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Deutsche Sprachwelt DSW
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PL
13.12.2006 11.53
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Zitat:
Der anhaltende Widerstand der meisten deutschen Schriftsteller und ihrer Verlage, die Not von Schülern, Lehrern und Eltern, die Proteste in den Medien, nicht zuletzt die Empörung in weiten Teilen der Öffentlichkeit angesichts einer anmaßenden Kultusbürokratie – all dies hat dazu geführt, daß die Reform mehrfach reformiert wurde.

Als ob Werner D’Inka all dies bedauern würde! Unerträglich erscheint mir diese Heuchelei. Die beste Reform der Reform wäre ihre vollständige Rücknahme gewesen.

Zitat:
Wir tragen eine Verantwortung der Öffentlichkeit gegenüber, und zu dieser Öffentlichkeit zählen auch die Schüler. Wir sind den jungen Menschen schuldig, daß wir für die Einheitlichkeit der Rechtschreibung alles tun, was in unserer Macht steht.

Welch’ seltsame Auffassung von Verantwortung – und welche Verlogenheit! Die Journalisten passen sich der „Öffentlichkeit“ an? Die Wahrheit ist, daß sie einen faulen Kompromiß mit den Kulturbürokraten eingehen. Die Journalisten passen sich den Schülern an? – obschon sie wissen, daß die Lehrer sich nach dem Kultusbürokratenkram zu richten haben? Gemäß diesem erzieherischen Verständnis hätten sich die Eltern dem Willen ihrer Kinder zu fügen.

Zitat:
Unser Entschluß dient den Lesern ebenso wie der Redaktion. Er dient den Schülern, Lehrern und Eltern, und er dient der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung, die von den Reformern ohne Not aufs Spiel gesetzt wurde.

Also nochmals – Werner D’Inka gibt es zu: Die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung wurde von den Reformern ohne Not aufs Spiel gesetzt. Wäre es deshalb nicht höchst notwendig gewesen, sie unverzüglich zurückzunehmen?

Von „der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung“ ist jetzt überall die Rede, überhaupt von „Einheitlichkeit“. Dieser feste Begriff wird sofort brüchig, wenn er im Zusammenhang mit der verhunzten Rechtschreibung gebraucht wird. Nach wie vor stehen Wahrig und Duden gegeneinander, und Hausorthogaphien unterscheiden sich weiterhin von der üblichen Schreibgepflogenheit der Schreibgemeinschaft. Ihr bleibt zum Trost noch der Mackensen übrig.

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Norbert Lindenthal
13.12.2006 08.08
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FAZ-Herausgeber verteidigt sich

Deutsche Sprachwelt 6.12.2006

FAZ-Herausgeber verteidigt sich

Zahlreiche Protestbriefe erreichen die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) für ihre Entscheidung, in der Frage der Rechtschreibreform einzuknicken. Der FAZ-Herausgeber Werner D’Inka verteidigt sich gegenüber den Lesern mit folgenden Worten:

Den Schritt, die Rechtschreibung in der Zeitung zum 1. Januar 2007 den in den Schulen gebräuchlichen Schreibweisen anzupassen, haben wir haben uns wirklich nicht leicht gemacht. Allerdings sind wir nach sorgsamer Abwägung davon überzeugt, daß wir die richtige Entscheidung getroffen haben.

Was wird sich in der Zeitung ändern? Am sichtbarsten wird die Doppel-S-Schreibung in Wörtern wie „dass“, „muss“ oder „Schluss“ sein. „Mess-Ergebnis“ läßt als Kuppelwort kein Mißverständnis zu, und ich persönlich ziehe es ohnehin vor, von der „Erhaltung des Schlosses“ zu schreiben als von der „Schlosserhaltung“. Zudem werden wir der Regel folgen, daß drei Konsonanten auch in den Fällen geschrieben werden, in denen es bisher zweien blieb (am „helllichten“ Tag) – Regeln also, die eher Konventionen sind. Ich darf darauf hinweisen, daß in den Konstellationen, da ein weiterer Konsonant folgte, wie in „Sauerstoffflasche“ oder „fetttriefend“, auch nach den „alten“ Regeln drei Konsonanten aufeinandertrafen. Wo es aber um Sinn und um Sprachnuancen geht, bleiben wir bei den bewährten Schreibweisen. Deshalb werden wir auch künftig auf dem Unterschied zwischen einem „vielversprechenden“ und einem „viel versprechenden Politiker“ bestehen. Denn nach jahrelangen Auseinandersetzungen haben die Reformgegner erreicht, daß der von der Kultusministerkonferenz eingesetzte Rat für Rechtschreibung zahlreiche Fehlentscheidungen der Reformer korrigiert hat. Es ist also wieder in vielen, ja sogar in den allermeisten Fällen möglich, die bewährten Schreibweisen anzuwenden. Das ist ein großer Erfolg, und er ist größer, als man nach dem Verlauf der Debatte in den letzten Jahren erhoffen durfte.

