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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Politisch korrekte Sprache
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Sigmar Salzburg
02.04.2014 07.43
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Rassen gibt es trotzdem nicht

Der Neandertaler im Europäer

Gene von Neandertalern haben den Fettstoffwechsel von modernen Europäern offenbar stärker beeinflusst als den von Asiaten und Afrikanern. Die Bewohner des europäischen Kontinents dürften davon profitiert haben...


Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und des CAS-MPG Partner Institute for Computational Biology in Shanghai...

Zudem untersuchten die Forscher, wie die Neandertaler-Varianten den Fettstoffwechsel beim modernen Menschen beeinflussen. Dabei fanden sie bei Menschen europäischer Abstammung evolutionäre Veränderungen in der Fettkonzentration und in der Bildung von Stoffwechselenzymen im Gehirn. „Wir wissen nicht, wie sich diese veränderte Fettkonzentration auf das Gehirn auswirkt. Aber schon die Tatsache, dass Neandertaler-Gene den Aufbau unseres Gehirns verändert haben könnten, ist äußerst interessant“, erklärte Khaitovich.
spiegel.de 2.4.14

Solche Befunde sind natürlich kein Grund, regionale Unterschiede in den menschlichen Fähigkeiten zu vermuten, weswegen wissenschaft.de diesen Teil des Ergebnisses gar nicht erst erwähnt.

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Sigmar Salzburg
30.03.2014 15.59
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„Die Neger“ von Jean Genet darf nicht umbenannt werden

Umbenennung? Abgelehnt. Der Regisseur Johan Simons wollte für seine Inszenierung bei den Wiener Festwochen dem Drama „Die Neger“ von Jean Genet einen neuen Titel verpassen – doch der Theatermacher Peter Stein, der das Stück aus den Fünfzigern ins Deutsche übersetzt hat, lehnt einen solchen Eingriff ab.

Er habe das Stück umbenennen wollen, weil es „von einem weißen Autor für ein weißes Publikum geschrieben wurde, weil es um die rassistischen Klischees geht, die Weiße entwickelt haben, und weil ich das Stück bis zum Ende zeigen will“, erklärte Simons im Interview mit dem KulturSPIEGEL...

spiegel.de 30.3.2014

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Sigmar Salzburg
28.03.2014 11.16
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Bitte, es geht doch!

Blitz-Reaktion nach Elbers-Machtwort

Stadt löscht halben Gutmensch-Duden!


• Von G. ALTENHOFEN
Düsseldorf – Das ging blitzschnell! Der umstrittene Gutmensch-Duden der Stadt Düsseldorf, der uns lehren sollte, „geschlechtergerecht“ zu sprechen – wurde jetzt zur Hälfte von der Homepage des Düsseldorfer Frauenbüros gelöscht.

BILD-Berichte über die Internet-Broschüre „Klartext! Arbeitshilfe für geschlechtergerechtes Formulieren“ (z.B. „gerecht teilen“ statt „brüderlich teilen“) hatten eine scharfe Diskussion ausgelöst. OB Dirk Elbers (CDU) beendete die Kontroverse schließlich mit seinem Machtwort, dass der Gutmensch-Duden in Teilen überholt werden müsse.

Bis die neue Broschüre vorliegt, hat man bei der Online-Version schon mal etliche „alberne Formulierungen“ (so hatte Elbers sie genannt) diskret gelöscht. So fehlen plötzlich u.a. die Vorschläge „Besser ‚Notlage‘ als ‚Not am Mann‘“ oder „Besser ‚unscheinbare Person‘ als ‚Graue Maus‘“.

Auch „Nippes-Feminismus“ (O-Ton „Rheinische Post“) wie „Milchmädchenrechnung“ oder „Heulsuse“ steht jetzt nicht mehr auf dem Index...

bild.de 25.3.2014

Wenn BILD nun auch noch das dumme ss-Deutsch aus der Rechtschreibung streichen würde, wäre fast alles wieder beim alten (guten Deutsch).
40 km weiter südlich, an der Uni Köln, arbeiten die SprachverhunzerInnen jedoch noch ungestört weiter.

