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Schwarzer Humor, Satire
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Sigmar Salzburg
05.06.2010 20.02
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Warum haben wir so etwas noch nicht geschafft?

Die isländische Spaßpartei „Beste Partei“ („Nesti Flokkurinn“) stellt mit einem populären TV-Komiker den neuen Oberbürgermeister von Reykjavik. Der 43-jährige Jón Gnarr hatte die Kommunalwahl vor einer Woche souverän mit Slogans wie „kostenlose Handtücher in allen Schwimmbädern“ und der Forderung nach Eisbären im Zoo von Reykjavik gewonnen. …
Der Wahlsieg mit 34,7 Prozent galt als Protest gegen die Verantwortlichen für die in Island katastrophalen Folgen der Finanzkrise. … Die Partei von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir war mit 19,1 Prozent nur drittstärkste Kraft hinter der Spaßpartei und der konservativen Unabhängigkeitspartei (33,6 Prozent) geworden.

focus.de 5.6.2010

Unsere letzte Hoffnung bleibt daher „Die Partei“.
Auf ihrer Homepage bringt sie gerade die Erklärung einer schon als Bundespräsidentin gehandelten CDU-Politikerin, daß die Nichtzulassung „Der Partei“ berechtigt sei, da sie den „Wählerinnen und Wählern“ nicht nützt
:

„Eine aufschlußreiche Aussage, die Ursula von der Leyen da vor einiger Zeit bei Abgeordnetenwatch von sich gegeben hat“:

die-partei.de 03.06.2010

Nach diesem Maßstab hätten die für die nichtsnutzige „Rechtschreibreform“ verantwortlichen Parteien schon seit zwölf Jahren nicht mehr zu den Wahlen zugelassen werden dürfen.

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Sigmar Salzburg
02.06.2010 21.40
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Wir wollen Horst Köhler als Präsidenten!

Zur Köhler-Nachfolge wird jetzt stündlich eine andere Sau durchs Dorf getrieben – Pardon, es werden ja auch Frauen protegiert. Es ist halt so eine Redensart. Die Meinungsmacher heizen ein.
Kaum klicke ich mein Internet an, da meldet mir T-ohne-Linie schon:

„Deutsche wollen von der Leyen“
Hat die Bild-Zeitung erfragen lassen. Mich hat keiner gefragt

Bei Google News springt mir die Zeile entgegen:

„Die Sehnsucht nach Margot Käßmann“ Stern.de
Als gottloser Abstinenzler sehne ich mich nicht.

Die Spiegelleute haben sie schon unter „die Unmöglichen“ eingereiht, einen wichtigen Grund aber nicht erkannt: Ihr neuestes Buch mit dem Titel "Das große Du" könnte auch als Affront gegen die Kulturpolitik verstanden werden.

spiegel.de 2.6.2010

Die Kultusminister hatten doch eben noch das große Du wegen der Gefährdung der öffentlichen Schreibsicherheit verboten – anderes aber wieder nur groß zugelassen, wie das folgende:

Auch Walter Mixa,„der Schlagfertige“, wird nicht in Betracht gezogen.
Die Spiegelleute vergaßen aber den mildernden Umstand, daß seine Zuchtmaßnahmen eigentlich nicht aufs Gesäß zielten, sondern nur „aufs Allerwerteste“ ausgeübt wurden.

Hier kommt Bastian Sick ins Spiel: Der Rücktritt Horst Köhlers trifft Angela Merkel
... "aufs Allerhärteste", sagte sie der Presse. … Vielleicht wollte die Kanzlerin im ersten Impuls auch etwas ganz anderes sagen, nämlich dass sie Köhlers Rücktritt "aufs Schärfste verurteilt“.

Dann bringt Sick doch noch eine sinnvolle Idee:
Horst Köhler soll Präsident werden.
Sein Künstlername ist z.Zt. Gildo Horn.


spiegel.de 2.6.2010

NB: Vielleicht merkt das Ausland dann den Wechsel gar nicht!

