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Sigmar Salzburg
09.05.2016 13.57
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Augsburg

Wer liest, hört die Stimme des Autors
Auftakt der Lesewoche in der Schillerschule mit Friedrich Denk vor Achtklässlern
Von Gerlinde Knoller

Er ist beseelt von seiner Mission: Das ist spürbar, wenn Friedrich Denk (73) vor Schülern von seiner Leidenschaft, dem Lesen, spricht. Der Besuch Denks vor zwei achten Klassen des M-Zweigs bildete den Auftakt der Lesewoche an der Lechhauser Schillerschule. Auf Initiative der Lehrerin und Kinderbuch-Autorin Heidemarie Brosche sollte den Schülern auf verschiedene Weise Geschmack auf das Lesen gemacht werden. Der ehemalige Gymnasiallehrer Friedrich Denk, manchen vielleicht noch in Erinnerung als federführender Kritiker der Rechtschreibreform, ist auch selbst Autor. „Wer liest, kommt weiter“, heißt eines seiner jüngsten Bücher.

Täglich neue Akzente

„Die Lesekultur unter jungen Leuten ist nicht sehr ausgeprägt“, weiß Heidemarie Brosche. Auch die Klassleiter der beiden achten Klassen, Kathrin Mecklinger-Schmid und Heinrich Greiner, gehen davon aus, dass nur 10 bis 15 Prozent ihrer Schüler Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher lesen. Genau dafür sollte die Lesewoche an der Schillerschule mit täglich neuen Akzenten sensibilisieren.

Friedrich Denk kann es mit den Schülern – sie sind konzentriert, aufmerksam und machen lebhaft mit. Denk lässt sie aufhorchen, als er ihnen „die reichsten Männer der Welt“ vorstellt, Bill Gates, Mark Zuckerberg und den Apple-Gründer Steve Jobs. Sie hätten zwar ihr Vermögen mit der vernetzten Welt und der dafür nötigen Technologie gemacht, selbst hätten sie jedoch größten Wert aufs Lesen gelegt. Und dies auch ihren eigenen Kindern vermittelt. „Steve Jobs wusste, dass seine Geräte verführerisch sind“, meinte Friedrich Denk. Nicht umsonst habe er den „angebissenen Apfel“, das Symbol für die Verführbarkeit des Menschen seit dem Sündenfall, als Markenzeichen gewählt. Wer nur seine Informationen aus dem Netz beziehe, so Denk, werde verführbar durch diejenigen, die an den Nutzern, sprich auch den jungen Leuten und ihrem Geld, verdienen wollen.

All die Vorteile aufgezählt

Beim Bücherlesen sei das anders, meinte Denk und zählte den jungen Leuten all die Vorteile des Lesens auf: Wer lese, übe das genauere Sehen ein. Schreiben lerne man nur, wenn man die Worte vorher gelesen habe. So lassen sich beispielsweise schwierige Namen leichter merken. „Ihr könnt besser sprechen und zuhören, wenn ihr lest“, versicherte Denk den Schülern. Beim Lesen eines Buches sei man automatisch aufmerksamer. „Du hörst die Stimme des Autors.“ All das, dazu Wissen und Erkenntnis, werde einem durch das Lesen mitgegeben.

Dass unter den Schülern durchaus aufmerksame Leser zu finden sind, zeigte sich, als Friedrich Denk auf den Lesestoff zu sprechen kam...

Weiter in augsburger-allgemeine.de 8.5.2016

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Sigmar Salzburg
24.02.2016 12.08
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„Reform“: Rauhaardackel, aber nicht Ziehaarmonika

Wer wird Millionär
Stefan Krumme wird ein „H“ zum Verhängnis

Es war definitiv nicht der Abend von Stefan Krumme. Beim Zocker-Spezial von „Wer wird Millionär?“ erwischte ihn eine Rechtschreibfrage auf dem falschen Fuß und kegelte ihn aus dem Rennen, bevor es in die heiße Phase ging. Ein „H“ wurde ihm zum Verhängnis...


