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Sigmar Salzburg
25.08.2012 18.00
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Götterts Siebs

Spiegel online weist auf einen Artikel in der „Welt“ hin:

Der Germanist Karl-Heinz Göttert erinnert an den Sprachforscher Theodor Siebs, der vor 150 Jahren geboren wurde – er legte zu Götterts Kummer die "richtige Aussprache" des Deutschen fest, die seitdem in dem entsprechenden Duden-Band propagiert wird.

Spiegel.de 25.8.2012

In Götterts Artikel selbst kann ich keinen Kummer entdecken (Welt.de 25.8.2012). Mit den Einzelheiten mögen sich kompetentere Experten beschäftigen. Mir fällt dazu nur ein:

Wenn es keine anerkannt genormte Hochsprache gäbe: Welchen Regionaldialekt sollen denn Zuwanderer wählen, wie etwa Dénez Törzs (NDR-Sprecher), der zunächst Mühe mit einer akzentfreien deutschen Aussprache hatte.

Und: Hätte Walter Ulbricht sich in seiner Aussprache nach Siebs gerichtet, dann hätte er weit mehr Süd-, West- und Norddeutsche (einschließlich der DDR) für seinen Sozialismus begeistern können.

Nebenbei: Die DDR ist wohl auch daran gescheitert, daß technokratische Namenskürzel wie „DDR“ und „DDR-Bürger“ – anders als „Deutschland“, „Deutsche“, „Österreich(er)“ oder sogar „Bayern“ – als Zeichen für eine nationale Identität ungeeignet sind. Aber selbst den Österreichern mußte sie ja teilweise mühsam eingeprügelt werden.

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Sigmar Salzburg
16.08.2012 07.21
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Anpasser

Horst Eckert präsentiert neues Buch
„Die Festung“ vereint erste Krimis

Im Keller des Polizeipräsidiums – von den Figuren seiner Krimis nur „die Festung“ genannt – hat der Düsseldorfer Autor Horst Eckert gestern sein neustes, gleichnamiges Buch präsentiert. Frischen Lesestoff enthält es allerdings nicht. Der Band „Die Festung“ vereint Eckerts erste Romane „Annas Erbe“ und „Bittere Delikatessen“. Mit dem Buch will Eckert die beiden 1995 und 1996 erschienenen Werke wieder ins Licht rücken … Angepasst wurde für die Neuauflage nun nur die Rechtschreibung …

welt.de 16.7.2012

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Sigmar Salzburg
14.08.2012 19.00
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WELT auf Spurensuche nach einem Autor

Der grausige Tod eines Großjournalisten

In einem neuen Schweden-Krimi stirbt eine Person, die dem „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher sehr ähnelt. Den Autoren, Per Johansson, gibt es nicht. Die Spurensuche führt zur „Süddeutschen Zeitung“.

„Der Sturm“ von Per Johansson, der nächste Woche im Verlag S. Fischer erscheint, spielt in der gemütlichen Landschaft Schonen …

Die Ermittlerfigur ist hier der Lokalreporter Ronny … Als Ronny am Tatort eintrifft, wird ihm übel angesichts der von Dachsen zerfressenen Leiche, beim Blick auf „einen abgenagten Schädel, einen wirren Haufen aus weißroten Fleischresten und Knochen, aus Stofffetzen, die einmal ein dunkelblaues Sakko, eine graue Flanellhose, ein hellblaues Hemd gewesen sein mussten“…

Wer aber hat dann den Krimi geschrieben? … Nun gibt es eine Person, auf die alle diese Merkmale in perfekter Weise zutreffen: Es ist eben der bereits zitierte Thomas Steinfeld, der Feuilletonchef der „Süddeutschen Zeitung“.

… Thomas Steinfeld war in den Neunzigerjahren Literaturchef der „FAZ“ unter Herausgeber Frank Schirrmacher und verließ 2001 gemeinsam mit anderen Redakteuren frustriert die Zeitung. Als brauchte es noch eine weitere Bestätigung, prangt auf der Rückseite des Romans ein in seiner Begeisterung schier unglaubliches Zitat des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk: „Der beste und intelligenteste Kriminalroman, den ich seit langer Zeit gelesen habe“. In welcher Sprache Pamuk den Roman wohl gelesen haben mag? Auf Deutsch? …

Härter als in diesem Schlüsselroman hat öffentlich noch niemand Schirrmacher angegriffen, jedenfalls niemand auf Augenhöhe: Ein Denkmalsturz, getarnt als harmloser Krimi. Ein Unterhaltungsroman als Racheakt…

Dass „Der Sturm“ kein perfektes Verbrechen geworden ist, sondern so viele Spuren zum wahren Urheber führen, ist daher nicht einfach Unvermögen. Hier ist, wie bewusst auch immer, der Wunsch am Werk, erkannt, vielleicht sogar bestraft zu werden.

welt.de 14.8.2012

Thomas Steinfeld hat am 26.7.2000 die grandiose Einleitung zur Abkehr der Frankfurter Allgemeinen von der Rechtschreibreform verfaßt:

Milliarden hat dieser Bankrott der deutschen Rechtschreibung gekostet, sie hat viele Tausende an Arbeitsstunden gefordert, sie hat in mehreren Schüben Berge von Büchern hervorgebracht, die innerhalb von kurzer Zeit überholt waren, und sie hat nie die Unterstützung der Bevölkerung besessen. Sie war das dümmste und überflüssigste Unternehmen in der deutschen Kulturpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg: ein gemeingefährlicher Akt.
Nachrichtenbrett.de

Die reale Hauptfigur des Krimis, Frank Schirrmacher, hat vermutlich 2006 maßgeblich zum erneuten Kotau der FAZ vor der „Reform“ beigetragen. Insofern ist das schreckliche Ende im Roman durchaus verdient.

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Sigmar Salzburg
10.03.2012 09.32
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Wenn der aufwändige Relaunch zum Turnaround führt

Prof. Joachim Latacz setzt seine altersmilde Kritik der Rechtschreibreform unter der Tarnung allgemeiner Sprachkritik fort:

... Paulinchen erstarrt. „Joe, siehst du nicht, wohin die Reise geht? Es wird relauncht, es wird geoutsourcedaufwändig, Joe, aufwändig! – , es wird bestimmt auch bald geturnarounded ... Nein, Joe, unmöglich, diese Wände mache ich nicht mehr mit! Ich lehne den Junior ab und bleibe beim Alten! Damit ich weiterhin beim alten bleiben kann, verstehst du?“
„Natürlich, klar, Paulinchen!“ sage ich liebevoll begütigend, „ich will ja auch, dass du die alte bleiben kannst!“ ...

welt.de 8.3.2012

Die hier fett kursiv markierten klassisch richtigen Schreibungen werden heute selbstverständlich in der Schule und in den reformierten Medien als Fehler bezeichnet. Die an sich wohl noch reformkritische Welt-Redaktion führt im Begleittext einen Eiertanz auf, um solch vorsichtige Kritik vor der Konzernspitze und dem zu verdummenden Volk zu rechtfertigen.

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Sigmar Salzburg
24.02.2012 15.34
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Subtiler Spott

Der Altphilologe Prof. Joachim Latacz spottet in der WELT über die Rechtschreibreform, aber so feinsinnig, daß es doch in der reformrückfälligen Springer-Presse gedruckt werden kann – die neben seinen Beitrag trampelige Schleichwerbung für den Duden setzt.

Warum Paulinchen keine Jogger anspringt
...

Wissen Sie eigentlich, seit wann die neue deutsche Rechtschreibung gilt? Nein? Macht nichts, Sie gehören zur schweigenden Mehrheit! So wie meine alte Freundin Pauline.

Paulinchen schreibt für Frauenzeitschriften. …

Natürlich muss Pauline da jederzeit auf dem laufenden¹) sein (nein, nicht: auf dem „Laufenden“! Mein Paulinchen springt doch keinen Jogger an!)….

