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Sigmar Salzburg
03.01.2013 16.03
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Unter den Topten der schlimmsten Antisemiten der Welt?

Das Simon-Wiesenthal-Center hat den Spiegel-Kolumnisten Jakob Augstein, angeblich natürlicher Sohn Martin Walsers, unter die Topten¹ der schlimmsten Antisemiten eingereiht. Die „junge Welt“ bringt gekürzt den Entlastungskommentar der FAZ v. 2.1.13 unter „Abgeschrieben / Seite 8“ in der klassischen Rechtschreibung, in der er erschienen wäre, wenn die FAZ-Herausgeber nicht 2007 vor der ss-Reform zu Kreuze gekrochen wären:

Augstein kritisiert die Regierung von Benjamin Netanjahu, die nukleare Bewaffnung Israels, er prangert die Rolle der jüdischen Interessenverbände in den Vereinigten Staaten an, und findet, daß Israel in Gaza seine künftigen Feinde ausbrütet. Man muß diese Kritik und die Analyse, die ihr voraus_geht, im einzelnen nicht teilen, aber sie hat nichts mit Antisemitismus zu tun, denn sie benennt präzise, welche Politiker und welcher Kurs kritisiert werden. Auch seine Erwähnung einer gewaltbereiten israelischen Minderheit entstammt keinem vagen Ressentiment, sondern entspricht der Wahrheit. Es war ja kein Palästinenser, der Rabin ermordet hat.

Zum echten Heuler wird diese Plazierung durch ihre Begründung. Sie stammt ausgerechnet von Henryk M. Broder, den das Center als respektierten Kolumnisten und Experten in dieser Frage vorstellt.

jungewelt.de 3.1.2013

Die reformiert falsche „Plazierung“ steht so schon in der FAZ, ebenso das reformiert großzuschreibende „im einzelnen”, getreu der alten Pauschalregel „im Zweifelsfalle klein“. Die ist auf jeden Fall klüger, als Augsteins zweideutiges Motto „Im Zweifel links“. Augstein ist natürlich kein Antisemit, noch nicht einmal ein Antizionist, wie viele orthodoxe und linke Juden.

¹) Urreform für „Top ten“

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Sigmar Salzburg
02.01.2013 07.55
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ZITAT DES TAGES

„Unser Vorsatz für 2013: Steinbrück vor der Armut bewahren. Angela Merkel wieder zur Bundeskanzlerin wählen!“

CDU-Generalsekretär Herrmann Gröhe via Twitter zur Forderung von SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück nach einem höheren Kanzlergehalt

junge Welt 2.1.2013 (weiterhin in richtiger Rechtschreibung schreibend)

Erinnert sich noch jemand an die Forderung der Jusos, niemand solle mehr als 5000 DM (!) monatlich verdienen? Die wurden zurechtgestutzt, irgendwann kam die Meldung „das 5000-Mark-Ding ist vom Tisch“ und Willy Brandt durfte seine ca. 10000 DM behalten. Wie bescheiden war man doch damals!

Allerdings bezog bereits damals der Pleite-Chef der gewerkschaftseigenen Neuen Heimat, Albert Vietor, ein zehnfaches Monatsgehalt.

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Sigmar Salzburg
13.12.2012 05.19
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Heute wäre Robert Gernhardt 75 Jahre alt geworden

In der „jungen Welt“ erinnert Kai Köhler an den Schriftsteller, Zeichner und Maler (in der von ihm bevorzugten klassischen Rechtschreibung) unter dem Titel:

„Spöttischer Retter“

… Ab 1956 studierte Gernhardt Malerei in Stuttgart und Berlin, in Berlin auch Germanistik. Im Rückblick, nämlich im 1988 erschienenen Essay »Engel, Löwe, Lichtfleck«, stellte er die Studienzeit weniger als eine Phase angeleiteten Lernens dar denn als nützlichen Freiraum, andere Studierende kennenzulernen und mit ihnen gemeinsam Ideen zu entwickeln. Es ist dies ganz allgemein die Lernweise der begabten und interessierten Studierenden, die selbst denken und nicht darauf angewiesen sind, daß man ihnen sagt, was sie für eine Prüfung brauchen; die totreformierte Universität heute bietet das kaum mehr…

