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Norbert Lindenthal
24.05.2007 17.24
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Das große »ß« kommt

Dolomiten, Südtirol online 22.5.2007

Alphabetfamilie bekommt Zuwachs: Das große „ß“ kommt

Bei der Rechtschreibreform drohte ihm das schmachvolle Aus. Aber es überlebte – wenn auch als minderwertiges Mitglied der Buchstabenfamilie an den Rand des Alphabets gedrängt: das kleine ß.

Der Niedergang des scharfen S muss Mitleid erregt haben, denn inzwischen legen sich mächtige Fürsprecher ins Zeug, damit das kleine Esszett groß herauskommt.

Die Internationale Standardisierungs-Organisation ISO hat den deutschen Vorstoß der DIN-Leute nun wohlwollend aufgenommen. Das scharfe S soll endlich auch als Großbuchstabe in den internationalen Schriftzeichenkatalog aufgenommen werden.

In einigen Monaten wird dem großen ß voraussichtlich ein fester Platz im Zeichensatz ISO-10646 zugewiesen, genauer gesagt: die Position 0x1E9C. Damit wäre ein fast 130-jähriger Einsatz für ein großes ß doch noch gewonnen.

Besonders in Namen stellt sich das Problem. Es soll sogar schon Steuerzahler gegeben haben, die die Forderungen des Finanzamts an ESSER oder PREUSS mit dem Hinweis zerrissen, man heiße schließlich Eßer oder Preuß. Die behördliche Großschreibung der Nachnamen birgt somit eine gefährliche Unschärfe, die endlich entschärft wäre

Nun zerbrechen sich Schrift-Designer den Kopf darüber, wie das große Esszett aussehen könnte. Das große Esszett sollte dem kleinen ß ähnlich sein und nicht mit dem großen B verwechselt werden. Mit mehreren Varianten für gängige Schriftarten haben die Designer das Problem elegant durch unterschiedlich große Bögen und eine unten offene Type gelöst. Allein: In der Handschrift sieht das große ß dem versalen B doch wieder zum Verwechseln ähnlich.

Außerdem müssen auch die Tastaturen-Hersteller eines Tages bereit sein, das ß aus seinem Schattendasein unter dem Fragezeichen zu erlösen und zu einer eigenen Taste auf der deutschen Tastatur zu verhelfen, wie es dem dann vollwertigen 27. Buchstaben des Alphabets gebührt – die Umlaute nicht mitgezählt.

Dienstag, 22. Mai 2007

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Norbert Lindenthal
23.03.2006 11.39
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Wie soll man da noch den Überblick behalten?

Dolomiten.it
mit Fotostrecke

Chronik – Lokal

„Wie soll man da noch den Überblick behalten?“

Seit der Reform der deutschen Rechtschreibung im Jahre 1996 herrscht gleichermaßen Unsicherheit und Uneinigkeit bei Schülern, Lehrern und Journalisten. Große deutsche Zeitungen wie die „Bild“ haben sich geweigert, nach den Regeln dieser Reform zu schreiben. Zehn Jahre danach hat der Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossen, einige Punkte erneut zu ändern. Südtirol Online hat jene befragt, die am meisten von der Reform betroffen sind, nämlich die Schüler. Die Umfrage wurde an 108 Schülern jeder Altersklasse einer Oberschule und der Abschlussklasse einer Mittelschule durchgeführt.
Fotos von einigen Schülern finden sie in der Bildergalerie rechts.
Dass die neue Rechtschreibreform, die bereits ab kommendem Schuljahr gültig sein soll, mehr Klarheit und Sicherheit bringen kann, glaubt keiner der befragten Schüler, im Gegenteil. 82 Prozent sind der Meinung, dass die Verwirrung, die ohnehin schon gegeben ist, nur noch größer wird. Anna Oberrauch, 15, Oberschülerin aus Latzfons glaubt, dass die neuerliche Rechtschreibreform nichts Gutes bringen wird. „Eher glaube ich, dass noch mehr Chaos und weniger Klarheit herrschen wird. All jene, welche die alte Rechtschreibung von klein auf erlernt haben, müssen sich nun abermals umstellen.“ Doch nicht nur die Mittel- und Oberschüler werden sich schwer tun, glaubt Stefanie Haller, 19, aus Ratschings. Auch die Volksschüler, die gerade dabei sind, die gegenwärtigen Regeln zu erlernen, würden verunsichert. „Wie soll man bei all dem ,Hin und Her’ noch den Überblick behalten?“, fragt Carmen Holzmann aus Ratschings und spricht damit vielen aus der Seele.

