Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Englisch, Anglisch und Njudeutsch
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >
Verfasser
Leitthema    Dieser Faden ist 13 Seiten lang:    1   2  3  4 · 10  11  12  13  Post New Thread     Post A Reply
Sigmar Salzburg
03.11.2019 11.34
Diesen Beitrag ansteuern
Hadern Hater mit der Sprache?

Alle Welt bekämpft „Hass“, „Hassspeech“ und „Hater“.
Unterstützung bietet die Seite, von der dieses Banner stammt.
Das ist nicht Missingsch (Hamburger Mischdeutsch).
Das ist „Messengsch“ – Mist-Englisch:




Was soll das seit der Rechtschreib„reform“ bedeuten:
„Du steckst das As ...“, „Du steckst den Esel ...“ „Du steckst den Arsch ...“?
Auf jeden Fall: Da ist das Deutsch im Arsch!

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
27.10.2019 15.49
Diesen Beitrag ansteuern
Aus „Deutsche Sprachwelt“ Ausgabe 77 – Herbst 2019

[Leserbrief, Zeitungsausschnitt 200.000 Euro-Informationkampagne]

Denglischplage im Kieler Rathouse
Fallbeispiel zur Diskriminierung des Deutschen

Mit Interesse verfolge ich Ihre Bemühungen zur Unterstützung der Wertschätzung unserer Sprache. Auch sehe ich zu, die mir regelmäßig zugesandte DEUTSCHE SPRACHWELT auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Nun bin ich über einen Beitrag in unserer Tageszeitung (Flensburger Tageblatt 10./11.08.2019) gestolpert, der mich reichlich entsetzt hat. Das Kieler Rathaus hat eine Informationskampagne zur Rattenbekämpfung mit dem Titel „Don’t feed rats“ in Auftrag gegeben. Die englische Sprache wurde gewählt, „um keine Bevölkerungsgruppe zu stigmatisieren“! Man fragt sich, wen die Verantwortlichen eigentlich erreichen wollen, und wer durch den Gebrauch der englischen Sprache stigmatisiert werden darf, und wer durch die Vermeidung des Deutschen nicht stigmatisiert wird? Die Argumentation kommt mir verblendet vor und hat für mich den Geruch nach Anbiederung an eine angebliche Internationalität.
Dr. med. Jan Ulmer, Harrislee

[Kommentar: Vielleicht meint man dubiose Kammerjäger-Schnelldienste, deren Personal (meist Mihigru) auch nachts kommt, sagt, daß sie keine Ratten töten dürfen und dafür 500 Euro kassiert – kürzlich miterlebt.]

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
09.10.2019 04.09
Diesen Beitrag ansteuern
Angeln

In den letzten Tagen mußte ich des öfteren die Gegend zwischen Süderbrarup und Schleswig befahren und sah auf den Ortsschildern und Wegweisern die Namen Loit, Steinfeld, Twedt, Grumby, Tolk, Uelsby, Ketelsby, Gunneby, Scholderup, Schaalby.

Nach dem Buch „Angeln“ von Pastor H.N.A. Jensen 1844, neu aufgelegt und erweitert Schleswig 1922, das mir Freunde geliehen haben, finden sich in England in den von den Angeln und Sachsen besiedelten Gebieten die gleichen Namen in Heimattreue wieder – in der Schreibweise Louth, Stanfield, Twaith, Grumby, Talk, Ulceby, Kettelby, Gunby, Skuthorp, Scalby. Sogar Sleswig und ein Gewässer namens Slea (Schlei) soll es dort geben. Lediglich beim Vergleich Taarstedt mit Tysted muß man Bedenken anmelden. Schließlich gibt es in Jütland auch die Stadt Thisted.

