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Sigmar Salzburg
03.09.2013 04.38
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Instanz a. D.

So politisch unkorrekt hat man selten jemanden schimpfen hören in Deutschland. Von der „großen Hure Duden“ ist da die Rede.

Zu einem „billigen Handlanger von Modefuzzis“ sei das „einstmals respektierte Nachschlagewerk“ verkommen, ätzt der Verein Deutsche Sprache. Das ist starker Tobak – aber es stimmt ja, zum Teil zumindest. Der Duden, das muss man klar sagen, ist auf dem besten Weg, sein über Jahrzehnte erlangtes Ansehen als quasi amtliche Instanz für die deutsche Sprache vollends zu verlieren.

Einerseits tatsächlich durch die viel zu unkritische Übernahme englischer Begriffe, womit die Auszeichnung „Sprachpanscher 2013“ begründet wird. Es ist Käse, dass jedes Wort, das irgendein Spacko mal auf einem Schulhof aufgeschnappt und in einem Social Network gepostet hat, ein Jahr später im Duden steht.

Dazu kommt das wild um sich greifende Sowohl-als-auch-Getue. Anders als früher gibt es im Duden oft kein Richtig oder Falsch mehr, sondern nur noch ein beherztes Auch-nicht-Falsch. Natürlich vor allem seit der 1996 begonnenen und grandios in den Sand gesetzten Rechtschreibreform ist unsere Sprache ein Flickenteppich voller Sonderregeln.

Mit einer einheitlichen Rechtschreibung, von der Konrad Duden einst träumte, hat das nicht mehr viel zu tun. Der Duden muss dringend mehr achtgeben (empfohlene Schreibung) oder zumindest mehr Acht geben (alternative Schreibung) auf die deutsche Sprache. Dass die Instanz a. D. den legendären Deppen-Apostroph legalisiert hat und deshalb jetzt Willi's Würstchenbude als echtes Deutsch im Duden steht – das darf uns einfach nicht wurscht sein.

saarbruecker-zeitung.de 3.5.2013

(Nicht deutlich wird hier, daß der VDS selbst nur gegen Anglizismen zu Felde zieht.)

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Sigmar Salzburg
29.08.2013 06.09
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„Tag der deutsche Sprache” am 14. September

Oberkirch (bb). Am 14. September ist der “Tag der deutschen Sprache”. Aus diesem Grund ist ein Info-Stand am Samstag, 14. September, auf dem Marktplatz Oberkirch von 9 Uhr bis 13 Uhr. Ab 11 Uhr werden am Info-Stand als Autoren der Region Karin Jäckel, Klaus Huber Achern-Oberachern, sowie Raimund Müller Texte und Gedichte zum Thema “Sprache” lesen.

Nach Ansicht von zwei Dritteln der Bundesbürger droht die deutsche Sprache mehr und mehr zu verkommen. Das hat eine im vergangenen Jahr durchgeführte Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergeben. Interessant auch hier die Besorgnis der Befragten, dass immer mehr deutsche Wörter von englischen Begriffen verdrängt werden...

Leider gibt es immer weniger Vorbilder. Selbst Politiker geben immer häufiger Sprechblasen von sich, die eigentlich nichts aussagen. Verstärkt wird dieser Trend durch immer kürzer werdende Nachrichten-Schnipsel im Fernsehen, wild wuchernde SMS-Botschaften, eine comicartige Chat-Sprache im Internet, den Rückgang des Bücherlesens und die verwirrende Rechtschreibreform. Fast 80 Prozent aller Deutschen wissen heute nicht, wie sie bestimmte Wörter schreiben müssen. Mehr als die Hälfte ignoriert die Reform einfach [was bei Beibehaltung der traditionellen Schreibweisen natürlich begrüßenswert ist!] . Mit dem Verlust des Anspruchs, Sprache als sicheres und variables Ausdrucksmittel einzusetzen, wächst zugleich die Sprach-Naivität, meinen Kritiker. Und dies führe langfristig zu Denk-Naivität...

