Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen
RP Online Rheinische Post
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >
Verfasser
Leitthema    Dieser Faden ist 2 Seiten lang:    1  2   Post New Thread     Post A Reply
Norbert Lindenthal
11.08.2004 23.02
Diesen Beitrag ansteuern
Rheinische Post



12.08.2004 01.02Uhr

Rechtschreibung: Spiegel und Springer schreiben wieder nach alten Regeln

Hamburg/Berlin (rpo). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wird bald Nachrichten wieder in alter Rechtschreibung lesen. Denn Axel Springer AG und der Spiegel-Verlag kehren zur alten Regelung zurück. Gleichzeitig appellieren sie an weitere Verlage, sich anzuschließen.

QUIZ
Deutsche Sprache, schwere Sprache: Testen Sie Ihre Rechtschreibkenntnisse
Testen Sie Ihre Rechtschreibkenntnisse
Deutsche Sprache, schwere Sprache: Testen Sie Ihre Rechtschreibkenntnisse

Sechs Jahre nach der Einführung der neuen Rechtschreibung steht die gesamte Reform in Frage: Die Großverlage Springer und Spiegel kündigten am Freitag die Rückkehr zu den alten Regeln an. Damit werden sämtliche Print- und Online-Titel der beiden Verlage, die rund 60 Prozent der Bevölkerung erreichen, wieder in der alten Schreibweise erscheinen. Der Schritt traf auf ein geteiltes Echo: Vor allem die Präsidentin der Kultusministerkonferenz zeigte sich entrüstet. Zustimmung kam dagegen vom Lehrerverband.

Springer und Spiegel appellierten an die anderen Medien, ebenfalls dem Beispiel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zu folgen, die die Umstellung bereits nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht hatte. Der Hamburger Bauer-Verlag begrüßte die Entscheidung. „Wir halten diese Initiative für positiv und unterstützen sie“, sagte Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter. Man wolle dem Beispiel aber erst folgen, wenn eine breite Front von Verlagen wieder zu den alten Regeln zurückkehre.

VOTE
Was würden Sie lieber lesen?

Die Zeitung in neuer Rechtschreibung, weil man sich schon daran gewöhnt hat.
Ich sehne mich nach der alten Rechtschreibung. Andere Verlage sollten mitziehen.
Ist mir egal.

Der Südwestrundfunk (SWR) prüft eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung. Intendant Peter Voß sagte am Freitag in Stuttgart, er wolle diese Überlegung auch in die ARD einbringen. Das betreffe beim SWR vor allem Pressemitteilungen, Geschäftsberichte und den Briefverkehr, sagte SWR-Sprecherin Ariane Pfisterer auf ddp-Anfrage. In internen Korrespondenzen hatte es Voß den Mitarbeitern bei der Einführung der neuen Rechtschreibung ausdrücklich frei gestellt, bei den alten Regeln zu bleiben. In eigenen Publikationen hatte er stets an der alten Rechtschreibung festgehalten.

Bei „Stern“, „Focus“, „taz“ , „FR“ bleibt alles beim Alten

Der Burda-Verlag bleibt dagegen bei den neuen Regeln. Es werde weiterhin so geschrieben, wie es an den Schulen gelehrt werde. Das gelte so lange, bis es eine gesetzliche Änderung gebe. „Wir werden den Kampf um die Rechtschreibreform nicht auf dem Rücken unserer jungen Leser austragen“, sagte „Focus“-Sprecher Uwe Barfknecht. AP-Chefredakteur Peter Gehrig sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf: Der deutsche AP-Dienst werde zunächst die Reaktion seiner Kunden abwarten. Nach Angaben der „Neuen Bildpost“ schreiben in Deutschland inzwischen rund 300 Zeitungen und Zeitschriften nach den alten Regeln.

MEHR ZUM THEMA

Rechtschreibung: Krisentreffen der Kultusminister?
Die Fronten im Streit um die Rechtschreibung
Mehr als jede vierte deutsche Zeitung bald wieder in alter Schreibung
Große Tageszeitungen wollen bei Rechtschreibreform bleiben
DJV: Rechtschreibreform nicht mehr zu halten
Chaos und Streit um zwei Prozent
Rechtschreibreform: NRW sieht keinen Grund zur Rücknahme
Zeitungsverleger wollen beraten
„Stern“ hält an neuer Rechtschreibung fest
„Focus“ bleibt bei neuer Rechtschreibung


„Stern“, „Focus“, „taz“ und „Frankfurter Rundschau“ machten klar, dem Beispiel nicht folgen zu wollen und an den neuen Regeln festzuhalten. Der „Focus“-Verlag Burda erklärte, man wolle den „Kampf um die Rechtschreibung nicht auf dem Rücken der jungen Leser austragen“. Bindend sei, was in der Schule gelehrt werde. Beim „Stern“ hieß es, man halte an den neuen Regeln fest, befürworte aber Änderungen im Detail.


Als Grund für ihren Schritt nannten Springer und Spiegel mangelnde Akzeptanz der neuen Regeln und zunehmende Verunsicherung. Nach fünf Jahren praktischer Erprobung in den Druckmedien und sechs Jahren in den Schulen habe die Reform weder für professionell Schreibende noch für Schüler Erleichterung oder Vereinfachung gebracht. Im Gegenteil: Die Verunsicherung wachse, Vermischungen von alter und neuer Rechtschreibung seien an der Tagesordnung.

„Wer vor der Reform sicher schreiben konnte, macht heute Fehler. Eltern benutzen eine andere Orthografie als Kinder. Lehrer sind zutiefst verunsichert“, erklärten die Verlage. Da auch die Mehrheit der deutschsprachigen Schriftsteller es ablehne, ihre Werke in neuer Schreibung erscheinen zu lassen, tue sich eine immer breitere Kluft zwischen gelerntem und gelesenem Deutsch auf.


„Staatlich verordnete Legasthenie“

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, und der Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Stefan Aust, nannten die Reform eine „staatlich verordnete Legasthenie“ und betonten in einer gemeinsamen Erklärung: „Die Rechtschreibreform ist keine Reform, sondern ein Rückschritt.“

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen, äußerte scharfe Kritik am Beschluss der Verlage: „Hier werden Fakten in die Welt gesetzt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie es weitergeht“, sagte die SPD-Politikerin.

Der Deutsche Lehrerverband (DL) forderte die Ministerpräsidenten auf, die Rechtschreibreform jetzt zur Chefsache zu machen, damit die Schulen nicht ins „orthografische Abseits“ gerieten. Es werde kaum etwas anderes übrig bleiben, als die herkömmliche Rechtschreibung wieder für verbindlich zu erklären.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) begrüßte den Schritt und kündigte an, sich für eine Rücknahme der Reform einzusetzen.
– geändert durch Norbert Lindenthal am 12.08.2004, 23.06 –

Mit Klick die Kennkarte von Norbert Lindenthal ansehen    An Norbert Lindenthal schreiben   Suche weitere Einträge von Norbert Lindenthal        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 2 Seiten lang:    1  2   Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage