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Norbert Lindenthal
03.07.2008 10.11
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Bundestagswahl beruhe auf einem Wahlfehler

Die Welt 3. Juli 2008, 10:07 Uhr

Karlsruhe
Bundestagswahlrecht teils verfassungswidrig

Überraschendes Urteil aus Karlsruhe: Die Regelungen für die Sitzverteilung bei der Bundestagswahl sind laut Bundesverfassungsgericht teilweise verfassungswidrig. Die letzte Bundestagswahl beruht damit auf einem Wahlfehler. Doch das Wahlergebnis bleibt in Kraft.

Das Bundesverfassungsgericht hat Teile des Bundestagswahlrechts für verfassungswidrig erklärt. Die Vorschriften zum sogenannten negativen Stimmgewicht verletzten die Gleichheits-Grundsätze, urteilten die Richter in Karlsruhe. Obwohl die letzte Bundestagswahl damit auf einem Wahlfehler beruhe, werde der derzeitige Bundestag aber nicht aufgelöst. Der Gesetzgeber müsse jedoch bis Ende Juni 2011 Regelungen finden, mit denen dieses Paradox künftig vermieden werde (Az.: 2 BvC 1/07).

Durch das negative Stimmgewicht kann eine Partei mehr Mandate erhalten als ihr nach den Zweitstimmen zustehen. Umgekehrt kann auch eine Partei mit zu viel Zweitstimmen weniger Mandate bekommen. Der Grund dafür ist das Zusammenwirken von Direktmandaten und Zweitstimmen bei einer Bundestagswahl.

Bei der Dresdner Nachwahl, die wegen des Todes einer NPD-Direktkandidatin notwendig geworden war, musste die CDU unter 41.225 Zweitstimmen bleiben. Ein höherer Wählerzuspruch hätte in Sachsen selbst nichts gebracht, weil die Union dort bereits mehrere Überhangmandate gewonnen hatte, aber zugleich wegen der bundesweiten Verrechnung zu einem Mandatsverlust geführt. Mit entsprechender Wähleraufklärung konnte die CDU ihr Ergebnis in Sachsen unter diese Grenze drücken.

Gegen diese Praktiken hatten zwei Wähler geklagt. Mit dem verkündeten Urteil hat erstmals in der Geschichte des Bundesverfassungsgerichts eine Wahlprüfungsbeschwerde von Bürgern Erfolg.

Nach den Worten des Zweiten Senats führt die Klausel zu „willkürlichen Ergebnissen und lässt den demokratischen Wettbewerb um Zustimmung widersinnig erscheinen“. Dabei handele es sich nicht etwa um eine seltene Ausnahme. Der Effekt wirke sich regelmäßig auf das Wahlergebnis aus, sobald Überhangmandate entstünden – also wenn eine Partei in einem Land mehr Direkt- als Listenmandate gewinnt.

Dieser Artikel hat zunächst nichts mit Rechtschreibung zu tun, lenkt aber einmal Licht darauf, daß sich Parteien nicht gleich wie nach dem Verständnis für Volksentscheide einrichten. Mit Volksentscheid hat Rechtschreibung sehr viel zu tun. – Norbert Lindenthal
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Norbert Lindenthal

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Detlef Lindenthal
01.08.2007 17.13
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http://www.welt.de/politik/article1069858/Ein_Wirrwarr_wie_im_19._Jahrhundert.html?page=3
>>31. Juli 2007, 17:34 Uhr
Von Dankwart Guratzsch
Rechtschreibreform
„Ein Wirrwarr wie im 19. Jahrhundert“
Die neuen Schreibweisen der Reform sind ab morgen in ganz Deutschland verbindlich, selbst für Nachrichtenagenturen. Von einer einheitlichen Regelung kann aber trotzdem keine Rede sein: Schweizer verglichen die Reform schon mit den Zuständen vor über 100 Jahren.

Bild: Dudenreklame; Bildunterschrift: Die letzte Übergangsfrist ist vorbei, nun muss in der neuen Rechtschreibung geschrieben werden
Nach einem Jahr „Pause“ in Sachen Rechtschreibreform werden Schüler, Lehrer, Ämter und Zeitungsleser von heute an erneut mit „neuen“ oder „neu verbindlichen“ Schreibweisen konfrontiert. Der Grund ist ein doppelter: Einmal vollzieht der von den Kultusministern ins Leben gerufene Rechtschreibrat unter Vorsitz des früheren bayerischen Kultusministers Hans Zehetmair (CSU) den offiziell zunächst „letzten“ Schritt der Rechtschreibreform. Gleichzeitig führen die Nachrichtenagenturen vereinheitlichte Schreibweisen ein, die ihrerseits aber keineswegs den Schreibweisen an den Schulen entsprechen müssen.

Was ändert sich, und was ist verbindlich? Die Deutsche Presseagentur hat zum Stichtag eine Wörterliste veröffentlicht, in der künftige verbindliche Neuschreibungen aufgelistet werden. „Eislaufen“ muss nun wieder klein und zusammengeschrieben werden, „leidtun“ – anders als früher – ebenfalls. Für andere Verbindungen wie „näher kommen“, „kennenlernen“, „warmmachen“, „richtigstellen“ oder „schwerkrank“ ist Zusammen- oder Getrenntschreibung freigestellt, „Rad fahren“ darf nur noch groß und getrennt geschrieben werden. „Bis auf weiteres“ und „sich zu eigen machen“ sind wieder verbindlich kleinzuschreiben, der „Blaue Brief“ und die „Rote Karte“ kommen – je nach Bedeutung – wie einst in großer und kleiner Schreibweise vor.

Auch diesmal ist es nicht durchgreifend gelungen, die unterschiedlichen Schreibweisen mit Bedeutungsgehalten zu verbinden. Nach „offizieller“ Rechtschreibung und damit auch an den Schulen wird von heute an ein zusammengeschriebenes „wieviel“, „zuviel“ oder „jedesmal“ als Fehler angestrichen. Wer in Analogie zur nun allein offiziell zugelassenen Schreibung „jedes Mal“ allerdings auch „dies Mal“ oder „jeder Zeit“ schreibt, macht ebenfalls einen Fehler.

Bei „Schiff-Fahrt“ taucht plötzlich als neue Variante ein Bindestrich auf, bei Fremdwörtern bleiben kuriose Neuschreibungen wie „Ketschup“ oder „Grafologe“ gestattet.