Ich brüte gerade über einer tiefgründigen Abhandlung zum Siechtum des deutschen Genitivs für die Philologische Wochenschrift, da stürmt sie herein: “Sag mal, Joe, seit wann gilt eigentlich die neue deutsche Rechtschreibung?”

“Na, seit dem 1. August 2006” brumme ich.

[Genauer: seit 1996, 1998, 2000, 2004, 2005, 2006]

“Die ‘Amtliche Regelung’! Schon vergessen? Abgedruckt im ‘Wahrig’ und immerhin erwähnt, wenn auch verschämt als Link, im ‘Duden’, letzte Auflage 2011. So um die 50 Seiten lang. Als 'Gesetzestext' [!] und Vorlage für private Sprachratgeber, wie Duden, Wahrig und so manche andere, präsentiert von Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, Staatsminister a.D., Vorsitzender des Rats für deutsche Rechtschreibung, ein echter Bayer ....”

Sie hat recht! Nein, nein, nicht: Recht!

“Also Joe“, sagt Paulinchen, „bevor du jetzt in flammender Begeisterung versinkst: Was steht da über ‘Adjektiv im Dativ nach Artikel, Pronomen oder Numerale ebenfalls im Dativ’ drin? Wie muss das richtig heißen? Ich lese nämlich gerade in der 'FAZ': ‘... in diesem großartigem Konzert ...’ und ‘Der Bundespräsident müsse aus dem parteipolitischem Streit herausgehalten werden.’ Stell dir vor, mit zwei m am Ende!”

Entsetzt spring’ ich auf. Tatsächlich, sie hat recht (nein, nein, nicht: ‘Recht’! Das Recht hat nur der Bundestag: der setzt Recht in deutschen Landen, nicht mein Paulinchen).

“Pauline“, sag’ ich dumpf, “jetzt schafft sich Deutschland wirklich ab! Wenn das Sprachgefühl stirbt, bröckelt die Kultur. Dazu braucht man keinen Duden. Aber wenn du willst: Im alten Duden gab’s im Grammatik-Teil – tempi passati! – den Paragraphen R 273: ‘Die schwache Beugung [eines Adjektivs] tritt ein, wenn ein Geschlechts-, Für- oder Zahlwort vorangeht, das seinerseits schon starke Beugung aufweist: In dem (einem, meinem, unserem usw.) alten Haus.’ Zu schwierig? Nicht doch! Furchtbar einfach: Nie zwei m! Ach, Paulinchen ....“ …

welt.de 22.2.2012

¹) Durch die „Reform“ für falsch erklärt!

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Sigmar Salzburg
30.11.2011 14.19
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Zehetmairs Bankrotterklärung der Rechtschreibreform

Dankwart Guratzsch
Rechtschreibreform produziert Analphabeten

Ausgerechnet Hans Zehetmair beklagt, dass jeder Fünfte unter den 15-Jährigen Analphabet ist. Dabei ist er einer der Verantwortlichen für die Rechtschreibreform.

Die deutsche Rechtschreibung ist in verheerendem Zustand. Das sagt ausgerechnet Hans Zehetmair, seines Zeichens Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung und einer der Verantwortlichen für die Rechtschreibreform. Seit sieben Jahren steht er diesem Gremium vor, das eigentlich die Aufgabe hat, die neu eingeführten Schreibweisen dem Schriftgebrauch anzupassen. Wenn er jetzt erklärt, dass mit der Orthografie „nachlässig“ umgegangen werde und dass dies eine Ursache dafür sei, „dass ungefähr zwanzig Prozent eines Jahrgangs der 15-Jährigen als Analphabeten gelten müssen“, kommt dies einer Bankrotterklärung gleich.

