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Manfred Riebe
22.06.2001 22.00
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Hans Krieger

Das Skript der Sendung können Sie am einfachsten bei Verfasser besorgen:

Hans Krieger, Oberländerstr. 31, 81371 München, Tel. (089) 77 51 55, Fax: 76 72 94 13, freier Journalist, war bis Juli 1998 Ressortleiter Kultur der Bayerischen Staatszeitung. Er ist Präsident der Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.V., München, die den Friedrich-Merker-Preis und den Silbergriffel vergibt. Hans Krieger vertrat am 23. Januar 1998 bei der Anhörung der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung in Mannheim den Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e.V. (VRS) – Initiative gegen die Rechtschreibreform.

Literatur
Krieger, Hans: Der Rechtschreib-Schwindel. Zwischenrufe zu einem absurden Reformtheater, St. Goar: Leibniz-Verlag, 1998,
sowie zahlreiche Aufsätze in der Bayerischen Staatszeitung und in der Süddeutschen Zeitung



Manfred Riebe

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Manfred Riebe
22.06.2001 22.00
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Hans Krieger

Das Skript der Sendung können Sie am einfachsten bei Verfasser besorgen:

Hans Krieger, Oberländerstr. 31, 81371 München, Tel. (089) 77 51 55, Fax: 76 72 94 13, freier Journalist, war bis Juli 1998 Ressortleiter Kultur der Bayerischen Staatszeitung. Er ist Präsident der Stiftung zur Förderung des Schrifttums e.V., München, die den Friedrich-Merker-Preis und den Silbergriffel vergibt. Hans Krieger vertrat am 23. Januar 1998 bei der Anhörung der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung in Mannheim den Verein für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege e.V. (VRS) – Initiative gegen die Rechtschreibreform.

Literatur
Krieger, Hans: Der Rechtschreib-Schwindel. Zwischenrufe zu einem absurden Reformtheater, St. Goar: Leibniz-Verlag, 1998,
sowie zahlreiche Aufsätze in der Bayerischen Staatszeitung und in der Süddeutschen Zeitung



Manfred Riebe

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Peter W. Forster
22.06.2001 22.00
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Die Ermordung einer Hundertjährigen

Peter W. Forster, StD

Zu Hans-Peter Meidinger und zur Trennung komme ich vielleicht später noch.

Eine dringende Bitte:
In Bayerischen Rundfunk „Bayern 2"  kam heute, 24. Juni 200, um 19.30 – 19.40 Uhr, ein Kommentar von Hans Krieger („Die Ermordung einer Hundertjährigen“) über die Auswirkungen der Rechtschreibreform. Ich habe diesen Kommentar im Autoradio gehört und dabei die Ausfahrt nach Landshut übersehen.
Hans Krieger, ein offensichtlich sehr engagierter – wie soll man zu jemanden sagen, den man nicht kennt, den man noch nie gehört hat und über den man nach anfänglicher Skepsis nur staunen kann?  Ich sage einfach: – Sprachphilosoph, faßte all das  zusammen, was  wir wohl alle empfinden, aber in dieser Schärfe und Logik wohl kaum in der Öffentlichkeit so jemals gehört haben?
Wer kann das Skript dieser Sendung besorgen und hier veröffentlichen?
Im übrigen könnte ich mir keinen besseren Laudator bei der Preisverleihung für Prof. Th. Ickler vorstellen.
Peter W. Forster



Peter W. Forster
Lerchenstraße 9, 84137 Vilsiburg

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Gast
21.06.2001 22.00
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Alles mit Maßen

Peter W. Forster schrieb am, 21.6.2001

> Norbert Lindenthal (Bad Ems Norbert@Lindenthal.com) schrieb
> vor acht Tagen an dieser Stelle von st, das in einigen
> Landstrichen als scht (Kasch-ten) gesprochen werde.
> Das stimmt insofern nicht ganz, als man das st wenigstens
> im Schwäbischen als schd ausspricht und nie Kasch-da
> trennen würde.

Man sollte nicht verkennen, daß auch die alte Rechtschreibung ihre Macken hatte. Über das „Trenne nie st, dem Blei tut es sonst weh“ wurde neulich schon berichtet. Von den üblichen Verbundbuchstaben des Fraktursatzes galten einige als Einheit, andere wiederum nicht. Einige wiederum trennte man beim Satz, andere aber nicht.

