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Sigmar Salzburg
06.01.2020 10.56
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Christian Meier

Athen:
Ein Neubeginn der Weltgeschichte


Pantheon 2012
Paperback, Klappenbroschur,
720 Seiten, € 16,99


Leseprobe:

DIE GESCHICHTE einer Stadt während vier Generationen ist das Thema dieses Buchs. Da es sich um Athen während des ausgehenden sechsten und des fünften Jahrhunderts vor Christus handelt, in jener Epoche, da dort die Weltgeschichte einen neuen Anfang nahm, mußte zugleich die Vorgeschichte ausführlicher behandelt werden. Denn in jenem Athen entfesselte und konzentrierte sich ja, was lange angelegt war; es spielte sich das entscheidende Stück eines welthistorischen Sonderwegs ab: einer Kulturbildung ohne prägende Rolle von Monarchie oder Religion, die in kleinen Städten statt in großen Reichen ihre politische Form fand und so erstmals die Möglichkeit zur Demokratie entwickelte, das heißt zu vielen und ganz neuen Weisen der Not und – der Freiheit. Zur Geschichte Athens gehört es also, daß der Frage, wie es überhaupt zu den Griechen kam, gründlicher nachgegangen wird als nur in einem einleitenden tour d’horizon.

Siehe auch Leseprobe Random hier.

Dazu der Deutschlandfunk am 1.1.2020:


Zeitfragen | Beitrag vom 01.01.2020

Althistoriker Christian Meier
Was unsere Demokratie von den alten Griechen lernen kann


Christian Meier im Gespräch mit Winfried Sträter

Die Zukunft der Demokratie ist ungewiss, sagt Christian Meier angesichts der „totalen Krise“ unserer Zeit. Doch die antiken Griechen hätten das Wunder vollbracht, aus einer tiefen Krise heraus eine Demokratie zu erfinden, die anspruchsvoller war als unsere.

Für den 1929 geborenen Historiker Christian Meier steht die Menschheit vor Fragen wie nie zuvor in der Geschichte: „Wir leben in einer totalen – vielleicht kann man sogar sagen: anthropologischen – Krise. Was sind eigentlich künftig Menschen?“, fragt Meier.

Aufgewachsen mit Zeitungen und Büchern habe man früher die Welt einigermaßen überblicken können. Heute sei das Problem: „Können wir überhaupt noch intendieren, unsere Schüler im Laufe der Schulzeit so weit aufs Leben vorzubereiten, dass sie in dem Ausmaß erwachsen sind, wie man vor 50 Jahren in diesem Alter erwachsen wurde?“ ...

deutschlandfunkkultur.de 1.1.2020

Zu Christian Meier gibt es bei uns über 30 Einträge!

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Sigmar Salzburg
05.12.2019 16.48
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Gerhard Henschel

Erfolgsroman

Hoffmann und Campe Verlag 2018,
602 Seiten, 26 Euro

Leseprobe

Astern, Rittersporn, Levkojen, Kornblumen, Tagetes, Chrysanthemen, Löwenmäulchen, Klatschmohn, Ringelblumen, Bechermalve, Veilchen, Kapuzinerkresse und Vergißmeinnicht: Ich schüttete alle Samenkörner zusammen, rührte sie durcheinander und verstreute sie dann auf dem Acker, den ich umgegraben hatte. Eine schöne bunte Blumenwiese sollte dort erblühen.
Auf der anderen Hälfte meines Grundstücks hatte ich Rasen ausgesät. Die Halme sprossen schon.

2948 Schortend, Stadtteil Heidmühle, Margarethenweg 121. Irgendwann würde aus einer Gedenktafel hervorgehen, daß hier der Schriftsteller Martin Schlosser Wurzeln geschlagen hatte, als Mieter einer Vierzimmerwohnung im ersten Stock. Daß ich mir diese Bleibe mit zwei tamilischen Flüchtlingen hatte teilen müssen, nachdem ich von meiner Freundin sitzengelassen worden war, brauchte auf der Tafel nicht unbedingt draufstehen. Das gehörte in den Fußnotenapparat, den meine Biographen anlegen würden....

Rezension aus „Trierer Volksfreund“:

Martin Schlosser, der Erzähler und Alter Ego des Autors Gerhard Henschel, ist im Jahr 1990 28 Jahre alt...

Für seine Reportage besucht er ein Jonglierfestival in Oldenburg, die Wiedervereinigungsfeier vor dem Berliner Reichstag oder einen Atheisten-Kongress in Fulda. Nebenbei spielt er mit seiner Großmutter in Jever Malefiz und besucht Tantra-Workshops...

