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Sigmar Salzburg
19.08.2016 08.05
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news4teachers

Studie: Zahl der Orthografie-Fehler von Schülern hat sich verdoppelt – „Rechtschreibreform ist ein Flop“

BERLIN. Der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete vor einigen Tagen allen Ernstes, dass die Rechtschreibreform eine neue Blüte hervorgebracht habe: Zwecks Vereinfachung der Schreibweise würden die beiden Wörter „seid“ und „seit“ künftig nicht mehr unterschieden. „Ab Beginn des neuen Schuljahres im Herbst ersetzt ein einheitliches ‚seidt‘ die beiden Formen“, hieß es. Natürlich eine Falschmeldung: Die Redakteure waren auf einen Satire-Beitrag der Webseite „Der Postillion“ hereingefallen. Der Fall zeigt allerdings, dass in puncto Rechtschreibung seit Beginn der Reform vor 20 Jahren fast alles für möglich gehalten wird. Ist die deutsche Orthografie (oder: Orthographie?) auf den Hund gekommen? Eine Studie des Germanisten Uwe Grund, die Schriftstücke von Schülern der Unterstufe (5. bis 7. Klasse) seit den 1970er-Jahren untersucht hat, scheint ein Scheitern der Reform nahezulegen.

Vor 20 Jahren beschlossen die deutschsprachigen Staaten eine Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Schließlich wurde der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ unter der Leitung des ehemaligen bayerischen Kultusministers Hans Zehetmair (CSU) damit beauftragt, die Fassung von 1996 noch einmal zu bearbeiten. Das daraus entstandene Regelwerk wurde dann am 1. August 2006 auch mit dem Segen des Bundesverfassungsgerichts, das empörte Kläger angerufen hatten, zur verbindlichen Grundlage des Unterrichts an Schulen erklärt.

Hälfte aller Schüler schreibt schlecht

Schon 2008 hatte der heute emeritierte Professor Grund (Saarbrücken, heute Hannover) in einer umfangreichen Studie nachgewiesen, dass sich die Fehlerquote in Schülerdiktaten und -aufsätzen gegenüber der Zeit vor der Reform erhöht hat. Jetzt hat er nochmal die Datenbasis seiner Untersuchung erweitert – und kommt zum gleichen Ergebnis: Die durchschnittliche Fehlerzahl in Vergleichsdiktaten ist von vier Fehlern in den 1970er-Jahren auf sieben Fehler in den 2000er-Jahren gestiegen. Grund meint laut Medienberichten, dass heute bei rund der Hälfte aller Schüler der 9. Klasse von „nicht ausreichenden“ Rechtschreibkenntnissen die Rede sein müsse.

Die Rechtschreibreform sei „ein Flop“, schlussfolgert Grund, der für seine Untersuchung auch weitere Studien zur Rechtschreibreform ausgewertet hat. Gerade beim „Herzstück der Reform“ – den Änderungen bei der Verwendung von „ß“ und „ss“ – hätten sich die Erwartungen „offensichtlich nicht erfüllt“, kritisiert der Experte. Bei der Unterscheidung der Wörter „das“ und „dass“ hätten „die Schüler, und nicht nur sie, mehr Probleme als früher“. Dabei habe hier überhaupt kein Änderungsbedarf bestanden.

Grund sagt einem Bericht der „Welt“ zufolge: „Auf dem Gymnasium musste eine Lehrerin sechs Klassenarbeiten mit einer durchschnittlichen Länge von 220 Wörtern durchsehen, um auf einen Fehler in Wortformen wie Naß, Nässe (jetzt Nass, Nässe), wußten (jetzt wussten) und ähnlich zu stoßen.“ Das habe sich mit der Reform geändert. Die neue s-Schreibung erweise sich als Fehlerfalle und treibe die Fehlerzahl um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent in die Höhe. Verwirrung und eine „völlig neue Fehlerkategorie“ gebe es vor allem bei Wörtern mit einfachem Silbenschluss-“s”. So komme es vermehrt zu Wortschöpfungen wie “Sarkassmus”, “Kommunissmus”, “Nazissmus” (in Anlehnung an “Narzissmus”), und zwar umso mehr, je weniger die alten “ß”-Schreibweisen (“Narzißmus”) noch in Erinnerung seien.[*]

Ist also die Rechtschreibreform gescheitert? Der Rat für deutsche Rechtschreibung beantwortet die Frage anders als Kritiker Grund. „Die Ergebnisse der Schreibbeobachtung zeigen“, so heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung, „dass zehn Jahre nach Inkrafttreten des Regelwerks – einschließlich der vom Rat erarbeiteten Änderungen – der beobachtete Gebrauch und die kodifizierte Norm im hohen Maße übereinstimmen. Dies gilt auch für Regelungen, die durchaus umstritten waren, so beispielsweise für die mit der Reform eingeführte, an formalen Kriterien orientierte Großschreibung, zu der Fälle wie ‚im Folgenden‘ oder ‚des Öfteren‘ zählen.“ Im Klartext: Die Rechtschreibreform ist im Alltag und in den Schulen [mit all seinen Albernheiten] angekommen.

Meidinger: Jungen lesen zu wenig ...