Der anhaltende Widerstand der meisten deutschen Schriftsteller und ihrer Verlage, die Not von Schülern, Lehrern und Eltern, die Proteste in den Medien, nicht zuletzt die Empörung in weiten Teilen der Öffentlichkeit angesichts einer anmaßenden Kultusbürokratie – all dies hat dazu geführt, daß die Reform mehrfach reformiert wurde. Deshalb scheint uns jetzt, ein halbes Jahr bevor die Übergangsfrist in den Schulen am 31. Juli 2007 abläuft, der Zeitpunkt gekommen, die Rechtschreibung in der Zeitung der Rechtschreibung in den Schulen anzugleichen. Unsinnigen Regeln werden wir freilich auch in Zukunft nicht folgen. Auch künftig wird es also weder „Stängel“ noch „Quäntchen“, sondern nur Stengel und Quentchen in Ihrer Zeitung geben. Desgleichen werden wir an einer Silbentrennung festhalten, die beispielsweise bei Fremd- oder Lehnwörtern deren Herkunft erkennen läßt: „Sub-stanz“, „Inter-esse“. Leute, die der „alten“ Rechtschreibung durchaus gewogen sind, sagen, daß es unter diesen Auspizien – also abgesehen von „ss“ oder „ß“ – beispielsweise im „Spiegel“ nur auf jeder dritten Seite zu einer neuen Schreibweise komme.

Wir wissen, daß viele unserer Leser jeden Kompromiß in dieser Frage strikt ablehnen. Im Privatleben ist eine solche rigorose Haltung möglich, denn privat kann zum Glück nach wie vor jedermann so schreiben, wie er es für richtig hält. Aber für eine Zeitung verhält sich die Sache anders: Wir tragen eine Verantwortung der Öffentlichkeit gegenüber, und zu dieser Öffentlichkeit zählen auch die Schüler. Wir sind den jungen Menschen schuldig, daß wir für die Einheitlichkeit der Rechtschreibung alles tun, was in unserer Macht steht.

Deshalb hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung sich gemeinsam mit den Redaktionen des „Spiegels“ und der „Süddeutschen Zeitung“ zu diesem Schritt entschlossen. Er entspringt dem Wunsch, endlich einen Schlußpunkt hinter diese überflüssigsten aller Reformen zu setzen. Unser Entschluß dient den Lesern ebenso wie der Redaktion. Er dient den Schülern, Lehrern und Eltern, und er dient der Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung, die von den Reformern ohne Not aufs Spiel gesetzt wurde.

Werner D’Inka
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Herausgeber


geschrieben von dsw am 06.12.2006

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Norbert Lindenthal
31.07.2006 17.53
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Falsche Angaben der Bundesregierung zur Rechtschreibreform

Deutsche Sprachwelt, 31.7.2006

Falsche Angaben der Bundesregierung zur Rechtschreibreform

Die Bürgerinitiative „WIR gegen die Rechtschreibreform“ protestiert gegen falsche Angaben im Netzauftritt der Bundesregierung. Dort wird die Rechtschreibreform zu den „gesetzlichen Neuregelungen zum 1. August“ gezählt und als „für alle verbindlich“ bezeichnet. Dies widerspricht dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes aus dem Jahr 1998. Demnach ist die Regelung auf die Schulen beschränkt: „Personen außerhalb dieses Bereichs sind rechtlich nicht gehalten, die neuen Rechtschreibregeln zu beachten und die reformierte Schreibung zu verwenden. Sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben.“

geschrieben von dsw am 31.07.2006

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Norbert Lindenthal
20.07.2006 08.18
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gut unterrichtet

Deutsche Sprachwelt, 20.7.2006

F.A.Z. vertagt offenbar Einführung der Rechtschreibreform

Offenbar ist die F.A.Z. davon abgerückt, ab dem 1. August dieses Jahres reformiert zu schreiben, und hat den neuen Stichtag auf den 1. Januar 2007 verlegt. Das lassen Kreise verlauten, die gewöhnlich gut unterrichtet sind. In den letzten Tagen hatte es zahlreiche Appelle an die F.A.Z. gegeben, nicht den Widerstand gegen die mißglückte Reform aufzugeben. Eine Flut von Abonnementkündigungen war erwartet worden. Heute und morgen erscheinen im Feuilleton der F.A.Z. sorgfältige Besprechungen der neuen Wörterbücher von Bertelsmann und Duden. Verfasser ist der Reformkritiker Theodor Ickler.

geschrieben von dsw am 20.07.2006

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Norbert Lindenthal
15.07.2006 17.43
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Wie brüchig die „reformierte Reform“ ist

DSW in „medien aktuell“ zur Rechtschreibreform 15.7.2006

medien aktuell 27/06 vom 3. Juli 2006:
„Trotz Reform ist Einheitlichkeit angestrebt“
Wie Springer mit Duden rechtschreiben will

So ganz wohl scheint man sich bei Axel Springer über die Einführung der „reformierten“ Rechtschreibreform zum 1. August 2006 nicht zu fühlen. Bekanntlich war der Verlag, etliche Monate nach der „FAZ“ und deren Tochter „Märkische Allgemeine“, zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt, nachdem man sich zunächst manchem Unsinn der neuen Schreibweise unterworfen hatte. Es mag wie das Pfeifen im Walde klingen, wenn Springer seinen derzeitigen Schritt so begründet: „Trotz der Reform und der vielen erlaubten Schreibvarianten kann es gelingen, die Einheitlichkeit der Schreibung der deutschen Sprache wiederherzustellen.“ Dazu will der Verlag „zukünftig den Schreibempfehlungen des Duden folgen, die dieser in der neuen 24. Auflage enthält“. Wie brüchig die „reformierte Reform“ ist, belegen die verschiedenen zulässigen Schreibvarianten, die laut Duden künftig erlaubt sind. Dudenverlag und Axel Springer sind eine „Technologie-Partnerschaft“ eingegangen, die „insbesondere der Prüfung und Einbindung von Software-Werkzeugen des Dudenverlages zur Rechtschreibprüfung in die IT-Systemlandschaft von Axel Springer“ dienen soll.

Thomas Paulwitz, Chefredakteur der „Deutschen Sprachwelt“, die an der herkömmlichen Schreibweise festhält, betrachtet das Vorhaben von Springer und Duden als die „Quadratur eines Kreises“. Springer werde die Zusammenarbeit mit Duden „viel Geld kosten“. Begründung von Paulwitz: „Die Nachbesserungen an der Reform werden weitergehen, da durch die jüngste Reform der Rechtschreibreform neue Widersprüchlichkeiten ins Regelwerk geraten sind. Es müssen also immer wieder Auffrischungen ('Updates') der Rechtschreibprogramme gekauft werden. Duden hat durch seine Mitarbeit im Rechtschreibrat dafür gesorgt, finanziellen Nutzen daraus zu ziehen. Axel Springer macht sich zur Beute, zur Geisel eines Wörterbuchverlages.“ Zudem unterstütze Springer „die Wiedereinführung des Dudenprivilegs, das durch die Rechtschreibreform aufgehoben werden sollte. „Faktisch“, so Paulwitz, „herrscht derzeit ein Duden-Bertelsmann-Privileg, da nur die beiden Wörterbuchverlage die Vorgaben des Rechtschreibrates interpretieren dürfen.“

geschrieben von dsw am 15.07.2006

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Norbert Lindenthal
14.07.2006 20.07
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bei der klassischen Rechtschreibung zu bleiben

Deutsche Sprachwelt, 14.7.2006

Appelle an die F.A.Z.