Er arbeitete als Texter, Zeichner und zeitweise als Redakteur bei der in Frankfurt am Main erscheinenden Satirezeitschrift pardon. Zusammen mit den Weggefährten F. W. Bernstein und F. K. Waechter gestaltete er insbesondere die Beilage »Welt im Spiegel«, die einen starken Anteil an Nonsense aufwies.

Man könnte »Nonsense« mit Unsinn übersetzen, träfe aber knapp daneben… Jedenfalls ist Nonsense der seltene Fall eines Anarchismus durch Konsequenz…

… die Satire kann sich gegen Idiotismen von rechts und von links wenden. Die Angehörigen der Neuen Frankfurter Schule sparten keine Seite aus, eine Tradition, die das Nachfolgeblatt von pardon, die Titanic, fortführt … Viele von Gernhardts Gedichten sind Stilparodien. Es sind Gedichte über Gedichte, und den ganzen Genuß hat nur, wer mindestens den Ton der Vorlage im Gedächtnis hat, besser noch: die Vorlagen selbst kennt…

»Sonntagmorgenandacht«: »›Bis hierher hat uns / Gott gebracht in / seiner großen / Güte‹ – vielleicht sollte / mal jemand dem Chor / im Haus-Sender stecken, / daß er vor Krankenhausinsassen singt.« Ernst grundiert ist dies freilich dadurch, daß am Ende eines sicher ist, der Tod. Das Schlußgedicht trägt den Titel: »Vorläufiges Fazit« und lautet: »Das Leben hat mir / die Instrumente gezeigt. / Ich habe genickt, / zum Zeichen, daß ich begriffen habe. / Seither sinne ich, / wie ich das Leben austricksen kann. / Beifällig nickt dazu Gevatter Tod.«

… Im späteren Essay »Der letzte Zeichner«, der seiner Sammlung von kunstkritischen Essays von 1999 den Titel gab, sah er den Verlust jeglicher Maßstäbe von Qualität und damit, daß, wie nach jeder Revolution, »die Borniertesten, die Robespierres und die Stalins«, das Feld beherrschten.

… wer gut parodieren will, muß genauer hinschauen als der Bewunderer. Der Begriff des Geschichtlichen als Fortschritt ist so freilich nicht zu haben.

jungewelt.de 6.12.2012

Robert Gernhardt wurde in Rechtschreibung.com bereits mehrfach erwähnt, u.a. hier: 1, 2, 3, und kritisch: 4.
Übrigens: Anfangs trat Gernhardt in „Pardon“ noch unter dem Pseudonym „Lützel Jeman“ auf.

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Sigmar Salzburg
24.11.2012 09.23
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Lesenswert in „junge Welt“ …

… in bewährter Kulturrechtschreibung

Literatur.
Kunst der Deduktion
Vor 125 Jahren betreten Sherlock Holmes und Dr. Watson erstmals die literarische Bühne


Von Michael Zander

[auch entlegenere Regeln der herkömmlichen Rechtschreibung werden beachtet:]

›Woher um alles in der Welt wissen Sie das denn?‹ ›Unwichtig‹, sagte er, wobei er in sich hineinkicherte. ›Jetzt geht es um das Hämoglobin.‹« So lautet der erste Wortwechsel zwischen dem Ich-Erzähler, dem jungen, außer Dienst gestellten Militärarzt John H. Watson, und Sherlock Holmes, dessen Beruf zunächst im dunkeln bleibt.

