbezogenen Lerngruppen und SchülerInnen aber unklar bleibt.

• Die von ihm ergänzend zitierte Abiturstudie zeigt bereits vor der Rechtschreibreform deutliche Anstiege der Fehlerquoten, so dass es auch andere Gründe für den beobachteten Fehleranstieg unter den Abiturienten geben kann (z. B. die erheblichen Veränderungen der Population in dieser Schulform).

• Grund zitiert drittens eine Untersuchung von uns, deren Ergebnisse wir selbst sehr viel zurückhaltender gedeutet haben (Brügelmann 2003b) und nach weiteren Analysen später sogar korrigieren mussten (Brügelmann 2004m).

• Er verwendet dramatische Prozentwerte („330%“), die sich zum Teil auf marginale Größenordnungen beziehen (z. B. Zuwachs einer Fehlerkategorie von 0,2 auf 0,6 Fehler pro 100 Wörter).

• Er bezieht wesentliche Daten und Erklärungsversuche nicht ein, die zu einem differenzierteren Bild führen würden, wenn z. B. als Ursache neben den orthographischen Regelungen auch die Lernsituation (langes Nebeneinander von alter und neuer RS) und gesellschaftliche Veränderungen der Schreib- und Medienkultur einbezogen würden.

Betrachtet man die immer noch karge empirische Grundlage insgesamt, so sind die Daten zu widersprüchlich, ihre möglichen Deutungen zu vielfältig (vgl. Marx 1999; 2004; Brügelmann 2003b; 2004m+n; Grund 2006; 2008), als dass man daraus klare Folgerungen für den „Erfolg“ der Rechtschreibreform ableiten könnte.

Es stellen sich interessante Fragen, z. B. zum Einfluss des Umfeldes vs. der Rolle der neuen Schreibungen selbst, aber Antworten geben die Daten auf diese Fragen noch nicht.

Brügelmann, H. (2003b): Rechtschreibleistungen am Ende der Grundschulzeit: 1991-2001. NRW-Kids 2001 und der Schreibvergleich Bundesrepublik-DDR. In: Panagiotopoulou/ Brügelmann (2003, 173-178).
In: Panagiotopoulou, A./ Brügelmann H. (Hrsg.) (2003): Grundschulpädagogik meets Kindheitsforschung: Zum Wechselverhältnis von schulischem Lernen und außerschulischen Erfahrungen im Grundschulalter. Leske+Budrich: Opladen, 173-178.

Brügelmann, H. (2004m): Textmenge und Rechtschreibfehler in freien Texten (Klasse 4 bis 12). Eine Sekundärauswertung der Studie NRW-KIDS. Vervielf. Ms. FB 2 der Universität: Siegen. http://www.agprim.uni-siegen.de/nrwkids

Brügelmann, H. (2004n): Die Rechtschreibleistung in Kurztexten von SchülerInnen der achten Klasse in der internationalen IEA-Lesestudie 1991. Vervielf. Ms. FB 2 der Universität: Siegen. http://www.agprim.uni-siegen.de/iea

Grund, U. (2006): Nahaufnahme: Rechtschreibleistungen in Abituraufsätzen.
http://forschungsgruppe.free.fr/grund.pdf [30.7.2008]

Grund, U. (2008): Vergleichende Studien zu Rechtschreibleistungen in Schülertexten vor und nach der Rechtschreibreform. Erste Ergebnisse und Desiderate der Forschung
http://www.sprachforschung.org/Pdf/Grund_Vortragstext_FDS.pdf [29.7.2008]

Marx, H (1999): Rechtschreibleistung vor und nach der Rechtschreibreform: Was ändert sich bei Grundschulkindern? In: Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und pädagogische Psychologie, 31. Jg. H. 4, 180–189.

Marx, H. (2004): Rechtschreibung wurde erschwert. Interview in: Neue Osnabrücker Zeitung v. 21. 8. 2004
http://www.sprachforschung.org/index.php?show=news&id=86 [30.7.2008]
<<

„Teachernews“ 30.702008
http://www.teachersnews.net/artikel/nachrichten/forschung/007438.php

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Sigmar Salzburg
25.05.2008 17.28
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Aussortiert

STADTBIBLIOTHEK: Quicklebendig, doch viel zu klein

FALKENSEE – Rein rechnerisch gesehen zieht die Falkenseer Stadtbibliothek den Kürzeren, vergleicht man sie mit denen in anderen Städten ihrer Größenordnung. Eisenhüttenstadt, Schwedt, Eberswalde – was haben die für Kulturhäuser und Stadtbüchereien vorzuweisen! Gar nicht zu reden von den Heimatorten der Neu-Falkenseer, die aus der alten Bundesrepublik zugezogen sind. …
Von 1997 bis 2007 schrumpfte der Bestand an Medien (Bücher, CDs, Videos, DVDs, Spiele, Periodika) ziemlich drastisch, und zwar von 30 189 auf 25 857 – umkehrt proportional der Bevölkerungsentwicklung, denn die Bürgerschaft wuchs in diesen zehn Jahren von 27 505 auf 38 376.
Christiane Radon, die Leiterin des Hauses, erklärte, warum das so ist: Einerseits mussten viele Kinderbücher aussortiert werden, da sie nicht mehr der neuen Rechtschreibung entsprachen. Andererseits unterliegen die Medien bei der hohen Umschlagzahl (im Vorjahr wurden 117 800 Entleihungen registriert) einem hohen Verschleiß. Für Ersatz reicht das Geld kaum aus, denn obwohl die Stadt ihren Etat für neue Medien sanft, aber kontinuierlich anhob (auf 18 000 Euro 2008), bekommt sie immer weniger für ihr Geld. Die Buchpreise stiegen nämlich auch, wenngleich weniger moderat….
(Von Hiltrud Müller)
Märkische Alggemeine online 23.5.2008
aussortiert

Gleiche Zeitung:
„Es ist fair“
Strassenfussball 34 Teams spielten beim LBS-Cup auf dem Neuruppiner Schulplatz
NEURUPPIN – Dass beim Fußball nicht nur das Toreschießen das Maß aller Dinge ist, erlebten gestern die Teilnehmer des LBS-Straßenfußball-Cups.
Reformerfolge

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Sigmar Salzburg
19.04.2008 11.26
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Unauffällige Büchervernichtung

Buchausleihe mittels Scanner
Schulbücherei in Ober-Olm mit neuem Konzept und besserer Ausstattung
[…]
Alle 160 Schüler, dazu viele Lehrer und Eltern hatten sich in dem großen Raum im Erdgeschoss eingefunden, um bei der feierlichen Eröffnung dabei zu sein. „Eine Bibliothek haben wir zwar schon seit 1997“, sagte Schulleiter Dieter Kowollik. Aber dank des Engagements von Lehrern und Eltern präsentiert sich die kleine, aber feine Bücherei nun so attraktiv wie nie zuvor.
[…] Ganz klar, dass auch die Geschichten von Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga oder Wickie aus Flake dabei sind. „Für Spenden von gebrauchten, aber gut erhaltenen Büchern sind wir nach wie vor dankbar“, erläuterte Ullmann. „Aber es müssen Bücher mit der neuen Rechtschreibung sein. Sonst führt das zu Verwirrung bei den Kindern.“ […]
Allgemeine Zeitung Mainz 19.04.2008

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=3247736


Lt. Urteil des Bundesverfassungsgerichts v. 20.7.1999 hat „das Nebeneinander von Alt- und Neuschreibung ... für die Kinder kein nennenswertes Gewicht.“

Wichtiger wäre das Aussortieren der Bücher mit Reformschreibung aus der Zeit zwischen 1996 bis 2006 und später: („heute Früh“, „tut mir Leid“, „Tollpatsch“ oder „14-Jährige“).

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Sigmar Salzburg
13.04.2008 20.45
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Sick findet immer noch Gutes an der „Reform“

[...]
Für die grösste Verärgerung beim Thema Deutsch in den letzten Jahrzehnten hat sicher die Rechtschreibreform gesorgt. Was halten Sie von ihr?
Letztlich nicht viel. Sie war sicherlich gut gemeint und hatte im Ansatz gute Ideen, wie jede Reform. In Gang gesetzt wurde der Prozess ja bereits in den 70er-Jahren. Manche der damaligen Vorschläge waren noch viel radikaler, es ging zum Beispiel um die Abschaffung der Grossschreibung.
Wäre das ein Fehler?
Das weiss ich nicht. Andere Sprachen wie Englisch oder Französisch kommen auch ohne Grossschreibung aus. Das hätte man im Deutschen genau so machen können, aber das wäre ein sehr radikaler Eingriff gewesen. Einer, den man vielleicht schon vor 100 Jahren hätte machen müssen.
Gegen die Rechtschreibreform, die dann effektiv eingeführt wurde, haben sich vor allem Schriftsteller gewehrt.
Zu Recht. Gerade weil im Bereich der Zusammen- und Getrenntschreibung Dinge beschlossen worden sind, die der Logik der Sprache widersprachen.
Jetzt wurde diese Reform teilweise rückgängig gemacht.
Man hat fünf oder sechs Punkte, die wirklich auch sinnvoll waren, bestehen lassen. Zum Beispiel die Unterscheidung zwischen scharfem S und Doppel-S. In der Schweiz ist das ohnehin irrelevant, bei Ihnen wurde das scharfe S schon vor geraumer Zeit abgeschafft. Ferner ist es jetzt zulässig, st zu trennen. Bis zur Reform galt die Regel: «Trenne nie st, denn es tut ihm weh.» Das hatten wir den Schriftsetzern zu verdanken. Die Buchstaben S und T waren durch eine Ligatur verbunden, und für die Setzer galt es als unschön, diese Ligatur aufzulösen. So wurde daraus die Regel, dass man S und T nie trennen dürfe. Und diese Regel ist nun abgeschafft worden.
Gibt es andere sinnvolle Reformen?
Dass man substantivierte Adverbien grossschreibt, zum Beispiel «im Allgemeinen» oder «in Bezug auf».
Alles in allem: Hätte man die Rechtschreibreform auch bleiben lassen können?
Letztlich schon. Die tatsächlichen Veränderungen sind so minimal, dass sie vielen gar nicht auffallen. Viele Leute schreiben auch nach wie vor so, wie sie das gelernt haben, ohne dass der Unterschied gross auffiele.
[...]

13.04.2008

http://www.espace.ch/artikel_507439.html
espace.ch ist die Internet-Plattform der Berner Zeitung und ein Unternehmen der Espace Media Groupe.

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Sigmar Salzburg
07.04.2008 12.27
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Die Berliner Literaturkritik

Presseschau vom 7. April 2008

[…] In seinem neuen Lyrikband „lindennacht“ versammle Reiner Kunze neben zahlreichen „Totengedichten“ – welche vor allem Schriftstellern und bildenden Künstlern gewidmet seien – und „Spottversen“ auf die Rechtschreibreform auch einige japanische Haikus sowie koreanische Sidchos, teilt die „FAZ“ mit. Der Experimentierfreude des Dichters könne man getrost die Intention, eine „Globalisierungspoetik“ betreiben zu wollen, zugestehen, meint Rezensent Wulf Segebrecht. Das Leitmotiv der Gedichte sei, wie der Titel schon nahe lege, die Linde, an welcher Kunze beispielhaft exerziere, dass „die bloße Widergabe“ von Naturphänomenen seinem „Anspruch auf Autonomie“ nicht gerecht werde. […]

http://www.berlinerliteraturkritik.de/index.cfm?id=17663

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Sigmar Salzburg
03.04.2008 06.41
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Wo bleibt der Erfolg der „Rechtschreibreform“?

Zehntausende haben Stress mit den Buchstaben

Staatssekretär lobte Arbeit der Volkshochschulen gegen Analphabetismus

Kiel – Rätsel bietet Ingrid Hemmerich-Nagel an ihrem Stand, mit dem sie immer mal wieder auf Wochenmärkte geht. Manche würden die zwar gern lösen, können aber den Text nicht lesen. Ihnen empfiehlt sie dann einen Alphabetisierungskurs. Nur mit solchen Tricks erreichen die Volkshochschulen manchmal jene deutschsprachigen Erwachsenen, die einen solchen Kurs dringend benötigen. „Wir müssen davon ausgehen, dass in Schleswig-Holstein mehrere zehntausend deutschsprachige Erwachsene nicht in der Lage sind zu lesen und zu schreiben“, erklärte Staatssekretär Heinz Maurus gestern beim Landesverband der Volkshochschulen in Kiel. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass Sie diese Arbeit machen“, sagte der Chef der Staatskanzlei und überreichte dem Landesvorsitzenden Wolfgang Domeyer einen Bewilligungsbescheid über 200 000 Euro. Im Rahmen des Landesprogramms „Zukunft Arbeit“ fördert das Land die Alphabetisierungskurse bis zum Jahr 2013 mit insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro aus Mitteln des Landes sowie des Europäischen Sozialfonds.
[…]
Zumindest jene, die an die Volkshochschulen kommen, sind zum großen Teil berufstätig und überwiegend zwischen 35 und 44 Jahre alt. Erst seit zwei Jahren kommen zunehmend auch jüngere Menschen in die Kurse, erklärte Mundt. Sie rechnet mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Analphabeten. Schließlich hätten die PISA-Studien gezeigt, dass etwa ein Viertel der 15-Jährigen das niedrigste Niveau beim Lesen und Schreiben nicht erreicht. […]

Kieler Nachrichten v. 29.3.2008

„Durch die Rechtschreibreform sind wir 90 Prozent unserer Rechtschreibfehler los.“(KMK-Präsident Wernstedt, im Rundfunk-Interview gehört, fast wörtlich zitiert, die Zahl hat er auf jeden Fall genannt!)
(Mitteilung von Theodor Ickler am 05.12.2002 hier)

Die „Rechtschreibreform“ hat die Volkswirtschaft (nur rein materiell) mindestens 5 Mrd. Euro gekostet.

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Christoph Kukulies
27.03.2008 10.12
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Re: „Spießer“ Bushido

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Das war ein überraschender Auftritt! Rapstar Bushido (29), berühmt-berüchtigt für sein Image als „Bösewicht“, ließ bei „Kerner“ (ZDF) den Spießer raushängen.

Der Berliner Musiker, der nebenbei als Makler arbeitet, erzählte, dass er etwa SMS mit Rechtschreibfehlern prinzipiell nicht beantworte und auch „kein Freund der Rechtschreibreform“ sei. …

express.de 26.3.2008
http://www.express.de


Hierzu fand ich noch diesen http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2008/03/25/norgler-bei-kerner/Beitragsfaden.
__________________
Christoph Kukulies

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