Der „Tag der deutschen Sprache“
Soll ein Sprachbewusstsein schaffen und festigen, das den unkritischen Gebrauch von Fremdwörtern eindämmt oder verhindert und außerdem allen Bürgern Deutschlands den Sinn für die Schönheit und Ausdruckskraft der deutschen Sprache wecken.

Weitere Informationen zum Aktionstag sowie den Aktivitäten des Vereins Deutsche Sprache (VDS) e.V. erhalten Sie über die Netzseite http://www.vds-ev.de.

boulevard-baden.de 28.8.2013

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Sigmar Salzburg
26.08.2013 20.35
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Gregor Gysi: Wir sind ein demokratischer Gewinn

Gysi: ... alle glauben, die Merkel bleibt sowieso Kanzlerin, der Steinbrück hat keine Chance. Aber so langsam tut sich was. Es kommen mehr Leute. Und den sage ich dann immer, warum es wichtig ist, die Linke zu wählen.

Freie Presse: Und warum?

Gysi: Wir sind ein unglaublicher demokratischer Gewinn, weil wir in zahlreichen Themen vom Afghanistankrieg über Rentenkürzung bis zu Hartz IV die einzigen im Bundestag sind, die mit der Mehrheit der Bevölkerung dagegen sind ...

Das haben wir in Gysis Partei aber nicht erkennen können, als am 2. Dezember 2004 eine kleine Minderheit von Parlamentariern die übergroße Mehrheit der Deutschen zu vertreten suchte, die eine „Rechtschreibreform“ ablehnte. Maritta Böttcher von der damals PDS genannten Partei wünschte im Gegenteil noch mehr „Reform“ – gegen jede praktische Vernunft.

Gysi: Die anderen sagen, wir sollten vernünftig werden. Was sie damit meinen ist, dass wir etwa dem Afghanistankrieg zustimmen oder ihrer Art der Eurorettung. Wenn wir das täten, wären wir überflüssig. Gerade in den Fragen, in denen sich die anderen Fraktionen einig sind, aber eine Mehrheit der Bevölkerung eine andere Auffassung hat, müssen wir den Widerspruch artikulieren.

Wenn's nicht gerade gegen die linke Lehrerklientel geht. Die Zeitung zeigt nun ungewollt die durch die „Reform“ entstandenen Wirrnisse:

Freie Presse: Sie hätten Griechenland pleite gehen¹ lassen?

Gysi: Nein, wenn wir Griechenland und den Süden Europas aufbauten und dafür Kredite gäben, hätte ich nichts gegen die Hilfen. [...] Es tut mir leid: Wer eine Aktie einer Bank kauft, hat eben Pech gehabt, wenn die Bank Pleite geht².

Bemerkenswert ist aber auch der Schluß des Interviews:

Freie Presse: Der US-Geheimdienst NSA genießt in Deutschland offenbar große Sonderrechte. Für wie souverän halten Sie die Bundesrepublik?

Gysi: Formal ist das Besatzungsstatut zwar schon unter Konrad Adenauer aufgehoben worden, aber den USA wurden in Geheimverträgen weiterhin umfangreiche Sonderrechte gewährt. Deshalb ist Deutschland nach wie vor nicht ganz souverän. Das kann man nicht akzeptieren. Diese Verträge müssen gekündigt werden, damit wir hier die alleinige Entscheidung haben, was geht und was nicht.

Freie Presse: Haben diese Geheimverträge bei den Zwei-plus-Vier-Verträgen vor der Wiedervereinigung eine Rolle gespielt?

Gysi: Nein. Aber ich weiß nicht, hat man nur nicht daran gedacht oder bewusst geschwiegen...

freiepresse.de 26.8.2013

¹) traditionell richtig, aber für falsch erklärt
²) falsch reformiert, 10 Jahre lang für richtig erklärt, jetzt wieder falsch
– Hier nicht zu finden: Richtig soll jetzt „pleitegehen“ sein, eine Krampflösung.