Über die Frühzeit Angelns vor über 1600 Jahren unter einem König Offa berichtet eine alte englische Quelle, hier zitiert nach der genaueren im Internet zu findenden Schreibweise:

In der Widsith-Dichtung beginnt die Episode von Offa ab Vers 35:
Offa weold Ongle, Alewih Denum; se wæs þara manna modgast ealra, no hwæþre he ofer Offan eorlscype fremede, ac Offa geslog ærest monna, cnihtwesende, cynerica mæst. Nænig efeneald him eorlscipe maran on orette. Ane sweorde merce gemærde wið Myrgingum bi Fifeldore; heoldon forð siþþan Engle ond Swæfe, swa hit Offa geslog.

d.h.
[Übers. geändert, ss.] Offa herrschte über die Angeln, Alewih über die Dänen, der war der mutigste aller dieser Männer: dennoch herrschte er nie über Offa, sondern Offa erkämpfte als Erster der Mannen schon als Jüngling (cniht) ein größtes Königreich. Kein Gleichaltriger vollbrachte eine größere Heldentat im Kampfe: Allein mit dem Schwerte bestimmte er die Grenze gegen die Myrginge am Fifeldor. Es hielten sie (die Grenze) fortan Angeln und Sweben, wie Offa es erkämpft hatte.
Der 'Fifeldor' ist die Eider. Die Angeln wohnen nördlich davon, die feindlichen Myrginge und Swaefe südlich, in Holstein. Also die Verhältnisse vor der Angelnauswanderung. Offa legte die umstrittene Grenze an der Eider fest und vergrößerte dadurch sein Angelnreich. Die Tat ist wohl als Einzelkampf gemeint (ane sweorde); im übrigen erfahren wir von epischen Motiven nichts.
https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Offa_(Angeln)
Zurück zum Angeln-Buch: Der Neffe des Königs Niels (1104 – 1134), Knut Laward, übernahm die Verteidigung Schleswigs gegen die Wenden. Sein Beiname Laward, auf alt-anglisch „Hlaford“, ist „der Laib (Brot) Gewährende“. Das sei im Englischen zu „Lord“ (Herr) geworden. Also eigentlich in der heutigen unehrerbietigen Sprache: der „Brötchengeber“.

Anm. zu Beschwerden wegen meiner Zitierweise: Originale zitiere ich entgegen den Gepflogenheiten nicht kursiviert. So erscheinen die darin enthaltenen Zitate erkennbar kursiv. Die Kursivierung meiner eigenen Begleittexte nehme man als erläuternde handschriftähnliche Randnotizen.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
25.07.2019 13.53
Diesen Beitrag ansteuern
Schreddern, Shreddern oder Schroten?

Büro (aus frz. „bureau“), Streik (aus engl. „strike“) und Taifun (aus südchin. „tai fung“ = „großer Wind“ über engl. „typhoon“ ) sind seit langem orthographisch eingedeutscht, dagegen „Händi“, „Schietstorm“ und „Schopp“ nicht, seltsamerweise aber „Schreddern“, verwandt mit dem deutschen „Schroten“– nach dwds.de und wiktionary.org, da auch das Beispiel:

[1] Der Verfassungsschutz wollte nicht vertuschen, als er Akten zum Rechtsextremismus schredderte. So das Bundesinnenministerium nach eigenen Ermittlungen. Doch es fehlen mehr Dokumente als bisher bekannt.
In der globalisierten Geschäftswelt wird aber lieber das nur grammatisch eingedeutschte „shreddern, geshreddert“ verwendet, wie hier in Minute 2:23:
https://www.youtube.com/watch?v=y85EQhPm98I
Dabei fällt mir ein: Als ich in den Achtzigern in der Kieler Bartelsallee arbeitete, gab es einmal einen großen Tag des Schredderns. Auf meinem Weg von der Bushaltestelle waren viele der Villen zu sein scheinenden Gebäude unbezeichnet in staatlicher Hand, deren Mitarbeiter große Container zur Abholung vor ihren Eingängen abgestellt hatten.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
06.03.2019 18.28
Diesen Beitrag ansteuern
Neuzugang bei den Anglizismen

Wohl aus den USA – „cuckservativ“ ist ein „Cuckservativer“, der als Konservativer erscheinen möchte, aber zu feige und bequem ist, um auch für seine konservativen Werte einzutreten, der mitunter sogar ganz geil darauf ist zuzusehen, wie andere sie mißbrauchen.