[Die bekannte Meidinger-Meinung lassen wir hier weg. Es ist ja politisch gewollt, die Jugend von der bewährten Literatur fernzuhalten, um nicht die Reform-Indoktrination zu gefährden.]

news4teachers.de 17.8.2016

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Sigmar Salzburg
08.08.2016 06.35
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Fehlerquote an Schulen steigt

Die Rechtschreibreform hat ihr Ziel verfehlt

[Bild] Rund die Hälfte aller Schüler der 9. Klasse verfügen bundesweit über nicht ausreichende Rechtschreibkenntnisse. (Quelle: dpa)

Ein ausgesprochen schlechtes Zeugnis stellen Forscher der 1996 eingeführten Rechtschreibreform aus. Zwanzig Jahre danach stellen sie fest, dass die Rechtschreibschwäche an deutschen Schulen zunimmt. Die Reform war einst angetreten, um das Problem zu verbessern.

Die „Reform der deutschen Rechtschreibung von 1996“ wurde eingeführt, um die Rechtschreibung zu vereinfachen. Doch der Saarbrücker Bildungsforscher Uwe Grund weist mit einer Studie nach, dass Schüler heute mehr Probleme mit der Rechtschreibung haben, als früher.

Fehlerquote ist gestiegen

Bei den Schülern der Unterstufe (5. bis 7. Klasse) sei die durchschnittliche Fehlerzahl in Vergleichsdiktaten von vier Fehlern in den 1970er Jahren auf sieben Fehler in den 2000er Jahren gestiegen, wie die Studie von Uwe Grund zeigt. Rund die Hälfte aller Schüler der 9. Klasse verfügten bundesweit über „nicht ausreichende“ Rechtschreibkenntnisse.

Rechtschreibreform sei „ein Flop“

Der Studie zufolge entfallen in Vergleichsarbeiten 75 Prozent der gemachten Fehler „auf die drei wichtigsten Reformbereiche: Getrennt-/Zusammenschreibung, Groß-/Kleinschreibung und die s-Schreibung“. Die Rechtschreibreform sei „ein Flop“, resümierte Grund, der für seine Untersuchung zahlreiche Studien zur Rechtschreibreform auswertete.

Gerade beim „Herzstück der Reform“ – den Änderungen bei der Verwendung von "ß" und „ss“ – hätten sich die Erwartungen „offensichtlich nicht erfüllt“, sagte Grund. Bei der Unterscheidung der Wörter „das“ und „dass“ hätten „die Schüler, und nicht nur sie, mehr Probleme als früher“.

t-online.de 8.8.2016

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Sigmar Salzburg
06.08.2016 14.46
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Remscheider Generalanzeiger

[Die milliardenteure „Reform“ hat ihr Ziel nicht erreicht! Stattdessen hat sie einen Bruch in der Überlieferung erzwungen, ein Volk zu Rechtschreibstümpern gemacht, das Schriftbild häßlicher werden lassen, Albernheiten für amtlich erklärt und dafür Millionen Bücher geschreddert – aber der Herr Professor findet noch Sinnvolles. Die tödliche Giftwirkung der „Reform“ auf die 600 Jahre lang geachtete ß-Tradition wird dabei auffällig verschwiegen.]

Gespräch
Professor: Regelwerk ist klarer geworden
Aktualisiert: 06.08.16 14:17

Vor 20 Jahren gab es die Rechtschreibreform. Christian Efing von der Bergischen Uni, erklärt, was sie gebracht hat.
Von Jeanette Nicole Wölling

Dr. Christian Efing ist Professor für Didaktik der Deutschen Sprache an der Bergischen Universität und bewertet die Rechtschreibreform auf wissenschaftlicher Basis.

Dr. Efing, was hat die Rechtschreibreform vor 20 Jahren gebracht?

Christian Efing:
Zuerst einmal muss man sagen, dass die heute gültige Form der Rechtschreibung erst 2006 mit der dritten Reform der Reform eingeführt wurde. Zwischen 1996 und 2006 gab es zahlreiche Petitionen gegen die neue deutsche Rechtschreibung, beispielsweise von Schriftstellern, darunter Günter Grass. Aber auch Verlage waren gegen die Reform und haben sie nicht umgesetzt.

Und was haben sie stattdessen gemacht?

Efing:
Zeitungen haben teilweise ihren eigenen Regelmix entwickelt und hatten somit eigene Hausschreibungen. Das war ein Tohuwabohu. Da war die konservative Rechtschreibung noch die beste, die einfach systematisch die alten Regeln weiter angewendet hat. Für die Schüler zu dieser Zeit war die Situation sehr schwierig, denn überall lasen sie etwas anderes als in den Schulbüchern, die 1998 in der überarbeiteten Version herausgekommen sind.

Was sollte die Reform denn eigentlich bringen?

Efing:
Sie sollte die Rechtschreibung vereinfachen und es damit den Schreibern einfacher machen. Dadurch sollte es weniger Fehler geben. Dabei ist die Rechtschreibung eigentlich für den Leser gedacht, nicht primär für den Schreiber.

Und, hat das geklappt?

Efing:
Nein. Größere Studien zeigen, dass die Fehler in den vergangenen Jahrzehnten zunehmen. Das hängt aber weniger mit der Rechtschreibreform zusammen als damit, dass der Wortschatz in schulischen Aufsätzen schon bei den Jugendlichen immer größer wird. Allerdings zeigt sich in einer anderen Studie auch, dass Schüler beim selben Text heutzutage mehr Fehler machen als vor 40 Jahren.

Wie sieht es denn bei Erwachsenen aus?

