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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
04.07.2015 06.05
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Bertelsmann, Vodafone & Co. – Wie Stiftungen die Bildungspolitik beeinflussen
Ebenso wie Vodafone-Stiftung setzen sich auch Bertelsmann, Bosch und Telekom für traditionell linke Themen ein, wie die Förderung der frühkindlichen Bildung, bessere Integration von Migranten, und Inklusion.


[Anmerkung: Der Artikel mit den Hervorhebung des SHEV kann hier nur verkürzt wiedergegeben werden]
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Freitag, 03.07.2015

Bertelsmann, Vodafone & Co. – Wie Stiftungen die Bildungspolitik beeinflussen

Eine ganze Reihe von unternehmensnahen Stiftungen in Deutschland hat sich dem Thema Bildung und Wissenschaft verschrieben. Sie bieten sich den Bildungseinrichtungen gern als finanzkräftige Kooperationspartner an. Damit setzen sie öffentlich Themen – ganz ohne demokratische Legitimation, wie Kritiker bemängeln. Ist der Einfluss der Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik wirklich problematisch?

Von Claudia van Laak und Benedikt Schulz

[...]

Vorwurf: Die Stiftungen verfolgen eine neoliberale Agenda

Für Gewerkschaftler, Studierendenvertreter und Bildungspolitiker aus dem linken Spektrum stehen die unternehmensnahen Stiftungen unter Ideologieverdacht. Ihr Einfluss, ihre Macht sei seit den 90er-Jahren stark gewachsen. Die Stiftungen verfolgten – nicht immer offen – eine neoliberale Agenda, wollten aus Deutschlands Schulen und Hochschulen wettbewerbsgetriebene Einrichtungen machen. So der Vorwurf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat sich ausführlich mit den unternehmensnahen Stiftungen beschäftigt. Andreas Keller:

„Weil Stiftungen eine immer größere Rolle spielen in der Bildungspolitik, auf diese Weise auch Bildungspolitik beeinflussen. Das kann man auf jeden Fall sagen, dass Stiftungen auf die öffentliche Meinung einen großen Einfluss gezielt nahmen, dass sie auch in der Bildungspolitik, ganz konkret in der Hochschulpolitik, auf Umstrukturierungen drängten, das ist ganz systematisch seit den 90er-Jahren gemacht worden.“

In Deutschland hat sich eine ganze Reihe von unternehmensnahen Stiftungen dem Thema Bildung und Wissenschaft verschrieben. Größter Player ist dabei die Bertelsmann-Stiftung, die jährlich rund 78 Millionen Euro ausgeben kann. Dazu kommen unter anderem die Telekom-, die Mercator-, die Bosch-, und die Vodafone-Stiftung und nicht zuletzt das zu weiten Teilen von Bertelsmann finanzierte Centrum für Hochschulentwicklung, CHE. Sie geben Studien in Auftrag, organisieren Kongresse, betreiben eigene Think-Tanks – Denkfabriken – und fördern konkrete Projekte. Blick auf die Repräsentanz der Bertelsmann-Stiftung in Berlin, Unter den Linden 1 (picture alliance / ZB / Peer Grimm)

Doch: Wie groß ist der Einfluss dieser Stiftungen wirklich? Schreiben sie heimlich die Schulgesetze? Sind sie Lobbyisten – und wenn ja, wofür? Linke Studierendenvertreter haben da eine klare Meinung:

„Lobbyismus funktioniert genau danach, dass partikulare Akteure Einfluss nehmen auf den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess, das gehört zum Parlamentarismus dazu, befruchtet ihn auch, dem liegt aber eine Ungerechtigkeit zu Grunde: Wer kann sich überhaupt leisten zu lobbyieren? Natürlich nur diejenigen, die über die Ressource verfügen.“

Sandro Philippi ist Vorstandsmitglied im freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften, kurz fzs, und damit qua Amt ein Kritiker des Einflusses, den Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik nehmen. Für ihn sind sie Meinungsmacher. Philippi nennt ein Beispiel: Kaum ein Artikel zum Thema frühkindliche Bildung kam im vergangenen Jahr ohne einen Verweis auf die Bertelsmann-Studie aus, die ein Defizit von 120.000 Erzieherinnen und Erziehern festgestellt hatte. Themen öffentlich setzen, das gelingt den Stiftungen mit Erfolg. Drei Überschriften aus den letzten Monaten:

„Studie der Bertelsmann-Stiftung: Flüchtlinge sollen leichter Jobs bekommen“

„Studie der Vodafone Stiftung: 20.000 Jugendliche sind vom Sozialsystem entkoppelt“

„Studie der Mercator-Stiftung: Die Bildung ihrer Kinder geht Migranten über alles“

Einfluss nehmen auf gesellschaftliche Debatten, das tun auch andere. Gewerkschaften veröffentlichen ebenfalls Untersuchungen, die Studierendenschaften wollen gehört werden und machen Pressearbeit. Das weiß auch Sandro Philippi. Er vermisst aber die demokratische Legitimation der Stiftungen.

[...]

Centrum für Hochschulentwicklung – nachweislicher Einfluss
Mit ihrem Centrum für Hochschulentwicklung CHE – einer gemeinsamen Institution von Hochschulrektorenkonferenz und Bertelsmann-Stiftung – hat diese Stiftung nachweislich Einfluss auf die Bildungspolitik genommen. Ernst-Dieter Rossmann, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, moniert:

„Wenn ich Einfluss hätte in der Hochschulrektorenkonferenz, würde ich mir eine solche Kooperation verbitten, weil ich finde, dass das einen Tick zu viel ist. Da müssen wir in der Tat aufpassen, dass es nicht aus Finanznot der öffentlichen Hand dazu kommt, dass sich dann eigentlich öffentliche Aufgaben, die über den Staat gemacht werden oder die von öffentlich geprägten Institutionen gemacht werden, mit anlehnen an wirtschaftliche Unterstützung.“

Der Einfluss des CHE auf die Politik, speziell auf das 2006 beschlossene nordrhein-westfälische Hochschulfreiheitsgesetz, ist mehr als deutlich.


Noch bevor der damalige FDP-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart den Kabinettsentwurf für sein Gesetz präsentierte, formulierte das Centrum für Hochschulentwicklung CHE zehn Anforderungen an ein Hochschulfreiheitsgesetz. Mit klarer Stoßrichtung – weniger Staat und mehr Autonomie für die Hochschulen.

[...]
Hieß es beim Entwurf des FDP-geführten Wissenschaftsministeriums:

„Die Hochschulen werden als Körperschaften des öffentlichen Rechts verselbständigt und sind künftig keine staatlichen Einrichtungen mehr. Wir lösen damit die Hochschulen aus dem staatlichen Weisungsrecht.“

Auch die CHE-Forderung nach einem auch von außen besetzten Hochschulrat erfüllte der Gesetzentwurf.

Leitbild der unternehmerischen Hochschule eingeführt

Hat da eine Lobbyorganisation dem Minister die Feder geführt? Andreas Pinkwart, heute Rektor einer privaten Leipziger Hochschule, wollte sich zu diesen Vorwürfen nur schriftlich äußern.

[...]

Kritik am Hochschulranking

Durch das Hochschulranking, eine Art Stiftung Warentest für Hochschulen, übt das CHE einen beträchtlichen Einfluss auf die deutsche Hochschullandschaft aus.
Und auch wenn die Gütersloher seit Jahren an der Methodik feilen – die Kritik daran begleitet das Ranking seit seinem Bestehen.

[...]

Studierendenvertretern wie Sandro Philippi geht es nicht nur um den unmittelbaren Einfluss von Bildungsstiftungen, sondern auch um die Frage, welche – vielleicht verdeckte – Agenda diese verfolgen.

„Ich bin ziemlich sicher, dass die Ideologie eine solche ist, dass die besten Steuerungseffekte, die effizienteste gesellschaftliche Leistung daraus resultiert, dass man in einem Wettbewerb zueinander steht. Und zwar auf allen Ebenen.“

Die Art des neu an den Unis entstandenen Wettbewerbs aber begünstige nicht unbedingt die beste Bildung.

Jüngste Vodafone-Veröffentlichungen lesen sich gar nicht neoliberal


Mark Speich von der Vodafone-Stiftung erklärt dagegen: Uns geht es um Chancen- und Teilhabegerechtigkeit – und tatsächlich lesen sich die jüngeren Veröffentlichungen von Vodafone ganz und gar nicht neoliberal. Mark Speich:

„Wenn es neoliberal ist, dass man sich dafür einsetzt, dass Kinder aus sozial schwachen Familien gelingenden Bildungsaufstieg erleben können, dann würde ich mich zu dem Begriff auch ganz offensiv bekennen, also insofern ist dieser schillernde Begriff etwas schwierig.“

Ebenso wie Vodafone-Stiftung setzen sich auch Bertelsmann, Bosch und Telekom für traditionell linke Themen ein, wie die Förderung der frühkindlichen Bildung, bessere Integration von Migranten, und Inklusion. Doch Kritiker bleiben skeptisch...

[...].

Die Bertelsmann-Stiftung hält die Mehrheit am Konzern und finanziert sich im Wesentlichen durch dessen Gewinne. 2014 hat die Stiftung so etwa 117 Millionen Euro eingenommen. Ein solches Modell hat Vorteile für das Unternehmen – es spart Steuern. Andreas Keller von der GEW kritisiert:

„Auf diese Weise haben sie die Möglichkeit, salopp formuliert, zweckgebunden Steuern zu zahlen, sie sparen Steuern und geben dieses gesparte Geld dann über Stiftungen für bestimmte Zwecke aus, das ist nicht alles reine Philanthropie, wie das häufig so getan wird, das sind Steuersparmodelle.“

[...]

Grundsätze für die Zusammenarbeit mit Stiftungen

Ist der Einfluss der Stiftungen auf die deutsche Bildungspolitik wirklich problematisch? Oder anders gefragt: Helfen die privaten Einrichtungen nicht, der föderalen Kultusbürokratie Beine zu machen? Diese Meinung vertritt Michael Kretschmer, Vize-Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und im Beirat des Bundesverbands deutscher Stiftungen.

„Das, was die Stiftungen im Bereich Wissenschaft und Bildung tun, sind neue Innovationen, das Ausprobieren von Dingen, die bislang nicht da waren, neue Konzepte, dafür fehlt in den Ländern in aller Regel das Geld und es fehlt am Ende auch an den kreativen Ideen.“

Dass die Stiftungen früher als andere Defizite im deutschen Bildungswesen erkannt und Impulse gegeben haben, geben auch Kritiker wie Andreas Keller von der GEW zu. Der SPD-Politiker Ernst Dieter Rossmann formuliert folgende Grundsätze:

„Stiftungen dürfen nicht Gesetze schreiben, Stiftungen dürfen nicht die öffentliche Hand, deren Finanznot, ausnutzen können. Stiftungen sollen ihren Rahmen finden, aber in diesem Rahmen können sie Impulse geben, können sie Diskurse mit fördern, können sie Gutes tun. So würde ich die Stiftung aktuell wahrnehmen im Bildungsbereich – und so sollten wir das auch für die Zukunft halten.“

deutschlandfunk.de 03.07.2015

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Kevin Kraus
28.06.2015 04.57
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

-------- Weitergeleitete Nachricht --------
Betreff: Kommentar zur Ablehnung der Volksinitiative gegen das Turbo-Abitur im NRW-Landtag
Datum: Sat, 27 Jun 2015 16:36:31 +0200
Von: Elterninitiative
An: astridschulz[et]onlinehome.de

114 Abgeordnete haben die von über 100.000 Bürgern beantragte Erlaubnis
des Abiturs nach 13 Jahren am 24.06.2015 mit einem Achselzucken beiseite
gewischt.

Das Verhalten der Abgeordneten im Landtag wirft dabei viele Fragen auf:

Alle Redner sprachen darüber, dass sie „nachgedacht“ hätten. Bei diesem
Denken kam bei den Grünen heraus: Die von den Bürgern vorgebrachten
Tatsachen ließen sich nicht eindeutig auf das Turbo-Abitur zurückführen.
Deshalb sei es unverantwortlich, das Turbo-Abitur, das nur einen Grund
für die angesprochenen Probleme darstelle, anzutasten.

Wo kämen wir denn auch hin, wenn Politikerinnen einen Faktor, der neben
anderen für die Situation verantwortlich ist, ändern würden. Dann würde
ja die Situation der Kinder und Jugendlichen verbessert! Stattdessen
gefallen sich die Politiker/innen in Schuldzuweisungen an die Eltern und
die Gesellschaft als Ganze. Dort müsse man politisch aktiv werden.
Natürlich, denkt sich der geneigte Hörer, wir zeigen auf den Faktor, der
gesetzlich nicht beeinflusst werden kann und weigern uns, daran zu
arbeiten, was wir selbst verursacht und verantwortet haben.

Frau Voigt-Küppers von der SPD möchte „das Kind nicht mit dem Bade
ausschütten“. Welches Kind soll da eigentlich mit Hilfe des
Turbo-Abiturs geschützt werden? Ist es die gebundene (gezwungene)
Ganztagsschule, oder sind es Gesamt- und Sekundarschulen? Um lebende
Kinder ging es dabei jedenfalls nicht.

Die FDP in Person von Frau Gebauer wollte die „Gymnasien stärken“.
Insbesondere die ostdeutschen Länder seien dort Vorbilder. Ja, Frau
Gebauer, wir können noch viel aus der Tradition des SED-Staates lernen.
Insbesondere die Bevormundung der Eltern hat dort eine gute Tradition.
„Die Schule muss auf der Grundlage des Marxismus / Leninismus in den
Unterrichtsfächern die fortschrittlichen Ergebnisse der Wissenschaft,
insbesondere der Sowjetwissenschaft vermitteln, um die Jugend zu
befähigen, den Kampf um die Erfüllung der im Fünfjahrplan gestellten
Ziele erfolgreich erfüllen zu können“. Völker hört die Signale.
„Stärkung der Gymnasien“ durch Streichung von Bildungs- und Lerninhalten
und Senkung des Niveaus – das ist sicherlich höhere Dialektik.

Apropos Dialektik: Im Jahr 2008 verlautbarte die grüne schulpolitische
Sprecherin Beer aus der Opposition:
„Das, was Sie mit Ihrem „G8“-Feldversuch tagtäglich anrichten, ist
einfach nur grob fahrlässig gegenüber den betroffenen Schülerinnen
und Schülern.“
„Alarmzeichen wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und
diffuse Schulangst nehmen zu. Die Flucht in die Nachhilfe wächst. – Das
ist keine Dramatisierung.“
Die gleichen Aussagen im Jahr 2015 von über 100.000 Bürgern vorgebracht
werden von Frau Beer nun als „unbelegt“ und „nicht nachvollziehbar“
bezeichnet.

Dazu passt das Wahlprogramm der SPD aus dem Jahr 2010:
„Das Turboabitur erzeugt unangemessenen Lerndruck, verhindert
Durchlässigkeit und überfordert die Schulen bei der Umsetzung. Das
werden wir korrigieren. Wir werden den Schülerinnen und Schülern den Weg
zum Abitur nach zwölf, aber auch nach 13 Jahren offen halten. Ein
generelles Abitur nach zwölf Jahren lehnen wir ab.“

Heute heißt von Seiten der SPD stattdessen: die Erlaubnis zum Abitur
nach 13 Jahren lehnen wir konsequent ab.

Einzig das Verhalten der Piraten und der CDU zeigte einen gewissen
Respekt vor 75 % der Wähler, auch wenn die Rede des CDU-Mannes Kaiser
mit der Pointe, dass kein Abiturient, den er kenne, gegen das
Turbo-Abitur sei, ein Schlaglicht auf den Horizont der ihm bekannten
Welt wirft.

Marcus Hohenstein

Vertrauensperson der Volksinitiative
„Abitur nach 13 Jahren an Gymnasien“
Kohlbettstraße 6
57072 Siegen
...
hohenstein[et]g9-jetzt-nrw.de

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Kevin Kraus
25.06.2015 10.25
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Protest gegen „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht schwillt an – über 4.000 Demonstranten in Stuttgart
Auch in SH ist dieses Thema mehr oder weniger aktuell...
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news4teachers.de 2015/06

Protest gegen „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht schwillt an – über 4.000 Demonstranten in Stuttgart

STUTTGART. Ist Sexualität ein öffentliches Thema oder gehört es in die Privatsphäre? Teilnehmer der «Demo für alle» haben gegen zu viel staatlichen Einfluss plädiert. Die Bewegung wird langsam zum Problem für Grün-Rot in Baden-Württemberg – gut neun Monate vor der Landtagswahl. So viele Menschen wie nie zuvor haben heute in Stuttgart gegen eine Aufwertung des Themas „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht demonstriert.

[Foto: Demo für alle] Mehr als 4000 Menschen demonstrierten heute in Stuttgart gegen den Aktionsplan der Landesregierung.

Öffnung der Ehe für Homosexuelle oder Vorrang für die Ehe mit Vater, Mutter, Kind: Befürworter einer völligen Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen sowie Verfechter des klassischen Familienbildes haben sich am Sonntag in Stuttgart unversöhnlich gegenübergestanden. Bei einer Demonstration gegen die Aufwertung des Themas sexuelle Vielfalt blieb es bis auf Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und Polizisten zwar weitgehend friedlich. Allerdings attackierten sich beide Lager verbal. Ein Großaufgebot von Beamten, darunter Bereitschaftspolizisten aus Göppingen und Bruchsal, versuchten die Demonstrationen von einander zu trennen. Es habe einige Festnahmen unter anderem wegen Beleidigungen gegeben.

Rund 250 Gegner der sogenannten «Demo für alle», die für konservative und christliche Werte eintritt, hatten sich mit Regenbogenfahnen und -luftballons – Symbole der Schwulen- und Lesbenbewegung – am Stuttgarter Schlossplatz versammelt. Einige skandierten: «Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda.»

Auf der anderen Seite standen nach Polizeiangaben 4000 Menschen, darunter Geistliche, mit rosa und blauen Luftballons. Nach Angaben von Organisatorin und Demo-Moderatorin Hedwig von Beverfoerde war es die größte von fünf solcher Veranstaltungen. Ihr Protest richtet sich gegen die Pläne der grün-roten Landesregierung gegen sexuelle Diskriminierung und für mehr Toleranz etwa durch des Thema Vielfalt im Schulunterricht. Im Bildungsplan 2016 soll die Akzeptanz auch sexueller Vielfalt festgeschrieben werden; im Aktionsplan sind etliche Schritte aufgeführt, um die Gleichstellung von homo-, bi-, inter- und transsexuellen Menschen mit Heterosexuellen zu erreichen.

Die Demonstranten befürchten infolge dessen eine «Frühsexualisierung» und «Gender-Experimente» mit Kindern, «Gehirnwäsche» von Jugendlichen und die Abschaffung der Ehe. Die Besucher der «Demo für alle», darunter viele Familien mit Kindern, wehrten sich auch gegen die Forderung des Bundesrates an die Bundesregierung, homosexuelle Partnerschaften komplett mit der Ehe gleichzustellen.

Zu den Rednern gehörten AfD-Mitglied Lukas Kuhs, Christoph Scharnweber vom evangelischen Arbeitskreis der CDU Heilbronn sowie der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung Rhein-Neckar, Malte Kaufmann. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Bareiß und Thomas Dörflinger schickten Grußworte ebenso wie der katholische Weihbischof Thomas Maria Renz der Diözese Rottenburg/Stuttgart. Der Kirchenmann sieht die Grundlage des Menschseins, nach seiner Meinung die Verbindung zwischen Mann und Frau, in Gefahr.

CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf hatte gesagt, seine Fraktion werde an der Demonstration nicht teilnehmen, äußerte aber Verständnis für die Demonstranten. Der Chef der «La Manif Pour Tous», einer ähnlichen Bewegung wie «Demo für alle» in Frankreich, sprach am Sonntag von «teuflischen Folgen» einer Öffnung der Ehe für Homosexuelle.

Die Vorsitzende der Grünen Jugend Baden-Württemberg, Lena Christin Schwelling, warf den «Familienkreuzrittern» vor, ein homophobes und frauenfeindliches Weltbild zu vertreten. «Für uns ist fundamental wichtig, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind.» An sexueller Selbstbestimmung sei gar nichts zu kritisieren. Das müsse auch Wolf einsehen, der angeregt hatte, Themen wie Sexualität wieder mehr ins Private zu verlagern. «Wer Sexualität verstecken muss, ist nicht frei.» Unter den Zuhörern waren auch lokale FDP-Politiker.

Die Pläne im Land und Bund zielen nach Ansicht von von Beverfoerde auf das Aushöhlen der klassischen Ehe ab. Die Mutter von drei Kindern betonte: «Ehe bleibt Ehe, und zwar zwischen Mann und Frau.» Alles andere komme einem Dammbruch gleich, nach dem auch Vielehe und Leihmutterschaft möglich werden könnten. Vorwürfe des linken Spektrums, den Nährboden für Rechtsextremismus zu bereiten, wies sie zurück. «Wir stehen auf dem Boden des Grundgesetzes.» Werde dieses allerdings umdefiniert, könne man den Vertreter des Schutzes der Ehe nicht vorwerfen, nicht mehr zur Verfassung zu stehen. Von Beverfoerde drohte Grün-Rot mit einem Denkzettel bei der Landtagswahl 2016: «Die Landesregierung soll sich warm anziehen, wenn sie weiter Volkes Stimme ignoriert.» Von Julia Giertz, dpa

Zum Bericht: „Sexuelle Vielfalt“ auch im Unterricht: Kretschmann verteidigt Aktionsplan – CDU: Ohne Augenmaß

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Der Link zum Mitzeichnen:
http://www.civilpetition.de/kampagne/sexualpaedagogik-der-vielfalt-darf-keine-schule-machen/startseite/
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Kevin Kraus
19.06.2015 05.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Do., 18.06.2015

G8-Gegner: „Schule erhebt Anspruch auf das Leben der Kinder“

[Foto: dpa]

Die Elterninitiative „G9 jetzt“ kritisiert das Abitur nach acht Gymnasialjahren: Höherer Zeitdruck, weniger Lerntiefe und kaum noch Freizeit. Foto: dpa

Düsseldorf –

Höherer Zeitdruck, weniger Lerntiefe und kaum noch Freizeit: Mit dieser Beschreibung untermauert die Elterninitiative „G9 jetzt“ ihre Forderung, das sogenannte Turboabi nach nur acht Gymnasialjahren wieder abzuschaffen.

Von Hilmar Riemenschneider

Die Schule hat den Anspruch auf das vollständige Leben der Kinder erhoben“, beklagte der Sprecher der Initiative, Marcus Hohenstein, am Mittwoch im Schulausschuss des Landtags. Dort präsentierte er die Argumente der Volksinitiative für eine Rückkehr zum Abitur nach Klasse 13, die 98 843 wahlberechtigte Bürger unterschrieben haben. Damit haben sie erzwungen, dass der Landtag kommende Woche darüber entscheidet.

Hohenstein kritisierte, in der Unter- und Mittelstufe leide das Niveau der Gymnasiasten, weil ihnen weniger Zeit bleibe, um das Gelernte zu vertiefen. Vor allem in Mathematik zeigten sich die Defizite später auch in der Oberstufe. Die Folge sei eine unzureichende Qualifikation für bestimmte Berufe, argumentierte Hohenstein. Er sprach von „einem Übergriff der Schule auf das Leben der Kinder“, weil kaum noch Zeit bleibe für Sportvereine, musikalische Aktivitäten, freiwillige Feuerwehr oder kirchliche Veranstaltungen. Auch das familiäre Leben leide, weil etwa ein gemeinsames Mittagessen nicht mehr möglich sei. Auch zunehmende psychische Probleme führt die Initiative auf das Turboabi zurück. Die Arbeitsbelastung der Schüler habe ein Ausmaß angenommen, „das alles Sinnvolle übersteigt“, sagte Hohenstein.

Vor allem die faktischen Grundlagen seiner Argumente hinterfragten die Abgeordneten im Schulausschuss sehr kritisch. Für die CDU erinnerte Fraktionsvize Klaus Kaiser daran, dass eher Real- und Hauptschüler bei den freiwilligen Feuerwehren zu finden seien. Er zweifelte an, dass sich der Anteil der Gymnasiasten messbar verändert habe. G8 könne nicht als einzige Ursache der beschriebenen Phänomene gelten, kritisierte die Grünen-Schulexpertin Karin Schmitt-Promny. In Kitas und Grundschulen entschieden sich Eltern bewusst für Ganztagsangebote, bemerkte SPD-Fraktionsvize Eva-Maria Voigt-Küppers.

Es gilt als sicher, dass SPD, CDU, Grünen und FDP die Initiative ablehnen. Erst im Frühjahr hatte der Landtag die Verbesserungsvorschläge des Runden Tisches für G8 beschlossen, um den unbestrittenen Stress für Schüler zu reduzieren.

http://linkis.com/www.wn.de/NRW/4cbm4

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Kevin Kraus
12.06.2015 03.07
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[SHEV] Kiel: Demo von ca. 5000 SchülerInnen gegen Zustände am RBZ

Kiel: Demo gegen Zustände am RBZ

Mit maximal 1500 Teilnehmern hatten die Organisatoren ja gerechnet, dank bestem Wetter und bestens funktionierender Kommunikationswege in sozialen Netzwerken schlossen sich nach Polizeiangaben am Donnerstagmittag dann doch rund 2000 Schüler und Lehrer des Regionalen Berufsbildungszentrums I (RBZ) dem langen Demonstrationszug durch die Innenstadt an.

Von Jürgen Küppers

Etwa 1500 Berufsschüler demonstrieren am Donnerstag in Kiel für bessere Bedingungen an ihren Schulen.

[Bildquelle: Thomas Eisenkrätzer]

Kiel. Die Ratsversammlung widmete dem Protest gegen Enge, bauliche Missstände und schlechte Lernbedingungen an der größten Schule des Landes mit fast 5000 Schülern sogar eine aktuelle Stunde.

Immer wieder hatten vor allem Schüler versucht, auf die aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen
– vor allem in dem vom RBZ I zwangsweise genutzten Hochhaus am Westring (ehemalige Ludwig-Erhard-Schule). Wie mehrfach berichtet, klagten auch Lehrer dort über stickige Luft aufgrund der aus Sicherheitsgründen nicht zu öffnenden Fenster, über Kopfschmerzen durch vermutete Schimmelbildung, Pfützen im Gebäude nach starken Regenfällen oder über mangelhafte Ausstattung der Räume. Verschärft wurde die Lage noch vor etwa einem Jahr als sich ein weiteres Schulgebäude am Westring völlig unerwartet als einsturzgefährdet und damit als nicht mehr nutzbar erwies.

„Trotzdem ist in der Zwischenzeit so gut wie nichts geschehen“, sagt Vize-Schülersprecher Daniel Leon-Ihrecke, der die Demonstration mit seinen Kollegen der Schülervertretung organisierte. Man erwarte von der Stadt ja keine Wunder. „Aber zumindest Informationen, wie es denn nun weitergehen soll. So jedenfalls nicht.“ Schulleiterin Elke Grossmann freute sich „sehr“ über die Protest-Initiative der Schüler, um die „unglückliche Lage“ ihrer Schule der Kieler Politik und Verwaltung noch einmal zu verdeutlichen. Denn auch das Kollegium habe „ziemlich große Mühe, seine Geduld zu bewahren.“

Noch drastischer verdeutlichte die Misere eine in der Ratsversammlung verteilte und in einer aktuellen Stunde von Schülersprechern verlesene Resolution. Schüler und Lehrer klagten über Kopfschmerzen, Atembeschwerden oder allergische Reaktionen. Das Lüftungssystem im Hochhaus sei marode, durch Mängel am Sicherheitssystem musste das Gebäude zeitweise geschlossen werden (wir berichteten). Seitdem sei das Hochhaus nur bis zum sechsten Stock benutzbar. Selbst Bürgermeister Peter Todeskino habe es schon vor Jahren als „Feuchtbiotop“ bezeichnet, „in dem nie wieder Unterricht stattfinden sollte.“

Tenor der Fraktions-Reaktionen in der Ratsversammlung darauf: Ja, man nehme die Kritik ernst, sei sich der schwierigen Lage am RBZ I bewusst, obwohl die Kieler Berufsschullandschaft grundsätzlich deutschlandweit vorbildlich sei. Nein, man könne die Lage am RBZ I nicht von jetzt auf gleich komplett verbessern. Ja, man wolle trotzdem umgehend prüfen, welche Schritte möglich und finanzierbar seien.

FDP-Fraktionschef Hubertus Hencke wurde in seiner Kritik an Verwaltung und Mehrheitskooperation konkreter: „Warum ist es nicht gelungen, der Schule zumindest einen Zeitplan zu Verbesserungsoptionen vorzulegen? Wären Sie hier Ihren Verpflichtungen nachgekommen, hätte man sich so eine öffentlichkeitswirksame aktuelle Stunde sparen können.“

Bildungsdezernentin Renate Treutel stellte zwar Verbesserungen in Aussicht. Bis sie jedoch spürbar seien, könne es „aber noch einige Zeit dauern.“ Noch in diesem Sommer sollen „Verschönerungsarbeiten“ und ein „Übergangsmanagement“ erste Verbesserungen bringen.

In weiterer Zukunft plane die Stadt den Abriss und Neubau des unbenutzbaren RBZ-Gebäudes, ein weiteres soll komplett saniert werden. Außerdem ändere sich an der Größe der Schule trotz rückläufiger Schülerzahlen nichts.

kn-online.de 11.06.2015

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Kevin Kraus
08.06.2015 04.50
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„Seien Sie mal nicht so empfindlich“, hieß es aus der Schulleitung
Lesenswert dazu auf derselben Seite: Kommentare: 29

Der Tagesspiegel

Antisemitismus in Berlin – „Du Jude!“


06.06.2015 16:34 Uhr
Von Hannah Kushnir

Nein, dies ist kein Zitat aus dem „Stürmer“, sondern eine verbreitete Beschimpfung auf Berliner Schulhöfen und Straßen. Unsere Autorin weiß, wovon sie redet: Sie ist Jüdin und Lehrerin in Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein Brandbrief.

Die Angst im Nacken: Jüdische Lehrer fühlen sich in manchen Berliner Klassen unwohl. – Foto: Sebastian Kahnert/p-a

Ich bin gebürtige Jüdin, Lehrerin an einer Berliner Sekundarschule, ich lebe von Geburt an in diesem Land. Dies ist ein Frontbericht.

Jahrelang war ich die einzige Jüdin: die einzige Jüdin in meinen Seminaren an der Uni, die einzige Jüdin im Referendariat, die einzige Jüdin im Lehrerkollegium. Meist erfuhren die anderen eher durch Zufall, dass ich Jüdin bin. Ab da an glich ich eigentlich immer einem seltsamen Tier im Zoo, von dem Grauen und Faszination ausging. Von selbst habe ich mein Jüdischsein schon seit dem Gymnasium nicht mehr thematisiert. Zu lehrreich war mir der Geschichtsunterricht bei Herrn S., dessen Teil der Abiturvorbereitung darin bestand, uns einzutrichtern, Israel sei unrechtmäßig errichtet worden. Zu lehrreich auch die Kommentare: „Ach, du bist Jüdin? Das sieht man ja gar nicht so“ oder, genau entgegengesetzt: „Du bist Jüdin? Stimmt, das sieht man aber!“

Nun ist ein Wunder geschehen, und an meiner Schule arbeitet eine andere Jüdin. Zwei Juden! An einer Schule! Beide als Lehrer! Wir können unser Glück immer noch nicht fassen. In der simplen Tatsache, nicht mehr die Einzigen zu sein, erschöpft sich dann aber auch unser Glück.

Israel oder Judentum im Unterricht lieber aussparen

Für den Hintergrund muss ich kurz meine Schule schildern: extrem hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund, hoher Anteil von Schülern aus sehr bildungsfernen Schichten, unter beiden Kategorien ein sehr hoher Anteil an arabischen Kindern.

Meine Kollegin vergaß eines Tages, dass sie noch ihren Davidsstern um den Hals trug. Fataler Fehler. Seither fallen permanent antijüdische und antiisraelische Sprüche im Unterricht. Auf der Straße wird ihr „Du Jude, verrecke“ hinterhergerufen.


Thema Israel oder Judentum im Ethik- oder Geschichtsunterricht? Besser nicht, da startet gleich eine kleine Intifada im Klassenraum. Da ist einer Christ? „Du Hund!“ Beliebtestes Schimpfwort auf dem Schulhof und im Unterricht? „Du Jude!“ Das ist ja inzwischen an vielen anderen Schulen auch so.

„Seien Sie mal nicht so empfindlich“, hieß es aus der Schulleitung


Ich frage mich: Hören nur meine Kollegin und ich das? Wo ist das Empfinden der „Anständigen“ (Zitat Angela Merkel), der anderen Lehrer, die auf die Verfassung der Bundesrepublik geschworen haben, wo das Empfinden der deutschen Schüler? Und was sagte die Schulleitung, der von diesen Vorgängen berichtet wurde? Sie sagte tatsächlich: „Nun seien Sie mal nicht so empfindlich!“

Wo soll das Aufbegehren der Bevölkerung gegen Antisemitismus herkommen, wenn nicht einmal Staatsorgane dagegen vorgehen? Wo ist hier die „immerwährende Verantwortung“ (Zitat Angela Merkel)? Und selbst wenn diese Anfeindungen an höherer Stelle gemeldet würden, selbst wenn ein Antisemitismusbeauftragter vor Ort erschiene, selbst dann frage ich: Was würde schon passieren? Die arabischen Jugendlichen jedenfalls würden sich kringeliglachen.

Den Deutschen, das ist mein Eindruck nach einem 35-jährigen Leben in Deutschland, sind Juden egal. Hauptsache, wir erinnern sie nicht an diese schlimme Sache damals. Hauptsache, wir sind schön unsichtbar. Hassen, nein, hassen tun sie uns nicht. Das übernehmen in diesem Land und in Europa die Araber, oder jedenfalls eine bedrohliche Vielzahl von ihnen. Und das deutsche Volk schaut zu. Jüdische Schüler gibt es an meiner Schule schon lange nicht mehr. Die waren dann offenbar doch zu „empfindlich“.

In einer Stadt und einem Land, wo ich mich nicht mehr traue, meinen Schülern die israelischen Vornamen meiner Kinder zu verraten, in einem Land und einer EU, wo ich mich nicht mehr trauen kann, meinen Davidsstern sichtbar zu tragen, wo Juden auf offener Straße und vor der eigenen Haustür krankenhausreif geschlagen werden, warte ich eigentlich nur noch auf grölende Horden. Wie damals.

Brandbrief an Merkel und Graumann blieb unbeantwortet


Grundlage dieses Textes – den ich aus nachvollziehbaren Gründen nicht unter meinem echten Namen veröffentliche – ist übrigens ein Brandbrief, den ich im November 2014 an Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, sowie mehrere Zeitungen schickte. Ich habe nie eine Reaktion erhalten.

Aber ach, was rege ich mich auf – ich Jude!

tagesspiegel.de 06.06.2015

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Kevin Kraus
04.06.2015 04.43
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Philologenverband Niedersachsen: Schulgesetz ist Absage an Schulfrieden – Rot-Grün will letztlich die Einheitsschule ...

Philologenverband: Schulgesetz ist Absage an Schulfrieden
Demonstration von Machtarroganz statt Berücksichtigung des Bürgerwillens
Rot-Grün will letztlich die Einheitsschule


Scharfe Kritik an der Verabschiedung des Schulgesetzes durch die rot-grüne Einstimmenmehrheit im Landtag und an der anschließenden „Siegesfeier“ mittels Auflassen roter Luftballons hat der Philologenverband Niedersachsen geübt.

Was Rot-Grün mit seiner geschmacklosen und provokanten Luftballon-Aktion feiere, sei ein Gesetz zur Demontage eines vielfältigen Schulangebots, zur Absenkung notwendiger Leistungsanforderungen und zur schrittweisen Abschaffung des Elternrechts auf freie Wahl der Schulform für ihr Kind, erklärte der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Horst Audritz.

Die Art und Weise, wie SPD und Grüne ihr hauchdünnes Abstimmungsergebnis zelebrierten, sei Ausdruck einer provozierenden Politik und demonstriere eine bisher nicht gekannte Arroganz der Macht und eine Verhöhnung von weit über einhunderttausend Bürgern, die in Petitionen ihre Bedenken gegen den Gesetzentwurf vorgetragen hätten. Wer so auftrete, wolle keinen Schulfrieden, sondern die kompromisslose Durchsetzung seiner ideologisch geprägten Vorstellungen um jeden Preis.

Das Gesetz enthalte alle Instrumente zur Demontage eines vielfältigen Schulangebots und insbesondere des Gymnasiums
, führte Audritz aus. Die Privilegierung der integrierten Gesamtschule als eine alle anderen Schulformen ersetzende Schule, die Anbindung von Grundschulen an Gesamtschulen zwecks Verhinderung des Übergangs von Schülern an Gymnasien, die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung und die Abschaffung der Förderschule Lernen trotz massiver Elternproteste, all dies solle der Einheitsschule den Weg bereiten.

Auch die vermeintliche Garantie für den Besuch eines Gymnasiums in „zumutbarer“ Entfernung sei bei festgesetzten Wegstrecken von bis zu zweieinhalb Stunden täglich faktisch ein Täuschungsmanöver und Merkmal einer unseriösen Politik, wie sie Rot-Grün mehr und mehr charakterisiere. Lediglich die Wiedereinführung des 13. Schuljahrs an Gymnasien, die auf massiven Druck zustande gekommen sei, betrachte der Philologenverband als positiv.

Völlig verfehlt sei auch die rot-grüne Vorstellung, mehr „Bildungsgerechtigkeit“ durch eine Absenkung von Leistungsanforderungen schaffen zu wollen, betonte Audritz. So sei die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung am Ende der Grundschule nur als Signal zu verstehen, dass man für den Besuch des Gymnasiums keine den Zielen dieser Schulform angemessenen Leistungen mehr erbringen müsse. In die gleiche Richtung gingen die Abschaffung von Zensuren in der Grundschule, die Reduzierung schriftlicher Leistungskontrollen und die Absenkung von Anforderungen bei Versetzungen und Abschlüssen. Audritz: „Mit solchen Maßnahmen schafft man nicht mehr Bildungschancen, sondern man vernichtet sie.“

Den Versicherungen rot-grüner Politiker, sie wollten mit ihrem Schulgesetz nicht die Axt an ein plurales Schulangebot legen, können wir keinen Glauben schenken“, unterstrich Audritz. Ein Blick in die Programme von SPD und Grünen verdeutliche vielmehr klar, dass es letztlich um die Durchsetzung der IGS als alleinige Schulform gehe. Mit der Verabschiedung des Schulgesetzes habe Rot-Grün sich auch von der Chance auf einen Schulfrieden verabschiedet.

Hannover, 3.06.2015

Pressemitteilung als pdf

http://phvn.de/index.php/pressemitteilungen/830-philologenverband-schulgesetz-ist-absage-an-schulfrieden

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Kevin Kraus
22.05.2015 11.36
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Der Tagesspiegel, 19. Mai 2015

Pädophiliebericht des Berliner Landesverbandes – Bis zu 1000 Missbrauchsopfer bei den Grünen in den 80er und 90er Jahren

Von Gerd Nowakowski, Christian Füller

Bislang schlossen die Grünen Täter in der eigenen Partei aus, doch nun legt ein Bericht Erschreckendes offen: Im Berliner Landesverband der Alternativen Liste, der Vorläuferorganisation der Grünen, hat es massiven sexuellen Missbrauch von Kindern gegeben.


Der Berliner Landesverband der Vorläuferorganisationen der Grünen, der Alternativen Liste, sieht sich durch einen Bericht massiven Vorwürfen des Kindesmissbrauchs ausgesetzt. – Foto: dpa

In der Alternativen Liste, der Vorläuferorganisation des Berliner Landesverbands von Bündnis 90/Die Grünen, hat es massiven sexuellen Missbrauch von Kindern gegeben. Das ist das Fazit eines Berichts, den die Landesvorsitzenden Bettina Jarasch und Daniel Wesener am Mittwoch vorstellen wollen.

Ein Kommissionsmitglied spricht von „bis zu 1000 Opfern“ sexueller Gewalt. Der Bericht bezieht sich auf pädophile Aktivitäten von Parteimitgliedern und Funktionären der Alternativen Liste in den 80er und 90er Jahren. Im 2014 vorgelegten Bericht des Göttinger Politologen Franz Walter, der für die Bundespartei die Missbrauchsvorwürfe untersuchte, waren die Vorgänge in Berlin nicht enthalten.

Die Täter sind verstorben oder in Haft

Nach Informationen des Tagesspiegels beleuchtet die Untersuchung ein Missbrauchs-Netzwerk innerhalb der damaligen Alternativen Liste. Mindestens drei Täter, mehrfach verurteilt wegen Missbrauchs, waren damals im Berliner Verband aktiv. Sie gründeten eine eigene Arbeitsgemeinschaft „Jung & Alt“ innerhalb der Partei und richteten in Kreuzberg einen Freizeitladen namens „Falckenstein“-Keller ein. Dort missbrauchten sie nach Zeugenaussagen zahlreiche Jungen, die sie vorher in Grundschulen angeworben hatten.

Die Täter sind zum Teil verstorben oder sitzen mit Sicherheitsverwahrung in Haft. Ihre Namen sollen in dem Bericht genannt werden. Darunter sind Dieter Ullmann, der für die Grünen aus der Haft heraus für den Bundestag kandidierte, und Fred Karst, der die Berliner Partei- AG „Jung & Alt“ leitete und auch führender Funktionär des Deutschen Pfadfinderbunds war und dort noch als Bundesehrengerichtsvorsitzender geführt wird.

Thomas Birk, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, und einer der Autoren des Berichts der Untersuchungskommission, bestätigte ausdrücklich die hohe Zahl von Opfern. „Es ist schwer auszuhalten“, sagte Birk, „aber es gab Täter in den Reihen der Grünen“. Sie seien sowohl in die Partei hinein als auch zu gesellschaftlichen Gruppen gut vernetzt gewesen. „Wir hatten damit bis Mitte der 1990er Jahre zu tun. Die Schwulen-AG unserer Partei war bis 1993 mehr oder minder ein Pädo-Bereich“, sagte Birk.

Die Berliner Grünen stritten um den Bericht


Die Härte und Schonungslosigkeit des Berichts der Berliner Grünen stürzt die Bundespartei erneut in Verlegenheit. Eigentlich war mit dem Bericht des Parteienforschers Franz Walter, der im November vergangenen Jahres erschien, das Ende der Aufklärung erwartet worden. Die Führung der Bundespartei um Simone Peter hatte bisher stets davon gesprochen, dass sich Missbrauchstäter allenfalls durch grüne Beschlüsse ermuntert gefühlt haben könnten. Dass es Täter unter den Grünen gegeben habe, schloss die Partei bisher stets aus.

Nach Informationen des Tagesspiegels wurde bei den Berliner Grünen hinter den Kulissen um den Bericht gestritten. So sei das Kapitel über die Opfer zunächst so vage und zurückhaltend ausgefallen, dass sich wichtige Zeitzeugen geweigert hätten, weiter in der Grünen- Kommission mitzuarbeiten. Daher wurde die ursprünglich für den April geplante Präsentation verschoben, um diesen Teil neu zu schreiben.

tagesspiegel.de 19.05.2015

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Kevin Kraus
22.05.2015 05.07
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

„Für Gott“ und „Pro Noten“ – Unterschriftenaktion der CDU Heikendorf

Rund 70 Unterschriften für die Volksinitiative „Pro Noten in Grundschulen“ und noch einmal 50 für die Initiative „Für Gott in Schleswig-Holstein“ konnten Claus Asmussen und Tade Peetz trotz wenig Mai-hafter Temperaturen an ihrem Stand am Schmiedeplatz in Heikendorf innerhalb kurzer Zeit sammeln.

Vielen Bürgern ist es offenbar wichtig, diese beiden wichtigen Themen wieder in die parlamentarische Beratung zu bringen.
Vielen Dank an alle Unterstützer!
---

Mit freundlichen Grüßen
André Jagusch
Kreisgeschäftsführer
CDU im Kreis Plön
Lange Str. 12 / Stadtgraben
24306 Plön
[...]


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Kevin Kraus
19.05.2015 04.52
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] Kita-Streik in SH – Olaf Scholz, SPD, Ehemann von Ministerin Britta Ernst, wirkt in SH nach : „Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern“ ...

Was für ein Kreislauf.... erst wird den Familien und insbesondere den Frauen suggeriert, dass „nur“ ein Beruf mit Lohnerwerb das Nonplusultra ist und das Betreuen der eigenen Kinder hausbacken und unmodern ist. In der Folge müssen kostenaufwändige Kitas – wie auch Ganztagsschulen – eingerichtet werden, die mehr und mehr zu Verwahranstalten mutieren. Hauptsache: die Kinder sind von der Familie (wenn man sie noch so bezeichnen kann) getrennt. Die Abhängigkeit der Frauen von der Betreuung ihrer Kinder in den Kitas wird nun als Druckmittel wiederum für die Durchsetzung der Interessen der eigenen Mitglieder genutzt...

In dem Programm der GEW ist ganz klar verankert, dass eine ganztägige, staatliche Betreuung von Kindern ab dem 1. Lebensjahr das Ziel ist!

Irgendwo las ich vor kurzem einen Spruch, der in etwa so formuliert war: Betreust Du fremde Kinder gegen Entgelt, erntest Du Anerkennung. Betreust Du Deine eigenen Kinder – unentgeltlich – gilt das als hinterwälderisch.

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Kita-Streik
„Wir tragen das Ganze jetzt aus“
Von KN-online (Kieler Nachrichten) | 18.05.2015 13:32 Uhr

Der Kita-Streik geht in die zweite Woche: Gestern haben in der Innenstadt mehr als 1500 Erzieher aus allen Landesteilen sowie Mecklenburg-Vorpommern ihrem Ärger Luft gemacht. Sie fordern eine gerechtere Bezahlung, mehr Vollzeitstellen und bessere Arbeitsbedingungen. „Die Bereitschaft ist da, das Ganze jetzt auszutragen“, sagte DGB-Regionalvorsitzender Andreas Sankewitz...

Lübeck. Allein in der Hansestadt legten gestern 244 Erzieher die Arbeit nieder, 34 städtischen Einrichtungen oder Teams waren betroffen. 25 von ihnen – davon 20 Kitas – mussten ganz geschlossen bleiben.

Die Demo zog um 11 Uhr lautstark vom Gewerkschaftshaus am Holstentor vorbei durch die Innenstadt bis zum Koberg. Karin Hesse, Landesleiterin von Verdi Nord, kritisierte in ihrer Rede die massiven Lohnunterschiede im Land. Es gebe vor allem Teilzeitkräfte in der Branche, viele verdienen bloß 1400 bis 1500 Euro brutto im Monat. „Das ist ein eingebauter Zwang zum Zweit- und Drittjob“, rief Hesse in die Menge. Laut Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), seien in Deutschland Windräder und Autos „offensichtlich sehr viel mehr wert als die zukünftige Kita-Bildung und Erziehung unserer Kinder“.
[...]
15 000 Kinder sind nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom landesweiten Kita- Streik betroffen, dazu etwa 140 Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes. Die Schwerpunkte sind Lübeck, Kiel, Neumünster, Flensburg, Norderstedt und Heide.

Gestreikt wird für eine gerechte Bezahlung, den Ausbau der Vollzeitstellen und bessere Arbeitsbedingungen. Im Durchschnitt fordert die GEW zehn Prozent mehr Gehalt. Bei vielen reiche das Gehalt derzeit nicht zum Leben, 95 Prozent der Erzieher sind weiblich. Karin Hesse von Verdi Nord: „Wenn die Förderung der Kinder nicht nur schöne Sonntagsreden sein sollen, dann müssen die Rahmenbedingungen stimmen.“

Heute demonstrieren um 16 Uhr mehrere Eltern und Kinder auf dem Markt am Rathaus, die vom anhaltenden Kita-Streik in der Hansestadt betroffen sind.

Von Peer Hellerling

kn-online.de 18.05.2015
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Kommentare im Forum

ordolib | 18.05.2015

„Erzieher“ / Kindergärtnerinnen demonstrieren....

83 % der sogenannten ErzieherInnen sind stinknormale Kindergärtnerinnen die eine 3-jährige Ausbildung hinter sich gebracht haben und nach dem TVöD tarifgerecht bezahlt werden ! Und im übrigen hat eine bestreikte KiTa ja wohl nichts mit dem immer wieder von den Kindergärtnerinnen propagierten „stabilen, geregelten, vertrauensvollem Umfeld, wo die Kinder Zeit zum Spielen, Toben und Lernen haben“ gemein. Eine Phrase, die sich in Nichts auflöst wenn verdi mit gezinkten Karten zum Streik aufruft.
Öffentliche Arbeitgeber: HART BLEIBEN !!!

Anne! | 18.05.2015

Frechheit

Das Verdi auch noch meint, die Eltern befürworten diesen Streik, ist eine Frechheit! Neuerdings scheint streiken ja auf der Tagesordnung zu stehen.
Das Wohl der Kinder liegt in diesen Tagen auch den Erziehern scheinbar nicht am Herzen.....
Und wohin mit den Kindern??? Wie sollen alleinerziehende ihr Kind/ihre Kinder unterbringen? Welcher Arbeitgeber macht das dauerhaft mit? Dazu findet man keine freundlichen Worte mehr. Ich jedenfalls nicht.

Langkieler | 18.05.2015

Kindertageseinrichtungen gehören abgeschafft.

Die Entfremdung und Teilung der Familien von Gesetzes wegen verstößt gegen elementare Grundrechte und -pflichten von Kindern und Eltern.

Gerade die substanzlose Anmaßung, die Verdi gerade propagieren läßt, daß „Erzieherinnen“ so ziemlich alle elterlichen Pflichten und Handlungsbereiche übernehmen sollen, ist die Umsetzung der Parole des Ehemanns unserer Bildungsministerin, Olaf Scholz, der schon 2002 als SPD-Generalsekretär tönte: „Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern.“

Den Anfängen zu wehren, ist es schon zu spät. Wir wollen keine Jugend nach Margot Honeckers Vorgaben!

Im Übrigen verdienen Erzieher(innen) heute schon deutlich besser als vergleichbare Berufe, haben aber weder Wochenend- noch Nachtdienste zu schieben, wie z.B. Krankenschwestern, u.v.m. .

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Kevin Kraus
18.05.2015 13.19
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

[SHEV] LESENSWERT! Kita-Streik: Geiselnahme im Kindergarten – oder „Die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern“ (Olaf Scholz)
Die Verstaatlichung der Familie zeigt ihr wahres Gesicht:
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17. Mai 2015
Der Wahlkampf hat begonnen – in den Kitas. Kleinkinder können sich nicht wehren, wie praktisch.

Kita-Streik: Geiselnahme im Kindergarten

Von
Roland Tichy

Eine gute Idee von Funktionären der Gewerkschaft Ver.di beim Kita-Streik in Osnabrück: Eltern sollen ebenfalls streiken, „indem sie ebenfalls die Betreuung der Kinder verweigern und sie zum Beispiel beim Bürgermeister abgeben.“ Das also ist das stabile, geregelte, vertrauensvolle Umfeld, in dem unsere Allerkleinsten gut heranwachsen können? Krabbeln zwischen Schreibtischen, Papierkorb und Gummibaum im Einwohnermeldeamt?

Aber das interessiert weder Ver.di noch die dort organisierten Erzieherinnen. Kita ist ein Geschäftsmodell, eines, das umso besser funktioniert, weil es öffentlich betrieben wird. Die Verstaatlichung der Familie zeigt ihr wahres Gesicht: Die Freiheit vom Kind wird gegen die Unfreiheit getauscht, die im Ermessen von Ver.di-Funktionären liegt.

Viele haben Verständnis für den Kita-Streit. Aber es ist auch die Geschichte eines großen Schwindels: Viel versprochen – wenig gehalten.

Der grosse Kita-Streik-Schwindel

Denn die Kosten für die vielen hunderttausend neuen Kita-Plätze sind enorm. Die Städte sind überfordert. Verantwortlich sind nicht geizige Bürgermeister. Jetzt, wenn es um’s Zahlen für ihre Versprechungen geht, verdrückt sich die große Koalition im Bundestag. Sonst gilt: Wer bestellt – bezahlt. In der Sozialpolitik wird bestellt – andere sollen bezahlen. Weil das nicht klappt, werden die Kitas zur Falle für Kinder und Eltern. Auch die Qualität ist oft schlecht – auch wenn jetzt immer die gezeigt werden, wo Babies Chinesisch lernen. In den meisten Bundesländern sind die Kita-Gruppen zu groß, um den Bedürfnissen der Kleinen gerecht zu werden. Auch das war zu erwarten: Hunderttausende neuer Betreuungsplätze gibt es nicht ohne Abschlag auf die Qualität, wenn nur Quantität zählt. Auf die versprochene Qualitätsoffensive warten Eltern vergebens. Jetzt geht´s erst mal um mehr Geld für die, die drin sind.

Und die Qualität wird noch schlechter, wenn nur noch weniger Erzieherinnen eingestellt werden, um die Kosten im Griff zu halten. Aber wen stört das schon in der Politik des Kita-Schwindels? In 20 Jahren werden wir wehleidige Artikel über eine verlorene Generation lesen, die ihrer Kindheit beraubt wurde. Vermutlich erscheint dann ein Bestseller “Generation Kita”. Dafür melde ich hiermit das Copyright an. Darin wird stehen, wie Kinder emotional verarmten, weil das Geld für die versprochene gute Betreuung fehlte, und dass diese Generation zur Bindungsarmut verdammt ist. Alles klar – Ausreden sind ja ein probates Mittel der Entschuldigung. Das Ziel der Familienpolitik ist, die Erwerbsbeteiigung von Frauen zu fördern. Dem wird alles untergeordnet – insbesondere die Kinder.


Besonders hübsch: In Baden-Württemberg und Bayern gibt es Beiträge der Eltern zu den Kita-Gebühren, in Rheinland-Pfalz und Berlin nicht. Die Eltern in den Zahlerländern des Finanzausgleichs zahlen also die Erhöhung der Löhne in den Empfängerländern mit. Das ist Föderalismus pervers. Aber so ist Deutschland: Nicht wirklich reformfähig, wenn es um den Sozialschwindel geht. Zahler und Empfänger, Draufzahler und Begünstigte werden vermischt. Bis keiner mehr durchblickt. So entsteht der undurchdringliche Dschungel der Umverteilung, in dem Politiker für die nächste Wahl mal wieder ein Opfer ausspähen und erlegen.

Erpressung mit Kindertränen

Jetzt ist aber erst mal Ver.di dran. Der gemeinste Schwindel: Ver.di erpresst uns jetzt mit dem, was uns am meisten schmerzt: Mit kullernden Kindertränen. Dabei wollen sie das Tarifgefüge im öffentlichen Dienst durcheinander wirbeln. Auch Polizisten und Müllmänner leisten wertvolle Arbeit, das Pflegepersonal in den Seniorenheimen ebenfalls. Die Erzieherinnen sind die Müllmänner der Gegenwart im Gewerkschaftskampf: 1974 erkämpfte der damalige ÖTV-Chef Kluncker mit dem Streik der Müllmänner über 10 Prozent Lohnsteigerung; der Sturz von Willy Brandt als Bundeskanzler liegt auch in den explodierenden Budgets begründet. Ver.di-Chef Bsirske argumentiert ja bei allen Berufsgruppen immer gleich: Gutes Geld für gute Arbeit, lautet seine Formel. Nur zu. Beim Wünschen nach Geld und Gerechtigkeit ist der Himmel offen. Es wird ein heißer Herbst, und dann streiken nicht mehr die Erzieherinnen – ihr Plus aber wird der Maßstab für weniger populäre Berufsgruppen sein.

Wer jetzt populistisch mehr Geld für die Einen fordert wie Sigmar Gabriel und Manuela Schwesig, der muss auch sagen: Wer zahlt dafür, und zwar für Alle? In der Industrie und Wirtschaft wissen die Gewerkschaften: Wenn unsere Autos oder Maschinen zu teuer werden – gehen früher oder später die Arbeitsplätze verloren. Diese Vernunft-Bremse fehlt beim öffentlichen Dienst. Er muss dafür aus Vernunft das richtige Mass halten; Politiker müssen auch mal hart bleiben. Mass hat Ver.di verloren und fordert vier mal so viel wie bei Auto, Maschinenbau oder Chemie: Die Rechnung ist einfach: Beim öffentlichen Dienst zahlen eben andere – nämlich wir, die anonymen Steuerzahler. Und Politiker? Applaudieren auch noch und knicken ein. Es ist peinlich, wenn insbesondere Gabriel und Schwesig durch die Lande tingeln und Verständnis äußern. Es ist der permanente Wahlkampf, der zu Lasten des Steuerzahlers ausgetragen wird: Alle nicken bei der Lohnerhöhung für Erzieherinnen; Schwesig macht Punkte bei Frauen. Wer zahlt? Ach so…. Andere! So irgendwie. Es ist das Festival des Populismus, was wir hier erleben und das der Verantwortungslosigkeit.

Die Entwertung der Selbsterzieher

Und der größte Schwindel: Angeblich wird die Arbeit der Erzieherinnen nicht gewürdigt. Doch, das wird sie. Ich kenne nur einen Berufszweig, der ständig schlecht gemacht wird, der verspottet und lächerlich durch den Kakao gezogen wird: Die selbsterziehende Mutter. Wer drei Kinder zu Hause aufzieht, wird um 100 € Betreuungsgeld beneidet und vor dem Bundesverfassungsgericht verklagt; Manuela Schwesig wird sich sichtlich freuen, wenn diesen bösen Muttis das Betreuungsgeld von den Richtern am Bundesverfassungsgericht verweigert wird. Wer drei fremde Kinder in der Kita versorgt, für den wird gestreikt. Wer sie zu Hause erzieht, muß bestraft werden. Ist das fair? Es ist nicht mal wirtschaftlich. Ein Krippenplatz mit allem drum und dran kostet an die 4.000 €. Er ist die teuerste denkbarste Form der Betreuung, Tendenz steigend. Die Akzente in der Familienpolitik werden notorisch fragwürdig gesetzt. Wir haben es ja. Haben wir es wirklich?

Wir haben nicht genug Geld. Gabriel will deshalb notfalls sogar das Grundgesetz ändern, damit er gut verdienende Eltern noch stärker besteuern kann, um damit weniger gut verdienende Eltern zu unterstützen. Richtig wäre ein anderer Weg – das Familiensplitting. Dabei wird das Einkommen auf die Anzahl der Familienmitglieder, Vater, Mutter, Kinder aufgeteilt und dann versteuert. Im Ergebnis wären größere Familien schnell steuerfrei. So funktioniert das in Frankreich – und zwar effizient. Großfamilien sind dort populär. Deshalb, Wirtschaftsminister Gabriel, kämpfe beim Finanzminister für das Familiensplitting, damit Kinderreiche bei Steuern endlich mal richtig besser gestellt werden. Und Familienministerin Schwesig muss lernen: Nicht nur an die Zielgruppe für den nächsten Wahlkampf denken. Wenn alles teurer wird, hat am Ende keiner was davon. Aber Gesamtverantwortung ist ein Fremdwort. Bekanntlich hat ja der Wahlkampf begonnen. Ausgerechnet in den Kitas. Die können sich ja nicht wehren. Und Familienpolitik ist das neue Thema der SPD.

rolandtichy.de 17. Mai 2015

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Kevin Kraus
15.05.2015 05.49
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

news4teachers.de 13.5.2015

Niedersachsen: 33.000 Bürger fordern Erhalt eines vielfältigen Schulangebots

HANNOVER. Eine Eltern-Lehrer-Initiative hat heute dem niedersächsischen Landtagspräsidenten Busemann eine Online-Petition mit 33.000 Unterschriften zum Erhalt eines vielfältigen Schulangebots in Niedersachsen und des Elternrechts auf freie Schulwahl übergeben. Darüber informiert die Initiative in einer Pressemitteilung.


„Mit dieser Petition an Landtag und Landesregierung wenden wir uns vor allem gegen die geplanten Bestimmungen des rot-grünen Schulgesetzes, dass bei Errichtung einer Gesamtschule andere Schulformen nicht mehr vorgehalten und damit zu einem Gymnasium zunehmend lange Schulwege in Kauf genommen werden müssen“, erklären die Sprecherinnen der Initiative: Petra Wiedenroth vom Verband der Elternräte der Gymnasien, Kirsten Radtke, Elternvertreterin Förderschule Lernen, und Helga Olejnik vom Philologenverband Niedersachsen. Diese Pläne stellten insgesamt einen großen Schritt auf die generelle Einführung der Gesamtschule für alle Schüler dar, was die bisherige schulische Vielfalt nach und nach beseitige und nicht dem Willen der Eltern- und Bevölkerungsmehrheit entspreche.

Die Eltern müssten auch in Zukunft das Recht haben, die aus ihrer Sicht bestmögliche Schulform für ihr Kind zu wählen. Dies gelte auch für die Förderschule Lernen. So sei es beispielsweise in keiner Weise nachvollziehbar, dass die Landesregierung auf öffentlichen Druck hin die Förderschulen Sprache jetzt erhalten, die Förderschule Lernen dagegen trotz massiver Elternproteste abschaffen wolle. Viele Eltern wünschten sich aber für ihre Kinder mit Unterstützungsbedarf weiterhin eine Förderschule mit ihren besonderen Möglichkeiten der individuellen und gezielten Förderung in kleinen Lerngruppen durch dazu besonders qualifizierte und erfahrene Lehrkräfte. Diesen Förderansprüchen könne eine „inklusive“ Schule – mindestens derzeit – nicht gerecht werden.


Die Sprecherinnen unterstreichen, dass die Petition ein in der Verfassung verankerter Akt direkt-demokratischer Bürgerbeteiligung an der Politik sei, der einen dringlichen Appell an die Parlamentarier beinhalte, den Bürgerwillen zu respektieren und umzusetzen. Die Landesregierung sei daher gefordert, auch gemäß ihrer eigenen Koalitionsvereinbarung, die „eine neue Kultur direkter Bürgerbeteiligung etablieren“ wolle, entsprechend zu handeln.

Die innerhalb nur weniger Wochen gesammelten 33.000 Unterschriften seien ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie sehr die schulpolitischen Pläne der Landesregierung die Bevölkerung mit großer Sorge erfüllten und daher abgelehnt würden. Die 2600 Kommentare, die den Unterschriften vielfach zur Erläuterung beigefügt wurden, spiegelten diese berechtigten Sorgen vieler Menschen wider. Insbesondere werde mit Nachdruck der Erhalt der Gymnasien und der Förderschulen gefordert, oft mit sehr bewegenden Worten, vor allem dann, wenn Eltern von Förderschulkindern persönlich betroffen seien. „Wir appellieren daher an die Abgeordneten von SPD und Grünen, diese Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen und nicht leichtfertig abzutun“, so die Sprecherinnen der Initiative.

news4teachers.de 13.05.2015

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Kevin Kraus
14.05.2015 05.09
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

derwesten.de
Rot-Grün legt keinen Wert auf Latein
13.05.2015 | 00:10 Uhr
Weniger Latein, dafür mehr Sonderpädagogik, digitale Medien und die „Islamische Religionslehre“ als Regelfach: Die rot-grüne Landesregierung hat eine umfassende Reform der Lehrerausbildung in NRW auf den Weg gebracht. Das Kabinett beschloss gestern eine Änderung der Gesetzeslage von 2009, der nun noch der Landtag zustimmen muss.

„Wir richten die Lehrerausbildung behutsam und konsequent auf die Zukunft aus“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Als wichtigste Aufgaben nannte sie die Inklusion (Integration von behinderten Kindern in Regelschulen) und „den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer“ sowie das Lehren und Lernen mit digitalen Medien.

Das Land schreibt künftig für alle angehenden Lehrer sonderpädagogische Basiskompetenzen verbindlich vor. Selbst wer Mathematik-Studienrat an einem Gymnasium werden möchte, soll sich in seiner Ausbildung mit Fragen der Wissensvermittlung an Schüler mit Handicap befassen. „Die zusätzlichen bildungswissenschaftlichen Anforderungen dürfen nicht dazu führen, dass in der fachlichen Ausbildung der Lehrer weiter Abstriche gemacht werden“, warnte der Vorsitzende des Philologenverbandes NRW, Peter Silbernagel.
Auch CDU-Fraktionsvize Klaus Kaiser sieht die Gefahr einer Überfrachtung: „Wir brauchen die richtigen und geeigneten Persönlichkeiten für das Lehramt. Dies gilt umso mehr, als sich heute die Hälfte der Lehrer im Beruf überfordert fühlt.“

Umstritten ist auch die geplante Verbannung der lateinischen Sprache aus der Lehrerausbildung. Fremdsprachen-Lehrer müssen mit Inkrafttreten des Gesetzes kein Latinum mehr nachweisen. In den Fächern Geschichte und Philosophie wird fortan nur noch das Kleine Latinum, also ein Basiswissen, verlangt. NRW passe seine Anforderungen lediglich denen anderer Bundesländer an, verteidigte das Schulministerium den Schritt. Bislang kamen Studenten an NRW-Unis in den Lehramtsfächern Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch nicht am Latinum vorbei.

Tobias Blasius
derwesten.de 13.05.2015

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Kevin Kraus
05.05.2015 07.40
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Druck zu groß: Riesen-Ansturm auf das neunjährige Gymnasium

Großer Druck schon in der sechsten Jahrgangsstufe


MÜNCHEN – Im Schnitt 60 Prozent, an manchen Gymnasien sogar gut 75 Prozent: Die Nachfrage nach der um ein Jahr verlängerten Mittelstufe ist enorm. An den 47 Pilotschulen in Bayern wollen im Schnitt rund 60 Prozent der Schüler die um ein Jahr verlängerte „Mittelstufe plus“ besuchen.

Das sagte Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Montag auf Anfrage am Rande seines Prag-Besuchs. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Gymnasien sind allerdings enorm: An einzelnen Schulen hätten sich nur etwa 20 Prozent der Siebtklässler für die längere Variante entschieden, an anderen Schulen dagegen rund drei Viertel, sagte Spaenle in einem Telefonat mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Nachfrage übersteigt die Erwartungen der Staatsregierung damit um mehr als das Doppelte: Das Ministerium hatte wiederholt erklärt, dass man von einem Bedarf von rund 25 Prozent der Gymnasiasten ausgehe.

Der Schul-Experte der SPD-Landtagsfraktion, Martin Güll, sagte: «Die Abstimmung mit den Füßen zeigt, welches Gymnasium die Familien tatsächlich wollen.» Er selbst wisse von einer Modellschule in Dillingen, dass sich dort sogar 90 Prozent der Eltern für die längere Schulzeit ausgesprochen hätten.

Der bildungspolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Thomas Gehring, sieht die Entwicklung als Zeichen großer Unzufriedenheit der Schüler und Eltern mit der momentanen Unterrichtssituation an den bayerischen Gymnasien. «Schon in der sechsten Klasse ist der Druck enorm, so dass an den 47 Pilotschulen eben doch die Mehrheit der Betroffenen versucht, in eine neunjährige Gymnasiallaufbahn zu wechseln.»
[...]

Mehr unter nordbayern.de 04.05.2015

Siehe auch br.de 04.05.2015

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Kevin Kraus
29.04.2015 16.35
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Dass „jünger“ nicht unbedingt „besser“ bedeutet, ist hinlänglich bekannt – wie oft schon wurde die mangelnde Reife der Abiturienten von Arbeitgebern, Universitäten und anderen Einrichtungen beklagt...
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URL: http://bildungsklick.de/pm/93632/abiturienten-sind-juenger-aber-mehr-schueler-wiederholen-eine-klasse/
Pressemeldung von: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung

Abiturienten sind jünger, aber mehr Schüler wiederholen eine Klasse

DIW Berlin erweitert empirische Basis zu G8-Wirkungsstudien – Daten umfassen die Abiturjahrgänge 2002 bis 2013 – Anteil der Abiturienten stabil


Berlin, 29.04.2015

Jüngere Abiturienten, unveränderter Abiturientenanteil, aber mehr Sitzenbleiber: Das sind laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) Folgen der G8-Reform zur Verkürzung der Gymnasialschulzeit in Deutschland.

Demnach sind die Abiturientinnen und Abiturienten durchschnittlich rund zehn Monate jünger als vor der Reform, wenn sie ihren Abschluss erreichen. Dies sind weniger als die zwölf Monate, um die sich die Schulzeit infolge der Reform verkürzt hat. Ein Grund dafür: Mehr Schüler als früher wiederholen im Laufe ihrer Zeit am Gymnasium eine Klasse, insbesondere in der Oberstufe. Beim Anteil der Schüler, die ihre Schullaufbahn am Gymnasium mit dem Abitur abschließen, hat sich durch die Einführung der zwölf Jahre umfassenden Schulzeit bis zum Abitur im Vergleich zur 13 Jahre dauernden Schulzeit keine Änderung ergeben.

"Befürchtungen, dass die G8-Reform Schüler vom Abitur abschreckt, können ebenso wenig bestätigt werden wie Hoffnungen, dass die verkürzte Abiturschulzeit dazu führt, dass sich mehr junge Leute für ein Abitur entscheiden", sagen die Studienautoren Jan Marcus und Mathias Huebener. Die beiden Bildungsökonomen des DIW Berlin haben anhand amtlicher Daten des Statistischen Bundesamtes für die Abiturjahrgänge 2002 bis 2013 untersucht, wie sich eine der umstrittensten Bildungsreformen der vergangenen Jahre auf wichtige Kennzahlen für Bildungserfolg ausgewirkt hat. Mittlerweile drehen erste Bundesländer die Reform zurück. Marcus und Huebener raten, bei Änderungen der Schulzeit nicht in Aktionismus zu verfallen: „Man kann die Reform zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beurteilen. Noch lässt sich nicht zuverlässig sagen, welche Wirkungen sie außerhalb der Schule hat, beispielsweise darauf, ob sich das Freizeitverhalten und das gesellschaftliche Engagement der Schüler verändert haben und ob Abiturienten tatsächlich früher in den Arbeitsmarkt eintreten.“

Zahl der Klassenwiederholungen steigt vor allem in der Oberstufe

Eine wichtige Frage ist, welche Effekte tatsächlich auf die Reform zurückgehen. So muss beispielsweise bei der Abiturientenquote der generelle – also von der Reform völlig unabhängige – Trend zu mehr Abiturienten berücksichtigt werden. Dafür, dass die Abiturienten heute jünger sind, könnte auch ein jüngeres Einschulungsalter verantwortlich sein. Um solche verzerrenden Effekte herauszurechnen, haben Marcus und Huebener einen sogenannten Differenz-von-Differenzen-Ansatz verwendet, der nicht nur allgemeine Veränderungen der Untersuchungsgrößen berücksichtigt, sondern auch den Einfluss anderer Bildungsreformen wie die Einführung des Zentralabiturs.

Die multivariaten Analysen ergeben, dass die G8-Reform das Durchschnittsalter der Abiturienten statt um ein ganzes Jahr nur um durchschnittlich 10,3 Monate reduziert hat, unter anderem, weil die Wahrscheinlichkeit, im Verlauf der Gymnasialschulzeit eine Klasse zu wiederholen, um drei Prozentpunkte gestiegen ist. Da unter G9 im Durchschnitt fast 15 Prozent der Schüler einer Jahrgangsstufe im Laufe ihrer Gymnasialschulzeit eine Klasse wiederholt hätten, entspricht der Anstieg einer Erhöhung der Klassenwiederholungsquote um rund ein Fünftel. Jungen sind von dieser Entwicklung stärker betroffen als Mädchen. Die meisten der zusätzlichen Klassenwiederholungen gab es in der Oberstufe – dies könnte auch darauf hindeuten, dass die betroffenen Schüler nicht unbedingt durch G8 überfordert sind, sondern freiwillig eine Klassenstufe wiederholen, um Kurswahlen anzupassen oder die Abiturleistung zu verbessern.

Auswirkungen der G8-Reform nicht nur kurzfristige Umstellungseffekte

Die Effekte der G8-Reform ließen sich anhand einer zusätzlichen Analyse zudem über einen längeren Zeitraum nachweisen. „Die steigende Zahl der Klassenwiederholungen ist kein kurzfristiges Phänomen, das nur im Umfeld der Einführung von G8 auftritt und mit zunehmender Erfahrung mit der neuen Schulform nachlässt“, erklärt Huebener. So blieb die Reduktion des Abiturientenalters in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern – jenen Ländern, die die Reform zuerst umsetzten – auch fünf Jahre nach dem G8-/G9-Doppeljahrgang hinter einem vollen Jahr zurück. Auch die Entwicklung der Klassenwiederholungsquote schwächte sich mit zunehmendem Abstand zur Reformeinführung nicht ab.

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