Das Wort ist ein Kofferwort aus „Cuckold“ und „conservativ“. Das erste bedeutet im Englischen einen Mann, der von seiner Ehefrau betrogen wird. Es wurde vor Jahrhunderten von „cuckoo“ abgeleitet, im Gedanken an das Kuckucksweibchen, das seine Eier anderen unterschiebt.

Das deutsche Wort ist „Hahnrei“. Einem Hahn wurden früher als Zeichen seiner Kapaunisierung auf dem Kopf „die Hörner aufgesetzt“, das heißt seine abgeschnittenen Sporen. „Cuckold“ soll im Deutschen schon in der eingeschränkten Bedeutung gebraucht werden für einen Mann, der sich am Fremdgehen seiner Frau aufgeilt, womöglich sogar als Voyeur.

Die Oper „Der gewaltige Hahnrei“ von Berthold Goldschmidt (1930) beschreibt einen übereifersüchtigen Schreiber, der seine treue, schöne Frau ständig verdächtigt, sie schließlich zur Untreue treibt und sie so endgültig verliert.

Die deutschen „Cuckservativen“ verteidigen Deutschland längst nicht mehr mit Eifersucht, sondern sind froh, wenn das lästige Thema endlich verschwindet. Das haben sie mit Antifa und Antideutschen gemeinsam.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
20.10.2018 05.35
Diesen Beitrag ansteuern
Internet-Deutsch

Durch das englische „share“ wird aus „der Welt mitteilenׅ“ das undeutsche „mit der Welt teilen“ oder kurz „etwas teilen“: .

Noch ist unklar, welche Erkenntnisse die Türkei im Fall des möglicherweise ermordeten Journalisten Khashoggi hat. Man werde sie „mit der Welt teilen“, kündigte Außenminister Cavusoglu an.
spiegel.de 19.10.2018

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat unterdessen bekanntgegeben, angebliche Tonaufnahmen vom Tod des Regimekritikers noch nicht mit den USA geteilt zu haben.
spiegel.de 20.10.2018

Turkey's foreign minister said an audio tape purporting to detail Khashoggi's killing will be shared “with the world.” (Washinton Post 19.10.2018)

Aus „sich einen Kuchen teilen“ wird „einen Kuchen teilen“ (engl. to divide), wo man auf deutsch höchstens „am Kuchen teilhaben lassen“ sagen dürfte. Es nervt, ist aber bei Facebook u.ä. allgemein üblich.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
14.09.2018 05.58
Diesen Beitrag ansteuern
8. September 2018

Zum Tag der deutschen Sprache
Das Deutsche könnte bald verschwinden


Die Low-Budget-Airline hat den Flug gecancelt, den Latte macchiato gibt es to go und der Boss bittet zum Meeting: Durch die Globalisierung wächst die Welt zusammen, das Englische scheint langsam die Oberhand zu gewinnen. Und die deutsche Sprache? Bleibt auf der Strecke. Der Sprachwissenschaftler Wolfgang Klein erklärt im Gespräch mit n-tv.de zum „Tag der deutschen Sprache“, warum die Politik bei der Verbreitung von Sprachen eine so wichtige Rolle spielt, warum die deutsche Grammatik teilweise bizarr und warum das Deutsche tatsächlich in ernster Gefahr ist.

n-tv.de: Was ist Ihr deutsches Lieblingswort?

Wolfgang Klein: Da gäbe es viele Kandidaten. Ich staune immer über Wörter wie „Axtstiel“ oder „Knastkluft“, die nur ein Deutscher aussprechen kann. Sehr poetisch finde ich, dass das Wort „Ehe“ von einem germanischen Wort kommt, das „ewig, auf Dauer“ bedeutet. Allerdings stimmt diese Etymologie wahrscheinlich nicht, und so ist es auch mit der Idee, dass die Ehe ewig währt.

