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Sigmar Salzburg
03.12.2012 09.34
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Ein umwerfend neuer Vorschlag

Auf gut Deutsch

Von Berufs wegen wusste der französische Pantomime Marcel Marceau: “Sprache ist im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung.” Der Bayreuther Philologieprofessor Gerhard Wolf würde möglicherweise zustimmen. Mitten ins vergangene Sommerloch platzten die “bestürzenden” Ergebnisse einer von ihm initiierten Umfrage unter 135 geisteswissenschaftlichen Fakultäten, der zufolge es um die Studierfähigkeit der Erst- und Zweitsemester alles andere als gut bestellt ist. Moniert werden insbesondere massive Mängel bei den Lese- und Schreibkompetenzen. Doch wird die Situation zurecht in düsteren Farben gemalt?...

Der Linguist Stein fordert, den Zusammenhang zwischen der grammatikalischen Form und ihrer Funktion deutlicher hervorzuheben. Es sei spannend zu sehen, “welche sprachlichen Effekte sich mit der Grammatik erzielen lassen.” Darüber hinaus könne man die Affinität zur Sprache mithilfe von Phänomenen des Sprachwandels stärken. Die Studierenden würden dadurch sehen, “dass es sich lohnt darüber nachzudenken, was mit der Sprache geschieht.” Sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Stumpf hat indes einen viel direkteren Vorschlag dazu: “Mittlerweile vertrete ich die Ansicht, dass die Substantivgroßschreibung ruhig abgeschafft werden kann.” Der nördliche Nachbar Dänemark sei 1949 diesen Weg gegangen, einfach so. Stumpf ist begeistert und verweist auf diverse Studien: “Seitdem ist in den Schulen viel mehr Zeit für andere Aspekte.”

Wem das alles nicht taugt, um das “Hindernis Sprache” zu überwinden: Ende der 70er Jahre hat Marceau in Paris eine Schauspielschule gegründet. Die hohe Kunst der Pantomimik lässt sich dort noch immer erlernen.

16vor.de 3.12.2012

Prof. Peter Eisenberg hält die Substantivgroßschreibung aber immer noch für eine „ganz gute Sache.“

Nebenbei – Goethe lesen genügt, um das einzusehen:

Die kirch allein, meine lieben frauen, kann ungerechtes gut verdauen.

„… kann Ungerechtes gut verdauen“ oder „… ungerechtes Gut verdauen,“ ?

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Sigmar Salzburg
19.11.2012 07.28
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Friedrichshafen

Sprache im Dauerstress

Rolf Waldvogel, Journalist im Unruhestand, hat sich auf eine Art Expedition begeben, um Merkwürdigkeiten der Sprache nachzuspüren...

Da sei zum einen das Dilemma mit den Fremdwörtern. „Die Heilkraft chinesischer Interpunktion“, statt „Akupunktur“?, „die Schwiegertochter lasse sich nicht intrigieren“, „integrieren?“, amüsieren das Publikum sehr. Zum anderen gehörten in dieses Minenfeld sprachlicher Unsicherheiten auch, inzwischen eingedeutschte, Anglizismen. „Public Viewing“ bedeute in Amerika „öffentliches Aufbahren“, in Deutschland bezeichne dieser Begriff die öffentliche Mitschau von Großereignissen auf dem Bildschirm.

Rolf Waldvogels Route durch sprachliches Dickicht streift viel „Sprachgestrüpp“, zum Beispiel die Rechtschreibreform. Euphorisch begrüßt [?], habe sie allerdings verlässliche Wegzeichen vermissen lassen …

suedkurier.de 19.11.2012

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Sigmar Salzburg
26.07.2012 07.58
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Ein Leser sagt es

Mit der Rechtschreibung hapert's

In den geisteswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten sitzen die Experten für den richtigen Gebrauch der Sprache. Und den fordern die Professoren auch von ihren Studenten. Doch diese Fähigkeit habe extrem nachgelassen, klagen Professoren…
Bayerischer Rundfunk 25.7.2012

Ähnliche Meldungen zur gleichen Feststellung wurden hier schon wiedergegeben. Ein Leser hat unter derselben Adresse zutreffend kommentiert:

Robert, Mittwoch, 25.Juli, 15:46 Uhr

1. Rechtschreibreform wohl gescheitert
Meines Erachtens belegen diese Erkenntnisse, daß die Rechtschreibreform gescheitert ist. Die Weichspülung der Regeln verringerte nicht die Fehlerquote, sondern erhöhte die Geringschätzung der Orthographie. Die Einsicht, es richtig lernen zu sollen, wurde noch geringer.