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Sigmar Salzburg
17.03.2014 17.10
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Vom Gleich-Stellungskrieg

Knapp die Hälfte der Studierenden an Österreichs Universitäten verfügen über Auslandserfahrung... 87 Prozent der Studierenden und Absolventen in Österreich stuften bei der Studie „Students First Choice 2013“ ihre Sprachkompetenz in Englisch mit „verhandlungssicher“ ein....
diepresse.com 14.03.2014

Man hat hier zu Recht vermieden, von „Studierenden und Absolvierenden“ zu sprechen. Daraus folgt, daß an der Stelle der „Studenten“ auch die „Studierenden“ nicht gleichwertig sind, sondern gen(der)-veränderte Sprachfälschungen.

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Sigmar Salzburg
13.03.2014 08.20
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N-Wörter sind heute das große Tabu!

Feridun Zaimoglu am 20.1.13 : Das politisch korrekte Sprechen ist eine Sprachstellung der bürgerlichen Verklemmungen... Alle wollen alles verbieten – was soll der Blödsinn? Ich fange gleich mal mit einem kleinen Regelverstoß an: Ficken ist schön...

Wie spießig! F-Wörter gehören doch seit Jahrzehnten zum Repertoire der Trivial-Realistik. N-Wörter sind das neue Tabu! Aus aktuellem Anlaß erweitere ich daher Zaimoglus Regelverstoß ins Zeitgemäße:

Seit Jahren suchen Negerbanden der Nigeria-Connection arglose Bürger mit großen Gewinnversprechungen zu finanziellen Vorleistungen zu übertölpeln. Einer davon, ein Jaja Ogolo,
„personal attorney to the Late Mr. P. Salzburg“ (mir unbekannt), will nun dessen hinterlassene 10,5 Millionen Dollar an den rechtmäßigen Erben bringen und hat mich deswegen angeschrieben ...

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Sigmar Salzburg
27.02.2014 12.11
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Deutsche Sprachpolizei

Hilfe, mein Name ist nicht korrekt!
Von bösen Straßenschildern und bösen Familiennamen
Von Reinhard Mohr

[Bild]
Das Schild der Mohrenstraße in Berlin-Mitte: Hier ist unter anderem das Bundesjustizministerium ansässig. (picture-alliance/ dpa)

Unser Autor Reinhard Mohr macht sich Gedanken über seinen politisch unkorrekten Nachnamen. Wenn schon die Berliner Mohrenstraße unter Rassismus-Verdacht steht, wie verhält es sich dann bei einem wie ihm, der auch so heißt?

Gestatten, mein Name ist Mohr. Reinhard Mohr. Mohr mit o-h, wohlgemerkt. Nie habe ich Stammbaumforschung oder Etymologie betrieben, aber soviel weiß ich: Mohr kommt von Maure, ein ursprünglich griechisches Wort, das dunkel- und schwarzhäutige Menschen bezeichnet. Ich aber bin weiß.

Unzählige Male bin ich in meinem Leben mit dem abgewetzten Zitat aus Schillers „Fiesco“ konfrontiert worden: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“ Haha. Ein Zitat übrigens, das falsch ist. Richtig muss es heißen: „Der Mohr hat seine Arbeit getan …" ...

Doch jetzt ist Schluss mit lustig. Seit Neuestem steht mein Familienname unter akutem Rassismus-Verdacht. Der Mohr soll gehen, und zwar für immer. Den Anfang soll die Mohrenstraße in Berlin-Mitte samt der gleichnamigen U-Bahn-Station machen. Weg damit! Das fordert jedenfalls der Berliner „Tagesspiegel“ und hat gleich eine sehr originelle Alternative parat: die Nelson-Mandela-Straße.