Auch die Nachrichtenagenturen haben mit der Reform zu kämpfen

Dieselbe Uneinheitlichkeit begegnet einem auch in der von heute an eingeführten Rechtschreibung der Nachrichtenagenturen. Mit ihr sollten Widersprüche zwischen den Wörterbüchern Duden und Wahrig beseitigt werden. Wie die Forschungsgruppe Deutsche Sprache moniert, ist dies aber keineswegs gelungen. „Vielmehr bieten sie eine inkonsistente Mischorthografie an, in der es zwar ,hartgekocht‘, aber ,gar gekocht‘, zwar ,nass geschwitzt‘, aber ,rotgeweint‘ heißen soll: eine Orthografie also, die unerlernbar und nicht nur für die Zwecke der Printmedien unbrauchbar ist“, kritisiert das Gremium, dem Sprachwissenschaftler wie Theodor Ickler und Christian Stetter sowie die Schriftsteller Walter Kempowski, Sten Nadolny und Adolf Muschg angehören.
Heftige Kritik an den Endergebnissen der Rechtschreibreform kommt auch von der Schweizer Orthographischen Konferenz (SOK). Nach ihrer Meinung habe der Rat für deutsche Rechtschreibung ein Regelwerk vorgelegt, „das bloss (Schweizer Schreibweise) ein politischer Kompromiss, aber keine Grundlage für eine sprachrichtige und einheitliche Rechtschreibung ist“. Dadurch herrsche heute in Kernbereichen der Rechtschreibung ein „Wirrwarr, wie wir ihn zuletzt im 19. Jahrhundert hatten“.
Die SOK empfiehlt daher „ohne weiteres“, „des weiteren“ (nicht: ohne Weiteres, des Weiteren) und „der eine“, „der erstere“ (nicht: der Eine, der Erstere) zu schreiben. Und sie will nicht gelten lassen, das längst übliche Wort „jedesmal“ durch „jedes Mal“ zu ersetzen. Generell solle mit „grossen Buchstaben“ (Schweizer Schreibweise) „sparsam“ umgegangen werden.

Für Deutschland hat Hans Zehetmair angekündigt, dass sich die neuen Schreibweisen entsprechend dem Schriftgebrauch weiter verändern würden. Dafür will der 40-köpfige Rechtschreibrat unter seiner Führung sorgen. Ob das auch zur (weiteren) Rückkorrektur neu eingeführter Schreibweisen führen kann, hat er nicht gesagt.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gelten die neuen Schreibregeln auch weiterhin nur für Schulen und Behörden. Im Alltagsschreibgebrauch kann jeder Bürger auch künftig die ihm sympathischste Rechtschreibung wählen. Die Mehrheit der prominenten Schriftsteller – an der Spitze Günter Grass – hat dieses Recht für sich ausdrücklich in Anspruch genommen und veröffentlicht die eigenen Werke nach wie vor in herkömmlicher Rechtschreibung. <<

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Nun, Herr Guratzsch, was ist das für ein Gefühl, wenn dem von Ihnen sorgfältig rechtgeschriebenen Aufsatz anschließend von einem sich für Geld hergebenden Mietling oder, schlimmer noch, von einem M$-Automaten mittels ss-Schreibung das Mindestmaß von Herdengeruch angeimpft wird?

Schreiben Sie bei uns! Wir verhunzen Ihre Rechtschreibung nicht.
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Detlef Lindenthal

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Norbert Lindenthal
20.06.2007 18.50
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Für die Eröffnungsrede des Festivals „Die Macht der Sprache“

„Die Welt“ 2007-06-14


Andrei Plesu:
Deutsche, bekennt Euch zu Eurer Sprache!

Für die Eröffnungsrede des Festivals „Die Macht der Sprache“ haben sich die Organisatoren Andrei Plesu ausgesucht. Der frühere rumänische Kultur- und Außenminister erklärt, warum die Welt erwartet, daß Deutsche deutsch reden.

Der rumänische Kunsthistoriker und Religionsphilosoph Andrei Plesu fordert die Deutschen zu neuem linguistischen Selbstbewußtsein auf.

Die folgende Rede, die WELT ONLINE in Auszügen veröffentlicht, hielt Andrei Plesu am Donnerstag im Deutschen Bundestag. Das Goethe-Institut, der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und andere Institutionen wollen mit der zweitägigen Veranstaltung „Die Macht der Sprache“ die Bedeutung der Sprache in einer globalisierten Welt erörtern und ein breites Publikum anregen, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen:

Friedrich II. von Hohenstaufen soll – von dem Wunsch beseelt, die „Ursprache“ der Menschheit auf experimentelle Weise wiederzufinden – befohlen haben, zwei Neugeborene von jeglichem sprachlichen Stimulus und von jedem Kontakt zum menschlichen Sprachbereich zu isolieren. Die beiden Kinder wurden folglich zwar ausgezeichnet gepflegt, doch niemand richtete ein Wort an sie und niemand sprach in ihrer Umgebung. Die beiden „Subjekte“, so hoffte der Kaiser, würden – angetrieben durch das angeborene Bedürfnis nach Kommunikation und ohne jedes äußere linguistische Modell – spontan beginnen, sich in der Ursprache der Zeit vor dem Turm zu Babel zu unterhalten.

Doch trotz genauestens überprüfter guter körperlicher Verfassung und einer echt prinzenhaften physiologischen Versorgung verstarben die beiden Kinder nach nur wenigen Jahren, verloren in einem Abgrund der Stummheit. Friedrich II. hat folglich nichts über die Ursprache in Erfahrung bringen können. Doch er erfuhr – zu einem Preis, den nur Kaiser zahlen können – etwas viel Wichtigeres: Daß das Sprechen kein Anhang des Menschlichen ist, kein nebensächliches Teil in seinem biologischen und sozialen Haushalt. Das Sprechen ist für den Menschen eine Realität desselben Ranges wie Nahrung und Luft – und es ist als solches lebensnotwendig.

Kein „Leben ohne Wort“
Beim Sprechen geht es nicht um eine einfache „Kommunikations“-Übung, wie ein beachtlicher Teil der modernen Linguistik geneigt ist anzunehmen. Sprechen bedeutet, deinen Gesprächspartner aufzubauen oder zu vergiften. Das Wort ist kein Nebenphänomen des Lebens und der Intelligenz. Im Gegenteil – es ist die Quelle der beiden, ihr Lebensrhythmus, kurz, ihr Atem. Zwischen dem Hauch des Geistes, der Beseelung des Lebens und dem Geist des Wortes herrscht folglich eine völlige Übereinstimmung. Lebendig sein und der Sprache mächtig sein, sind zwei simultane Wirkungen derselben Ursache. Auf menschlicher Ebene gibt es kein „Leben ohne Wort“ und kein „Wort ohne Leben“. ...