Die Bürgerinitiative „WIR gegen die Rechtschreibreform“ wendet sich als Wortführer der Mehrheit der 885.511 Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein, die im Volksentscheid die Rechtschreibreform abgelehnt haben, an die Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und bittet sie, bei der klassischen Rechtschreibung zu bleiben, wie sie auch von den großen deutschen Schriftstellern und Literaten verwendet wird. Die versprochenen Erleichterungen des Schreibens durch die „Reform“ seien nicht eingetreten. Spätestens seit dem repräsentativen Volksentscheid in Schleswig-Holstein seien daher die Betriebsamkeiten der Länderregierungen zur Durchsetzung der Rechtschreibreform – einschließlich der Annullierung des Volksentscheids – „verfassungsrechtlich“ nicht „hinreichend gerechtfertigt“ gewesen. Dies würden auch die noch laufenden Gerichtsverfahren erkennen lassen. Nachdrücklich unterstützt wird der Aufruf von Schriftstellern, Literaturwissenschaftlern und Lehrern, unter anderem dem Schriftsteller Günter Kunert, auch als Präsident des PEN-Clubs deutschsprachiger Autoren im Ausland.

geschrieben von dsw am 14.07.2006

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Norbert Lindenthal
20.06.2006 09.34
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Zehetmair hat seine Unabhängigkeit aufgegeben

Deutsche Sprachwelt 20.06.2006

Unabhängigkeit weg: Zehetmair wirbt für Bertelsmann

Mit einer Kaufempfehlung für ein Rechtschreibwörterbuch hat Hans Zehetmair, der Vorsitzende des Rechtschreibrates, seine Unabhängigkeit nun offiziell aufgegeben. Im Vorwort zur neuen Auflage des Bertelsmann-Wörterbuches „Wahrig“ schreibt Zehetmair:

„Ich beglückwünsche die WAHRIG-Redaktion, die eine konstruktive, wichtige und engagierte Rolle bei der Neufassung des Regelwerks im Rat für deutsche Rechtschreibung gespielt hat, sehr herzlich zur Neuausgabe von „Wahrig Die neue Rechtschreibung“. Neben Lernenden und Lehrenden bietet dieses Werk allen, die mit Sprache und Schrift zu tun haben, eine verlässliche Orientierungshilfe.“

Die enge Verbindung von Wörterbuchverlagen mit dem Rat für deutsche Rechtschreibung sahen Kritiker schon seit langem als einen Geburtsfehler, der von der Kultusministerkonferenz gezielt herbeigeführt wurde. Sachfragen mußten sich wirtschaftlichen Interessen unterordnen. Nun sehen sich diejenigen ein weiteres Mal bestätigt, die dem Rechtschreibrat aufgrund fehlender Unabhängigkeit nichts zutrauten.

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Norbert Lindenthal
26.03.2006 06.36
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Armin Rohde: „katastrophal“

24.3.2006

Hotzenplotz findet Rechtschreibreform „katastrophal“

Der Schauspieler Armin Rohde, der in einem neuen Kinofilm den Räuber Hotzenplotz verkörpert, äußerte sich in diesen Tagen gegenüber dem Nordkurier zur Rechtschreibreform:

Nordkurier: Dieser Waldschrat hat offensichtlich ein ernsthaftes Orthographie-Problem. Was halten Sie generell von der Reform der Rechtschreibung?

Armin Rohde: Katastrophal! Sprache ist etwas so Lebendiges, daß sich kein Club von selbsternannten Sprachregulierern hinsetzen und reformieren kann. Es ist ein schwieriges Feld. Eine meiner Nichten ist Legasthenikerin. Was die unter uninformierten Lehrern zu leiden hat, ist wirklich unglaublich. Es gibt tatsächlich Lehrer, die Legasthenie nicht erkennen und meinen, einen kleinen Menschen vor der Klasse herabwürdigen zu können. Da platzt mir der Kragen.

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Norbert Lindenthal
11.10.2004 14.33
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Deutsche Sprachwelt

11.10.2004

Rechtschreibreform: Widerstand der Schriftsteller und Verleger wächst

Dem Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform, in dem die „Beendigung des Experiments Rechtschreibreform“ gefordert wird, sind im Verlauf der Frankfurter Buchmesse weitere 150 namhafte Persönlichkeiten des literarischen Lebens beigetreten, unter ihnen die Autoren Volker Braun, Robert Gernhardt, Durs Grünbein, Bodo Kirchhoff, Georg Klein, Alexander Kluge, Martin Mosebach, Sven Regener, Rüdiger Safranski, Urs Widmer und Christa Wolf sowie die Verleger Dr. Hans Dieter und Wolfgang Beck, Matthias Bischoff (Eichborn), Daniel Keel (Diogenes), Michael Klett, Michael Krüger und Klaus Wagenbach.

Der Zuspruch, den der Appell innerhalb weniger Tage gefunden hat, beweist aufs neue, daß die reformierte Rechtschreibung auch über den 1. August 2005 hinaus für das literarische Leben in den deutschsprachigen Staaten keinesfalls „verbindlich“ sein wird.

geschrieben von rdr am 11.10.2004

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Norbert Lindenthal
21.09.2004 05.41
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Deutsche Sprachwelt

20.9.2004

20. September 2004

Die Rechtschreibreform
muß vom Tisch!

Die deutsche Sprache braucht Klarheit, Deutlichkeit und Eindeutigkeit

Von Christian Wulff

Keine Debatte wurde in den vergangenen Jahren über einen so langen Zeitraum so intensiv und auch emotional geführt wie die zur Rechtschreibreform. Befürworter wie Gegner lieferten sich wahre „Wort“-Schlachten, selbst das Bundesverfassungsgericht wurde bemüht. Ergebnis: Die reformierte Schreibung durfte seinerzeit mit all den bekannten Unzulänglichkeiten verkündet werden. Goethe, nicht nur viel- und weitgereist, wußte schon zu seiner Zeit: „Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem.“ Fürwahr!

Es rächt sich heute, daß die Kultusministerkonferenz (KMK) 1996 nicht die notwendige Einsicht und Kraft hatte, die sogenannte Rechtschreibreform anzuhalten. Auch nach sechs Jahren reformierter Schreibung gibt es Unsicherheit, aber auch Ärger und Unbehagen in breiten Teilen der Bevölkerung. Sie hat bei vielen Menschen eher zur Verwirrung als zu mehr Klarheit beigetragen. Es ist Konfusion und Beliebigkeit im Umgang mit der Orthographie eingetreten. Die Entscheidung der KMK von Anfang Juni bestärkt mich in dieser Auffassung. Klarheit, Deutlichkeit und Eindeutigkeit braucht die deutsche Sprache. Oder soll es wirklich so sein, daß die deutschen Schüler eine andere Rechtschreibung lernen als Günter Grass, Martin Walser und andere sie verwenden? Soll es wirklich so sein, daß im Land der Dichter und Denker die Schülerinnen und Schüler anders schreiben als jene zeitgenössischen Schriftsteller, deren Texte sie in der Schule bearbeiten? Deutschland als Land zweier Schreibungen?

Tatsächlich ist die Beherrschung der Rechtschreibung eine Kernkompetenz, ohne die in vielen Lebenslagen und Wissensgebieten keine wirkliche Verständigung möglich ist. Die Stärkung dieser Kernkompetenz hat für mich eine hohe Vorrangigkeit. Deshalb setze ich mich seit Jahren für die Beibehaltung der klassischen Rechtschreibung ein. Die gegenwärtige Debatte über Zustand und Zukunft der deutschen Sprache sehe ich als Gelegenheit, die Rechtschreibreform noch einmal grundsätzlich in Frage zu stellen. Doch Niedersachsen allein kann diese Reform nicht umkehren. Hierzu wird die Unterstützung aller Bundesländer, der Bundesregierung und der anderen mitunterzeichnenden Staaten benötigt. Nur gemeinsam kann ein solcher Umkehrungsprozeß eingeleitet werden, damit Deutschland gestärkt aus der orthographischen Krise herauskommt und die geschriebene deutsche Sprache wieder eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung findet.

