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Sigmar Salzburg
25.12.2001 08.27
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Die PISA-Studie zeigt:

Länder mit traditionell schwieriger, reformresistenter Rechtschreibung liegen in der Lesekompetenz weit vor Deutschland: Kanada, Neuseeland, Australien, Irland, Korea, Großbritannien, Japan, sogar die multiethnischen Vereinigten Staaten. Dafür dürfte Deutschland auf engstem Raum die meisten reformversessenen Kultusministerien beherbergen.

Die englische Orthographie stellt 40 Laute in 1120 Schreibweisen dar, während die deutsche Rechtschreibung mit etwa 60 Varianten auskommt. Die Japaner müssen mindestens 1945 Schriftzeichen lernen, dazu 48 Silbenzeichen, wohingegen die Deutschen mit ihren 26 Buchstaben ein Leben lang auskommen. Deshalb kann man in Deutschland auch ein Kultusministerium leiten, wenn man aus dem Hotelfach kommt.

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Sigmar Salzburg

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Christian Melsa
20.11.2001 14.25
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Ich weiß, ich weiß, diese Einwände habe ich schon erwartet. Stimmt ja auch. Nur, was wird wohl jemand denken, der diese Internetseite gerade entdeckt hat, mal sehen will, was diese Rechtschreibreformgegner so für Kommentare im Nachrichtenbrett schreiben und dann sieht, daß die Reform kritisiert wird, indem man Weltrekord-Terrorismus danebenhält und zeigt, was an ersterer genausoschlimm sei. Ganz nüchtern kann man solche Betrachtungen eigentlich sogar ganz unsatirisch anstellen, nur kann das leicht auf den ersten Blick von Unbedarften als ziemlich pietätlos empfunden werden. Man macht uns Reformgegner ja schon lächerlich mit der Formulierung, wir sähen durch ein paar Rechtschreibänderungen das Abendland gefährdet. Da das Abendland trotz der Rechtschreibreform noch nicht untergegangen ist, wird dann gefolgert, – was soll dann also noch die alberne Aufregung? Auch der Hinweis auf die Rechtschreibreformversuche in der Nazizeit wird ja oft völlig falsch verstanden, als wolle man damit der Reform ähnliche moralische Extremverfehlungen zusprechen, wie sie den großen Naziverbrechen anhaften. In der Folge schütteln dann viele Leute den Kopf über den völligen Verlust angemessener Proportionen beim Anstellen von Vergleichen zur Rechtschreibreform. Das liegt natürlich auch daran, daß sehr vielen Leuten auch gar nicht richtig bewußt ist, was es tatsächlich bedeutet, wenn der Staat gegen die Volksmehrheit Konventionen einführen will, die sich auf die höchstkultivierte Form der Kommunikation beziehen. Daß so ein Ereignis nur ein dramatisches Symptom für die äußerst besorgniserregende Unfreiheit unserer realen Gesellschaftsordnung ist (natürlich nicht von dem Bild, das man zur eigenen Ruhe gerne davon haben möchte), das wird von vielen gar nicht in seiner ganzen Tragweite erkannt. Denn die Brisanz solcher Phänomene – wovon die Rechtschreibreform an sich nur eine Oberflächenkräuselung ist, doch eine mit schwer symbolischem und geradezu kassandrischem Charakter – ist in Wahrheit enorm. Es ist wie in „The Matrix“. Die Leute lachen einen aus, wenn man die Wahrheit unvermittelt ausspricht. Größere Zusammenhänge zu schlußfolgern, wird heute allzuleicht als wahnhafte Verschwörungstheorie vorverurteilt (selbst wenn man gar nicht für alle Belange eine bewußte Verschwörung postuliert). Doch man kann die Existenz der Matrix erkennen, wenn man nur die Augen einmal richtig aufmacht. Wer dazu nicht von allein kommt, dem muß man es aber schonend beibringen, wenn man nicht vorschnell als Spinner verlacht werden will. Spott und Ironie wie im hier besprochenen Fall versteht erst der „Insider“ (zu dem Sie, Herr Salzburg, auf dieser Seite natürlich auch und wahrscheinlich sogar in erster Linie sprechen; insofern geht die Anspielung auf Terror und die Aufgaben des Verfassungsschutzes schon klar).

