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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Englisch, Anglisch und Njudeutsch
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Sigmar Salzburg
08.03.2016 05.29
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TV-Talk ...

… ein „Wort“, das es als Ganzes im Duden nicht gibt:

TV, das
Wortart: Substantiv, Neutrum
Wort mit gleicher Schreibung: TV (Abkürzung)
Worttrennung: TV
Lautschrift: [teːˈfa͜u] , auch: [tiːˈviː] 
1. Fernsehen
2. (umgangssprachlich) Fernsehgerät

Talk, der
Wortart: Substantiv, maskulin
Gebrauch: Jargon
Wort mit gleicher Schreibung: Talk (Substantiv, maskulin)
Aussprache
Lautschrift: [tɔːk] 
Herkunft
englisch talk, zu: to talk, talken

Nie gehört: „Tevau“ umgangssprachlich für „Fernsehgerät“

Mit der Kindersendung „tivi“ wird das „Wort“ aber schon in die Köpfe der Kleinen geimpft.

Ich weiß noch, wie man das damals völlig unbekannte Wort „Talk-Show“ für die erste derartig bezeichnete Fernsehsendung des NDR III erklären mußte. Hätte man man ein anderes gewählt, dann hätten wir dafür heute vielleicht ein vernünftiges deutsches Wort.

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Sigmar Salzburg
12.12.2015 08.47
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Teilmengen

Bei Sprachforschung.org fand ich den älteren Beitrag von Jan-Martin Wagner:

Im Firefox (und in anderen Bezügen von „teilen“ auch anderswo in der Online-Welt) stoße ich auf „Seite teilen“ und denke im Stillen „längs oder quer?“ – aber das ist leider nicht gemeint, sondern es kommt von to share. Also müßte es m. E. „Seite mit anderen teilen“ oder „Andere an dieser Seite teilhaben lassen“ heißen. Ist der Sprachwandel durch die Online-Kultur schon so weit gediehen, daß das kaum noch jemandem aufstößt?...

Genau das stört auch mich schon seit Jahren. Aber wo protestieren?

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Sigmar Salzburg
11.12.2015 16.39
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Saudische Integration scheitert an Geiz und Anglizismen

Spiegel-Online:

Auf sechs Spalten, ohne Foto, hebt der Text [der heutigen Anzeige in der FAZ] den Kampf des wahhabitischen Königreichs gegen radikalisierte Muslime hervor. Der aufmerksame Leser wundert sich, denn der Text kommt stellenweise in recht holprigem Deutsch daher. Offenbar haben die Verantwortlichen in dem steinreichen Öl-Land ausgerechnet bei der Übersetzung geknausert. [...]

Es wird ein „Rehabilitierungsprogramm“ vorgestellt, über das es heißt: „Dieses Programm umerzieht gewalttätige Extremisten und Extremismus-Sympathisanten durch intensive religiöse Debatten und psychologische Beratung.“ Leicht missverständlich wirkt im Schlussteil der Anzeige ein Satz, der offenbar einer englischen Version angelehnt ist: Die saudi-arabische Regierung sehe „Terrorismus als seriöse, laufende Bedrohung“ ...

spiegel.de 11.12.2015

Jetzt fehlt nur noch: Die saudi-arabische Regierung realisiere „Terrorismus als seriöse, laufende Bedrohung“

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Sigmar Salzburg
17.11.2015 15.38
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Bald auch Deutsch in englischer Lautschrift?

17. Nov. 2015
Für alle, die heute Abend im Wembley-Stadion mitsingen wollen: Die Journalistin und Buchautorin India Knight hat die Marseillaise in Lautschrift aufgeschrieben:

India Knight@indiaknight
I made a phonetic first verse & chorus of the Marseillaise for singers at #EngvFra https://t.co/EcL2dAzI0F

Ah-lonz uhn-fun dullah pahtree-ee-uh
Luh joor de alwahh ate arra-vay
Contra noo de lah tee-rah-neee-uh
Letten-dar son-glan tay lev-eh
[…]

spiegel.de 16.11.2015

Die nächste Version der Rechtschreib„reform“ wird wohl ebenso die englische phonetische Orthographie auf die deutsche Sprache übertragen und durch Kultusministerbeschluß für die Schulen verbindlich machen. Die Presse wird begeistert folgen, weil endlich wieder ein „deutscher Sonderweg“ verlassen wird.

Ganz neu ist das für mich nicht. In meiner Kindheit sah ich in einer Illustrierten Aufnahmen vom Dreh einer deutschen Version von Laurel und Hardys Filmen (Dick und Doof), bei der sie von Papptafeln die Worte ablesen mußten: „Wann haben Zee angeroofen?“ Deutsch konnten sie nicht, Synchronisation war auch noch nicht üblich.

Vielleicht geht die Entwicklung aber auch in eine ganz andere Richtung. Gestern entdeckte ich im Internet erstmalig die „Tagesschau“ auf arabisch:


تاغس شو

[taġs šū] ... das غ klingt eher wie ein gutturales r . Im Ägyptischen hätte man ج nehmen können – weil das ǧim dort wie g gesprochen wird.

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Sigmar Salzburg
06.08.2015 10.08
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Hadern mit den Hatern

Auf Anregung Ralf Stegners habe ich mir beim Tagesschau-Zwangsgebührensender Anja Reschkes Haßkommentar gegen die Haßkommentare im Internet durchgelesen:

facebook.com/panorama.de 5.8.2016

In den (zensierten) Kommentaren dazu scheint das Wort „Hasser“ inzwischen durch „Hater“ ersetzt zu werden:

• Wie und nach welchen Kriterien ist die Zuwanderung von Wirtschaftsflüchtlinge zu steuern? Jede Steuerung erfordert Regeln, die dann auch eingehalten werden müssen. Leider sind wir gefangen zwischen rechten Hatern und linken Naivlingen...

• Danke an Frau Rescke. Und Danke euch von Panorama- Manchmal glaubt man es gäbe nur noch Haters. Jeder der menschlich bleibt ist ein Lichtstrahl der Hoffnung.

Der Austausch des Wortes scheint auch sonst voranzukommen:

Lisa Wohlgemuth: Ansage an alle Hater
Intouch Online-30.07.2015

Mailflut nach Sexskandal: Anonymer Hater terrorisiert Spiess-Hegglin
20 Minuten-26.07.2015

Sixpack-Mama Sarah Stage: So süß disst sie ihre Hater!
Promiflash.de-20.07.2015

31.05.2015 – Die Hater stürzen sich bewusst auf bestimmte Personen oder Themen ...

28.04.2015 – An alle „Hater“: Schaut Euch das folgende Video aus dem Hause KIZ mal an ...

18.09.2014 – .... Sind die Hater verwirrte Einzelheinze oder ist das Netz bloß ein Ventil ...

16.06.2012 – Was im Einzelfall im Leben der Hater schief gelaufen ist ...

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Sigmar Salzburg
01.07.2015 07.50
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In Junge Freiheit:

Deutsche Welle wird „Die Dabbelju“
von Thomas Paulwitz


Neuer „Claim“ der Deutschen Welle Foto: dw.com

Die Verwandlung eines deutschen Fernsehsenders, der einst weltweit für deutsche Sprache und Kultur warb, in einen englischsprachigen Politkanal nimmt Formen an. Am 22. Juni ging „DW News“ auf Sendung, das rund um die Uhr vollständig in englischer Sprache – mit amerikanischem Akzent – ausgestrahlt wird. Im Gegenzug wird das deutsche Programm weitgehend abgeschaltet. Der Satellitenempfang einer deutschsprachigen Version ist nur noch in Asien und Nordamerika möglich.

Auch für das deutsche Restprogramm lautet der allgemeine Wahlspruch, von der Deutschen Welle natürlich „Claim“ genannt: „Made for minds“, also etwa: „für den Verstand gemacht“ oder „hergestellt für Denker“. Ohne Englischkenntnisse gibt es jedoch kein Verstehen. Die Sprache der Dichter und Denker ist offenbar nichts für den Verstand, wie ihn sich die Deutsche Welle wünscht. Man fragt sich, wo der Verstand der Verantwortlichen sitzt oder warum er ausgesetzt hat.

Amerikanischer Akzent
Intendant Peter Limbourg drechselt bereits, selbst wenn er (noch) Deutsch spricht, seine Sätze nach englischer Grammatik: „Wir glauben, das Interesse an Deutschland ist sehr hoch.“ ...

In Bonn auf englisch
Zur Eröffnung von „Die Dabbelju“ – so spricht sich der Sender selbst auf englisch aus – fand vom 22. bis 24. Juni in der Bundesstadt Bonn ein Kongreß statt, das „Global Media Forum“. Obwohl das Forum in Deutschland und mit hauptsächlich deutschen Teilnehmern stattfindet, sind sowohl Programm als auch Kongreßsprache Englisch. Die Netzseite wird in Englisch und nur in kleinen Bruchstücken in Deutsch angeboten.
Im Programmheft haben sich die Veranstalter und Förderer nicht entblödet, ihre Grußworte ausschließlich auf englisch zu schreiben. Es grüßen somit „Director General of Deutsche Welle“ Peter Limbourg, „Federal Minister for Foreign Affairs“ Frank-Walter Steinmeier, „Federal Minister for Economic Cooperation and Development“ Gerd Müller, „CEO of Sparkasse Köln-Bonn“ Artur Grzesiek und „Mayor of Bonn“ Jürgen Nimptsch. Grußworte von Nichtdeutschen gibt es nicht.

Mehr Distanz zum Geldgeber, der das ganze bezahlt – nämlich das deutsche Volk – geht nicht...

Mehr unter jungefreiheit.de 29.6.2015

Während also die herrschende Klasse das Deutsche global durch Englisch ersetzt, macht sie auf der unteren Ebene das Multikulti-Kiezdeutsch schul- und hoffähig und verstümmelt die Rechtschreibung. Dagegen wirken unsere Bemühungen um die deutsche Sprache (und noch mehr die der Sprachforscher) eher wie der zuversichtliche Starrsinn des angeblichen Luther-Zitats: „Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

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Sigmar Salzburg
27.05.2015 14.39
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Prof. Dr. Walter Krämer 27.05.2015

German Muschi by Christian Lindner

Mut hat er schon, mein Parteifreund und FDP-Chef Christian Lindner, mit seinem neuen Motto „German Mut“. Oder hat er nicht gewusst, dass mut im australischen Englisch Vagina bedeutet (populär auch übersetzbar mit einem anderen deutschen Wort, das so wie Mut mit M beginnt).

Das ist zwar nicht ganz so peinlich wie die Überschrift, mit der die schöne Domstadt Worms in einem Touristenprospekt einmal ihr altes Judenviertel vorstellte („Jewish Worms“), aber würdelos und missverständlich genug. Deshalb gönne ich ihm diese mediale Bauchlandung von ganzem Herzen. Genauso wie einem mittelständischen Fliesenleger und Bad-Ausstatter, der in einem teuer aufgemachten Werbeprospekt seine Dienstleistungen als „Bad design“ hoffte anpreisen zu können, oder die Deutschen Lufthansa mit ihrer Werbung für die erste Klasse („die first class“).

Darüber könnte man lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Denn dieses fast schon psychopathische Verpflanzen angelsächsischer Wortbrocken in deutsche Texte zeugt nur allzu deutlich von einem seltsamen Streben der selbsternannten Eliten unseres schönen Landes, ihre eigenen kulturellen Wurzeln subkutan als minderwertig darzustellen...

Kann man sich die öffentliche Entrüstung vorstellen, wenn ein englischer Politiker (oder – Gott behüte – gar ein französischer) eine positiv besetzte deutsche Vokabel in einem Wahlplakat platziert?...

Viele meiner ausländischen Freunde stehen sprachlos dem kulturellen Harakiri Deutschlands gegenüber, sie sehen dieses systematische Anstecken von fremden Federn genau als das an was es ist: als rückgratlose Verleugnung der eigenen Heimat und Kultur...

achgut.com 27.5.2015

Manche verleugnen auch nur die überkommene Kulturrechtschreibung.

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Sigmar Salzburg
27.03.2015 14.15
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Pimp dein Deutsch

Gepimpte Fotosynthese soll die Welternährung sichern

Im Jahr 2050 wird die Welt 9,5 Milliarden Menschen ernähren müssen ...*

Die Ertragssteigerung durch grüne Gentechnik ist die aussichtsreichste Strategie zur Zukunftssicherung der Welternährung, meinen Forscher. Als Lösung setzten Long und seine Kollegen auf die gentechnische Verbesserung der Fotosyntheseleistung der Kulturpflanzen. Dafür sei die Zeit nun reif, meint Long ...

Sind gepimpte Pflanzen die Lösung?

... „Wenn wir heute einen Durchbruch erreichen, wird sich der vermutlich erst in 15 Jahren auf die Felder auswirken“, so Long. „Wir müssen uns heute um das kümmern, was wir in 30 Jahren brauchen werden“, meint der Wissenschaftler. Doch sind gepimpte Pflanzen wirklich die beste Strategie für die Lösung der Ernährungsprobleme der Menschheit? Die Antwort sei hier dahingestellt. Klar ist: Das Konzept wird sicherlich bei vielen Menschen auf Ablehnung stoßen.

Quellen
Mitteilung der University of Illinois

wissenschaft.de 26.3.2015


Anders als im deutschen Text (Pimp your education) wird im englischen Original weder gepimpt noch gepimpert:

Latest News »
Report: Photosynthesis hack needed to feed the world by 2050

Plant biology professor Stephen Long and colleagues report on advances and challenges in improving plant photosynthesis.
illinois.edu news/15/0326photosynthesis

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Sigmar Salzburg
19.01.2015 22.25
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Nachgeschlagen

Glamour
From Scots glamer, from earlier Scots gramarye (“magic, enchantment, spell”).
The Scottish term may either be from Ancient Greek γραμμάριον (grammárion, “gram”), the weight unit of ingredients used to make magic potions, or an alteration of the English word grammar (“any sort of scholarship, especially occult learning”).
A connection has also been suggested with Old Norse glámr (poet. “moon,” name of a ghost) and glámsýni (“glamour, illusion”, literally “glam-sight”).

http://en.wiktionary.org/wiki/glamour
(Die deutsche Wikipedia verweist nur auf Peter Sloterdijk.)

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Sigmar Salzburg
05.01.2015 08.16
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+++ Der Morgen live +++

Apropos Sport: Japan streitet über das geplante neue Stadium für die Olympische_ Sommerspiele 2020, berichtet die New York Times. Der Entwurf von Star-Architektin Zaha Hadid erinnere an eine Schildkröte, wird ein Konkurrent Hadids zitiert. „Warum brauchen wir diesen weißen Elefanten“, zetert ein anderer.
spiegel.de 5.1.2015

Im Deutschen verwirrt die lateinische Form des Wortes „Stadion“.

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Sigmar Salzburg
13.12.2014 07.53
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Deutsche Stimme ohne Deutsch

"The Voice of Germany": Charley Ann Schmutzler singt sich zum Sieg
Deutschland hat eine Castingshow-Gewinnerin mehr: Die Siegerin der aktuellen Staffel von "The Voice of Germany" heißt Charley Ann Schmutzler, ihr Lied "Blue Heart".
spiegel.de 13.12.2014

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Sigmar Salzburg
30.08.2014 07.30
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Umstrittenes Selbstporträt:

Todesdrohungen für ein Auschwitz-Selfie

Den Tweet hätte sich Breanna sparen sollen: Die junge Amerikanerin machte in der Gedenkstätte Auschwitz ein fröhliches Selbstporträt, im Gedenken an ihren toten Vater...
Als „schlimmstes Selfie aller Zeiten“ wird das Foto mittlerweile bezeichnet, das ein Teenager aus dem US-Bundesstaat Alabama unter ihrem Twitter-Namen „Princess Breanna“ in die Welt schickte... Einen Monat war das Foto unkommentiert geblieben, dann brach der Shitstorm los...

Fotoshooting vor dem Holocaust-Mahnmal

Breannas Lächel-Selfie in Auschwitz, einem der entsetzlichsten Schauplätze des Holocaust, war unüberlegt, und sie ist nicht die Erste, die sich für Selbstporträts an geschmacklosen Orten Kritik einhandelt...
„Wir sehen recht häufig, dass Selfies gemacht werden“, sagt Bartosz Bartyzel, Sprecher der Gedenkstätte Auschwitz. „Manchmal direkt an der Todeswand, an der die Erschießungen stattfanden.“ ...
Eric Katzman, der beim „Marsch der Lebenden“ einmal im Jahr mit jungen Juden das ehemalige KZ besucht, meint: „Es ist unsensibel, an einem Ort wie Auschwitz Selfies zu machen.“ ...
spiegel.de 29.8.2014

Immerhin wird noch erwähnt, daß es um Selbstporträts geht. Noch vor einem Monat hätte ich sonst das mir bis dahin unbekannte Wort „Selfie“ unangenehm mißdeuten können. Schließlich passiert am Berliner Mahnmal ja auch alles mögliche.

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Sigmar Salzburg
25.08.2014 09.37
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Selfie und Selbstie



Von Trendmuffeln wie mir unbemerkt hat sich seit dem letzten Jahr ein neues Flippie-Wort für ein fotografisches Selbstbildnis oder Selbstportrait eingeschlichen: „Selfie“. In den deutschen Online-Medien ist es schon zwanzigmal häufiger als die beiden erstgenannten zusammen. Wenn man es bei Google News ohne Artikel sucht, erfaßt man auch die ganze englischsprachige Welt und findet schon acht Millionen, obwohl es dort nicht viel älter ist. Die abkürzende Infantil-Endung war ja im Englischen und Amerikanischen immer schon sehr beliebt. Nachdem kürzlich geklärt wurde, daß für ein „Affen-Selfie“ kein Urheberrecht besteht, können wir es wagen, ein solches hier zu veröffentlichen. Wenn wir es mit dem Bildnis einer anderen bekannten Persönlichkeit vergleichen, so fällt sofort die größere Offenheit und Ehrlichkeit des Blickes und die große Interessiertheit unserer äffischen Verwandten auf.

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Sigmar Salzburg
06.08.2014 09.44
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Kleine Zeitung:

Deutsch im Abverkauf

Hilferuf für die deutsche Sprache: Geschändet, mit wackeligem Pseudo-Englisch drangsaliert und recht chancenlos gegen „whatsappen“. Was uns dabei auffallen muss und was Deutsch noch bzw. wieder wert sein sollte. Von Thomas Golser.

Wer heute einen „Chocolate Chip Light Frappuccino mit Low-Fat Milk“ – selbstverständlich „to go“ – ordert, steht am Schalter. Am Abverkaufs-Schalter. Heute im Sonderangebot: Deutsch. Was eine der buntesten, anmutigsten und dabei doch präzisesten Sprache überhaupt mit sich anstellen lassen musste und muss, darf durchaus zum Nachdenken anregen. „Einmal mit alles“ in die verkehrte Richtung, sozusagen. Wie kam es so weit, zu dieser „Starbuckisierung“ der deutschen Sprache und ähnlichen Verfallserscheinungen?

Vom billigen Tausch

Andreas Hock ortet in seinem neuen Buch "Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann? Über den Niedergang unserer Sprache" auf 185 Seiten die munter voranschreitende „Agonie unserer Muttersprache“. RTL-Sprache macht die Runde und geizig-geile Produkt-Platzierungs-Jingles werden zu geflügelten Wörtern: „Warum wundern wir uns nicht, wenn uns die Werbung von 'Care Companies', 'Createurs d'Automobiles' oder 'Sense & Simplicity' erzählt?“, wird eine durchaus berechtigte Frage in den Raum gestellt. Nach dem Motto: Darf es noch ein wenig billiger sein – Deutsch, ein linguistisches Auslaufmodell? Ein gewisser Johann Wolfgang von Goethe meinte dazu: „Die Muttersprache zugleich reinigen und bereichern, das ist das Geschäft der besten Köpfe“. Man muss aber nicht unbedingt wie Hock ausgiebig die Weimarer Klassiker bemühen („Es war einmal eine Sprache, die vor lauter Poesie und Wohlklang die Menschen zu Tränen rührte“). In einem eigenen Kapitel widmet der Autor sich jenen ausrangierten Wörtern, die heute nicht mehr gebraucht werden: „feilbieten“, „grimmig“, „honorig“, „lustwandeln“, „Prahlhans“, „scharwenzeln“, „Schmaus“, „Scherflein“, „vermaledeien“, „wacker“, „wohlfeil“ – allesamt Fälle für die sprachwissenschaftliche Schutthalde. Schade um sie. Die Literatur-Einrichtung namens Hellmuth Karasek* meint im Vorwort des Buches: „Hock gibt seiner rasanten Geschichte der serpentinenhaften und kurvenreichen Entwicklung der deutschen Sprache den Titel, der auf dem Titelbild über dem verzweifelt die Augen verdrehenden Geheimrat Goethe als Wortblase schwebt: 'Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?', womit er nicht nur die dem Süddeutschen falsch entlehnte Konjunktion 'wo' bemüht, sondern auch die moderne und falsche Superlativitis 'der Einzigste'".

Dass Wort- und Sprachschatz heute von einer gierigen Korrosion befallen sind, ist die eine Sache. Der schlampige bis achtlose Umgang hat allerdings längst auch den Satzbau erreicht: Nebensätze kommen nur noch selten zum Einsatz – und falls doch, dann falsch. Wenn dazu in der „Word“-Rechtschreibprüfung die rote Welle anrollt, liegt wohl etwas im Argen, vor allem, aber (beileibe) nicht nur in der „Generation Kevin“. Hock bietet dafür – auf mitunter recht plakative Weise – verschiedene, sehr amüsante Erklärungsansätze an: „Weil der Kevinismus um sich griff“. „Weil die Politik das Gender-Mainstreaming beschloss". „Weil der 'Coffee to go' nach Deutschland kam“. „Weil die E-Mail vom Segen zum Fluch wurde“. „Weil RTL2 auf Sendung ging“. „Weil wir die SMS entdeckten“. „Weil der Schlussverkauf zum Sale wurde“. „Weil Bushido und Kollegas Erfolg hatten“. "Weil die Rechtschreib-Reform in die Hose ging". Das Buch richtet sich an deutschsprachige Menschen, in Österreich ist zudem seit einiger Zeit eine gewisse Unterwürfigkeit vor dem norddeutschen Idiom festzustellen: Was z.B. früher „flaumig“ war, ist heute „fluffig“.

Problemfeld „Denglisch“

Allgemein gibt es eine gewisse Grund-Geilheit, Anglizismen betreffend: Wenn Vokabel wie „whatsappen“ (sprich: „wozz-äppn“) ihr Stamm-Leiberl im Wortschatz erobert haben, ist Kulturkritik nicht nur zulässig, sondern angeraten, so die Botschaft. Dass für jeden neuen Ausdruck (oft genug sind es ja Bastarde aus Rest-Deutsch und Pseudo-Englisch) drei andere, tatsächlich einst der deutschen Sprache entspringende Begriffe verloren_gehen, ist am Ende ein recht riskanter Tausch. Heute „tut“ man „talken“, „voten“, „smsen“, „posten“, „screenshotten“ oder „gendern“: echt „abgespaced“! Wahr und gut und schön ist, dass Sprache auch Raum zur Weiterentwicklung haben darf, lebendig, im gesunden Fluss bleibt. Trotzdem wurde die deutsche Sprache nach außen hin viel durchlässiger als dies z.B. umgekehrt im Englischen der Fall ist (außer den Wörtern „Zeitgeist“, „Kindergarten“ oder „Rucksack“ wird man dort im Alltag eher wenige Germanismen finden). Es hat ja alles seinen Preis auf dieser Welt, doch hier scheint er nicht sonderlich hoch angesetzt.

Nicht übersehen werden darf: Im vergangenen Jahr gehörten laut „Lese-Test“ jeweils rund ein Fünftel der Zehn- bzw. 14-Jährigen in Österreich zur Gruppe der „Risikoschüler“ und somit schwächsten Leser. Folglich hat sich eine Fehlentwicklung längst auch im Schriftlichen bzw. in der Fähigkeit, Texte zu erfassen niedergeschlagen. Sprache ist gemeinsame Identität. Sprache ist in Wörter gekleidetes Leben. Sprache gibt Gedanken und Gefühlen ihren Ausdruck und ihr Gesicht. Sprache ist das nächste Bindeglied.

Sprache ist Lust und macht Lust. Und all das gibt es dann eben doch nicht „to go“.

THOMAS GOLSER

kleinezeitung.at 5.8.2014

Das Buch selbst ist (erwartungsgemäß) im reformierten Dass-Deutsch der politischen Kulturbanausen gedruckt, das für die Entfremdung und Ausgrenzung bis Vernichtung des überkommenen Literaturgutes sorgt.

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Sigmar Salzburg
18.06.2014 06.23
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Bach und Bach beim Bachfest

Beim Bachfest Leipzig 2014 stehen Johannes Sebastian und sein Sohn Carl Philipp Emanuel im Mittelpunkt ...
Die „Deutsch-Polnische Musikakademie“ spielt Open-Air und in der traditionsreichen Thomaskirche. Finden auch dieses Jahr aus Etatgründen weniger Public-Viewing¹-Übertragungen als in den Vorjahren statt, so liegt doch Festival-Feeling in der Luft...
dw.de 14.6.14

Unser Auftrag: Die Deutsche Welle vermittelt ein umfassendes Deutschlandbild...

¹ Öffentliche Aufbahrung von Toten.

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