Was ist – im Vergleich zu anderen Sprachen – das Besondere an der deutschen Sprache?

Der Wortreichtum. In allen Sprachen gibt es Wortbildungsmöglichkeiten, aber in keiner sind sie so reich ausgebildet wie im Deutschen. Das Grimmsche Wörterbuch beschreibt etwa 350.000 Wörter, aber wir haben vor einigen Jahren einmal ermittelt, wie viele verschiedene Wörter im Wortschatz der Gegenwartssprache vorkommen. Es sind mehr als fünf Millionen.

Aber macht das das Deutsche nicht auch so kompliziert?

Das liegt eher daran, dass das Deutsche – unter uns gesagt – eine so bizarre Grammatik hat, die daher auch für jeden Lerner ein Alptraum ist. Im Deutschen muss man sagen „der Löffel, die Gabel, das Messer“, im Englischen sagt man einfach nur „the“, um dasselbe auszudrücken. Oder ein anderes Beispiel: die Adjektivflexion. Im Deutschen sagt man „ein roter Hut, der rote Hut, mit einem roten Hut, wegen eines roten Hutes, rote Hüte“ – im Englischen sagt man einfach immer „red“. Das ist viel einfacher und zumindest in diesem Fall fährt man ohne Flexion viel besser.

Wolfgang Klein ist Sprachwissenschaftler und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie für Wissenschaften. Die Forschungseinrichtung hat es sich zu Aufgabe gemacht, kulturelles Erbe zu sichern und zu erschließen.(Foto: Bert Beelen)
Sie haben mal gesagt, dass die deutsche Sprache in 200 bis 300 Jahren ausgestorben sein wird. Wie kommen Sie zu dieser Annahme?

Auf der Erde gibt es derzeit 6000 bis 7000 Sprachen und sehr viele davon sind vom Aussterben bedroht. Man schätzt, dass im Schnitt alle 14 Tage eine Sprache verschwindet. Besonders bedrohte Sprachen haben vielleicht ein paar Hundert Sprecher, die sich untereinander verständigen können. Wenn diese Sprecher sterben oder aufgrund der Globalisierung zu einer Sprache mit mehr Sprechern und damit größerer Reichweite wechseln, stirbt die Sprache.

Und wie steht es nun um das Deutsche?

Das Deutsche hat 100 Millionen Muttersprachler. Dass es also in nächster Zeit aussterben wird, ist unwahrscheinlich. Doch auch für das Deutsche wird die Globalisierung zunehmend zum Problem, denn als internationale Sprache verliert es rapide an Bedeutung. Zum Vergleich: Chinesisch hat eine Milliarde Muttersprachler*, Tendenz steigend; Spanisch sprechen immerhin 400 Millionen, Hindi/Urdu etwa ebenso viele und auch dort steigt die Sprecherzahl. Nicht so beim Deutschen; ein großer Teil der Grundschulkinder hat einen Migrantenhintergrund und ihre Beherrschung des Deutschen bei Schulabschluss ist, vorsichtig gesagt, nicht immer vollkommen. Weltweit lernen auch immer weniger Menschen Deutsch als Zweitsprache und als Wissenschaftssprache ist es möglicherweise bald völlig bedeutungslos. Und dass in 300 Jahren noch nennenswert Deutsch gesprochen oder geschrieben wird – darauf würde ich keine Wette eingehen.

Zumindest in Berlin ist auffällig, dass in manchen Cafés, Geschäften und Unternehmen ausschließlich Englisch gesprochen wird. Wie gefährlich ist dieses Phänomen für die deutsche Sprache?

Um das Phänomen zunächst einmal zu erklären: Die Globalisierung und die ständige Mischung der Kulturen erfordert eine gemeinsame Sprache, in der sich möglichst viele verständigen können. Für eine solche Gemeinsprache gibt es nur einige wenige Kandidaten, die infrage kommen. Zunächst Englisch, dann Chinesisch, Spanisch und auch das moderne Hocharabisch mit derzeit etwa 300 Millionen Sprechern. Im Fall des Englischen gibt es zwar nur etwa 370 Millionen Muttersprachler, aber mindestens eine Milliarde Menschen nutzen es regelmäßig als Zweitsprache. Es wird dort gesprochen, wo Sprecher mit verschiedenen Kulturen und Sprachen verkehren. Oder wo man glaubt, dass es so ist. In Deutschland ist Englisch oft auch ein bisschen zur Schickimicki-Sprache geworden. Aber ich glaube nicht, dass das Englische das Deutsche insgesamt bedroht. Sonst bräuchte man nicht so viele Tausend Romane aus dem Englischen zu übersetzen.

Warum haben wir Deutschen Englisch als Gemeinsprache auserkoren?

Das Englische ist grammatisch sehr viel einfacher als das Deutsche und es ist grammatisch wie lexikalisch dem Deutschen ähnlich. Daher für einen Deutschen nicht so schwierig zu lernen wie etwa Chinesisch. Man kann es schnell bis zu einem gewissen Grad lernen und so kann man sich sehr schnell verständigen. Der wichtigste Grund ist jedoch politischer Natur. Die starke Macht des britischen Kolonialreichs, gefolgt von seinen Nachfolgestaaten, hat die Grundlagen dafür gelegt, die USA sind, zumindest derzeit noch, die mächtigste Nation auf Erden, und diese Machtverhältnisse diktieren die Gemeinsprache. Und die muttersprachlichen Sprecher dieser Gemeinsprache sehen wenig Anlass, eine andere Sprache zu lernen. Ärgerlich, aber so ist es.

Was können wir Deutschsprecher tun, damit es die deutsche Sprache lange gibt?

Das kann man nur bedingt steuern. Was nicht schaden kann, ist ein gewisser Stolz auf die eigene Sprache. Man sollte sich eben nicht so schnell dazu verleiten lassen, Englisch zu sprechen. Und man sollte auch bei seinen Kindern darauf achten, dass sie ihre Sprache gut beherrschen – und das heißt, nicht nur auf die Rechtschreibung zu achten, sondern auch darauf, dass sie sich gut ausdrücken können. Eine Sprache lebt dadurch, dass man sie spricht und schreibt.

Wie sieht die nahe Zukunft der deutschen Sprache aus? Sagen wir, so in 50 Jahren? Wird das Deutsche gespickt von englischen Wörtern sein?

Das hängt im Wesentlichen von politischen Entwicklungen ab. International gesehen ist Deutschland militärisch und politisch relativ unbedeutend und kulturell leider zunehmend auch. Das hat Auswirkungen auf den Gebrauch der Sprache. Strukturell gesehen glaube ich aber nicht, dass sich das Deutsche stark verändert. Ich glaube nicht, dass es sich zum Beispiel dem Englischen annähert. Seit Goethe hat es so gut wie keine strukturellen Veränderungen der deutschen Sprache gegeben. Deswegen kann man auch heute noch Texte von Goethe sehr, sehr gut lesen*). Und man sollte es auch.

Mit Wolfgang Klein sprach Kira Pieper

n-tv.de 8.9.2018

*) ... hat aber durch die Rechtschreib„reform“ für die kommenden Generationen einen befremdenden weiteren Abstand erzeugt, vor allem durch die häßlichen „neuen“ SS.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
18.06.2018 18.12
Diesen Beitrag ansteuern
Arschkarte für die „Reform“

Die Kultusminister und ihre „Reformer“ waren vor den neuen „ss“ gewarnt. Sie beharrten jedoch darauf, das altromanische „As“ dem amerikanischen „Ass“ (Arsch) anzugleichen („Pluss“ war „chancenlos“).

Seither meiden alle Journalisten die Benennung von Sportlern z.B. als „French-Open-Ass“. Die Grenze zwischen Englisch und Deutsch verschwimmt jedoch zusehends, besonders wo man deftiges Deutsch scheut.

Neulich signalisierte mir Google für das Wort „culone“:

Italienisch erkannt –„culone“ ... Deutsch „fat ass“
Im anklickbaren Hörbeispiel hört man jedoch akzentfrei das neudeutsche „fett Ass“ – für unbedarfte Reformschüler eine veredelnde Aufwertung.

Eigentlich suchte ich ein Ersatzwort für Helmut Kohls einst berüchtigtes Aussitzen von Problemen, das nun von seiner Nachfolgerin noch breitärschiger fortgeführt wird. Der unfeine Herr Berlusconi hat leider auch das Italienische unmöglich gemacht.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
05.02.2018 12.02
Diesen Beitrag ansteuern
Pluralbildungen bei wissenschaftlichen Kunstwörtern

LHC: Exotische „Odderons" entdeckt?
Physiker finden Indizien für lange gesuchtes Quasiteilchen aus Gluonen

Seit 40 Jahren gesucht: Physiker könnten im Teilchenbeschleuniger LHC erstmals „Odderons" aufgespürt haben – bisher nur theoretisch postulierte Quasiteilchen. Diese entstehen, wenn kollidierende Protonen statt einer geraden eine ungerade Anzahl von Gluonen untereinander austauschen. Messdaten des TOTEM-Detektors am LHC sprechen nun dafür, dass solche Odderons bei den energiereichen Kollisionen im Ring gebildet wurden...
In der Welt der Elementarteilchen gibt es nicht nur echte Partikel wie Quarks, Protonen oder Elektronen, sondern auch Quasiteilchen. ... Zu solchen Quasiteilchen gehören beispielsweise kurzlebige Paarungen aus einem Teilchen und seinem Antiteilchen, die Weyl-Fermionen in kristallen ...
scinexx.de 5.2.2018

Setzt die Weltsprache Englisch auch das Plural-s bei neuen physikalischen Begriffen durch, wie beim Wort „Quarks”? Mein Schwager bevorzugte übrigens anstelle von „Neutrinos“ den italienischen Plural „Neutrini“ des Namensgebers Enrico Fermi. An der Existenz des Teilchen zweifelt wohl niemand mehr.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
30.12.2017 11.25
Diesen Beitrag ansteuern
Zu Silvester: Frauenschutzzone in der Party-Stadt

Berlin: Neben einem Großaufgebot von Polizei
heuer erstmals eine „Women`s Safety Area“

Gut, dass es die englische Sprache gibt. Denn im „bunten“ Deutschland klingt es sicher „moderner“, sich als Frau salopp in einer „Women`s Safety Area“ aufzuhalten, als sich in einem „Frauen-Sicherheits-Bereich“ vor nicht triebgesicherten, aggressiven Nafris zu verschanzen.

unzensuriert.at 29.12.2017

Unternehmen gebrauchen Englisch, um Nichtssagendes aufzupeppen – unsere Volksbetrüger-Parteien, um Wesentliches nichtssagender zu machen, aber immer noch „trendig“ aussehend – so die CDU.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
04.09.2017 04.23
Diesen Beitrag ansteuern
„Nudging“ = jemanden unmerklich in die gewünschte Richtung schubsen

Ich bin nur bei Facebook, weil meine Tochter eine Zeitlang kein Telefon hatte. Jetzt ist Wahlkampf, und neben der AfD betreibt dort vor allem eine mir bisher unbekannte Gesellschaft unentwegt Meinungsmache. Wer steckt dahinter? Je linker, desto günstiger die Darstellung der Parteien. Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Die einst blutbefleckten Stalinisten und Kommunisten, die Nachfolger der Mauerbauer-SED, die heutigen Linken, erscheinen dort im weißesten Weiß, das es je gab. Und das soll die schönste „geläuterte“ Stalinistin verkörpern, die man derzeit noch auftreiben kann:

Politik und Zeitgeschehen

Wagenknecht wird Kanzlerin – wenn das Volk sie wählt!
Wir finden, das wäre die deutlich bessere Alternative zu Merkel und Schulz und sie ist es wert, sich mit der Linkspartei mal auseinander zu setzen. Immerhin vertritt Wagenknecht genau deren linke Forderungen, die nichts mit Kommunismus oder der SED zu tun haben.

PolitikUndZeitgeschehen 3.9.2017

Siehe auch Jan Fleischhauer – aber auch dies

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
29.08.2017 03.55
Diesen Beitrag ansteuern
Bei Belle de Lettres gefunden

Straßenschild in Graz:

Skaten erlaubt

Auf diesem Wege zugelassen von Skatologen der Grazer Verwaltung?

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
14.08.2017 11.37
Diesen Beitrag ansteuern
CDU-Volksbetrug mit englischen Fachwörtern:

Wolfgang Hübner (Frankfurter Stadtverordneter):

... alle, die ihre Stimme am 24. September der CDU geben, erklären – ob nun gewollt oder nicht – faktisch ihr Einverständnis mit dem Wahlprogramm dieser Partei. Darin enthalten ist auch die Zustimmung zu einer umfassenden Bevölkerungsumwälzung in Deutschland.

Wie das? Einfach mal Seite 63 des aktuellen CDU-Wahlprogramms aufschlagen. Dort steht im Kapitel „Sicherheit im Inneren und nach außen“:

„Wir wollen, dass die Zahl der Flüchtlinge, die zu uns kommen, dauerhaft niedrig bleibt. Das macht es möglich, dass wir unseren humanitären Verpflichtungen durch Resettlement und Relocation nachkommen.“
... „Resettlement“ ist der englische Begriff für „Umsiedlung“. Und „Relocation“ bezeichnet in der Asylpolitik laut Wikipedia „eine Umsiedlung von schutzbedürftigen Personen innerhalb der EU“...

Damit will die Merkel-Partei eine Generalvollmacht von ihren in aller Regel völlig ahnungslosen Wählern für das, was als „Umvolkung“ bezeichnet werden kann und muss. Ein Blick in die Straßen deutscher Städte und Geburtsregister zeigt, wie sehr dieser als „polemisch“ und „rechtspopulistisch“ beschimpfte Begriff den Tatbestand richtig kennzeichnet. Mit jeder Stimme für die CDU am 24. September wird diese Umvolkung legitimiert und weiter vorangetrieben...

pi-news.net 14.8.2017

PS: Ein weiterer verschleiernder Begriff: Die Vereinten Nationen haben auf ihrer Internetseite ein Strategiepapier veröffentlicht mit dem Titel „Replacement Migration“ (= Austauschmigration). Der offizielle deutsche Titel lautet hingegen verharmlosend „Bestandserhaltende Migration“(in Václav Klaus/Jiri Weigl: Völkerwanderung). Ich übersetze mit „Ersatzzuwanderung“ oder „Volksersatzzuwanderung“.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
25.06.2017 07.00
Diesen Beitrag ansteuern
Zucker und Zimt, perfekt getimt

Nein, mit Nichten¹ sollte ich noch dichten! Michael Klonovsky schrieb am ...

20. Juni 2017

Was ist der Unterschied zwischen Frauke Petry und Angela Merkel? Bei Frauke Petry wird jetzt die parlamentarische Immunität aufgehoben, um den ihr vorgeworfenen Rechtsbruch aufzuklären.