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Sigmar Salzburg
25.08.2013 05.36
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Waldschlößchenbrücke in Dresden eröffnet

FAZ, WELT, Süddeutsche, HNA, Mitteldeutsche Zeitung, ZEIT ONLINE, Stuttgarter Zeitung, sz-online, n-tv.de, Oschatzer Allgemeine Zeitung ... alle schreiben korrekt den Eigennamen „Waldschlößchenbrücke“, lt. Google News nur ein Viertel (tatsächlich noch weniger) in Unkulturminister-Schreibung „Waldschlösschen ...“, darunter natürlich Spiegel und taz. Letztere weist wenigstens auf die Begleitumstände hin:

... ein auch für den Insider kaum noch zu durchschauendes Dickicht von Täuschungen, Intrigen, gebrochenen Versprechen, kosmetischen Änderungsversuchen, gescheiterten Bürgerbegehren, Klagen, Auflagen des Regierungspräsidiums und vollendeten Tatsachen.

taz.de 23.8.2013

Der Ablauf ähnelt auffällig dem bei der „Rechtschreibreform“, nur daß es hier einmal gelang, die Bürger zu einer 68prozentigen Zustimmung zu übertölpeln. Darauf pochen nun die Verantwortlichen, während bei der „Reform“ die bis zu 90prozentige Ablehnung eisern beschwiegen wird.

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Sigmar Salzburg
01.08.2013 15.41
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Das einzig Gute: die s-t-Trennung

15 Jahre Rechtschreibreform: Friedrich Denk mag sie immer noch nicht

An der nicht mehr ganz so „neuen“ Rechtschreibung scheiden sich immer noch die Geister. 15 Jahre wird sie jetzt alt. Seinerzeit rollte eine Welle des Widerstands durch den deutschsprachigen Raum – und mittendrin war Rechtschreib-Rebell Friedrich Denk.

Von WEB.DE Redakteur Christian Flier

[...]

Wie haben Sie das erste Mal von der Rechtschreibreform erfahren?

Friedrich Denk:
Im Juli 1996 hat uns Lehrern der Rektor unserer Schule bei einer Lehrerkonferenz ein etwa 200-seitiges Werk vorgestellt – mit der Aufforderung die neuen Regeln ab dem Herbst zu unterrichten, weil sie ohnehin ab dem 1. August 1998 verbindlich würden. Kurze Zeit später war ich mit meiner Familie auf einer Bergtour in Oberbayern und habe mich dabei geärgert, warum man das schöne und scheue Tier Gämse jetzt plötzlich mit "ä" schreiben soll, obwohl für unsere Schüler diese Tiere außerhalb ihrer Erfahrungswelt liegen und sie mit der Veränderung gar nichts anfangen können.

Danach haben Sie eine Widerstandbewegung gegen die neuen Regeln ins Leben gerufen. Was ist damals genau passiert?

Friedrich Denk:
Ich habe ein Flugblatt entworfen, das ich im Sommer 1996 an einige Schriftsteller verschickt habe. Mit dem Flugblatt „Stoppt die überflüssige, aber milliardenteure Rechtschreibreform!“ bin ich zur Frankfurter Buchmesse gefahren, habe es mit Erlaubnis der Veranstalter verteilt und zwei Pressekonferenzen abgehalten. Einige Tage später hat ein Radiosender dieses Thema aufgegriffen und darüber berichtet, dass in unserer Frankfurter Erklärung mehr als 100 Autoren und Professoren eine Rücknahme fordern.

Es ist Ihnen also gelungen.

Friedrich Denk:
Im Oktober 1996 haben wird dann die Organisation „Wir gegen die Rechtschreibreform“ gegründet. Wir haben Volksbegehren in Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein angeregt. Im hohen Norden haben wir so viele Unterschriften gesammelt, dass es zu einem Volksentscheid kam, der in Schleswig-Holstein die Reform ein Jahr gestoppt hat. Bei Umfragen waren mehr als 70 Prozent der Bevölkerung gegen die neuen Rechtschreibregeln.

Auch wenn Sie und Ihre Bewegung die Reform nicht stoppen konnten, hatte Ihr Protest Einfluss auf die Neuregelung. Was ist durch Ihren Widerstand an den Plänen geändert worden?