Die sog. „Zwangsverbünde“, nämlich „ch“, „tz“ und „ck“ sperrte man nicht, wiewohl ich in meinem Bücherregal einen „F a u st“ stehen habe, dessen „st“ bei der Sperrung auch nicht getrennt ist – dafür steht dann aber ein rundes s im Titel auf dem Vorsatzblatt. „ch“ trennte man nicht, aus „ck“ wurde „k“ und „k“, und „tz“ trennte man „normal“.

Man sollte dem Dogmatisieren immer entgegentreten, wo man es auch findet.

Der „Kaschda“ spricht sich natürlich in zwei Silben, nämlich (nemmlich) „Kasch“ und „da“ – und wenn man das Wort „gültig“ schriebe (was bei Dialekt immer so eine Sache ist) würde nur ein formal Gebildeter die Silbengrenze an einer anderen Stelle sehen als dargestellt.

Obwohl harter Altschreibler, zähle ich das st-Trennverbot zu den alten Zöpfen.

Eine ganz andere Geschichte allerdings sind Neutrennungen wie „Res-pekt“ oder „Dis-tanz“, bei denen der Kotau vor der staatlichen „Gültigkeit“ zur Verwischung der Silben führt. Ich darf diese allerdings der Dummheit zuschreiben, mit der so mancher heute so gern kokettiert. Früher verblüfften einen Trennstellen wie „Chir-urg“ oder „Heliko-pter“ – heute setzt die Verblüffung halt eine Ebene tiefer bereits ein, Ganzheitsmethode sei Dank.




Martin Gerdes

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Theodor Ickler
21.06.2001 22.00
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Trennstellen

Zu den Trennungen könnte ich noch ergänzen, daß ja durch die Trennprogramme eine ganz neue Situation entstanden ist, die den gesamten Bereich entschärft. Außerdem: Die st-Regel ist zwar ein alter Zopf, aber wie lange braucht man, um sie dauerhaft zu lernen? Schätzungsweise vier Sekunden.

Zu den „humanistischen Trennungen“ fällt mir noch ein: Es war seltsamerweise eines der Vorstandsmitglieder des Bayerischen Philologenverbandes, Hans-Peter Meidinger, der mir sowohl in der Verbandszeitschrift als auch in einer Kurzfassung, die er bei amazon.de unterbrachte, die anspruchsvollen konservativen Trennungen lateinischer und griechischer Fremdwörter vorwarf. Dabei müssen Schüler gar nicht trennen. Für jeden erwachsenen Gymnasialabsolventen, auch wenn er kein Griechisch hatte, sind die neuen Trennungen peinlich – wobei ich noch davon absehe, daß sie ja, wie gesagt, nicht annähernd konsequent durchgeführt sind. (Dies würde Meidinger wahrsdheinlich selbst bemängeln und überall die Metzgerart des Trennens einführen wollen, weil er eben ganz ud gar ein Schulmann ist, aber kein guter (sonst würde er an die Welt außerhalb der Schule denken und nicht an die Zeugnisnoten wie seine schwächeren Schüler).

In meinem Rechtschreibwörterbuch habe ich, um auch das noch zu sagen, seltenere Namen aus dem Suaheli bewußt nach deutscher Art getrennt, weil es mir manieriert vorgekommen wäre, die (mir durchaus bekannte) Silbenstruktur dieser Sprache zu beachten. Das letzte Wort darüber ist aber noch nicht gesprochen; Stellungnahmen wären erwünscht.



Theodor Ickler
Spardorf

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Gast
21.06.2001 22.00
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Alles mit Maßen

Peter W. Forster schrieb am, 21.6.2001

> Norbert Lindenthal (Bad Ems Norbert@Lindenthal.com) schrieb
> vor acht Tagen an dieser Stelle von st, das in einigen
> Landstrichen als scht (Kasch-ten) gesprochen werde.
> Das stimmt insofern nicht ganz, als man das st wenigstens
> im Schwäbischen als schd ausspricht und nie Kasch-da
> trennen würde.

Man sollte nicht verkennen, daß auch die alte Rechtschreibung ihre Macken hatte. Über das „Trenne nie st, dem Blei tut es sonst weh“ wurde neulich schon berichtet. Von den üblichen Verbundbuchstaben des Fraktursatzes galten einige als Einheit, andere wiederum nicht. Einige wiederum trennte man beim Satz, andere aber nicht.