P.S.: BILD übersetzt die Rücktrittsrede des Bundespräsidenten in Lenasprech:
bild dich 2.6.10

Es ist also nur eine Frage der Zeit, wann das veraltete Schuldeutsch von den Kultusministern reformiert und zeitgemäß angepaßt wird.

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Sigmar Salzburg
13.05.2010 09.20
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Geld gläubig Kultur bewegt

Kirchensteuer
Von Harald Schmidt

Kommt nach der sexuellen auch die finanzielle Belästigung? Diese Frage stellen sich viele verunsicherte Katholiken angesichts der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim: Ein bisschen austreten geht nicht! Geklagt hatte ein Kirchenrechtsprofessor, der zwar glaubt, aber nicht zahlen will. Jetzt stellte das Gericht klar: Wer in Deutschland glaubt, ohne Geld gläubig sein zu können, der irrt. …

focus.de 10.5.2010

Neue Rechtschreibung des Wortes „geldgläubig“? Aber der Knoten läßt sich auch herkömmlich auflösen – ein absichtlicher Scherz?
Zehetmair hat ähnliches mit dem Titel seines Buches über seine Kultusministerzeit zweifellos beabsichtigt: „Kultur bewegt“ – obwohl auch das natürlich falsche neue Rechtschreibung ist.

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Sigmar Salzburg
10.05.2010 13.34
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Kurpfuscher und Scharlatane

Garri R. wollte angeblich heilen – doch seine Drogentherapie brachte zwei Menschen den Tod. Jetzt verurteilte das Berliner Landgericht den 51-jährigen Arzt zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten. Als Mediziner darf er in Deutschland nie wieder praktizieren…

Der Gutachter im Prozess, der Toxikologe Benno Rießelmann, hatte unmissverständlich erklärt, dass die Reaktion des Einzelnen auf Ecstasy vollkommen unberechenbar sei. „Es gibt keine unbedenkliche Dosis. Bei gleicher Menge sind Personen individuell unterschiedlich intoxiniert.“ Ihm sein Fälle bekannt, bei denen Konsumenten bereits nach einmaliger Einnahme wochenlang in der Psychiatrie behandelt werden mussten.

spiegel.de 10.05.2010

Da kann man froh sein, daß die Schreibreformer und Reformpolitiker „nur“ an der Rechtschreibung gepfuscht haben.

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Sigmar Salzburg
09.05.2010 18.10
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Focus-Wissenschaftsporno

15:29
Faszination Wissen

Das Weltraumteleskop Herschel enthüllt
neue Details der Sternenentstehung und
Neandertaler paarten sich mit Menschen:
FOCUS Online veröffentlicht jede Woche die faszinierendsten Bilder.

[z.Zt. auf der Homepage]

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Sigmar Salzburg
07.05.2010 08.56
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Deutscher Export-Notstand

Schweinegrippe

Bundesländern droht Millionenverlust durch Impfstoff-Überschuss

Die Restbestände an Schweinegrippe-Impfstoff werden zum finanziellen Risiko für die Länderkassen. Sollten die Schutzmittel ihre Wirkung verlieren, droht ein Verlust von einer Viertelmilliarde Euro. Fieberhaft wird deswegen nach einem Abnehmer im Ausland gesucht – bislang ohne Erfolg.

spiegel.de 7.5.2010

Rechtschreibreform
Milliardenverluste durch überflüssige Rechtschreibreform
Die Restbestände an Reformschreibung werden zum Risiko für die Kulturgemeinschaft. Da die zwangsweise Schutzimpfung gegen Schreibfehler nie eine postive Wirkung erlangt hatte, ist der Volkswirtschaft bereits ein Schaden von mindestens fünf Milliarden Euro entstanden. Fieberhaft wird deswegen nach Abnehmern im Ausland gesucht – bislang ohne Erfolg.

