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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
07.04.2016 18.38
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Andreas Wagner

Arrival of the Fittest
Solving Evolution's Greatest Puzzle


Andreas Wagner, Österreicher mit US-Pass, ist Professor für Evolutionäre Biologie an der Universität Zürich. Gerade ist die deutsche Fassung seines im Fachmagazin «Nature» gelobten Buchs erschienen: «Arrival of the Fittest – Wie das Neue in die Welt kommt».
[...]
Wagner: Einige Physiker sagen: Mathematik ist die Sprache, in der Gott das Universum geschrieben hat. Andere denken, das Universum sei eine zufällige Anhäufung von Partikeln, die ohne Sinn miteinander kollidieren, und dass dieses Aneinanderstossen über 13 Milliarden Jahre die Welt erschaffen hat. Ich bin Agnostiker. Ein Gott muss nicht involviert sein, und ich habe keinerlei Hinweise, dass es ihn gibt.

Beobachter: Sie operieren in Ihrer Forschung mit 
riesigen Zahlen und in der unvorstellbar grossen Zeitspanne der Evolutionsgeschichte. Deprimiert Sie im Angesicht dessen die kurze Lebenszeit von uns Menschen?
Wagner: Ich und Sie, wir werden zum Genpool unserer Art sehr wahrscheinlich nichts beitragen, das die nächsten 1000 oder gar Millionen Jahre überdauert. Die Chance, dass etwas von uns bleibt, ist nahezu null. Sorry, so ist es leider.
[...]
Beobachter: Wie ist das Biotop Schweiz für 
einen Forscher, der aus den USA 
zugewandert ist?
Wagner: Im Vergleich zu den USA sind Infrastruktur und Forschungsfinanzierung in der Schweiz unvergleichlich gut. Als ich 2006 nach Zürich kam, beantragte ich Geld für ein sehr theoretisches Thema, sehr rechnergestützt, beim Schweizerischen Nationalfonds. In den USA wäre das damals nicht 
möglich gewesen. Die Schweiz spielt in einer ganz anderen Liga, wenn es um die Finanzierung von gewagten Projekten etablierter Forscher geht – hohes Risiko, hoher Ertrag.

Beobachter.ch

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Sigmar Salzburg
13.02.2016 16.58
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„Kurze Geschichte der Gegenwart“

Lehrbuch für die Ungewissheiten von heute

Digitalisierung, Gleichstellung oder Klimawandel: Der Historiker Andreas Rödder nimmt seine Leser mit auf einen Crashkurs durch die Probleme der Gegenwart und wagt dabei auch einen Blick in die Zukunft...


„Meine historische Erfahrung ist, jedenfalls lese ich die Geschichte so, eine Idee wird immer dann gefährlich, wenn sie sich von den Realitäten löst. Das gilt natürlich für die klassischen Ideologien, die totalitären Ideologien oder Fundamentalismen. Das gilt aber auch für Dinge, die uns viel näher sind. Das beobachten wir zum Beispiel bei der Herrschaft des Marktes oder der Idee einer immer engeren Union der Völker Europas in der Schuldenkrise, das beobachten wir beim Gender Mainstreaming und der Gleichstellung bis hin zur Rechtschreibreform.“

Andreas Rödder: 21.0 Eine kurze Geschichte der Gegenwart. C. H. Beck Verlag,

deutschlandfunk.de 8.2.2016

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Sigmar Salzburg
04.11.2015 10.41
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Buch: „Abermals krähte der Hahn“

„Dieses Buch war die entscheidende Wende in meinem Leben“
OBERWESEL. (hpd) Karlheinz Deschners unverzichtbares Meisterwerk „Abermals krähte der Hahn“ wurde vor Kurzem vom Alibri-Verlag neu herausgegeben. Der hpd sprach mit Herbert Steffen, Vorstandsvorsitzender der Giordano-Bruno-Stiftung, über das Buch und welche Rolle es in seinem Leben spielt.
hpd.de 30.10.2015

Eine Leseprobe gibt es nicht, aber das Inhaltsverzeichnis:

Erstes Buch – Die Evangelien und ihr Umkreis
1. Die Bestreitung der Geschichtlichkeit Jesu
2. Die Naherwartung des Endes – die große Täuschung der Urchristenheit
3. Die Entstehung des ältesten Evangeliums und seiner vermehrten und verbesserten Auflagen Matthäus und Lukas
4. Die Vergottung Jesu oder Wie verbesserten Matthäus und Lukas den älteren Markustext?
5. Das Johannesevangelium
6. Weitere Steigerungen der Jesusgestalt
7. Wunder waren zur Zeit Jesu üblich
8. Alle Jesu zugeschriebenen Wunder wurden schon in vorchristlicher Zeit vollbracht
9. Buddha und Christus
10. Asklepios, Herakles, Dionysos – die heidnischen Vorbilder für den christlichen Gottessohn
11. Der Mithraskult und das Christentum
12. Der Herrscherkult und sein Einfluss auf das Neue Testament
...
alibri-buecher.de

Es scheint, daß der Text in das „leichter erlernbare“ Dass-Deutsch umgestrickt wurde. Zum Glück besitze ich noch die Erstausgabe – seit 53 Jahren.

