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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.
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Kevin Kraus
15.01.2015 01.17
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

14. Januar 2015, 19:23 Uhr

„Charlie Hebdo“-Anschlag
Schüler stören Gedenkveranstaltungen

17 Tote in Paris? Etliche Schüler in Frankreich geben sich unbeeindruckt. Sie stören Schweigeminuten an ihren Schulen und verherrlichen Terrorismus – Lehrer meldeten mehr als 200 Vorfälle. Auch deutsche Schüler benehmen sich daneben.


Mit Gedenkveranstaltungen und Schweigeminuten haben auch die französischen Schulen auf den Terror reagiert. Bei der Anschlagsserie von drei Islamisten waren in der vergangenen Woche in und um Paris 17 Menschen getötet worden. Doch statt der Opfer zu gedenken, provozierten zahlreiche Schüler lieber: Sie störten die Gedenkminuten, machten sich durch lautes Summen bemerkbar oder bekundeten offen Sympathie mit den Terroranschlägen.

Seit der Anschlagsserie gab es in den Schulen des Landes 200 solcher Vorfälle, teilte die französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem am Mittwoch im Parlament mit. 40-mal sei dabei auch die Polizei oder die Justiz eingeschaltet worden; zum Teil habe es sich, so die Ministerin, um „Verherrlichung des Terrorismus“ gehandelt. Eines der erschreckendsten Beispiele: „Ich lege dich mit der Kalaschnikow um“, soll ein Schüler in Lille während der Schweigeminute zu seiner Lehrerin gesagt haben.

Gemeldet wurden nach Angaben des Bildungsministeriums nur die Vorfälle, die nicht in der Klasse selbst geregelt werden konnten. Die Zahlen seien daher nur die Spitze des Eisbergs: Lehrer und Schulleiter hätten in vielen Klassen seit den Anschlägen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Renitente Schüler, resignierte Lehrer

So hatten sich in einer Schule in Seine Saint Denis vier Fünftel der Schüler schlicht geweigert, an der schulischen Gedenkveranstaltung teilzunehmen, berichtet der „Figaro“. In einer anderen Schule in Roubaix störten die 400 Schüler die Stille mit lautem Summen. Betroffen seien vor allem Schulen in Gebieten mit starken sozialen Spannungen, berichten Lehrer. Manche von ihnen wollten deshalb die Schweigeminuten von vornherein ausfallen lassen, gibt ein Ethik-Lehrer in Essonne zu: „Es ist hier unmöglich, eine Debatte darüber anzufangen.“

Die französische Regierung dagegen will die Schulen stärker in die Pflicht nehmen, um Grundwerte des französischen Staates wie Meinungsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche zu vermitteln. Die Bildungsministerin empfing deshalb Lehrer, Schüler und Elternvertreter, um die Störungen zu thematisieren.

Probleme auch an deutschen Schulen

Auch in Deutschland gab es offenbar harsche Äußerungen von Schülern. Eine Lehrerin aus Bremen berichtete SPIEGEL ONLINE über das Gespräch mit ihrer 10. Klasse zu den Attentaten in Frankreich: „Ich war entsetzt, erschrocken, echt erschüttert, niemals in meinem langen Lehrerleben habe ich derartiges erlebt.“ Mehrfach hätten Schüler Sätze gesagt wie: „Die haben unseren Propheten beleidigt!“ Arme seien hochgeworfen worden, es sei laut geworden in der Klasse, eine Schülerin hätte gerufen: „Sie (die Ermordeten) haben es nicht anders verdient!“

Die Lehrerin zeigt sich ob dieser Reaktionen ratlos: „Ich frage mich“, schreibt sie, „wie kann ein/e junge/r Kollegin/Kollege mit solch einer Situation fertig werden? Hier ist neues, anderes Wissen erforderlich, auch Wissen über den Islam und demokratisches, politisches Bewusstsein und schließlich auch und vielleicht vor allem Training der eigenen Persönlichkeit in Richtung besonderer Besonnenheit, Klarheit, aber auch Mut und Stärke.“


vgu/him/lgr/afp

http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/charlie-hebdo-anschlaege-schueler-in-frankreich-stoeren-gedenkminuten-a-1013015.html

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Kevin Kraus
09.01.2015 16.14
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

http://www.tagesspiegel.de/politik/familienpolitik-krippenwahn/11192946.html

Familienpolitik – Krippenwahn
07.01.2015 00:00 Uhr

von Christine Brinck

Der Staat, schreibt Rainer Stadler in seinem Buch über das "Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung", maßt sich an, der bessere Erzieher unserer Kinder zu sein. Eine Rezension

Ab dem 1. August 2013 haben Eltern erstmals einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für ihre ein- bis dreijährigen Kinder. – Foto: dpa

Im Jahre 2002 sorgte der gerade zum Generalsekretär der SPD gewählte Olaf Scholz mit seiner Einlassung für einen Eklat, die SPD müsse durch entsprechende Kinder- und Familienpolitik „die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern“. Ein Aufschrei ging durch die Republik, Bischof Karl Lehmann nannte das „zynisch und rücksichtslos“ gegenüber den Familien. Verstörte Eltern fragten: Aber Überflugrechte haben wir schon noch, oder? Zwölf Jahre später ist die Verstaatlichung der Kindheit, insbesondere der Kleinkindheit, gut vorangekommen und Ideologen, Feministen und Familien- und Wirtschaftspolitiker sind einträchtig der Meinung, dass Ganztagsbetreuung eine fabelhafte Sache ist. Wer anderes formuliert oder gar fordert, gilt als hoffnungslos rückwärtsgewandt.

Das Kind als Hindernis

Nun hat sich aber doch mal wieder einer gefunden, Rainer Stadler. Ein Mann, ein Vater zweier Kinder, ein Journalist der „SZ“, der kaum als Rechtsausleger bekannt ist, entlarvt „das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung“ erfrischend und faktenstark als ein solches. Kinderärzte, Bindungsforscher, Psychiater und Kinderpsychologen wissen es längst, aber Personalvorstände, Politiker jeder Couleur und Verbandsmenschen wissen es besser. Für sie ist klar: Je früher in die Krippe, desto besser. Rainer Stadler schreibt in seiner Streitschrift, „dass die Bedürfnisse des Marktes höher bewertet werden als die der Familien“, die der Kinder erst gar nicht angesprochen werden.

Was ist in diesen zwölf Jahren passiert, dass der zügige Ausbau der Ganztagsbetreuung als das Nonplusultra der Kindererziehung betrachtet wird? Zuallererst haben die Fans der Ganztagsbetreuung eine grandiose Informationspolitik betrieben, die eine schlichte Kosten-Nutzen-Idee „der Öffentlichkeit als modern, sozial und gerecht“ verkauft hat und „als Meilenstein auf dem Weg zur echten Gleichberechtigung“. Nur klingen die frühen Einlassungen etwa Bert Rürups von einer „Notwendigkeit der Mobilisierung der sogenannten stillen Reserve, Frauen mit kleinen Kindern“ oder aus dem Koalitionsvertrag von 2005 „Kinder dürfen nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein“ weniger sozial und mitmenschlich als eben kosten-nutzen-orientiert.

Das Kind als Hindernis auch noch schriftlich festzuhalten – nichts könnte das Zerstörerische an der neuen Familienpolitik, das Stadler im Untertitel brandmarkt, besser vorführen. Es geht um die Ökonomie, die Kinder sind da im Wege, und die Familie, die sich um diese kleine Menschen selber kümmern will, ist nicht mehr als eine brachliegende Reserve für den Arbeitsmarkt. „Der Staat maßt sich an“, schreibt Stadler, „der bessere Erzieher unserer Kinder zu sein.“

Er belegt das mit Ursula von der Leyens Aufforderung, „Kinder so früh wie möglich in die Welt zu schicken, denn ein Kind brauche mehr Anregungen und Impulse, als die Mutter allein ihnen geben kann“. Abgesehen davon, dass Leyens viele Kinder auf einem Gehöft mit Ponys und Kindermädchen groß wurden, ist die Unfähigkeit der Mütter, ihren Kindern Anregungen zu vermitteln, historisch großer Unfug. Wie es überhaupt ein beliebtes Spiel der Krippenbefürworter ist, die Unfähigkeit von Müttern durch die alkoholisierte, fernsehende Prekariatsmutter mit vier Kindern von vier Vätern zu belegen. Stadler hält ihnen Howard Gardners Verdikt vor, „dass ein Kind in den ersten vier Jahren beiläufig von seinen Eltern mehr lernt als in der gesamten Schulzeit“.