Henschel beschreibt viele Details, die es heute nicht mehr gibt und nutzt für seine Pointen die sich ergebende Situationskomik. Für jüngere Leser ermöglicht er dadurch das Eintauchen in eine Zeit, die sie nicht mehr kennengelernt haben. Es fallen Namen von Personen des öffentlichen Lebens von damals, die den Jüngeren nichts mehr sagen...

Die Gefühle der Hauptperson benennt der Autor zwar oft, führt sie an vielen Stellen aber nicht tiefer aus – der Stil der Erzählung sieht das nicht vor. Denn die linear voranschreitende Chronik ist keine fiktive Handlung mit Dramaturgie, und nichts wird dazu erfunden. Der Autor beschreibt seinen Alltag stellvertretend für seine Generation. Unaufgeregt, aber mit viel Witz.

volksfreund.de 5.12.2019

Rezension und Interview: Katharina Fäßler

Was vermissen Sie aus der Zeit um 1990 am meisten?

HENSCHEL Ich vermisse zum Beispiel die schönen alten gelben Telefonzellen und Hotels mit Raucherzimmern. Und es war schön, in Poststempeln die Städtenamen lesen zu können – heute steht da ja nur noch „Briefzentrum“. Außerdem vermisse ich die klassische Rechtschreibung. Die neue halte ich für großen Quatsch. Die Martin-Schlosser-Romane erscheinen aber zum Glück in der alten Rechtschreibung beziehungsweise sogar in einer Art Privatrechtschreibung von Martin Schlosser. Es wäre ja auch unsinnig, diese Texte einer Rechtschreibung anzupassen, die dem Volk erst viel später verordnet worden ist.

volksfreund.de 4.12.2019 (fett redaktionell)

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Sigmar Salzburg
10.07.2019 13.02
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Hans-Ulrich Wiemer

Theoderich der Große:
König der Goten, Herrscher der Römer

Eine Biographie


Erschienen am 15. März 2018,
782 Seiten, 34 €
C.H.Beck
978-3-406-71908-0

Hans-Ulrich Wiemer lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen.

Aus der Verlagswerbung:


König der Goten, Herrscher der Römer
Ravenna, 5. März 493: „Nicht ein Knochen war in diesem Schuft.“ So kommentierte der Gotenkönig Theoderich seinen Mord an Odoaker, den er gerade mit einem einzigen Schwerthieb aus dieser Welt verabschiedet hatte. Mit dem Ende seines Widersachers war eine Planstelle freigeworden: die des Herrschers über den Westteil des Imperium Romanum. Wer den blutigen Auftakt seiner Regierung miterlebt hatte, konnte schwerlich erwarten, dass es ausgerechnet dem eidbrüchigen, blutbesudelten Theoderich gelingen würde, Goten und Römern zu einer jahrzehntelangen Periode der Ruhe und Stablität zu verhelfen. Dieses Buch bietet die spannende Geschichte, wie er es verstand, seine beiden Völker in einer klugen Arbeitsteilung auseinanderzuhalten – die militärischen Aufgaben den Goten, das Zivilleben und das Entrichten der Steuern den Römern...

Leseprobe:

Als Odovakar tot zusammenbrach, habe Theoderich noch hinzugefügt: „Nicht ein Knochen war in diesem Schuft.“ Natürlich können wir nicht sicher sein, daß diese Worte tatsächlich so gesprochen wurden; unser Gewährsmann – Johannes der Antiochener – schrieb mehr als ein Jahrhundert nach den Ereignissen; woher er seine Informationen nahm, ist ungewiß. Es ist daher keineswegs auszuschließen, daß ein Geschichtsschreiber, der Johannes als Quelle diente, sie frei erfunden hat. [S.15]

Es ist bemerkenswert, daß sich Verlag oder Autor nicht getrauen, die im Buch verwendete traditionelle Rechtschreibung auch in der Verlagsankündigung zu gebrauchen.

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Sigmar Salzburg
11.05.2019 04.08
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Corinne Hofmann

Die weiße Massai
Verlag: Knaur (2000/2018)
Taschenbuch: 462 Seiten, 10 Euro
ISBN-10: 3426614960
ISBN-13: 978-3426614969

Angezeigt wird die Taschenbuch Ausgabe (2018) von Knaur TB.