Nachtrag: „Für die Neuausgabe wurde das Buch komplett durchgesehen und um einige Fehler bereinigt. An wenigen Stellen wurde behutsam eine sprachliche Modernisierung vorgenommen.“ GBS-Newsletter 9.11.2015

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Sigmar Salzburg
20.10.2015 11.39
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Nachtrag zu Hamed Abdel-Samads „Mohamed“

Inzwischen habe ich das Buch ganz gelesen und einige interessante Einzelheiten dazugelernt. „Gräuel“ kommen im Buch nicht vor, nur zweimal werden herkömmliche „Greuel“ erwähnt, obwohl es an Massakern nicht mangelt. ’Uthman war „einer der Ersten“ (im Stamm?), die der Lehre Mohammeds gefolgt waren. Mohammeds Tochter Zainab brüskierte ihren Vater „aufs äußerste“, als sie die Scheidung von ihrem nichtmoslemischen Ehemann verweigerte.

Gleich nach dem Erscheinen des Buches war auch eine Rezension in der FAZ zu lesen. Abdel-Samad schrieb dazu auf Facebook:

„Früher hätte ich mich über solche Rezensionen geärgert. Heute schmunzele ich nur dazu.... Ich lade Herr Hermann zu einem öffentlichen Gespräch über Mohamed ein, um zu sehen wer von uns beiden sich besser auskennt in der Geschichte des FrühiIslams ... Das gilt für alle anderen Mitglieder der Zunft der Islamwissenschaft, die seit Jahren Mohamed und den Islam romantisieren und verklären, und sich nun über mein Buch aufregen!“ facebook.com

Udo Ulfkotte sieht eine kompetente Bestätigung seiner eigenen Ansichten und Studien. kopp-verlag.de 17.10.2015

Am 8. Oktober war Abdel-Samad in Travemünde. Die AfD-SH berichtet darüber:


Meinungsfreiheit ist wichtiger denn je!“ – so begann der ägyptische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad seinen Vortrag über den Islam. Dabei ging er an die Wurzeln dieser Religion, die gerade in diesen Zeiten der Masseneinwanderung für tägliche Schlagzeilen sorgt. Denn in seinem Buch „Mohamed – eine Abrechnung“ begeht der Autor nichts weniger als einen Bildersturm. Nicht Gott habe den Koran verfaßt, sondern der zutiefst verunsicherte Mensch Mohamed aus einer Lebenskrise heraus. Dass diese Sichtweise bei vielen gläubigen Muslimen für Proteste sorgt, mag verständlich sein...“
afd-schleswig-holstein.de 8.10.2015

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Sigmar Salzburg
15.10.2015 10.00
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„Geheimnisvoller DDR-Doktor“ (Focus)

Mark Benecke,
Seziert
Das Leben von Otto Prokop

Das Neue Berlin
ISBN 978-3-360-02166-3
304 Seiten, 12,5 x 21,0 cm
mit zahlr. Fotos
geb. mit Schutzumschlag
19,99 €

[Verlagsnotiz:] Er obduzierte ca. 50000 Leichen, war charmanter Redner und streitbarer Verfechter der reinen Wissenschaft: Otto Prokop. Der Star-Kriminalbiologe Mark Benecke untersucht das bemerkenswerte Leben von Prokop, der Koryphäe der deutschen Gerichtsmedizin. Er wirft überraschende Schlaglichter auf eine Biografie zwischen Forensik, politischer Verstrickung und Privatleben und gewährt kenntnisreich Einblicke in eine der spannendsten Entwicklungsphasen der Rechtsmedizin.
das-neue-berlin.de

Das Buch ist schon vor zwei Jahren erschienen und wurde bei Focus.de treffend beschrieben.

Otto Prokop hatte nach seiner Tätigkeit in Bonn mitten im Kalten Krieg 1957 eine Professur an der Ostberliner Humboldt-Universität übergenommen. Er wurde aber auch im Westen durch seine Gutachten in spektakulären Kriminalfällen berühmt. Seinen Kampf gegen Aberglauben und Quacksalberei habe ich seit meiner Schulzeit in seinen kleineren Schriften verfolgt. Daher dauerte es zwei Jahre, ehe ich mich überwinden konnte, mir die Biographie zu besorgen, die sich schon in einer Kapitelüberschrift dem Diktat der Rechtschreibquacksalber unterwirft: „Der raue Wind der Wirklichkeit“. Selbst Dokumente zitiert der Kriminologe Benecke verfälschend in Reformschreibung. Zum Glück lassen die zahlreich beigegebenen Fotos meist das Original erkennen.

Bemerkenswert ist auch, daß der vielgeehrte Prokop nach der „Wende“ von 1000 Euro Rente leben mußte. Er hatte wohl zu sehr seine parteiliche Unabhängigkeit und Unbestechlichkeit herausgestellt – so sehr, daß sogar der atheistische Staat meinte, seine Religionskritik unterdrücken zu müssen. Heute beherrschen rachsüchtige Reconquistatoren und Verfechter der Aberglaubens- und Pseudowissenschaften das akademische Feld.

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Sigmar Salzburg
30.09.2015 10.21
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Empfehlenswert

Hamed Abdel-Samad

Mohamed
Eine Abrechnung


Droemer – 1. Oktober 2015
Gebundene Ausgabe 240 Seiten, 19,99 Euro

Das Buch ist in der „leichter erlernbaren“ Reformschreibung erschienen. Besonderheiten sind mir noch nicht aufgefallen. Der Name des Propheten ist wohl entgegen europäischer Gewohnheit nur mit einem m geschrieben, weil die Verdopplung im Arabischen nicht als Buchstabe erscheint, sondern nur bei Vokalisierung durch ein Taschdid (Verdopplungszeichen) angedeutet wird.

Es gibt von dem Buch schon eine Rezension im „Spiegel“, vor der nur gewarnt werden kann. Das abgesunkene Niveau der Spiegelautoren war wohl noch nicht niedrig genug, so daß man den taz-Schreiber Daniel Bax bemüht hat. Er beginnt gleich unter der Überschrift „Religionskritik nach Pegida-Art“: „Selbst ein Hitler-Vergleich fehlt nicht.“ Der Deutsch-Ägypter Hamed Abdel-Samad „... liefert Argumente für den rechten Rand...

Was von Bax zu halten ist, hat Henryk M. Broder schon vor zwei Jahren auf seiner „Achse des Guten“ gesagt. Er erkennt ihm hinter Ekkehart Krippendorff und Jakob Augstein* den dritten Platz auf dem Siegertreppchen des hypothetischen „Internationalen Pulitzer-Preises für Dummheit und Ignoranz“ zu:

„Bax ist ein widerlicher Stinkefinger, Sesselpupser und Eckensteher, der bei der taz für den Nahen Osten zuständig ist.“

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Sigmar Salzburg
01.09.2015 13.46
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Orthographisch nicht empfehlenswert

Rüdiger Safranski
Zeit
Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen

Carl Hanser Verlag, 2015

Rüdiger Safranski veröffentlichte bislang in der traditionellen Kulturrechtschreibung. Gestern bekam ich sein neuestes Buch in die Hand, eine Kapitulationsurkunde. Ich schlug es auf und las:

„Doch das umwälzend Neue, das mit dem Namen Darwin verbunden ist, war die Vorstellung, dass die Arten und Gattungen nicht etwa nur nacheinander, sondern dass sie sich auch auseinander entwickelt hätten, über die Grenzen der Art und Gattung hinweg.“

Nun wissen wir es ganz genau. Seine Erläuterung der relativistischen Eigenzeit, wie in der Süddeutschen referiert, habe ich dann nicht mehr aufgesucht. Seit Augustin versuchen die Philosophen bei ihrer Betrachtung der Zeit, sich mit oberflächlicher Kenntnis der Naturforschung am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen. – Bisher nicht nachgewiesen: „Quantenmechanisch zerfallen auch Protonen.“ Auch der Rezensent der FAZ scheint mit dem Buch nicht recht zufrieden zu sein:

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2015
Eingehend, aber kritisch bespricht Rezensent Patrick Bahners Rüdiger Safranskis philosophischen Essay „Zeit“, der laut Untertitel aufzeigen soll, was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen. Der Kritiker setzt zunächst im sechsten Kapitel des Buches ein, in dem Safranski anhand der physikalischen Prinzipienlehre Newtons das „Problem einer leeren Zeit“ darzulegen versucht. Bahners attestiert nicht nur eine Verkürzung der Sachverhalte, sondern darüber hinaus auch eine Irreführung des Lesers, etwa wenn der Autor Newton als Deisten kennzeichnet. Überhaupt stellt der Kritiker in diesem Buch, dessen eigentliches Thema sein soll, wie das Nachdenken über die Zeit die Zeitnutzung verändert, einen erhöhten Hang zur Verallgemeinerung und Geläufigkeit fest: Die ausgiebig bemühten Zitate eines „Zirkels von Olympiern“, etwa Hofmannsthals Marschallin, Brechts Marie A., Goethes Faust, Hegel oder Alexander Kluge erscheinen dem Rezensenten nicht nur häufig aus dem Kontext gerissen, sondern schlicht falsch wiedergegeben.

perlentaucher.de

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Sigmar Salzburg
16.08.2015 01.13
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Utta Danella

Die Bestsellerautorin Utta Danella ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Seit ihrem Debütroman „Alle Sterne vom Himmel“ [1956] zählte Danella zu den auflagenstärksten deutschen Schriftstellerinnen.
faz.net 11.08.2015

Ich kenne keinen ihrer Romane. Der „Reform“ hat sie sich wohl nicht widersetzt, sonst wäre sie sicher hier erwähnt worden. Das meiste hatte sie schon vorher geschrieben, 50 Jahre lang. Der irre deutsche Unterwerfungswahn läßt aber kaum etwas ungeschoren, z.B.:

„Jacobs Frauen“,

1984 erstmals erschienen. Eine Leseprobe kriegen wir in der Kindle Edition, Ausgabe 2015, vom Heyne Verlag:

Aber Jacob war in Berlin geblieben, und Millionär wurde er gleichzeitig mit allen anderen Deutschen, als die Inflation ihrem Höhepunkt zustrebte. Von dem Hotel war er in eine Pension umgezogen, dann bewohnte er mit seiner Frau ein möbliertes Zimmer im Westen, eine Zeit lang wohnten sie geradezu fürstlich, sie verfügten über eine große Wohnung in Schöneberg ...

Der General ließ Jacob wissen, dass er diese blödsinnige Schreiberei unterlassen solle.

Eine Zeit lang hoffte er, Lettow-Vorbeck, der eine Brigade in Schwerin befehligte, werde sich für ihn verwenden und einen Posten für ihn finden, doch bereits im Sommer 1920 bekam Lettow sehr abrupt den Abschied, im Anschluss an den missglückten Kapp-Putsch...

Eine Zeit lang spielte Jacob Chauffeur bei einem reichen Schieber, eine relativ angenehme Stellung, die er jedoch verlor, als ihn wieder einmal Malaria packte...

Von den Dollars kaufte Madlon als Erstes ein Auto...

Der Großvater gab Jacob einige gute Ratschläge mit auf den Weg, dazu eine großzügige Summe, was erstaunlich war, denn im allgemeinen war er sehr sparsam...

Jetzt wurde er pathetisch, und Madlon lächelte spöttisch. Aber sie hatte ihn auf ihrer Seite, wieder und wieder aufs Neue...

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Sigmar Salzburg
26.07.2015 07.55
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„Arschlöcher – eine Theorie“

Der Philosoph Aaron James, der an der University of California in Irvine lehrt, hat eine Untersuchung zu einem Menschentypus vorgelegt, der gemeinhin als „Arschloch“ bekannt ist. Damit hat er den vulgär meist beleidigenden Begriff soziologisch-philosophisch definiert, so daß er künftig in der fachwissenschaftlichen Literatur unentbehrlich sein wird:

„Assholes – A Theory“
Doubleday (New York, 221 Seiten, 14,60 $)

Eine deutsche Ausgabe erschien 2014 im Riemann Verlag „Arschlöcher – eine Theorie“ (17,99 €). Die Übersetzung von Elisabeth Liebl ist (natürlich) in der Rechtschreibung gedruckt, die 1996 von einem theoriekonformen Gremium beschlossen wurde. James schreibt:

Unsere Theorie ist ganz einfach: Ein Mensch gehört zur Gattung Arschloch, wenn, und nur wenn, er sich in Beziehungen zu anderen Menschen systematisch Freiheiten herausnimmt, die einem tief verwurzelten Anspruchsdenken entspringen, das ihn für die Einwände anderer unempfänglich macht...

So etwas haben wir während der Rechtschreib„reform“ zur Genüge erfahren müssen. Zu ergänzen wäre: Diese Typen sind sich ihrer Macht bewußt und weiden sich an der Hilflosigkeit der ihnen Ausgelieferten. James diskutiert ihre Verantwortlichkeit, leugnet dabei aber die Existenz der weiblichen Form:

Wenn unsere Kultur männliche Neugeborene ... systematisch zu Arschlöchern macht, wie kann man dann den Erwachsenen für sein Arschlochtum verantwortlich machen? In diesem Fall scheint die Verantwortung voll und ganz bei der Gesellschaft zu liegen. Denn sie erlaubt der Geschlechterkultur diese maßgebliche Lenkung.

Die Verwerflichkeit des Arschlochs spiegelt also nicht den verworfenen Charakter der fraglichen Person wider, sondern die Verwerflichkeit einer Gesellschaft, die in rauen Mengen Arschlöcher hervorbringt. Üblicherweise zeigen wir mit dem Finger auf das individuelle Arschloch und geben ihm die Schuld. Aber ist das eigentlich fair? Ist das einzelne Arschloch nicht vielmehr ein unglückseliges Geschöpf, das in das Räderwerk der gigantischen kulturellen Arschlochproduktionsmaschinerie geraten ist? Vielleicht wäre da sogar ein Quäntchen Mitgefühl für das Arschloch angebracht – allerdings sollten wir es damit nicht übertreiben.

Für die deutsche Ausgabe ergänzte man peinlicherweise harmlose hiesige Beispiele, etwa einen Kölner Kardinal. Passender wären da doch wohl die sechzehn bekannten Assreformpolitiker gewesen oder die sechzehn, die die Rundfunkzwangsabgabe beschlossen haben und damit Millionen belästigen und erpressen.

NB: Selbstverständlich kann Deutschland auf diesem Gebiet der Theorieentwicklung mithalten.

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Sigmar Salzburg
17.06.2015 06.15
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Ein Blick in Deutschlands Zukunft

Herwig Birg
Die alternde Republik
und das Versagen der Politik

Eine demografische Prognose

LIT Verlag
Berlin-Münster-Wien-Zürich-London 2015
ISBN 978-3-643-12827-0
Gebundene Ausgabe
EUR 34,90



Herwig Birg

Udo Ulfkotte rezensiert bei Kopp, u.a.:

Professor Herwig Birg ist in Deutschland der Begründer der Bevölkerungsforschung. Jedes Entwicklungsland hat an den Universitäten mehrere Lehrstühle und Forschungseinrichtungen für Bevölkerungsforschung, weil die Thematik untrennbar mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen eines Landes verknüpft ist. Nur Deutschland ist das einzige Land der Welt, welches auf Druck der Politik alle (früher drei) Institute für Bevölkerungsforschung geschlossen und durch [fast 250] Lehrstühle für Gender-, Schwulen und Transgenderstudien ersetzt hat. Deutsche Politiker brauchen offenkundig keine wissenschaftlichen Daten zur Bevölkerungsentwicklung.

Sie wissen, wie man auf die »Überalterung« der Gesellschaft reagiert und öffnen einfach die Grenzen, damit jene, die kein anderes Land haben will, bei uns eine Zukunft finden. Auf die Idee, dass Kinder der eigenen Bevölkerung die Zukunft eines Landes sind, ist in den letzten Jahren kein deutscher Politiker gekommen. Denn junge Familien zu ermuntern, Kinder zu bekommen, erinnert Politik und Medien in Deutschland an dunkelste Nazi-Zeiten. Wenn deutsche Familien Kinder bekommen, dann ist das irgendwie »rechts«. Politisch korrekt ist es heute, wenn Schwule und Transgendervertreter Kinder adoptieren und diese gendergerecht auf den ersten multikulturellen Tuntenball vorbereiten.

Professor Herwig Birg ... hat mit Die alternde Republik und das Versagen der Politik jetzt ein Sachbuch geschrieben, welches das bekannteste Werk zur Alterung der Gesellschaft (Das Methusalem-Komplott von Frank Schirrmacher) fachkundig zerreißt und uns dabei zugleich auch noch drastisch aufzeigt, wie wir mit Zuwanderung unsere eigenen Lebensgrundlagen zerstören. ...

Professor Birg prognostiziert uns ganz nüchtern den Zusammenbruch der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, weil es einen immer stärkeren Verteilungskampf geben wird. Wirklich spannend wird das Buch für mich im Kapitel »Der Einfluss von Geschlecht und Bildung auf die Lebenserwartung«. Der Wissenschaftler schreibt auf Seite 96, dass die Bildung eines Menschen zu »80 Prozent durch die Intelligenz bestimmt« werde, »die nach dem heutigen Kenntnisstand wiederrum zu 50 bis 80 Prozent genetische Ursachen hat«. Ich dachte, so etwas dürfe man heute nicht mehr schreiben und erinnerte mich beim Lesen dieser Passage an Thilo Sarrazin und an die Debatte um den Einfluss der Gene auf die Intelligenz eines Menschen...

Vor diesem Hintergrund skizziert Birg die durchschnittlich niedrige Bildung von Migranten, die eine extrem schlechte schulische und berufliche Bildung aufweisen und zu einem erheblichen Teil von Sozialhilfe leben (Seite 122). Die Schlussfolgerungen, die er daraus zieht, sind politisch ganz sicher nicht korrekt (Seite 125): »Der in Deutschland drohende Kulturabbruch durch die Einwanderung bildungsferner Bevölkerungsgruppen ist im Gegensatz zu einem wirtschaftlichen Rückschlag ein für Generationen irreversibler Vorgang. So wie es für eine Familie nichts Schlimmeres gibt, als wenn ihre Kinder ohne Ausbildung das Erwachsenenalter erreichen, so kann es für ein Land nichts Nachteiligeres geben, als die Einheimischen um vermeintlicher wirtschaftlicher Vorteile willen in großem Maßstab durch bildungsferne Populationen zu ersetzen.«...

Es gibt offenkundig keinen Wissenschaftler, der die Zahlen bestreitet – nur Politik und Medien ignorieren sie...
...
Was zu tun ist? Professor Birg gibt auf diese Frage schon auf Seite elf seines Buches eine Antwort. Dort zitiert er einen der ranghöchsten Vertreter der deutschen Wirtschaft, der ihm am Rande des Berliner Demographieforums gesagt habe: »In Deutschland lässt sich das Ruder nicht mehr herumreißen. Meine vier Söhne werden alle aus Deutschland auswandern.« Professor Birg findet es skandalös, dass unsere Wirtschaftselite so denkt. Und er entwickelt Ideen, wie man das Ruder noch herumreißen könnte. Im letzten Kapitel schlägt er beispielsweise vor, bei der Vergabe von Arbeitsplätzen, Eltern zu bevorzugen und Mütterquoten einzuführen (Seite 205). Aber wahrscheinlich glaubt er selbst nicht, dass er in Zeiten, in denen sich die Politik am liebsten um Gender-, Schwulen- und Transsexuellenproblemchen kümmert, außerhalb der wenigen noch normal denkenden Menschen, Gehör finden wird.

info.kopp-verlag.de 13.6.2015

Siehe auch hier.

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Sigmar Salzburg
27.01.2015 07.26
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O du lieber Augustin!

Nun habe ich das Buch von Hermann Detering: O du lieber Augustin. Falsche „Bekenntnisse“? (Alibri-Verlag) fast ganz durchgelesen. Es liest sich trotz der drögen Theologentexte flüssig und spannend, für einen am Thema Interessierten fast wie ein Krimi.

Detering weist durchaus überzeugend nach, daß die berühmten „Confessiones“ des im nordafrikanischen Thagaste geborenen (hl.) Augustin (354 – 430) mit hoher Wahrscheinlichkeit von Anselm von Aosta (1033 – 1109), besser bekannt als Anselm von Canterbury, verfaßt worden sind. Diese Schlußfolgerung aus den scharfsinnigen Text- und Stilvergleichen und der Würdigung der Zeitumstände hat nur einen einzigen Nachteil: In der überlieferten Literatur gibt es schon vor Anselm etliche Hinweise auf die „Confessiones“. Aber der Verfasser glaubt, daß sich diese Widersprüche bei genauerer Untersuchung des Alters dieser Dokumente auflösen würden (siehe hpd.de). Schließlich war das Mittelalter das Zeitalter der gottgefälligen Fälschungen.

Deterings Buch ist in der reformierten, „leichter lesbaren“ Rechtschreibung mit viel „ss“ gedruckt worden. Sonst fallen nur einige störende Großschreibungen (seit Langem, aber von weitem) und Worttrennungen am Zeilenende auf, ein Beweis für die völlige Nichtsnutzigkeit der „Rechtschreibreform“. Andere heute übliche Sprachverrenkungen finden sich in dem Buch themengemäß nicht – mit zwei Ausnahmen: Detering schreibt, daß sich Mutter Monnica unter den „KirchenbesetzerInnen“ befand (S.22). Wer dies als ironisch zeitkritisch versteht, findet wenig später anscheinend ernst gemeinte „TheologiestudentInnen“ (S.43).

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Sigmar Salzburg
16.01.2015 14.54
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Die ss-Afferei der „Reform“ wird uns noch ewig belästigen

Neuer Titel für Riemenschneider-Buch über verdienstvollen Heiligenstädter
Heiligenstadt (Eichsfeld). Vor einem Jahr, im Januar 2014, verstarb mit 74 Jahren der verdienstvolle Heiligenstädter Lehrer, Stadtführer und Autor Hermann Schüttel. Den Eichsfeldern und ihren Gästen hinterließ er mehrere Publikationen über Heiligenstadt, den Hülfensberg, den Kerbschen Berg und seine Schrift über Riemenschneider-Kunstwerke, die 1999 erschien.

Da Letztere vergriffen war, empfahl der Heiligenstädter Geschichts- und Museumsverein einen Nachdruck, für den allerdings eine Konkretisierung des Buchtitels und eine leichte inhaltliche Überarbeitung ratsam erschien. In der ersten Auflage von 1999 lautete der Buchtitel nur „Tilman Riemenschneider“, womit die Kenntnis von Heiligenstadt als Geburtsort des begnadeten spätgotischen Bildhauers um 1460 als selbstverständlich vorausgesetzt wurde...

Gern wandte sich Josef Keppler der Arbeit am Text seines geschätzten ehemaligen Lehrerkollegen Hermann Schüttel zu, aktualisierte die Rechtschreibung, ergänzte Einzelheiten und fügte neue Fotos hinzu...

thueringer-allgemeine.de 18.12.2014

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Sigmar Salzburg
05.01.2015 21.41
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Karaseks Woche

Megageil! Die Sprache wird immer größenwahnsinniger

Je weiter die Globalisierung fortschreitet und die Welt dadurch enger wird, umso marktschreierischer werden die Superlative, mit denen wir den nötigen Sprachlärm erzeugen zu müssen glauben.

Von Hellmuth Karasek

Alles ist megageil und supergalaktisch, aus dem „viel genannten“ wird der „meistgenannteste“, doppeltgemoppelt brüllt besser. Der Nürnberger Journalist Andreas Hock hat die Sprachsünden in seinem Buch "Über den Niedergang unserer Sprache“ (dass ich ein Vorwort dazu geschrieben habe, hindert mich nicht, das Buch zu erwähnen, da ich nicht an Verkauf und Gewinn beteiligt bin) auf die Goethe-Überschrift gebracht, indem er dem Olympier in den Mund schiebt: „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“

Achten Sie mal drauf, wie „der Einzigste“ um sich greift, neben dem bestbezahltesten Manager oder Banker und dem meistgesuchtesten Verbrecher ist es das öftest gebräuchlichste Wort...

Ein schönes Spiel hat sich Hock ausgedacht, indem er völlig veraltete, ehrwürdige Wörter mit modernem Slang koppelt, zum Beispiel den „Dienstmann“. Und das klingt so: „Räum dein Scheiß selber auf, bin doch nicht dein Dienstmann!“ Oder „zuvörderst“: „Halt's Maul, Alter, zuvörderst bin ich dran!“ Oder „Schmaus“: „Ey, nach dem Schmaus gestern hatte ich die ganze Nacht Sprühwurst.“ Muss ein megageiles, superkrasses Silvester gewesen sein, das, wie die Rechtschreibreform, „voll in die Hose“ ging.

morgenpost.de 4.1.2015

Wegen Karaseks Reformkritik auf Filzlatschen werde ich mir das reformierte Buch aber doch nicht kaufen!

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Sigmar Salzburg
03.09.2014 07.33
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Ruchlose Buchlose

Gestern abend besuchte uns ein Türke. Er erzählte, im Türkischen gebe es ein Schimpfwort, das hieße Kitapsiz, „Buchloser“ (v. arab. kitab, „Buch“). Sein Vater habe des öfteren Leute als „Buchlose“ beschimpft, obwohl er selber nur ein einziges Buch besaß, den Koran, den er aber nicht lesen konnte, weil der wie üblich auf arabisch gedruckt war.

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Sigmar Salzburg
18.08.2014 11.00
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Ein Buch, das heute aussortiert würde

Vor 65 Jahren verlieh ich ein Buch, das ich nie wieder zurückbekommen habe. Das habe ich immer bedauert, denn darin habe ich viel Wissenswertes zum ersten Mal gelesen. Zufällig fand ich jetzt ein gleiches in einem Altbuch-Angebot wieder und habe es mir kommen lassen:

F. L. Dunbar- von Kalckreuth
Von Tausend Dingen
Georg Dollheimer Verlag Leipzig 1937
400 Seiten

Heute würde solch ein dass-loses Buch aus jeder Schülerbibliothek entfernt werden. Es ist überdies in Fraktur gedruckt – was mir als Zehnjährigem nie Schwierigkeiten bereitete. Gesammelt sind darin Tausende von interessanten Notizen aus Wissenschaft, Kultur und Geschichte. Als es heute morgen eintraf und ich es aufschlug, war mir alles wieder vertraut. Manches hatte ich überhaupt nie vergessen, z.B.:

200 Weltsysteme.
Außer unserem Milchstraßen System, dem Andromedanebel und dem Magellannebel am südlichen Himmel sind noch etwa 200 andere Weltsysteme [ heute Billionen ] bekannt geworden, die nach den beiden Astronomen Hubble und Shaley über 100 Millionen Lichtjahre entfernt sind und die Form sogenannter Spiralnebel besitzen. Der nächste, die Weltinsel Andromeda, ist 870.000 Lichtjahre entfernt ... [ heute 2,5 Milliarden geschätzt ]

Atom und Kosmos.
Am Anfang der 92 Elemente, aus denen der Baustoff (die Materie) unseres Weltalls sich zusammensetzt, steht als leichtestes der Wasserstoff mit nur einem Elektron...
[ Notizen eines Vorbesitzers in Steno: „Element = Urstoff ...“ ]

Atomzertrümmerung, Umwandlung von Materie in Energie.
Viel wichtiger als das Ziel der Alchimie, Metalle zu verwandeln, ist für die künftige Entwicklung der Menschheit die theoretische Möglichkeit, beliebige Stoffe in Energie zu verwandeln; denn die Energie, die in den Atomen eines walnußgroßen Metallstücks vereinigt ruht, würde befreit genügen, um einen großen Ozeandampfer nach Amerika und wieder zurück zu bewegen. [ Der Beweis durch die Atombombe lag für mich vier Jahre zurück. ]

Der Mensch als Maß aller Dinge.
An Größe steht der Mensch genau zwischen dem größten aller Dinge, einem Spiralennebel dem kleinsten aller Dinge, einem Quantum ultravioletten Lichtes…

Wie viele Kinder kann ein Mann haben?
Es ist überliefert, daß König August der Starke von seinen vielen Freundinnen 350 Kinder erhielt…

Heilige tote Sprachen.
Oft führen tote Sprachen noch ein „geheiligtes Leben“ im religiösen Kultus fort. So lebte die nichtsemitische Sprache der Urbewohner Mesopotamiens, der Sumerer, im Gottesdienst der Babylonier, welche die sumerischen Gebete, Hymnen und Litaneien übernommen hatten, noch um Jahrtausende fort. Der Kult in sumerischer Sprache galt als besonders heilig. Schließlich bestand diese alte Sprache auch noch in spätassyrischer Zeit fort ...

Der größte Grammatiker.
Als der größte Grammatiker der Welt gilt der Inder Panini, der schon 300 v. Chr. alle Wurzeln des altaiischen [ind] Veda-Sanskrits mit größtem Scharfsinn und Genauigkeit verzeichnete. Seine Kunst der Wortvergleichung wird erst heute wieder erreicht.

Älteste Schriftstücke.
Aus dem Jahr 3000 v. Chr. stammt das älteste entzifferte Schriftstück, das in Uruk in Mesopotamien gefunden wurde. Es stellt eine Mischung aus Wort- und Silbenschrift dar...

Der älteste Roman.
Der älteste Roman ist die „Geschichte zweier Brüder“, der vor 3200 Jahren von einem thebanischen Schriftsteller Ennana, dem Hofbuchhändler des Pharao Merenptah, verfaßt wurde.

Der erste Journalist.
Der erste Journalist großen Stiles, wenn auch in übler Bedeutung des Wortes, war der aus Arezzo in Italien stammende Satiriker Pietro Aretino. 1542 beim Empfang des venetianischen Gesandten in Pesciera ritt Kaiser Karl V., als er Aretino erkannte, dem ersten Interviewer und Pamphletisten entgegen und ließ ihn zu seiner Rechten reiten. Diese scheinbar nur äußere Höflichkeit kennzeichnet doch die Macht des entstehenden Zeitungswesens. Europas stolzester Herrscher begriff damals schon den ungeheuren Einfluß der Feder auf die Politik.

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