Auch die unterentwickeltsten anglophonen Länder sehen keinen Bedarf an deutschem Reform-Knowhow – obwohl der Export einzelner mit der „Reform“ befaßter Institutionen vielversprechend begonnen hatte, wie eine Meldung der „Rheinpfalz“ vom 1.4.1999 zeigt:


Kopie des Bundesverfassungsgerichtes nach Uganda verkauft

AS/md. Eine Lizenz zur Errichtung eines landeseigenen „Bundesverfassungsgerichtes“ ist diese Woche nach Uganda verkauft worden. Ein Sprecher der Bundesregierung betonte, daß es sich hier nur um die Lizenz zum Betrieb eines Verfassungsgerichtes handele, das Bundesverfassungsgericht werde nach wie vor in Karlsruhe tätig bleiben. Die Lizenz beinhaltet auch das Recht, das Gebäude selbst als maßstabgetreue Kopie in Uganda zu errichten; Lichtpausen (Blaupausen) der früheren Bau(Blau)pläne sind Bestandteil des bereits am Montag in Kampala ratifizierten Vertrages.
Auslöser für den Verkauf der Lizenz war eine Äußerung des früheren Justizministers, in der dieser im Zusammenhang mit einem Urteil zur Rechtschreibreform das Bundesverfassungsgericht als „Exportschlager“ bezeichnet hatte. Das hatte das Interesse des ugandischen Botschafters in Bonn geweckt, der seinen Staatspräsidenten umgehend informiert hatte. …

(„Die Rheinpfalz“ vom 1.4.1999, S. 2)

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Sigmar Salzburg
27.04.2010 06.36
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Wissenschaft

Protestaktion Boobquake

Tag des Brustbebens

Weil ein iranischer Geistlicher Naturkatastrophen auf unzüchtig gekleidete Frauen zurückführte, schlug die US-Studentin Jen McCraight vor, sich freizügig anzuziehen. Die Idee zum Boobquake-Tag war geboren – jetzt ist es so weit…

Denn Boobquake trete schließlich einen Beweis an. Sie werde am Montag Stärke und Zahl von Erdbeben mit den Durchschnittswerten vergleichen. Dass dies nicht genug ist, einen wissenschaftlichen Beweis zu erbringen, weiß McCreight, die Genetik und Evolutionslehre studiert, natürlich auch: Um valide Daten zu erhalten, müsse man die Sache vielleicht wiederholen. Oder vielleicht die Erdbebendaten des Mardi Gras (eine Form des Karnevals) hinzuziehen.

spiegel.de 25.4.2010

Nun, die Kultusminister haben mit der „Rechtschreibreform“ ein noch größeres derartiges Massenexperiment zwangsweise durchgeführt. Die ausgebliebenen „Erleichterungen“ und „Fehlerverminderungen“ haben sie aber offensichtlich nicht von ihrem Aberglauben heilen können.

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Sigmar Salzburg
25.04.2010 14.59
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Annahmeschluß für Aprilscherze: 30.4.2010

Äußerst britischer Humor
Außenminister entschuldigt sich für Papst-Witz-Memo

Das interne Papier empfahl, der Papst solle bei seinem Besuch im September eine Homo-Ehe segnen, eine Abtreibungsklinik eröffnen und Benedikt-Kondome auf dem britischen Markt einführen. … Der junge Staatsdiener, der das Memo Anfang März an seine Kollegen schickte, sei inzwischen mit anderen Aufgaben betraut worden, heißt es. ... Es sei Ergebnis eines „Brainstormings, das selbst die sehr weit hergeholten Ideen berücksichtigte“. … Weitere Vorschläge waren laut „Telegraph“, der Papst solle ein Duett mit Queen Elizabeth II. singen oder Purzelbäume mit Kindern schlagen, um sie zu mehr Bewegung anzuhalten....
spiegel.de 25.4.2010.