„Auf dem Gebiete der deutschen Rechtschreibung herrscht augenblicklich ein unerquicklicher und namentlich für die zum Lehren Berufenen unbefriedigender Übergangszustand“ beschreibt Konrad Duden die Lage, als er 1872 versuchte, die Vielfalt der in Schulen, Dienststellen und Verlagen herrschenden Schreibung zu vereinheitlichen. Diesen Gedanken Dudens, nämlich die Einheitlichkeit der Schreibung zu wahren, sollten wir wieder stärker in den Vordergrund stellen und nicht unter seinem Namen die Vielfalt und Beliebigkeit zulassen.

Wenn sich im Oktober die Ministerpräsidentenkonferenz und anschließend im Lichte dieser Beratungen die KMK mit der Rechtschreibreform befassen, täten wir gut daran, endlich den Knoten zu durchschlagen und zur bewährten Rechtschreibung zurückzukehren. Politik muß auch in der Lage sein, Fehlentscheidungen zu widerrufen. Hierin zeigt sich wahre Größe. Dann sind Kompromisse und behutsame Veränderungen allemal möglich.

Christian Wulff ist niedersächsischer Ministerpräsident und stellvertretender Vorsitzender der CDU.

erschienen am 20. September 2004 in der 17. Ausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT auf Seite 3

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Dominik Schumacher
30.08.2004 12.38
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DSW Deutsche Sprachwelt

30.8.2004

Mitglieder der Sprachakademie gegen Kompromiß

Der Kompromißvorschlag der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung zur Rechtschreibreform findet offenbar nicht die Unterstützung der Akademiemitglieder. Nur kurz vor der abermaligen Kompromißvorstellung unter anderem durch den Akademiepräsidenten Klaus Reichert in Berlin haben in Weimar Mitglieder der Akademie und der Berliner Akademie der Künste eine völlige Rücknahme der ihrer Ansicht nach „innerlich verfehlten und sehr viel Geld und Arbeitskraft kostenden Rechtschreibreform“ gefordert. Insgesamt 37 Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Berliner Akademie der Künste unterschrieben eine entsprechende Resolution.

geschrieben von dsw am 30.08.2004

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Fritz Koch
21.08.2004 16.40
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Wenn Österreichisch eine eigene Sprache wird,

müssen wohl äußere Erkennungsmerkmale her.
Sie können ja das ß abschaffen und Substantive klein schreiben, aber die Anredepronomen wohl kaum. Vielleicht übernehmen sie auch die Vokal-Diphtongierungen in die Schriftsprache.

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Norbert Lindenthal
21.08.2004 14.01
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DSW Deutsche Sprachwelt

21.8.2004

Pläne für eine radikale Weiterführung der Rechtschreibreform werden bekannt

Die Katze ist aus dem Sack. Jetzt sind Pläne bekanntgeworden, die Rechtschreibreform nach ihrem endgültigen Inkrafttreten im nächsten Jahr radikal weiterzuführen. Der Bildungssprecher der SPÖ, Erwin Niederwieser, nennt die bisher reformierte Rechtschreibung in einer Aussendung einen „Kompromiß auf dem richtigen Weg“. Nach 2005 müsse man den Weg weitergehen in Richtung „gemäßigte Kleinschreibung“. Dann dürften nur noch Namen und Satzanfänge groß geschrieben werden. Außerdem soll das „ß“ gänzlich abgeschafft werden: „Das ist in der Schweiz schon seit Jahrzehnten eliminiert, ohne daß unsere Nachbarn in tiefe Verzweiflung gestürzt wären.“ Der Abbau der Verständlichkeit in der deutschen Sprache soll also weitergehen.

geschrieben von dsw am 21.08.2004

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Norbert Lindenthal
21.08.2004 09.33
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DSW Deutsche Sprachwelt

In der Netzsuche hieß es noch:

DUDEN-Verlag liefert wieder Wörterbücher in der klassischen ...
Deutsche Sprachwelt (Pressemitteilung) - 17. Aug. 2004
Immer mehr Zeitungen und Bürger kehren zur bewährten Schreibweise zurück. Der Duden-Verlag hat darauf reagiert. Er liefert wieder ...