»... Und die Schlußfolgerungen werden im nachhinein, von der Katastrophe aus, gezogen.«

Watson signalisiert, wenn auch recht gönnerhaft, Toleranz in bezug auf Ehen zwischen Schwarzen und Weißen (»Das gelbe Gesicht«).

jungewelt.de 24.11.2012

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Sigmar Salzburg
19.11.2012 08.19
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Die ‚junge Welt‘…

… gute Kulturbeiträge:

Das Weltauge
Bildende Kunst. Anläßlich des 225. Geburtstages von Louis Daguerre, Miterfinder der Fotografie


Heinrich Heine faszinierten diese neuen Bilderwelten… Zugleich wendete er sich spitzfindig, so in seinen nachgelassenen Aphorismen und Fragmenten, gegen eine zählebige, von Zeitgenossen wie Carl Friedrich von Rumohr vertretene Vorstellung: »Daguerrotype [sic!] – Zeugnis gegen die irrige Ansicht, daß die Kunst eine Nachahmung der Natur«. Heine wußte natürlich, daß in der jungen Fotografie stets ein vermittelndes Subjekt präsent ist: mit seiner Wahl des Zeitpunkts, des Blickwinkels, des Ausschnitts, der Bildkomposition, des Aufzeichnungsmaterials. Und daß sie mit ihren Bildern die visuellen Vorstellungen einer Zeit und einer Gesellschaft mitprägt und vermittelt.

jungewelt.de 17.11.2012

… und immer in anständiger Kulturrechtschreibung.

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Sigmar Salzburg
30.09.2012 21.24
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Grüne Wandlungen …

…in der Sicht der „jungen Welt“

Der einstige 68er-Rebell, Frankfurter Sponti und Veteran der grünen Bewegung, Daniel Cohn-Bendit (geb. 1945), hat eine bemerkenswerte Wandlung vollzogen. Erst verordnete er seinen Genossen eine »Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus«, dann machte er aus den ehemals pazifistischen Grünen gemeinsam mit Joschka Fischer und anderen eine bellizistische Partei. Nun plädiert er zusammen mit dem ehemaligen belgischen Premierminister und Europapolitiker Guy Verhofstadt (geb. 1953) ganz offen für den europäischen Griff nach der Weltherrschaft…

Daß es sich beim Kapitalismus um ein Herrschaftssystem handelt, welches es wegzufegen sich lohnen würde, um der Demokratie den nötigen Entfaltungsraum zu verschaffen, kommt dem grünen Politikstrategen Cohn-Bendit heute nicht mehr in den Sinn…

Statt dessen verfahren die Autoren erklärtermaßen nach der Devise: »Demokratie heißt, der öffentlichen Meinung voraus zu sein.« Im Klartex heißt das, die Politiker sollen sich von den Wünschen und Interessen ihres Wahlvolks nicht weiter irritieren lassen und nach eigenem Gutdünken die Führung übernehmen…

jungewelt.de 1.10.2012

… wie es schon bei der „Rechtschreibreform“ von allen Parteien erprobt worden ist.

(Dieser Text ist in der „alten“ Rechtschreibung verfaßt. Haben Sie es bemerkt?)

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Sigmar Salzburg
21.09.2012 18.15
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Die ‚junge Welt‘ in Kulturrechtschreibung:

Vom Typ eher ängstlich
Päpste und Probleme: Die Ausstellung »Graphische Delikte« von F.W. Bernstein und Christiane Steltner in Berlin


F. W. Bernstein ist der Altmeister der Karikatur und gleichzeitig deren großer Außenseiter…
Man könnte noch viel mehr über den Künstler Bernstein sagen und berichten, zumindest aber muß man noch daran erinnern, daß er zum Gründungsensemble der »Neuen Frankfurter Schule« gehörte, daß er bereits in den frühen Sechzigern das damals tonangebende Satiremagazin »Pardon« tonangebend mitgestaltete, daß er beteiligt war an dem legendären Büchlein »Die Wahrheit über Arnold Hau« und zusammen mit Robert Gernhardt und Friedrich Karl Waechter »WimS – Welt im Spiegel« machte…

Aber dann gucke ich mir die Zeichnungen von Christiane Steltner an und denke: So kann mans natürlich auch machen. Die einzelnen Päpste auf das Wesentliche reduziert, präzise ihren Charakter herausarbeitend mit wenigen, unaufwendigen, aber genau sitzenden Strichen und mit einem Kommentar versehen, der von einem tiefen Humorverständnis zeugt. Was Christiane Steltner da für den Humor geleistet hat, ist, um das mal in einem Kalauer auszudrücken, gar nicht wieder gutzumachen.

Zum Beispiel die Nr. 52: Ormisda, da steht: »Schisma hin und her – und wieder zurück, hat sich neun Jahre im Sattel gehalten, und also ist er Schutzheiliger der Stallburschen und Reitknechte geworden« …
Von der Nummer 56, Johann I., erfahren wir, daß er eine »Lese-Rechtschreibschwäche« hatte, von der Nr. 40, Innozenz I, daß er »nah am Wasser gebaut« hatte, und von der Nr. 72. Johann IV, daß er es zum »Patron der Möbelschreiner und Daunendeckler« gebracht hat …

Und am Schluß noch ein schöner Witz, der gut zu dieser Ausstellung paßt und von Wiglaf Droste sein könnte, und wer weiß, vielleicht ist er sogar von ihm:

Der Papst stirbt und kommt an die Himmelstür. Petrus begrüßt ihn und fragt nach seinem Namen.
»Ich bin der Papst!«
»Papst ... Papst«, murmelt Petrus. »Tut mir leid, ich habe niemanden mit diesem Namen in meinem Buch.« […]
Jesus kommt angerannt.
»Ja, Vater, was gibt’s?«
Gott und Petrus erklären ihm die Situation.
»Moment«, sagt Jesus, »ich guck mir den mal an. Bin gleich wieder zurück.«
Zehn Minuten später ist er wieder da, Tränen lachend.
»Ich faß es nicht«, jappst er. »Erinnerst du dich an den kleinen Fischerverein, den ich vor 2000 Jahren gegründet habe? Den gibt’s immer noch!«

Bis zum 20.10., Dorotheenstädtische Buchhandlung, Turmstraße 5, Berlin

jungewelt.de 22.9.2012

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Sigmar Salzburg
07.09.2012 08.08
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Aus der jungen Welt

Zitat des Tages

„… wir sind alle durch ein Multinationales Schulsystem gepresst worden und es ist daher gar nicht möglich bei einer so großen Menge von Nicht Deutschen noch vernünftig Deutsch zu lernen.“

Die neofaschistische Gruppe »Freies Netz Recklinghausen« zum Vorwurf eklatanter orthographischer Schwächen in einem in dem neonazistischen Internetportal »Altermedia« veröffentlichten Beitrag.

jungewelt.de 7.9.2012

Die jW überträgt Zitate aus reformierten Medien meistens in die bewährte Rechtschreibung. Zu Recht wird aber hier den Rechten die anständige Rechtschreibung verweigert!

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Sigmar Salzburg
05.09.2012 06.49
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Fast 30 Prozent! Ein Staatsunternehmen?

Mehr als jeder vierte

Im »Thüringer Heimatschutz«, aus dem die NSU-Terrorzelle hervorging, sollen rund 40 Geheimdienstspitzel aktiv gewesen sein. Er hatte rund 140 Mitglieder


… Aus einem Geheimpapier des BfV, das der Frankfurter Rundschau zugespielt wurde, konnte damals geschlossen werden, daß etwa jeder Zehnte im THS für einen Nachrichtendienst tätig war. Dies mußten die Ausschüsse nach Auswertung weiterer Akten nach oben korrigieren.