Die Macht des Wortes ist umfassender als sein linguistischer Wert – sie ist trans-linguistisch. Das Wort ist nicht nur signifikant, sondern auch erbaulich und stärkend. Es kann das Unkommunizierbare kommunizieren, eine Tatsache, die von der Forschung eher selten berücksichtigt wird, aber von den Schriftstellern aller Zeiten als eine Offenkundigkeit. ...

Sprache, ein Schleier vor unseren Gedanken
Die Macht des Wortes stützt sich auf zwei entscheidende Annahmen:

1. Das Wort ist nicht einfach ein Werkzeug des Menschen, sondern es ist Teil seines Wesens, und

2. Es hat ein weitaus umfassenderes Aktionsfeld als das der einfachen Kommunikation. „Wir können die Wörter benützen“, schreibt George Steiner, „um zu beten, zu segnen, zu heilen, zu töten, zu verstümmeln und zu foltern. Der Mensch schafft – und zerstört – durch Vermittlung der Sprache. ... Die autonome Macht des menschlichen Sprechens hat keinerlei Grenze“.

Wir sprechen demnach nicht nur, um unsere Gedanken auszudrücken. Wir sprechen oft – so wie Talleyrand dies formulierte –, um unsere Gedanken zu verbergen. Kierkegaard ging noch weiter: Wir sprechen oft, um die Tatsache zu verbergen, daß wir nicht denken. Wenn Sprache und Sprechen eine solche Macht haben, dann haben jene, die sie benützen, eine enorme Verantwortung. Kurz vor seinem Tod sagte Sokrates zu seinem Freund Kriton: „Das schlechte Verwenden der Wörter ist nicht bloß ein Sprachfehler, sondern eine Art und Weise, den Seelen Böses anzutun.“ ...

Konfuzius: Die Dinge beim Namen nennen
Der Anspruch auf eine gute Verwendung der Sprache richtet sich vor allem an die Menschen und Institutionen, für die das Sprechen ein Beruf ist: an die Presse in allen ihren Varianten, die Schule auf all ihren Ebenen, an die Schriftsteller und Politiker. Aus dieser Ecke werden gültige und taugliche Kriterien für einen Lebensstil und ein menschenwürdiges Zusammenleben erwartet. Der Parlamentarier, der eine Rede hält, übermittelt nicht nur eine politische Botschaft, konterkariert nicht nur die Meinung eines Gegners – er bietet seiner Zuhörerschaft eine „manière d'être“ an, ein gewisses Verhaltens-Design, ein globales Gefühl der öffentlichen Ordnung und Werte.

„Was würdest du als erstes tun, wenn man dich mit den Regierungsgeschäften beauftragen würde?“, wurde einmal Konfuzius gefragt. Die Antwort lautete folgendermaßen: „Das Wesentliche ist, die Dinge korrekt zu benennen. Wenn die Bezeichnungen nicht korrekt sind, passen die Wörter nicht mehr. Wenn die Wörter nicht mehr passen, gehen die Staatsgeschäfte schlecht. Wenn die Staatsgeschäfte schlecht gehen, können auch Rituale und Musik nicht gedeihen. Wenn Rituale und Musik nicht gedeihen können, sind Urteile und Strafen nicht länger gerecht. Wenn Urteile nicht mehr gerecht sind, weiß das Volk nicht mehr, wie es sich verhalten soll. ...

Warum totalitäre Systeme der Sprache schaden
Die Tugenden und die ausstrahlende Macht der Sprache haben jedoch auch eine Kehrseite der Medaille, und diese resultiert aus rhetorischem Mißbrauch, ideologischer Mißbildung, lexikaler Armut, grammatikalischem Primitivismus, schlechtem Geschmack und Falschheit. Es gibt Phänomene der Vergewaltigung der Sprache, der Amputierung ihrer Energie oder der abweichenden, manipulierenden Verwendung ihrer Ressourcen. Mit anderen Worten, der Sprache bleiben manchmal – öfter sogar, als uns lieb ist – Episoden der Machtlosigkeit, der Ohnmacht oder des Deliriums nicht erspart. ...Wir sprechen über brain-washing, Manipulation und psychischen Terror. Für jemand, der wie ich aus dem europäischen Osten kommt, heißt all dies „hölzerne Sprache“. ...Die hölzerne Sprache ist ein Gemisch aus Armut und Redseligkeit.

Eine Statistik belegt, daß die Sprache der sowjetischen Presse, die zur Erziehung des „neuen Menschen“ berufen war, nur 1500 von insgesamt 220.000 im Wörterbuch der russischen Sprache verzeichneten Wörtern verwendete. ...Wir finden äquivalente Mißbildungen im Nazi-Diskurs, im kommunistischen Diskurs und, bis zu einem Punkt, in einer gewissen Demagogie der Französischen Revolution. Es gibt eine Holzsprache des Maoismus, eine der westeuropäischen intellektuellen Linken und eine der rechtsextremen Xenophobien. Mit dem von den beiden großen Totalitarismen des vergangenen Jahrhunderts hervorgerufenen linguistischen Desaster läßt sich sicherlich nichts vergleichen. Es schadet aber nicht, besondere Vorsicht walten zu lassen bei den bereits „holzigen“ Komponenten des EU-Diskurses (Integration, Triumphalismus, Anti-Amerikanismus), des „liberalen Fundamentalismus“ – wie John Gray ihn nennt – der Säkularisation, des missionarischen amerikanischen Ethizismus, des Ökologismus, des Macho-Konservatismus und der Homo-Emanzipation.

Eine Inflation der Wörter
Durch die eigennützige Ausbeutung der Sprache kann jede Idee zu einem anämischen Schema, zum voraussehbaren Kunstgriff eines Dogmas reduziert werden. Jeder Sprecher ist ein potenzieller Manipulator seines Gesprächpartners. Jeder Diskurs ist ein Akt der Verführung – mit all den Risiken, die solch ein Akt voraussetzt. Und das vor allem in einer Epoche, in der Gott allem Anschein nach als Einziger das Schweigen gewählt hat. Es gibt mehrere Modalitäten, wie man durch und über die Sprache erkranken kann. So wie es mehrere Wege gibt, sich durch die Sprache zu retten. Für eine umfassende Inventur der klinischen Symptome und heilenden Rezepturen reicht die Zeit nicht aus. Ich beschränke mich auf drei zeitgenössische Disfunktionen. ...