Vorwort
Als Die weiße Massai 1998 veröffentlicht wurde, hätte ich nie gedacht, dass die Geschichte um die Welt gehen würde...
Ich arbeite daran, wieder an die Liebe zu glauben. Denn nach all dem, was Sie in diesem Buch lesen werden, hatte ich, bewusst oder unbewusst, den Glauben an die ewige Liebe für drei Jahrzehnte verloren.
Es ist Zeit, diese wieder zu entdecken.
Corinne Hofmann, November 2017

Ankunft in Kenia
... Es ist heiß, wir sitzen und staunen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, daß diese Fähre drei Tage später mein ganzes Leben verändern, ja auf den Kopf stellen wird...
»Laß das, Marco, es ist zu gefährlich«...
Endlich sind wir auch an Bord und das Unfaßbare geschieht. Marco sagt: »Corinne, schau da drübern, das ist ein Massai!«

https://www.amazon.de/Die-wei%C3%9Fe-Massai-Corinne-Hofmann/dp/3426614960#reader_3426614960

Aus Wikipedia: Corinne Hoffman „Die Weisse Massai“. ... Nebenbei nimmt sie wahr, dass ihre eigenen Vorstellungen von Partnerschaft, Sexualität und Erziehung völlig unvereinbar mit denjenigen der traditionellen Samburu-Kultur sind. Vielehe, weibliche Genitalverstümmelung, Bildungsnotstand und die unzureichenden hygienischen Verhältnisse beunruhigen sie, sie glaubt jedoch lange Zeit an eine Lösbarkeit dieser Probleme.

Erst als Lketinga aus Eifersucht die Autorin bedroht und beschimpft und am Ende die Vaterschaft für seine Tochter in Frage stellt, stellt Corinne ihren Aufenthalt in Frage, sie fühlt sich im Stamm missverstanden, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Lebenswelten empfindet sie inzwischen als zu gravierend. Sie eröffnet zusammen mit Lketinga in Mombasa noch einen Massai-Shop für Touristen, kehrt jedoch im Oktober 1990 zusammen mit ihrer Tochter in die Schweiz zurück.
wikipedia.org

PS: Meine Frau hat vor Jahren eine Lesung von Corinne Hofmann miterlebt. Das Auditorium war voll besetzt von interessierten Frauen im mittleren Alter.

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Sigmar Salzburg
22.04.2019 12.27
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Eduard Engel und sein Plagiator Ludwig Reiners

Die heute üblichen Verspätungen der Deutschen Bahn ließen mir Zeit, erstmals seit Jahren wieder am Bahnhofsbuchladen den „Spiegel“ zu kaufen. Grund war ein Artikel über den letzten Stand der Kontroverse zwischen dem Schweizer Philologen Stefan Stirnemann und dem Sohn des Engel-Plagiators Ludwig Reiners.

Stirnemann, der sich als Gegner der Rechtschreib„reform“ u.a. auch hier zu Wort meldete, hatte in der „Welt“ vom 29.8.2016 die Vorwürfe gegen Reiners präzisiert. Zuvor hatte der Kulturedakteur Matthias Heine schon am 16.07.17 darüber geschrieben. Der neue Spiegel-Artikel von Martin Doerry ist nur für Registrierte zugänglich:

Plagiate
Wie Sprachkritiker Ludwig Reiners das Werk eines jüdischen Autors plünderte


Ludwig Reiners hat für seinen Bestseller „Stilkunst“ Hunderte Beispiele aus dem Werk eines jüdischen Autors abgekupfert. Der Oberlehrer des deutschen Bildungsbürgertums war zudem Mitglied der NSDAP. Von Martin Doerry

Dass Söhne das Ansehen ihrer verblichenen Väter zu bewahren versuchen, dürfte üblich und nachvollziehbar sein. Doch der Zorn, mit dem Andreas Reiners auf Kritik an seinem Vater, dem Sprachkundler und Bestsellerautor Ludwig Reiners (1896 bis 1957), reagiert, ist dann doch ungewöhnlich.

Vor gut zwei Jahren bereits drohte der Münchner Rechtsanwalt dem Schweizer Gymnasiallehrer Stefan Stirnemann per Einschreiben mit juristischen Schritten, sollte der Pädagoge weiterhin den Vater mit „bösartigen Unterstellungen und Verbalinjurien“ überziehen. Stirnemanns öffentliche Äußerungen, so schrieb Reiners, heute 83, seien „ehrverletzend“, „töricht“ und voller „sachlicher Fehler“.

Insbesondere dessen wiederholt vorgetragene Behauptung, der Schriftsteller sei „nationalsozialistisch gesinnt gewesen“ und habe aus dieser Gesinnung heraus das Werk eines „jüdischen Autors gestohlen“, wollte der Sohn nicht länger hinnehmen. Das Hauptwerk seines Vaters, die „Deutsche Stilkunst“, sei definitiv kein „Plagiat“...

spiegel.de 19.4.2019
Engels „Deutsche Stilkunst“ erschien von 1911 bis 1931. 60000 Exemplare sollen in dieser Zeit verkauft worden sein. Die „Deutsche Stilkunst“ von Reiners erschien 1944 und wurde vom Verlag C.H.Beck 140000mal verkauft, daneben eine Kurzfassung „Der sichere Weg zum guten Deutsch. Eine Stilfibel“ wohl millionenmal.