Das ist konsequent antirassistisch gedacht, nachhaltig, transparent, interkulturell sensibel, antifaschistisch und antimilitaristisch. Schließlich rührt der Straßenname aus jener Zeit vor rund 300 Jahren, als sogenannte „Hofmohren“ beim preußischen König und im Heer für Musik und Unterhaltung sorgten...

Auf Erden aber praktizieren die Namens- und Sprachreiniger noch eine ganz andere Strategie als die Denunziation vermeintlich rassistischer Bezeichnungen: Das neue Nebeldeutsch, ein vermeintlich fortschrittliches Kauderwelsch, das im Wortsinn keine Diskriminierung, also keine Unterscheidung mehr duldet. Der semantische Kern ist zum Schwamm geworden, der alles aufsaugt und neutralisiert.

Willkommenskultur, Inklusion, Gendergerechtigkeit, strukturelle Nachhaltigkeit, postkonventionelle Partizipationsformen, interkulturelle Sensibilität, Transparenz: Schaumgummi-Vokabeln wie diese sollen die freie Anschauung der vielfältigen und konfliktreichen Wirklichkeit apriori standardisieren und vereinheitlichen.

Die perfekte Sprachregelung: Alles soll vorgegeben, angeglichen, gleich gemacht werden. Ein tendenziell totalitäres Vodoo. Semantik als Religion der Guten und Gerechten, die rein begriffliche Beschwörung einer schönen neuen Welt, in der nur Böswillige und hoffnungslos Rückständige den gesellschaftlichen Frieden stören.

Schlimmstenfalls heißt der Uneinsichtige auch noch Mohr, Reinhard Mohr. Dann kann er wirklich gehen.

Reinhard Mohr ... geboren 1955, ist freier Journalist...

Deutschlandradio Kultur.de 26.2.2014

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Sigmar Salzburg
23.02.2014 07.59
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Sprachpolizeiliche „Neger“-Ausrottung

Neues dazu bringt Thomas Paulwitz in der Jungen Freiheit. Sogar alte Übungsblätter für Legastheniker, die die Buchstabenfolge REGEN variieren, gelten nun als „rassistisch“.

Die absurde Verfemung des Wortes ist ein Virus der 90er aus den USA.

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Sigmar Salzburg
20.02.2014 11.51
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So_genannte korrekte Sprache

Das häufig gebrauchte Wort „sogenannt“ wird seit etwa 200 Jahren zusammengeschrieben. Der Gedanke, es in der Orthographie aufzuspalten, ist einer der dümmsten und lächerlichsten Einfälle der Schreibreformer. Obwohl man die herkömmliche Schreibung wieder zugelassen hat, hat sich die alberne Spaltung doch so in Köpfen und Apparaten festgesetzt, daß man sie auch in besseren Druckerzeugnissen noch vorfindet.

Im „Leipziger Wortschatz-Portal“ sind daher jetzt zwei parallele Untersuchungen nötig: „so genannte“ und „sogenannte – alte Rechtschreibung von so genannte“. Durch diese Klassifizierung wird suggeriert, daß die alte Schreibung die überholte sei. Ein Blick auf die Häufigkeit zeigt aber, daß trotz Unterwerfungseifer und Automateneinsatz die bewährte Schreibung immer noch (hoffentlich zunehmend) überwiegt.

Die Verwendung des Wortes unterscheidet sich naturgemäß kaum. „Sogenannt“ lenkt üblicherweise die Aufmerksamkeit auf ein weniger bekanntes Wort oder einen neu eingeführten Begriff. Es kann aber auch distanzierend oder ironisch gebraucht werden. Das gibt manchmal Anlaß zu Mißverständnissen.