Friedrich Denk:
Wir haben uns vor allem gegen die Getrenntschreibung gewehrt, wie etwa bei „wohl bekannt“, „hoch begabt“ oder „so genannt“. Wir haben uns auch gegen die Großschreibung von Adverbien wie etwa bei „Du hast Recht“ oder „tut mir Leid“ gewandt. Diese unsinnigen Veränderungen sind klammheimlich zurückgenommen worden.

Damit kommen wir zu Ihrer Kritik an der Rechtschreibreform. Wie lautet die?

Friedrich Denk:
Zum Ersten war es ein Eingriff von oben in eine gewachsene Schreibung, die sich fast 100 Jahre bewährt hatte. Hunderttausende Schüler, Behördenangestellte und Sekretärinnen mussten umlernen. Mein Sohn hat für seine Magisterarbeit errechnet, dass dadurch Kosten von mehreren Milliarden Euro entstanden sind. Außerdem sind die Regeln inhaltlich unbrauchbar, wie ich es bei „Du hast Recht“ schon angesprochen habe. Zudem stimmt die Behauptung überhaupt nicht, dass es für die Schüler leichter wird. Heute schreiben sie wesentlich schlechter als vor 20 Jahren, was aber nicht nur mit der Rechtschreibreform zusammenhängt.

Trotzdem gibt es auch positive Aspekte der Reform. Die Regeln zu „ss“ und "ß" sind doch sinnvoll. Was sagen Sie dazu?

Friedrich Denk:
Es erscheint logisch, dass nach kurzer Silbe das Doppel-„S“ kommt und nach langer Silbe ein scharfes „S“. Früher gab es die Regel „Doppel-S am Schluß macht Verdruß". Die war für die Schüler einfacher. Im 19. Jahrhundert gab es in Österreich nach der heyseschen Regel das Doppel-„S“ ja schon einmal. Sie wurde aber wieder aufgegeben, weil sie zu kompliziert war. „Muss“ ist auch schwieriger zu lesen, weil das scharfe „S“ den Vorteil hat, das es eine Unter- und eine Oberlänge hat. Zudem ist der Unterschied von „das“ und „dass“ schwerer zu erkennen.

Sprache ist etwas sehr Lebendiges und verändert sich ständig. Daraus ergibt sich immer wieder die Notwendigkeit von Reformen. Welche neue Regeln würden Sie einführen?

Friedrich Denk:
Rechtschreibung muss klar sein und darf keine Schwierigkeiten machen. Die beste Rechtschreibung ist die, die nicht auffällt. Wenn also „so genannt“ auseinander geschrieben wird oder „tut mir Leid“ groß, dann bleibt man daran beim Lesen hängen. Ich habe nichts dagegen, etwas zu ändern, aber ich würde eben nicht solche unsinnigen Veränderungen machen. Mit einer Ausnahme: Es ist gut, dass das Trennungsverbot bei „st“ aufgehoben wurde. Es wird also nicht mehr „be-ste“, sondern „bes-te“ getrennt.

Friedrich Denk ist 70 Jahre alt und wohnt in Zürich (Schweiz). Als Deutschlehrer unterrichtete er bis zu seiner Pensionierung an Schulen in München, dem oberbayerischen Weilheim und London. Der gebürtige Schlesier ist außerdem Schriftsteller und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

weiter lesen: web.de 1.8.13

Anmerkungen von Rechtschreibung.com:
• Die „Reform“ wurde gegen den hundertfach dokumentierten Willen der Bevölkerung durchgesetzt.
• Man kann mindestens 30 Gründe gegen die „neue“ ss-Regel finden.

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Sigmar Salzburg
01.08.2013 07.03
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Ein Stängel-Gegner

Ein Schriftsteller und Wortpolizist

Vor zehn Jahren starb der Greizer Autor Hansgeorg Stengel. Vor allem die Sachsen nahm der Kabarettist in seinen humoristischen Betrachtungen gern aufs Korn.