Auf die Frage, ob sie sich an die jetzige Rechtschreibung gewöhnt haben, antworteten rund 83 Prozent der Schüler mit einem klaren ,Ja’. Dazu ist aber zu sagen, dass die unteren Altersstufen die alte Rechtschreibung gar nicht mehr erlernt haben. Nur 13 Prozent gaben an, mit den gegenwärtigen Regeln noch immer nicht klar zu kommen. „Ich habe mich an die jetzige Rechtschreibung gewöhnt, da sie mir persönlich einleuchtender erscheint“, betont Adrian Messner, 18, aus Sterzing. Dass viele nach wie vor Schwierigkeiten mit den jetzigen Rechtschreibregeln haben, glaubt Andreas Rainer, Mittelschullehrer in Mühlbach. „Ich habe mich mittlerweile aus beruflichen Gründen an die gegenwärtige Reform gewöhnt. Aber ich bin mir sicher, dass noch viele Personen nach den alten Regeln schreiben.“ Eine neuerliche Änderung werde die Unsicherheit nur noch mehr schüren, glaubt auch er.

Der Großteil der Befragten, nämlich 75 Prozent würde es begrüßen, wenn alles beim Alten belassen und die geplante Reform nicht in Kraft treten würde. Adrian Messner: „Man sollte die aktuelle Rechtschreibung beibehalten, da sie eine Vereinfachung gebracht hat.“ Ein kleiner Teil der Befragten ist wiederum der Meinung, dass man Überlegungen anstellen sollte, um die Rechtschreibung radikal zu reformieren. „Die Groß- und Kleinschreibung sollte grundsätzlich abgeändert werden,“ fordert Florian Freund aus Sterzing. Wie im Italienischen sollten nur mehr Eigennamen groß geschrieben werden, schlägt der 16-Jährige vor.

Bei der Frage, ob durch die Rechtschreibreform ein Durcheinander zu erwarten ist, waren vor allem die Schüler der höheren Klassen geteilter Meinung. „Ich finde zwar, dass diese neuen Regeln reine Zeitverschwendung sind. Dass dadurch aber ein Durcheinander entstehen wird, glaube ich nicht“, sagt beispielsweise Sandra Mayr, 18, aus Gossensass. Eine Mehrheit von immerhin 70 Prozent befürchtet trotzdem ein vorprogrammiertes Chaos. „Es wird so weit kommen, dass niemand mehr weiß, wie man welches Wort schreibt“, ärgert sich Anna Oberrauch. Auch der Lehrer Andreas Rainer schlägt in die gleiche Kerbe, vermutet aber noch einen weiteren Hintergrund hinter der Reform. „Es müssen neue Duden, neue Wörterbücher und neue Schulbücher verfasst und gedruckt werden. Das alles macht den Anschein, dass auch wirtschaftliche Überlegungen der Auslöser sein könnten.“

Vorgenommen wurden die Änderungen vom Rat für deutsche Rechtschreibung, der als Reaktion auf die anhaltende Kritik an der umstrittenen Rechtschreibreform gegründet wurde und im Dezember 2004 seine Arbeit aufnahm. Der im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) und entsprechender Gremien anderer deutschsprachiger Länder gegründete Rat hat die Aufgabe, die Einheitlichkeit der Rechtschreibung im deutschen Sprachraum zu bewahren und die Rechtschreibung auf der Grundlage des orthografischen Regelwerks im unerlässlichen Umfang weiterzuentwickeln.“ Von den 38 ehrenamtlichen Mitgliedern des Rates kommen 18 Vertreter aus Deutschland, je neun aus Österreich und der Schweiz sowie je einer aus Liechtenstein und aus Südtirol.

Insgesamt wurden 108 Schüler zur Rechtschreibreform befragt. Davon besuchen 15 die fünfte Oberschule, 14 die vierte, 13 die dritte, elf die zweite und 33 die erste. Auch eine Mittelschulklasse mit insgesamt 18 Schülern beteiligte sich an der Umfrage.

Arnold Sorg
__________________
Norbert Lindenthal

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Norbert Lindenthal
18.08.2004 08.32
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Südtirol online

18.8.2004


© 2004 
Günter Grass
Kultur – Literatur

„Bin für schrittweise Rücknahme der Rechtschreibreform“

Der Schriftsteller Günter Grass hat die deutsche Kultusministerkonferenz im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um die Rechtschreibreform scharf kritisiert.

Sie sei „inkompetent, entscheidungsschwach in der Regel oder allenfalls blockierend tätig“ und habe in diesem Fall „die Sachen einfach laufen lassen“, sagte Grass im Nordwestradio laut einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung.

Grass nannte die Reform einen überflüssigen und schädlichen administrativen Zugriff innerhalb eines lebendigen Sprachkörpers. „Daß mit ß oder mit zwei s, das kann man hinnehmen, aber mit dem Getrenntschreiben und der Groß- und Kleinschreibung sind so viele irrationale Entscheidungen getroffen worden, die sind rückgängig zu machen“, erklärte Grass. Dies könne auch schrittweise geschehen. Es müsse aber darauf geachtet werden, dass eine Sprache etwas Lebendiges sei.

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