1956 brachte der „Spiegel“ über Reiners sogar eine Titelgeschichte, ohne die fast komplette Übernahme von Engels Werk und von anderen Autoren zu bemerken. Vergleichende Beispiele zeigen, daß Reiners eine meist schlichtere Nacherzählung daraus machte – unter Beibehaltung der Originaltexte der zitierten Geistesgrößen, lt. Spiegel:
Der Beschuldigte war allerdings klug genug, das Originalwerk nicht wörtlich abzuschreiben. Die Germanistin Heidi Reuschel spricht ihn in ihrer Bamberger Dissertation (»Tradition oder Plagiat?“ 2014) vom Vorwurf der direkten Kopie im Stile von Guttenberg oder Schavan zunächst frei... Reuschel bezeichnet das Reiners-Buch allerdings als »Struktur-« und »Ideenplagiat“, weil der Autor nicht nur Titel und Konzeption, sondern auch »in großer Zahl« Beispiele und Literaturzitate dem Original entnommen habe.
Freuen wir uns, daß es in der Anderen Bibliothek seit 2016 wieder das Original gibt:
Eduard Engel
Deutsche Stilkunst
Zwei Bände im Schuber, mit einem Vorwort von Stefan Stirnemann

• Seitenanzahl: 976
• Originalausgaben
• Bandnummer: 379
• 2 Bände im Schuber (Bandnummer 379/380). Originalausgabe, limitiert und nummeriert. Band 1: 528 Seiten, Band 2: 448 Seiten. Buchgestaltung: Daniel Sauthoff. Besonders raffinierte Typografie im Buch, metallic schimmerndes Bezugsmaterial, mit einem farbigen Leitsystem bedruckter Schuber, Fadenheftung, Lesebändchen
• ISBN: 9783847703792
• 78,00 EUR
https://www.die-andere-bibliothek.de/Originalausgaben/Deutsche-Stilkunst::706.html
Siehe auch:
Mathias Deinert http://www.potzdam.de/pdf/2004_oktober.pdf
Heidi Reuschel Plagiat oder Tradition 2015

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Sigmar Salzburg
01.03.2019 13.48
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Theodor Ickler

Schlankdeutsch

IFB Verlag Deutsche Sprache

Taschenbuch 13. Februar 2019
ISBN 978-3-942409-84-1
248 Seiten, 16,00 Euro

Schnellste Bestelladresse:
https://www.lehmanns.de/shop/geisteswissenschaften/46521017-9783942409841-schlankdeutsch
(Gestern bestellt – heute per Post da)

Es ist gar nicht so leicht, sich auf deutsch klar und verständlich auszudrücken. Dem Ungeschickten kann durch Aufklärung und Übung geholfen werden. Aber wie erreicht man den Angeber, den Wirrkopf, den Mystifax? Da kann nur der Hörer und Leser etwas ausrichten. Ihm muß man Mut machen, wie das Kind im Märchen auf den nackten Kaiser zu zeigen: „Er hat ja gar nichts an!“

Theodor Ickler: Ich habe mich bemüht, so verständlich wie möglich und auch unterhaltsam zu schreiben, mit Hunderten von Beispielen, die manche Leser meines Tagebuchs zum Teil schon kennen. Obwohl ich es nicht so direkt sage, halte ich Verständlichkeit und die Vermeidung von Imponiersprache eigentlich für ein moralisches Unternehmen, genau wie Eduard Engel, mein heimliches Vorbild.
sprachforschung.org 16.02.2019

Alle Texte in bewährter Rechtschreibung außer in Originalzitaten. Zufällig aufgeschlagene Seiten:

(S. 61) In einem Sonderteil der „Zeit“ über die deutsche Sprache heißt es, offenbar ohne satirische Absicht:

Der Geist des ridikülen Marketings, der in der Managersprache steckt, will Exklusivität, die elitäre Anmutung eines arkanen Wissensvorsprungs. (26.7.07)
(S. 83) Fremdwörter haben einen „Schwellwert“, wie man es genannt hat. Sie eignen sich also zum sprachlichen Imponieren:
Qeerversity ist das Einführen der Differenz des Differenten in die Diversität.
(www.genderkompetenz.info/genderkompetenz/copy_of_queerversity)
(S. 108) Während die „Kronenzeitung“ korrekt berichtet:
„Ich bin Zigeuner, ich stimme für die Zigeuner-Partei“, lautet der offizielle Slogan der MCP. Die Partei nutzt dabei den ungarischen Ausdruck „Cigány“, den Angehörige der Minderheit für sich selbst verwenden. (1.4.14)
– glaubt die taz an einen „absichtlich politisch inkorrekten“ Sprachgebrauch, weil sie sich nicht vorstellen kann, daß Zigeuner sich selbst Zigeuner nennen.