Zur Begründung der Rechtschreibschwächen verwies er auf „Schwierigkeiten, die bereits in der Vermittlung von Rechtschreibung liegen“. Aber genau diese Schwierigkeiten hatten ja durch die Reform behoben werden sollen. Nun aber stellt sich heraus, dass offenbar nicht einmal die Lehrer mehr mit den Ungereimtheiten des neuen Regelwerks zurechtkommen. Denn, so Zehetmair: „Didaktisch an die jeweiligen Jahrgangsstufen angepasste Konzepte sind rar, oftmals wird der betreffende Sachverhalt eins zu eins aus dem amtlichen Regelwerk in die Schulbücher kopiert.“

Ein Regelwerk, das nicht vermittelbar ist, kann aber zu einer Erleichterung niemals beitragen. Fachleute wie Theodor Ickler und Horst Haider Munske, Institutionen wie die Forschungsgruppe Deutsche Sprache und die Konferenz der Schweizer Erziehungsdirektoren hatten von Anfang an darauf hingewiesen – sie wurden überhört. Lange vor Stuttgart 21 waren es Bürgerinitiativen in ganz Deutschland gewesen, die die Reform zu verhindern versucht hatten. Sie wurden ausmanövriert.

Als das Kind in den Brunnen gefallen war, legte der Leipziger Linguist Harald Marx, Professor für Pädagogische Psychologie und Dekan der Universität Leipzig, das Ergebnis von Schreibversuchen vor. Sie legten zweifelsfrei offen, dass die neuen Schreibweisen fehlerträchtiger als die alten sind – niemand, auch Zehetmair nicht, schenkte ihm Beachtung.

Inzwischen sind zwei „Reformen der Reform“ über die deutsche Schreibwelt hinweggegangen. Längst haben sich auch die Medien aus dem Schreibkonsens verabschiedet und eigene Schreibweisen eingeführt. Aus einem geordneten System ist ein behördlich angerichtetes und sanktioniertes Chaos geworden. Wenn Zehetmair nun erklärt: „Der Rat für deutsche Rechtschreibung unterstützt Bemühungen, die sich für einen bewussten Umgang mit der deutschen Rechtschreibung einsetzen,“ so klingt es in den Ohren derer, die genau dieses Fiasko hatten abwenden wollen, wie Hohn. Es wäre ehrlicher, das Scheitern einzugestehen und zurückzutreten.

Welt.de 30.11.2011 15:21

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Sigmar Salzburg
20.11.2011 12.57
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Deutsche Sprache

Mensh, Schne ... mit Kafka gegen Rechtschreibung

Mit 1850 Fehlern in einer – angeblich von der EU geförderten – Kafka-Ausgabe protestieren Bildungs-Guerilleros gegen das österreichische Schulsystem.

Dass die EU eine vor Druckfehlern strotzende Ausgabe von Franz Kafkas „Das Schloss“ mit einem sechsstelligen Euro-Betrag bedacht haben soll, hat in den letzten Tagen manche Feuilleton-Polizei ausrücken lassen: Ein Betrugsfall aus Steuergeldverschwendung und falscher Orthografie, das kommt schließlich nicht so oft vor.

Die ISBN-Nummer ist geklaut

Der EU-geförderte Täter, ein Wiener Verlag mit dem Namen „Gehlen und Schulz“ habe, so hieß es, zwei Millionen Exemplare vom „Schloss“ gedruckt, um sie gratis an Schulen des deutschsprachigen Raums zu verteilen. Es sei dennoch nicht schlecht verdient worden, ließen die Verleger wissen, die sich bei ihrem pädagogischen Kafka-Projekt um Rechtschreibung nicht wirklich gekümmert hatten. Schon auf der ersten Seite des mit „Das Schloß“ und eben nicht „Das Schloss“ betitelten Romans stand „Schne“, wo es doch „Schnee“ hätte heißen sollen, „Mensh“, „niemant“, „vermiten“ waren weitere Blüten.