„Bindung kommt vor Bildung“


Wenn wir von Krippen reden, reden wir von Aufbewahrungs- und Betreuungsorten für sehr kleine Kinder, heute durchaus auch schon halbjährigen Kindern. Die gehören nicht „in die Welt“, sondern auf den Schoß ihrer Mutter. Babys brauchen zunächst nur die vertrauten Allernächsten, um sicher gebunden zu sein und sich dann mit etwa zwei oder drei Jahren auf in die Welt zu machen. „Bindung kommt vor Bildung“, notiert der Bindungsforscher Karl-Heinz Brisch.

Man sollte Stadlers Streitschrift jedem Politiker und jedem Personaler, der die „stille Reserve“ von Müttern mit kleinen Kindern in die Arbeit zurücklocken will, zur Pflichtlektüre geben. Vielleicht würde dann mancher nicht von hoher Warte die Segnungen der Ganztagsbetreuung besingen, sondern nach dem Wohlbefinden der kleinsten Kinder fragen. Schließlich sollen weder die Mütter noch die Familienpolitiker in die Krippe, sondern Babys, Krabbel- und Kleinkinder. Von den Bedürfnissen dieser „unproduktiven“ Gruppe der Gesellschaft wird noch weniger geredet als von denen der Alten.

Nun ist es nicht so, dass Stadler sich hier irgendein Unbehagen von der Seele schreibt. Es gibt handfeste (meist staatlich geförderte) Forschung bereits aus den 80er Jahren – oft aus den USA, mit Titeln wie „Infant Day Care: Cause for Concern?“ von Jay Belsky oder die Stanford-Studie „How much is too much?“, die sich mit der Dauer des Aufenthalts in Krippen auseinandersetzt. Auch die berühmte NICHD-Studie zur Betreuung kleiner Kinder förderte zutage, dass Kinder unter 15 Monaten durchaus Schaden durch Ganztagsbetreuung nehmen können. Die Quebec-Studie bestätigte, dass „bei Krippenkindern in Kanada vermehrt Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Aggressivität diagnostiziert“ wurde.

Rainer Stadler: Vater Mutter Staat. Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören. Ludwig Verlag, München 2014. 272 Seiten, 19,99... – Ludwig

Kinder sind unsere Zukunft, heißt es wohlfeil. Auch sind sie kostbar, so kostbar freilich, dass der Staat sie nicht allein den Eltern überlassen mag. Aus der Krippennotwendigkeit für einen kleinen Teil der Kleinkinder ist schnell ein Krippenwahn geworden. Freilich ziehen immer noch viele uneinsichtige Eltern ihre Kleinsten am liebsten zu Hause groß. „Ein Kleinkind darf – außer in außergewöhnlichen Umständen – nicht von seiner Mutter getrennt werden“, zitiert Stadler aus der „UN-Erklärung der Rechte des Kindes“. Kleine Kinder brauchen Zeit, Familien brauchen Zeit. Stadler schreibt: „Kinder dürfen kein Hindernis für Beruf und Karriere sein, sagt die Bundesregierung.“ Umgekehrt wird für ihn ein Schuh draus:

„Beruf und Karriere dürfen kein Hindernis für Kinder sein.“

Die Autorin ist Erziehungswissenschaftlerin und Autorin von „Mütterkriege – Werden unsere Kinder verstaatlicht?“ (Herder, 2007).

Rainer Stadler: Vater Mutter Staat. Das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung – Wie Politik und Wirtschaft die Familie zerstören.

Ludwig Verlag, München 2014. 272 Seiten, 19,99 Euro.

http://www.tagesspiegel.de/politik/familienpolitik-krippenwahn/11192946.html

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Kevin Kraus
01.01.2015 22.02
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

http://www.derwesten.de/politik/deutsche-geschichte-macht-im-unterricht-probleme-id10178427.html

Schule und Zuwanderung
Deutsche Geschichte macht im Unterricht Probleme

26.12.2014 | 17:01 Uhr

[Foto] Mitten in der Geschichte: Schüler besichtigen das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Foto: dpa

Geschichtslehrer in NRW müssen sich stärker als früher auf ethnisch gemischte Klassen einstellen und ihren Unterricht auf die Einwandererkinder abstimmen.

„Wir können Klassen, in denen jedes dritte Kind aus einer Zuwanderer-Familie stammt, nicht die deutsche Geschichte als gemeinsame Identität aufdrücken.“ Das sagte Peter Johannes Droste vom Landesverband der Geschichtslehrer.
Und auch NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) appelliert im WAZ-Interview an die Lehrer, die „Vielfalt in der Klasse“ als „wichtige Erfahrung“ zu vermitteln.

In vielen Schulen sitzen bereits heute türkische Kinder der dritten Generation neben Kindern von EU-Einwanderern und Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten: Während die Deutschen im kommenden Jahr an den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung und den 70. Jahrestag des Kriegsendes erinnern, sitzen in manchen Klassen Flüchtlingskinder, die frische eigene Kriegserlebnisse zu verarbeiten haben.

„Kein Thema darf grundsätzlich tabuisiert werden“

Das neue interkulturelle Lernen gelingt vielen Schulen bereits gut – auch wegen der wachsenden Zahl von Lehrern, die selbst aus Zuwandererfamilien stammen. „Wir dürfen aber auch nicht verschweigen“, räumt Droste ein, „dass es an einigen Stellen Probleme gibt: Es gibt Schulen, die das Thema ,Israel und Palästina’ weitgehend ausblenden, weil sie keine Konflikte schüren wollen mit Kindern, die im Elternhaus mit Sympathie für fundamentalistische Positionen aufwachsen.“ Löhrmann mahnt deshalb: Natürlich könnten Lehrer ihren Unterricht an die Zusammensetzung der Klasse anpassen – „aber kein Thema darf grundsätzlich tabuisiert werden“.

Die jüngste Initiative der Kultusminister für eine lebendige, vielfältige Erinnerungskultur, für den Besuch von Gedenkstätten und Erinnerungsorten, begrüßen die Geschichtslehrer in NRW – warnen aber vor falschen Hoffnungen: „Es reicht nicht, ab und zu Schock-Tourismus zu betreiben und zum Beispiel ein Konzentrationslager zu besuchen, wenn Geschichte im Alltag kaum noch eine Rolle spielt“, so Droste. „In vielen Familien wird zu Hause darüber einfach nicht mehr gesprochen.“ Junge Menschen schauten in die Zukunft. Es sei die Aufgabe der Geschichtslehrer, aber auch der Eltern, ihnen den Zugang zur Geschichte und zur eigenen Kultur nahezubringen.

Julia Emmrich

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Kevin Kraus
16.12.2014 11.48
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Kommentar
Ulf B. Christen zur 100-Tage-Bilanz von Britta Ernst
Von Ulf B. Christen |
15.12.2014 20:58 Uhr

Schulministerin Britta Ernst hat einen Fehlstart hingelegt. Ihre 100-Tage-Bilanz wäre der richtige Anlass gewesen, um einige Fehler ihrer Vorgängerin Waltraud Wende zu korrigieren. Ernst hat die Chance zu einer solchen Kehrt-Wende vertan. Sie ist damit ab sofort mitverantwortlich für einige der überzogenen Bildungsreformen, die nachhaltig Schul-Unfrieden stiften.

Ein Beispiel ist die Anti-Noten-Verordnung. Natürlich gibt es auch Argumente dafür, Grundschüler nicht in die Schubladen eins bis sechs zu stecken. Wenn aber fast 90 Prozent der Grundschulen auf eine Kombination aus Noten- und Berichtszeugnis setzen, helfen pädagogische Durchhalteparolen nicht weiter. Dass die Ministerin die geplante Pro-Noten-Volksinitiative auch „mit Humor“ nimmt, könnte sich als schwere Fehlentscheidung erweisen. Womöglich bleibt Ernst das Lachen im Hals stecken.
Noch offenkundiger ist Korrekturbedarf bei der Inklusion,
insbesondere bei den von Wende & Co erfundenen Schulassistenten. Gut sieben Monate vor dem ersten Arbeitstag der Hilfskräfte ist unklar, wo die „helfenden Hände“ zupacken sollen. Ernst sollte das zeitnah klären oder das Millionen-Vorhaben abblasen. Das Geld ließe sich sinnvoller verwenden.
Überdenken sollte die Ministerin auch ihr erstes eigenes Projekt, den Schul-Tüv. Seine Beerdigung vor fünf Jahren glich einem Freudenfest. Einzige Trauergäste waren die Reformtheoretiker des IQSH, also just des Instituts, das jetzt mit der Wiederbelebung des totgeglaubten Kontrollsystems betraut ist.

http://www.kn-online.de/Lokales/Meinung/Ulf-B.-Christen-zur-100-Tage-Bilanz-von-Britta-Ernst


http://lists.elternverein-sh.de/mailman/listinfo/eltern_in_sh
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Kevin Kraus
11.12.2014 13.54
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

URL: http://bildungsklick.de/pm/92812/das-ist-alarmismus-auf-der-basis-unzureichender-datensaetze/
Pressemeldung von: Deutscher Lehrerverband (DL)

„Das ist Alarmismus auf der Basis unzureichender Datensätze“

Lehrerverband zum neuen Chancenspiegel der Bertelsmann Stiftung:


Berlin, 11.12.2014

Der Deutsche Lehrerverband hat die jüngste Bildungsstudie der Bertelsmann Stiftung kritisiert.