(Perfekt getimt übrigens; der Immunitätsausschuss des Landtages wird noch in dieser Woche das weitere Vorgehen beraten, aber frühestens Ende August eine Entscheidung bekannt geben, denn im September wird ja gewählt.)
Könnte man nicht etwas originaler „getimed“ schreiben? Zu „gelikt“ und „getimt“ hatte sich der verstorbene Dudenchef Scholze-Stubenrecht geäußert. Erwähnt werden die Fälle auch in Th. Icklers akribischer zweiteiliger Dokumentation von Wahrig 2003: Fehlerfreies und gutes Deutsch – 1 und 2 – einem Werk, das nach der erneuten „Reform“ von 2006 wohl stark schrotthaltig geworden ist.

¹) „Reform“: Großschreibung bei Verdacht auf Substantiv: „ein Wenig“, „im Übrigen“.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
06.04.2017 09.02
Diesen Beitrag ansteuern
Der denglische Patient: die Sprachpanscher aus der EU

Wie die Engländer ihr English verlieren

[Peter Littger, der den Bestseller "The devil lies in the detail: Lustiges und Lehrreiches über unsere Lieblingsfremdsprache" verfaßt hat, schreibt in der Online-Ausgabe von Manager-Magazin:]

Die englische Sprache wird immer unenglischer, und ausgerechnet der Brexit beschleunigt diesen Prozess!...

[Der Buchautor von "Misused English Words and Expressions in EU publications" Jeremy] Gardner erinnert in seiner Einleitung daran, dass Englisch die offizielle Sprache in 88 Ländern ist und deshalb rund um den Globus in sehr unterschiedlichen Varianten gesprochen und geschrieben wird. Globish eben!

Doch, so Gardner, sei es wichtig, dass die Sprache stets unmissverständlich gegenüber diejenigen verwendet werde, die angesprochen sind. Und das sind in der EU nun einmal bis auf weiteres auch die Briten und die Iren.

Und die sind schlicht verwirrt, wenn Deutsche oder Franzosen von „actors“ sprechen und damit „politische Akteure“ meinen, also Politiker oder Ministerien, Gremien und Ausschüsse, während Engländer unweigerlich an Filmschauspieler denken!

Eine andere verbreitete Stolperfalle ist die „Agenda“: Erstens verbirgt sich hinter der Frage „What's your agenda?“ für Briten die Frage „Welchen Geheimplan verfolgen sie so?“ – also eine andere Bedeutung als viele Fragende ahnen.

Wer sich ganz vorurteilsfrei nach dem Programm erkundigen will, fragt: „What's the agenda (for today).“ Und zweitens ist die „Agenda“ kein „Terminkalender“.

Viel Spaß kann man in der EU auch mit den unterschiedlichen Auffassungen des Wörtchens „global“ haben – auch, weil sich die Briten gerade versuchen als „Global Britain“ zu verkaufen. Hierzu Gardner: „In English, as in other languages, 'global' can mean both 'worldwide' and 'overall', but sometimes it can be a little confusing in the latter meaning. This became clear when an internal email was sent 'to everybody' announcing that there would be 'a global power cut'. If there is any ambiguity, prefer 'general' or 'overall'.“

Gardner hält dieses eigenwillige Englisch in der EU mittlerweile für dominant: Zunehmend flösse es auch in den Wortschatz der Briten, die in Brüssel oder Luxemburg arbeiten. Sie sagen zum Beispiel „SMS“ anstelle von „text“ und sagen „to send an SMS“ anstelle von „to text“. Und – aufgepasst! – sie verwenden sogar das „Handy“ und den „Beamer“ anstatt „mobiles“, „cellphones“ oder „projectors“.

Dieser Teil in Gardners Bericht ist gewissermaßen der Schocker. Nachdem Deutschland in Europa den Frieden nach 1945 gewonnen habe, wie es neulich der frühere britische Premierminister Michael Heseltine zuspitzte, setzt sich nun in Europa auch noch unser denglisches Pseudoenglisch durch!...

manager-magazin.de 5.4.2017

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 13 Seiten lang:    1   2  3  4 · 10  11  12  13  Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage