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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
01.09.2021 09.15
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Differenzierung plattreformiert

Beim Lernen einer Zweitsprache beobachteten Forscher eine Art Arbeitsteilung der Gehirnzellen, um nicht in Verwirrung zu geraten:

„Es ist, als ob kleine Gruppen von Neuronen unterschiedliche Rollen übernehmen würden“, sagt Erstautor Han Yi von der University of California in San Francisco. Dabei scheint sich ein sorgfältig austariertes Gleichgewicht einzustellen: „Diese neuronalen Einheiten kommunizierten alle miteinander, um den Punkt zu erreichen, an dem sie die Aufgabe durch Zusammenarbeit korrekt ausführen können“, sagt Leonard.

Die Wissenschaftler sehen darin ein Muster, das mit dem „Balanceakt“ beim Lernen von Neuem zu tun hat: Unser Gehirn muss die Neuroplastizität – die Fähigkeit, beim Lernen neuer Dinge neue Verbindungen zwischen den Neuronen herzustellen – mit der Stabilität vereinbaren, die es uns ermöglicht, die integrierten Netzwerke der bereits gelernten Dinge beizubehalten.

wissenschaft.de 31.8.2021
Die Reformist*Innen haben die traditionelle Differenzierung in Groß- oder Kleinschreibung plattgemacht:
Das Muster wiederholt sich beim Lernen von Neuem. (von tatsächlich Neuem)
Genau so geschrieben werden soll aber:
Das Muster wiederholt sich beim Lernen von neuem. (wieder, noch einmal, erneut)

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Sigmar Salzburg
21.08.2021 03.11
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Der „regelrechte“ Größenwahn

Eben ärgerte ich mich noch über einen wissenschaftlichen Text, in dem vor lauter „Ersteren“ und „Letzteren“ der eigentliche Gegenstand im Schriftbild untergeht, da lese ich in der FAZ:

Zwei Präsidenten hatte die Islamische Republik Afghanistan, die nach dem Ende der ersten Taliban-Herrschaft 2001 gegründet worden war und die am Sonntag unter dem Ansturm derselben Taliban untergegangen ist. Der eine sitzt seither im Exil in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der andere verhandelt mit den neuen Herrschern in Kabul über die politische Zukunft des Landes. Hamid Karzai heißt Letzterer, Aschraf Ghani Ersterer.
faz.net 19.8.2021
Auch nach 25 Jahren „Reform“ durch die verhinderten Kleinschreiber nervt die aufdringliche Großschreibung.

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Sigmar Salzburg
16.07.2021 14.05
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Das 535-Fache oder ein 535-Tel ?

Das Licht einer Galaxie erzeugt mit jeder Umkreisung des Schwarzen Lochs ein dünneres, verzerrteres Abbild seiner Quelle... Aus diesen Formeln ergibt sich, wie schon zuvor kalkuliert, dass die einzelnen Lichtringe um ein nichtrotierendes Schwarzes Loch jeweils um das 535-Fache von ihrem Vorgängerorbit entfernt sind.
scinexx.de 16.7.2021

Ich verstehe das Original eher so, daß die Ringe im Bereich des 1,5fachen Schwarzschildradius jeweils um ein 535tel dünner werden. Da „-tel“ doch wohl das verkürzte „-teil“ ist (mhd. noch „dritteil“), müßte nach Reformerlogik geschrieben werden „das 535-Tel“!

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Sigmar Salzburg
16.06.2021 08.56
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Großschreibung, nach 25 Jahren immer noch bescheuert !

In Nordkorea leidet die Bevölkerung seit Langem unter Lebensmittelknappheit. Nun spricht auch Machthaber Kim Jong Un von einer »angespannten« Ernährungslage – und richtet einen Appell an die heimische Landwirtschaft.

spiegel.de 16.6.2021

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Sigmar Salzburg
10.06.2021 14.23
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Papst Franzikus hat geantwortet

Jetzt hat der Papst das Rücktrittsgesuch des Kardinals Marx abschlägig beschieden. Marx hatte ihn auf deutsch und auf italienisch mit großgeschriebenem „Sie“ (Lei) angeredet. Da der Papst mit „Gott“ wohl per „du“ verkehrt, kann er sich seinem Untergebenen Marx nun nicht ehrerbietiger zuwenden:

Traduzione in lingua tedesca

Lieber Bruder,
vor allem: Danke für Deinen Mut. Es ist ein christlicher Mut, der sich nicht vor dem Kreuz fürchtet, und der keine Angst davor hat, sich angesichts der schrecklichen Wirklichkeit der Sünde zu erniedrigen. So hat es der Herr getan (Phil 2, 5-8). Es ist eine Gnade, die der Herr Dir geschenkt hat, und ich sehe, dass Du sie annehmen und bewahren willst, damit sie Frucht bringt. Danke...
Dennoch verschmäht der Papst die deutsche Höflichkeits„reform“, nach der beim Duzen eine „Ehrerbietung“ durch Großschreibung überflüssig ist.
Traduzione in lingua italiana
Santa Marta, 10 giugno 2021

Caro fratello,
prima di tutto grazie per il tuo coraggio. È un coraggio cristiano che non teme la croce, non teme di umiliarsi di fronte alla tremenda realtà del peccato. Così ha fatto il Signore (Fil 2, 5-8). È una grazia che il Signore ti ha dato e vedo che tu la vuoi accettare e custodire perché dia frutto. Grazie.
press.vatican.va 10.5.2021
Auch sonst tun sich die kleinschreiberischen Italiener keinen Zwang an. Statt „Phil 2, 5-8“ schreiben sie „Fil 2, 5-8“, wie sie es auch bei „pedofilia“ und „fallo“ tun würden. Das vereinfacht den Schriftverkehr in der Sache ungemein. Schon Konrad Duden hat das begeistert. Den deutschen „Reformern“ ist es dennoch nicht gelungen, die Kultusminister auf diesen Weg zu locken.

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Sigmar Salzburg
05.06.2021 04.05
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Höflichkeit unter hohen Geistlichen

Seit der Rechtschreib„reform“ geht es im Deutschen mit der Briefanrede durcheinander. Das „Sie“ sollte zwar unangetastet bleiben, aber in seinen anderen Formen herrscht häufig Unsicherheit, denn nach Wunsch der „Reformer“ sollte das „Du“ in allen Formen klein geschrieben werden: Gegenüber Leuten, die man duzt, sei „Ehrerbietung“ überflüssig.

Jetzt sandte Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, ein Entlassungsgesuch an Papst Franziskus, veröffentlicht in drei Sprachen. Die deutsche Version ist, außer der ss-Reform, bewährt gehalten. Aber auch im Italienischen kommt keine kumpelhafte Kleinschreibung auf, sogar wo das Pronomen üblicherweise mit dem Verb verbunden ist:

... sono giunto alla conclusione di pregarLa di accettare la mia rinuncia …
selbstverständlich:
come Lei, nella Sua lettera, La prego; della Chiesa, così come Lei…
Wie anders der atheistische Mathematikprofessor Piergiorgio Odifreddi an den vorigen Papst Benedikt: „Caro Papa, ti scrivo“, jedenfalls in seinem Buchtitel. Ob er das auch in seinem Brief durchgehalten hat weiß ich nicht.

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Sigmar Salzburg
03.05.2021 09.35
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Seit 1996 – und nicht erst seit gestern – die dümmste „Reform“:

Seit Kopernikus ist die Erde nicht mehr der Mittelpunkt des Kosmos.
Viele Deutsche wußten seit Stalingrad, daß der Krieg verloren ist.
Seit Schengen sind die Europas Entscheidungsstrukturen stark verändert.
spektrum.de 30.04.2021:
Kältester April seit Langem

Auch dazu Hans Krieger 2016

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Sigmar Salzburg
31.03.2021 04.53
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„Größenwahn“ auch bei der JF

Während in einer Umfrage nur 23,2 Prozent auf die Frage, ob unter ihren Vorfahren im Nationalsozialismus auch Täter gewesen seien, mit „ja“ geantwortet hätten, werde der Täteranteil in Wahrheit mit 34 Prozent deutlich höher geschätzt, weiß man beim ZDF. Deshalb tut Aufklärung Not.
jungefreiheit.de 30.3.2021

Seit langem: gut_tun, leid tun, weh tun, not tun.
„Reform“ 1996: guttun, Leid tun, weh tun, Not tun.
Ickler 2000: guttun, leid tun, weh tun, not tun
„Reformreform“ 2006: guttun, leidtun, wehtun, nottun.

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Sigmar Salzburg
16.03.2021 20.53
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Großschreiborgie bei Spiegels

20.15 Uhr: Der Virologe Christian Drosten bedauert die Entwicklungen um AstraZeneca mit ausgesetzten Impfungen und knapperen Liefermengen. ... Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 nehme immer mehr Überhand, ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel.

16.10 Uhr: Weil er die deutschen Coronakontrollen mit Nazimethoden verglich, ist ein Politiker im Elsass zu einer Geldbuße verurteilt worden...

Der 68-Jährige hatte im April des vergangenen Jahres scharfe Kritik an den Grenzschließungen geübt, ... »Bald werden die Germanen den Elsässern ein Zeichen auf die Brust heften, damit man sie von Weitem erkennt«, schrieb er auf Facebook. Das Vorgehen erinnere ihn »an den gelben Stern, der Juden in der Nazizeit aufgezwungen wurde«... Es tue ihm aber Leid, wenn er Mitbürger mit seinen Äußerungen verletzt habe.

spiegel.de 16.3.2021

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Sigmar Salzburg
11.03.2021 06.44
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25 Jahre Verunsicherung durch die „Reform“

Maskenaffäre der Union
Generalsekretär Ziemiak befürchtet Imageschaden –

Eben noch:
Umfrage gibt ihm Recht

... jetzt:
Umfrage gibt ihm recht

spiegel.de 11.3.2021

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Sigmar Salzburg
15.02.2021 08.13
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Jenseits vernünftiger Vernunft

Jenseits von Euklid..
Florian Freistetter
... Wenn es um das Universum in seiner Gesamtheit geht, dann wissen wir heute immer noch nicht, welche Art Geometrie wir benutzen sollen. Ob unser Kosmos sich durch eine flache Geometrie auszeichnet oder durch eine gekrümmte, ist unbekannt. Ebenso, ob es im zweiten Fall eine positive oder eine negative Krümmung wäre. Die bisherigen Daten deuten auf eine flache Geometrie hin, sind aber bei Weitem nicht genau genug ...
spektrum.de 14.2.2021

... Welch ein differenzierungsloser Quatsch der Großschreibreform:
„Die Weiten des Alls sind bei Weitem nicht zu ermessen.“

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Sigmar Salzburg
13.02.2021 08.12
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Zwangsdressur Autokorrektur

„Die Temperatur fiel heute nacht auf -12 Grad“ wollte ich eben meiner Familie in bewährter Weise per „Ei-Fon“ mitteilen. Doch es gelang mir nicht, die Automatik zu überlisten. Immer wurde daraus das dummformierte „heute Nacht“. Erst „heute; nacht“ wurde akzeptiert. – Die Autokorrektur ist wohl die letzte Stufe der Zwangsdressur der Bevölkerung im Sinne der Rechtschreib„reform“. Auch das „ß“ gibt es nicht mehr auf der Tastatur und wird nach Gnadenerweis selbsttätig reformgemäß eingefügt. Zur durchgehenden Kleinschreibung, dem Traum der Reformer, sind jedoch fast alle Wege offen.

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Sigmar Salzburg
09.01.2021 14.36
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Es muß heißen: „im Norwegen König Haralds des Fünften“ ...

... und nicht „im Norwegen des Öfteren“
Aber auch gottlose Neuschreiber erkennen kaum den Witz:

Schamanen kennen keinen Witz
Von: Klaus Ungerer

Frohes neues Jahr. Die norwegische Prinzessin Märtha Louise ist mit einem Schamanen zusammen, beides Berufe, für die es keine Ausbildung, sondern nur eine Ansage braucht – und genügend Leute, die das Spiel mitspielen wollen.

Die Prinzessin ist Prinzessin geworden, indem sie den Geburtskanal der Königin passierte. Der Schamane ist Schamane geworden, indem er sich zum Schamanen erklärte, und bekannt wurde er erstens, weil er die richtigen Leute kannte, ...

Zweitens wurde Durek Verrett bekannt, indem er immer mal einen raushaute, weswegen man ihn nicht nur im kühlen Norwegen des Öfteren mit leichter Indignation gemustert hat...

hpd.de 8.1.2021
Der Berichterstatter unterschlägt aber politisch korrekterweise das eigentliche Drama: Die Prinzessin war mit dem Schriftsteller Ari Behn verheiratet, hatte mit ihm drei Töchter, ließ sich 2016 scheiden und verfiel dem dunkelhäutigen, halb-haitianischen Sektenscharlatan mit schwuler Vergangenheit. Als dieser dann am 25.12.2019 offiziell in die königliche Weihnachtsmesse eingeschleust wurde, beging Ari Behn am selben Tag Selbstmord.

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Sigmar Salzburg
03.01.2021 10.43
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Greensche Funktion

Vor 180 Jahren starb in Nottingham der englische Müller und Mathematiker George Green (1793 – 1841) an einer Grippe. Erst nach seinem Tode wurde die Bedeutung seiner „Greenschen Funktion“ für die Lösung inhomogener Differentialgleichungen erkannt. Zusammen mit der Diracschen Delta-Funktion bildet sie die Grundlage für die Darstellung der Feynmanschen Graphen in der Quantenelektrodynamik.

Selbst bei Wikipedia hat sich hier nicht die adjektivische Kleinschreibung oder wahlweise Großschreibung mit Apostroph durchgesetzt – wie sie von den nichtsnutzigen Reformerzirkeln propagiert wurden. Nur bei der „Heesch'schen Gruppe“ meint man dem folgen zu müssen – nach dem Kieler Mathematiker Heinrich Heesch, der wichtige Vorarbeit zum computergestützten Beweis des Vierfarbensatzes leistete, wie er dann von dem in Kiel promovierten Wolfgang Haken und dem New Yorker Kenneth Apple 1976 erarbeitet wurde.

(Inzwischen wurden die ursprünglich 1936 zu berücksichtigenden Fälle auf 633 gekürzt, aber immer noch gilt der Beweis klassischen Mathematikern als unschön. Ob die Untersuchung der möglichen Hamiltonschen Kreise eine Hilfe sein könnte, habe ich nicht weiter verfolgt.)

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Sigmar Salzburg
17.12.2020 18.17
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Das Reform-Leid will nicht vergehen

Thalys-Attentäter muss lebenslang ins Gefängnis

Vor der Urteilsverkündung hatte sich der inzwischen 31-Jährige K. am reumütig gezeigt. Seine Tat tue ihm »von ganzem Herzen Leid«, sagte K. in seinem Schlusswort vor Gericht...

Als Auftraggeber nannte er den Islamisten Abdelhamid A. von der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), der unter anderem als Planer der Anschläge vom November 2015 in Paris mit 130 Toten gilt.

spiegel.de 17.12.2020

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