I. Wir leiden auf planetarischer Ebene an einer Inflation der Wörter. Es wird enorm viel geredet. Zu Vorträgen, Konferenzen und über das Fernsehen übertragenen Debatten kommt heute das gesamte Arsenal der neuesten Technologien hinzu: Internet und Mobilfunk in erster Reihe. Weil man von überall mit jedermann sprechen kann, tut man das auch. ....Die verbale Askese, die restaurierende Disziplin des Schweigens, der hygienische.Rückzug aus dem inkontinenten Fluß des alltäglichen Geschwätzes könnte uns möglicherweise helfen, die ursprüngliche Frische des Ausdrucks, den wahren Wert eines jeden gesprochenen Wortes wiederzufinden. ...

Fremde Zungen entzweien die Menschen
II. Eine zweite Bedrohung unserer zeitgenössischen Welt ist – so seltsam es scheinen mag – der Monolinguismus, die provinzielle Einkapselung im eigenen Idiom, die Verweigerung der linguistischen Andersartigkeit. Es ist das, was ich als das Erbe des Turms zu Babel bezeichnen würde. Statt zu vereinen, entzweit die Sprache. ... Eine Stadt – wo sie auch liegen mag –, in der sich der Sprecher von zwei, drei Weltsprachen mit niemand verständigen kann – es sei denn durch Zeichen – ist zu diesem Zeitpunkt der Geschichte eine tote Stadt. Solche Städte gibt es, manche gar im Herzen von Europa. ...

III. Die letzte Gefahr aber, über die ich zu Ihnen sprechen möchte, besteht eben in einer möglichen Fehlentwicklung des Plurilinguismus: die Vernachlässigung und Minimalisierung der eigenen Sprache und – extrem – ihre Verachtung. Bei Punkt zwei hatte ich vor dem Risiko gewarnt, nur in der eigenen Sprache zu sprechen. Jetzt möchte ich das Risiko verdeutlichen, das in der Minimalisierung oder sogar Aufgabe der Sprache liegt, in die man geboren wurde. ... Im Namen ihrer Einzigartigkeit haben wir alle die Pflicht, uns mit größtmöglicher Sorgfalt um unsere eigene Sprache zu kümmern. Wir haben die Pflicht, sie zu erhalten, ohne sie verknöchern zu lassen, sie zu erneuern, ohne sie zu entstellen, und dafür zu sorgen, daß sie bei dem Auftritt vor aller Welt in ihrer optimalen Version erklingt. Auf Ihnen, meine Damen und Herren, lastet die große Verantwortung der Pflege der deutschen Sprache.

Wenn Sprache zum Himmel führt
Ich möchte Sie ermutigen, den Klang der deutschen Sprache ins Rampenlicht zu rücken, so oft das nur möglich ist. Ich weiß, das ist nicht einfach. Ich weiß, daß ein historisch bedingter Komplex Sie Zurückhaltung üben läßt gegenüber jeglicher politischer oder kultureller Verwertung des „nationalen Spezifikums“. ... Ein Kirchenvater wie Origines schrieb die Geburt der Sprachen den Engeln zu. Da jedes Volk einen bestimmten Schutzengel hat, kann angenommen werden, daß eben dieser Engel auch der Schutzpatron seines Sprechens ist, jener also, der den lokalen Sprachen „Form“ verleiht. Eine Sprache sprechen wäre demnach – aus dem Blickwinkel dieser Hypothese – das Gleiche wie das Vermitteln zwischen deiner Welt und der Welt der anderen, so wie der Engel zwischen der Welt der Menschen und der Welt Gottes vermittelt.

Die nationalen Sprachen sind unser Teil des Himmels. Wir haben die Pflicht, sie allen zur Verfügung zu stellen ... Mir bleibt jetzt nichts anderes mehr übrig, als Sie zu warnen, daß jedes Mal, wenn Sie Scheu oder „political correctness“-Skrupel dazu bewegen, nicht Deutsch zu sprechen, Ihr Teil des Himmels unerforscht bleibt und Ihr Engel melancholisch wird.

Der Autor dieses Textes Andrei Gabriel Plesu wurde 1948 in Bukarest geboren. Er studierte Kunstgeschichte und Philosophie, war Lizentiat für Geschichte und Theorie der Kunst, bevor er als Professor an der Universität Bukarest Kunstgeschichte und Religionsphilosophie lehrte. In der Ceausescu-Ära politisch verfolgt, gründete er nach der Wende in Bukarest das „New Europe College“ sowie die Zeitschrift „Dilemma“.
Von 1990 bis 1991 war er der Kultur- und von 1997 bis 1999 der Außenminister Rumäniens.

Übersetzung: Malte Kessler

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Sigmar Salzburg
01.04.2007 17.04
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Kein Aprilscherz

WELT-Meisterschaftsrunde ss gegen ß
am 1. April 2007

Pauli und das sündige Auge des Betrachters

[Hier ein Ausschnitt aus der aufregendsten Spielphase:]
...
Die moralinsaure Kritik einer Ingrid Heckner (CSU-Landtagsabgeordnete), Pauli solle „von ihrem Egotrip herunterkommen“ wirken dagegen einigermaßen abgeschmackt. Dass ein ausgeprägtes Ego in der Politik das Überleben sichert, ist hinlänglich bekannt. Auch daß Politiker mit ihrer Person ein ganzes Lifestyle-Paket vermarkten, ist wahrlich nichts Neues.
...