Gerade brachte man im Humanistischen Pressedienst die Empörung eines Externen „Was heisst „sogenannte“ Terrorzelle NSU?“ über Akif Pirinçcis Verwendung des Wortes in diesem Zusammenhang. Der Empörte hatte es also als Distanzierung verstanden. Aber „Terrorzelle“ ist nun keineswegs ein gebräuchliches Wort und enthält auch bereits ein Urteil. Insofern war der Gebrauch durchaus korrekt.¹

Seltsamerweise hat der Religionsgegner Pirinçci auch bei den religionsgegnerischen Humanisten kaum Rückhalt, weil er, für Linke viel entscheidender, des Rassismus und der Intoleranz gegen den islamistischen Flügel seiner Artgenossen bezichtigt wird. Das führt mitunter zu skurrilen Ergebnissen:


Auch den NSU-Prozess und die türkischen Proteste wegen angeblich vorenthaltener Beobachtersitze lässt der in Istanbul geborene Autor nicht ungeschoren. In der Türkei säßen mehr Journalisten im Gefängnis als in dem gesamten Münchener Gerichtssaal überhaupt hineinpassten.

Für „Radio Bremen“ ist Pirinçci nach solchen Entgleisungen nur noch „ein Volksverhetzer, beseelt von Goebbelsscher Perfidie“. Der Regierungssender verhängt über Pirinçci die Höchststrafe: und entzieht dem gebürtigen Türken sogar das Prädikat „Migrationshintergrund“. Er ist jetzt laut „Radio Bremen“ nur noch „rassistischer Hassprediger unter den deutschen Intellektuellen“.
Da haste’s, Pirinçci: Für deinen Verrat musst du für den Rest deines kümmerlichen Hetzer-Lebens als „Deutscher“ durch die Welt gehen.
preussische-allgemeine.de 13.4.13

Die „Preußische Allgemeine Zeitung“ hat sich übrigens erst 2009 der ss-Erpressung der Kultusminister gebeugt.

¹) Ich erinnere mich an eine Diskussion in der Bürgerinitiative gegen Atomanlagen vor fast 40 Jahren. Damals wollten wir darauf hinweisen, daß solche Anlagen durch „Terrorismus“ gefährdet seien. Ein Exil-Chilene bestand aber darauf, den Begriff durch „Sabotage“ zu ersetzen, wohl um „Freiheitskämpfer“ nicht als „Terroristen“ bezeichnen zu müssen.

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Sigmar Salzburg
18.02.2014 18.38
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Kein „Sinti- und Roma-Schnitzel“

Sinti und Roma ist keine Eigenbezeichnung der Deutschen Sinti

Der Dachverband der deutschen Minderheit der Sinti, die Sinti Allianz Deutschland äußert ihre tiefe Verärgerung über das immer wieder stereotyp verwendete „Sinti-und-Roma’. Dieses Konstrukt wird von der Mehrheit der Sinti in Deutschland vehement abgelehnt...

Sinti und Roma ist die Erfindung des Zentralrat Deutscher Sinti und Roma e.V.. Diese Bezeichnung hat der Verband Zentralrat damals in der 80er Jahren eingeführt und nicht die Sinti-Bevölkerung. Deshalb kann hier nicht von Eigenbezeichnung die Rede sein...

Die Gruppen haben eine jeweils unterschiedliche geschichtliche und linguistische Entwicklung genommen und unterscheiden sich darüber hinaus in ihren Werten, Normen und Verhaltensweisen voneinander. Die Bezeichnung ‘Sinti und Roma’ eine irreführende Gleichsetzung zwischen den Ethnien produziert ...

02elf.net 17.2.2014

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Sigmar Salzburg
04.02.2014 20.48
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Ein Meister in Deutschland

Die bevorstehenden Wahlen in der Türkei sind der eigentliche Grund für Erdogans Besuch: Er ist auf Wahlkampftour... Entsprechend euphorisch wurde der Titel einer Veranstaltung mit 3000 Besuchern im Berliner Tempodrom am Abend gewählt. „Berlin trifft den großen Meister“, so wurde sie in den deutschen Medien angekündigt. Diese Übersetzung des türkischen „büyük Lider“ ist allerdings „politisch korrekt“ ausgefallen. Verständlich. Denn eigentlich müsste es heißen: "Berlin trifft den großen Führer.“
welt.de 4.2.14

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Sigmar Salzburg
29.01.2014 12.14
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Feridun Zaimoglu im Interview

Lieber Feridun, Du bist ja ein Freund der klaren, rauen Sprache. Gerade in Deinen ersten Büchern ging es oft heiß her. Gab es damals Beschwerden über Deine Sprache?