Die „Rechtschreibreform“ ist vermutlich auch ein Unfall eines „Brainstormings, das selbst die sehr weit hergeholten Ideen berücksichtigte“, nur daß ein Dutzend Schreibexperten darein verwickelt war. Die hilflosen Versuche, einiges zurückzuziehen, deuten daraufhin, scheiterten aber bekanntlich an den Kultusministern, die den Scherz ernst nehmen wollten. Das hat immer noch Folgen:

BERLINER SZENE vom 24. April
Lammerts Ukas

Für Verwirrung unter den Beamten von Bundestag und Bundesrat hat ein Rundschreiben gesorgt, in dem es um einen Streit zwischen Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) und dessen Verwaltungsdirektor Hans-Joachim Stelzl ging. Die beiden promovierten Juristen legten danach Wert auf eine unterschiedliche Anwendung der deutschen Rechtschreibung in amtlichen Verlautbarungen: Während Lammert „sodass“ zusammen schreibe, bevorzuge Stelzl die getrennte Variante „so dass“. Beides ist nach dem Duden möglich. Schöne Geschichte, heißt es im Umfeld Lammerts, aber der vermeintliche Ukas war ein April-Scherz. …
swp.de 24.4.2010

Und dann war da noch aufgrund einer sprachlichen Verflachung ein
Bizarrer Prozess
Strafe wegen Diskriminierung von „schwulem“ Blindenhund

Alles war nur ein Missverständnis, versichern die Besitzer eines Thai-Restaurants im australischen Adelaide: Sie verweigerten einem Blinden den Zutritt, weil angeblich sein Hund schwul sei. Jetzt setzte es eine Geldstrafe …
Dem Restaurant zufolge basierte der Vorfall auf einem sprachlichen Missverständnis: Die weibliche Begleitung des blinden Mannes habe gefragt, ob sie einen „Guide Dog“ (zu deutsch Blindenhund) mit in das Lokal nehmen dürften. Der thailändische Kellner habe jedoch „Gay Dog“ („Schwuler Hund“) verstanden. Das ist nicht ganz unmöglich, wenn man den Dialekt der Australier kennt: In seinen breitesten Varianten klänge „Guide“ etwa wie „Gaid“ und „Gay“ wie „Gai“ – was fehlte, wäre ein kleiner Konsonant im Ablaut. Die Bedienung habe „wirklich geglaubt, dass der Hund ein normales Haustier ist“, das kastriert worden sei, „um schwul zu werden“, argumentierten die Besitzer des Lokals …
spiegel.de 25.4.2010

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Norbert Lindenthal
25.04.2010 12.05
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Hallervorden

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg … Die Links zu den Videos werden wohl nicht mehr gültig sein. Leider konnte ich auch nicht herausfinden, ob die geistreiche Szene auf den Hallervorden-DVDs im Handel zu finden ist.


Die Links sind zwar nicht gültig, müßten aber berichtigt werden können. Zur Not habe ich hier die drei verschiedenenvolumigen Filme zum Versenden auf Nachfrage.

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PL
24.04.2010 14.42
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Ich habe ein reines Herz.

Schaut nur den Silberstreif am Horizont: glänzt er nicht gülden?

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Sigmar Salzburg
24.04.2010 13.41
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Jörg Metes

Die SPAM-Mitarbeiter Jörg Metes und Tex Rubinowitz haben das lustigste Buch der Welt geschrieben. Nein, nicht die Memoiren von W. Mixa, sondern das Listen-Buch: „Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen“. Ein exklusiver Vorabdruck (Auszug) auf SPAM!

http://www.spiegel.de/spam/0,1518,690782,00.html

Der Text ist teilweise schon länger bekannt. Hier ist Jörg Metes vor allem durch seinen Sketch für Hallervorden zur „Rechtschreibreform“ in Erinnerung, den er vor Jahren hier im Forum eingesetzt hatte.

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Sigmar Salzburg
19.04.2010 06.44
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Bittersüßer Heimatabend
Eröffnungsgala des 18. Stuttgarter Kabarettfestivals im Schauspielhaus

Stuttgart
– Schöner kann ein Heimatabend gar nicht sein als die Eröffnungsgala des 18. Stuttgarter Kabarettfestivals, das bis 26. April auf fünf Stuttgarter Bühnen (Theaterhaus, Renitenztheater, Rosenau, Merlin und Laboratorium) zu sehen ist. ...
Sebastian Krämer punktet mit hoher Fistelstimme am Klavier. Der gebürtige Ostwestfale liefert selbst den gefälligen Ton zu den giftigen Texten, die von der Treue der Störche handeln und von den Gemeinsamkeiten zwischen Polizisten und Hunden. Auch die Deutschlehrer kriegen ihr Fett weg beim Thema Rechtschreibreform, die sie ebenso hätten verhindern können wie Bushido.