Als Stefan Krumme bei der 4.000-Euro-Frage angekommen war, wollte Moderator Günther Jauch wissen: „Florian Silbereisen spielt gerne auf seiner...?“ – A) Ziehamonika, B) Zieharmonika, C) Ziehharmonika, oder D) Ziehhaarmonika?“ „Uff, ich bin mit der alten Rechtschreibung aufgewachsen“, konstatierte der IT-Spezialist. A) und D) konnte er immerhin sofort ausschließen. Zwar war er nicht sicher, ob in das Wort nun ein oder zwei „h“ gehören, tendierte aber zu B).

Um nicht schon so früh alle Joker einzubüßen, ging Krumme volles Risiko und folgte seinem Bauchgefühl. Das trog allerdings: Ziehharmonika schreibt man tatsächlich, egal ob alte oder neue Rechtschreibung, mit Doppel-„H“. Antwort C) wäre richtig gewesen. Ohne einen einzigen Joker genutzt zu haben, fiel der frühere Investment-Banker auf die zuvor erreichte Sicherheitsstufe zurück und musste sich mit 1.000 Euro begnügen...

t-online.de 24.2.2016

„Erleichterung“: Seit der „Reform“ werden Rauhhaardackel und Ziehharmonika unterschiedlich behandelt.

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Sigmar Salzburg
20.12.2015 06.20
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Lügenpresse

„Anzeigenblätter“ hetzen schlimmer als BILD:

Wann wird der Adolf Hitler 2.0 (Björn Höcke) endlich aus der AfD geschmissen?
...
Ein Klares NEIN gegen diese braune Erfurter Kakerlake.

lokalkompass.de 13.12.2015

[Wikipedia „Anzeigenblätter“] Mit „Lokalkompass.de“ haben die WVW-Anzeigenblätter im April 2010 eine eigene Bürger-Community gestartet. Auf der Plattform berichten Bürger aus dem Kerngebiet von NRW... Entstanden ist die Plattform als White-Label Lösung des Bürgerreporter-Portals „myheimat.de“ mit Unterstützung von WAZ NewMedia[5]. WAZ NewMedia ist als Tochter der WAZ-Mediengruppe für deren Online- und Mobil-Aktivitäten verantwortlich.
wikipedia


Zur Erinnerung:
Hitler – Initiator WKII, 60 Millionen Tote, 6 Millionen Zivilmorde
Höcke – harmlose Spekulation zur afrikanischen Vermehrung

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Sigmar Salzburg
13.12.2015 13.43
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Lügenpresse

FOCUS:
Mit Wasserwerfern und Reizgas gegen Vermummte
„Offener Straßenterror“ bei Neonazi-Demo in Leipzig: 40 Polizisten verletzt

In Leipzig demonstrieren an diesem Samstag Rechtsextremisten und zahlreiche Gegendemonstranten. Linke warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper – und attackierten die Polizei. 40 Beamte wurden verletzt. „Das ist Straßenterror“, sagt der Oberbürgermeister.
focus.de 12.12.2015

WELT:
Krawalle in Leipzig: „Das ist offener Straßenterror“
Rechte und Linke demonstrieren in Leipzig, es fliegen Steine und Böller. Vermummte attackieren die Polizei, 69 Beamte werden verletzt. Oberbürgermeister Jung äußert sich entsetzt
welt.de 12.12.2015

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Sigmar Salzburg
02.12.2015 17.51
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Baden Online - Mittelbadische Presse

Kolumne
Rechtschreibreform: Das faule Ei der Bildungspolitiker

Vor 20 Jahren wurde die Neuregelung beschlossen / Widerstand und Entsetzen bei den Sprachprofis

01. Dezember 2015

Gut gemeint und voll daneben. Eigentlich sollte die Sprache im Land von Heine, Hölderlin und Herder ein heiliges Gut sein. Terra incognita gewissermaßen, ein für unsensible Obrigkeit und simplifizierende Politbürokraten vollkommen ungeeignetes Terrain. Doch die Allmachtsphantasien vom Primat der Politik verführen offenbar immer wieder zu einem Reformeifer, der mitunter mehr Schaden als Nutzen verursacht.