Zaimoglu:
Erst sah man in mir den Rüpel aus der Abseite, dann den Salonartisten. Ich scheue nicht das offen Wort; ich bin, wenn es denn die Geschichte mir abverlangt, nicht verlegen, eine Figur in Nachahmung ihrer Wirklichkeit sprechen zu lassen. Lehrer und Kulturkonservative waren entsetzt. Manch ein Buchhändler lud mich als die Attraktion der Saison ein. Nach der Lesung wurde ich aber kühl entlassen. Mein Fehler: Ich nannte den Deutschländer beim Namen. Sehr schnell, schneller als erwartet, wurde aus der Verdammungsvokabel ‘Kanake’ das Modewort der Salonlinken....

Mekonnen Meshgena vom Referat „Migration & Diversity“ der Heinrich-Böll-Stiftung fand die „Kleine Hexe“ beim Vorlesen so „rassistisch“, dass er den Verlag alarmierte. Nun hat der Verlag angekündigt Otfried Preußlers Buch sprachlich zu modernisieren. Wie bewertest Du als Autor diesen aktuellen Sprachstreit?

Zaimoglu:
Das politisch korrekte Sprechen ist eine Sprachstellung der bürgerlichen Verklemmungen. Das ersetzte Unwort erzeugt eine Leerstelle. Das ‘richtige’ Ersatzwort besteht aus Pappe, Hirn und Spucke. Es stammt aus dem Fachjargon der Gebildeten und Gelehrten: kein Feuer, keine Entflammungsgefahr, ödes Zeug. Die dunklen Worte – gekappt, verboten, verfemt – setzen sich im Gedächtnis der unteren Volksmassen fest. Ein Dicker heißt nunmehr Bürger mit molligem Hintergrund – man darf ihn nicht mehr als Fettsack bezeichnen. Der von Bildungsingrimm befeuerte Ausländer tilgt das Rauhe und Ruppige. Alle wollen alles verbieten – was soll der Blödsinn? Ich fange gleich mal mit einem kleinen Regelverstoß an: Ficken ist schön...

Sie bezeichnen sich als Deutscher und Kiel als Ihre Heimat. Vor kurzem wurden Sie von einem Schriftstellerkollegen als “Ärmelschonerliterat” bezeichnet: Sie würden sogar Gartenzwerge sammeln, damit man bloß nicht auf die Idee komme, dass Sie kein Deutscher sind.

Als ich das las, war ich sehr erschrocken, weil bei mir in der Küche ein Mehlsack umfiel...

Eren Güvercin 20.1.13/ 13.11.10

2006, als die „Rechtschreibreform“ auf der Kippe stand, hat er seinen Roman „Leyla“ noch in der traditionellen Rechtschreibung erscheinen lassen, vielleicht in der Hoffnung, als deutscher Klassiker anerkannt zu werden. Aber warum sollte er nun standhafter sein als Martin Walser?

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Sigmar Salzburg
28.01.2014 19.50
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Neues Etikett

Osnabrück.- Die niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, hat Diskothekenbetreiber dazu aufgerufen, ihr Personal zu größerer Sensibilität anzuhalten...
28.1.2014

Strebte man nicht bis vor kurzem „Integration“ an? Jetzt hat man das auf „kommt und nehmt“ reduziert.
Frau Schröder-Köpf versuchte sich 2001 auch an der neuen Rechtschreibung und kann jetzt ihre damalige Unfähigkeit als Willen zur Reform der Reform verkaufen.