Die sog. „Zwangsverbünde“, nämlich „ch“, „tz“ und „ck“ sperrte man nicht, wiewohl ich in meinem Bücherregal einen „F a u st“ stehen habe, dessen „st“ bei der Sperrung auch nicht getrennt ist – dafür steht dann aber ein rundes s im Titel auf dem Vorsatzblatt. „ch“ trennte man nicht, aus „ck“ wurde „k“ und „k“, und „tz“ trennte man „normal“.

Man sollte dem Dogmatisieren immer entgegentreten, wo man es auch findet.

Der „Kaschda“ spricht sich natürlich in zwei Silben, nämlich (nemmlich) „Kasch“ und „da“ – und wenn man das Wort „gültig“ schriebe (was bei Dialekt immer so eine Sache ist) würde nur ein formal Gebildeter die Silbengrenze an einer anderen Stelle sehen als dargestellt.

Obwohl harter Altschreibler, zähle ich das st-Trennverbot zu den alten Zöpfen.

Eine ganz andere Geschichte allerdings sind Neutrennungen wie „Res-pekt“ oder „Dis-tanz“, bei denen der Kotau vor der staatlichen „Gültigkeit“ zur Verwischung der Silben führt. Ich darf diese allerdings der Dummheit zuschreiben, mit der so mancher heute so gern kokettiert. Früher verblüfften einen Trennstellen wie „Chir-urg“ oder „Heliko-pter“ – heute setzt die Verblüffung halt eine Ebene tiefer bereits ein, Ganzheitsmethode sei Dank.




Martin Gerdes

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Theodor Ickler
21.06.2001 22.00
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Trennstellen

Zu den Trennungen könnte ich noch ergänzen, daß ja durch die Trennprogramme eine ganz neue Situation entstanden ist, die den gesamten Bereich entschärft. Außerdem: Die st-Regel ist zwar ein alter Zopf, aber wie lange braucht man, um sie dauerhaft zu lernen? Schätzungsweise vier Sekunden.

Zu den „humanistischen Trennungen“ fällt mir noch ein: Es war seltsamerweise eines der Vorstandsmitglieder des Bayerischen Philologenverbandes, Hans-Peter Meidinger, der mir sowohl in der Verbandszeitschrift als auch in einer Kurzfassung, die er bei amazon.de unterbrachte, die anspruchsvollen konservativen Trennungen lateinischer und griechischer Fremdwörter vorwarf. Dabei müssen Schüler gar nicht trennen. Für jeden erwachsenen Gymnasialabsolventen, auch wenn er kein Griechisch hatte, sind die neuen Trennungen peinlich – wobei ich noch davon absehe, daß sie ja, wie gesagt, nicht annähernd konsequent durchgeführt sind. (Dies würde Meidinger wahrsdheinlich selbst bemängeln und überall die Metzgerart des Trennens einführen wollen, weil er eben ganz ud gar ein Schulmann ist, aber kein guter (sonst würde er an die Welt außerhalb der Schule denken und nicht an die Zeugnisnoten wie seine schwächeren Schüler).

In meinem Rechtschreibwörterbuch habe ich, um auch das noch zu sagen, seltenere Namen aus dem Suaheli bewußt nach deutscher Art getrennt, weil es mir manieriert vorgekommen wäre, die (mir durchaus bekannte) Silbenstruktur dieser Sprache zu beachten. Das letzte Wort darüber ist aber noch nicht gesprochen; Stellungnahmen wären erwünscht.



Theodor Ickler
Spardorf

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Gast
20.06.2001 22.00
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gebildeter Vielologe

