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Detlef Lindenthal
18.07.2010 21.43
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Dieser sonderbare Stimmzettel erinnert unangenehm an den Volksentscheid zur Rechtschreibfrage 1998 – dem rechtseitigen Täuschungsversuch sind die Wähler nicht erlegen.

Den Wortlaut auf der linken Seite halte ich für rechtlich wenig verbindlich: ob die Bürgerschaft (sonderbarer Täuschungsname; gemeint ist der Hamburger Landtag) aufgefordert wird oder auf Grönland fällt ein Schneemann um, macht wenig Unterschied.
Der Wortlaut stammt nicht von Detlef Lindenthal; mein Wortlaut zum Volksentscheid 1996/98 war klar als Gesetz ausgedrückt.

__________________
Detlef Lindenthal

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Sigmar Salzburg
18.07.2010 20.33
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Einen herzlichen Glückwunsch der Bürgerinitiative!

Schulreform in Hamburg: Schwarz-Grün verliert Volksentscheid

Seit 22.03 Uhr steht so gut wie fest: Schwarz-Grün in Hamburg hat den Volksentscheid über die Schulreform verloren. Die Verfechter einer vierjährigen Grundschulzeit haben obsiegt.

Der schwarz-grüne Hamburger Senat hat den Volksentscheid über seine umstrittene Schulreform verloren. Das gab Landeswahlleiter Willi Beiß am Sonntagabend in Hamburg noch vor Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses bekannt. „Es ist jetzt ein klarer Fall“, sagte Beiß. Um 22.03 Uhr hatte das Statistische Landesamt festgestellt, dass die Gegner der sechsjährigen Primarschulen die Mindestzahl von rund 247.000 Stimmen erreicht haben. Die Wahlbeteiligung lag bei 39 Prozent.

Rund 64.600 Menschen kamen nach Angaben des Landeswahlamtes in die gut 200 Wahllokale in der Hansestadt (5,1 Prozent). Abstimmungsleiter Willi Beiß war von einem Andrang von etwa 90.000 Hamburgern ausgegangen. Etwa 427.000 Wahlberechtigte (33,8 Prozent) stimmten per Briefwahl ab.

stern.de 18.7.2010

Und das Ergebnis darf nur durch einen erneuten Volksentscheid aufgehoben werden – anders als in Schleswig-Holstein, wo das Volk entmachtet und entmündigt wurde!

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Sigmar Salzburg
26.11.2007 17.19
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Im Wartezimmer gesehen

Über „Spießer“ –
der „Sprachkritik-Spießer“:

»Ideelle Oberstudienräte vom Schlage Bastian Sick, die es immer noch für originell halten, schwachsinniges Denglisch oder falsch gesetzte Apostrophe zu geißeln. Sprachblockwarte, die noch den dreihundertsten „Zeit“-Artikel über die Rechtschreibreform verschlingen, als hinge davon die westliche Zivilisation ab. Gründen mit anderen Schlaumeiern Vereine zur Pflege der deutschen Sprache und fordern Quoten für deutschsprachige Musik in den Sendern. Wenn sie nicht Heinz Rudolf Kunze heißen, sehen sie zumindest so aus«

„Stern“ vom 22.11.2007

(300 Artikel in der ZEIT? Mitläufer-Organe denken nicht soviel!)

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Norbert Lindenthal
07.10.2004 14.17
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7.10.2004

Zitate

„Das Anklagen liegt mir einfach im Blut“

Die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek nimmt selten ein Blatt vor den Mund. Hier einige ihrer Aussprüche:

„Wenn ich etwas sagen will, dann sage ich es, wie ich es will.“
(Jelinek im Mai 2004 in ihrer Dankesrede bei der Verleihung des Lessing-Preises.)

"...dass man sich darin nicht wälzen kann wie ein Schwein in der Kuhle, sondern dass man blass wird beim Lesen.“
(Elfriede Jelinek im Mai 1989 in einem dpa-Gespräch auf die Frage, was sie mit ihrem Roman „Lust“ anstrebt.)

„Ich habe immer versucht, meine politische Aussage auf der Höhe der von mir erarbeiteten Ästhetik zu halten, für das Politische eine literarische Methode zu finden, so dass bestenfalls die Aussage und ihre Trägerrakete – in meinem Fall eben oft das Medium Theater – miteinander davonfliegen und nicht eins von beiden am Boden zurückbleibt.“
(Jelinek im April 2004 in einem dpa-Gespräch.)

„Das ist der Anfang vom Ende der unsinnigen Rechtschreibreform, die eine Sprachverarmung bedeutet und eine reine Bürokraten-Beschäftigungsaktion ist.“
(Jelinek im August 2004 anlässlich der Rückkehr einiger deutscher Zeitungen zur alten Rechtschreibung.)

„Das Anklagen wie das Klagen, das liegt mir einfach im Blut.“
(Jelinek im Dezember 2002 in ihrer Dankesrede bei der Verleihung des Heine-Preises.)

Meldung vom 07. Oktober 2004

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Norbert Lindenthal
20.08.2004 01.10
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Rechtschreibung

Geheimsache "ß"


© Roland Magunia/DDP
Coup im Sommerloch: „Spiegel“-Chef Aust (l.),“FAZ“-Herausgeber Schirrmacher, hier bei einer Preisverleihung.

Wie die Allianz von Springer („Bild“) und „Spiegel“ gegen die neue Rechtschreibung über Monate vorbereitet wurde – und warum es am Ende dann doch hopplahopp gehen musste.*

*(Wörter auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln wurden fett hervorgehoben.)

Der Kampf gegen das Doppel-S lief seit 80 Stunden, und die Champagnerlaune war schon ein wenig verflogen, als sich die drei Herren, die das ganze Theater inszeniert hatten, am Montagabend vergangener Woche zur Lagebesprechung im Berliner Promi-Lokal „Borchardt“ trafen. Mehr als drei Stunden lang steckten sie die Köpfe zusammen, blickten ernst, tranken viel Kaffee und noch mehr Wasser. Die Revoluzzer: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG („Bild“, „Welt“, „Hörzu“); Frank Schirrmacher, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“); Stefan Aust, Chefredakteur des „Spiegel“.

Ohne Frage, die ebenso mächtige wie ungewöhnliche Medienallianz hatte mit ihrem Beschluss, die von den Kultusministerien beschlossene Rechtschreibreform zu boykottieren, einen Coup gelandet. Springer und „Spiegel“ Seit' an Seit' – das gab es nicht oft bisher. Doch der Druck auf andere Blätter, den drei Compaeros zu folgen, blieb vorerst schwach. Der konservative „Rheinische Merkur“ schloss sich an, die liberale „Süddeutsche Zeitung“ grundsätzlich auch, zaudert aber, einen Zeitpunkt für die Umstellung zu nennen. Große Erfolge sehen anders aus.

Der Rechtschreibstreit spaltet die Medienbranche wie das Land. Das Gros der Blätter – darunter neben „Focus“, „Zeit“ und „Frankfurter Rundschau“ auch der stern – will bei der seit Jahren gewohnten Rechtschreibung bleiben. Ein Teil der Leser spricht sich gegen die Reform aus, ein anderer wirft den Verweigerern Arroganz gegenüber politischen Entscheidungen und Verantwortungslosigkeit gegenüber Schülern vor, die erneut umlernen müssten. Auch bei Springer und dem „Spiegel“ herrscht keine Einigkeit. Viele Mitarbeiter meinen, die Rückkehr zur alten Rechtschreibung, die auch im internen Postverkehr der Verlage wieder gelten soll, sei „schlicht Quatsch“. Beim „Spiegel“ stören sich viele daran, dass Chef Aust seine Entscheidung weitgehend allein, allenfalls in Abstimmung mit ein paar Ressortleitern getroffen habe.

Vor allem aber in der feinsinnigen Redaktion der Münchner „Süddeutschen Zeitung“ („SZ“) sorgt die Phalanx mit den groben Springer-Blättern „Bild am Sonntag“ (Werbeslogan: „Die neue BamS hat mehr Bums!“) und „Bild“ für Ärger. „Da hat man nun Genossen, die man wirklich nicht wollte“, sagt einer, der schon früh in die Überlegungen der „SZ“ zur Abkehr von der Reform eingeweiht war. Zu allem Überfluss erhielt „SZ“-Chefredakteur Hans Werner Kilz von „Bild“ auch noch den Orden „Ein Herz für die deutsche Sprache“.

Das Sommertheater war von langer Hand geplant. Im April traf sich das Trio Döpfner, Schirrmacher und Aust zum Abendessen. Springer-Chef Döpfner wetterte mal wieder gegen die neuen Schreibregeln, die sein Verlag seit 1999 anwendet, die ihm aber verhasst geblieben sind. Ob es wohl noch möglich wäre, das Ruder herumzureißen, bevor das neue Deutsch im August 2005 verbindlich werde? Bei Freund Schirrmacher von der „FAZ“, dessen wertkonservatives Blatt nach einem kurzen Intermezzo bereits vor vier Jahren zur alten Schreibweise zurückgekehrt war, stößt Döpfner auf festen Rückhalt. Aber erst, als auch „Spiegel“-Chef Aust an jenem Abend beispringt, steht die überparteiliche Front, wie Döpfner sie sich gewünscht hat. Niemand soll die Bewegung später einem Lager zuordnen können. Es gehe ihm allein um die Sache, nicht um Links oder Rechts und nicht um Machtspielchen, will Döpfner die Aktion verstanden wissen.

Der Verbund verabredet, der „staatlich verordneten Legasthenie“ (Aust) erst mal eine Arbeitsgruppe entgegenzusetzen, um Für und Wider der Schreibregeln auszuloten. Ursprünglich, sagt Aust heute, hätten „die Experten Kompromissvorschläge erarbeiten“ sollen, die man der Sprachwissenschaftlerkommission der Länder hätte präsentieren können.

So treffen sich denn die „Experten“ unter großer Geheimhaltung am 28. Juni im Hamburger „Spiegel“-Hochhaus. Das Nachrichtenmagazin entsendet den Pensionär Heinz P. Lohfeldt, langjähriger Redakteur des Hauses. Die „FAZ“ schickt ihren Literaturchef Hubert Spiegel. Von der „SZ“, die inzwischen in den Plan eingeweiht wurde, reist Kulturredakteur Hermann Unterstöger an. Den Springer-Verlag vertritt Claudia Ludwig.

Die 55-jährige ehemalige Deutschlehrerin ist dem Haus verbunden. Sie ist verheiratet mit Christian Delbrück – der Ex-Vorstand leitet heute die Geschäfte bei der Springer-Lokalzeitung „Hamburger Abendblatt“. Und sie hat die richtige Einstellung – als scharfe Gegnerin der neuen Sprachregeln („Ich kämpfe gegen diese Reform bis zu meinem Lebensende.“). Zusammen mit anderen Frauen hat sie die Initiative „Lebendige deutsche Sprache“ zur Rettung der klassischen Rechtschreibung gegründet.

Seiten 2

Geheimsache "ß"


© Bernd Settnik/DPA
Zettelte die Blockade an: Springer -Chef Döpfner

Während Ludwig im Hintergrund für das Verlagshaus an der Reform rüttelt, findet ihre Mütterinitiative in Springer-Blättern bereitwillig Gehör. „Sie wollen schreiben wie früher“, betitelt das „Hamburger Abendblatt“ im Juni einen Bericht. Und „Bild“ jubelt im August: „Jetzt gehen die Mütter auf die Barrikaden!“ Springer-Sprecherin Edda Fels findet an all dem nichts Anstößiges: „Wir haben Frau Ludwig als Expertin um Rat gebeten. Sie ist weder bei uns angestellt, noch wurde sie für ihren Rat bezahlt.“ Ludwig betont, ihr Mann habe ihr öffentliches Wirken eher behindert denn gefördert.

Nicht allzu überraschend kommt die geheime Kommission zu dem Schluss, an den neuen Regeln sei nichts, aber auch gar nichts zu retten. „Der Weg der sanften Einflussnahme über die jahrelange Berichterstattung ist gescheitert“, sagt Aust rückblickend. Allein der Vertreter der „Süddeutschen“ zeigt sich weniger kategorisch. In München wird das Thema längst nicht so wichtig genommen. Chefredakteur Kilz kümmert sich kaum noch darum.

Anders Springer-Chef Döpfner. Der klopft die Haltung in anderen Medienhäusern ab – keiner sonst will mit vorpreschen. Auch intern muss er einige Chefredakteure noch auf Linie bringen. Vor allem bei den Jugendmagazinen der Verlagstochter AS Young Mediahouse („Yam!“) ist die Befürchtung groß, dass ihnen Leser weglaufen. Zwar spricht sich eine Bevölkerungsmehrheit in Umfragen gegen die Rechtschreibreform aus, das Gros der Jungen aber will die neu erlernte Schreibweise beibehalten. Doch Döpfner, das macht er in einer Telefonkonferenz mit den Chefs der Blätter klar, duldet keine Abweichung.

    Interview: „Sie stiften nur Verwirrung“

    Maximilian Popp, 18, Chefredakteur der vom „Spiegel“ ausgezeichneten Schülerzeitung „Rückenwind“, will weiter neu schreiben.

    Herr Popp, der „Spiegel“ hat Ihr Blatt „Rückenwind“ zu Deutschlands bester Schülerzeitung gekürt. Folgen Sie nun den Hamburger Kollegen und kehren ebenfalls zurück zur alten Rechtschreibung?
    Das wäre Schwachsinn. Einige Zeitungen und Zeitschriften möchten das Rad zurückdrehen – und stiften nur Verwirrung. Die „Süddeutsche Zeitung“ will künftig anders schreiben als die „Frankfurter Rundschau“, der „Spiegel“ anders als „Focus“. Wie absurd!

    Auch bekannte Schriftsteller verweigern sich der neuen Rechtschreibung.
    Günter Grass und Martin Walser können gern weiter so schreiben, wie sie es seit 70 Jahren gewohnt sind. Aber viele Schüler lernen seit der ersten Klasse die neuen Regeln. Sollen die jetzt alle wieder von vorn anfangen?

    Finden Sie die neue Rechtschreibung denn rundum gelungen?
    „Kreme“ und „Krepp“ würde ich im Leben nicht schreiben. Aber Doppel-S nach kurzen Vokalen leuchtet ein, und die Kommaregeln sind einfacher als früher. Das Thema wird doch viel zu hoch gehängt. „Spiegel“, „Bild“ & Co. haben einen Weg gefunden, wie sie ihr Sommerloch stopfen können, das ist alles. Jetzt proben sie die Revolution und haben ihren Spaß.

    Interview: Alexander Kühn
Die Schreibumstellung sollte ursprünglich symbolbeladen zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, erfolgen. Dass die Verkündung so früh kam, lag an der Politik. Plötzlich mäkelten die CDU-Ministerpräsidenten Peter Müller (Saarland) und Christian Wulff (Niedersachsen) an der von ihnen selbst bestätigten Reform herum. Die Deutsch-Debatte nahm Fahrt auf – zu viel für Döpfners und Austs Geschmack. Die Gefahr bestand, dass ihr lange geplanter Handstreich im Herbst wie schnöde Trittbrettfahrerei auf dem CDU-Ticket ausgesehen hätte.

So wird die Aktion vorgezogen. Neuer orthografischer D-Day: Freitag, 6. August. Hastig versucht Springer-Chef Döpfner in den Tagen davor, „Süddeutsche“-Chef Kilz einzunorden – er erreicht ihn nicht. Muss es halt ohne Kilz gehen. Aust informiert einige Ressortleiter, ventiliert die Meinungslage bei den Gesellschaftern, fühlt sich gestützt. Am Freitag, dem 6. August, um 11.09 Uhr schickt Döpfner die Direktive per Mail an die Verlagsmitarbeiter. Minuten später gehen die Verlage an die Öffentlichkeit: „Spiegel-Verlag und Axel Springer AG kehren zur klassischen Rechtschreibung zurück.“ Die „Süddeutsche“ schließt sich halbherzig an, obwohl dort keiner ganz zurück zum Alten will.

Als flammender Befürworter der Verlagsaktion erweist sich hingegen Kai Diekmann, Chefredakteur von „Bild“ und schon früh direkt in die Pläne seines Vorstands Döpfner eingebunden. Diekmann liebt Kampagnen. Mal ist er für Reformen, mal ist er gegen Hartz IV. Nun also die Rechtschreibreform. „Bild“ tischt seinen zwölf Millionen Lesern beinahe täglich Neues über die „Schlechtschreibreform“ auf. Allenfalls zwei Prozent des Wortschatzes sind von der Neuregelung betroffen – doch „Bild“ macht Dampf: Allein seit Anfang August wird in 24 Artikeln für den Erhalt der alten Orthografie getrommelt. Dass Diekmann im Eifer des Gefechts auch mal übers Ziel hinausschießt, geht im Meer von Kronzeugen wie Franz Beckenbauer, Veronica Ferres, Vicky Leandros und Heino fast unter: Uwe Knüpfer, Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“, fand sich unter den Befürwortern der Springer-Aktion wieder. Tatsächlich bleibt die „WAZ“ bei der aktuellen Sprachregelung.

Das Anti-Reformer-Trio muss nun durchaus um seinen Erfolg zittern. Nicht unwahrscheinlich, dass die Kultusminister die Reform erst recht durchziehen und sie ohne große Änderungen verbindlich werden lassen. Das weiß auch „Spiegel“-Chef Aust. Er spekuliert dennoch auf ein Einlenken der Politik. Es wäre doch schon ein Erfolg der Verlagsaktion, wenn beide Schreibweisen parallel bestehen blieben: „Die Spaltung existiert sowieso.“

Das trifft auf die „Spiegel“-Gruppe selbst zu. Zu dem Haus gehört auch das „Manager-Magazin“. Dort wird weiter die neue Rechtschreibung gepflegt. Chefredakteur Arno Balzer: „Wir sehen kurzfristig keinen Handlungsbedarf.“
 
Johannes Röhrig

Meldung vom 19. August 2004

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Norbert Lindenthal
18.08.2004 17.32
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18.8.2004

Was macht eigentlich...

Friedrich Denk

© Wolfgang Maria Weber
Friedrich Denk, 61

Der oberbayerische Studiendirektor gründete 1996 mit „Wir gegen die Rechtschreibreform“ die einflussreichste Bewegung gegen das neue Regelwerk

Zur Person:
Friedrich Denk, 61, in der Bibliothek seines Hauses in Pullach, das der Vater von drei Kindern mit seiner Frau erst vor wenigen Tagen bezog. Seit zwei Wochen ist der Studiendirektor für Deutsch und Französisch im Ruhestand, um mehr Zeit für den Kampf gegen die Rechtschreibreform zu haben. Daneben ist er Gründer und Redakteur der „Weilheimer Hefte zur Literatur“. 1996 startete Denk zunächst mit ein paar hundert selbst gefertigten Flugblättern und einer Unterschriftenaktion seinen Protestlauf, es folgte die Mobilisierung von namhaften Schriftstellern, Dichtern und Verlegern in der „Frankfurter Erklärung“

Das Interview mit Friedrich Denk führte Hannelore Schütz

Deutschland debattiert mal wieder über die Rechtschreibreform. Wie oft klopfen Sie sich täglich auf die Schulter?
Überhaupt nie. Es muss doch immer um die Sache gehen. Das ist wie bei einem Klavierspieler. Wenn der sagt: „Was bin ich heute gut“, dann spielt der gleich schlechter.

Nach welcher Rechtschreibung unterrichten Sie?
Ich habe mich dank der Altersteilzeitregelung beurlauben lassen. Aber vorher, muss ich gestehen, versuchte ich ganz bewusst, die Klippen zu umschiffen. Keine Sätze mit „dass“ oder mit dieser unlogischen Groß- und Kleinschreibung. Von wegen Vereinfachung. Heute machen die Schüler viel mehr Fehler als früher. Die Erwachsenen übrigens auch.

Sind Ihre Schüler nun stolz auf Sie oder eher sauer?
Beides. Die Klügeren waren am Anfang gegen die Reform. Heute sind viele, die eher schlampig arbeiten, zufrieden damit, weil sie im Augenblick die Wahl haben zwischen Alt oder Neu und alles richtig ist. Ich bedauere aber, dass die Schüler gegen das Diktat der Kultusminister nicht so rebellisch sind, wie wir das in den 68er Jahren waren.

Immer nur kämpfen. Macht das nicht müde?
Ich bin immer noch mittendrin und absolut nicht müde. Damit ich noch Zeit habe, etwas gegen die Reform zu tun, bevor 2005 das Fallgitter runtergeht, habe ich mich ja auch freistellen lassen.

1996, auf der Frankfurter Buchmesse, haben Sie deutschsprachige Schriftsteller wie Grass, Walser, Kunze für Ihren Protest gegen die Reform gewonnen. Haben Sie noch Kontakt zu denen?
Der ist nie abgerissen. Im Herbst sind wieder zwei Veranstaltungen mit namhaften Autoren für die Einheit der Orthografie geplant.

Und was sagen Ihre Kollegen? Trauen Sie sich noch in eine Schule, nachdem die meisten Lehrer gegen die Reform der Reform sind?
Das ist eine Behauptung der Kultusminister und eine glatte Lüge. Die erzählen alles, wenn es ihnen was nützt. Am Weilheimer Gymnasium, an dem ich unterrichtet habe, waren fast alle Lehrer für mich. Nur zwei Direktoren plädierten für die Reform. Auch heute noch sind bundesweit viele Lehrer gegen die neue Rechtschreibung. Sie trauen sich aber nicht, das auch öffentlich zu sagen.

Warum engagieren Sie sich eigentlich so stark. Wegen des f statt des ph im Delfin?
Den Ausschlag dazu gab letztlich mein Sohn. Der hat mich von Anfang an dazu ermuntert. Dabei hat er, wie die meisten Kultusminister ja auch, wenig mit Sprache zu tun. Er sah das eher politisch.

Und Sie?
Auch wir, die Gegner, fühlten uns im Sinne der Demokratie dazu verpflichtet, etwas zu tun, um das Vorhaben zu kippen. Das wäre ein Ruck durchs Land. Und die Menschen würden wieder Mut fassen, wenn sie sähen, dass man auf sie hört. Die Politiker fordern ja ständig, wir sollten uns beteiligen.

Es geht also eher um Politik als um Orthografie?
Es geht um etwas, das uns alle angeht. Aber jetzt plötzlich ist von Beteiligung nicht mehr die Rede. Das sagen die Politiker doch nur in ihren Sonntagsreden, und dann machen sie es ohne das Volk.

In einem Jahr wird die Entscheidung gefallen sein. Dann sind Sie ein Held oder gescheitert. Was machen Sie dann?
Ich mache weiterhin Literaturhefte und organisiere Dichterlesungen. Das ist Arbeit genug.

Kein Aufschrei gegen Hartz und Co.?
Davon verstehe ich nichts.

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Norbert Lindenthal
09.08.2004 12.48
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9.8.2004

Medienecho

Nicht alle sind dafür

© picture-alliance / akg-images / Bruni Meya
Reich-Ranicki: „Neue Rechtschreibung ist dämlich

Die von Spiegel und Axel Springer Verlag überraschend angekündigte Rückkehr zur alten Rechtschreibung ist in Politik und Medien auf Kritik, aber auch Beifall gestoßen.

Während die „Süddeutsche Zeitung“ ebenfalls die Reform zurücknehmen will, äußerten sich andere Verlage und Nachrichtenagenturen abwartend. Der Burda-Verlag, der „Stern“, die „Frankfurter Rundschau“ und die „taz“ erteilten der Initiative am Freitag eine Absage. Einige CDU-Ministerpräsidenten begrüßten den Vorstoß, dagegen kam von der SPD deutliche Ablehnung. Entrüstet zeigte sich die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Doris Ahnen (SPD). Für einen derartigen Beschluss habe sie kein Verständnis, sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin. Die Initiatoren dieser Aktion blieben jede Antwort schuldig, wie in Zukunft die verschiedenen Interessen unter einen Hut gebracht werden sollten.

Ministerpräsidenten werden Thema beraten
Die CDU-Ministerpräsidenten Peter Müller (Saarland) und Christian Wulff (Niedersachsen) kündigten an, sich weiter für die Abschaffung der Rechtschreibreform einzusetzen. Für eine Rücknahme der Reform sind einstimmige Beschlüsse von Kultusminister- wie Ministerpräsidentenkonferenz nötig. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) erklärte am Freitag, er bleibe dabei, dass er eine Rücknahme ablehne. Auch Schleswig-Holstein will bei der neuen Rechtschreibung an den Schulen bleiben. „Die Entscheidung der Axel Springer AG und des Spiegel-Verlages schafft überflüssige Verunsicherung an den Schulen,“ sagte dazu Kultusministerin Ute Erdsiek-Rave (SPD) in Kiel. Es bleibe bei der neuen Rechtschreibung. „Es gibt keinen Grund, dies zu ändern.“

Bayerns Ministerpräsident und derzeitiger Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, Edmund Stoiber (CSU), erklärte, „nach kritischen Stimmen aus vielen Ländern habe ich das Thema Rechtschreibreform bereits auf die Tagesordnung der Ministerpräsidenten gesetzt.“ Dabei sei zu prüfen, „ob Lösungen möglich sind, mit denen Teile der bisherigen Rechtschreibreform beibehalten und andere Teile aufgegeben werden können“.


 


Verleger sehen Signalwirkung
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger erwartet von der Spiegel/Springer-Entscheidung eine „Signalwirkung“ auch für andere Medien. Auch aus Sicht des Deutschen Journalistenverband ist die Rechtschreibreform nicht mehr zu halten. Sowohl der Bauer- als auch der Jahreszeiten-Verlag äußerten Sympathie für den Vorstoß von Spiegel und Springer. Zunächst solle aber abgewartet werden, ob eine breite Front von Verlagen dem Beispiel folge. Die Nachrichtenagenturen AP und dpa erklärten, vorerst die Reaktion der Kunden abzuwarten. Gegenwärtig gebe es keinen Handlungsbedarf, sagte AP-Chefredakteur Peter Gehrig.

Der „Focus“-Verlag Burda erklärte, man wolle den „Kampf um die Rechtschreibung nicht auf dem Rücken der jungen Leser austragen“. Bindend sei, was in der Schule gelehrt werde. Beim „Stern“ hieß es, man halte an den neuen Regeln fest, befürworte aber Änderungen im Detail. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärte: Es ist unverantwortlich, wie hier auf Kosten von Kindern, Eltern und Schulen Stimmung gemacht wird, um das Sommerloch zu füllen und die eigene Macht zu demonstrieren.“ Die Erfahrung in den Schulen zeige, dass die Kinder seit der Reform weniger Fehler machen.

Lehrerverband fürchtet „orthografisches Abseits“
Der Deutsche Philologenverband mahnte einen schnellen Kompromiss an. Es gebe Teile der Rechtschreibreform, die völlig unumstritten seien wie etwa die ss/ß-Regelung, betonte der Verband. Umgekehrt sei klar, dass die Zusammen- und Getrenntschreibung noch nicht befriedigend geregelt sei. Der Deutsche Lehrerverband (DL) forderte die Ministerpräsidenten auf, die Rechtschreibreform jetzt zur Chefsache zu machen, damit die Schulen nicht ins „orthografische Abseits“ gerieten. Die alte Rechtschreibung müsse wieder verbindlich werden. Dies forderte auch der Suhrkamp Verlag. Dagegen forderte der Verband Bildung und Erziehung, die „derzeitige hysterische Debatte“ zu beenden.
 





„Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann


„Wir müssen in Deutschland den Mut haben, etwas als falsch Erkanntes dann auch einmal zu widerrufen.“ (Zur Rückkehr des Springer-Verlags und anderer Verlage zur alten Rechtschreibung)


Reich-Ranicki mag kein "ß" mehr
Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat sich für eine Rückkehr zur alten Rechtschreibung mit kleinen Korrekturen ausgesprochen. Die neue Rechtschreibung sei „dämlich“, sagte er in einem Gespräch mit dem Südwestrundfunk (SWR). Er wäre glücklich, wenn die alte Rechtschreibung sobald wie möglich wieder gelten würde. Man müsse sie nur in einigen Punkten „sparsam und behutsam“ korrigieren. So solle das "ß" komplett abgeschafft werden, schlug Reich-Ranicki vor.

Die österreichische Presse wird nicht zur alten Rechtschreibung zurückkehren. Wie die Nachrichtenagentur APA am Freitag berichtete, haben alle bedeutenden überregionalen und Wiener Tageszeitungen angekündigt, bei der bisherigen Rechtschreibreform zu bleiben. „Wir sind als Zeitung ja nicht die Institution, die darüber zu richten hat“, betonte der Chefredakteur des linksliberalen „Standard“, Gerfried Sperl, laut APA. Eine Rückkehr zu den alten Schreibweisen würde gerade die junge Leserschaft irritieren, um die man sich besonders bemühe: „Die Kids müssen die neue Rechtschreibung lernen.“ Gerade um diese Zielgruppe müsse man aber kämpfen.

Österreichs Presse verweigert Schwenk
Der stellvertretende Chefredakteur der Wiener „Die Presse“, Michael Fleischhacker, meinte, man wolle jetzt in dem Netzwerk deutschsprachigen Medien bleiben, in das man sich eingeklinkt habe. „Die Medien müssen versuchen, mit jungen Leuten in Kontakt zu bleiben – daher müssen wir dabei bleiben, was in der Schule gelehrt wird.“ Auch das auflagenstarke Boulevardblatt „Kronenzeitung“ bleibt laut Chefredakteur Michael Kuhn „zähneknirschend“ bei der Reform. „Wir wollen die Kinder nicht mit einer anderen Rechtschreibung verunsichern als der, die sie in der Schule lernen“, meinte er. Auch der «Kurier», kündigte an, „das zu machen, was Konvention ist“ und bleibe bei der neuen Rechtschreibung.
 
Meldung vom 06. August 2004

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Norbert Lindenthal
06.08.2004 21.56
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6.8.2004

Medien & Verlage

Heilloses Durcheinander


© stern

Bei „Spiegel“, „Zeit“, „Stern“, „Geo“ und der „Bild“-Gruppe ist die neue Rechtschreibung Standard: „Das funktioniert reibungslos“


Fünf Jahre nach der Rechtschreibreform herrscht bei Verlagen und Medien weiterhin ein heilloses Durcheinander. „Daß" und „dass“ finden sich ebenso wie „Känguruh“ und „Känguru“. Ob auf Wunsch der Autoren oder aus finanziellen und organisatorischen Gründen: Viele Verlage wechseln selbst innerhalb ihrer eigenen Programme zwischen alter und neuer Rechtschreibung. Einer dpa-Umfrage zufolge kommen Häuser wie Suhrkamp, Rowohlt oder Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv) vor allem im Segment Belletristik dem Geschmack ihrer Autoren entgegen. Schriftsteller wie Günter Grass bevorzugen die alte Schreibweise.

Vom 1. August 2005 an verbindlich
Bei Kinder- und Jugendbüchern, Sachbüchern und Nachschlagewerken hingegen schwören sich die Verlage auf die neue Orthografie ein. Vom 1. August 2005 an sind die neuen Rechtschreibregeln an allen Schulen und in Behörden verbindlich. Ob bei rororo rotfuchs oder dtv junior – neue Bücher für junge Menschen erscheinen in neuer Rechtschreibung; auch die älteren Titel sind weitgehend aktualisiert. Eine der Ausnahmen: Hans Magnus Enzensberger veröffentlicht auch seine Kinder- und Jugendbücher im Carl Hanser Verlag in alter Form.

Die Schulbuchverlage hätten die Rechtschreibreform nun weitgehend akzeptiert, sagt Rino Mikulic, Sprecher des 71 Verlage umfassenden Verbands „VdS Bildungsmedien“. Die Umsetzung der Reform sei sehr teuer gewesen. „Die kostspielige Geschichte hat sich bisher auch nicht amortisiert.“

Dichterische Freiheit in Romanen
Bei Romanen gewähren die Verlage ihren Autoren dichterische Freiheit. Bei Random House (Bertelsmann) etwa erscheinen die Bücher in der neuen Rechtschreibung – es sei denn, ein Autor wünscht die alte. Der Münchner Piper Verlag hingegen hält sich weitgehend an die alte Schreibweise – Autorenwünsche ausgenommen.

Bei Eichborn (Frankfurt) erscheinen noch 40 Prozent des Belletristik-Angebots in alter Form. „Eine einheitliche Linie wäre sicher generell nicht schlecht“, räumt Sprecherin Uta Niederstrasser ein. Den Lesern falle in der Regel nicht auf, ob die alte oder neue Rechtschreibung angewendet werde.

„Problemlos umgesetzt“
„Bei Suhrkamp entscheidet der Autor, überwiegend wird die alte Rechtschreibung bevorzugt“, sagt Sprecherin Heide Grasnick (Frankfurt). Das Werk verstorbener Autoren werde so weitergeführt, wie es vorliege. Der Weltbildverlag (Augsburg) dagegen habe sich von Anfang an voll hinter die neue Regelung gestellt und sie „problemlos umgesetzt“, sagt eine Sprecherin. Literarische Texte in Anthologien stehen aber vereinzelt noch in alter Rechtschreibung.

Die Klassiker bleiben bei den meisten Verlagen unberührt – es sei denn, sie sind für den Schulgebrauch gedacht. Für den Reclam Verlag (Ditzingen) etwa ist die Umstellung „ein Fluch und kein Segen – auch, weil man es niemandem recht machen kann“, sagt Werbeleiter Karl-Heinz Fallbacher. Zwischen 80 und 100 Titel der kleinen gelben Hefte "übersetze“ der Verlag in die neue Rechtschreibung. „Wir machen das behutsam und orientiert an der historischen Textsubstanz. Das verursacht erhebliche Kosten und logistischen Aufwand, weil auch die Erläuterungshefte umgestellt werden müssen.“

Unterschiedliche Handhabung
Belletristik-Übersetzungen aus anderen Sprachen werden von den Häusern unterschiedlich gehandhabt. Der Rowohlt Verlag (Reinbek) etwa verwende dort durchgehend die neue Rechtschreibung, sagt Sprecherin Ursula Steffens. dtv (München) hingegen richtet sich nach den Vorschlägen der Übersetzer und nach der zu erwartenden Zielgruppe. Überwiegend werde in alter Form übersetzt.

Die Wogen über die Reform haben sich allerdings geglättet. Aus der Sicht der Duden-Redaktion hat sich die Aufregung gelegt, sagt Redaktionsleiter Matthias Wermke (Mannheim). Fragen in der Sprachberatung beträfen weniger die Reform als vielmehr Anglizismen wie „E-Mail“ oder „upgedated“. „Irritationen lösen allerdings zusammengesetzte Wörter wie „inhabergeführt“ aus.“

„FAZ“ als Bewahrerin der alten Ortografie
Bei den Zeitungen hat sich vor allem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ als Bewahrerin der alten Rechtschreibung hervorgetan. Laut Chef vom Dienst Werner D'Inka ist man bei der „FAZ“ nach wie vor davon überzeugt, dass die neue Rechtschreibung sprachliche Nuancen nicht mehr möglich mache: „Es ist eben ein Unterschied zwischen einem vielversprechenden und einem viel versprechenden Politiker.“ Die große Mehrheit der Leser unterstütze dies.

Bei „Spiegel“, „Zeit“, „Stern“, „Geo“ und der „Bild“-Gruppe hingegen ist die neue Rechtschreibung Standard, wie Sprecher der Blätter sagen. „Das funktioniert reibungslos“, meint ein Sprecher der „Bild“-Gruppe. Die Nachrichtenagenturen haben die Reform nach einem Beschluss von Ende 1998 weitestgehend umgesetzt. Ausnahmen sind Fremdwörter aus lebenden Sprachen wie Spaghetti oder feststehende Begriffe wie „Erste Hilfe“ oder „Stiller Ozean“.  

Meldung vom 31. Juli 2003

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