... 50 Bücher hat Stengel veröffentlicht, darunter Klassiker wie „So ein Struwwelpeter“.

Im Fernsehen der DDR vermisste man ihn allerdings, da er darauf bestand, sich nicht in sein Manuskript hineinreden zu lassen. Stengel galt als eigenwillig und auch mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet: „Ich bin mir sehr sympathisch“ oder „Ich hänge sehr an mir“ – solche Sätze gehörten zu den Lieblingszitaten des Autors. Bereits 1950 hatte er Greiz den Rücken zugewandt, um beim Magazin „Eulenspiegel“ zu arbeiten.

Seit 1959 war Hansgeorg Stengel dann als freier Redakteur und Kabarettist tätig. 150 Auftritte und 30.000 gefahrene Kilometer konnte der „Schriftsteller im besonderen Einsatz“ in einem Jahr nachweisen. „Er teilte gern aus, konnte aber auch damit umgehen, wenn man ihm einen einschenkte“, urteilte der Schriftsteller Peter Ensikat.

Besonders die Sachsen hätten oft im Fokus seiner humoristischen Betrachtungen gestanden. „Sie haben keine Sprache, lediglich ein Signalsystem“, wie es Stengel formulierte. Ein einziges „Signal“, das einem „Klingeln“ ähnlich sei, könne vier Bedeutungen haben. Beispielsweise „Lähm“. Es könne „Lehm, Leim, Leben oder Löwen“ bedeuten.

In den letzten Lebensjahren hatte der Wortpolizist der Rechtschreibreform den Krieg angesagt; schließlich betraf sie ihn selbst: „Ich lasse mich nicht verumlauten“. So wurde Hansgeorg Stengel nicht zum Stängel...

Die Stadt Greiz hatte Hansgeorg Stengel anlässlich seines 75. Geburtstages 1997 die Bürgermedaille in Silber verliehen; für die Ehrenbürgerschaft reichte es allerdings weder in Greiz noch in Berlin.

freiepresse.de 30.7.2013

Mehr auch hier, da und dort.

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Sigmar Salzburg
11.07.2013 07.02
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Transparency International:

Mehrheit der Deutschen hält Medien für korrupt

... Mehr als die Hälfte der Deutschen hält die Medien für korrupt. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Transparency International hervor. Demnach gaben 54 Prozent der Befragten an, dass Medien von Korruption betroffen seien. Schlechter schnitten nur politische Parteien (65 Prozent) und die Wirtschaft (61 Prozent) ab.
...
Dass die Deutschen die Medien für korrupt halten, ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass sie die Medien für noch korrupter halten, als die öffentliche Verwaltung und das Parlament.

zeit.de 9.7.2013

Der größte Korruptionfall in den Medien war bekanntlich die Übernahme der „Rechtschreibreform“ – gegen den Willen der Bevölkerung und gegen die meist vorhandene eigene Überzeugung, um vager wirtschaftlicher Vorteile willen:
Am 11. September 1996 schrieb der Chef der Deutschen Presseagentur, Wilm Herlyn, an die Zeitungsverlage, seine Kunden:


Wie zu erkennen ist, betrachtet die Deutsche Presse-Agentur die Reform als unabwendbar und legt ihren Kunden nahe, die Lage ebenso einzuschätzen. Daß die Schulen kaum bei einer Neuschreibung bleiben könnten, wenn sich die Presse verweigerte, kommt nicht in den Blick. Die Warnung vor dem Verlust der nachwachsenden Leserschaft tut ein Übriges...

Die besondere Perfidie der Medien lag auch darin, besondere Gesetzestreue und Rücksichtnahme auf die „Kinder“ zu heucheln, um die nicht notwendige Anpassung an den irren Einfall der Kultusminister zu rechtfertigen. Der folgende Niedergang der Presse und das Aufkommen neuer Medien verstärkten ihre Korrumpierbarkeit, so daß die Meldungen und Meinungen oft genug im Sinne der politischen und wirtschaftlichen Einflußgruppen frisiert werden.