(S. 139)
Kommission für Rechtschreibfragen des Instituts für deutsche Sprache.
Das klingt so, als habe das Institut für deutsche Sprache Probleme mit der Rechtschreibung.

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Sigmar Salzburg
16.12.2018 16.36
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Peter Sloterdijk

Neue Zeilen und Tage
Notizen 2011-2013

Suhrkamp

Erschienen: 2.10.2018
Gebunden, 540 Seiten, 28,00 €
ISBN: 978-3-518-42844-3

Inhalt (Suhrkamp Werbung)

Nach längerer (Bedenk-)Zeit hat sich Peter Sloterdijk dem Unabwendbaren gebeugt. Wer Zeilen und Tage, das von Kritik wie Lesern zum Hype gemachte Vorgänger-Buch, veröffentlicht, kann sich Forderungen nach einer Fortsetzung ebenso wenig entziehen wie den Lockungen der buchlangen Transformation, Privates als Öffentliches auszuweisen und umgekehrt. »Zeilen und Tage vereint in einer grandiosen Mischung Gesellschaftsroman und Gesellschaftsanalyse für unsere Zeit.« Und, weiteres Beispiel: »Muss man das lesen? Unbedingt.«

Dabei erfährt man: »Heutzutage rückt jeder, der lesen und schreiben kann, mit seinem Befund über die kranke ›Gesellschaft der Gegenwart‹ heraus. Die ›Gesellschaft‹ wird so zu dem meist-überdiagnostizierten Patienten. Wäre ich ›die Gesellschaft‹, ich wüßte nicht, woran zu leiden ich mir aussuchen würde.« ...

Leseprobe: ab Seite 19

11. Mai, Karlsruhe [2011]
Von unvergeßlicher Kläglichkeit bleiben die Bilder, die den US-Präsidenten Barack Obama im Situation Room des Weißen Hauses zeigen, von wo aus er, umgeben von einem Stab ko-ignoranter Beobachter, die Vorgänge in Pakistan wie eine Tele-Show verfolgte. Er kauerte auf seinem Stuhl in der rechten hinteren Ecke, einem College Boy ähnlich, der gespannt auf einen Freistoß wartet. Im Vordergrund machte Joe Biden sich breit, der notorische Vize mit dem leeren Gesicht, in situ apathisch, ohne Meinung. Er stellte ein Trägheitsphänomen dar, das besser durch eine Gewichtsangabe als durch die Aufzählung seiner Überzeugungen zu charakterisieren gewesen wäre. Hillary Clinton zeigte als einzige im Raum eine humane Regung, indem sie sich mit der Hand den Mund zuhielt, als wollte sie in der Runde von einverstandenen Fern-Tötern darauf verzichten, die Empfindungsweise einer Minderheit auszudrücken.

Die in der gezielten Tötung enthaltene moralische Konfusion war – um einen Rückblick zu versuchen – vor allem durch den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad ins Dasein gesetzt worden. Nach dem Schwarzen September in München 1972 hatte er seitens Golda Meirs, damals der ersten Frau im Staat Israel, den Auftrag erhalten, die überlebenden Attentäter mitsamt ihren Hintermännern zu liquidieren...

https://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783518428443.pdf

Irgendein Leser von Sloterdijks vorhergehendem Band „Notizen 2008–2011“ hatte geäußert, den nächsten mit Spannung zu erwarten. Hier ist er.

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Sigmar Salzburg
11.12.2018 15.39
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Peter Sloterdijk

Nach Gott
Glaubens- und Unglaubensversuche


Suhrkamp/Insel 2017
Gebunden, 364 Seiten D: 28,00 €
ISBN: 978-3-518-42632-6

Verlagswerbung
Peter Sloterdijk zieht in seinem neuen Buch zum ersten Mal alle Konsequenzen aus dem Satz »Gott ist tot«. Dabei kommen die Bereiche der aktuellen Theologie und Philosophie ebenso ins Spiel wie die mörderische Politik der Gegenwart oder die unmittelbaren kulturellen und wissenschaftlich-technischen Entwicklungen.

Leseprobe S. 7
Die Tatsache, daß bei den Griechen der klassischen Zeit die Menschen als die »Sterblichen« bezeichnet wurden, ist unter den Gebildeten unserer kulturell vergeßlichen Tage noch immer halbwegs in Erinnerung. Die Menschen trugen diesen Namen, weil sie als irdischer Widerpart der Götter aufgefaßt wurden, die man die Unsterblichen nannte. Tatsächlich war allein die Unsterblichkeit das eminente Merkmal der griechischen Götter; was ihr Verhalten anging, wäre es von dem der Menschen mit ihrer Allzumenschlichkeit kaum zu unterscheiden gewesen.