Kurz hat sich die Aufregung noch aufgeschaukelt, als der Verlag auf Kritik mit harschen Worten reagierte. Die Rechtschreibdiskussion sei „totalitäres Geschwätz“ und würde am besten nach Nordkorea passen. Jetzt ist der kriminelle Hintergrund der Sache raus: Die ISBN-Nummer ihres Buches haben die vorgeblichen Verleger von Thomas Glavinics Roman „Lisa“ geklaut.

Bald dürfte den Lesern Orthografie egal sein

Was aber viel schwerer wiegt: Die falsche Orthografie war gefälscht. Gezählte 1850 Fehler hat die Wiener Gruppe „The BirdBase“ eigens in Kafkas Roman hineinmontiert, das Buch sei nicht „Teil eines EU-weiten Projekts zur Förderung der Lust am Lesen“, wie es im Begleitschreiben an die Schulen noch hieß, und auch nicht in sagenhaften Auflagen gedruckt worden. 1000 Stück wurden produziert, Kostenpunkt 2000 Euro.

Ein minimaler Betrag, gemessen an seiner medialen Wirkung. Die war beabsichtigt. Auf die miserable Bildungslage im Pisa-berüchtigten Österreich wollten die Guerilleros von „The BirdBase“ hinweisen, darauf, dass es den Lesern bald egal sein werde, ob die Orthografie stimmt, weil sie sie selbst gar nicht mehr beherrschen.

Viele Schulen, so hört man, haben ihren Gratis-Kafka brav in die Bibliotheken einsortiert. In der Öffentlichkeit hat das kulturelle Frühwarnsystem weit besser funktioniert, allerdings mit graduellen Feinheiten. Nicht der verhunzte Kafka war das Problem, sondern die Verschwendung von EU-Steuergeld.

welt.de 20.11.2011

„Schloß“ kann keine Fälschung sein, denn drucküblich war allgemein das Schluß-ß.

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Sigmar Salzburg
29.06.2011 14.01
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Was ist da passiert?

Google News präsentiert einen sieben Jahre alten Welt-Artikel

„Es geht doch nur um die Schreibung, nicht um die Sprache“ – Nachrichten DIE ...

WELT ONLINE – ‎Vor 6 Stunden‎
Bei dem knapp dreistündigen Gespräch in Wien sei trotz der kontroversen Debatte nicht über die Zukunft der Rechtschreibreform gesprochen worden, betonte die österreichische Delegationsleiterin, Heidrun Strohmeyer, im Gespräch mit der WELT. ...

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Autor: DW| 24.08.2004

„Es geht doch nur um die Schreibung, nicht um die Sprache“

Die Rücknahme der Rechtschreibreform ist nach Auffassung der Zwischenstaatlichen Kommission gegenüber den Schülern unverantwortlich


Der deutsche Vorstoß für die Berufung eines „Rats für deutsche Rechtschreibung“ hat im Mittelpunkt des gestrigen Treffens von Spitzenbeamten der Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung gestanden. Nach dem Beschluss des Gremiums sollen nun die deutschen Mitglieder einen Entwurf vorlegen, wie sie sich die künftige Arbeit des geplanten Rats vorstellen, der die Kommission 2005 ersetzen soll.

Bei dem knapp dreistündigen Gespräch in Wien sei trotz der kontroversen Debatte nicht über die Zukunft der Rechtschreibreform gesprochen worden, betonte die österreichische Delegationsleiterin, Heidrun Strohmeyer, im Gespräch mit der WELT. Man habe „lediglich über den Rat für deutsche Rechtschreibung gesprochen“. Alle anderen Themen habe man „bewusst ausgeklammert, denn die Zukunft der Rechtschreibreform ist letztlich eine politische Entscheidung“. Österreich werde weiter an den neuen Schreibregeln festhalten, so Strohmeyer. Die Forderung österreichischer Autoren, "Österreichisch“ als eigene Sprache zu etablieren, lehnten die Mitglieder der Zwischenstaatlichen Kommission ab. "Österreichisch ist eine deutsche Sprache, und so soll es auch bleiben“, sagte der Vorsitzende der Kommission, Karl Blüml. Außerdem bezeichnete er die von der Mehrheit der Deutschen geforderte Rücknahme der Reform gegenüber den Schülern als „absolut unverantwortlich“. Zum Ausmaß der Diskussion in Deutschland meinte er: „Man soll das Ganze nicht so tiefernst nehmen. Es geht doch nur um die Schreibung, nicht um die Sprache.“ Er kündigte aber an, in Zukunft werde es weitere Änderungen geben, da sich die Rechtschreibung ständig fortentwickle. Es habe schließlich auch schon Änderungen der ursprünglichen Reform gegeben, so Blüml.