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Sigmar Salzburg
23.05.2013 16.55
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Karlheinz Deschner 89

* 23. Mai 1924 in Bamberg;
Schriftsteller, Religions- und Kirchenkritiker.
hpd.de

Sein Bonmot
Der Glaube versetzt Zwerge
paßt ausnehmend gut auch auf die „Rechtschreibreform“. Ihre Abwehr hatte der frühere bayerische Kultusminister Zehetmair versäumt, weil er mit der Rettung des Kruzifixes in den Schulklassen beschäftigt war.

Deschners Hauptwerk ist in der klassischen Rechtschreibung verfaßt.

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Sigmar Salzburg
22.05.2013 18.51
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Das Deutsch der Zukunft bestimmen Übersetzungsautomaten

Extrem rechter französischer Historiker, 78-jähriges Dominique Venner, LEGT Selbstmord in Notre Dame im Protest gegen homosexuelle Ehe fest

admin May 21st, 2013 0 Comment

rechtsextremen Französisch Historiker schoss sich in den Kopf neben dem Altar der Kathedrale Notre Dame in Paris heute offenbar aus Protest gegen die Legalisierung der Homosexuell Ehe in Frankreich.

Dominique Venner, 78, ein ehemaliges Mitglied der nationalistischen terroristischen Bewegung, OAS, legte eine Pistole in den Mund und erschoss sich tot vor Dutzende von Touristen innerhalb der meistbesuchten Gebäude in Frankreich.

Herr Venner , Moderator einer katholisch-traditionalust Radiosender und umstrittene Historiker und Essayist, veröffentlicht einen Aufsatz über seine Website früher in den Tag fordert “neue, spektakuläre und symbolische Handlungen uns schütteln aus unserem Schlaf, zu betäubt Geist aufrütteln und zu wecken Erinnerung an unsere Herkunft “.

nachrichtenheutedeutschland.com 21.5.2013

Dies Deutsch und die „Rechtschreibreform“ sind auch schon fast ein Grund, sich zu erschießen!

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Sigmar Salzburg
17.04.2013 08.41
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Werbung für die Reform-FAZ und Duden

FRANKFURTER DIKTATWETTBEWERB
Deutsche Sprache, schwere Sprache

Der Diktatwettbewerb „Frankfurt schreibt“ geht am Mittwochabend in eine neue Runde. Schulteams aus 22 hessischen Städten treten an, um die Sieger der Vorentscheidung vom Februar herauszufordern.
Nein, fehlerlos kommt niemand bei diesen Diktaten heraus. Außer vielleicht Werner Scholze-Stubenrecht, der Leiter der Duden-Redaktion und maßgebend in allen Zweifelsfällen. Von denen gibt es freilich nicht gerade wenige, die Regeln und Ausnahmen sind ja auch nicht weniger geworden durch gewisse Rechtschreibreformen. [Ach nee!]

Als im Februar gut zweihundert Frankfurter Schüler und einige ihrer Lehrer in der Musterschule über Zettel gebeugt der Stimme von Moderatorin Constanze Angermann (Foto) lauschten, die Worte wie „Zierrat“, „Schlafittchen“ oder „bänglich“ formte, da war mehr als ein Schwitzen und Stöhnen zu hören. Ein gemurmeltes „Ey, Scheiße“ oder auch nur leicht dahingehauchte „Fucks“ waren allerorten zu hören…

journal-frankfurt.de 17.4.2013

Muß nicht das letzte nicht „Fuchs” geschrieben werden?

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Sigmar Salzburg
19.03.2013 08.29
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Frankenthal

Die etwas andere Schatzsuche – literarische Osterüberraschung in der Stadtbücherei

Frankenthal / Metropolregion Rheinneckar – Bereit für eine literarische Osterüberraschung? In der Woche vom 25. bis 30. März 2013 heißt es Überraschungsbuch statt Überraschungsei. In der Kinder- und Jugendabteilung der Stadtbücherei Frankenthal werden ausgesuchte Bücher in buntes Geschenkpapier verpackt und in den Regalen zwischen den anderen Medien versteckt. Dort warten sie auf neugierige Finder. Wer solch einen Schatz entdeckt, kann das verpackte Buch an der Theke ausleihen und am Ostersonntag öffnen.