So auch am 30. November 1995 bei der 274. Kultusministerkonferenz in Mainz. Unter dem Vorsitz der damaligen Präsidentin der Kultusministerkonferenz, der Hamburger SPD-Senatorin Rosemarie Raab, wurde ein fataler »Beschluss zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung« auf den Weg gebracht. Gegen diese Neuregelung der deutschen Rechtschreibung waren Sprachwissenschaftler, Rechtschreibkritiker und auch große Leitmedien Sturm gelaufen. Vergeblich.

Was hatte man da auch für ein faules Ei ausgebrütet. Die Delfine und die Fantasie verloren ihr »ph« und die ständige Schreibhürde beim »dass« und dem Relativpronomen »das« konnte auch durch die Entsorgung des »ß« nicht behoben werden. Was sich weitgehend sinnfrei Berufspolitiker ausdachten, führte nachweislich zu noch mehr Chaos und blankem Entsetzen bei den Sprachprofis, die nun das Elend nur noch beobachten, aber nicht mehr verhindern konnten.

Die wohl bitterste Bilanz kommt von Heike Schmoll, Bildungsexpertin und politische Korrespondentin in Berlin: »Ausgerechnet die Kultusminister haben Schülern gegenüber mit langfristigem Erfolg den Eindruck vermittelt, Orthografie sei weniger wichtig, Zeichensetzung weitgehend dem eigenen Stilempfinden überlassen. Inzwischen werden sie die Geister nicht mehr los und müssen feststellen, dass Kinder am Ende der Grundschulzeit nicht einmal die kulturellen Standardtechniken beherrschen.« So isses.

Auf Facebook kann man heute bestaunen, was die Obrigkeit ihren Untertanen für ein Sprachverständnis vermittelt hat. Zeichensetzung mit dem Salzstreuer, Schreibweisen à la Lautschrift, Gossenjargon bei Kommentaren und den im Netz weit verbreiteten Pöbeleien. Voll krass, ey!

Für bildungsferne Schichten war die Reform ohnehin so sinnvoll wie eine dreisprachige Ikea-Anleitung zum Aufbau eines Regals. Nix capito. Hans Zehetmair (CSU) stellte sich und der verantwortlichen politischen Klasse schon vor Jahren ein denkbar schlechtes Zeugnis aus: »Ich muss mir vorwerfen, dass ich als Kultusminister nicht frühzeitig die Reform in geordnete Bahnen gelenkt habe. Sprache ist nicht statisch, sondern ein lebendiger Prozess, ob man Friseur mir ö oder mit eu schreibt, wen soll das aufregen?«Zu spät. Durch die Wucht der Einwanderung wird die deutsche Sprache jetzt ohnehin die Reform der Straße zu spüren bekommen. Punkt und Komma können dann wohl in Rente gehen. Hauptsache, es bleibt noch Zeit für einen Kuss – mit Doppel-S.

Autor: Jürgen Stark

Jürgen Stark ist Autor, Musiker und Dozent und lebt in Ortenberg. Er schreibt regelmäßig Kulturkolumnen für die Mittelbadische Presse und gründete das Institut für kulturelle Kommunikation an der Hochschule Offenburg.

bo.de 1.12.2015

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Sigmar Salzburg
08.11.2015 08.28
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Merkelismus = Willkommenskultur + Betreutes Denken

AfD demonstriert in Berlin gegen die Flüchtlingspolitik
Etwa 5.000 Anhänger der Partei folgten dem Aufruf, unter ihnen auch erkennbare Neonazis

[meistgenannt 40 in fast allen Zeitungen (=0,8 Prozent)]
zeit.de 7.11.2015

Ein Leserkommentar:
DerZeesener#19 — vor 12 Stunden
ich komme gerade von der demo. die eindeutig rechtsradikalen unter den demonstranten der afd habe ich nicht gesehen... ein spruch ist bei mir hängengeblieben: in anlehnung an lenin war zu lesen:
'merkelismus ist willkommenkultur plus betreutes denken'.