Das Spiel wurde beim Stand 6 : 5 für die „neuen“ ss abgebrochen.

http://www.welt.de/politik/article788183/Pauli_und_das_suendige_Auge_des_Betrachters.html

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Sigmar Salzburg

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Norbert Lindenthal
24.03.2007 19.14
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freue ich mich über sachdienliche Hinweise

Welt Freitag, 23. März 2007 | aktualisiert: 21:42 Uhr

In eigener Sache

Deutsche Sprache, schwere Sprache
Entweder mir sind ein paar nicht unwesentliche Details der letzten Rechtschreibreform entgangen, oder der nunmehr fast zweijährige Auslandsaufenthalt fordert Tribut. Oder beides. Jedenfalls stoße ich beim Schreiben in diesem Blog häufig auf Wörter, Formulierungen oder Satzstellungen, bei denen ich mir völlig im unklaren (Unklaren?) darüber bin, wie die korrekte Schreibweise lautet.
Um dem zu begegnen, habe ich beschlossen, mir einen Duden zu besorgen.
Die Frage ist nun:
Reicht mir die 22. Auflage (2000) oder 23. Auflage (2004), die beide bei einem der hiesigen Online-Buchhändler vorrätig zu sein scheinen? Oder soll es die 24. und aktuellste Auflage (2006) sein? Eine Buchlieferung aus Deutschland könnte ein paar Wochen dauern. Vielleicht also besser gleich die elektronische Version?
Falls unter den werten Lesern ein paar Philologen oder sonstige Sprachexperten sein sollten, freue ich mich über sachdienliche Hinweise in den Kommentaren. Vielen Dank!

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bitte über den Verweis oben zum Kommentarformular klicken und bei der Welt einen Volksentscheidsrat abgeben …
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Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
11.03.2007 23.49
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Duden 2006

...fache (z.B. Vierfache, das; -n [mit Ziffer 4fache od. 4-Fache ↑K66])

( Zur wirkungsvolleren Volksverdummung ist das „4-Fache“ als Empfehlung gelb unterlegt)
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Sigmar Salzburg

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Detlef Lindenthal
11.03.2007 20.19
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Das einzig Beständige ist der Wandel


Sigmar Salzbzurg schrieb:
Die Nachfrage nach Ruhigstellern ist ums 120-Fache gestiegen.
Dumm, aber vorschriftsmäßig.

Zwar weiß ich die Zeit des kommenden Nordsee-Morgenhochwassers (ungefähr 6 Uhr), aber leider weiß ich den ganz allerneuesten Stand der „Reform“schreibung nicht, weil mir der Duden-Verlag keine kostenlosen Werbeexemplare mehr sendet (vielleicht muß ich ihm einen freundlichen Brief schreiben ...).

Nach dem „Reform“-Duden vom August 2004 (23., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage) ebenso wie nach der 22. und 21. Auflage jedenfalls muß es „ums 120fache“ heißen, und 120-Fache ist eindeutig falsch, also nicht vorschriftsmäßig.

Einst fragte ich Herrn Klaus Heller, ob es nicht unsystematisch und unlernbar sei, wenn es in seiner „Reform“schreibung „120-mal“, aber „120fach“ hieße, und er verteidigte die Notwendigkeit dieser Unterscheidung aufs heftigste.
– Möglich, daß in der „Reform“reform die Schreibung 120-fach zusätzlich „erlaubt“ wird, aber vorgeschrieben ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.


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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
09.03.2007 06.26
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Die WELT online 8.3.07

Sie sind der Schrecken von Eltern und Lehrern: Kinder, deren aggressiver Bewegungsdrang nicht mehr zu kontrollieren ist. Inzwischen schlucken aber sogar Erwachsene Arzneien gegen ADHS. Die Nachfrage nach Ruhigstellern ist ums 120-Fache gestiegen.

Dumm, aber vorschriftsmäßig.
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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
27.01.2007 08.02
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Die Welt online v. 27.01.2007

Wilhelm II. war der erste moderne Deutsche
Der letzte deutsche Kaiser zog zeitlebens viel Spott auf sich. Nach seiner Abdankung war er plötzlich an allem Unheil Schuld.


Rauh ohne „h“ ist flau:

Norman Mailer: „Sex-Szenen müssen rau sein“
Der amerikanische Schriftsteller hat ein Buch über die Kindheit Adolf Hitlers geschrieben. Sein Vater sei von Sexualität besessen gewesen, erzählt der 84-Jährige im Interview….
Mailer: … Für mich war das die Sorte Sex-Szene, die ich für wahrscheinlich hielt. Es ist die raueste im Roman.


Dazu Elmar Krekeler in der gleichen Welt-online:

Der US-Schriftsteller Norman Mailer glaubt an den Teufel. Außerdem ist er der Meinung, dass Täter deswegen zu Tätern werden, weil sie eine schwere Jugend hatten. Das erinnert an Dani Levys Führer-Film, wonach Klein-Adolf einfach zu heiß gebadet wurde. Nur ist der Film Satire – und Mailer meint seinen Mist todernst.

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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
24.01.2007 06.31
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Nicht erst seit gestern, seit Langem

Der Klimawandel nimmt auch alten Volksliedern ihre Bedeutung: Die viel besungenen Frühlingsboten Amsel, Drossel, Fink und Star sind schon seit Langem keine echten Zugvögel mehr, wie der Frankfurter Zoologe Wolfgang Wiltschko am Dienstag sagte.

Die Welt online 24.01.2007

(Die Springer-Presse folgt den Dumm-Duden-Empfehlungen)

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Sigmar Salzburg
01.12.2006 07.04
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Dass – aus Unterwerfungseifer

Osloer Stadtparlament stoppt Denkmal für König Olav

Die norwegische Hauptstadt Oslo verzichtet nun doch auf ein vor sechs Jahren in Auftrag gegebenes Denkmal für den beliebten König Olav V. Der Präsident des Stadtparlaments, Per Ditlev-Simonsen, sprach von einer „extrem schwierigen Entscheidung“. Der in Italien lebende norwegische Bildhauer Knut Steen (82) hatte sich gegen den Vorwurf wehren müssen, sein Denkmal erinnere allzu sehr an den italienischen Diktator Benito Mussolini (1883-1945). Die 7,5 Meter große Granitstatue hätte vor dem Rathaus errichtet werden sollen. Als besonders unglücklich empfanden die Auftraggeber, dass der 1991 gestorbene König auf dem Standbild seinen rechten Arm wie beim Gruß der italienischen Faschisten hebt, eine operettenhafte Uniform trägt und sein Kinn selbstbewusst nach vorne reckt. Steen, der in der Nähe von Carrara lebt, hat damit gedroht, dass Denkmal in Italien zu begraben. Steen wurde nach eigenen Angaben durch ein altes Foto, das den König in Gala-Uniform zeigt, zu dem Denkmal inspiriert.

WELT.de/dpa, Artikel erschienen am 29.11.2006


[Ein herkömmliches „daß“ wird schon mal vergessen, die neuen „dass“ aber werden eher häufiger eingesetzt – nach der demnächst unvermeidlichen Regel: „Bei betontem relativem Anschluss darf auch "dass" geschrieben werden“.]
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Sigmar Salzburg

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Detlef Lindenthal
01.12.2006 00.25
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WELT-D.’deutsch – mit ß wäre das nicht geschehen

In Berlin und einigen Außenstellen haben einige wenige MfS-Mitarbeiter den Vertretern der Demokratiebewegung geholfen, dass MfS-System zu erkennen.

http://welt.de/data/2006/12/01/1129821.html
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Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
21.11.2006 03.32
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DIE WELT 21.11.2006

Der Schatz der Deutschen

Nicht nur Migranten, auch viele Einheimische beherrschen das Deutsche nicht. Aber nur wer virtuos Worte findet, kann die Welt begreifen, meint der Präsident der Akademie für Deutsche Sprache und Dichtung, Klaus Reichert.


Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass in deutschen Schulen deutsch gesprochen wird. Ist es aber nicht. Sonst hätte die Entscheidung der Herbert-Hoover-Schule in Berlin-Wedding, deutsch nicht nur im Unterricht, sondern auch auf dem Pausenhof und den Gängen zu sprechen, nicht solches Aufsehen erregt. Der Hintergrund dieses Schrittes war das nicht zu bändigende Aggressionspozential in einer zu 80 Prozent von Migrantenjugendlichen besuchten Schule, die sich untereinander nicht verständigen konnten außer mit den Fäusten. Für diesen mutigen Schritt wurde der Schule der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung zugesprochen.

Die deutsche Sprache hat Integrationskraft, ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner. Der allerdings scheint schwerzufallen. Um damit zu beginnen: Zwei Bundesländer weigern sich, die missglückte Rechtschreibreform zu korrigieren. Zweitens: Die Universitäten sind stolz, einen weiteren Studiengang in den Natur- und Wirtschaftswissenschaften nur auf Englisch anbieten zu können. Die Schulen wiederum, drittens, sind stolz, schon den Erstklässlern PCs hinstellen zu können; richtig schreiben zu lernen brauchen sie dann auch nicht mehr, weil es ja Korrekturprogramme gibt. Die evangelischen Kirchen, viertens, haben ihr großes sprachliches Erbe ohne Not verspielt, die Lutherbibel und das Kirchenlied. Stattdessen werden selbst gebastelte Lieder zur Klampfe gesungen. Und, fünftens, die Familien: In einer neueren Umfrage war zu lesen, dass Paare im Durchschnitt 5,5 Minuten pro Tag miteinander reden, Eltern mit ihren Kindern 7,5 Minuten. Das werden dann Sätze sein wie „Trag den Müll runter“ oder „Das Essen steht im Kühlschrank“.

Die Folge dieser Verkümmerungen und Eliminierungen ist eine fortschreitende Sprachinkompetenz. So berechtigt es ist, von Migranten nicht nur die Kenntnis, nein, die Beherrschung der Landessprache zu verlangen, so berechtigt ist es, sie den Deutschen selbst abzuverlangen. Kinder, Jugendliche, Studierende, Erwachsene beherrschen die eigene Sprache nicht mehr. 80 Prozent der neu eingeschulten Kinder können keinen einzigen vollständigen Satz bilden; die Hauptarbeit beim Korrigieren studentischer Hausarbeiten besteht im Korrigieren ihrer Sprache. Die Sprache des Alltags ist auf Rudimente heruntergefahren. Der Konjunktiv ist fast ausgestorben, die Imperfektformen werden nicht mehr gewusst, mit den Flexionsformen hapert es, von Nebensatzgefügen ganz zu schweigen.

Die zu beobachtenden Sprachdefizite sind nicht nur Sprachdefizite. Wer nicht wenigstens eine Sprache richtig beherrscht, kann auch nicht richtig denken. Denken und Sprache gehören zusammen wie die zwei Seiten eines Blattes Papier. Herder sprach vom Geist der Sprache. „Kommt, reden wir zusammen“, beginnt ein Gedicht von Gottfried Benn, „wer redet, ist nicht tot,/ es züngeln doch die Flammen/ schon sehr um unsere Not.“

Sprache ist sehr viel mehr als Kommunikation. Sprache ist das wichtigste Instrument zur Wahrnehmung der Welt. Was ich von meinen Wahrnehmungen über die fünf Sinne nicht in Sprache fassen kann, das habe ich nicht wirklich gesehen, gehört oder gespürt, das habe ich nicht wirklich wahrgenommen, nicht verstanden. Je besser ich den Umgang mit dem Instrumentarium meiner Sprache erlerne, es beherrsche und dann benutzen kann, desto besser verstehe ich andere und mich selbst, desto besser finde ich mich in der Welt zurecht. Sprachlos wissen wir nicht, was wir tun.
Welcher Weg führt zur Sprache? Ich glaube, es geht nur über die Literatur, die große deutsche Literatur. Man darf die Heranwachsenden nicht unterfordern, man muss sie überfordern; das sind wir ihnen schuldig. Für jede Altersstufe gibt es herrliche Gedichte, mit denen sich, ich schwöre es, die Herzen der Kinder und Jugendlichen entzünden lassen. Das beginnt mit den Kinderliedern, dann vielleicht Matthias Claudius, etwas später Eichendorff, Heine, Goethe, noch etwas später die Balladen, also noch einmal Goethe, Schiller, Uhland, Fontane. Das eine oder andere Wort muss man vielleicht erklären, manche Wendung bleibt vielleicht unverstanden, rätselhaft und verwunderlich, aber das macht nichts; Gedichte zu lesen und, bitte, auch wieder auswendig zu lernen könnte ein Gegenprogramm sein zu den Verkümmerungen des Alltags und der benutzten, vernutzten, verfüllten Sprache.

Warum sollten die Schulen nicht, anstatt angeblich vorzubereiten auf eine „Realität“, deren Perspektiven sich permanent ändern, gegensteuern, indem sie lehren, dass es etwas ganz anderes gibt, das den Jugendlichen gewissermaßen von Haus aus gehört, wenn man ihnen denn zeigte, wo der Schatz liegt und wie er zu bergen wäre. Dieses Gegenprogramm ist die Literatur, und es sind Kunst und Musik, beides vernachlässigte Fächer, obwohl zum Beispiel von der Musik inzwischen bekannt ist, wie wichtig sie für die Ausbildung der Feinmotorik und zum Erlernen kognitiver Prozesse ist.