Fernab von altbekannten Autoren und Bestsellerlisten soll den lesefreudigen Kids eher unbekannte und klassische Literatur nähergebracht werden. Es verbergen sich wahre Schätze in den Regalen, die es von den kleinen Lesern zu entdecken gibt…

mrn-news.de 15.3.2013

Natürlich wird die klassische Literatur nur in der kümmerlichen Auswahl geboten, die schon in die „leichter lesbare“ Reformschreibung übersetzt ist – wenn nicht gar ins „einfach klassische“. Alles Übrige ist sicher schon entsorgt worden.

Vorgestern noch hatte ich mit meiner Nichte telefoniert. Sie hat gerade, alleinerziehend, ihren Sohn durch die Schule gebracht. Auch sie klagte, daß in der Schule die klassische deutsche Literatur nicht mehr gelesen werde. Es wäre wichtig, diese alten Schätze zu bewahren. Dazu sei aber ein gewisses Nationalgefühl notwendig, meint sie – trotz ihrer afro-indianischen Abstammung.

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Sigmar Salzburg
19.02.2013 02.29
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Leider nur ein Ärgernis weniger

Region Dillenburg
Aufatmen: Johanneum geht zu G 9 zurück

Herborn (w). Seit Freitag ist es amtlich: Das Johanneum-Gymnasium in Herborn kehrt zum Abitur nach neun Jahren, zu sogenannten G 9 zurück

Die Leitung und die Schulgemeinde seien hocherfreut über ein entsprechendes Schreiben des Staatlichen Schulamts in Weilburg, teilte Schulleiterin Jutta Waschke erleichtert mit…

Aus einem Leserkommentar:

Es kommt nicht häufig vor, dass Politiker einmal getroffene und als
falsch erkannte Entscheidungen zurücknehmen…

Immer noch besser als gar nichts, auch wenn dieses Zugeständnis der kommenden Wahl geschuldet ist. Das Dogma der Unfehlbarkeit unserer Kultusbürokraten bleibt so weiterhin im Wanken, fällt aber noch nicht.

Immer noch unerträglich, sich daran zu erinnern, mit welcher Hybris diese Politikerkaste – durch keinerlei Kompetenzen dazu berechtigt – sich erstmals in der langen Geschichte Deutschlands mit der Rechtschreibreform die Oberhoheit über die deutsche Sprache angeeignet hat.

Martin Luther war gewiss ein von sich selbst überzeugter, hochgebildeter Mann, hatte es jedoch noch demütig vorgezogen, dem „Volke auf's Maul“ zu schauen, anstatt ihm seine eigenen Vorstellungen überzustülpen. Das Ergebnis des Kulturputsches ist, dass heutzutage eine Vielzahl von Rechtschreibungen existiert, bei denen sich jeder die ihm genehme heraussucht. Insbesondere die Groß-/Kleinschreibung und die Getrennt-/Zusammenschreibung weichen in den meisten Texten von der „amtlich“ verordneten Weise deutlich ab. Wenn Sie mal jemanden obszön lachen hören wollen, so können Sie mal einen älteren Deutschlehrer fragen, wie sich die Rechtschreibleistungen der Schüler seit der Reform verbessert haben…

von ginfizz53 17.02.2013, 17:13 Uhr

mittelhessen.de 15.2.2013

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Sigmar Salzburg
02.01.2013 08.50
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Lernstift vibriert bei Rechtschreibfehlern

Rechtschreibung ist für Viele ein großes und vor allem schwieriges Thema – selbst in den Ferien. Deutsche Schreibung, schwere Schreibung ... [trotz „Reform“?]

Eine Hilfe könnte da der Lernstift sein, der von einem österreichischen Start-up-Unternehmen entwickelt wurde und bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern vibriert. Damit könnte man sich nicht nur selbst überprüfen, sondern auch systematisch eine richtige Rechtschreibung beigebracht werden…

spickmich.de 3.12.2012

… für notorische Altschreiber aufzurüsten als Elektroschocker?