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Sigmar Salzburg
20.11.2001 06.55
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Reformterror

(Zu Christian Melsa am 21.11.01 auf der Nachrichtenseite)

Erkennbar sind nicht die Menschenopfer verglichen, sondern Sachschäden. Angesprochen war vor allem der absurde Einsatz des Verfassungsschutzes unter Hintansetzung wichtigerer Aufgaben. Im übrigen darf nach Tucholsky Satire alles.

N.B. Gläubige Hindus können die Tötung und Verbrennung von 400000 Rindern sehr wohl als Holokaust im Sinne des Wortes empfinden.

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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
16.11.2001 11.47
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Blätterfrüchte

Schreck in der Buchhandlung: Eicke Christian Hirschs „Witzableiter“ nach mehreren Auflagen jetzt erweitert in der Beck'schen Reihe – in Neuschreibung. Im Fallenlassen fiel mein Blick gerade noch auf „Greuelwitze“, Seite 234. Ein Konversionsfehler? Oder Einsicht in die graphisch-emotionale Ästhetik von Paarungen und Gegensätzen wie „scheußliche Greuel“ und „gräuliche Knäuel“?

Stephen Hawking: DAS UNIVERSUM IN DER NUßSCHALE: Sicher sollte die symbolische Optik der gleichen Buchstabenzahlen der übereinanderstehenden Substantive wie im Originaltitel erhalten bleiben: THE UNIVERSE IN A NUTSHELL. „Das Vorwort beginnt »Nie hätte ich damit gerechnet, dass mein populärwissenschaftliches Buch...«. Ab dann kann man das Buch wunderbar lesen.“ (Walter Lachenmann). Einzelnes dass-Signal für die eiligen Zensoren? Oder Rest -Emission des Rechtschreib-Konfusionsreaktors?

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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
08.11.2001 07.48
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Gleichstellungen

Zwei Monate vor dem Volksentscheid im Norden berichtete das Flensburger Tageblatt über die Bestrebungen des inzwischen aufgelösten Kieler Frauenministeriums, Amtsbezeichnungen zu neutralisieren oder durch Nummern zu ersetzen. Dazu schrieb ich einen Leserbrief, der etwas gekürzt veröffentlicht wurde.

Zur Meldung v. 28.7.98: Warum eine Nummer Frauen emanzipiert

Vor einiger Zeit führte ein englischer Filmsatiriker das verdienstvolle Wirken eines Ministeriums für seltsame Gangarten vor. Nach ähnlicher Nützlichkeit strebt offensichtlich das Kieler Frauenministerium mit der Förderung einer grotesken, aber feministisch korrekten Verdoppelungs-, Neutralisierungs- und Vermeidungssprache, die an andere sattsam bekannte Reformen erinnert. Die Bevorzugung von Worten wie „Person“ oder „Lehrkraft“ läßt befürchten, daß es nicht bei der Gleichstellung bleiben soll, macht aber auch – sicher ungewollt – darauf aufmerksam, daß sich über Jahrhunderte die meist männlichen Amtspersonen, Lehrkräfte, Autoritäten, Majestäten, auch Poeten und Kalifen nie daran gestoßen haben, daß sie eigentlich Femininformen sind. Das zeigt, daß die angebliche Diskriminierung durch das zufällige grammatische Geschlecht nur ein fataler feministischer Tick ist, wie denn auch den chinesischen Frauen ihre geschlechtsneutrale Sprache in Jahrtausenden keinen Vorteil gebracht hat.

Nicht veröffentlicht:

Die laufende Gleichstellung ist oft genug unbegründet inkonsequent. In Niedersachsen wurde eine 150.000 DM teure staatliche CD-ROM-Produktion vernichtet, weil in einigen Berufsbildern die gleichgestellte Nennung von Zimmer-, See-, Flach- oder Landfrauen vergessen worden war. Kurz zuvor war aber versäumt worden, den nachgeschobenen Gottesbezug in der niedersächsischen Verfassung mit „Gott und/oder Göttin“ geschlechtergerecht zu formulieren.