Der Hinweis auf st im Lateinischen und Italienischen war interessant. Besonders lustig war Dis-tanz (beim Tanz in der Disco) mit vollem Res-pekt (Sache-brust, d.h. aus voller Brust) und Res-te (Sache-dich!). Ich befürchte nur, hinter dem Wortwitz steht eine ernst gemeinte Forderung. „Von der lateinischen Sprache ausgehend...“ ist mir daher nicht eindeutig genug. Wenn man es so meint, soll man doch klar und deutlich sagen „Da es im Lateinischen so und so ist, muss auch im Deutschen gelten...“. Allgemeine deutsche Rechtschreibung: „Da kosten von constare kommt, und ein Lateinkundiger das Morphem -stare als Einheit empfindet, darf man nicht kos-ten trennen.“ Bei solch falsch verstandener Bildung sehe ich sofort eine Komödie à la Moliere vor mir. Mit „gebildeter Italiener“ und „gebildeter Deutscher“ verrennt man sich hier sowieso. Soll der Deutsche dem Italiener erklären, dass Philologe gebildeter ist als Filologe? Der Italiener lacht sich kaputt. „... daß die sog. Rechtschreibreform keine Rücksicht nehmen will auf überlieferte Kultur, Stammprinzip und schon gar nicht auf Ausländer.“ Wie wäre es denn, wenn in Goethe-Instituten in den USA / UK etc. und in Frankreich Philologe gelehrt wird, und in anderen Ländern Filologe; so würd man doch auf die „Ausländer“ Rücksicht nehmen, richtig?

Wie ist denn der Begriff „s impura“ zu verstehen, was ist daran unrein?.



Michael Jansen

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Theodor Ickler
20.06.2001 22.00
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Silbentrennung

Gegen die reformierte Silbentrennung bei griechisch- und lateinischstämmigen Fremdwörtern ist einzuwenden, daß zwar grundsätzlich die morphologische Trennung beibehalten, in einer sehr großen Zahl von völlig unvorhersehbaren Fällen jedoch aufgegeben ist. So sind die Präpositionen re-, pro-, epi- usw. zwar grundsätzlich bewahrt, aber in vielen Fällen eben auch wieder nicht. (Einzelheiten in meinen Besprechungen.) Da das amtliche Regelwerk sich darüber ausschweigt und das amtliche Wörterverzeichnis überhaupt keine Trennungen angibt, kam es zu dem letzte Coup der Reformerclique: Die Kommission hat zusammen mit Duden und Bertelsmann eine sechzig Seiten starke Liste von Trennstellen vereinbart und dann mit einiger Konsequenz in die den neuesten Wörterbüchern umgesetzt. Die Konkurrenz weiß nichts davon, die Liste ist Eigentum der beiden Verlage. Wir haben nur durch den Bericht von Dudenredakteur Scholze-Stubenrecht davon erfahren. Zumindest eine Teil der Rechtschreibung wird also in einem bisher nicht gekannten Ausmaß Geheimwissen weniger Eingeweihter. Die morphologische Trennung konnte sich jeder bei einigem guten Willen noch erarbeiten, das neue Geheimwissen nicht mehr. Ich überlasse es jedem einzelnen, diese unglaublichen Vorgänge, die allerdings nur zu gut zu den „mafiaähnlichen“ Verhältnissen passen, zu beurteilen.



Theodor Ickler

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Theodor Ickler
20.06.2001 22.00
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Silbentrennung

Gegen die reformierte Silbentrennung bei griechisch- und lateinischstämmigen Fremdwörtern ist einzuwenden, daß zwar grundsätzlich die morphologische Trennung beibehalten, in einer sehr großen Zahl von völlig unvorhersehbaren Fällen jedoch aufgegeben ist. So sind die Präpositionen re-, pro-, epi- usw. zwar grundsätzlich bewahrt, aber in vielen Fällen eben auch wieder nicht. (Einzelheiten in meinen Besprechungen.) Da das amtliche Regelwerk sich darüber ausschweigt und das amtliche Wörterverzeichnis überhaupt keine Trennungen angibt, kam es zu dem letzte Coup der Reformerclique: Die Kommission hat zusammen mit Duden und Bertelsmann eine sechzig Seiten starke Liste von Trennstellen vereinbart und dann mit einiger Konsequenz in die den neuesten Wörterbüchern umgesetzt. Die Konkurrenz weiß nichts davon, die Liste ist Eigentum der beiden Verlage. Wir haben nur durch den Bericht von Dudenredakteur Scholze-Stubenrecht davon erfahren. Zumindest eine Teil der Rechtschreibung wird also in einem bisher nicht gekannten Ausmaß Geheimwissen weniger Eingeweihter. Die morphologische Trennung konnte sich jeder bei einigem guten Willen noch erarbeiten, das neue Geheimwissen nicht mehr. Ich überlasse es jedem einzelnen, diese unglaublichen Vorgänge, die allerdings nur zu gut zu den „mafiaähnlichen“ Verhältnissen passen, zu beurteilen.