Eßlinger Zeitung 19.4.2010

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Detlef Lindenthal
09.04.2010 05.08
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Re: Titanic

Den Aufsatz von Norbert Geis in der Tagespost finde ich lesenswert. Aber ich stimme ihm nicht zu.

Ein Freundeskreis (Kirche), der etwas so Perverses (nicht Artgerechtes) wie das den Zölibat befürwortet und auch sonst nicht gerade wissenschaftsfreundlich ist, muß sich Anspielungen und Vergleiche gefallen lassen.

Es sieht so aus, als wenn die Tagespost dem (sonst teilschamhaft teilverhüllten) Gewaltopfer Jesus mehr Schutz gegenüber klerikaler Schändung (in einer Satiremagazin-Zeichnung) zukommen lassen will als (im wirkenden Schulalltag) den schutzbefohlenen Kindern.
Kinderschändung ist das Allerallerletzte.

Danke, Titanic, für das Titelbild.

____________

Bemerkenswert:
„das Zölibat“ 52.500 Gugel
„der Zölibat“ 40.400 Gugel – da nehmen wir doch mal rasch eine Geschlechtsumwandlung vor. Männlich is det eh nicht; männlich ist die liebevolle Hinneigung zu Weib und Kind.

__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
08.04.2010 18.44
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Titanic

Das Satire-Magazin Titanic bleibt anscheinend immer noch der traditionellen Kultur-Rechtschreibung treu – durch den Umzug zu Gruner + Jahr ist das aber vermutlich gefährdet. Im Titel tauchte jetzt der Spruch auf:

Das endgültige Aprilscherzmagazin
Pflichtblatt für Gruner+Jahr-Anwälte

http://www.titanic-magazin.de/heft.html

… und auf Facebook:

Kritik am aktuellen Titel
Nach dem Umzug der titanic zu Gruner+Jahr möchte die Redaktion ein wenig transparenter werden. Kritik am aktuellen Titel, wie sie etwa das religiöse Onlinemagazin kath.net äußert, kann ab sofort telefonisch durchgegeben werden unter 040 – 37 03-0. B...

Die Anspielung bezieht sich auf die Titelkarikatur:

Ein Geistlicher steht vor dem Kruzifix und verdeckt mit Kopf und rotem Käppi die Lendenpartie.

Dies hat die Phantasie des CSU-Politikers und Opus-Dei-Mitglieds Norbert Geis so beflügelt, daß er Handlungen erkennt, die gar nicht zu sehen sind. Und das stachelt ihn zu einer aufputschenden Attacke in der Tagespost an:


UNÜBERBIETBARE BESUDELUNG
Von Norbert Geis
Die „Titanic“-Karikatur ist strafbar – Auf Meinungsfreiheit kann sich das Blatt nicht berufen ...

die-tagespost.de 8.4.2010

Norbert Geis, der lustlos auch gegen die „Rechtschreibreform“ aufgetreten ist, hat sich vor allem einen Namen dadurch gemacht, daß er harte Strafen für Gotteslästerung forderte, d.h. für die angebliche Beleidigung eines nicht nachweisbaren höheren Wesens.

Selbst wenn die Phantasien des Dr. Geis zuträfen – wäre der Titanic-Titel nicht eine angemessene satirische Verbildlichung dessen, was die Bischöfe auch angeprangert haben?:


… Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hatte den Tätern in seiner Karfreitagspredigt Verrat am Evangelium vorgeworfen. »Sie schwächen und verraten das Evangelium Jesu Christi, ...«
Reutlinger General-Anzeiger 6.4.10

Eine noch detailreichere Phantasie zur Titanic-Karikatur entwickelt Helmut Matthies von kath.net:

kath.net 8.4.2010

Die Frommen verlangen die Unterdrückung jeglicher Kritik an ihren Vorstellungen und Handlungen. Daß aber Geistliche, Bischöfe und Päpste ständig vor mir und anderen als wertelose, gemeingefährliche Atheisten warnen dürfen, ist anscheinend für diese Leute in Ordnung.