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Sigmar Salzburg
30.11.2018 21.29
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Alexander Demandt

Marc Aurel
Der Kaiser und seine Welt

C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406718748
Gebunden, 592 Seiten, 32,00 EUR

Verlagswerbung

Keinen römischen Kaiser kennen wir so genau wie Marc Aurel – und nur wenige Historiker sind so vertraut mit den außergewöhnlich reichen Quellen zu seinem Leben wie Alexander Demandt. In seinem jüngsten Werk stellt er uns den berühmten Philosophenkaiser und dessen krisengeschüttelte Epoche meisterhaft vor Augen und zieht noch einmal alle Register seines Könnens. Alexander Demandt erklärt die Grundlagen des römischen Staatswesens, beschreibt die Kämpfe mit den Parthern und den Donaugermanen, den Vorboten der Völkerwanderung, sowie die Christenprozesse – trotz der Humanisierung des Rechts. Schließlich führt er uns ein in die Gedankenwelt des Kaisers, die uns nicht zuletzt dank dessen weltberühmten Selbstbetrachtungen, den „Wegen zu sich selbst“, bekannt ist. Auf diese Weise entsteht das Portrait eines Mannes, der sich wie kein anderer um Weisheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit mühte und mit stoischer Standhaftigkeit seine Herrscherpflichten erfüllte. Nicht von ungefähr war dieser Kaiser die Lieblingsgestalt des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt. [... dem das Buch gewidmet ist.]

Leseprobe

Hadrian warb im zivilisierten Spanien vergebens, und Marc Aurel mußte Aushebungen vornehmen. Es breitete sich ein Widerwillen gegen den Wehrdienst aus; schon seit Augustus mehren sich die Belege für die Abneigung in Italien, im Heer zu dienen. Seneca klagt: Die Kinder der Parther lernen, den Bogen zu spannen. Die Knaben der Germanen schleudern kleine Speere. Zur Zeit unserer Vorfahren lernte man reiten und den Feind im Nahkampf zu töten. Aber das war einmal.

Die Rekrutierungsräume verlagerten sich mit der Urbanisierung in wachsender Entfernung von Rom in die weniger entwickelten Länder am Rand des Reiches. Dieser Verschiebung entspricht die Verbreitung des Bürgerrechts, die Herkunft der Senatoren und das sich weitende Ursprungsgebiet der Kaiser. Die julisch-claudischen Herrscher von Caesar bis Nero waren stadtrömische Patrizier. Mit den Flaviern kamen Italiker senatorischen Standes an die Macht. Nerva (96 bis 98) und Antoninus Pius sodann stammten aus dem früh romanisierten Südgallien. Trajan und Hadrian wurden in Spanien geboren. Von dort kam auch Marc Aurels Familie, die gens Annia.

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Sigmar Salzburg
16.11.2018 11.08
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Uwe Tellkamp

„Die Carus-Sachen“,
mit Skizzen Andreas Töpfer

erschienen in der Edition Eichthal,
96 Seiten (davon 36 S. Skizzen),
18 Euro, ISBN: 978-3-9817066-3-5.

Leseproben:

Die Carus-Sachen, das waren vor allem zwei Bücher aus dem Wolfgang Jess Verlag, Dresden, eine Goethe-Biographie, die Carus geschrieben hatte, und eine Schrift über Landschaftsmalerei, die Vater besonders liebte und, der Farbe des Umschlags wegen, gern »die Waldgrüne« nannte. Eindrucksvoller für mich war ein Band mit anatomischen Skizzen, die mir Vater, als er meine Neugier bemerkte, erläuterte, indem er aus dem Arbeitszimmerschrank, der ein schweres Möbelstück war und nach Medikamenten roch, ein präpariertes Flußneunauge nahm, das in einem Glaskasten mit Formalin schwamm und aus den Archiven der Tierarzneischule stammte, wie ein Eigentumsvermerk am Kastenfuß auswies. (S.28)

In der Hungerzeit nach dem Krieg seien die Fischer des Örtchens Gager mit ihren Booten hinausgefahren, um Wildschweine zu fischen, die von Rügen nach dem Vilm schwammen, um ihren Appetit auf die unter den Carus-Eichen in rauhen Mengen verstreut liegenden, überaus schmackhaften Carus-Eichen zu stillen. (S. 60)

Die Eckernförder Zeitung schrieb zu dem Büchlein:

Gammelby | Mit „Der Turm“ hat der Dresdner Arzt und Autor Uwe Tellkamp 2008 einen umjubelten 1000-Seiten Roman vorgestellt. Schon seit Jahren wartet die Literaturszene nun auf die Fortsetzung, die möglicherweise 2018 unter dem Titel „Lava“ im Suhrkamp-Verlag erscheinen könnte.