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Christian Melsa
12.10.2001 07.34
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Prophetische Schau

http://home.t-online.de/home/Ruediger.Krueger/RS2020.htm

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Sigmar Salzburg
05.10.2001 19.25
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Deutsches Schicksal

1871 Einheit Deutschlands (kleindeutsch durch Bismarck)
1901 Einheit der deutschen Rechtschreibung (durch Konrad Duden)
Fortfall überflüssiger Zeichen:
h nach t: Thür >Tür

1949 Teilung Deutschlands (durch die Kommunisten)
1996 Teilung der deutschen Rechtschreibung (durch die Kultusminister)
in traditionelle Kulturschreibung – und die Zwangsrechtschreibung:
Vermehrung überflüssiger Zeichen:
Dreifachbuchstaben: Flußschiffahrt > Flussschifffahrt,
Bindestrichfimmel: Brennessel > Brenn-Nessel,
Lückenfimmel: die Leidtragenden > die Leid Tragenden
Kommakrampf: „Kommst du?“ fragte er > „Kommst du?“, fragte er
„Kackofonie“ : selbständig > selbstständig

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Sigmar Salzburg

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Christian Dörner
05.10.2001 11.25
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Über das Umlernen

Sehr geehrte Frau Dr. Menges,

ist es nicht gerade so, daß gerade die überzeugtesten Reformgegner diejenigen sind, die sich mit dem neuen Regelwerk intensivst auseinandergesetzt haben bzw. durch die Beschäftigung damit erst zu richtigen Kritikern der Reform wurden, während sich die glühendsten Befürworter im allgemeinen nicht dazu durchringen können, die Einzelheiten der Reform genauer zu studieren? Vielleicht deshalb, weil man Angst hat, die Argumente der Kritiker könnten überzeugen?
Jedenfalls müssen sich die Reformgegner nicht das Argument gefallen lassen, sie seien zu faul zum Umlernen, denn sie kennen das neue Regelwerk bereits – haben also „umgelernt“, auch wenn sie selbstverständlich in ihrem eigenen Schreibgebrauch nicht nach diesen Regeln vorgehen.
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Christian Dörner

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RenateMariaMenges
05.10.2001 09.55
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Vielleicht stimmt es ja

was Sigmar Salzburg in seinen alten, bekannten Sprüchen schreibt!

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Sigmar Salzburg
02.09.2001 07.31
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Zwei ähnliche Aussagen

Nicht ernst gemeint:
„Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.“

Nicht ernst zu nehmen:
„Wer die gewohnte Schreibung beibehält, ist nur zu faul zum Umlernen.“

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Sigmar Salzburg

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Klaus Malorny
19.08.2001 19.04
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Cartoon

Hallo,

hoffentlich habe ich das richtige Forum dafür getroffen –
ein Kollege hat mir heute diesen Verweis zugeschickt:

http://comix.web.de/Bengen/B379.htm

Fiehl Spass!

mfg.
Klaus Malorny

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Sigmar Salzburg
10.08.2001 06.17
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Rechtes Schreiben

Eine Meldung aus der schreibreformierten BLÖD-Zeitung:

Der Innenminister äußerte Besorgnis erregenden Entwicklungen in der rechten Szene nachgehen zu wollen, nachdem er folgendes Flugblatt zu gespielt fand:

„Mit dem Holocaustdenkmal wird bewusst gemacht, dass die Juden uns Leid tun! Da haben wir Not leidende Opfer zu achten. Lasst uns Vergangenes wieder gut machen! Wir nationalen Kräfte müssen die viel versprechenden Politiker bei den nächsten Wahlen zusammen schlagen. Bei unseren Aufmärschen raten wir der Polizei keinen Widerstand zu leisten. In der Abschlusskundgebung werden wir mit einer Hand voll Blut befleckten Fahnen unsere Ehrenbezeugung erweisen und zeigen, wie Arm und Reich grüßen sollen! Glauben wir dann auch Wunder was wir erreicht haben müssen wir doch weiter gehend demonstrieren, solange wir von nahe stehenden Bürgern hören: »Das sind auch für uns Juden befreiende Aussichten.«"

Die Verfolgung der Verfasser scheiterte an der zweideutigen neuen Rechtschreibung. Auch eine Anklage wegen „versuchter neuer Rechtschreibung“ musste fallen gelassen werden, da die Anwendung der neuen Regeln überwiegend korrekt war.


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Sigmar Salzburg

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Norbert Schäbler
03.07.2001 12.34
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Übe mit Humor

Wie gerne habe ich früher mit den Lernhilfen aus dem Manz Verlag München gearbeitet, insbesondere mit den Übungen zur Rechtschreibung.
Dort nämlich war immer ein eigenes Kapitel eingebaut. Es lautete: „Wiederhole mit Humor!“


Hieraus einige Kostproben (zitiert aus: „Diktate Band 1“, ISBN 3-7863-0210-3, S. 74ff.)

