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anonymer Gast
07.12.2000 23.00
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Rechtschreibung nach Gutsherrenart

Nach alter Rechtschreibung gibt es nur die Schreibweise „Ernst machen“, das ist klar. Prof. Ickler hat aber beschlossen, dass diese Schreibweise seinem Sprachgefühl widerspricht. Außerdem hat er den Rechtschreibfehler „ernst machen“ schon so oft bei seinen Freunden und in der FAZ gesehen, dass er jetzt beschlossen hat, dass nur noch diese Schreibweise erlaubt sein soll. Großzügigerweise überlegt er aber, ob er nicht in der nächsten Auflage seines Wörterbuches auch die Schreibweise „Ernst machen“ wieder zulassen soll.

Prof. Ickler ist natürlich nicht in der Lage irgendwie zu belegen, dass es sich hier bei „Ernst“ um ein Adjektiv handelt, und kann auch keine wissenschaftlichen Arbeiten von kompetenten Leuten dazu anzugeben. Sein Sprachgefühl genügt als wissenschaftlicher Beleg. Außerdem hat die Mehrheit der Schreibenden sich seiner Meinung nach längst für diese Schreibweise entschieden und nach dem Ickler'schen Demokratieverständnis muss sie dann als richtig anerkannt werden.

Die Wahrheit sieht doch einfach so aus: Normalerweise gibt Prof. Ickler immer die Variante des Duden mit an, wenn er eine eigene Schreibweise angibt, z. B. bei ernst nehmen/ernstnehmen, statt dessen/stattdessen, die dritte Welt/die Dritte Welt usw. Wenn er es bei „Ernst machen/ernst machen“ nicht getan hat, dann wohl deshalb, weil der die grammatikalisch richtige Dudenschreibweise gar nicht kannte. Die hat er erst durch mich kennen gelernt. Das will er jetzt nur nicht zugeben.

Aber wir brauchen ja nur auf die nächste Auflage des Ickler'schen Wörterbuchs zu warten. Dann hat er diesen Fehler sicher berichtigt. Aber was ist mit den übrigen?

Eines wundert mich ja. Ich habe schon früher oft die Schreibweisen 6-teilig, 30-jährig, 3-fach (auch nach neuer RS falsch) gesehen und Prof. Ickler sicher auch. Hier endet aber schon sein Demokratieverständnis bezüglich der Rechtschreibung. Der Bindestrich zwischen arabischer Ziffer und Wort bleibt auch künftig nach Ickler falsch. Wieso eigentlich? Hier hat doch auch die Mehrheit der Schreiber längst entschieden.



Anonymus
Irgendwo

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Wolfgang Wrase
07.12.2000 23.00
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Anonymes löschen?

Ich erinnere daran, daß wir vor einiger Zeit eine kleine Abstimmung hatten, wo sich fast alle der antwortenden Teilnehmer dafür aussprachen, anonyme und pseudonyme Beiträge zu löschen; außerdem solche Beiträge, die destruktiv sind, die mit Häme und Beleidigungen gespickt sind. Wir haben hier wieder einen solchen typischen Fall, wo beides zusammentrifft. Das Niveau und die Attraktivität des Gästebuchs läßt offensichtlich nach, wenn man solche feigen und unqualifizierten Beiträge stehen läßt – genau diese Abschreckung war ja sogar ausdrücklich das Ziel des letzten Schmierfinks vor unserem aktuellen Anonymus.

Die Redaktion kann ohnehin das Gästebuch und ihre anderen Seiten pflegen, wie sie es für richtig hält. Also Vorschlag an die Redaktion: Anonymus löschen – grundsätzlich. Oder zur Sicherheit noch mal eine kleine Umfrage starten; doppelt genäht hält noch besser.



Wolfgang Wrase
München

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Wolfgang Wrase
07.12.2000 23.00
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Anonymus löschen

Ich erinnere daran, daß wir kürzlich eine Art Umfrage hatten, wo sich die antwortenden Teilnehmer weitgehend einig waren, daß anonyme/pseudonyme sowie destruktive/beleidigende Beiträge gelöscht werden sollten. Deshalb Vorschlag an die Redaktion: Anonymus löschen. (Oder noch einmal eine kleine Umfrage machen nach dem Motto: Doppelt genäht hält besser.)



Wolfgang Wrase
München

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Gast
07.12.2000 23.00
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Keine Angst vor Feiglingen

So sehr ich die Verärgerung verstehen kann, denke ich doch, daß der
jüngste anonyme Beitrag kein wirklicher Grund für Löschaktionen ist.

Ich weiß nicht, ob es „ernst machen“ oder „Ernst machen“ heißt, aber
eins ist sicher: auf dieser Welt findet sich in jedem Wörterbuch von
einigem Umfang irgendwo ein Fehler. Dergleichen ist nicht der Rede
wert.
Das weiß natürlich auch jeder Feigling. Warum reitet dann aber jemand
in drei nicht mal sehr kurzen Beiträgen in völlig überzogenem Tonfall
auf einer Banalität herum?
Vermutlich ist es jemand, der sich von Prof. Ickler schon einigemal
getroffen gefühlt hat. Vielleicht ein gescheiterter Student oder ein
IDS-Mitarbeiter, auf jeden Fall jemand, der etliche Stunden damit
zugebracht hat, im Icklerschen Wörterbuch verbissen nach Fehlern zu
suchen.
Nun versucht er hier, seine erbärmliche Ausbeute breitzutreten.
Dergleichen ist eher ein Indiz für gute Qualität der Icklerschen
Arbeit und kaum ein Grund zur Aufregung. Es zeigt außerdem, wie
dünnhäutig viele Reformbefürworter sind. Tja, warum wohl?

Im Internet ist es m. E. traditionell üblich, „anonymous cowards“
zwar zu mißbilligen, aber doch zu dulden. Ich würde mir wünschen,
von diesem Usus auch auf diesen Seiten nicht abzuweichen.
Anonymer Nonsense ist oft ärgerlich, aber meistens spricht er
für sich. In der Fülle konstruktiver Beiträge stört er letztlich kaum.
Und wenn er nicht gelöscht wird, findet auch niemand Anlaß für alberne
aber unschöne Zensurvorwürfe.

Ich möchte mir noch erlauben, diese Gelegenheit gästebuchmäßig zu
nutzen, um den vielen nicht anonymen Autoren, die diese Seiten
lesenswert machen, meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen.
Noch vor nicht allzu langer Zeit fürchtete ich, meine Ablehnung der
Reform wäre vielleicht doch nur Verstocktheit. Heute weiß ich, daß
ich auf der Seite mit den besseren Argumenten stehe. Daran hatte
rechtschreibreform.com keinen unerheblichen Anteil.



Axel Kopp
Augsburg

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anonymer Gast
07.12.2000 23.00
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Grammatik alla Ickler!

Da machen also nach Prof Icklers Erfahrung viele (Professoren? die FAZ?) den Fehler und schreiben analog zu „ernst nehmen“ „ernst machen“ statt richtig „Ernst machen“. Deshalb soll nach Prof. Ickler aus dem Substantiv „Ernst“ ein Adjektiv geworden sein! Ich lach mich tot!

Nein, nein, lieber Professor, so geht das nicht. Hier verhält es sich ähnlich wie mit „Halt machen/haltmachen“. Wenn Sie schon argumentieren, dass das Substantiv „Ernst“ in dieser Fügung verblasst ist, dann müssten Sie die Schreibweise „ernstmachen“ im Wörterbuch angeben. Interessant ist aber auch, dass Sie die (grammatikalisch richtige) Schreibweise „Ernst machen“ gar nicht mehr im Wörterbuch aufführen! Für Sie existiert sie offenbar nicht mehr.

So sehr Sie sich auch winden, Sie haben hier einen Fehler gemacht, und jeder, der einigermaßen über deutsche Grammatik Bescheid weiß, sieht das. Sie sind nur nicht in der Lage Ihren Fehler einzugestehen. Traurig, traurig.
Aber vielleicht glauben Sie ja wirklich, dass es sich hier bei „Ernst“ um ein Adjektiv handelt. Warum ist es dann aber nicht steigerbar (sehr ernst machen, noch ernster machen)? Bei allen Fügungen mit dem Adjektiv „ernst“ ist das nämlich möglich (ernst nehmen, ernst meinen, ernst werden).

Nun, Sie haben ja den Lehrstuhl für Deutsch als Fremdsprache inne. Vielleicht ist Deutsch ja tatsächlich eine Fremdsprache für Sie! Mit Ihrem Sprachgefühl scheint jedenfalls etwas nicht zu stimmen.



Anonymus
Irgendwo

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Theodor Ickler
07.12.2000 23.00
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alla Blabla

Der Herr Anonymus wird um Verständnis gebeten, daß ich mich an diesem Geplauder nicht weiter beteiligen möchte. Auch möchte ich zu meinem bewährten Grundsatz zurückkehren, Anonymes nicht zu beachten.



Theodor Ickler
91080 Spardorf

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anonymer Gast
07.12.2000 23.00
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Rechtschreibung nach Gutsherrenart

Nach alter Rechtschreibung gibt es nur die Schreibweise „Ernst machen“, das ist klar. Prof. Ickler hat aber beschlossen, dass diese Schreibweise seinem Sprachgefühl widerspricht. Außerdem hat er den Rechtschreibfehler „ernst machen“ schon so oft bei seinen Freunden und in der FAZ gesehen, dass er jetzt beschlossen hat, dass nur noch diese Schreibweise erlaubt sein soll. Großzügigerweise überlegt er aber, ob er nicht in der nächsten Auflage seines Wörterbuches auch die Schreibweise „Ernst machen“ wieder zulassen soll.

Prof. Ickler ist natürlich nicht in der Lage irgendwie zu belegen, dass es sich hier bei „Ernst“ um ein Adjektiv handelt, und kann auch keine wissenschaftlichen Arbeiten von kompetenten Leuten dazu anzugeben. Sein Sprachgefühl genügt als wissenschaftlicher Beleg. Außerdem hat die Mehrheit der Schreibenden sich seiner Meinung nach längst für diese Schreibweise entschieden und nach dem Ickler'schen Demokratieverständnis muss sie dann als richtig anerkannt werden.

Die Wahrheit sieht doch einfach so aus: Normalerweise gibt Prof. Ickler immer die Variante des Duden mit an, wenn er eine eigene Schreibweise angibt, z. B. bei ernst nehmen/ernstnehmen, statt dessen/stattdessen, die dritte Welt/die Dritte Welt usw. Wenn er es bei „Ernst machen/ernst machen“ nicht getan hat, dann wohl deshalb, weil der die grammatikalisch richtige Dudenschreibweise gar nicht kannte. Die hat er erst durch mich kennen gelernt. Das will er jetzt nur nicht zugeben.

Aber wir brauchen ja nur auf die nächste Auflage des Ickler'schen Wörterbuchs zu warten. Dann hat er diesen Fehler sicher berichtigt. Aber was ist mit den übrigen?

Eines wundert mich ja. Ich habe schon früher oft die Schreibweisen 6-teilig, 30-jährig, 3-fach (auch nach neuer RS falsch) gesehen und Prof. Ickler sicher auch. Hier endet aber schon sein Demokratieverständnis bezüglich der Rechtschreibung. Der Bindestrich zwischen arabischer Ziffer und Wort bleibt auch künftig nach Ickler falsch. Wieso eigentlich? Hier hat doch auch die Mehrheit der Schreiber längst entschieden.



Anonymus
Irgendwo

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Wolfgang Wrase
07.12.2000 23.00
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Anonymes löschen?

Ich erinnere daran, daß wir vor einiger Zeit eine kleine Abstimmung hatten, wo sich fast alle der antwortenden Teilnehmer dafür aussprachen, anonyme und pseudonyme Beiträge zu löschen; außerdem solche Beiträge, die destruktiv sind, die mit Häme und Beleidigungen gespickt sind. Wir haben hier wieder einen solchen typischen Fall, wo beides zusammentrifft. Das Niveau und die Attraktivität des Gästebuchs läßt offensichtlich nach, wenn man solche feigen und unqualifizierten Beiträge stehen läßt – genau diese Abschreckung war ja sogar ausdrücklich das Ziel des letzten Schmierfinks vor unserem aktuellen Anonymus.

Die Redaktion kann ohnehin das Gästebuch und ihre anderen Seiten pflegen, wie sie es für richtig hält. Also Vorschlag an die Redaktion: Anonymus löschen – grundsätzlich. Oder zur Sicherheit noch mal eine kleine Umfrage starten; doppelt genäht hält noch besser.



Wolfgang Wrase
München

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Wolfgang Wrase
07.12.2000 23.00
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Anonymus löschen

Ich erinnere daran, daß wir kürzlich eine Art Umfrage hatten, wo sich die antwortenden Teilnehmer weitgehend einig waren, daß anonyme/pseudonyme sowie destruktive/beleidigende Beiträge gelöscht werden sollten. Deshalb Vorschlag an die Redaktion: Anonymus löschen. (Oder noch einmal eine kleine Umfrage machen nach dem Motto: Doppelt genäht hält besser.)



Wolfgang Wrase
München

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Gast
07.12.2000 23.00
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Keine Angst vor Feiglingen

So sehr ich die Verärgerung verstehen kann, denke ich doch, daß der
jüngste anonyme Beitrag kein wirklicher Grund für Löschaktionen ist.

Ich weiß nicht, ob es „ernst machen“ oder „Ernst machen“ heißt, aber
eins ist sicher: auf dieser Welt findet sich in jedem Wörterbuch von
einigem Umfang irgendwo ein Fehler. Dergleichen ist nicht der Rede
wert.
Das weiß natürlich auch jeder Feigling. Warum reitet dann aber jemand
in drei nicht mal sehr kurzen Beiträgen in völlig überzogenem Tonfall
auf einer Banalität herum?
Vermutlich ist es jemand, der sich von Prof. Ickler schon einigemal
getroffen gefühlt hat. Vielleicht ein gescheiterter Student oder ein
IDS-Mitarbeiter, auf jeden Fall jemand, der etliche Stunden damit
zugebracht hat, im Icklerschen Wörterbuch verbissen nach Fehlern zu
suchen.
Nun versucht er hier, seine erbärmliche Ausbeute breitzutreten.
Dergleichen ist eher ein Indiz für gute Qualität der Icklerschen
Arbeit und kaum ein Grund zur Aufregung. Es zeigt außerdem, wie
dünnhäutig viele Reformbefürworter sind. Tja, warum wohl?

Im Internet ist es m. E. traditionell üblich, „anonymous cowards“
zwar zu mißbilligen, aber doch zu dulden. Ich würde mir wünschen,
von diesem Usus auch auf diesen Seiten nicht abzuweichen.
Anonymer Nonsense ist oft ärgerlich, aber meistens spricht er
für sich. In der Fülle konstruktiver Beiträge stört er letztlich kaum.
Und wenn er nicht gelöscht wird, findet auch niemand Anlaß für alberne
aber unschöne Zensurvorwürfe.

Ich möchte mir noch erlauben, diese Gelegenheit gästebuchmäßig zu
nutzen, um den vielen nicht anonymen Autoren, die diese Seiten
lesenswert machen, meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen.
Noch vor nicht allzu langer Zeit fürchtete ich, meine Ablehnung der
Reform wäre vielleicht doch nur Verstocktheit. Heute weiß ich, daß
ich auf der Seite mit den besseren Argumenten stehe. Daran hatte
rechtschreibreform.com keinen unerheblichen Anteil.



Axel Kopp
Augsburg

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Gast
06.12.2000 23.00
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überforderung pur

Was Professor Ickler zu „Platz sparend“ schreibt, hätte ich auch meinen ratsuchenden Mitarbeitern sagen können – denn es gibt genau wieder, wie „man“ in diesem Fall schreibt bzw. angeblich schreiben soll. Nur, wer würde das verstehen? Man würde mich für verrückt halten, wenn ich die exakte Antwort geben würde. Die Leute stehen unter Zeitdruck, wollen in ungefähr fünf Sekunden wissen, wie sie schreiben sollen. Man wäre unhöflich, wenn man da mit „Steigerbarkeit des Gesamtgefüges“ oder „prädikativer Gebrauch“ usw. ankäme oder mit verschiedenen Reformphasen – und das auch noch mündlich. Wie man sieht, überblicken ja nicht einmal die Reformer, angeblich „Experten“, oder höchst interessierte Leute wie Michael Jansen das Thema. Deshalb bin ich gezwungen, in solchen Fällen eine vereinfachte Antwort zu geben.

Das Thema meiner Mitteilung war nicht: Wie schreibt man in diesem Fall?, so als wollte ich mich selbst erkundigen. Sondern: Die Leute sind heillos überfordert, wenn sie versuchen, die Neuregelung anzuwenden. Kein normaler Mensch hatte hierzulande Schwierigkeit damit, „Das ist platzsparend“ oder andererseits zum Beispiel „Diese viel Aufwand und viel Platz sparende Lösung“ zu schreiben, während jetzt höchstens ein paar hundert Mitbürger auf die Frage nach der Schreibung ebenso kompetent antworten können wie Professor Ickler.

Den Wissensstand des Normalbürgers könnte ich fast täglich mit einer anderen haarsträubenden Geschichte illustrieren. Gerade eben erlebte ich zum Beispiel folgendes. Ich hatte vor etwa einer Woche einen umfangreichen Text (8 Stunden Arbeit) zu korrigieren. Es hieß, man solle die alte Rechtschreibung anwenden; das tat ich. Daraufhin prüfte jemand in der aufftraggebenden Firma, wie es üblich ist, noch einmal das Ergebnis – und strich einen Haufen Fehler an. Er glaubte, der Lektor und/oder die vermittelnde Werbeagentur hätten ein miserables Ergebnis abgeliefert. Zum Beispiel wurde moniert, daß „im übrigen“ oder „als erster“ keine Großschreibung enthielt.

Obwohl der Kundenberater in der Werbeagentur schon eine ganze Weile mit neuer Rechtschreibung zu tun hat, wußte er nun nicht, wer recht hatte: die Firma (der Kunde) oder ich als Lektor. Also mußte ich antanzen und die Beschwerden des Kunden im einzelnen durchsehen. So stellte sich schließlich heraus, daß der Kunde zwar alte Rechtschreibung wollte, aber bei seiner eigenen Prüfung den Duden von 1996 verwendet hatte, ohne zu bemerken, daß dieser die neue Rechtschreibung wiedergibt.

Vielleicht um seine „Korrekturen“ als berechtigt erscheinen zu lassen, entschied sich der Kunde nun, seine Broschüren doch in der neuen Rechtschreibung zu veröffentlichen. Also soll jetzt alles noch einmal überarbeitet werden. (Man denke anhand dieser kleinen Begebenheit an die sogenannte Kostenneutralität der Rechtschreibreform.) Dieser Folgeauftrag erging gerade an mich; ich habe ihn allerdings dankend abgelehnt.   




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Wolfgang Wrase
06.12.2000 23.00
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überforderung

Ich bin offensichtlich selbst überfordert, nämlich mit der rechtzeitigen Angabe meines Absenders. Hier ist er.



Wolfgang Wrase
München

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Gast
06.12.2000 23.00
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Platzrunde

Professor Ickler hat Recht: platzsparend steht sehr wohl im alten Duden. Ich hab's jetzt auch gefunden. Ich denke, mir werden viele zustimmen, dass es einigermaßen versteckt ist (beim Eintrag Platzrunde). Also gut.
Herr Ickler hat das Beispiel einmal mehr genutzt, um seinen Orthografie-Ansatz vom alten Duden abzugrenzen. Dass man sowohl platzsparend als auch Platz sparend schreiben kann, das halten wohl viele Leute für neue Rechtschreibung. Das ist auch nur zu verständlich, denn die Getrenntschreibung wird in dem Regelapparat des Duden nur in Verbindung mit der Erweiterung (z.B. viel) aufgeführt. Ickler betont hingegen erfreulicherweise die Eigenständigkeit der Wortgruppe. So, wie Herr Ickler den Zusammenhang aber aufführt, gibt er nicht den alten Duden wieder (was auch nicht unbedingt seine Absicht ist, das Credo kenn ich). Dass es sich nicht nur um zwei verschiedene Schreibweisen handelt, das ist hier genauso richtig wie das, was Ickler mal zum Fall wiedersehen und wieder sehen geschrieben hatte. Gewinnbringend war keine Ausnahme, sondern ein versteckter, pragmatischer Versuch, eine Lücke des Regelwerks zu füllen. Aber der Streit ist ja bekannt; muss hier nicht wieder ausgebreitet werden.
An dem letzten Kommentar von Herrn Wrase wird ein Grundsatzproblem deutlich: Wenn die Neuregelung etwas vereinfacht, dann sind die Reformgegner Verteidiger des hohen Kulturguts der viel ausdifferenzierteren bisherigen Regelung. Die Vereinfachung wird mit allerlei vollmundigen Argumenten angegriffen. Der Kameleoneffekt tritt ein, wenn man zugleich die Absicht hat, das neue Regelwerk als – wie drückt man „ausdifferenziert“ negativ aus? Ach ja, – „viel zu kompliziert“ darzustellen. In fünf Sekunden will man die Antwort haben; denkt man da nicht an die Polemik, dass den heutigen Schülern nichts mehr zugemutet werden kann, dass deswegen eine vereinfachte Rechtschreibung her muss, es will ja heute keiner mehr nachdenken...?

Die Investition in die neuen Regeln wird sich lohnen. Wer sie verstanden hat, der muss nicht mehr nachschlagen. Die alte Duden-Regel spricht von „als Einheit empfunden“. Damit wurde dieser Bereich scheinbar „freigegeben“. In den Einträgen des Wörterverzeichnisses sucht man lange nach der richtigen und differenzierten Darstellung von platzsparend und . Die Dudenredaktion empfand den Fall eben als Einheit, oder etwas icklernäher argumentiert, die Wortgruppe musste in einem Rechtschreibwörterbuch nicht eigens aufgeführt werden („Hat man sie getilgt?“).
„Kein normaler Mensch hatte mit dem Bereich Probleme“, solange er aus dem Gefühl geschrieben hat (bewusst oder unbewusst der „Empfindungs-Pseudoregel“ des Duden folgte). Wer hingegen Fragen stellt, der merkt, dass die Dinge etwas komplizierter sind. Kennen wir nicht alle den Überraschungseffekt, wenn man ganz normalen Menschen mal zeigt, wo sich überall die Duden-Regelungen nicht mit ihrer als „bisherige Rechtschreibung“ eingestuften Schreibpraxis decken?

Worin, wenn nicht in der Unkenntnis der neuen Regelung, die zugegebenermaßen erst im 2000er Duden deutlich wird, besteht denn der Unterschied zwischen alter und neuer Regelung? Das mit dem eingesparten Wort haben beide gemeinsam, das mit der Erweiterung (Duden: „nähere Bestimmung“) auch und Wahlmöglichkeit zwischen getrennt und zusammen sowieso. Die (inter)subjektive Empfindungs-Regel ist weg bzw. geht in der Wahlfreiheit auf. Das mit „klassenbildend“ ist weggefallen; ist auch nicht objektiv genug. Die Korrelation mit der Betonung und das mit „prädikativer Stellung“ wird nicht mehr erwähnt; muss auch nicht, denn das kann man stilistisch begründen, das kann man lehren, aber das soll nicht im orthografischen Sinne über richtig und falsch entscheiden. Herr Wrase, halten Sie wirklich die Neuregelung für schwieriger? Keine weiteren Fragen!



M.Jansen

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anonymer Gast
06.12.2000 23.00
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Ernst machen!

Da lässt sich Prof. Ickler großartig darüber aus, wann man „Platz sparend“ und wann man „platzsparend“ schreiben kann, dabei ist er nicht einmal in der Lage, das Adjektiv „ernst“ vom Substantiv „Ernst“ zu unterscheiden.

Nach seinem Wörterbuch muss man nämlich nach „bewährter“ Rechtschreibung „ernst machen“ (wie „ernst nehmen“) schreiben. Hier handelt es sich aber bei „Ernst“ eindeutig um ein Substantiv! Man muss sowohl nach alter, als auch nach neuer Rechtschreibung „Ernst machen“ schreiben.

Mal schauen, wie viele Fehler ich noch finde!



Anonymus
Irgendwo

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Theodor Ickler
06.12.2000 23.00
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Nicht sehr ernst

Der Herr Anonymus gebraucht gar starke Worte. Woher weiß er denn, daß es sich bei „Ernst machen“ noch um das Substantiv handelt? Ich habe diesen Fall schon vor längerer Zeit überprüft und dabei gefunden, daß „ernst“ in dieser Verbindung überwiegend klein geschrieben wird, obwohl der Duden das ausdrücklich untersagte. Es muß also eine starke Tendenz geben, „ernst“ hier als Adjektiv (in adverbialem Gebrauch) zu verstehen, was übrigens auch meinem Sprachgefühl entspricht. Die dudenkonforme Großschreibung kommt allerdings auch noch so häufig vor, daß ich sie in der nächsten Auflage als Variante anerkennen könnte. (Auf die komplizierte, offenbar noch nicht abgeschlossene Entwicklungsgeschichte von „Ernst/ernst“ will ich hier nicht eingehen.) Übrigens sind solche Übergangsbereiche nicht weiter tragisch, da mein Wörterbuch ja gerade nciht sagt, was man machen „muß“, sondern lediglich die üblichste Schreibweise darzubieten beansprucht, neben der es durchaus begründete andere Schreibweisen geben kann. Es ist ein Ratgeber, kein Strafgesetzbuch.
Meine Ausführungen über „platzsparend“ sind, denke ich, so schlicht wie möglich gehalten und keineswegs „großartig“. Bedauerlich ist, daß ich sie ständig wiederholen muß.



Theodor Ickler
91080 Spardorf

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