Daß der THS mit Tino Brandt von einem V-Mann des Verfassungsschutzes angeleitet wurde, war bereits vor dem Auffliegen der Terrorzelle bekannt…

junge Welt 5.9.2012 (in normaldeutscher Rechtschreibung)

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Sigmar Salzburg
02.09.2012 19.01
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Uneinigkeit in der linken Presse

Die „junge Welt“ prangert an (in bewährter Rechtschreibung):

Gegen Krieger und Heuchler
Frieden braucht Aufklärung. Beim Kampf gegen die herrschende Kriegsapologetik liefert die junge Welt ständig Fakten und Argumente


Für Expfarrer Gauck sind es bekanntlich all die Glücksüchtigen, die es nur schwer ertragen können, daß es wieder deutsche Gefallene gibt (siehe junge Welt vom 13.6.2012) …

Und eine »Sozialistische Tageszeitung« schließlich berichtete am vergangenen Mittwoch ausnehmend wertfrei und an prominenter Stelle unter dem Titel »Der Tag nach Assad« darüber, wie »syrische Exilpolitiker ihre Pläne für einen Rechtsstaat« im Hause der Bundespressekonferenz vorstellten.

jungewelt.de 1.9.2012

Gemeint ist natürlich das „Neue Deutschland” (in „angepasster“ Rechtschreibung):

Von Roland Etzel
Der Tag nach Assad
In Berlin stellten syrische Exilpolitiker ihre Pläne für einen Rechtsstaat vor

Direkt gesponsert von der Schweiz und den USA sowie tatkräftig unterstützt vom Auswärtigen Amt …

neues-deutschland.de 29.08.2012

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Sigmar Salzburg
25.08.2012 06.38
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Hannes Wader

Die „junge Welt“ bringt ein Gespräch mit Hannes Wader, dem deutsch singenden Liedermacher – in undeformierter deutscher Rechtschreibung:

»Immer was zum Knutschen«

Sie sind jetzt 70. Fällt das Liederschreiben mit den Jahren leichter?

Das Schreiben ist mir eigentlich noch nie leicht gefallen. Aber vielleicht ist meine neue Platte ja eine Ausnahme. Meine Plattenfirma meinte, ich sollte anläßlich meines 70. Geburtstages ein paar neue Lieder schreiben. Jetzt bin ich froh, daß ich es gemacht habe…

Auf Ihrem neuen Album singen Sie überraschend ein »Lied vom Tod«.

Bei diesem Text konnte ich kaum aufhören zu schreiben. Ich habe sogar noch weitere Verse, teilweise ganz schön ätzend. Die kommen in den Giftschrank. Vielleicht wird es ja mal eine Fortsetzung geben…

Ich weiß noch nicht einmal, wo und ob ich überhaupt beerdigt werden will. Mit 60 sollte das ein Mensch eigentlich geregelt haben. Aber der Hannes schreibt lieber ein Lied darüber! (lacht)

Sie besingen augenzwinkernd die Möglichkeit, als einer von diesen »rechtsradikalen Schweinehunden« zu sterben und nicht als aufrechter Demokrat.

Dieser Witz kursierte in abgewandelter Form, als ich noch Kommunist war: Ein alter Kommunist liegt im Sterben und ruft nach dem Pastor. Alle Genossen sind außer sich ob des Wunsches nach der letzten Ölung. Der Sterbende sagt: »Es ist doch besser, wenn so ein verdammter Christ den Löffel abgibt als ein aufrechter atheistischer Kommunist.«

Ernstgemeint ist Ihre Hommage an den jüdischen Widerstandskämpfer Peter Gingold… Peter Gingold hatte trotz allem sein Vertrauen in die Menschheit nicht verloren. Und Sie?

… Ich glaube nicht, daß die Faschisten jemals wieder an die Macht kommen, aber ich habe den Eindruck eines zunehmenden Erstarkens dieser Richtung. Es bleibt ein tiefes Unbehagen und auch eine Furcht vor diesen Entwicklungen…

Meine Vorbilder waren Pete Seeger, Bob Dylan und vor allem Georges Brassens.

Im selbstironischen Titelsong der neuen Platte »Nah dran« singen Sie von meist vergeblichen Bemühungen, das weibliche Geschlecht zu beeindrucken. Gibt es in der Liedermacherszene Groupies wie in der Welt des Rock ’n’ Roll?

Die gibt es natürlich auch, aber nicht in den Extremen (lacht). Ich bin jetzt 70, da kann ich mich aus dem sexuellen Wettbewerb ein bißchen raushalten. Sobald jemand auf der Bühne steht, hat er die Aufmerksamkeit eben auch der Mädels. Ich muß gestehen, deswegen habe ich überhaupt angefangen zu singen: Ich wollte was zu knutschen haben und nicht die Welt verändern.

Trotzdem galten Sie in den 1970er Jahren als Politrebell. Haben Sie damals auch das Klischee des Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll gehabt?

Das läuft in der Welt der Folkies ein bißchen moderater ab, aber das gibt es auch. In der wilden Zeit Ende der 1960er habe ich mal LSD versucht, um mich mit dem Weltgeist kurzzuschließen, aber ich bin kläglich gescheitert. Es kam dabei nur dummes Zeug heraus, und so habe ich es beleidigt gelassen. Und wenn man besoffen ist, hat man keine klare Birne, um Lieder schreiben zu können. Meine Kreativdroge ist heute Kaffee.

Gespräch vollständig in jungeWelt.de 25.8.2012

Hannes Wader hörte ich zum erstenmal ’69 im “Moby Dick“, einer Musikkneipe in Hannover. Es war die bekannte Revoluzzer-Zeit. In einer Ecke saß still ein kleiner wildbärtiger Student und blätterte auffällig andächtig in der roten Mao-Bibel. Am Tresen konnte man Bier und eine schleimige Pizza vom Blech bestellen. Auf der Bühne krächzte ein haariger Hippie zum Schrumpen seiner Gitarre „I need no doctor“. Neben mir am Tresen unterhielten sich zwei: „Wie fändest du es, du kommst in ein anderes Land, und alle singen deutsch?“ „Dufte fände ich das!“ Dann trat Hannes Wader auf und sang in klarem Deutsch Lieder mit ironisch-witzigem Text, angenehmer Melodie und behender Gitarrebegleitung. Etliche Kneipengäste waren aber ans Zuhören nicht gewöhnt und quasselten ohne Unterbrechung weiter. Offenbar hatten sie nicht begriffen, was ihnen da entging. Wader brach seinen Vortrag ab und betrat erst nach einer Stunde wieder die Bühne.

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Sigmar Salzburg
21.08.2012 15.28
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Aus einer Zeitung mit gepflegtem ‚daß‘

21.08.2012 / Feuilleton / Seite 13

Kringeln wir uns nicht mehr?
Schreibschrift in Seenot


Von Hagen Bonn

Unsere deutsche Sprache hat es auch nicht leicht! Wir wissen mittlerweile alle, daß im Hundekuchen kein Hund drin ist und daß ein Zitronenfalter kein Küchengerät ist. Und dann steckt uns allen noch die letzte Rechtschreibreform tief in den Knochen, da man seither ohne Wörterbuch nicht mehr sicher schreiben kann. Vom Coffee-Shop, der Lounge und anderen Highlights zur After-Hour wollen wir internationalistisch aufgeschlossen gerne schweigen. Haben Sie eigentlich schon mal »Gratisgeschenk« gegoogelt? Macht 42 Millionen Einträge. Erst kürzlich berichtete das Hamburger Abendblatt von »runden Kugeln«.