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Sigmar Salzburg
23.12.2012 15.44
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Legendärer Germanist

Mittelalter-Spezialist Wapnewski gestorben

spiegel.de 23.12.2012

De mortuis nil nisi bene – aber leider war er uns im Kampf gegen den Reformunfug der Kultusminister trotz besserer Einsicht keine Hilfe.

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Sigmar Salzburg
07.12.2012 13.30
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Aus Prinzip gegen die Rechtschreibreform

Helga Weyhe ist Deutschlands älteste aktive Buchhändlerin

Deutschlands älteste aktive Buchhändlerin wird am nächsten Dienstag 90 Jahre alt…

Menschen, die sich mit Worten wichtig tun, mag die betagte Dame überhaupt nicht. Und weil Deutschlands älteste aktive Buchhändlerin die deutsche Sprache so mag, gefällt ihr der Ausspruch eines unbekannten Auto[r]s auch besonders gut:

„Es gibt keine Wahrheit, außerhalb der Sprache. Wer die Sprache missachtet, missachtet gewöhnlich auch die Wahrheit.“ Man könne mit vielen Worten nichts sagen oder mit wenigen die Wahrheit, ist die lebenserfahrene Salzwedelerin, die nächsten Dienstag 90 Jahre alt wird, überzeugt. Seit eh und je steht sie Tag für Tag in ihrer Buchhandlung an der Altperverstraße 11 – in jenem Haus, in dem sie am 11. Dezember 1922 geboren wurde.

Weimarer Republik, Drittes Reich, Sozialismus, soziale Marktwirtschaft – eine „richtig schlimme Zeit“, so sagt sie, habe sie aber nicht erlebt. Und schränkt ein: „Doch. Der Arbeitsdienst in Oberschlesien war hart, wenn man als so behütete Tochter plötzlich dorthin kommt ...“
Und die DDR-Zeit, die „war schlimm – dieses Eingesperrtsein“.

1941 legte Helga Weyhe das Abitur ab. Am damaligen Salzwedeler Lyzeum, das gerade zum Kunsthaus umgebaut wird. Es folgte der Arbeitsdienst, danach das Studium. Drei Semester war die junge Helga Weyhe in Breslau an der Universität, danach je ein Semester in Königsberg und Wien. „Das war damals so, da guckte man sich um in der Welt.“ Der Zweite Weltkrieg zerstörte ihre Studienpläne, die Salzwedelerin musste aufhören…

Im Krieg arbeitete sie in der Buchhandlung ihrer Eltern. Johann Dietrich Schmidt aus Gorleben hatte das Geschäft 1840 gegründet – „Gorleben im Königreich Hannover“, fügt Helga Weyhe schmunzelnd hinzu. Ihr Großvater kaufte die Buchhandlung 1871, seither ist sie in Familienbesitz…

Eine 90-jährige Buchhändlerin im Jahr 2012 – da geht es ohne Internet nicht. „Ja“, sagt Helga Weyhe, das stimme wohl. Für sie sei es selbstverständlich, die Kundenwünsche online umzusetzen: „Am nächsten Tag ist das gewünschte Buch da.“

Woran es liegt, dass sie sich so guter Gesundheit erfreut, das weiß Helga Weyhe nicht. „Ich lese viel. Wenn man nicht liest, kann man so einen Laden nicht machen.“ Biografien „von vernünftigen Leuten“ mag sie besonders, Geschichte interessiert sie, vor allem das Mittelalter. „Da gibt es hervorragende Sachen“, weiß Helga Weyhe. Historische Romane lese sie „nur quer, damit ich weiß, was drin steht“.

Mit der Rechtschreibreform hadert sie, damit habe sie sich „überhaupt nicht“ befasst. Aus Prinzip.
Ansonsten gehe sie viel an die frische Luft, „das ist gesund und gut“.

az-online.de 6.12.2012

PS. 9.12.: Jetzt berichten auch Spiegel/dpa, natürlich ohne die Rechtschreibreform zu erwähnen.

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