Wörtlich sagte Verbandspräsident Josef Kraus dazu: „Was die Bertelsmann Stiftung hier publiziert, ist teilweise nicht seriös. Zum Beispiel wärmt diese Studie zu erheblichen Teilen Daten auf, die längst diskutiert wurden. Außerdem erfasst die Bertelsmann-Studie bei der Analyse der sozialen Hintergründe von Schülern nicht, dass sich das deutsche Bildungswesen durch eine ausgesprochene vertikale Durchlässigkeit auszeichnet. Auf jeden Abschluss gibt es einen Anschluss. Die Studie dagegen legt Schulleistungsstudien zugrunde, in denen sich die ausgeprägte vertikale Durchlässigkeit des deutschen Schulsystems z.B. über die zweiten Bildungswege nicht abbildet.

Die tatsächlichen Bildungsbiographien erheblicher Schüleranteile kommen somit nicht zum Tragen. Rund die Hälfte aller Studierberechtigten hat kein Gymnasium besucht, sondern den Weg zur Studierberechtigung auf anderen Wegen erworben. Unter diesen jungen Leuten sind Kinder aus nicht akademischen Haushalten sogar stark vertreten.

Man kann der Bertelsmann Stiftung den Vorwurf nicht ersparen, dass sie die Karte der Bildungsgerechtigkeit spielt, im Endeffekt mit ihrem Alarmismus aber Bildungswege außerhalb des Gymnasiums und den ganzen Bereich anspruchsvoller beruflicher Bildung implizit als minderwertig diskreditiert.“



URL: http://bildungsklick.de/pm/92805/informationswert-des-chancenspiegels-sehr-gering/

Pressemeldung von: Deutscher Philologenverband (DPhV)

„Informationswert des Chancenspiegels sehr gering“

Chancenspiegel nicht geeignet, Qualitätsaussagen über Bildungssysteme der Länder zu treffen!


Berlin, 11.12.2014

Anlässlich der Vorstellung des neuen Chancenspiegels der Bertelsmann-Stiftung bezweifelte der DPhV-Bundesvorsitzende Heinz-Peter Meidinger erneut die Aussagekraft und die Konzeption der Studie. Kriterien und Methodik seien höchst umstritten, so der Verbandschef in Berlin. Insbesondere sei der Versuch, regionale Unterschiede bei der Bildungsbeteiligung und bei Drop-out-Quoten direkt dem jeweiligen Schulangebot zuzuschreiben, unsinnig.
„Der Chancenspiegel spiegelt nicht die Chancengerechtigkeit bzw. Chancenungerechtigkeit wider, sondern er spiegelt nur etwas vor, nämlich einen objektiven Bewertungsmaßstab für die Bildungssysteme der Länder zu haben. Das ist aber trotz eines beeindruckenden Tabellen- und Diagrammaufwands nicht der Fall!“, ergänzte der Verbandschef.

B>Meidinger verwies darauf, dass beispielsweise Abiturquoten nichts über die jeweilige Studierfähigkeit aussagten. Beispielsweise unterschlage die Bertelsmann-Stiftung, dass Abiturienten aus verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedliche Erfolgsquoten bei Studienabschlüssen aufwiesen. Auch sage die Höhe der Inklusionsquote gar nichts darüber aus, wie intensiv und erfolgreich Kinder mit Behinderungen in den jeweiligen Bundesländern gefördert würden. .

Deshalb, so der Verbandsvorsitzende, sei der tatsächliche Informationswert der jeweils neuen Auflage des Chancenspiegels sehr gering.

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Kevin Kraus
05.12.2014 18.53
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Schleswig-Holstein
Notenfreie Grundschule gescheitert
Von Ulf B. Christen |
05.12.2014 07:00 Uhr

Die Einführung der notenfreien Grundschule in Schleswig-Holstein ist gescheitert. Nach einer Umfrage des Bildungsministeriums haben fast 90 Prozent der Grundschulen beschlossen, ihre Schüler weiter zu benoten. Nur gut zehn Prozent der Schulen setzen auf Berichtszeugnisse. Die CDU forderte Schulministerin Britta Ernst (SPD) auf, die Anti-Noten-Verordnung ihrer Vorgängerin Waltraud Wende aufzuheben.

Kiel
. „Die Schulen haben die Möglichkeit der eigenverantwortlichen Entscheidung genutzt“, sagte die Sprecherin des Bildungsministeriums, Patricia Zimnik. Befragt wurden in den vergangenen Wochen alle 482 Grundschulen oder Grundschulteile. Nur 65 Schulen (13,5 Prozent) folgten der Anti-Noten-Verordnung und stiegen auf Berichtszeugnisse (Kompetenzraster) um. In den anderen 417 Grundschulen beschloss die Schulkonferenz, in der Klasse vier und teils auch Klasse drei weiterhin Noten zu geben.
„Klarer kann die Ablehnung nicht ausfallen“, sagte die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen. „Schulministerin Ernst muss die Anti-Noten-Verordnung umgehend aufheben“, forderte Franzen. „Ich kann SPD, Grüne und SSW nur davor warnen, ihren Kurs gegen den Willen von Eltern, Schülern und Lehrkräften weiter fortzusetzen.“

Von dem klaren Pro-Noten-Ergebnis wurde auch das Ministerium überrascht. Ex-Ministerin Waltraud Wende hatte stets darauf verwiesen, dass eine Mehrheit der Bildungswissenschaftler Noten als demotivierend ablehnt. [...]

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Landespolitik/Schleswig-Holstein-Notenfreie-Grundschule-gescheitert
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Kommentar
Ulf B. Christen zu Notenzeugnissen in Grundschulen
Von Ulf B. Christen |
05.12.2014 07:14 Uhr

Der Kampf um die Schulnoten ist entschieden. Die übergroße Mehrheit der Grundschulen hält an Ziffernzeugnissen fest und das gegen den ausdrücklichen Wunsch des Bildungsministeriums. Dieses klare Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die frühere Schulministerin Waltraud Wende und für die Kuschelpädagogen von SPD, Grünen und SSW.

Die Reformtheoretiker wollten Schleswig-Holstein über Nacht zum Anti-Noten-Land Nummer eins in Deutschland machen und sind damit in der Schulpraxis zu Recht kläglich gescheitert.


Diese Botschaft ist bei Wendes Nachfolgerin Britta Ernst offenbar noch nicht angekommen. Die neue Ministerin lehnt eine Kurskorrektur bisher ab. Sie verschenkt damit leichtfertig die Chance, Wendes Irrweg zu beenden, zu einer mehrheitsfähigen Bildungspolitik zurückzukehren und so zumindest ein bisschen Schulfrieden zu stiften.
Dabei liegt der Kompromiss im Notenkampf auf dem Tisch. Viele Grundschulen favorisieren eine Kombination aus Noten und Kompetenzraster. Noten, damit die Eltern wissen, wo ihr Kind steht. Und Raster, um Stärken und Schwächen eines Schülers deutlich zu machen.

Britta Ernst sollte sich an die Spitze dieser Bewegung setzen. Tut sie es nicht, droht ihr wie Wende ein Desaster. CDU und FDP wollen ab Januar fleißig Stimmen für verbindliche Kombi-Zeugnisse sammeln und dürften dafür eine klare Mehrheit erhalten. Es ist also höchste Zeit, den verlorenen Kampf gegen Noten zu beenden und das rot-grüne-blaue Reformhandtuch zu werfen.


http://www.kn-online.de/Lokales/Meinung/Kommentar-von-Ulf-B.-Christen-zu-Notenzeugnissen-in-Grundschulen

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Kevin Kraus
01.12.2014 09.17
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Philosoph über das Bildungssystem

„Wissenschaft ist nicht das Einzige“

Wir sind dem „Akademisierungswahn“ erlegen, sagt der Philosoph Julian Nida-Rümelin. Er warnt davor, Abitur und Studium allein als Statussymbole zu sehen.

taz: Herr Nida-Rümelin, warum haben Sie sich 1975 für ein Studium entschieden?

Julian Nida-Rümelin:
Wenn es mir jedenfalls ums Geldverdienen gegangen wäre, dann hätte ich einen anderen Beruf gewählt als Philosophieprofessor. Wir hatten vor Kurzem ein Treffen unseres Abiturjahrgangs. Und stellten fest, dass die beiden, die das Abitur nicht geschafft haben, unterdessen am meisten verdienen.

Warum wollten Sie studieren?

Ich habe auch andere Dinge erwogen. Ich wollte ursprünglich, wie mein Vater und Großvater Künstler werden. Für ein Studium habe ich mich dann entschieden, weil ich glaubte, das entspricht meinen Begabungen und meinen Interessen am besten. Meine Hauptbegabung, Mathematik, habe ich gar nicht studiert.

Weshalb nicht?

Weil man nicht unbedingt das machen muss, was einem am leichtesten fällt, sondern das, was einen am meisten interessiert.

Und der halben Million, die in diesem Jahr ihr Studium angefangen haben, sprechen Sie diese Vernunft ab?

Keineswegs, aber unter den 500.000 Studienanfängern sind viele, deren Interessen und Begabungen nicht auf Wissenschaft gerichtet sind. Wir haben jetzt einige Jahrzehnte der Bildungspropaganda gehabt nach dem Motto: Jeder, der irgend kann, sollte das Abitur machen und danach studieren. Das hat zur Folge, dass die Eltern inzwischen stärker massiven Druck ausüben, dass ihren Kindern das Abitur ermöglicht wird.
 
Und?

Viele Kinder haben offensichtlich große Probleme, diesen Schulabschluss zu schaffen, und geraten am Ende auf einen Bildungsweg, der ihnen nicht liegt.

Haben Sie einen Beleg aus Ihrem universitären Alltag?

Die Qualität der Hausarbeiten hat sich geändert in den vergangenen Jahren. Manche Studierende kommen zu mir in die Sprechstunde und sagen: Ich habe nicht gewusst, dass Wissenschaft so eine große Rolle spielt im Studium.

Wovor haben Sie wirklich Angst? Dass das universitäre Niveau sinkt?

Der gegenwärtige Akademisierungstrend droht in der Tat sowohl die berufliche als auch die akademische Bildung zu beschädigen. Die berufliche, weil diese nur dann eine Zukunft hat, wenn in ihr das gesamte Begabungsspektrum vertreten ist und nicht nur die, die anderweitig gescheitert sind; und die akademische, weil sie ihren Wissenschaftsbezug verliert.

Sie aber fordern, dass weniger Menschen studieren. Sie sprechen sogar vom Akademisierungswahn.

Meine Kritik des Akademisierungswahns ist auch eine Kritik am akademischen Bildungsdünkel. Ich kann nicht erkennen, warum eine besondere Begabung, nämlich die der kognitiven Intelligenz, das Maß aller Dinge sein soll. Warum nicht genauso technische, handwerkliche, kaufmännische, soziale und ästhetische Kompetenzen wertgeschätzt werden. Das sollten wir ändern, und zwar schon in den allgemein bildenden Schulen.

Sollten die Hochschulen nicht vielmehr noch stärker geöffnet werden für Menschen, die den üblichen Qualifikationsweg über das Abitur nicht gehen?

In der Tat, die Hochschulen sollten allen, die die entsprechenden Fähigkeiten und Interessen mitbringen, offen stehen. Ich bin für ein durchlässigeres Bildungssystem, als das, das wir gegenwärtig haben, ich bin gegen Sortierung von Neunjährigen, ich habe mich in dem vorausgegangenen Buch zur Philosophie einer humanen Bildung sogar zum Erschrecken mancher gegen ein selektives Bildungssystem ausgesprochen.

Was ich aber kritisiere, ist die irrige Vorstellung, dass die Erhöhung der Akademikerquote ein Beitrag zu sozialer Mobilität ist. Großbritannien etwa hat eine doppelt so hohe Akademikerquote wie Deutschland. Nun raten Sie mal, welches Land ein deutlich höheres Maß an sozialer Mobilität aufweist?

Sagen Sie es uns!

Natürlich ist es Deutschland. Weil man hier bislang zur Mittelschicht gehören kann, ohne studiert zu haben. Das ändert sich gerade durch das, was ich Akademisierungswahn nenne.

Sie könnten ebenso gut fordern: Gleicher Lohn für alle.

Das tue ich. Ich finde es schlicht erschreckend, dass eine Erzieherin in einer Krippe die Stadt München als Wohnort sich de facto nicht leisten kann. Die Vergütung des öffentlichen Dienstes ist ein Skandal. Ich kann nicht einsehen, weshalb eine Altenpflegerin mit einer fünfjährigen Ausbildung nicht genauso viel verdienen kann wie ein Akademiker.

Weil sich dann niemand mehr die Altenpflege leisten kann?

Unsere Gesellschaft kann sich vor allem den Pflege- und Betreuungsnotstand nicht leisten, der sich abzeichnet.

Ist es nicht vielmehr so, dass das Abitur ein Kernbestand der Mittelschichtsreligion geworden ist?

Das ist genau das, was ich kritisiere. Eine verfestigte Bildungsideologie, bei der man sagt, das Statussymbol meiner Schicht ist nicht mehr der Stern auf der Autohaube, sondern dass alle meine Kinder Abitur haben. Das ist eine Fehlentwicklung und geht im Übrigen an den sozialen Realitäten völlig vorbei. Absolventen der Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften in Deutschland haben im Schnitt ein niedrigeres Monatseinkommen als Handwerker und Techniker.

Müsste man nicht Elektriker mit Elektroingenieur vergleichen? Der verdient besser.

Sie glauben, Jugendliche sind immer schon auf einen Weg festgelegt? Viele schwanken, was ihr Berufs- und Lebensweg sein soll, ob sie Schreiner oder Kunsthistoriker werden wollen. Und da geht es nicht nur um Verdienstmöglichkeiten.

Das Thema des Verdienstes haben Sie ins Spiel gebracht.

Weil das ein wichtiger Teil der Propaganda ist. Studiert nur, dann verdient ihr eine Million mehr im Leben. Eine gefährliche und nachweislich falsche Botschaft.

Akademiker haben ja ihre Kinder, zumindest in der Bundesrepublik, schon immer überwiegend auf die Uni geschickt.

Zutreffend ist, dass der Anteil von Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund an den Universitäten, aber auch in den Vorständen von Unternehmen viel zu niedrig ist. Da ist auch das Bildungssystem gefordert. Integration wird man aber nicht dadurch fördern, dass man das duale System der beruflichen Bildung abwrackt – im Gegenteil, das hat eine stärkere Integrationswirkung als eine Universität.

So argumentieren auch Konservative: Das Bildungsniveau ist runtergegangen, die Leute sind kaum in der Lage, Proseminare zu bestehen. Eigentlich ist der Bachelor kaum mehr als ein klassisches Abitur von früher. Worauf wollen Sie hinaus?

Ich denke, die verschiedenen Studiengänge an den Universitäten sollten ihre eigenen Aufnahmeprüfungen etablieren, um zu verhindern, dass Menschen, die für dieses Studium nicht das Engagement, die Interessen und die Begabungen mitbringen, diesen falschen Weg gehen. Und warum gehen die Kinder in den Gymnasien nicht in Handwerksbetriebe und schauen sich das mal an. Ein wachsender Teil will mit dem Abitur nicht unbedingt studieren. Die Folge des aktuellen Akademisierungswahns sind steigende Abbrecherquoten. 48 Prozent der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften brechen unterdessen ab.

Man könnte aber auch sagen: Nicht die Leute sind falsch – wenn die Hälfte es nicht schafft, machen die Universitären vieles falsch.

Sicher ist das auch richtig, aber die beliebte Methode „Senkt weiter die Standards“ geht nicht auf. Ich sage: Lasst die Qualitätsstandards bestehen und sorgt dafür, dass nicht ein wachsender Anteil von Studierenden die für sie offenkundig falsche Entscheidung trifft. Wer sich mit höherer Mathematik schwertut, aber ein Gespür für technische Vorgänge und ein Interesse daran hat, der ist im Ingenieurstudium an einer TU nicht gut aufgehoben. Dem ginge es an einer Fachhochschule oder auch im dualen System besser, und wenn dann auch eine Meisterprüfung avisiert wird, sind die beruflichen Perspektiven vergleichbar gut.

Also wenn der Schreiner partout studieren will?

Kann er – nach der Meisterprüfung – und soll er, wenn er das Interesse und die Fähigkeiten dazu mitbringt.

Als Philosoph müssten es Sie doch freuen, wenn auch der Schreiner in seinem Werkstoffstudium mal was über Hegel oder Nussbaum gehört hat.

Ja, klar, deshalb soll es meines Erachtens ja mehr Allgemeinbildung geben – auch in der beruflichen Bildung. Da muss man die Berufsschulen stärken. Aber die Vorstellung, die müssten alle ein wissenschaftliches Studium absolvieren, ist grotesk. Das ist auch eine massive Überschätzung der Rolle von Wissenschaft. Sie ist wichtig, aber nicht das Einzige auf der Welt.

http://www.taz.de/!150331/

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Kevin Kraus
21.11.2014 15.23
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German.CHINA.ORG.CN
Britischer Bildungsbeamter plädiert für chinesische Unterrichtsmethode

Ein britischer Bildungsbeamter hat die Grundschulen in seinem Land aufgerufen, zur traditionellen Methode des „Frontalunterrichts“. zurückzukehren, um den Erfolg in China zu reproduzieren, wie die Daily Mail am Sonntag berichtete.

Die Methode, bei der ein Lehrer frontal die Klasse als Ganze unterrichtet, sei viel effektiver als das moderne Schüler-zentrierte Lernen, wie der Staatsminister für Schulen im britischen Bildungsamt, Nick Gibb, sagte. Er plädierte dafür, dass Schulen in ganz England die Methode des „Frontalunterrichts“ übernehmen, insbesondere im Fach Mathematik und in den Naturwissenschaften.

Die Methode des „Frontalunterrichts“ wurde hauptsächlich in Großbritannien bis zu den 1950er Jahren angewendet. Danach galt die Methode als autoritär und wurde durch den Schüler-zentrierten Ansatz ersetzt. Unter dem neuen System wurden Schüler motiviert, Erkenntnisse in ihrem eigenen Tempo zu „entdecken“, häufig in Kleingruppen, wobei der Lehrer ihnen Unterstützung anbietet.

Die Methode des „Frontalunterrichts“ hat sich in China als populär und effektiv erwiesen. In den chinesischen Grundschulen sitzen die Schüler in Tischreihen vor dem Lehrer und der Tafel. Videos haben gezeigt, dass der Lehrer mit der gesamten Klasse 72 Prozent der Zeit in chinesischen Klassen interagiert, verglichen mit nur 25 Prozent in England. Forschungen zeigen, dass Kinder in China bis zu 30 Prozent höhere Punkte in Mathe als britische Schüler in demselben Alter erzielen.

Da Shanghais Schüler die besten Leistungen im Programm für Internationale Schülerbewertung, veranstaltet von der Organisation für Wirtschaftskooperation und -entwicklung, zeigten, wurden im September sechzig von Chinas besten Mathelehrern aus Shanghai an ausgewählte britische Schulen eingeladen, um ihre Fähigkeiten weiterzugeben, in dem Bestreben, den Standard in Großbritannien zu heben, während einige britische Lehrer nach Shanghai flogen, um über Lehrmethoden in China zu lernen.

http://german.china.org.cn/culture/txt/2014-11/18/content_34080736.htm

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Kevin Kraus
14.11.2014 05.42
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

shz.de
Pädophilie-Debatte : Nord-Grüne haben Vergangenheit aufgearbeitet


Grünen-Forderungen nach Straffreiheit für pädophile Handlungen gab es auch in Schleswig-Holstein. Einen entsprechenden Beschluss auf Landesebene gab es aber nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe.

Kiel | Pädophile Forderungen hat es in der Vergangenheit auch bei den Grünen in Schleswig-Holstein gegeben. Nach Erkenntnissen einer Arbeitsgruppe des Landesverbands spielte das Thema Pädosexualität in den Debatten und archivierten Dokumenten aber allenfalls eine marginale Rolle. „Die Forderungen nach Straffreiheit für pädophile Handlungen, wie sie nach unserem jetzigen Kenntnisstand gelegentlich auch in unserem Landesverband formuliert wurden, sind völlig indiskutabel“, sagte die zur Arbeitsgruppe gehörende Landesvorsitzende Ruth Kastner am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse. Die Grünen lehnten derlei Forderungen entschieden ab und distanzierten sich davon, sagte Kastner.

Weil die Partei wegen ihres früheren Umgangs mit Pädophilen-Gruppen in der Kritik stand, hatten die Nord-Grünen bereits Ende vergangenen Jahres die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit zu diesem Thema angeschoben. Am Mittwoch wollen die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter und der Leiter des Instituts für Demokratieforschung der Uni Göttingen in Berlin die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vorstellen. Sie ging Vorwürfen nach, die Partei habe in den 1980er Jahren pädophile Aktivisten unterstützt.

Auf Landesebene gab es nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Beschluss, der die Forderung nach Straffreiheit für einvernehmlichen Sex mit Schutzbefohlenen und Kindern unterstützte. Allerdings stießen die Grünen bei ihren Recherchen auf ein Diskussionspapier der Arbeitsgruppe Schwule und Lesben, das an das gedruckte Landtagswahlprogramm 1987 angehängt worden war. Titel: „Schwule und Lesben – für sexuelle Gleichberechtigung“.

Darin wurde nach Kastners Angaben mit verschleiernden und nebulösen Formulierungen für eine Abschaffung der Altersschutzgrenzen im Sexualstrafrecht plädiert. Demnach sollte einvernehmlich alles erlaubt sein, da auch das Kind und der Jugendliche das Recht auf Verwirklichung ihrer Sexualität mit einem Erwachsenen hätten. Nach Angaben der Grünen waren diese eindeutig der pädosexuellen-Szene zuzuordnende Formulierungen aber ausdrücklich nicht Bestandteil des verabschiedeten Programms.

Warum das gedruckte Programm das Diskussionspapier enthielt, können sich die Grünen noch nicht erklären. „Das ist ein dubioser Vorgang“, sagte Grünensprecherin Claudia Jacob. Der Verfasser des Textes war später Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion. 2002 wurden auf seinem Dienstcomputer kinderpornografische Bilder gefunden. Er wurde danach umgehend entlassen und verließ die Partei.
[...]
Der Aufarbeitungsprozess der Partei gehe weiter.
shz.de 11.11.2014

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Kevin Kraus
10.11.2014 10.17
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Krippenausbau in Deutschland – Gebt den Eltern das Kommando

Der Staat lässt nicht nach in seinem Eifer, Krippen zu bauen. Das wird als bildungspolitischer Fortschritt gefeiert. Auch die Wirtschaft ist glücklich. Nur die Babys fragt keiner. Heute hat Familienministerin Manuela Schwesig zum Krippengipfel nach Berlin geladen.

06.11.2014, von Georg Meck

Der Krippenausbau in Deutschland kommt voran. Die Eltern sind glücklich, so tönt es allenthalben, und das Volk – zumindest dessen jüngster Teil – schlauer. Nur könnte alles noch viel schneller gehen. Und natürlich braucht es dazu noch mehr Geld vom Steuerzahler. Viel mehr Geld. „Alleine ein bundeseinheitlicher Personalschlüssel von einer Erzieherin auf vier Kinder kostet pro Jahr 1,6 Milliarden Euro“, sagt Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). „Wir müssen darüber reden, was zur Qualität gehört und wie wir es bezahlen.“ Teurer wird es in jedem Fall, dabei gibt der Staat im Haushalt 2015 schon so viel Geld für Betriebskosten der Kitas aus wie noch nie.

Am Donnerstag nun ist Krippengipfel in Berlin. Offiziell nennt sich die Veranstaltung Bund-Länder-Konferenz, vereinbart werden soll erstmals ein gemeinsamer Fahrplan für die „Qualitätsentwicklung“ in den Kitas. Geladen hat Ministerin Schwesig. Gefeiert wird eine Zahl, über die Zeitgeist und Politik sich verständigt haben, sie als Triumph zu deuten: Der Anteil der Kinder unter drei Jahren, die außer Haus betreut werden, hat sich binnen sieben Jahren verdoppelt. Im Osten verbringt jedes zweite Kleinkind, im Westen jedes vierte den Tag oder zumindest mehrere Stunden getrennt von den Eltern – ein radikaler Wandel, allgemein gerühmt als Befreiung junger Familien sowie als bildungspolitischer Fortschritt.

Kinder sind unsere Zukunft, schallt es durchs Land. Kinder sind wichtig, Kinder sind kostbar. So kostbar, dass die Verantwortung dafür nicht dem Einzelnen überlassen werden darf? Der Staat muss es richten, drauf hat sich die herrschende Meinung geeinigt, zugespitzt ausgedrückt: Familienfreundlich ist, was die Familie ersetzt. Das Kind in der Krippe ermöglicht den Eltern Karrieren (was die unbedingt begrüßen) und macht den Nachwuchs klüger: „Bei vielen Kindern verdoppelt sich sogar die Chance, später ein Gymnasium besuchen zu können“, ist als Erkenntnis von Ministerin Schwesig überliefert.

Vater Staat übernimmt die Macht in den Familien


Das Planziel von 800.000 Krippenplätzen in Deutschland ist zum Greifen nahe, nur an der politischen Erziehung der Eltern hapert es. Immer noch hat eine Mehrheit ihre Kleinsten lieber daheim als in die Krippe. Wer es so hält, muss damit rechnen, Sätze wie diesen zu hören: „Keine Mutter kann ihrem Kind das bieten, was eine Krippe bietet.“ Der Ausspruch wird einer sozialdemokratischen Staatssekretärin in Rheinland-Pfalz zugeschrieben. In der Debatte um das Betreuungsgeld, vulgo „Herdprämie“, trat offen zu tage, unter welchem Generalverdacht Eltern heute stehen, als die Grünen-Politikerin Sylvia Löhrmann klagte, „das Aufdecken familiärer Gewalt“ werde durch „Heim- und Herdprämien schwieriger“.

Gegen diese Haltung regt sich nun Widerstand: Wertkonservative treffen sich mit Staatsskeptikern aus dem linken Milieu im Protest gegen das, was sie als „Krippenwahn“ bezeichnen. Wenn die Siedlungen mit jungen Familien sich tagsüber leeren, nirgendwo mehr Geschrei zu hören ist, weil alle Babys auswärts untergebracht sind, läuft etwas falsch im Land, dachte der Münchner Autor Rainer Stadler – selbst Vater zweier Kinder, politisch eher links verortet – und hat ein leidenschaftliches Buch gegen die „Machtübernahme des Staates in den Familien“ geschrieben. „Vater Mutter Staat“ (eben im Ludwig-Verlag erschienen) liest sich wie eine Kampfschrift gegen „das Märchen vom Segen der Ganztagsbetreuung“.

Ähnlich scharf attackiert der Kinderarzt Herbert Renz-Polster, Wissenschaftler an der Heidelberger Universität und vierfacher Vater, den „Belagerungsring“ um das Kleinkind. „Die Kindheit ist unantastbar“ heißt sein neues Buch (Beltz-Verlag), in dem er die Eltern auffordert, das Recht auf Erziehung zurückzufordern.

[...]

faz.net 06.11.2014

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Kevin Kraus
05.11.2014 13.45
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

shz.de

Rekrutierung verhindern : Schulen in SH wappnen sich gegen Salafisten

vom 2. November 2014
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Experten suchen Strategien gegen religiösen Extremismus. Ein Frühwarnsystem soll islamistische Anwerbe-Versuche verhindern.

Kronshagen/Kiel | Die Schulen im Land wappnen sich gegen Anwerbeversuche von Salafisten und islamistisch motiviertes Mobbing. Am Dienstag berät im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) in Kronshagen erstmals eine Expertenrunde, wie sich Strategien für den Umgang mit religiösem Extremismus unter Jugendlichen entwickeln lassen. Beteiligt sind das Bildungsministerium, Schulräte, Polizei und Verfassungsschutz, der Rat für Kriminalitätsverhütung, der Arbeitskreis Kinder- und Jugendschutz sowie Vertreter aus der Lehrerfortbildung. Zu den Zielen gehört eine Art Frühwarnsystem gegen dschihadistische Nachwuchssuche.

Wachgerüttelt hat das Bildungsministerium offenbar eine Kieler Schule, die hatte dringenden Unterstützungsbedarf signalisiert. Ministeriumssprecher Thomas Schunck tut sich schwer, von einem regelrechten Anwerbe-Fall zu sprechen. „Es gab dort ein paar Beobachtungen, die das Lehrerkollegium dazu veranlasst haben, Rat zu suchen.“ Kurzfristig kam es daraufhin allein für Angehörige dieser Schule zu einem Seminar. Aus Bremen wurde ein Spezialist geholt, der mit dem Bundesamt für Flüchtlinge zusammenarbeitet. „Was wir jetzt vorhaben, besitzt einen großen Prophylaxe-Anteil“, sagt Schunck. Heißt: Man möchte die Lehrer für den Fall rüsten, dass da etwas kommt.

Das Landeskriminalamt (LKA) weiß von „einigen wenigen Fällen“, in denen es in Schleswig-Holstein Rekrutierungsversuche von Jugendlichen durch Salafisten gab. Allerdings hätten sich diese außerhalb von Schulen abgespielt, so Behördensprecher Uwe Keller. Darüber hinaus seien indes „in sehr wenigen Fällen Sachverhalte bekannt geworden, in denen die religiöse Prägung von Schülern zu Störungen im Schulbetrieb geführt hat“. Dabei hätten Schüler versucht, auf Klassenkameraden religiösen Einfluss zu nehmen. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass Mädchen mit muslimischem Hintergrund bedrängt werden, wenn sie keinen Schleier tragen oder am Schwimmunterricht teilnehmen.

Wachsamkeit gegenüber einer extremen islamistischen Beeinflussung Heranwachsender ist offenbar besonders in Lübeck, Neumünster, Kiel und Pinneberg geboten. Diese Städte nennt die Polizei als Schwerpunkte der salafistischen Szene in Schleswig-Holstein.
Dem Personenkreis gehören landesweit laut Verfassungsschutz gut 200 Menschen an, „diverse davon im jugendlichen Alter“. Schließlich spreche die salafistische Ideologie vornehmlich jüngere Leute an, unterstreicht LKA-Sprecher Keller. Im Fokus der Dschihadisten stünden Jugendliche ohne familiären und sozialen Halt. Diese Zielgruppe gilt für ein einfaches Weltbild und ein neues, ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl als besonders empfänglich.

Ein weiterer Indikator, wie sehr das Thema Pädagogen unter den Nägeln brennt, kommt von der Hermann-Ehlers-Akademie in Kiel. Die bietet am 24. November ein Seminar mit dem Titel „Salafismus und religiöses Mobbing als Herausforderung des Schulalltags“ an – speziell für Lehrkräfte und vom IQSH als Fortbildungsveranstaltung anerkannt. „Das Seminar ist dermaßen überbucht, dass wir schon einen zweiten Termin angesetzt haben – der auch schon fast voll ist“, berichtet Studienleiter Volker Matthée. „Das zeigt, dass das offenkundig ein Thema an den Schulen auch in Schleswig-Holstein ist.“

Die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Initiative des Landes, ein Konzept für den Umgang mit salafistischen Tendenzen auf den Weg zu bringen. „Wir können davor nicht die Augen verschließen“, sagt Geschäftsführer Bernd Schauer. Er hofft nicht nur auf einen Leitfaden und Fortbildungsangebote. Noch wichtiger ist Schauer eine Liste mit Experten, die Lehrern bei kritischen Beobachtungen umgehend verständigen und um Rat fragen können.

„Wir wollen uns am 4. November erstmal sortieren und gucken, wer an welcher Stelle sein Knowhow in ein Konzept einbringen kann“, erklärt IQSH-Sprecherin Petra Haars. „Es ist ein erster Baustein dessen, was wir im Land vorhaben.“

Autor: Frank Jung
http://www.shz.de/schleswig-holstein/meldungen/schulen-in-sh-wappnen-sich-gegen-salafisten-id8086046.html

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Kevin Kraus
04.11.2014 15.24
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Presseerklärung
Philologenverband Schleswig-Holstein
Muhliusstraße 65, 24103 Kiel

22% – Unterirdischer Zustimmungswert
für Schulpolitik von SPD, Grünen und SSW


– Siegmon: „Schönreden und Ignoranz erklärt irreparablen Vertrauensverlust“ –

„Die vernichtend hohe Ablehnung der Schulpolitik von SPD, Grünen und SSW, wie sie in der jüngsten NDR-Umfrage ermittelt wurde, überrascht mich überhaupt nicht“, stellte Helmut Siegmon, Vorsitzender des Philologenverbandes Schleswig-Holstein (PhV) nüchtern fest. Siegmon dazu: „Fast achtzig Prozent Ablehnung trotz, oder vielleicht gerade auch wegen des angeblich breitesten Bildungsdialogs, können die Vertreter der Küstenkoalition nicht einfach damit vom Tisch wischen, dass die Bürger die ´tolle` Bildungspolitik mit dem ´besten Schulgesetz` und der ´modernsten Lehrerbildung in Deutschland` noch nicht verstanden haben. Im Gegenteil: diese Haltung signalisiert einen Mangel an Respekt gegenüber den Bürgern sowie ein Schwinden an Realitätssinn und erklärt die rasante Erosion an Vertrauen in das politische Personal von Rot-Grün-Blau in Sachen Bildungspolitik.“

Der Pädagoge weiter: „In den Schulen und Lehrerzimmern spürt man schon lange, wer die unbezahlbare ideologiegeleitete Reformflut auszubaden hat: die Lehrerinnen und Lehrer, indem sie immer mehr unterrichtsfremde und strittige Aufgaben aufgedrückt bekommen, sowie die Schülerinnen und Schüler, deren Zukunftschancen auch deswegen durch einen verantwortungslos hohen Unterrichtsausfall aufs Spiel gesetzt werden.“

„Solange die SPD entsprechend der Beschlusslage ihrer Arbeitsgemeinschaft für Bildung AfB, die vielfältigen Weichenstellungen in Richtung ´Eine Schule für alle`/´Einheitsschule` gegen das Gymnasium gemeinsam und in blinder Gefolgschaft der Grünen und des SSW stur weiterverfolgt und die Öffentlichkeit über dieses tatsächliche Ziel mit Beschwichtigungsformeln im Unklaren lässt, solange wird die Wiedergewinnung von Vertrauen misslingen“, erläutert der PhV-Vorsitzende. „Die Bürger lassen sich mit dem monotonen Schönreden bildungspolitischer Fehlleistungen nicht mehr länger hinters Licht führen! Das ist die Botschaft, die SPD, Grüne und SSW bezüglich der dramatischen Ablehnung ihrer umstrittenen Schulpolitik alarmieren sollte“, erklärte Siegmon abschließend.

Helmut Siegmon
(1.Vorsitzender)

Jens Finger
(Pressesprecher)


http://www.phv-sh.de/aktuelles/pressemitteilungen/

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Kevin Kraus
28.10.2014 05.50
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Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin
Philosoph, Mitglied der Akademie der Wissenschaften

Warum der Akademisierungswahn unser Bildungssystem zerstört
Veröffentlicht: 25/10/2014 14:53 CEST Aktualisiert: 25/10/2014 16:34 CEST

Unser Bildungssystem befindet sich in einer Krise: Die Reformanstrengungen der letzten zwei Jahrzehnte haben zweifellos manches verbessert, zugleich waren sie jedoch nicht von einer kulturellen Leitidee getragen.
Sie verfolgten bescheidene Ziele, wie das der internationalen Anschlussfähigkeit und der Verbesserung der beruflichen Verwertbarkeit, und haben doch in eine tiefe Krise des Bildungssystems als Ganzes geführt.

Wenn meine Diagnose zutrifft, hängt das eine mit dem anderen zusammen: Gerade weil diese Bildungsreformen glaubten, ohne kulturelle Leitidee auskommen zu können, haben sie grundsätzliche Probleme heraufbeschworen, die nicht durch die Korrektur an der einen oder anderen Stelle behoben werden können, sondern nur durch einen Richtungswechsel.

Für einen solchen Richtungswechsel plädiert diese Schrift.

Ihr Titel, »Der Akademisierungswahn«, weckt Ressentiments. Als ich ihn zum ersten Mal verwendete, reagierte ich auf die immer gleichen Argumente einer unterdessen verfestigten Bildungsideologie.

Demnach könne es doch nur gut sein, wenn so viele Menschen wie möglich studieren, Bildung sei schließlich eine Investition in Produktivität und wirtschaftliches Wachstum. Zudem globalisiere sich der Arbeitsmarkt und Deutschland habe sich an internationalen Standards zu orientieren, um mithalten zu können.

Die Ansprüche an einzelne Berufe seien stetig gestiegen, was für eine Verlagerung der betreffenden Ausbildung an die Hochschulen spreche. Außerdem liege es doch auf der Hand, dass eine weiter steigende Studierendenquote wünschenswert ist, solange Akademiker mehr verdienen als Nichtakademiker. Auch die geringere Arbeitslosigkeit unter Akademikern wird als Argument für eine weiter steigende Studierendenquote vorgebracht.

Wir werden sehen, dass keines dieser Argumente bei genauerer Betrachtung haltbar ist. Dies zu erkennen erfordert weder übermäßige Intelligenz noch jahrelange Beschäftigung mit den Befunden der Bildungsforschung.

Umso überraschender ist, dass sich diese Argumente so hartnäckig halten. Darin liegt für mich die eigentliche Herausforderung: Eine attraktive Alternative aufzuzeigen, ein anderes, im Kern humanistisch und pragmatistisch geprägtes Bildungsverständnis zu Grunde zu legen und damit mehr Respekt vor Individualität und kultureller Vielfalt zu zeigen.

Die These des Akademisierungswahns lässt sich in folgender Weise ausdifferenzieren:

1. Es ist falsch, Jugendlichen zu suggerieren, dass sie auf ihrem Bildungsweg gescheitert sind, wenn sie nicht die Hochschulreife erreichen und dann ein Studium aufnehmen.
1.1. Es ist in Sonderheit falsch, die Tatsache zu kritisieren, dass sich ein Teil der Studienberechtigten für einen Ausbildungsberuf entscheidet.
1.2. Es ist falsch, die gestiegenen Abbrecherquoten pauschal als ein didaktisches Versagen der Hochschullehre zu interpretieren.

2. Der generelle Trend, immer mehr Berufsausbildungsgänge zu Hochschulstudiengängen umzubilden, ist falsch.
2.1. Das Bestreben, einen möglichst großen Anteil der Berufsausbildung an die Hochschulen zu verlagern, zeugt von mangelndem Respekt gegenüber der Qualität der beruflichen Bildung.
2.2. Auf diese Verlagerung sind die Universitäten und oft auch die Fachhochschulen nicht vorbereitet.
2.3. Die Akademisierung der beruflichen Bildung ist in der Regel mit einem Qualitätsverlust und nicht mit einem Qualitätsgewinn verbunden.

3. Die demografische Entwicklung lässt die Jahrgangsstärken jedenfalls für den überschaubaren Zeitraum der nächsten zwei Jahrzehnte sinken. Ein weiteres Anwachsen der Studierendenquote bedeutet daher in der Konsequenz ein – sicher unbeabsichtigtes – Abwracken der nichtakademischen Berufsbildung im dualen System.
3.1. Schon heute bestehen die größten Lücken im Arbeitskräfteangebot nicht im akademischen, sondern im nichtakademischen Sektor.
3.2. Nur wenn das gesamte Begabungsspektrum auch in nichtakademischen Berufen präsent bleibt, haben diese eine gute Zukunft.
3.3. Die Vorstellung, sozialer Aufstieg manifestiere sich in einer Abkehr vom Handwerklichen, Technischen und generell vom Praktischen, ist in vielen Kulturen der Welt aus erklärlichen historischen Gründen tief verankert. Und dies beeinflusst auch solche Kulturen, die aufgrund der zünftischen Tradition einen eigenen Handwerkerstolz, eine Hochschätzung des Haptischen, des Technischen, des Handwerklichen und Gestaltenden kennen. Dazu zählt – möglicherweise sogar an vorderster Stelle weltweit – der deutschsprachige Raum in Europa. Aber auch in Italien gibt es diese Tradition, was wenigstens zum Teil das hohe Niveau des verarbeitenden Gewerbes in Italien erklärt.

Eine zentrale Ursache des Akademisierungswahns der letzten Jahre ist der internationale Vergleich. Es lässt sich allerdings rasch feststellen, dass dieser regelmäßig in die Irre führt. So wird die Akademikerquote in den USA gerne mit über 40 % beziffert, während sie – bei Vergleich des Vergleichbaren – nach meiner Einschätzung im Sinne des deutschen Bildungssystems bei unter 10 % liegen dürfte.

Unterschiedliche Bildungssysteme haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Nichts liegt mir ferner, als zu behaupten, die spezifisch deutsche Bildungstradition, die wir gegenwärtig abwracken, sei anderen Bildungssystemen überlegen. Für Bildungschauvinismus besteht keinerlei Anlass.

Was ich aber kritisiere, ist die aktuelle Normierungstendenz, die Standardisierung und Verflachung unter dem Motto der Globalisierung und die damit zusammenhängende Tendenz, Chimären zu entwickeln, das heißt: nicht etwa das US-amerikanische Bildungssystem zu kopieren, sondern einzelne Teile daraus mit anderen Teilen zu kombinieren, ohne dass erkennbar wäre, wie das eine mit dem anderen passend gemacht werden könnte.

Ich wende mich mit dieser Schrift also nicht nur gegen eine falsch verstandene Bildungsglobalisierung, sondern auch gegen den verbreiteten Bildungseklektizismus.

Unterdessen zeichnet sich selbst bei der OECD ein vorsichtiger Kurswechsel ab. Er drückt sich zwar bislang nicht in einer Korrektur der bisherigen Empfehlungen aus, den tertiären Sektor, also den Anteil der Studierenden, besonders in Deutschland und Österreich, deutlich zu erhöhen, um internationale Standards zu erreichen.

Immerhin aber lobte die OECD das duale System in Deutschland mehrfach und regt seine Implementierung auch in anderen Ländern an. Den Gesetzen der Logik folgend müsste die OECD ihre bisherigen Empfehlungen korrigieren, denn das duale System hat bei Fortsetzung des jetzigen Akademisierungstrends keine Zukunft.

Besonders gefreut hat mich, dass diese Debatte am Ende sogar in die Koalitionsverhandlungen, an denen ich noch für einen anderen Bereich, nämlich die Kulturpolitik, teilgenommen hatte, Eingang fand:

»Die berufliche Bildung in Deutschland ist ein Erfolgsmodell und bietet vielen Menschen eine hervorragende Qualifizierung und damit einhergehende positive Karriere- und Lebenschancen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung unseres künftigen Fachkräftebedarfs und Wohlstands. Die Koalition wird einen Schwerpunkt auf die Stärkung der beruflichen Bildung legen.« Später: »Wir wollen die duale Ausbildung stärken und modernisieren.«

Zur Zeit der Veröffentlichung des Interviews leitete ich die Grundwerte-Kommission der SPD (2009 – 2013), und schon von daher wurden meine Stellungnahmen mit großer Verwunderung aufgenommen.

War es nicht die SPD, die jahrelang für eine unbegrenzte Ausweitung des Hochschulzugangs eingetreten war und das Leistungsprinzip an den Schulen in Frage stellte? Hatten nicht die Konservativen dagegengehalten und vor einem Qualitätsverlust des Gymnasiums gewarnt?

Tatsächlich gab es diese parteipolitischen Frontstellungen vor allem in den 1970er Jahren, aber das ist lange her.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts hat sich eine allumfassende Koalition gebildet, die den OECD-Standards oder das, was dafür gehalten wird, auch in Deutschland nacheifert.

Selbst die CSU in Bayern rühmt sich unterdessen der Verdoppelung des Jahrgangsanteils der Hochschulzugangsberechtigten innerhalb weniger Jahre. Die Auseinandersetzungen fokussierten seit Ende der 1990er Jahre zunehmend auf Strukturfragen und klammerten die Bildungsinhalte und die gesellschaftlichen und kulturellen Leitideen in auffälligem Gegensatz zu den Bildungsreformen Anfang des 19. Jahrhunderts, aber auch in den 1960er Jahren weitgehend aus.

Entgegen der Vermutung vieler Journalisten erfuhr ich aus allen Teilen des politischen Spektrums ein erstaunliches Maß an Zustimmung, aber auch gelegentlich deutliche Ablehnung – aus BDI und Grünen-Milieus kam die heftigste Kritik, der »bildungs-ökonomische Komplex« reagierte teilweise allergisch, aus dem Mittelstand, den Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern, aus der IG Metall und beiden Volksparteien kam dagegen überwiegend Zustimmung.

Das Thema eignet sich einfach nicht für die übliche vordergründige Politisierung. Es ist nicht grundsätzlich konservativ, sich gegen eine weitere Akademisierung auszusprechen, und es ist nicht grundsätzlich progressiv, diese zu befürworten.

Nicht nur die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sondern auch die Bildungsabteilung des Bundes Deutscher Industrie blieben ihrer bisherigen Linie treu und befürworten eine weitere Akademisierung15, obwohl im Jahre 2013 zum ersten Mal die Zahl derjenigen, die ein Studium aufnahmen, höher war als die Zahl derjenigen, die eine Lehre begannen.

Aber die Einsicht wächst, dass eine Fortsetzung des eingeschlagenen Pfades in der Tat schon bald in eine »Bildungskatastrophe« münden könnte. Diese Bildungskatastrophe bestünde dann nicht mehr darin, dass ein Großteil der Bevölkerung, insbesondere aus bildungsfernen Schichten, nur unzureichend gebildet wäre, wie Georg Picht 1964 zu Recht beklagte, sondern in einer umfassenden Dequalifizierung in beiden Bereichen, sowohl dem der beruflichen als auch dem der akademischen Bildung.

Das duale System aus staatlicher Berufsschule und Ausbildung im Unternehmen oder im Handwerksbetrieb würde kollabieren, die Verlagerung von nichtakademischen Ausbildungen an die Universitäten würde diese ihrer Praxisorientierung berauben.

Das Spezifikum eines wissenschaftlichen Studiums, nämlich die Forschungsorientierung, ginge verloren, und eine allgemeine oberflächliche Kompetenzorientierung würde Fachwissen generell entwerten. Einige Spitzenuniversitäten würden sich in der Forschung hervortun und wissenschaftliche Nachwuchskräfte heranbilden, während das Gros der Studierenden mit Wissenschaft nicht wirklich in Kontakt kommt: Kaum Bildung für die Vielen, Exzellenz für ganz Wenige.

Die privaten Angebote im Bildungssektor würden den Zusammenhang zwischen Geldbeutel der Eltern und eigenem Bildungserfolg verdichten und die seit den 1980er Jahren auch in Deutschland zunehmend erkennbare Bildungsklassengesellschaft verfestigen.

Die USA sind – entgegen ihrer Tradition – im Bildungswesen sozial noch selektiver als Deutschland. Das Vorbild würde, jedenfalls vor dem Hintergrund der deutschen und europäischen Bildungstradition, zum Albtraum.

Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland, das nach wie vor, anders als in fast allen übrigen westlichen Ländern, eine zentrale Rolle spielt, würde mangels geeigneter akademischer und nichtakademischer Fachkräfte ins Ausland abwandern. Made in Germany verlöre seinen Glanz.

Das 80-Millionen-Volk, das zusammen mit den USA (317 Mio. Einwohner) und China (1,34 Mrd. Einwohner) um den ersten Platz als Exportnation ringt, würde auf die mittleren Plätze abrutschen. Die deutsche Bildungs-Jeremiade hätte endlich Substanz.


Damit es nicht so weit kommt, ist eine neue Reformperspektive erforderlich, die Humanisierung und Leistungsanspruch, Differenzierung und gleiche Anerkennung, Globalisierung und Vielfalt verbindet.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch:

"Der Akademisierungswahn. Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung" von Julian Nida-Rümelin, Körber-Stiftung, 256 Seiten mit 5 Tabellen und 7 s/w-Abbildungen, Klappenbroschur | 13 x 20 cm
ISBN: 978-3-89684-161-2, 16,00 € (D)

huffingtonpost.de 25/10/2014

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Kevin Kraus
23.10.2014 20.43
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Schleswig-Holsteinischer Elternverein e.V.

Astrid Schulz an Eltern im SHEV

Der Philosoph Konrad Paul Liessmann im Interview
Bildung und Bildungsexperten: „Das schließt einander aus“


21.10.2014, 12:42 Uhr | t-online.de

Sogenannte Bildungsexperten, Medienschaffende, Politiker – alle fordern sie Reformen, wenn es um das Thema Bildung geht. Dabei wissen die meisten gar nicht, was Bildung eigentlich bedeutet, glaubt der österreichische Philosoph und Universitätsprofessor Konrad Paul Liessmann. Sein neues Buch „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ ist eine Polemik, in der er scharfe Kritik am deutschen Bildungssystem übt – wie auch im Interview mit t-online.de.

t-online.de: „Geisterstunde“ – was steckt hinter diesem Buchtitel? Warum beginnen Sie jedes Kapitel mit „Es ist gespenstisch“?


Konrad Paul Liessmann: Weil ich der Meinung bin, dass es im Bildungssystem Fehlentwicklungen gibt, die gespenstische Züge tragen. Diese Phänomene sind wie Geister, die auftauchen. Plötzlich kursieren Begriffe, die keiner mehr zu hinterfragen wagt: Inklusion, Individualisierung, Pisa, Bologna. Das Ganze wird dann in irgendeiner Schul-, Lehrplan- oder Studienreform umgesetzt und kurze Zeit später wieder revidiert. Das ist wie ein Spuk. Kaum ist es da, ist es schon wieder weg.
Denken Sie an die Debatte in Deutschland um G8/G9. Was war das für ein Geschrei. Dann macht man das, verunsichert Eltern und Schüler und kommt nach zwei oder drei Jahren darauf, das war doch nicht so toll. Dann kehren die einen wieder zu G9 zurück, die anderen bleiben dabei, die dritten versuchen vielleicht etwas ganz anderes. Das ist nichts Wirkliches mehr, nur noch Oberfläche. Ein gespenstisches Phänomen.

Wo liegt denn der Fehler? Sind die falschen Leute am Werk?

Medien, Bildungsexperten, Bildungspolitiker haben ganz verschiedene Vorstellungen davon, was falsch läuft. Jeder fordert schnell eine Reform. Das heißt, die Analyse ist schon einmal sehr ungenau und unausgegoren. Das Zweite ist, wir tendieren dazu, anlassbezogene Reformen zu machen: Da ist irgendwo der Fall eines Kindes oder einer Problemschule und schon glauben wir, wir müssen gleich eine große Reform machen. Anstatt erst zu versuchen – was ja das Vernünftige ist – im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten zu schauen, kann ich das lösen oder nicht. Reformen sind immer teurer als mit den vorhandenen Mitteln etwas zu verbessern. Und drittens: Ich glaube, wir können vor allem im Bildungssektor eine Reformgetriebenheit beobachten. Jeder Bildungspolitiker glaubt versagt zu haben, wenn er nicht irgendeine Reform umgesetzt oder zumindest verkündet hat. Das führt dann zu Hektik und kontraproduktiven Entwicklungen.

[...]

Die Bildungsexperten – brauchen wir die überhaupt?

Wir brauchen keine Bildungsexperten – wir brauchen Bildung. Man könnte auch sagen, wir brauchen gebildete Bildungsexperten, aber das schließt einander offenbar aus.

Das Interview führte Maria Magdalena Held.

Text vollständig bei t-online.de 21.10.2014

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