Efing:
Die Reform hat Verunsicherung ausgelöst, vor allem durch die Nachbesserungen, wie Rücknahmen von Regeln und Zulassung von Varianten. Beispielsweise die Komma-Regeln sind für Erwachsene zum Teil nicht nachzuvollziehen. So war vor der Reform klar geregelt, dass erweiterte Infinitivsätze mit „um zu“ immer ein Komma vor dem „um“ haben mussten. Das wurde 1996 dann aufgehoben und das Komma verboten. Später aber wurde das Komma wieder verpflichtend eingeführt. Wenn man die Entwicklung der Rechtschreibung nicht die ganze Zeit verfolgt hat, macht man automatisch Fehler – da sie zeitweise die korrekte Rechtschreibung waren.

Was hat sich verbessert?

Efing:
Die Groß- und Kleinschreibung ist für die Schreibenden tatsächlich einfacher, da systematischer und damit nachvollziehbarer geworden: Was formal wie ein Substantiv behandelt wird, wird groß geschrieben. [Klippschul-Pedanterie vor Bedeutung!] So gab es vor der Reform eine Unterscheidung zwischen wörtlichen und übertragenen Bedeutungen. So schrieb man „im dunkeln tappen“ klein, wenn es bedeuten sollte, dass jemand die Lösung nicht sieht. Tappte er aber „im Dunkeln“, dann gab es kein Licht. Heute schreibt man beides groß. [Dazu dies.]

Haben Sie ein weiteres Beispiel für die Verbesserung?

Efing:
Die Reform hat vor allem das so_genannte Stammprinzip gestärkt und ausgeweitet. Das bedeutet, dass Wörter so geschrieben werden wie andere, von denen sie abstammen. Also Bäume von Baum mit „äu“ [und schnäuzen (ahd. snuzen), weil die Nase eine Schnauze ist?]. Außerdem werden seit der Reform konsequent bei Wortzusammensetzungen alle Konsonantenbuchstaben erhalten, zum Beispiel die drei „fff“ in Schifffahrt.

Was war denn nach 1996 umstritten, was dann doch wieder geändert wurde?

Efing:
Beispielsweise die Anrede „Du“ in Briefen, die ab 1996 nur noch klein geschrieben werden durfte. Seit 2006 darf sie wieder groß geschrieben werden. Beide Schreibweisen sind erlaubt.[Der Staat hat hier nicht einzugreifen, sondern die gewachsene Höflichkeitskultur zu respektieren!]

Wird die Rechtschreibung heutzutage liberaler gehandhabt?

Efing:
Eigentlich ist die Rechtschreibung der einzige Bereich der deutschen Sprache, der komplett durchgeregelt ist. Der Rat für Rechtschreibung ist eine politisch legitimierte Institution, die festlegt, was richtig und was falsch ist. Generell hat die Re-Reform 2006, wie gesagt, in strittigen Fällen mehr Varianten zugelassen.

In der Grundschule lernen die Kinder heute zu schreiben, wie sie sprechen. Wird das die Rechtschreibung im Allgemeinen verändern?

Efing:
Wir bringen unseren Studenten bei, nicht nach diesem Prinzip zu unterrichten und auch die meisten Schulen sind von der Reinform wieder abgerückt. Denn so zu schreiben, wie man spricht, würde zum Beispiel bedeuten, dass man umgangssprachlich oder mit Dialekt schreibt. Von daher ist dieser Ansatz problematisch, wird aber die Rechtschreibung nicht verändern.

Erwarten Sie denn mittelfristig noch eine Reform?

Efing:
Nein. Der Rat der Rechtschreibung behält die Entwicklung der Sprache und die sprachliche Realität im Blick. Regelmäßig werden Anpassungen vorgenommen [... Nichtigkeiten zur Rechtfertigung der eigenen Existenz]. Heutzutage weiß keiner mehr, dass unser Wort Keks vom englischen Wort cakes, also Kuchen, kommt.

ZUR PERSON
Professor Dr. Christian Efing (39), zuvor Professor in Erfurt, ist seit 1. April 2014 Universitätsprofessor für „Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Sprachdidaktik)“ an der Bergischen Universität Wuppertal.


Remscheider Generalanzeiger 6.8.2016

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Sigmar Salzburg
01.07.2016 05.04
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Mit Denk und Dräger!

20.000 Euro für einen Schreibwettbewerb zur Rechtschreibreform
Zürich (ots) –

- Querverweis: Bildmaterial wird über obs versandt und ist abrufbar unter http://www.presseportal.de/bilder -

Zum 20. Jahrestag der Rechtschreibreform, die am 1. Juli 1996 durch die „Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung“ in Gang gesetzt wurde, schreibt der Arbeitskreis „Lesen und Rechtschreiben heute“ einen mit 20.000 Euro dotierten Schreibwettbewerb aus. Bis zum 1. September können kurze Beiträge (mit bis zu 2500 Zeichen) zum Thema Rechtschreibreform eingereicht werden. Die 25 besten Beiträge werden Anfang Oktober publiziert, fünf werden am 20. Oktober 2016 auf der Buchmesse mit dem Frankfurter Orthographie-Preis ausgezeichnet (7000, 4000 und 3 x 3000 Euro).

Näheres unter http://www.rechtschreibreform.de

OTS: Arbeitskreis Lesen und Rechtschreiben heute newsroom: http://www.presseportal.de/nr/121063 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_121063.rss2

Pressekontakt: Friedrich Denk, f.denk@bluewin.ch, T. 0041 43 2224711, Heliosstr. 21, CH 8032 Zürich

und: Matthias Dräger, draeger5@hotmail.com, Auf der Schanz 2, D 56329 St. Goar

© 2016 news aktuell

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Sigmar Salzburg
24.06.2016 12.00
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Das Kulturschurkenstück Rechtschreib„reform“ geht ins dritte Jahrzehnt!