P.S.: Norbert Geis beanstandet auch: „Das Gesicht des Gekreuzigten wird mit dem Ausdruck eines blöden Menschen dargestellt.“ Wie hat denn wohl ein nicht-blödes Gesicht Geisscher Norm auszusehen?

Nachtrag:

Titanic-Chef Leo Fischer spielte auf Nachfrage von «Meedia» das religiöse Unschuldslamm: «Wir sind schockiert über die zum Teil anstössigen und jugendgefährdenden Phantasien, die dieser Titel in manchen Hirnen auslöst. Wir von Titanic sehen hier einen Priester, der sich hingebungsvoll einem Kruzifix zuwendet – vielleicht in demütiger Anbetung.» Er sei überrascht, so viele katholische Leser zu haben, führt der Chefredaktor weiter aus. «Wir werden in christlicher Gelassenheit abwarten, bis das Publikum sich wieder beruhigt.»
20min.ch 9.4.10

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Sigmar Salzburg
06.04.2010 07.07
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Hundekot in den Köpfen der Politiker

Vorschlag der Grünen: Hartz-IV-Empfänger als Hundekotkontrolleure
Die Berliner Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling fordert, Hartz-IV-Empfänger in der Hauptstadt als Kontrolleure für Hundehaufen einzusetzen. …

[Bild]
Reingetreten. Die Grünen wollen aufräumen in der Hauptstadt der Hundehaufen.

„Was auf Gehwegen und an Straßen herumliegt, ist eklig! Der öffentliche Raum darf nicht länger als Kloake benutzt werden“, sagte die Politikerin laut „Bild.de“. Hämmerling fordert, dass zwanzig Hartz-IV-Empfänger pro Berliner Bezirk eingestellt werden, um zu prüfen, ob Hundebesitzer die Haufen vorschriftsmäßig entfernen.

Die Politikerin, die für Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus sitzt und sich bereits mit ihren nachdrücklichen Forderungen nach einem Hundeführerschein profiliert hat, sagte weiter: „Statt bezahlter Arbeitslosigkeit sollten Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt werden.“ (Tsp)

tagesspiegel.de 6.4.10

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Denken der Politiker zeigen sich am deutlichsten an ihrer Einstellung zum Hundekot. Während sich 1998 ganz Deutschland über die gerade zwangseingeführte „Rechtschreibreform“ erregte, gab es für das Kieler Stadtparlament einvernehmlich „Wichtigeres“, wie die Kieler Nachrichten am 3.8.1998 meldeten: „Der Hundekot stinkt der Stadt gewaltig“. Schon in den achtziger Jahren waren die gesellschaftspolitischen Lager im Bremer Stadtparlament nur noch an ihrer Behandlung der Hundehaufen erkennen: Während die Sozialdemokraten jeden Hundebesitzer verpflichten wollten, Plastikbeutel und Schäufelchen mit sich zu führen, um hündische Hinterlassenschaften sofort zu beseitigen, traten die Christdemokraten dieser sozialistischen Gleichmacherei entgegen und verlangten die Einstellung eines amtlichen Hundekotbeseitigers.

Hundekot ist auch ein Anliegen der deutschen Rechts- und Verwaltungspraxis:


„Nach dem Abkoten bleibt der Kothaufen grundsätzlich eine selbstständige bewegliche Sache, er wird nicht durch Verbinden oder Vermischen untrennbarer Bestandteil des Wiesengrundstücks, der Eigentümer des Wiesengrundstücks erwirbt also nicht automatisch Eigentum am Hundekot.“
(Fallbeispiel der Deutschen Verwaltungspraxis)

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