An der Sitzung nahm von deutscher Seite auch der Generalsekretär der deutschen Kultusministerkonferenz (KMK), Erich Thies, sowie der Generalsekretär der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, Hans Ambühl, teil.

Bereits am Sonntag hatten Reformgegner aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in München einen unabhängigen „Rat für deutsche Rechtschreibung“ ausgerufen. Das Gremium, das sich für die Schreibweisen vor der Reform einsetzen will, sprach den Kultusministern das Recht ab, „eine weitere Rechtschreibkommission zu berufen, deren einzige Aufgabe es sein kann, das offenkundige Scheitern der Rechtschreibreform hinauszuzögern“.

In Niedersachsen gründeten Gegner der Rechtschreibreform zudem eine Volksinitiative. Wie der niedersächsische Landeswahlleiter Karl-Ludwig Strelen mitteilte, will die parteiübergreifende Initiative bis August nächsten Jahres 70 000 Unterschriften wahlberechtigter Bürger sammeln, um eine öffentliche Sitzung vor dem zuständigen Ausschuss des Landtages zu erzwingen. Die Reformgegner wollen den Landtag auffordern, dafür zu sorgen, dass in den Schulen baldmöglichst wieder nach den Regeln der alten Rechtschreibung unterrichtet wird.

welt.de vom 24.8.2004

[1.7.2011] Weiterhin bleibt rätselhaft, warum gerade dieser Artikel bei Welt.de so präpariert wurde, daß er von Google News gefunden wird:

Dieser Artikel stammt aus unserer Zeitung DIE WELT, eine der großen deutschen Tageszeitungen. Bestellen Sie jetzt Ihr kostenloses Probabo...

Seltsame Werbung, damit an das (anschließende) Scheingefecht des Springer-Konzerns gegen die Rechtschreibreform zu erinnern ...

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PL
21.04.2011 06.34
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Nur der Vollständigkeit halber

„Zudem vereinbarten die Koalitionäre, sich für eine Absenkung des Quorums bei Volksabstimmungen in der Landesverfassung einzusetzen. Diese verlangt bisher, dass 33 Prozent der Wahlberechtigten zustimmen. Mithin müssten rund 2,5 Millionen Bürger für ein Ende von S 21 stimmen, um den Tiefbahnhof zu verhindern. Kaum jemand glaubt, dass dieses hohe Quorum erreicht wird. Deshalb wollen SPD und Grüne nun per Verfassungsänderung das Quorum senken. Dafür brauchen sie im Landtag eine Zweidrittelmehrheit, folglich die Stimmen der CDU. Die jedoch hat sich bislang geweigert, den Grünen diesen Gefallen für die leichtere Ablehnung von Stuttgart 21 zu tun. Doch wollen Grüne und SPD die CDU ködern. Denn diese hat in der vergangenen Legislaturperiode selbst vorgeschlagen, das Quorum auf 25 Prozent zu senken. Das wurde damals von SPD und Grünen abgelehnt, weil es ihnen nicht weit genug ging. Aber wenn sie es der CDU jetzt neu vorschlagen? Bisher lehnt die CDU ab.“

WELT ONLINE heute.

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Sigmar Salzburg
19.04.2011 07.17
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In Schleswig-Holstein haben wir es geschafft, ...

... aber sind dennoch betrogen worden!

Volksentscheid ist nicht zu schaffen

Kretschmann: Stuttgart-21-Wahlversprechen war ein Fehler


Stuttgart – Der künftige baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Fehler bei der Ankündigung einer Volksabstimmung zum Bahnvorhaben Stuttgart 21 eingeräumt. Wenn bei einer Mehrheit gegen das Milliardenprojekt das geforderte Quorum von einem Drittel der Wahlberechtigten nicht erreicht werde, könne dies nicht zur Befriedung der Situation beitragen, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich streite nicht ab, dass wir in diesen Fragen nicht klar genug waren und vor Monaten schon einen Fehler gemacht haben.“ Das Quorum sei „nüchtern betrachtet“ nicht zu schaffen. Die Grünen sind im Gegensatz zu ihrem künftigen Koalitionspartner SPD gegen das 4,1 Milliarden Euro teure Projekt. Kretschmann glaubt, dass der angekündigte Stresstest zur Leistungsfähigkeit des tiefer gelegten Bahnhofes das Ende von Stuttgart 21 ist. Er will dann keine Volksabstimmung – SPD-Landeschef Nils Schmid schon.

welt.de 19.4.2011

Das „Quorum“ eines Volksentscheids ist die nötige Anzahl der Zustimmungen im Verhältnis zur Zahl der Wahlberechtigten. Es wird in den verschiedenen Bundesländern von den maßgebenden Parteien mit großer Beliebigkeit festgelegt. Deren Ziel ist die Verstärkung des Anscheins, daß die Macht vom Volke ausgeht – bei größtmöglichem eigenem Machterhalt.

Bei gewöhnlichen Wahlen gibt es kein Quorum, so daß Kandidaten ihr Amt, beispielsweise als Bürgermeister, schon mit einer Zustimmung von 12 Prozent antreten konnten. Bei der Volksabstimmung über die „Rechtschreibreform“ in Schleswig-Holstein 1998 mußte eine Wahlbeteiligung von 50 Prozent und eine Mehrheit von 50 Prozent innerhalb der abgegebenen Stimmen erreicht werden, was auch überzeugend gelang – trotz aller perfiden Versuche der SPD-Regierung, das Volk von den Wahlurnen fernzuhalten.

Schwierig sind Abstimmungen, bei denen es um Belange geht, die nur einen kleineren Teil der Bevölkerung betreffen, z.B. die Abstimmung über eine acht- oder neunjährige Gymnasialzeit. Dabei können sich die Parteien infolge der Nichtbetroffenheit vieler Bürger regelmäßig ihre unverdiente Machtstellung erhalten.

Da Stuttgart 21 fast nur die Stuttgarter betrifft, tritt die SPD hier, anders als in Schleswig-Holstein, scheinheilig für einen (natürlich landesweiten) Volksentscheid ein.

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Norbert Lindenthal
30.03.2011 04.11
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nicht einfach: 3355-fach

Welt online 30.3.2011

ATOM-KATASTROPHE (8) 05:41

Radioaktivität um Fukushima 3355-fach erhöht

Die Strahlung um das Kraftwerk Fukushima steigt. Im Meer wurde stark erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Arbeiter sind am Ende ihrer Kräfte.


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Norbert Lindenthal

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Norbert Lindenthal
27.03.2011 07.01
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einfach millionenfach

Welt online 27.3.2011

Strahlung an Atomreaktor millionenfach erhöht


__________________
Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
04.03.2011 05.46
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Wer zu spät kommt ...

Biosprit: Brüderle ruft wegen E10-Chaos zum großen Gipfel
WELT ONLINE – ‎Vor 8 Stunden‎
Die Mineralölwirtschaft hat die Einführung des umstrittenen E10-Biosprits vorläufig gestoppt. Nun scheinen die zuständigen Minister vor Wut zu kochen.

Wenn doch auch bei der „Rechtschreibreform“ die Medienwirtschaft so prompt und einsichtig gewesen wäre!