Am 1. Juli 1996 setzte der heute vergessene Kultusminister Karl-Heinz Reck in Wien seine Unterschrift unter die „Wiener Absichtserklärung“ – zusammen mit dem Staatssekretär Lintner vom Bundesinnenministerium, da Reck als Landespolitiker nicht unterschriftsberechtigt war. Es war ein Erfolg der Reformlobby, die nach ihrem Scheitern 1973 weiter intrigiert und 1988 die Kultusminister zu einem Auftrag übertölpelt hatte.

Die Nichtsnutzigkeit der mühsam zusammengesuchten Reformkinkerlitzchen ist noch heute erkennbar und lästig, obwohl nach zehnjähriger Weigerung die Kultusminister 2006 Änderungen zugestehen mußten. Der zu diesem Zweck gegründete „Rat für deutsche Rechtschreibung“ diente aber nur dazu, die ausgestiegenen Zeitungsverlage FAZ und Springer wieder einzufangen. Allein der „Geßlerhut“ der „Reform“, die neue ss-Regelung, die anstelle der zurückgestellten Kleinschreibung die Unterwerfung der Texte und ihrer Schreiber auf Anhieb erkennbar macht und die jetzt wie Giftgas in alle alten und neuen Texte dringt, durfte auf keinen Fall angetastet werden. Die ss-Regel ist die Hauptursache für die millionenfache Büchervernichtung, die Milliardenkosten und die Schaffung von Millionen Rechtschreibstümpern. Auch dafür wirkte der „Rat“ der Interessenvertreter.

Daß nun der „Rechtschreibfriede“ eingekehrt sei, ist eine selbstgefällige Täuschung des ehemaligen Kultusministers Zehetmair. In Wirklichkeit ist der Widerstand der Bevölkerung durch die Geiselnahme der Schulkinder und mit Hilfe der flächendeckenden Zwangsmissionierung durch die staatsgefällige Presse ausgehebelt worden. Jetzt macht sich Zehetmair schnell aus dem Staub, bevor man sich des unheilvollen 1. Julis 1996 erinnert. Die Mittelbayerische Zeitung meldet:


Sprache
Sprachfrieden nach Rechtschreibreform

Hans Zehetmair sieht als Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung langjährigen Streit um „Fuss oder Fuß“ beigelegt


23. Juni 2016 06:10 Uhr

München.Der langjährige Vorsitzende des Rates für deutsche Rechtschreibung, Hans Zehetmair (79), sieht den Sprachfrieden zum Ende seiner Amtszeit wiederhergestellt. „Ich wurde in die Fluten gestürzt bei hoher See und rauem Gewässer“, sagte Zehetmair, dessen Amt als Ratsvorsitzender an diesem Wochenende an Josef Lange übergeht, in München. „Ich bin dankbar und rechne es – bescheiden gesagt – zu meinem Erfolg mit dem Gremium, dass wir aus diesen wirren und schwierigen Situationen jetzt doch in ruhige Gewässer gekommen sind.“

Der ehemalige CSU-Politiker Zehetmair stand dem Rechtschreibrat seit der Gründung des Gremiums im Jahr 2004 vor und gilt als „Mister Rechtschreibung“. Zum zehnjährigen Bestehen des Rates 2014 hatte er seinen Rückzug für Ende 2016 angekündigt.
Die Rechtschreibreform von 1996 hatte zu leidenschaftlichen Debatten geführt. Jahrelang tobte ein Streit um die richtige Schreibweise von Delfin oder Delphin, Fuss oder Fuß, Dampfschifffahrt oder Dampfschiffahrt. Der Rechtschreibrat sollte den „Sprachfrieden“ wiederherstellen. Am 24. Juni will der Rat Lange in Vaduz (Liechtenstein) zum neuen Vorsitzenden wählen.

mittelbayerische.de 23.6.2016

Zehetmair war sich sicher bewußt, daß mit seinem Satz „... bei hoher See und rau(h)em Gewässer“ die Presse die kulturbanausische Amputation des „h“ im Wortstamm „rauh/rauch“ demonstrativ vorführen wird. Die wird jedoch noch längst nicht von allen befolgt, steht aber im ebenso kulturlosen Duden als „amtlich“. Man wird sehen, welche Zeitungen das „h“ wieder einfügen. Die FAZ hatte es versprochen.

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Sigmar Salzburg
09.05.2016 13.57
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Augsburg

Wer liest, hört die Stimme des Autors
Auftakt der Lesewoche in der Schillerschule mit Friedrich Denk vor Achtklässlern
Von Gerlinde Knoller

Er ist beseelt von seiner Mission: Das ist spürbar, wenn Friedrich Denk (73) vor Schülern von seiner Leidenschaft, dem Lesen, spricht. Der Besuch Denks vor zwei achten Klassen des M-Zweigs bildete den Auftakt der Lesewoche an der Lechhauser Schillerschule. Auf Initiative der Lehrerin und Kinderbuch-Autorin Heidemarie Brosche sollte den Schülern auf verschiedene Weise Geschmack auf das Lesen gemacht werden. Der ehemalige Gymnasiallehrer Friedrich Denk, manchen vielleicht noch in Erinnerung als federführender Kritiker der Rechtschreibreform, ist auch selbst Autor. „Wer liest, kommt weiter“, heißt eines seiner jüngsten Bücher.

Täglich neue Akzente

„Die Lesekultur unter jungen Leuten ist nicht sehr ausgeprägt“, weiß Heidemarie Brosche. Auch die Klassleiter der beiden achten Klassen, Kathrin Mecklinger-Schmid und Heinrich Greiner, gehen davon aus, dass nur 10 bis 15 Prozent ihrer Schüler Zeitungen, Zeitschriften oder Bücher lesen. Genau dafür sollte die Lesewoche an der Schillerschule mit täglich neuen Akzenten sensibilisieren.