Wer schon vor der Reform nicht wußte, wann man „das“ mit s oder ß schreibt, der weiß auch heute nicht, wann er es mit ss schreiben muß. Allerdings hat er jetzt verinnerlicht, daß er eigentlich schreiben kann, wie er will, da inzwischen jeder sich seine Regeln selber auslegt.
Solange die Rechtschreibung nicht wirklich streng gelehrt und geprüft wird, wird sich an dieser Misere nichts mehr ändern.

Und in der Tat, wer heute die Sprache von Jugendlichen unter sich wahrnimmt, der muß tatsächlich feststellen, daß dort ein gravierender geistiger Verkümmerungsprozeß stattfindet hin zum einfältigen, wortschatzarmen Konsumenten „schneller Medien“.

Die ss-Katastrophe ist allerdings schlimmer als hier dargestellt. Nie zuvor hat es solch ein Chaos in der ß/ss-Schreibung gegeben. Daß es nicht noch schlimmer ist, verdankt die „Reform“ nur der Automatik-Korrektur der Computer.

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Sigmar Salzburg
24.07.2012 19.14
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Sonntag, den 22. Juli 2012 um 12:30 Uhr

Die folgenden Berichte von COMPACT-Korrespondent Andrea Ricci wurden gestern und heute per Email durchgegeben.
Mittlerweile ist Ricci wieder gesund und sicher in seinem Wohnort Beirut angekommen.


In Beirut, nach dem zweiten Arak, kamen wir zwei ins Philosophieren. Da waren also in dieser heißen Woche drei deutsche Journalisten in Damaskus, ganze drei! Ochsenreiter von der rechten Zuerst, Ricci von „Nicht links, nichts rechts, sondern vorn“-COMPACT, und Karin Leukefeld von der linken Tageszeitung junge Welt. Drei völlig unterschiedliche Ideologien, aber alle drei als Personen der Wahrheit verpflichtet. Die Kommentatoren vom Mainstream sitzen dagegen im fernen Kairo und schwadronieren über Syrien vom hohen Ross herunter... Nun muss ich erst Mal ausschlafen, meine Liebsten herzen. Ausführlicher Bericht dann in der September-Ausgabe von COMPACT.
http://www.compact-magazin.com/

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Sigmar Salzburg
11.07.2012 11.58
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Die gute alte Rechtschreibung

[Bild]
Zeitungsfrühstück im Globus Gera. Globus-Geschäftsleiter Heiko Weigert (von links) im Gespräch mit Rosemarie Herbst und Karin Treffkorn aus Berga.

… Die beiden 63-Jährigen lesen ihre Tageszeitung „schon ewig“. „Aber Sie müssen sich was einfallen lassen, dass sie nicht teurer wird“, meint Frau Treffkorn …

„Ich wünsche mir eine Zeitung, in der nur Lokales steht, alles andere hört man doch im Radio oder sieht es im Fernsehen“, erzählt sie. Ein Frühstück ohne ihre Zeitung kann sich Ursula Hoffman nicht vorstellen. Seit über 40 Jahren ist sie Abonnentin und vermisst nichts "außer einer guten Rechtschreibung", wie sie sagt.

OTZ 12.6.2012

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Sigmar Salzburg
18.06.2012 16.03
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Verurteilt Verwahrlosung und Rechtschreibreform

Gefühle und Sorgen von der Seele geschrieben

Mittelschullehrer und „Löwenfan“ Uli Niedermair ist leidenschaftlicher Buchautor

Pfaffenhausen. Seit 28 Jahren unterrichtet Ulrich Niedermair als Hauptschul- und Mittelschullehrer an der Mittelschule in Pfaffenhausen…

Niedermair gilt als gradliniger Pädagoge, aber auch als ein unverbesserlicher Fußballfan. Er selbst bezeichnet sich als „Löwen-Fan seit 1970“, der „exakt 100 Jahre nach 1860 München geboren ist“… vor zwei Jahren [schrieb er] einen Fanroman über die 1860er. Er nannte ihn „Leo – ein Leben im Löwenblues“…

Nun hat Uli Niedermair im Selbstverlag eine weitere Schrift veröffentlicht. Dabei hat er sich mit viel Herzblut ein Stück seiner Lebenserfahrung von der Seele geschrieben. Der Titel: „Ein Fach im Leben“. Hier öffnet der gläubige und heimatverwurzelte Lehrer etliche Fächer zum Schmunzeln, Sinnieren und Meditieren…

Bei seinen Blicken in die Fächer des Lebens schenkt Niedermair Mut und Hoffnung, wie zum Beispiel: „Hauptschüler tragt hoch euer Haupt, Häuptlinge seid ihr eines aussterbenden Schulstammes.“ Er macht sich Gedanken über die „Verwahrlosung der Gegenwart“. Er verurteilt die Rechtschreibreform: „Nun schreibt halt jeder, wie es ihm so passt, Sprache braucht Beständigkeit, keine Hast.“ Er beklagt den Umgang mit der Natur … Er verurteilt die Verhunzung der deutschen Sprache durch die vielen Anglizismen. Er spricht offen von seiner eigenen Krise in schwerer Krankheit, von der Beruhigung durch einen guten Arzt und von der Geborgenheit in Gott: „Heilung beginnt innen, es heißt, sich auf seine göttlichen Wurzeln zu besinnen.“ Letztlich empfiehlt er – trotz aller Zweifel und Fragen: „Liebe es, dein Leben. Jede Sekunde. Sammle die schönen Momente. Speichere sie in deinem Herzen.“…

Bestellt werden können die Bücher auch im Internet unter http://www.loewenblues.de oder per E-Mail bei Ulrich.Niedermair@t-online.de.

augsburger-allgemeine.de 18.6.2012

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Sigmar Salzburg
07.06.2012 09.07
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Adorno-Preis an Judith Butler

Würdigung in KONKRET (in traditioneller Rechtschreibung):

Judith Butler, Israelkritikerin und Aktivistin einer Kampagne, die zum Boykott und zu Sanktionen gegenüber Israels aufruft, wird am 11. September der Adorno-Preis 2012 verliehen. Was Butler mit dem Namensgeber dieser Auszeichnung eigentlich zu tun hat, erklärte Magnus Klaue in KONKRET 12/03.

von Magnus Klaue
Obwohl von Feinden und Anhängern gleichermaßen zum intellektuellen Über-Ich stilisiert, hat Adorno hierzulande nur wenige geistesgeschichtliche Spuren hinterlassen. Die als seine Schüler gelten – Habermas und der Kreis der sogenannten zweiten Frankfurter Schule – verdanken der Sprachphilosophie Wittgensteins, Austins und Searles sowie der von Adorno gehaßten analytischen Philosophie weit mehr als ihrem angeblichen Ziehvater…

Ein Gebiet freilich gibt es, auf dem Adornos Wirkung immens, wenn auch so untergründig gewesen ist, daß sich ihr bis heute keine rezeptionsgeschichtliche Studie gewidmet hat: die historische und literaturwissenschaftliche Frauenforschung. Das Odysseus-Kapitel der Dialektik der Aufklärung, worin anhand der Sirenen-Episode die Aufspaltung des Bildes der »Frau« in die Imagines der verführerisch-tödlichen Dämonin und der behütend-bergenden Mutter analysiert und auf die Dialektik von Emanzipation und Selbstdisziplinierung des bürgerlichen Subjekts bezogen wird, ist gleichsam die Urszene kritischer Geschlechterforschung…

Seit einigen Jahren jedoch läßt sich in Butlers Arbeiten eine Akzentverschiebung beobachten, weg von spezifisch gendertheoretischen Themen hin zur Auseinandersetzung mit moralphilosophischen Fragestellungen, die um die Hegelsche Dialektik von Selbstbehauptung und Anerkennung kreisen und damit zumindest potentiell auf dem Terrain Kritischer Theorie angesiedelt sind. Bisher deutlichstes Zeugnis dieser Wandlung war Haß spricht (Berlin 1998), eine Untersuchung der Frage, wie diskriminierendes Sprechen (»hate speech«) Verwundungen erzeugt und mittels welcher Strategien rassistischen und sexistischen Sprechakten jenseits gesetzlicher Maßnahmen begegnet werden kann. In ihren 2002 gehaltenen Frankfurter Adorno-Vorlesungen, die nun als Buch vorliegen, knüpft Butler hier an und prüft, welche Affinitäten zwischen ihren Reflexionen und Adornos posthum herausgegebenen Problemen der Moralphilosophie (Frankfurt a. M. 1996) bestehen…

konkret 6.6.2012

Die angeführten Bücher wohl noch in Kulturrechtschreibung:

Judith Butler
Kritik der ethischen Gewalt
Adorno-Vorlesungen 2002
Suhrkamp 2003

Judith Butler
Haß spricht
Berlin-Verlag 1998
Edition Suhrkamp 2006

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Sigmar Salzburg
16.05.2012 05.24
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Mentrup

Karlsruhe (mda) – Frank Mentrup ist Staatssekretär im Kultusministerium und SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe. Am Montag kam er anlässlich des bundesweiten EU-Projekttags in die Europäische Schule in Karlsruhe (ESK) und diskutierte mit Schülern…

„Was waren Ihre Eltern von Beruf?“, fragte ein Schüler. „Meine Mutter hat als Ärztin gearbeitet. Mein Vater ist Germanist“. Und der wollte einmal sogar die Großschreibung abschaffen, erfuhren die Schüler. Doch der Vorschlag der Kommission zur Rechtschreibreform für eine sogenannte gemäßigte Rechtschreibung (nur der erste Buchstabe das Satzes wird groß geschrieben) scheiterte damals am Willen der Politik. Daher habe sein Vater wenig von Politkern gehalten, so Mentrup. „Viel anstrengendes Gerede und das meist ergebnislos“, habe der gesagt...
ka-news.de 14.5.2012

Dann hat Mentrup sen. vom Volk gewiß noch weniger gehalten – das die ganze „Reform“ zum Scheitern gebracht hätte, wenn von ihm wirklich alle Staatsgewalt ausgegangen wäre.

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Sigmar Salzburg
04.04.2012 12.58
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Grass-Gedicht in bewährter Rechtschreibung ...

... mit gefälschter Überschrift.

Günter Grass: „Was gesagt werden muss“
Was gesagt werden muss – ein Gedicht von Günter Grass
04.04.2012, 13:46 Uhr
[...]
t-online 4.4.2012

Text ersetzt nach Südkurier:

„Was gesagt werden muß":
Das Grass-Gedicht im Wortlaut


„Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten –
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt „Antisemitismus“ ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir – als Deutsche belastet genug –
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.
Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.
Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.“

suedkurier.de 5.4.2012

Grass begibt sich auf ein vermintes Gelände, obwohl er etwas Richtiges anspricht. Es kann aber hier nicht die Aufgabe eines Forums für deutsche Rechtschreibung und Bürgerrechte sein, ferne verfahrene Konflikte durchdringen zu wollen – es sei denn, ein direktes gewaltsames Mittun wird uns aufgedrängt.

PS: Michael Wolffsohn nennt den Grass-Text „ein in Scheinlyrik gepresstes, antisemitisches Pamphlet“. – Damit wird wieder, wie in zahllosen anderen Wortmeldungen, auf unredliche Weise Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt – das aber zugleich geleugnet.

Wohltuend rational tagesschau.de
Dagegen die Meinungsmafia von Spiegel und Bild:
… verstrickt sich Günter Grass noch tiefer in seinen selbstverzapften Unsinn … weltweite Bestürzung über sein Gedicht … spiegel 6.4.12
Iraner feiern das irre Gedicht …bild 5.4.12

Dennoch: „Mittlerweile kann man konstatieren, daß – was den Iran angeht – selbst in Bild mehr journalistische Sorgfalt und Ausgewogenheit praktiziert wird als in der Welt“. junge Welt 7.4.12 (in Kulturrechtschreibung)

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Sigmar Salzburg
14.02.2012 16.31
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Alexander Kluge wird 80

Mit seiner Firma DCTP (an der auch der SPIEGEL-Verlag beteiligt ist) hat er dieses geheimnisvolle Sendefenster im Blöd-TV freigestemmt, durch das wir auf Méliès' Mondmenschen schauen, auf den Geschütz-Donner des Ersten Weltkriegs, auf ein Zirkuspferd, das rechnen kann, und kurz darauf hören wir Tristans Liebesleid – und alles greift nach uns in diesem merkwürdigen Zwischenzustand aus Überwachheit und Träumerei. Kluge ist ein Biograf und Sammler und Geschichtenerzähler insofern, als diese immer persönliche Geschichte und Erfahrung ist. [Matussek]

spiegel.de 14.2.2012

Kluges literarisches Werk liegt in fünf Bänden (des Suhrkamp Verlages) vor: Chronik der Gefühle (2 Bd., je 1000 S., enthält auch die in den 60er und 70er Jahren publizierten Erzählungen), 2000; Die Lücke, die der Teufel läßt (950 S.), 2003; Tür an Tür mit einem anderen Leben (650 S.), 2006; Geschichten vom Kino (350 S.), 2007.