Theodor Ickler

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Gast
20.06.2001 22.00
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gebildeter Vielologe

Der Hinweis auf st im Lateinischen und Italienischen war interessant. Besonders lustig war Dis-tanz (beim Tanz in der Disco) mit vollem Res-pekt (Sache-brust, d.h. aus voller Brust) und Res-te (Sache-dich!). Ich befürchte nur, hinter dem Wortwitz steht eine ernst gemeinte Forderung. „Von der lateinischen Sprache ausgehend...“ ist mir daher nicht eindeutig genug. Wenn man es so meint, soll man doch klar und deutlich sagen „Da es im Lateinischen so und so ist, muss auch im Deutschen gelten...“. Allgemeine deutsche Rechtschreibung: „Da kosten von constare kommt, und ein Lateinkundiger das Morphem -stare als Einheit empfindet, darf man nicht kos-ten trennen.“ Bei solch falsch verstandener Bildung sehe ich sofort eine Komödie à la Moliere vor mir. Mit „gebildeter Italiener“ und „gebildeter Deutscher“ verrennt man sich hier sowieso. Soll der Deutsche dem Italiener erklären, dass Philologe gebildeter ist als Filologe? Der Italiener lacht sich kaputt. „... daß die sog. Rechtschreibreform keine Rücksicht nehmen will auf überlieferte Kultur, Stammprinzip und schon gar nicht auf Ausländer.“ Wie wäre es denn, wenn in Goethe-Instituten in den USA / UK etc. und in Frankreich Philologe gelehrt wird, und in anderen Ländern Filologe; so würd man doch auf die „Ausländer“ Rücksicht nehmen, richtig?

Wie ist denn der Begriff „s impura“ zu verstehen, was ist daran unrein?.



Michael Jansen

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Thomas Rhaire
19.06.2001 22.00
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Aktivitäten

Die Frage-und-Antwort-Technik finde sehr geeignet, weil es ja darum geht, Sachverhalte präzise, aber nicht ›stocksteif‹ oder ›staubtrocken‹, sondern aufgelockert und anregend darzustellen (siehe Langer, Schulz v. Thun, Tausch: »Sich verständlich ausdrücken«, Ernst Reinhardt Verlag, München, Basel, 6. Auflage 1999).
Und: es sollte meiner Meinung nach auch die ganze Ungeheuerlichkeit dieses ›Reformvorgangs‹ erkennbar werden!

Auf jeden Fall finde es sehr klasse, daß in diesem Forum endlich Aktivitäten gegen diese hirnkalte »Recht«schreibung unternommen werden!

Es ist ein krasses Mißverhältnis, daß der inzwischen auf vielerlei Unzulänglichkeiten und Grobgeistigkeiten beruhende Duden sich selbstgefällig in den Regalen der Buchhandlungen räkelt, während das »Rechtschreibwörterbuch« und die »Regelungsgewalt« nicht einmal beim Großhändler vorrätig sind und also nur über den Verlag bestellt werden können!
Das stellt die zugrunde liegende Realität vollkommen auf den Kopf und sollte von niemandem, der das erkennt, hingenommen werden!



Thomas Rhaire
Hamburg

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Peter W. Forster
19.06.2001 22.00
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st = s impura




Norbert Lindenthal (Bad Ems Norbert@Lindenthal.com) schrieb vor acht Tagen an dieser Stelle von st, das in einigen Landstrichen als scht (Kasch-ten) gesprochen werde. Das stimmt insofern nicht ganz, als man das st wenigstens im Schwäbischen als schd ausspricht und nie Kasch-da trennen würde. Auf alle Fälle eine gute Anregung.
Von der lateinischen Sprache ausgehend ist die st- (und auch sp-)Trennung besonders sinnstörend. Die vielen mit stare (sistere), sternere, stringere und struere zusammengesetzten Komposita werden in unserer Sprache als Fremd- und Lehnwörter gebraucht (kosten von con-stare).
Im Italienischen bildet s mit dem t als folgendem Konsonanten die Einheit st (genannt „s impura“), die nicht abgetrennt werden darf: re-sto, der Rest. Wenn der zur Rechtschreibreform gezwungene Deutschlehrer am Goethe-Institut den Plural von Rest bei der Trennung als Res-te einem Italiener als richtig verkaufen muß, dann wird sich gerade der gebildete Italiener nicht so sehr wundern, daß die Deutschen nicht mehr Latein lernen und Reste von re-stare herleiten können, sondern er wird, wenn er einen noch normalen Deutschlehrer vor sich hat, von diesem erfahren, daß die sog. Rechtschreibreform keine Rücksicht nehmen will auf überlieferte Kultur, Stammprinzip und schon gar nicht auf Ausländer.
So hatte z.B. Herr H. Z. aus dem Kultusministerium in Bayern mitsamt seiner Staatssekretärin M.H. damals wichtigere Dinge zu tun als sich um die Kultur der Sprache zu kümmern. Bin ich schon wieder bei der Polemik?  Nein. H. Zehetmair ist nicht der Vater von Frau Hohlmeier, der war Franz Strauß, und auch nicht der Taufpate eines ihrer Kinder. Taufpate, das wissen wir aus einem Zeitungsinterview von Frau M.H. selbst, ist der jetzige Bayerische Ministerpräsident, der ihr jetzt den Bayerischen Verdienstorden umgehängt hat, so wie deren Vater vor Jahren ihm, dem jetzigen Bayerischen Minis-ter-päsidenten (ein Maxi dem dreimal Mini?), damals den Orden umgehängt hat. H.Z. ist auch nicht der Schwiegervater einer Bertelsmanntochter. Warum nur hat der Altphilologe als alter Filou die Sprache so verraten und besonders alle Altphilologen so sehr vorgeführt und beleidigt?
Wir hören immer wieder, wir hätten keine neuen Argumente gegen die sog. Rechtschreibreform. Das stimmt genauso, wie es stimmt, daß es keine vernünftigen Argumente für die sog. Rechtschreibreform gibt und gab. So gesehen müssen wir die Argumente immer wiederholen. Auch wenn das Glas voll ist, müssen wir immer nachschenken. Wir werden also so lange H. Z. nachschenken und an die verschleuderten Milliarden und die von ihm versenkten Kulturgüter erinnern müssen, bis nur noch sein Kopf aus dem Sektgewässer herausschaut und er endlich vor aller Öffentlichkeit bekennt, die sog. Rechtschreibreform sei die größte Dummheit seines Lebens gewesen. Wir werden in sein noch immer grinsendes Gesicht aus kurzer Dis-tanz (beim Tanz in der Disco) mit vollem Res-pekt (Sache-brust, d.h. aus voller Brust) für die philologische Meis-terleis-tung ein paar Gläser Sekt schütten müssen. Die Res-te (Sache-dich!) der Flasche kann er sich dann selbst über die Hose schütten.
Entschuldigung, ich bin schon wieder zu weit weg vom st, bin bei „s impura“. Ein anständiger Ausländer, auch wenn sein Italiano, muß eben lernen Deutsch so, wie sein aben gewollt das Gudusminister und sdudiertes Altfilologe, auch wenn es sein sehr aufwändig und impura, unanständig gegen ausländisches Abendlander also.

Peter W. Forster, StD pw.forster@t-online.de



Peter W. Forster, StD
Lerchenstraße 9, 84137 Vilsbiburg

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Peter W. Forster
19.06.2001 22.00
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st = s impura