Noch vor kurzem wurde mir berichtet, die Inhaberin eines großen Kieler Anzeigenverlages habe wörtlich gesagt, die Rechtschreibreform wäre „Scheiße“. Zum Widerstand hat es aber nicht gereicht.



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glasreiniger
17.12.2010 12.59
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Re: Glosse

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
WELT Online hat die Kommentarfunktion dieses Artikels geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

www.welt.de 16.12.2010


ssänk ju. ai anderstähnd.

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Sigmar Salzburg
17.12.2010 00.02
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Glosse

„The Tourist“ – ein Muß?
Georg Rodek

Florian Henckel von Donnersmarck ist ein gewissenhafter Mann. Um eines der vielen Drehbücher zu lesen, die ihm zugeschickt werden, braucht er schon mal drei Stunden; viele seiner weniger skrupulösen Kollegen düsen da in einer halben Stunde durch. Und selbst über schlechte Bücher denkt er den Rest des Tages immer wieder nach. Das ist fast rührend altmodisch.

Auch seine Interviews möchte er gegenlesen, bevor sie veröffentlicht werden. Das wiederum ist eine deutsche Krankheit; kein amerikanischer, englischer oder französischer Star besteht darauf. In den Texten, die dann zurückkommen, fällt eines auf: Donnersmarck ist kein Fan der neuen Rechtschreibung. „Muss“ soll bei ihm weiter „muß" heißen und „dass“ immer noch „daß". Das spielt natürlich bei Hollywood-Drehbüchern keine Rolle. Aber es hat in gewisser Weise mit seinem Film „The Tourist“ zu tun.

Nun lehrt die Lebenserfahrung, dass man manchmal nur lange genug auf einem altmodischen Standpunkt beharren muss, damit dieser wieder in Mode kommt. Das gilt auch für unsere Rechtschreibung. Gerade erst hat der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ (ein zwischenstaatliches Gremium zur einheitlichen Weiterentwicklung der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum) empfohlen, die schlimmsten Blüten der Schlechtschreibreform einzukassieren. Vor allem eingedeutschte Fremdwörter sollen wieder erkennbar werden: Boutique statt Butike, Facette statt Fassette, Creme statt Krem.

Das wäre ein erster Schritt. „Muß" und „Daß" wären damit noch nicht rehabilitiert, aber Donnersmarck könnte sich Hoffnung machen, dass sein Beharren auf dem Alten und Bewährten sich allmählich durchsetzt. Auch der „Tourist“ kann als Beharren auf Altem und Bewährtem interpretiert werden. Da hat einer viel Katharine Hepburn und Cary Grant und Audrey Hepburn gesehen und wünscht sich diese Art von Filmen zurück. Und dann bekommt er 100 Millionen in die Hand und kann sich plötzlich selbst daran versuchen: die elegante Frau von Welt und Geheimnis, die ein Kupee fährt und Scharm besitzt. Die Maläse mit der Schose ist, dass nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch das Kino seine Moden hat. Und die Screwball Comedies , wo solche Frauen vorkamen, sind nicht nur aus der Mode, sondern unwiderruflich vorbei, weil sie auf Geschlechterrollen beruhten, die unwiderruflich der Vergangenheit angehören.

Das ist der tiefere Grund für den sich anbahnenden kritischen und kommerziellen Misserfolg des „Touristen“, an dem auch jene drei Golden Globe-Nominierungen nichts ändern können, die mehr der Hoffnung geschuldet sein dürften, dass Jolie und Depp zur Verleihung erscheinen mögen, als wahrer Begeisterung. Henckel von Donnersmarck sollte sich davon nicht beirren lassen. Hollywood braucht jemanden, der es hin und wieder an seine Traditionen erinnert, und komme er aus Deutschland. Und über die Reform der Reform reden wir, wenn er wieder in Deutschland dreht.

WELT Online hat die Kommentarfunktion dieses Artikels geschlossen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

www.welt.de 16.12.2010

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