Auf jeder dieser mehr als 4000 Seiten ist, was zu sagen ist, auf die kürzeste Weise gesagt. Kluge ist ein lakonischer Erzähler. Das ermöglicht ihm eine Extensität der Stoffe, für die sich kaum etwas Vergleichbares findet.

kluge-alexander.de

Siehe auch hier

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Sigmar Salzburg
11.01.2012 14.41
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Thomas Quasthoff beendet seine Gesangskarriere

Der deutsche Bassbariton Thomas Quasthoff nimmt als Sänger Abschied von der Bühne. Der 52-Jährige beende seine beispiellose Karriere aus gesundheitlichen Gründen … Im vergangenen Jahr hatte der bekannte Liedinterpret, der mit einer Contergan-Schädigung geboren wurde, viele Auftritte wegen einer Kehlkopfentzündung absagen müssen…
Der Musiker will sich den Angaben zufolge künftig intensiv dem Sängernachwuchs widmen … Quasthoff hat sich schon vor Jahren intensiv dem Liedgesang verschrieben und 2009 den internationalen Wettbewerb „Das Lied“ ins Leben gerufen, dem er auch in Zukunft als künstlerischer Leiter vorstehen will… Des Weiteren wird er als Sprecher bei Lesungen und im Rahmen der neuen Reihe „Thomas Quasthoffs Nachtgespräche“ am Konzerthaus Berlin auf der Bühne zu sehen sein…

t-online.de 11.1.2012

Zu Quasthoff siehe auch hier.

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Sigmar Salzburg
08.01.2012 18.11
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Stephen Hawking wird 70

Spiegel.de 8.1.2012

Der Kosmologe und Urknall-Forscher Stephen Hawking wird heute 70:

Einer der klügsten Männer der Welt, behindertes Physik-Genie …
Spiegel.de 31.12.2011

„Bild” hat damit angefangen:

„Der klügste Mann der Welt läßt sich scheiden“, titelte Bild, „weil seine Frau an Gott glaubt.“
Spiegel.de 22.2.1993

Wie man sieht, stammt die Bild-Notiz noch aus der Zeit vor dem Urknall der Kultusminister-Versager, denen „Bild“ nun wieder untertänig folgt:

Der klügste Mensch der Welt glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod! Er lebe seit Langem mit der Erwartung, bald zu sterben, so der fast vollständig gelähmte Hawking. „Ich habe keine Angst vor dem Tod. Aber ich habe es auch nicht eilig.“
Bild.de 17.5.2011

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Sigmar Salzburg
17.12.2011 10.09
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Fehlende Überzeugung und mangelndes Rückgrat

RAZ gibt „Widerstand“ gegen die neue Rechtschreibung auf

Widerstand ist sinnlos. Trotz fehlender Überzeugung wird der Radeburger Anzeiger ab Januar 2012 in der Rechtschreibung der Reform-Version von 2006 folgen. Es gibt kaum noch Medien, die der alten Rechtschreibung treu geblieben sind. Der Kampf um gutes Deutsch ist auf anderen Feldern wichtiger.
Ab Januar 2012 wird der Radeburger Anzeiger in der Rechtschreibung „Version 2006“ erscheinen. Eine ausführliche Stellungnahme des Herausgebers finden Sie im Bereich „Service“ unter „Rechtschreibung V.
radeburger-anzeiger.de 16.12.2011

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Sigmar Salzburg
30.11.2011 21.29
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Ratsmitglied Ossner

Analphabetisimus: Jeder fünfte 15-Jährige hat Problene beim Lesen und Schreiben.

Wie ist die hohe Zahl der Analphabeten in Deutschland zu erklären? Wann gilt jemand als Analphabet – und welche Ausprägungen gibt es? Darüber haben wir mit Jakob Ossner gesprochen. Er ist Professor für Sprachdidaktik und Mitglied des Rates für deutsche Rechtschreibung.

Interview anhören (mp3)

detektor.fm 30.11.2011

Ossner erklärt die angegebene Zahl und gibt am Ende zu, daß die „Reform“ ein Problem sei, meint aber, das mit einer verbesserten Formulierung der Regeln beheben zu können (was offensichtlich seit 15 Jahren nicht gelungen ist).

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Norbert Lindenthal
28.11.2011 10.14
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stimmt die Berichterstattung?

Im Vorfeld hieß es, die S21-Initiative werde aller Wahrscheinlichkeit nach das Quorum nicht erreichen (auch wenn sie die Mehrheit der Abstimmenden erreichen könnte).

Nun haben also die Befürworter des 4,1 Milliarden Euro teuren Durchgangsbahnhofs die Mehrheit der Schwaben hinter sich bringen können. Aber über das Quorum wird nicht gesprochen.

Ein gültiger Volksentscheid muß doch wohl so oder so das Quorum erreichen. Wie steht es damit?

__________________
Norbert Lindenthal

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