Und unsere Kinder? Angeblich schrumpft der von ihnen beherrschte Wortschatz. In den westlichen Bundesländern soll er sich seit den 1970er Jahren sogar halbiert haben. Dazu passen Pläne des Grundschulverbandes, die uns bekannte Schreibschrift (Schul-Ausgangsschrift beziehungsweise vereinfachte Ausgangsschrift) gegen eine Druckschrift (»Grundschrift«) zu ersetzen. Man meint, das Schreibenlernen würde den Kindern damit viel leichter fallen. Besonders Kinder aus dem sogenannten bildungsfernen Milieu bekämen so bessere Startmöglichkeiten im Land der begrenzten Bildungsmöglichkeiten. Kritiker verweisen darauf, daß die persönliche Handschrift dann der Vergangenheit angehöre und der nächste logische Schritt nur der sein kann, die Buchstaben gleich in die Tastatur einzugeben.

In Hamburg ist die »Grundschrift« schon möglich. In Bayern wird bald darüber entschieden. In vielen Bundesländern werden bislang erst die Druckbuchstaben gelernt und dann erst die Schreibschrift. Sind wir bald alle schnörkellos? Kringeln wir uns nicht mehr? Der einzeln gestellte Druckbuchstabe, ist das nicht Isolation, Entfremdung und Stanzwerk?

Das Einüben der Schreibschrift ist eine Kulturfertigkeit, die gleichzeitig Inhalt und Ergebnis einer hochverdichteten Koordinations- und Konzentrationsleistung ist. Andererseits zeigt die Geschichte der »deutschen Schreibschrift« (Sütterlin, Kurrent), daß Schreibschriften tatsächlich einmal aufgeschüttete Bildungsbarrieren einer aristokratischen Oberschicht waren und bürgerlichen und besonders proletarischen Schichten den Bildungserwerb künstlich erschwerten. Hieße das zukünftig, Bremens Grundschüler drucken und die in Hamburg schreiben in ihre Hefte? In diesem Sinne: »Schakkeline, Schastin, Käwinn – tu die Omma aus Meck-Pomm ma winken!«

jungeWelt.de 21.8.2012

Also: Margot-Honecker-Ausgangsschrift für alle?

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Sigmar Salzburg
14.08.2012 09.26
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Alexander R. Lurija

Ein interessanter Artikel in der „jungen Welt“ (in Kulturrechtschreibung) – daraus einige Splitter:

Vor 35 Jahren starb der sowjetische Psychologe Alexander R. Lurija

... 1936 folgte ein Parteibeschluß gegen die »pädologischen Perversionen«, wobei Pädologie eine interdisziplinäre Bezeichnung für die Wissenschaft vom Kind war. Die Russische Psychoanalytische Vereinigung, deren Sekretär Lurija gewesen war, hatte man bereits einige Jahre zuvor aufgelöst. Die Schriften Wygotskis, der 1934 an den Folgen einer Tuberkulose gestorben war, kamen auf den Index, unter anderem, weil er einen in Ungnade gefallenen Bolschewiki wie Trotzki zitiert hatte. Dabei scheinen die willkürlichen staatlichen Eingriffe an der »psychologischen Front« noch relativ glimpflich abgelaufen zu sein, verglichen mit der Biologie, wo die auf Irrtümern und Fälschungen beruhenden neolamarckistischen Doktrinen Tofim Lyssenkos¹ zur verbindlichen Lehrmeinung erhoben und einige Genetiker nicht nur entlassen, sondern inhaftiert oder sogar umgebracht wurden. Lurija jedenfalls gab seine Tätigkeit als Psychologe weitgehend auf…

Besondere Verdienste erwarb sich Lurija in der Weiterentwicklung der Theorie der »funktionellen Systeme«: Im Gegensatz zur älteren »Lokalisationslehre« konnte nachgewiesen werden, daß komplexe psychische Leistungen nicht einen bestimmten »Sitz« im Gehirn haben; vielmehr ist das Organ plastisch und kann bei der Beschädigung von Gewebe in bestimmten Grenzen umorganisiert werden, um so Leistungen auf anderem Wege zu erbringen. Dies wiederum eröffnete der Rehabilitation neue Möglichkeiten…

Noch 1950 enthob man Lurija seines Postens am Moskauer Institut für Neurochirurgie und wiederholte dabei unter anderem die alten Vorwürfe des »Anti-Pawlowismus«…

Im Westen wurde Lurija vor allem durch seinen US-amerikanischen Schüler Oliver Sacks bekannt, der später populäre Aufsätze im Stile des »neurologischen Romans« veröffentlichte…

jungewelt.de 14.8.2012

¹) Zu Fälschungen siehe hier

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Sigmar Salzburg
13.08.2012 12.01
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Fidel Castro 86

Die „junge Welt“ meidet diesmal Satire zum Mauerbau und bringt eine Würdigung Fidel Castros von Enrique Ubieta Gómez – lesenswert in traditioneller Rechtschreibung:

Der Bau der Berliner Mauer vor 51 Jahren wird heute wieder Medienthema – wir gratulieren lieber Fidel Castro zum 86. Geburtstag

… Eine Revolution, die den Antikolonialismus des 19. Jahrhunderts in den Antiimperialismus des 20. Jahrhunderts überführte, mußte notwendigerweise antikapitalistisch sein …

jungewelt.de 13.8.2012

Man erinnert sich noch an den hiesigen Zwergenaufstand, als „die Linke“ zum 85. gratulierte, z.B. in BILD:

Bizarrer Brief zum 85. Geburtstag:
So schleimt sich die Linke bei Fidel Castro ein ...
Ausgerechnet am 50. Jahrestag des Mauerbaus (13. August) schicken die Linkspartei-Chefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch Kubas kommunistischem Diktator Fidel Castro Glückwünsche zum 85. Geburtstag …

Volker Beck (Grüne): „... Wer die angeblich so beispiellosen Errungenschaften des sozialistischen Kuba so überschwänglich lobt, aber kein Wort über die Menschenrechtsverletzungen verliert, hat aus den Umbrüchen vor mehr als zwanzig Jahren nichts gelernt.“

bild.de 19.8.2012

(Was kann Fidel dafür, daß Ulbricht gerade diesen Tag ausgesucht hat?)

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Sigmar Salzburg
11.08.2012 17.14
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Trauerspiele

Der an der Universität Urbino lehrende Philosoph Domenico Losurdo hat eine Stalin-Monographie vorgelegt, die zuerst 2008 im Verlag Carocci in Rom herausgekommen ist. Das Buch hat in Italien einiges Aufsehen erregt und eine breite geschichtsbezogene Debatte in Gang gesetzt.

[Längerer Auszug in der jW, vermutlich in die traditionelle Rechtschreibung zurückübersetzt:]

Imposante Trauerkundgebungen begleiteten den Tod Stalins: Während seiner Agonie »drängten sich Millionen Menschen im Zentrum Moskaus, um dem sterbenden Führer die letzte Ehre zu erweisen«; am 5. März 1953 »weinten Millionen Bürger über den Verlust, so als handelte es sich um eine persönliche Trauer«… Tausende Kilometer vom sozialistischen Lager entfernt, waren auch in Israel Trauerbekundungen weit verbreitet … Diese Gefühle wurden eine Zeitlang von hochrangigen Exponenten des Staats- und Militärapparats geteilt …

Domenico Losurdo: Stalin – Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. PapyRossa Verlag, Köln 2012, 451 Seiten, 22,90 Euro * Mit einem Nachwort von Luciano Canfora. Aus dem Italienischen von Erdmute Brielmayer

junge Welt 11.8.2012

Ich wohnte damals im Schatten des Leuchtturms Dahmeshöved, blickte von meinem Fenster zur mecklenburgischen Küste hinüber und hörte den Sender von drüben mit ergreifenden Berichten von Schülertrauerfeiern bei Kerzenlicht. (Sonst hörte ich mitunter die Reihe „Wissenschaftliche Weltanschauung“, deren Wissenschaft mich aber weniger beeindruckte.)

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