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Sigmar Salzburg
09.08.2015 07.49
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Erlanger Nachrichten

Eine Reform mit Fehlern

Prof. Ickler zu zehn Jahren neue Rechtschreibung


Seit zehn Jahren gilt die neue Rechtschreibung. Nur Nordrhein-Westfalen und Bayern ließen sich mit der Einführung bis 2006 Zeit. Der Erlanger Germanist Prof. Theodor Ickler, einer der schärfsten Kritiker der Reform, sprach sich in seinen Veröffentlichungen wiederholt gegen die neue Rechtschreibung aus. Doch wie denkt er heute darüber? (Professor Ickler hat übrigens nach den alten Rechtschreibregeln geantwortet.)

Zehn Jahre neue Rechtschreibung – ist das Chaos noch größer als von Ihnen befürchtet?

Theodor Ickler: Von „Chaos“ habe ich nie gesprochen, auch nicht von „Weltuntergang“, wie uns unterstellt wird. Aber wir Kritiker haben vorausgesagt, daß die Reformschreibung, die von den bayerischen Schülern übrigens nicht seit zehn, sondern seit 19 Jahren befolgt werden muß, wegen ihrer Fehlerhaftigkeit nie funktionieren, sondern zu einer großen Verwirrung führen wird. Das ist eingetroffen.

Die neue Rechtschreibung wird nicht konsequent durchgeführt. Die Zeitung schreibt anders als die Schule und im Internet schreibt jeder wie er will. Wird die Sprache beliebig?

Theodor Ickler: Zeitungen und Verlage haben eigene Hausorthographien entwickelt – wie im 19. Jahrhundert, als es noch keinen Duden gab. Man kann der Neuregelung gar nicht konsequent folgen, ohne sich lächerlich zu machen. Die Reformer haben bis heute auch kein Wörterbuch vorgelegt, nur eine lückenhafte Wortliste, die noch zweimal verändert werden mußte. Im Internet gibt es durchaus sorgfältige Schreiber, so daß ich von dieser Seite keine Gefahr für die deutsche Sprache sehe.

Wie halten Sie es persönlich? Verwenden Sie die alte oder die neue Rechtschreibung?

Theodor Ickler: Natürlich die „alte“ (die aber eigentlich moderner ist als die reformierte). Fast alle deutschen Schriftsteller von Rang halten es ebenso und deshalb fordern wir jetzt auch, daß den Schülern keine Schreibweisen als Fehler angestrichen werden, die vor der Reform üblich waren und noch immer von allen guten Schriftstellern gepflegt werden. Warum sollen die Schüler ausbaden, was selbst Ex-Minister Zehetmair heute als großen Fehler der Politik brandmarkt?

RICARDA BARF

EN vom 5. August 2015, Seite 25

Anmerkung: Das Faksimile habe ich von Sprachforschung.org „entwendet“.

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Sigmar Salzburg
04.08.2015 14.28
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Neue Luzerner Zeitung Online

Rechtschreibrebell tritt wieder auf den Plan

RECHTSCHREIBUNG ⋅ Zehn Jahre nach Inkrafttreten der neuen Rechtschreibung an Schulen fordern Reformkritiker, die alte Rechtschreibung wieder durchgehen zu lassen. Der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair hatte die Reform kürzlich in der „Zeit“ für überflüssig erklärt.

Behutsame Änderungen der Schriftsprache seien zwar nötig, sagte Zehetmair dem Blatt. „Aber ob man Friseur mit 'ö' schreibt oder mit „eu“ – wen sollte das aufregen?“

Nun schlagen drei Reformgegner vor, „auch diejenige Rechtschreibung nicht als Fehler anzustreichen, wie sie vor der Rechtschreibreform 1996 in den Büchern allgemein verwendet wurde“. Das erklärten der Erlanger Germanist Theodor Ickler, Verleger Matthias Dräger und der als „Rechtschreibrebell“ bekannte Friedrich Denk aus Bayern am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die drei Gegner argumentieren auch mit alten Schreibweisen in Schullektüren von Werken etwa von Bertold Brecht oder Max Frisch, in denen noch alte Schreibweisen vorkämen. (sda/dpa)

luzernerzeitung.ch 31.7.2015 und ähnlich vaterland.li 31.7.2015

Bis auf rp-online wird diese Meldung von den bundesdeutschen Medien verschwiegen. Sie waren ja neben den Schülergeiseln nehmenden Kultusministern die wirkungsmächtigsten Mittäter bei der Erpressung des Volkes zur „überflüssigen Rechtschreibreform“ gegen seinen Willen.