Friedrich Denk kann es mit den Schülern – sie sind konzentriert, aufmerksam und machen lebhaft mit. Denk lässt sie aufhorchen, als er ihnen „die reichsten Männer der Welt“ vorstellt, Bill Gates, Mark Zuckerberg und den Apple-Gründer Steve Jobs. Sie hätten zwar ihr Vermögen mit der vernetzten Welt und der dafür nötigen Technologie gemacht, selbst hätten sie jedoch größten Wert aufs Lesen gelegt. Und dies auch ihren eigenen Kindern vermittelt. „Steve Jobs wusste, dass seine Geräte verführerisch sind“, meinte Friedrich Denk. Nicht umsonst habe er den „angebissenen Apfel“, das Symbol für die Verführbarkeit des Menschen seit dem Sündenfall, als Markenzeichen gewählt. Wer nur seine Informationen aus dem Netz beziehe, so Denk, werde verführbar durch diejenigen, die an den Nutzern, sprich auch den jungen Leuten und ihrem Geld, verdienen wollen.

All die Vorteile aufgezählt

Beim Bücherlesen sei das anders, meinte Denk und zählte den jungen Leuten all die Vorteile des Lesens auf: Wer lese, übe das genauere Sehen ein. Schreiben lerne man nur, wenn man die Worte vorher gelesen habe. So lassen sich beispielsweise schwierige Namen leichter merken. „Ihr könnt besser sprechen und zuhören, wenn ihr lest“, versicherte Denk den Schülern. Beim Lesen eines Buches sei man automatisch aufmerksamer. „Du hörst die Stimme des Autors.“ All das, dazu Wissen und Erkenntnis, werde einem durch das Lesen mitgegeben.

Dass unter den Schülern durchaus aufmerksame Leser zu finden sind, zeigte sich, als Friedrich Denk auf den Lesestoff zu sprechen kam...

Weiter in augsburger-allgemeine.de 8.5.2016

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Sigmar Salzburg
24.02.2016 12.08
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„Reform“: Rauhaardackel, aber nicht Ziehaarmonika

Wer wird Millionär
Stefan Krumme wird ein „H“ zum Verhängnis

Es war definitiv nicht der Abend von Stefan Krumme. Beim Zocker-Spezial von „Wer wird Millionär?“ erwischte ihn eine Rechtschreibfrage auf dem falschen Fuß und kegelte ihn aus dem Rennen, bevor es in die heiße Phase ging. Ein „H“ wurde ihm zum Verhängnis...


Als Stefan Krumme bei der 4.000-Euro-Frage angekommen war, wollte Moderator Günther Jauch wissen: „Florian Silbereisen spielt gerne auf seiner...?“ – A) Ziehamonika, B) Zieharmonika, C) Ziehharmonika, oder D) Ziehhaarmonika?“ „Uff, ich bin mit der alten Rechtschreibung aufgewachsen“, konstatierte der IT-Spezialist. A) und D) konnte er immerhin sofort ausschließen. Zwar war er nicht sicher, ob in das Wort nun ein oder zwei „h“ gehören, tendierte aber zu B).

Um nicht schon so früh alle Joker einzubüßen, ging Krumme volles Risiko und folgte seinem Bauchgefühl. Das trog allerdings: Ziehharmonika schreibt man tatsächlich, egal ob alte oder neue Rechtschreibung, mit Doppel-„H“. Antwort C) wäre richtig gewesen. Ohne einen einzigen Joker genutzt zu haben, fiel der frühere Investment-Banker auf die zuvor erreichte Sicherheitsstufe zurück und musste sich mit 1.000 Euro begnügen...

t-online.de 24.2.2016

„Erleichterung“: Seit der „Reform“ werden Rauhhaardackel und Ziehharmonika unterschiedlich behandelt.

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Sigmar Salzburg
20.12.2015 06.20
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Lügenpresse

„Anzeigenblätter“ hetzen schlimmer als BILD:

Wann wird der Adolf Hitler 2.0 (Björn Höcke) endlich aus der AfD geschmissen?
...
Ein Klares NEIN gegen diese braune Erfurter Kakerlake.

lokalkompass.de 13.12.2015

[Wikipedia „Anzeigenblätter“] Mit „Lokalkompass.de“ haben die WVW-Anzeigenblätter im April 2010 eine eigene Bürger-Community gestartet. Auf der Plattform berichten Bürger aus dem Kerngebiet von NRW... Entstanden ist die Plattform als White-Label Lösung des Bürgerreporter-Portals „myheimat.de“ mit Unterstützung von WAZ NewMedia[5]. WAZ NewMedia ist als Tochter der WAZ-Mediengruppe für deren Online- und Mobil-Aktivitäten verantwortlich.
wikipedia


Zur Erinnerung:
Hitler – Initiator WKII, 60 Millionen Tote, 6 Millionen Zivilmorde
Höcke – harmlose Spekulation zur afrikanischen Vermehrung

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Sigmar Salzburg
13.12.2015 13.43
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Lügenpresse

FOCUS:
Mit Wasserwerfern und Reizgas gegen Vermummte
„Offener Straßenterror“ bei Neonazi-Demo in Leipzig: 40 Polizisten verletzt