Die Sprache ist der einzige Besitz, der uns nicht genommen werden kann. Paul Celan hat einmal, als er von den Jahren der Vernichtung sprach, gesagt: „Erreichbar, nah und unverloren blieb inmitten der Verluste dies eine: die Sprache. Sie, die Sprache, blieb unverloren, ja, trotz allem.“ Ich sage hier immer die Sprache und meine die deutsche.

Wer aber eine andere Sprache lernt, dem wächst eine andere Welt zu, er wird reicher und nicht nur das: Er sieht auch die eigene Sprache mit anderen Augen, weil das, was er für selbstverständlich hielt, sich auf einmal nur als eine Möglichkeit unter vielen, die Welt zu sehen, herausstellt. Es ist recht und billig, von Migranten und zumal von solchen Menschen ausländischer Herkunft, die schon seit zwei oder drei Generationen hier leben, die Beherrschung des Deutschen zu verlangen. Man sollte ihnen aber auch nahelegen, die Sprache ihrer Herkunft nicht nur für den Hausgebrauch beizubehalten, sondern sie zu pflegen und sich ihrer Weltausschnitte zu versichern. Denn Doppelsprachigkeit bedeutet immer eine Kompetenzerhöhung beider Sprachen.

Der Autor ist Präsident der Akademie für Deutsche Sprache und Dichtung in Darmstadt

Artikel erschienen am 21.11.2006


Anmerkung: Klaus Reichert hat das politische Reformtheater anscheinend nicht so recht verstanden. Die genannten zwei Bundesländer, Nordrhein-Westfalen und Bayern, haben sich nicht geweigert, die „Reform“ zu korrigieren, sondern sie wollten abwarten, bis die Korrektur durch den „Rat für deutsche Rechtschreibung“ abgeschlossen wäre. Deshalb haben sie die teilweise Inkraftsetzung der „Reform“ von 2005, mit der die übrigen Kultusminister hofften, einige Festlegungen unkorrigierbar zu machen, nicht vollzogen, sondern die traditionelle Rechtschreibung weiterhin nicht als Fehler anrechnen lassen. Inzwischen sind die beiden abtrünnigen Länder wieder in die Gemeinschaft der fundamentalistischen Reformdurchsetzer zurückgekehrt. Jürgen Rüttgers hatte am 08.08.2004 versprochen:

„Die CDU wird nach einem Wahlsieg bei der Landtagswahl im Mai 2005 dafür sorgen, daß man zu den bewährten Regeln zurückkehrt.“

Nun meint er, die vorzeitig abgebrochene und doch in Kraft gesetzte Teilkorrektur der „Reform“ als Erfüllung seines Versprechens ausgeben zu können. Das erklärt aber nicht, warum seit dem 1.8.06 auch unter seiner Regierung etwa das schlicht geschriebene Wörtchen „Quentchen“ in den Schulen als Fehler verfolgt werden muß.

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Sigmar Salzburg

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Norbert Lindenthal
29.07.2006 15.41
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„Duden unterläuft Beschlüsse des Rechtschreibrats“

Die Welt, 27. Juli 2006

Interview

„Duden unterläuft Beschlüsse des Rechtschreibrats“

Am 1. August tritt die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung in Kraft. Laut dem Vorsitzenden des Rats, Hans Zehetmair, bleiben Irrungen und Wirrungen dennoch bestehen.


Hans Zehetmair
Foto: dpa
Berlin/München – Am 1. August 2006 tritt die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung mit den vom Rechtschreibrat erarbeiteten Änderungen in Kraft. Laut dem Vorsitzenden des Rats, Hans Zehetmair, bleiben Irrungen und Wirrungen dennoch bestehen. Schuld sei der Duden, so der frühere bayerische Wissenschaftsminister. Mit ihm sprach Joachim Peter.

DIE WELT: Der neue Duden relativiert mit seinen Empfehlungen viele vom Rechtsschreibrat beschlossene Schreibweisen. Wie ist dies zu erklären?

Hans Zehetmair: Mir fehlt dazu jegliches Verständnis! Der Duden-Verlag war in allen Sitzungen des Rats für deutsche Rechtschreibung vertreten und hat die Beschlüsse fast ausnahmslos mitgetragen. Nun stelle ich fest, daß einige Neuregelungen des Rats, insbesondere im Bereich der Getrennt- und Zusammenschreibung, durch die Variantenempfehlung unterlaufen werden.

WELT: Können Sie ein Beispiel nennen?

Zehetmair: Natürlich. Nehmen wir die vom Duden empfohlene getrennte Schreibweise „sitzen bleiben“. Es ist doch ein Unterschied, ob man sagt, „ihr dürft sitzen bleiben“, oder ob man sagt, „ein Schüler muß wegen mangelnder Leistungen sitzenbleiben“. Hier liegt ein klarer Sinnunterschied vor!

WELT: Wittern Sie eine politische Intrige?

Zehetmair: Ich habe den Eindruck, daß der Duden-Verlag den Versuch unternimmt, sich bewußt abzusetzen, um seinen Monopolanspruch geltend zu machen. Ich halte dies aber für ein kurzsichtiges Unterfangen, denn man muß wissen, daß das Wahrig-Wörterbuch den Beschlüssen des Rechtschreibrats konsequent gefolgt ist wie auch das amtliche österreichische Wörterbuch. Hier einen Kampf zu eröffnen macht keinen Sinn. Wir brauchen endlich Ruhe an der Rechtschreibfront!

WELT: Wie sollen sich nun die Lehrer verhalten?

Zehetmair: Wir haben gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache eine kompakte Zusammenstellung erarbeitet, die die vom Rat empfohlenen und von der Kultusministerkonferenz beschlossenen Änderungen enthält. Dieses 16seitige Werk werden wir jetzt den Kultusministern zukommen lassen, die es dann an die Lehrer weiterleiten sollen.

WELT: Wie haben die Mitglieder des Rechtschreibrats auf den neuen Duden reagiert?

Zehetmair: Als erstes meldeten sich österreichische Kollegen zu Wort und waren sehr irritiert. Die Kultusminister haben uns jedoch versichert, daß es bei der Umsetzung der Empfehlungen des Rechtschreibrats am 1. August bleibt. Wenn der Duden zum Teil einen eigenen Weg geht, dann ist das seine Sache.