Theodor Ickler gibt die nirgendwo vollständig abgedruckten Texte hier.

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Sigmar Salzburg
04.08.2015 06.05
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Doch Lügenpresse und Propagandafunk?

Zur Meldung des Elternvereins S-H:

Die Medien verschweigen fast ausnahmslos den Aufruf der Reformkritiker Ickler, Denk und Dräger, die klassische Rechtschreibung in den Schulen nicht als Fehler zu werten.

Dabei haben am 30.8.2015 bis 14 Uhr beim Bayerischen Rundfunk 89 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Antwort zugestimmt:


War die Rechtschreibreform nötig?

Nein, der immense Aufwand für alle Beteiligten ist nicht gerechtfertigt. Außerdem wird ein Stück Kulturgut vernichtet.


Die Kultusminister zerstören weithinwirkend Kulturgut, wenn sie vorbildhaft mit der Fehlerkeule auf Schüler einschlagen lassen, die „Quentchen“, „Tolpatsch“ oder „behende“ schreiben, weil sie es so in der guten Literatur gelesen haben oder weil interessierte Lehrer etwas über die Wortherkunft und Bedeutung erzählt haben.

Die Schriftsteller Günter Grass, Walter Kempowski und Harry Rowohlt hatten sich schon vor zehn Jahren einem gleichartigen Aufruf angeschlossen:


Klassisch schreiben heißt richtig schreiben,
das muß auch an unseren Schulen so bleiben.


Günter GrassWalter KempowskiHarry Rowohlt

Klassisch schreiben heißt richtig schreiben.

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Sigmar Salzburg
30.07.2015 12.31
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Der Duden-Chef findet eine Erleichterung

Rechtschreibung

Duden-Chef erklärt die häufigsten Rechtschreibfehler der Deutschen

Die Rechtschreibreform wurde 1996 eingeführt und 2005 überarbeitet. Welche Fehler die Deutschen machen, erklärt der Leiter der «Duden»-Redaktion, Werner Scholze-Stubenrecht.


Die Rechtschreibreform trat 1996 in Kraft. Vor zehn Jahren wurden noch einmal überarbeitete Regeln an Schulen eingeführt. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Scholze-Stubenrecht: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat eine Arbeitsgruppe «Schulen». Die berichtet, dass es Lehrer im einen oder anderen Fall noch schwierig haben, mit den neuen Regeln klarzukommen. Im Großen und Ganzen scheint das aber gut zu funktionieren. Die Diskussion ist ziemlich eingeschlafen¹.

Haben sich die Deutschen also weitgehend umgewöhnt?

Scholze-Stubenrecht: Die Jüngeren haben überhaupt kein Problem mehr damit*. Man muss bedenken, dass es keine Schuljahrgänge mehr gibt, die noch nach alten Regeln unterrichtet werden. Die meisten wissen, dass man Mikrofon mit «ph» oder mit «f» schreiben kann – und es ist ihnen ziemlich egal, dass das früher nur mit «ph» erlaubt war.

Seit der Rechtschreibreform sind in vielen Fällen mehrere Varianten erlaubt. Ist das wirklich hilfreich?

Scholze-Stubenrecht: Wir Wörterbuchmacher hätten es lieber, wenn möglichst viel Einheitlichkeit herrscht. Wir haben auch den Eindruck, dass diejenigen, die den Duden kaufen, lieber nur eine Möglichkeit haben wollen. Je eindeutiger, desto besser.

Ein Beispiel ist «dir» oder «Dir» (alt). Wie halten Sie es da?

Scholze-Stubenrecht: Ich halte mich an die alte Regelung. Es sieht ein bisschen höflicher aus. Aber es ist in der Tat so: Vor der Reform musste es groß geschrieben werden. 1996 hat man gesagt, das muss klein. Inzwischen ist beides erlaubt.

Welche Fehler werden noch häufig gemacht?

Scholze-Stubenrecht: Ein Beispiel ist der Ausdruck «kopfstehen». Der wurde vor der Reform in einem Wort geschrieben. Danach hat man es in zwei Wörtern geschrieben, also «Kopf stehen». 2006 hat man das aber wieder zurückgedreht. Das hat nach unserer Beobachtung aber keine große Wirkung gehabt. Die meisten schreiben es weiter in getrennter Form.²

Was sind denn generell gängige Fehler?

Scholze-Stubenrecht: Ein Beispiel ist das Wort «brillant». Das wird gerne mit einem «i» nach dem «ll» geschrieben.³ Bei «Gratwanderung» sind sich nicht alle der Tatsache bewusst, dass der Grat auf einem Berg gemeint ist – also mit «t» geschrieben wird.

Wenn man sich Kommunikation bei WhatsApp und Co anschaut, hat man den Eindruck, Rechtschreibung verliert an Bedeutung. Ist das so?

Scholze-Stubenrecht: Es ist so, dass man bei bestimmten Textsorten gerade in der digitalen Welt den Eindruck hat, manchen ist es nicht mehr besonders wichtig. Insgesamt ist diese Kommunikation eher der M[!]ündlichen angenähert. Daher spielt die Orthografie eine untergeordnete Rolle. Im geschäftlichen Rahmen wird darauf aber durchaus noch Wert gelegt.

Hat uns die Rechtschreibreform das Leben nun leichter gemacht?

Scholze-Stubenrecht: Ich persönlich habe es in bestimmten Bereichen als Erleichterung empfunden. Früher hat man zum Beispiel «Auto fahren» getrennt und «Rad fahren» in einem Wort geschrieben. Jetzt wird das gleich behandelt und beides getrennt. Ich persönlich hätte aber mit etwas weniger Aufwand und etwas weniger Änderungen gut leben können.

Werner Scholze-Stubenrecht wurde am 30. August 1948 geboren. In Frankfurt am Main studierte er Germanistik und Anglistik. Die «Duden»-Redaktion leitet er seit 2010. Seine thematischen Schwerpunkte sind unter anderem Orthografie und Sprachberatung. dpa

augsburger-allgemeine.de 30.7.2015

¹) nicht „eingeschlafen“, sondern verpönt, weil ineffektives Schimpfen nervt.
²) Blödsinn ist eben einprägsamer.
³) diese Volksetümologie hatte Augst übersehen.


Nachtrag: Theodor Ickler, Sprachforschung.org, trifft es zielgenau:

Scholze-Stubenrecht hält die Rechtschreibreform für einen schädlichen Unsinn, darf es aber nicht sagen...

Freilich haben die Jüngeren „kein Problem“ mit der Rechtschreibreform, sie haben ein Problem mit der Rechtschreibung, hinter dem die Reform einfach verschwindet. Es kann eigentlich nur die s-Schreibung gemeint sein, und da werden, auch und gerade von Erwachsenen, unvergleichlich mehr Fehler gemacht als vor der Reform.


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Sigmar Salzburg
16.06.2015 10.04
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Harry Rowohlt

Harry Rowohlt ist tot.

Der Schriftsteller und Übersetzer starb am Montag im Alter von 70 Jahren in Hamburg.

aargauerzeitung.ch 16.6.2015

Mit Harry Rowohlt ist nicht nur ein begnadeter Rezitator und Geschichtenerzähler, sondern auch ein Verbündeter im Kampf gegen die Rechtschreib„reform“ von uns gegangen,

Harry Rowohlt:

„Die Seelchen, die diese Rechtschreibreform erfunden haben, sind graue Gesellen, die noch nie mit Genuß ein Buch gelesen und noch nie einen wohlklingenden Satz gesprochen haben.“


zeit.de/1997



Briefwechsel Marx/EngelsLesung H.R. als Marx

Nachtrag: Die „Lügenpresse“ lügt vor allem durch Weglassen. Nachdem nun die meisten Nachrufe erschienen sind, kann man feststellen: Kein einziger erwähnt Harry Rowohlts Gegnerschaft zur Rechtschreib„reform“, nicht einmal die Spiegel-FotostreckeHarry Rowohlt: Der Behüter der Sprache“.

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Sigmar Salzburg
03.06.2015 21.41
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Noten-Affäre um CDU-Bundesvize Armin Laschet

Laschets verlorene Klausuren mit Top-Benotung
03. Juni 2015 von Redaktion (josch)

CDU-Vize Laschet beendet seine Lehrtätigkeit an einer Aachener Hochschule. Nachdem von ihm korrigierte Klausuren verschwanden, rekonstruierte er recht dubios die Noten im Spektrum von 1,0 bis 2,3. Auch welche, die gar nicht mitschrieben, bekamen Prädikat »Gut«.
... Laschet nahm dazu jetzt Stellung, daß in seiner Lehrtätigkeit n der RWTH Aachen es bisher nie derartige Probleme mit dem Postversand gegeben habe. Er hoffte, daß diese schon wieder auftauchen werden ... Die Uni hat ihrerseits nach dem »ersten Vorfall in der 135-jährigen Geschichte der Hochschule« erlassen, daß Prüfer künftig nur noch Kopien mit nach Hause nehmen, die Originale an der Hochschule zu bleiben haben...

Der Generalsekretär der NRW-SPD, André Stinka, hält Laschet vor, die Noten gewürfelt zu haben...

Weiterhin verweigert der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag die vollständige Herausgabe einer E-Mail-Kommunikation mit Uni-Geschäftsführerin Johanna Holst, welche das Einverständnis zu den Ersatz-Noten belegen solle. Holst erklärte ihrerseits, nicht gewußt zu haben, daß die Benotung lediglich auf eine[r] derartige[n] Rekonstruktion beruhe.
freiewelt.net 3.6.2015

Würfeln muß ja nicht schlecht sein. Der jetzige Dalai Lama hat zugegeben, zum Finden seines wiedergeborenen Nachfolgers gewürfelt zu haben. Auch unsere Schreiberleichterungsreform wurde großenteils erwürfelt. Dem Ausnahme-Redakteur „josch“ gelingt es aber immer wieder, sie zu vermeiden. – Erfundene Noten kenne ich. Im Gymnasium habe ich, obwohl nie im Religionsunterricht gewesen, doch einmal dafür im Zeugnis eine schwache Drei bekommen.

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Sigmar Salzburg
29.05.2015 05.58
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DER GROSSE DIKTATWETTBEWERB

Wie man die deutsche Sprache hassen lernt

Unser Autor hat beim Journalistenteam des Diktatwettbewerbs mitgemacht – neben vielen Hundert Schülern. Nun ist er schlauer – und weiß, „warum Rechtschreibung keine Schlüsselkompetenz sein sollte.“


Zunächst mal wird es jetzt gefährlich: Bei einem Text über Rechtschreibung MUSS die Rechtschreibung stimmen bis ins letzte Detail. Wird nicht klappen, sage ich Ihnen gleich. 16 Fehler hatte ich am Dienstagabend beim großen Diktatwettbewerb gemacht. Herr D'Inka* von der FAZ* hatte nur sieben, wie ich gerade in der Zeitung lesen musste. Sieben! Wie ist das überhaupt möglich? Die Schüler, um die es ja eigentlich ging, kamen von verschiedenen Schulen aus Hessen und traten gegen Schüler aus Frankfurt, aus Osnabrück und aus Hamburg an. Das Projekt, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft ersonnen hat, ist auf einem guten Weg zu einer bundesweiten Veranstaltung.