In Leipzig demonstrieren an diesem Samstag Rechtsextremisten und zahlreiche Gegendemonstranten. Linke warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper – und attackierten die Polizei. 40 Beamte wurden verletzt. „Das ist Straßenterror“, sagt der Oberbürgermeister.
focus.de 12.12.2015

WELT:
Krawalle in Leipzig: „Das ist offener Straßenterror“
Rechte und Linke demonstrieren in Leipzig, es fliegen Steine und Böller. Vermummte attackieren die Polizei, 69 Beamte werden verletzt. Oberbürgermeister Jung äußert sich entsetzt
welt.de 12.12.2015

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Sigmar Salzburg
02.12.2015 17.51
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Baden Online - Mittelbadische Presse

Kolumne
Rechtschreibreform: Das faule Ei der Bildungspolitiker

Vor 20 Jahren wurde die Neuregelung beschlossen / Widerstand und Entsetzen bei den Sprachprofis

01. Dezember 2015

Gut gemeint und voll daneben. Eigentlich sollte die Sprache im Land von Heine, Hölderlin und Herder ein heiliges Gut sein. Terra incognita gewissermaßen, ein für unsensible Obrigkeit und simplifizierende Politbürokraten vollkommen ungeeignetes Terrain. Doch die Allmachtsphantasien vom Primat der Politik verführen offenbar immer wieder zu einem Reformeifer, der mitunter mehr Schaden als Nutzen verursacht.

So auch am 30. November 1995 bei der 274. Kultusministerkonferenz in Mainz. Unter dem Vorsitz der damaligen Präsidentin der Kultusministerkonferenz, der Hamburger SPD-Senatorin Rosemarie Raab, wurde ein fataler »Beschluss zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung« auf den Weg gebracht. Gegen diese Neuregelung der deutschen Rechtschreibung waren Sprachwissenschaftler, Rechtschreibkritiker und auch große Leitmedien Sturm gelaufen. Vergeblich.

Was hatte man da auch für ein faules Ei ausgebrütet. Die Delfine und die Fantasie verloren ihr »ph« und die ständige Schreibhürde beim »dass« und dem Relativpronomen »das« konnte auch durch die Entsorgung des »ß« nicht behoben werden. Was sich weitgehend sinnfrei Berufspolitiker ausdachten, führte nachweislich zu noch mehr Chaos und blankem Entsetzen bei den Sprachprofis, die nun das Elend nur noch beobachten, aber nicht mehr verhindern konnten.

Die wohl bitterste Bilanz kommt von Heike Schmoll, Bildungsexpertin und politische Korrespondentin in Berlin: »Ausgerechnet die Kultusminister haben Schülern gegenüber mit langfristigem Erfolg den Eindruck vermittelt, Orthografie sei weniger wichtig, Zeichensetzung weitgehend dem eigenen Stilempfinden überlassen. Inzwischen werden sie die Geister nicht mehr los und müssen feststellen, dass Kinder am Ende der Grundschulzeit nicht einmal die kulturellen Standardtechniken beherrschen.« So isses.

Auf Facebook kann man heute bestaunen, was die Obrigkeit ihren Untertanen für ein Sprachverständnis vermittelt hat. Zeichensetzung mit dem Salzstreuer, Schreibweisen à la Lautschrift, Gossenjargon bei Kommentaren und den im Netz weit verbreiteten Pöbeleien. Voll krass, ey!

Für bildungsferne Schichten war die Reform ohnehin so sinnvoll wie eine dreisprachige Ikea-Anleitung zum Aufbau eines Regals. Nix capito. Hans Zehetmair (CSU) stellte sich und der verantwortlichen politischen Klasse schon vor Jahren ein denkbar schlechtes Zeugnis aus: »Ich muss mir vorwerfen, dass ich als Kultusminister nicht frühzeitig die Reform in geordnete Bahnen gelenkt habe. Sprache ist nicht statisch, sondern ein lebendiger Prozess, ob man Friseur mir ö oder mit eu schreibt, wen soll das aufregen?«Zu spät. Durch die Wucht der Einwanderung wird die deutsche Sprache jetzt ohnehin die Reform der Straße zu spüren bekommen. Punkt und Komma können dann wohl in Rente gehen. Hauptsache, es bleibt noch Zeit für einen Kuss – mit Doppel-S.

Autor: Jürgen Stark

Jürgen Stark ist Autor, Musiker und Dozent und lebt in Ortenberg. Er schreibt regelmäßig Kulturkolumnen für die Mittelbadische Presse und gründete das Institut für kulturelle Kommunikation an der Hochschule Offenburg.

bo.de 1.12.2015

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Sigmar Salzburg
08.11.2015 08.28
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Merkelismus = Willkommenskultur + Betreutes Denken

AfD demonstriert in Berlin gegen die Flüchtlingspolitik
Etwa 5.000 Anhänger der Partei folgten dem Aufruf, unter ihnen auch erkennbare Neonazis

[meistgenannt 40 in fast allen Zeitungen (=0,8 Prozent)]
zeit.de 7.11.2015

Ein Leserkommentar:
DerZeesener#19 — vor 12 Stunden
ich komme gerade von der demo. die eindeutig rechtsradikalen unter den demonstranten der afd habe ich nicht gesehen... ein spruch ist bei mir hängengeblieben: in anlehnung an lenin war zu lesen:
'merkelismus ist willkommenkultur plus betreutes denken'.

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Sigmar Salzburg
09.08.2015 07.49
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Erlanger Nachrichten

Eine Reform mit Fehlern

Prof. Ickler zu zehn Jahren neue Rechtschreibung


Seit zehn Jahren gilt die neue Rechtschreibung. Nur Nordrhein-Westfalen und Bayern ließen sich mit der Einführung bis 2006 Zeit. Der Erlanger Germanist Prof. Theodor Ickler, einer der schärfsten Kritiker der Reform, sprach sich in seinen Veröffentlichungen wiederholt gegen die neue Rechtschreibung aus. Doch wie denkt er heute darüber? (Professor Ickler hat übrigens nach den alten Rechtschreibregeln geantwortet.)

Zehn Jahre neue Rechtschreibung – ist das Chaos noch größer als von Ihnen befürchtet?

Theodor Ickler: Von „Chaos“ habe ich nie gesprochen, auch nicht von „Weltuntergang“, wie uns unterstellt wird. Aber wir Kritiker haben vorausgesagt, daß die Reformschreibung, die von den bayerischen Schülern übrigens nicht seit zehn, sondern seit 19 Jahren befolgt werden muß, wegen ihrer Fehlerhaftigkeit nie funktionieren, sondern zu einer großen Verwirrung führen wird. Das ist eingetroffen.

Die neue Rechtschreibung wird nicht konsequent durchgeführt. Die Zeitung schreibt anders als die Schule und im Internet schreibt jeder wie er will. Wird die Sprache beliebig?

Theodor Ickler: Zeitungen und Verlage haben eigene Hausorthographien entwickelt – wie im 19. Jahrhundert, als es noch keinen Duden gab. Man kann der Neuregelung gar nicht konsequent folgen, ohne sich lächerlich zu machen. Die Reformer haben bis heute auch kein Wörterbuch vorgelegt, nur eine lückenhafte Wortliste, die noch zweimal verändert werden mußte. Im Internet gibt es durchaus sorgfältige Schreiber, so daß ich von dieser Seite keine Gefahr für die deutsche Sprache sehe.

Wie halten Sie es persönlich? Verwenden Sie die alte oder die neue Rechtschreibung?

Theodor Ickler: Natürlich die „alte“ (die aber eigentlich moderner ist als die reformierte). Fast alle deutschen Schriftsteller von Rang halten es ebenso und deshalb fordern wir jetzt auch, daß den Schülern keine Schreibweisen als Fehler angestrichen werden, die vor der Reform üblich waren und noch immer von allen guten Schriftstellern gepflegt werden. Warum sollen die Schüler ausbaden, was selbst Ex-Minister Zehetmair heute als großen Fehler der Politik brandmarkt?

RICARDA BARF

EN vom 5. August 2015, Seite 25

Anmerkung: Das Faksimile habe ich von Sprachforschung.org „entwendet“.

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Sigmar Salzburg
04.08.2015 14.28
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Neue Luzerner Zeitung Online

Rechtschreibrebell tritt wieder auf den Plan

RECHTSCHREIBUNG ⋅ Zehn Jahre nach Inkrafttreten der neuen Rechtschreibung an Schulen fordern Reformkritiker, die alte Rechtschreibung wieder durchgehen zu lassen. Der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair hatte die Reform kürzlich in der „Zeit“ für überflüssig erklärt.

Behutsame Änderungen der Schriftsprache seien zwar nötig, sagte Zehetmair dem Blatt. „Aber ob man Friseur mit 'ö' schreibt oder mit „eu“ – wen sollte das aufregen?“

Nun schlagen drei Reformgegner vor, „auch diejenige Rechtschreibung nicht als Fehler anzustreichen, wie sie vor der Rechtschreibreform 1996 in den Büchern allgemein verwendet wurde“. Das erklärten der Erlanger Germanist Theodor Ickler, Verleger Matthias Dräger und der als „Rechtschreibrebell“ bekannte Friedrich Denk aus Bayern am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die drei Gegner argumentieren auch mit alten Schreibweisen in Schullektüren von Werken etwa von Bertold Brecht oder Max Frisch, in denen noch alte Schreibweisen vorkämen. (sda/dpa)

luzernerzeitung.ch 31.7.2015 und ähnlich vaterland.li 31.7.2015

Bis auf rp-online wird diese Meldung von den bundesdeutschen Medien verschwiegen. Sie waren ja neben den Schülergeiseln nehmenden Kultusministern die wirkungsmächtigsten Mittäter bei der Erpressung des Volkes zur „überflüssigen Rechtschreibreform“ gegen seinen Willen.

Theodor Ickler gibt die nirgendwo vollständig abgedruckten Texte hier.

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Sigmar Salzburg
04.08.2015 06.05
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Doch Lügenpresse und Propagandafunk?

Zur Meldung des Elternvereins S-H:

Die Medien verschweigen fast ausnahmslos den Aufruf der Reformkritiker Ickler, Denk und Dräger, die klassische Rechtschreibung in den Schulen nicht als Fehler zu werten.

Dabei haben am 30.8.2015 bis 14 Uhr beim Bayerischen Rundfunk 89 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage der Antwort zugestimmt:


War die Rechtschreibreform nötig?

Nein, der immense Aufwand für alle Beteiligten ist nicht gerechtfertigt. Außerdem wird ein Stück Kulturgut vernichtet.


Die Kultusminister zerstören weithinwirkend Kulturgut, wenn sie vorbildhaft mit der Fehlerkeule auf Schüler einschlagen lassen, die „Quentchen“, „Tolpatsch“ oder „behende“ schreiben, weil sie es so in der guten Literatur gelesen haben oder weil interessierte Lehrer etwas über die Wortherkunft und Bedeutung erzählt haben.

Die Schriftsteller Günter Grass, Walter Kempowski und Harry Rowohlt hatten sich schon vor zehn Jahren einem gleichartigen Aufruf angeschlossen:


Klassisch schreiben heißt richtig schreiben,
das muß auch an unseren Schulen so bleiben.


Günter GrassWalter KempowskiHarry Rowohlt

Klassisch schreiben heißt richtig schreiben.

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Sigmar Salzburg
30.07.2015 12.31
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Der Duden-Chef findet eine Erleichterung

Rechtschreibung

Duden-Chef erklärt die häufigsten Rechtschreibfehler der Deutschen

Die Rechtschreibreform wurde 1996 eingeführt und 2005 überarbeitet. Welche Fehler die Deutschen machen, erklärt der Leiter der «Duden»-Redaktion, Werner Scholze-Stubenrecht.


Die Rechtschreibreform trat 1996 in Kraft. Vor zehn Jahren wurden noch einmal überarbeitete Regeln an Schulen eingeführt. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Scholze-Stubenrecht: Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat eine Arbeitsgruppe «Schulen». Die berichtet, dass es Lehrer im einen oder anderen Fall noch schwierig haben, mit den neuen Regeln klarzukommen. Im Großen und Ganzen scheint das aber gut zu funktionieren. Die Diskussion ist ziemlich eingeschlafen¹.

Haben sich die Deutschen also weitgehend umgewöhnt?

Scholze-Stubenrecht: Die Jüngeren haben überhaupt kein Problem mehr damit*. Man muss bedenken, dass es keine Schuljahrgänge mehr gibt, die noch nach alten Regeln unterrichtet werden. Die meisten wissen, dass man Mikrofon mit «ph» oder mit «f» schreiben kann – und es ist ihnen ziemlich egal, dass das früher nur mit «ph» erlaubt war.

Seit der Rechtschreibreform sind in vielen Fällen mehrere Varianten erlaubt. Ist das wirklich hilfreich?

Scholze-Stubenrecht: Wir Wörterbuchmacher hätten es lieber, wenn möglichst viel Einheitlichkeit herrscht. Wir haben auch den Eindruck, dass diejenigen, die den Duden kaufen, lieber nur eine Möglichkeit haben wollen. Je eindeutiger, desto besser.

Ein Beispiel ist «dir» oder «Dir» (alt). Wie halten Sie es da?

Scholze-Stubenrecht: Ich halte mich an die alte Regelung. Es sieht ein bisschen höflicher aus. Aber es ist in der Tat so: Vor der Reform musste es groß geschrieben werden. 1996 hat man gesagt, das muss klein. Inzwischen ist beides erlaubt.

Welche Fehler werden noch häufig gemacht?

Scholze-Stubenrecht: Ein Beispiel ist der Ausdruck «kopfstehen». Der wurde vor der Reform in einem Wort geschrieben. Danach hat man es in zwei Wörtern geschrieben, also «Kopf stehen». 2006 hat man das aber wieder zurückgedreht. Das hat nach unserer Beobachtung aber keine große Wirkung gehabt. Die meisten schreiben es weiter in getrennter Form.²

Was sind denn generell gängige Fehler?

Scholze-Stubenrecht: Ein Beispiel ist das Wort «brillant». Das wird gerne mit einem «i» nach dem «ll» geschrieben.³ Bei «Gratwanderung» sind sich nicht alle der Tatsache bewusst, dass der Grat auf einem Berg gemeint ist – also mit «t» geschrieben wird.

Wenn man sich Kommunikation bei WhatsApp und Co anschaut, hat man den Eindruck, Rechtschreibung verliert an Bedeutung. Ist das so?

Scholze-Stubenrecht: Es ist so, dass man bei bestimmten Textsorten gerade in der digitalen Welt den Eindruck hat, manchen ist es nicht mehr besonders wichtig. Insgesamt ist diese Kommunikation eher der M[!]ündlichen angenähert. Daher spielt die Orthografie eine untergeordnete Rolle. Im geschäftlichen Rahmen wird darauf aber durchaus noch Wert gelegt.

Hat uns die Rechtschreibreform das Leben nun leichter gemacht?

Scholze-Stubenrecht: Ich persönlich habe es in bestimmten Bereichen als Erleichterung empfunden. Früher hat man zum Beispiel «Auto fahren» getrennt und «Rad fahren» in einem Wort geschrieben. Jetzt wird das gleich behandelt und beides getrennt. Ich persönlich hätte aber mit etwas weniger Aufwand und etwas weniger Änderungen gut leben können.

Werner Scholze-Stubenrecht wurde am 30. August 1948 geboren. In Frankfurt am Main studierte er Germanistik und Anglistik. Die «Duden»-Redaktion leitet er seit 2010. Seine thematischen Schwerpunkte sind unter anderem Orthografie und Sprachberatung. dpa

augsburger-allgemeine.de 30.7.2015

¹) nicht „eingeschlafen“, sondern verpönt, weil ineffektives Schimpfen nervt.
²) Blödsinn ist eben einprägsamer.
³) diese Volksetümologie hatte Augst übersehen.


Nachtrag: Theodor Ickler, Sprachforschung.org, trifft es zielgenau:

Scholze-Stubenrecht hält die Rechtschreibreform für einen schädlichen Unsinn, darf es aber nicht sagen...

Freilich haben die Jüngeren „kein Problem“ mit der Rechtschreibreform, sie haben ein Problem mit der Rechtschreibung, hinter dem die Reform einfach verschwindet. Es kann eigentlich nur die s-Schreibung gemeint sein, und da werden, auch und gerade von Erwachsenen, unvergleichlich mehr Fehler gemacht als vor der Reform.


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