Untätig blieb der 1968 geborene und mit zahlreichen Buchpreisen bedachte Autor Tellkamp nicht. So stand er all die Jahre in Kontakt zu Uwe Jess (77), der, in Gammelby hinter dem Kleinverlag Edition Eichthal steht. Jess, der seitdem er den Beruf des Landwirts an den Nagel hängte, als Herausgeber seine Freude an Büchern und Autoren hat, hatte bereits 2010 mit Tellkamp das Büchlein „Die Uhr“ in seiner Edition Eichthal herausgegeben.

Nun gelang es Jess erneut, Tellkamp für ein Büchlein unter dem Titel „Die Carus-Sachen“, ebenfalls mit Zeichnungen und Skizzen von Andreas Töpfer, zu gewinnen...

shz.de 25.8.2017

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Sigmar Salzburg
05.11.2018 18.54
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Hans Magnus Enzensberger

Eine Handvoll Anekdoten:
auch Opus incertum


Mit 122 vierfarbigen Abbildungen

Erschienen: 22.10.2018 Suhrkamp
Gebunden, 239 Seiten, 25,00 €
ISBN: 978-3-518-42821-4

Inhalt
»Das eigene Geburtsdatum ist schwer loszuwerden. Auch M. schleppt es mit sich herum.« Die ersten zwanzig Jahre sind ein Gepäck, das ein Mensch nie wieder los wird. Aber die Erinnerung ist ein fragmentarischer und unzuverlässiger Ratgeber. Deshalb nimmt sich der Autor die Freiheit der Regie und der Collage, fügt Motive, Bilder und Anekdoten zu einem Opus incertum zusammen. So nannten die alten Römer eine spezielle Art ihres Mauerbaus: ein »ungesichertes Werk«.

Leseprobe – gefälscht durch den NDR:

„M., dem die Gewöhnung an den Dienst schwerfiel, wählte die naheliegendste Lösung: Er ging nicht mehr hin. Nach wenigen Wochen wurde er vor versammelter Mannschaft zu einer Zeremonie einbestellt, die auf dem Schulhof stattfand. Mit grimmiger Miene wurde ihm mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung aus der Hitlerjugend ausgestoßen sei. M. gelang es, das Gefühl der Befriedigung, das ihn ergriff, zu verbergen.“
„Eine Handvoll Anekdoten, auch Opus incertum“ ist keine große Literatur, aber ein gelungenes Stück verkappter Autobiografie.

ndr.de 24.10.2018

Echte Leseprobe – Hans Magnus Enzensberger, Suhrkamp:

https://www.suhrkamp.de/download/Blickinsbuch/9783518428214.pdf

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Sigmar Salzburg
04.11.2018 10.33
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Björn Höcke, Sebastian Hennig

Nie zweimal in denselben Fluß:
Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig


306 Seiten Klappenbroschur, Fadenheftung 18,90 €
ISBN: 978-3-944872-72-8

Darstellung bei Amazon:

Die Berichterstattung zu Björn Höcke besteht überwiegend aus Meinungen über ihn. Äußerungen von ihm sind den Medien eher selten zu entnehmen. Wenn es dann doch geschieht, werden seine Worte nur ausschnittsweise mit skandalisierender Absicht wiedergegeben. Derart wie ein bedrohliches Phänomen analysiert, kommt er als eigenständiger Autor seiner Äußerungen nicht in Betracht. Er dient nur als die harte Kante, an der die gegen ihn ausgesandten Signale zur Resonanz kommen. Keinesfalls soll er als Sender eines eigenen Programms wahrgenommen werden.

Vorliegendes Buch korrigiert das Mißverhältnis, indem es Björn Höcke selbst ausführlich zu Wort kommen läßt. Seine Auffassung von den gegenwärtigen Verhältnissen ist dargelegt im Gedankenaustausch mit dem Künstler und Publizisten Sebastian Hennig...
Das Vorwort von Frank Böckelmann ist „reformiert“ gedruckt, die Zitate darin in der traditionellen, auch von Höcke bevorzugten Rechtschreibung. Ohne das Buch selbst in der Hand gehabt zu haben, gehen wir davon aus, daß es im wesentlichen in der bewährten Kulturrechtschreibung abgefaßt ist. Einige der erwähnten Höcke-Zitate:
Zugleich, erklärt Höcke, sei das Vergangene immer „auch in Heute präsent und damit real“ (S. 25). Es sei aber vergebliche Liebesmühe, „vergangene Zustände wiederholen zu wollen“ (S. 24). Daher dürfe und könne es keine „Rolle rückwärts“ geben. Höckes Standpunkt: „Es geht nicht um die Restauration alter Strukturen, um ein ‚neues Mittelalter‘, sondern darum, an die schöpferischen Stränge der Neuzeit wieder anzuknüpfen“, anders gesagt, die „sinnstiftenden Traditionsstränge“ erweitert fortzuführen. (S. 264) Doch Höcke bekundet, ihm fehle „die feste Glaubensgewißheit“. Als überzeugten Christen könne er sich nicht bezeichnen. (S. 50) Autorität und Hierarchie akzeptiere er nicht als Selbstzweck, sondern nur in einer „dienenden Funktion“. (S. 47) ...