Beim Diktat in der Aula des Goethe-Gymnasiums kommen jedenfalls unter anderem folgende Wörter vor: Chihuahua, Thuja-Hecken, Horsd'oeuvre. Letzteres Wort zeigt ganz schön den Irrsinn der deutschen Rechtschreibung oder dem, was Sprachexperten daraus gemacht haben. Die kalte Vorspeise wird in seinem Herkunftsland Frankreich nämlich so geschrieben: hors-d'oeuvre. Gut, keine ganz so schlimme Veränderung wie beim Büfett [buffet], aber es bleibt offen, warum so kleine Veränderungen ein ohnehin nicht einfaches Wort einfacher machen sollen. Anderes Feld, ähnlich schön: pleitegehen, aber: Bankrott machen. Nun ja. Die Schüler um mich herum haben übrigens fast alle so 30 bis 40 Fehler [trotz „Reform“]. Dabei sind sie des Deutschen durchaus mächtig, haben schon bei den Vorentscheiden zum großen Diktatwettbewerb mitgemacht.

Als Journalist tut es mir zwar weh, das zu schreiben, aber: Die Rechtschreibung wird überbewertet. Sofern man nicht in einem Beruf arbeitet, der viel mit Sprache zu tun hat, wird man auch ohne die hundertprozentig richtige Schreibweise durchkommen. All die Rechtschreibreformen haben die Unsicherheit gegenüber der Sprache nur erhöht...
Web: www.dergrossediktatwettbewerb.de
Nils Bremer

Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, seit 2004 beim Journal Frankfurt, seit 2010 Chefredakteur.


journal-frankfurt.de 6.5.2015

Korrektur: Irgendein Programm machte aus dem Titel „GROSSE“ das häßliche „GROßE“ zur Fehllesung „DER GROBE DIKTATWETTBEWERB“.

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Sigmar Salzburg
23.01.2015 10.07
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„Frankfurt schreibt“ deformiert

Zum vierten Mal veranstaltet die Stiftung Polytechnische Gesellschaft „Frankfurt schreibt – Der große Diktatwettbewerb“. Neben 37 Schulen aus Hessen nehmen auch Schulen aus Hamburg, Osnabrück und Bayern teil...

Für Karin Hechler, Leiterin der Schillerschule, ist Orthografie nicht nur für Bewerbungsschreiben wichtig, sondern drücke auch eine Brillanz und Lieber zur Sprache aus. Die zweimalige Rechtschreibreform habe für eine schlechte Laune gesorgt, die es zu überwinden gelte. „Für uns steht die Schönheit und Logik der Sprache im Vordergrund“, so Heckler...
journal-frankfurt.de 21.1.2015

… aber wohl nicht mehr lange. Nachdem „Kiez-Deutsch“ in Berlin zum Abitur zugelassen ist, wird neben der alten schönen Orthographie auch die Schönheit der deutschen Sprache im Abgrund versenkt.

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Sigmar Salzburg
17.08.2014 13.27
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Wolfgang Leonhard ist tot

[Noch einer der großen Alten dahingeschieden]

Wolfgang Leonhard war ein wichtiger Zeitzeuge der deutschen Geschichte. Bei Kriegsende sollte er im sowjetisch besetzten Deutschland einen neuen Staat mit aufbauen. Doch dann brach er mit dem Kommunismus und wurde dessen Gegner. Er starb im Alter von 93 Jahren...

Als Sowjet- und DDR-Experte war er publizistisch stets aktiv – und mit der eigenen Lebensgeschichte „Die Revolution entlässt [ß] ihre Kinder“ (1955) auch Bestsellerautor...

Die deutschen Kommunisten seien „die einzige politische Bewegung, in der ungefähr gleich viele Menschen von den Nazis und von den Stalin-Leuten in der Sowjetunion umgebracht wurden“...

Leonhards Hoffnung, nach dem Ende des Nationalsozialismus werde es in Deutschland eine „antifaschistisch-demokratische Republik“ und in der UdSSR ein freieres, toleranteres System geben, wurde enttäuscht. Stattdessen erlebte er aus allernächster Nähe, wie in der sowjetischen Besatzungszone (Ulbricht: „Es muss alles demokratisch aussehen“¹) tatsächlich ein stalinistisches System errichtet und die SPD mit der KPD zwangsvereinigt wurde ...

focus.de 17.8.2014

¹) Aktuell dazu hier

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