WELT: Sie haben das Vorwort für das Wahrig-Wörterbuch geschrieben. Wie werden Sie reagieren, wenn Ihnen jemand vorwerfen sollte, sie seien ein Lobbyist dieses Verlages?

Zehetmair: Der Duden-Verlag hat bei mir nicht angefragt, ob ich ein Vorwort schreiben wolle. Ich wäre ganz sicher nicht abgeneigt gewesen. Aus heutiger Sicht kann man nun wohl aber von Vorsehung sprechen, daß es dazu nicht gekommen ist ...

WELT: Bereuen Sie bei all der Schreibverwirrung, sich jemals für die Rechtschreibreform eingesetzt zu haben?

Zehetmair: (lacht) Ich habe mich um den Job ja nie beworben – sondern mich aus Fürsorge um die deutsche Sprache geopfert!

Artikel erschienen am Fr, 28. Juli 2006

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Norbert Lindenthal
22.07.2006 04.26
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Nichts Halbes und nichts Ganzes

Die Welt, 22. Juli 2006

Politik

Nichts Halbes und nichts Ganzes

In den Schulen hält man wenig vom Rechtschreib-Kompromiß, wie er am 1. August in Kraft tritt – und ist doch froh, daß wenigstens die Verunsicherung vorbei ist

Von Torsten Thissen

Gerhard Walgenbach hat in den vergangenen Jahren einiges mitgemacht. Da waren Unsicherheit, Verzweiflung, Streit und Verwirrung. Und nun, am Ende dieses langen Weges, spürt Walgenbach nicht nur bei sich selbst eine Mischung aus Resignation und Erleichterung, sondern auch bei Kollegen, Schülern und Eltern. Der Leiter einer regionalen Schule im rheinland-pfälzischen Kaisersesch mußte zehn Jahre auf Klarheit warten. „Nun herrscht endlich eine gewisse Klarheit“, sagt er, „das ist erst einmal positiv.“

Wenn zum 1. August die Rechtschreibregeln in Kraft treten, auf die sich die Kultusminister in den vergangenen zwölf Monaten geeinigt haben, endet auch eine Debatte, die in vergangenen zehn Jahren die deutsche Öffentlichkeit, doch vor allen Dingen, Lehrer, Eltern und Schüler bewegt hat. Nun ist die Debatte beendet, und ein Aufatmen geht durch die Reihen der Beteiligten. „Endlich kommen die Schulen wieder in ruhiges Fahrwasser“, freut sich der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung und Mitglied des Rates für deutsche Rechtschreibung, Ludwig Eckinger etwa. Er gewinnt dem jahrelangen Tauziehen um Klein- und Großbuchstaben, um Getrennt- oder Auseinanderschreiben auch noch etwas Positives ab: „Der Rechtschreibstreit führte letztlich zu mehr Sensibilität gegenüber unserer Sprache“.

Walgenbach sagt: „Es ist zwar nichts Halbes und nichts Ganzes bei dem Kompromiß herausgekommen, doch wenigstens kann man sich nun auf die wirklich wichtigen Dinge in der Schule konzentrieren.“ Die Debatte habe der Rechtschreibung eh immer einen viel zu großen Stellenwert eingeräumt. „Letztlich spielt es für den Schüler und ihre persönliche Entwicklung keine Rolle, ob sie Schiffahrt mit zwei oder drei f schreiben“, sagt Walgenbach.

Am 1. Juli 1996 haben die Vertreter der deutschsprachigen Staaten in Wien eine gemeinsame Absichtserklärung zur Reformierung der deutschen Rechtschreibung unterzeichnet. Sie sollte ab dem 1. August 1998 für Behörden und Schulen gelten. Doch schon zu Beginn regte sich massiver Widerstand. Kopfschütteln und Ratlosigkeit machte sich schließlich angesichts dessen breit, was die Kommission präsentierte. Während die Debatte im Gange war, herrschte an den Schulen Ratlosigkeit. Manchmal ließen gar die Lehrer ihre Schüler entscheiden, welche Rechtschreibung sie in den Klausuren anwenden wollten.

„Diese mußten sie allerdings auch durchhalten“, sagt Klaus Wenzel, seit 33 Jahren Hauptschullehrer aus Bayern und Leiter der Abteilung Schul- und Bildungspolitik des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands.

Auch Wenzel ist froh, daß die Diskussion endlich beendet ist und damit die allgemeine Verwirrung. Das Ergebnis bezeichnet allerdings auch er als „erbärmlich“.

Dabei waren die Schüler wohl am gelassensten von allen Beteiligten, sagt er. Auch haben er und seine Kollegen in der Zeit der Unsicherheit keine Verschlechterung der Rechtschreibung bei ihren Schülern festgestellt. „In den Klassen war man einfach realistischer als in der Öffentlichkeit.“ Denn schließlich hätten sich in den vergangenen zehn Jahren auch die Zeiten geändert. „1996 war die Art der Kommunikation eine komplett andere“, sagt Wenzel. „Damals hätten auch Erwachsene es nicht hingenommen, sich Texte zu senden, ohne darauf zu achten, daß das, was sie schreiben, auch richtig geschrieben ist.“ Heute hingegen nähmen die meisten Menschen es hin, daß Mails und SMS voller Flüchtigkeitsfehler seien. „Bei den Schülern ist diese Ansicht noch viel ausgeprägter.“ So herrscht denn auch in Lehrer Wenzels Klassen die Erleichterung vor, daß die Diskussion endlich ein Ende hat. Und der Pragmatismus, verbunden mit der Hoffnung, daß, anders als in den vergangenen Jahren, die Zahl derer zunimmt, die Rechtschreibfähigkeit nicht mit Intelligenz gleichsetzen. „Eine immer noch weitverbreitete Ansicht unter Personalchefs“, sagt Wenzel. Trotz aller Unzufriedenheit mit dem „faulen Kompromiß", wie er ihn nennt.

In einem sind sich allerdings alle Beteiligten einig. Zu einer Verbesserung der Rechtschreibfähigkeit der Schüler hat weder das Hin und Her der vergangenen zehn Jahre geführt noch die „verbesserte“, neue Rechtschreibung, die nun eingeführt wird. „Die Fehlerquote bei den guten und normalen Schülern ist nahezu gleich geblieben“, sagt Walgenbach. Lediglich seine schlechten Schüler seien noch schlechter geworden.

Artikel erschienen am Sonnabend, 22. Juli 2006

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