Der Verweis bringt dann aber folgende Nachricht:

21.8.2004

Doch keine bewährten Duden mehr: Leiter der Duden-Redaktion droht der DEUTSCHEN SPRACHWELT mit rechtlichen Schritten

Matthias Wermke, der Leiter der Duden-Redaktion, widerspricht energisch der heutigen Meldung der DEUTSCHEN SPRACHWELT, daß der DUDEN-Verlag wieder Wörterbücher in der klassischen Rechtschreibung ausliefere. Wermke droht der DEUTSCHEN SPRACHWELT mit rechtlichen Schritten, falls sie diese „Falschmeldung“ weiter verbreite. Es gebe statt dessen eine Liefersperre für den Rechtschreibduden in bewährter Rechtschreibung.

Damit widerspricht Wermke der Vertriebsabteilung des Bibliographischen Institutes. Diese hatte heute auf eine Kundenanfrage geantwortet: „Unser DUDEN Band 1 (20. Auflage von 1991) ist noch mit der alten Rechtschreibung lieferbar. Sie können das Werk über jede Buchhandlung bestellen (ISBN 3-411-04010, Preis 19,43 €). Weisen Sie aber den Buchhändler darauf hin, dass der Band direkt in Mannheim beim Verlag bestellt werden muss, da der Großhändler ‚vergriffen‘ meldet.“

Der Kunde hatte gefragt: „Derzeit zeichnet sich ab, daß mehr und mehr Verlage und Printmedien wieder zur bewährten Rechtschreibung zurückkehren. Meinerseits besteht daher das Bedürfnis, wieder ein verläßliches Rechtschreibwörterbuch zu erwerben, welches diese klassische Schreibung beschreibt. Wann wird es aus Ihrem Hause ein derartiges Werk geben?“

Offenbar befürchtet die Dudenredaktion ein Desaster mit der neuesten Reform-Auflage, die am 28. August erscheinen soll, und will jeden Eindruck verhindern, man befinde sich bereits auf dem Rückzug. Tatsache ist, daß der neueste Duden kurz nach Erscheinen schon veraltet wäre, falls es zu einem Kompromiß in der Debatte um die Rechtschreibreform oder gar zur völligen Abschaffung der Reform kommt.

Die DEUTSCHE SPRACHWELT hatte gemeldet

DUDEN-Verlag liefert wieder Wörterbücher in der klassischen Rechtschreibung aus

Immer mehr Zeitungen und Bürger kehren zur bewährten Schreibweise zurück. Der Duden-Verlag hat darauf reagiert. Er liefert wieder die letzte Auflage seines Rechtschreibwörterbuches aus, die noch in klassischer Rechtschreibung abgefaßt ist. 1991 ist die 20. Auflage erschienen, der erste gesamtdeutsche Duden nach langer Zeit. Der Duden-Verlag weist darauf hin, daß dieses Wörterbuch nicht beim Großhändler bestellt werden kann, der das Buch als vergriffen führt. Buchhändler sollen unmittelbar beim Verlag in Mannheim bestellen. Das Wörterbuch mit der ISBN 3-411-04010 kostet 19,43 Euro und ist damit günstiger als der zweite nachgebesserte (und bald wieder veraltete) Reform-Duden, der am 28. August als 23. Auflage erscheint.

geschrieben von dsw am 17.08.2004

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Wolfgang Scheuermann
20.08.2004 11.52
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Viel schlimmer noch ...

... als die von Herrn Paulwitz kommentierten „10 gute(n) Gründen für die Rechtschreibreform“ der hessischen Landesregierung sind die von derselbigen an nämlicher Stelle veröffentlichten „10 gute(n) Gründe, warum es kein Zurück geben kann“.
Da werden reine Behauptungen neben schieren Unsinn gesetzt – und insgesamt wird unsäglich polemisiert, was Kultusministerin Wolff in ihrem Vorwort dieses Pamphlets als "überflüssig“ bezeichnete.
Diese Schrift wird ihren eigenen Prinzipien grundsätzlich nicht gerecht. So heißt es bei den „10 gute(n) Gründen, die Getrenntschreibung sei jetzt klar geregelt. Da ist es erhellend, wenn im nächsten Punkt beschrieben wird, alle Tageszeiten nach gestern, heute und morgen würden konsequent großgeschrieben, und im übernächsten, Adjektive in Verbindung mit Substantiven ... würden jetzt immer klein geschrieben.

Koch sei Dank endlich Klarheit!
__________________
Dr. Wolfgang Scheuermann

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