Nationalem Hochmut begegnet Höcke mit einer anthropologischen Erkenntnis: „Über alle kulturellen und ethnischen Grenzen hinweg“ teilten die Menschen einen „tragischen Riß“, die Erfahrung der Unvereinbarkeit von himmelstürmenden Ideen und eigener Schwäche und Endlichkeit. Aus dieser Demuts-Erfahrung, so Höcke, speise sich sein „tief verankerter Humanismus“. (S. 63) Im Übrigen rate er dringend dazu, „den Unmut niemals pauschal gegen die hier lebenden Ausländer zu richten (…), sondern ausschließlich gegen die für die Misere verantwortlichen Politiker“. (S. 218)...
Nach Manuscriptum-Verlag

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Sigmar Salzburg
21.09.2018 15.48
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Denis Diderot

Die Unterhaltung eines Philosophen
mit der Marschallin de Broglie
wider und für die Religion


Aus dem Französischen übersetzt
und mit Addenda von Hans Magnus Enzensberger
Friedenauer Presse Berlin 2018

ISBN-10: 3932109848 (TB?)
ISBN-13: 978-3932109843
96 Seiten/32 Seiten, 12 Euro

friedenauer-presse.de

Textprobe:

Eines Morgens hatte ich mit dem Marschall de Broglie allerhand zu besprechen, und deshalb begab ich mich in sein Palais. Er war nicht zu Hause, und so ließ ich mich bei der Maréchale melden. Sie ist eine charmante Frau, schön und fromm wie ein Engel. Die Sanftmut leuchtet ihr aus dem Gesicht; ihre Stimme und der natürliche Ton, den sie anschlägt, stimmen ganz mit ihrer Miene überein.

Sie war mit ihrer Toilette beschäftigt und schob mir einen Sessel hin. Ich nahm Platz, und wir fingen eine Unterhaltung an. Sie war der Meinung, daß jeder, der die Heilige Dreieinigkeit leugnet, ein Schuft sein muß, der am Galgen enden wird. Als ich etwas vorbrachte, was sie überraschte oder witzig fand, fragte sie mich:
»Sind Sie nicht der Monsieur Crudeli?«
Crudeli: Ja
Marschallin: Also der Mann, der an nichts glaubt?
Crudeli: Ja, der bin ich...

(Diderot, S. 3)

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Sigmar Salzburg
15.06.2018 16.57
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Dieter Wellershoff

Im Dickicht des Lebens.
Ausgewählte Erzählungen


Mit einem Vorwort von Peter Henning
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015
333 Seiten, 19,99 Euro.

Heute ist Dieter Wellershoff im Alter von 92 Jahren verstorben. Eine ältere Rezension weist auf sein Werk hin:

Von Katrin Hillgruber

Dieter Wellershoffs reiches belletristisches und essayistisches Œuvre umfasst auch Hör- und Fernsehspiele und insgesamt drei Bände mit Erzählungen: „Doppelt belichtetes Seestück“, „Der Körper und die Träume“ von 1986 und den 2009 publizierten Band „Das normale Leben“. Aus diesen Büchern hat der Kölner Autor Peter Henning zwölf Erzählungen unterschiedlichster Länge und die Novelle „Zikadengeschrei“ zu einem Auswahlband zusammengestellt, der sich erfreulicherweise noch an die alte Rechtschreibung hält. So lässt sich der Erzähler Dieter Wellershoff anlässlich seines 90. Geburtstags in all seiner sachlichen Ironie und luziden Beobachtungsschärfe neu entdecken. Ein Leben ohne Religion nötige den Menschen zum Realismus, sagte der erklärte Atheist einmal. Auch der Herausgeber Henning sieht ihn in seinem Vorwort als „illusionslosen Realisten“ und Existentialisten, der im Grunde nur an die Macht des Zufalls glaube...

deutschlandfunk.de 1.11.2015

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Sigmar Salzburg
13.05.2018 10.21
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Apuleius

Metamorphosen oder Der goldne Esel
Aus dem Lateinischen übersetzt von August Rode, durchgesehen von Stefan Stirnemann
und von diesem mit einem Vorwort versehen

Die Andere Bibliothek 2018
420 Seiten, Bandnr: 400
Originalausgabe, nummeriert und limitiert.
Ausgestanzte, goldene Buchschlaufe, geprägter Einband,
goldenes Vorsatzpapier, mit Illustrationen, Fadenheftung, Lesebändchen.
Buchgestaltung: Manja Hellpap, Berlin.
ISBN: 9783847704003
42,00 EUR

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