Wir wollen mehr vom Meer sehen, bis jetzt seh' ich nur die See!
Trenne nie st zum Scherz, denn es fühlt wie du den Schmerz!
Trenne nie das S vom T, denn es tut ihm schrecklich weh!
Schreibe „eu“ dann und wann, wenn man „au“ nicht sagen kann!
So mancher nicht die Regel kennt: „so daß", „gar nicht“ werden stets getrennt.
Das „Daß", das man mit ß schreibt, ist ein anderes „Das“ als das „Das“, das man mit s schreibt.
Ein hartes S im Innern stand, teils ss, teils ß benannt. Doch als das S ans Ende kam, man nur ß als Schreibung nahm.
Ein Wagen fuhr durch Gossensaß
und fuhr durch eine Soßengaß,
so daß die ganze Gassensoß'
sich über die Insassen goß.
Zum letzten Mal sah er zu dem Fenster hinauf, an dem sie stand und weinte.
Oder
Zum letztenmal sah er zu dem Fenster hinauf, an dem sie stand, und weinte.

Manchmal waren die Sprüche ja wirklich lustig – zumindest komisch oder zum Nachdenken – und es ist wirklich schade, daß nun einige dieser denkwürdigen Formulierungen nicht mehr gelten sollen.
Andererseits ist es ja so, daß auch „die Moderne“ ihre Sprüche braucht.
Der folgende Spruch fiel mir kürzlich ein, nachdem Prof. Ickler eine Untersuchung veröffentlichte, in der festgestellt worden war, daß neuerdings, der Superlativ (z.B. am schönsten) immer häufiger groß geschrieben werde.

Mein Spruch:
„Am schönsten“ und „mitnichten“ schreibe weiterhin klein!
Es mit Nichten zu treiben, ist schlimm und gemein.

Das ist nur eine Anregung – könnte ja ein Büchlein eines Sprachenvereins werden.
"Übe mit Humor“.
Oder ist das vielleicht Ironie – oder noch schlimmer?

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nos

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Sigmar Salzburg
15.06.2001 20.59
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Wort zum Sonntag

Die Zwergpredigt

Essessselig seid ihr Armen im Geiste,
denn „essess“ ist euer Himmelreich.

Esseselig seid ihr, arm an Geist,
doch Multi im Mediahimmel.

Ihr seid das Schmalz der Herde.
Wenn das Hirnschmalz dumm wird,
ist es hinfort zu nichts nütze,
als daß ihr damit schmiert
und euren Reibach macht.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Kultusminister!
Eure Reform gleicht übertünchten Gräbern,
die auswendig schön erscheinen,
inwendig aber sind sie voll toten Gebeins und Unreinigkeit.
So wollt auch ihr von außen demokratisch erscheinen,
von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Kultusminister!
Ihr verschließt die Literatur den Menschen.
Ihr kommt nicht hinein, und die hinein wollen,
laßt ihr auch nicht hineingehen.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Kultusminister!
Ihr baut Denkmäler den Dichtern
und schmückt die Grabmäler der Großen und sagt:
Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen,
so hätten wir uns nicht schuldig gemacht
der Verfolgung und Bücherverbrennung.
Durch eure Zwangstat aber gebt ihr Zeugnis,
wes Geistes Kinder ihr wirklich seid.

Wehe euch, ihr blinden Führer! Die ihr sagt:
Wenn jemand die Sprache pflegt, dann ist das nichts.
Wenn aber jemand eure Schreibung durchsetzt,
dann ist er euer.

Ihr Schlangen, ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr
der Verdammnis der Literaturgeschichte entgehen?

Da ihr nun dem Mammon treu gewesen seid,
wer wird euch ehrliche Kunst anvertrauen?

Ihr könnt nicht der Kultur dienen und zugleich dem Mammon.


– geändert durch Sigmar Salzburg am 17.06.2001, 18:44 –
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Sigmar Salzburg

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Sigmar Salzburg
14.06.2001 07.09
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Kein Verstand

Was kann einem zu solch beflissener Dichtkunst
anderes einfallen als nur wieder:

Rechtschreibreform:
Glaube versetzt Zwerge!

Oder:

Wer mit zwanzig kein Schreibreformer war, hat kein Herz.
Wer mit dreißig noch Reformer ist, hat keinen Verstand.
(Alte politische Weisheit, auf das Reformunwesen angewandt)

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Sigmar Salzburg

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