Norbert Lindenthal (Bad Ems Norbert@Lindenthal.com) schrieb vor acht Tagen an dieser Stelle von st, das in einigen Landstrichen als scht (Kasch-ten) gesprochen werde. Das stimmt insofern nicht ganz, als man das st wenigstens im Schwäbischen als schd ausspricht und nie Kasch-da trennen würde. Auf alle Fälle eine gute Anregung.
Von der lateinischen Sprache ausgehend ist die st- (und auch sp-)Trennung besonders sinnstörend. Die vielen mit stare (sistere), sternere, stringere und struere zusammengesetzten Komposita werden in unserer Sprache als Fremd- und Lehnwörter gebraucht (kosten von con-stare).
Im Italienischen bildet s mit dem t als folgendem Konsonanten die Einheit st (genannt „s impura“), die nicht abgetrennt werden darf: re-sto, der Rest. Wenn der zur Rechtschreibreform gezwungene Deutschlehrer am Goethe-Institut den Plural von Rest bei der Trennung als Res-te einem Italiener als richtig verkaufen muß, dann wird sich gerade der gebildete Italiener nicht so sehr wundern, daß die Deutschen nicht mehr Latein lernen und Reste von re-stare herleiten können, sondern er wird, wenn er einen noch normalen Deutschlehrer vor sich hat, von diesem erfahren, daß die sog. Rechtschreibreform keine Rücksicht nehmen will auf überlieferte Kultur, Stammprinzip und schon gar nicht auf Ausländer.
So hatte z.B. Herr H. Z. aus dem Kultusministerium in Bayern mitsamt seiner Staatssekretärin M.H. damals wichtigere Dinge zu tun als sich um die Kultur der Sprache zu kümmern. Bin ich schon wieder bei der Polemik?  Nein. H. Zehetmair ist nicht der Vater von Frau Hohlmeier, der war Franz Strauß, und auch nicht der Taufpate eines ihrer Kinder. Taufpate, das wissen wir aus einem Zeitungsinterview von Frau M.H. selbst, ist der jetzige Bayerische Ministerpräsident, der ihr jetzt den Bayerischen Verdienstorden umgehängt hat, so wie deren Vater vor Jahren ihm, dem jetzigen Bayerischen Minis-ter-päsidenten (ein Maxi dem dreimal Mini?), damals den Orden umgehängt hat. H.Z. ist auch nicht der Schwiegervater einer Bertelsmanntochter. Warum nur hat der Altphilologe als alter Filou die Sprache so verraten und besonders alle Altphilologen so sehr vorgeführt und beleidigt?
Wir hören immer wieder, wir hätten keine neuen Argumente gegen die sog. Rechtschreibreform. Das stimmt genauso, wie es stimmt, daß es keine vernünftigen Argumente für die sog. Rechtschreibreform gibt und gab. So gesehen müssen wir die Argumente immer wiederholen. Auch wenn das Glas voll ist, müssen wir immer nachschenken. Wir werden also so lange H. Z. nachschenken und an die verschleuderten Milliarden und die von ihm versenkten Kulturgüter erinnern müssen, bis nur noch sein Kopf aus dem Sektgewässer herausschaut und er endlich vor aller Öffentlichkeit bekennt, die sog. Rechtschreibreform sei die größte Dummheit seines Lebens gewesen. Wir werden in sein noch immer grinsendes Gesicht aus kurzer Dis-tanz (beim Tanz in der Disco) mit vollem Res-pekt (Sache-brust, d.h. aus voller Brust) für die philologische Meis-terleis-tung ein paar Gläser Sekt schütten müssen. Die Res-te (Sache-dich!) der Flasche kann er sich dann selbst über die Hose schütten.
Entschuldigung, ich bin schon wieder zu weit weg vom st, bin bei „s impura“. Ein anständiger Ausländer, auch wenn sein Italiano, muß eben lernen Deutsch so, wie sein aben gewollt das Gudusminister und sdudiertes Altfilologe, auch wenn es sein sehr aufwändig und impura, unanständig gegen ausländisches Abendlander also.

Peter W. Forster, StD pw.forster@t-online.de



Peter W. Forster, StD
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Thomas Rhaire
19.06.2001 22.00
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Aktivitäten

Die Frage-und-Antwort-Technik finde sehr geeignet, weil es ja darum geht, Sachverhalte präzise, aber nicht ›stocksteif‹ oder ›staubtrocken‹, sondern aufgelockert und anregend darzustellen (siehe Langer, Schulz v. Thun, Tausch: »Sich verständlich ausdrücken«, Ernst Reinhardt Verlag, München, Basel, 6. Auflage 1999).
Und: es sollte meiner Meinung nach auch die ganze Ungeheuerlichkeit dieses ›Reformvorgangs‹ erkennbar werden!

Auf jeden Fall finde es sehr klasse, daß in diesem Forum endlich Aktivitäten gegen diese hirnkalte »Recht«schreibung unternommen werden!

Es ist ein krasses Mißverhältnis, daß der inzwischen auf vielerlei Unzulänglichkeiten und Grobgeistigkeiten beruhende Duden sich selbstgefällig in den Regalen der Buchhandlungen räkelt, während das »Rechtschreibwörterbuch« und die »Regelungsgewalt« nicht einmal beim Großhändler vorrätig sind und also nur über den Verlag bestellt werden können!
Das stellt die zugrunde liegende Realität vollkommen auf den Kopf und sollte von niemandem, der das erkennt, hingenommen werden!



Thomas Rhaire
Hamburg

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