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Sigmar Salzburg
27.01.2014 09.33
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Politisch korrektes Gedenken

Jan Fleischhauer schrieb in Spiegel.de 10.1.2011:

Zu den Meinungen, mit denen man sich in Deutschland aus gutem Grund unmöglich macht, gehört die Verharmlosung der Nazi-Diktatur. Wer heute von den Opfern sprechen würde, die „im Namen des Nationalsozialismus“ ihr Leben ließen, hätte sich diskursmoralisch zu Recht disqualifiziert. Wenn umgekehrt die Abgeordnete Sahra Wagenknecht angesichts der 90 Millionen Toten, die auf das Konto des praktischen Marxismus gehen, von den Verbrechen spricht, „die im Namen des Kommunismus begangen wurden“, findet komischerweise niemand etwas dabei.
Spiegel.de 10.1.2011

Bei der Vergangenheitsbewältigung ähneln sich die politischen Kräfte:

Beim politischen Jahresauftakt der Linken hat Fraktionsvize Sahra Wagenknecht das Gedenken an die Stalinismusopfer verweigert... Nachdem sie an der Gedenkstätte der Sozialisten gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Oskar Lafontaine einen Kranz niedergelegt hatte, machte sie um den Gedenkstein für die Stalinismusopfer einen großen Bogen – im Gegensatz zu den beiden Linke-Chefs Bernd Riexinger und Katja Kipping sowie Fraktionschef Gregor Gysi.
welt.de 13.1.14

Die rechtsextreme NPD hat am Freitag im sächsischen Landtag einen Eklat verursacht... Die NPD-Abgeordneten verließen den Plenarsaal, als sich die anderen Parlamentarier zum Gedenken für die Opfer des Nazi-Regimes und des Zweiten Weltkrieges erhoben. Die NPD wollte nur der Opfer der Bombardierungen deutscher Städte durch alliierte Luftangriffe gedenken.
welt.de 22.01.05

(Man beachte nebenbei das obligatorische Kombinations-Gedenken, um die Luftkriegsverbrechen der Alliierten mit den Naziverbrechen zu überdecken.)

Die zahlreichen Verbrechen, die im Namen des „Kommunismus“ begangen wurden, sollen ... nicht verschwiegen werden, vielmehr muss das Nachdenken über die Gründe des Scheiterns dieses humanistischen Versuchs integraler Bestandteil der Diskussion um zukünftige Alternativen sein.
trend.infopartisan 10/03

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Sigmar Salzburg
18.01.2014 14.49
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Behördensport Nazi-Scrabble

Wolfratshausen – Die Zulassungsstelle verweigerte dem Spediteur Heinrich Hasch Kennzeichen HH...
20 Jahre lang fährt die Fahrzeugflotte des Wolfratshauser Spediteurs Heinrich Hasch mit dem Kennzeichen TÖL-HH durch die Lande. Es sind die Initialen des Unternehmers, sie erleichtern die Zuordnung, sind den Kunden bekannt – und neuerdings verboten. Zumindest in der Kfz-Zulassungsstelle von Wolfratshausen. Der Grund: Die Buchstabenkombination könnte als NS-Ideologie verstanden werden. „Heinrich Himmler“ und „Heil Hitler“ grüßen vom Kennzeichen, sozusagen...
merkur-online.de 15.1.14

Vielleicht sollte Herr Hasch in die Hansestadt Hamburg (HH) umziehen:

Verstößt das HH-Kennzeichen gegen die guten Sitten?

In vielen Regionen wird HH für Nummernschilder seit einiger Zeit nicht mehr vergeben, weil es als politische Bedeutung missbraucht werden könnte. Auch in Hamburg sind gewisse Kombinationen verboten...

Das Abendblatt fragte beim zuständigen Hamburger Landesbetrieb Verkehr nach. Tatsächlich sind auch in der Hansestadt zahlreiche Buchstabenkombinationen verboten. So dürfen aufgrund eines Senatsbeschlusses vom 5. Juli 1985 nach dem HH die Buchstabenkombinationen HJ (Hitlerjugend), KZ (Konzentrationslager), NS (Nationalsozialismus), SA (Sturmabteilung), SS (Schutzstaffel) und SD (Sicherheitsdienst) nicht mehr zugeteilt werden. Die Abkürzung HH ist hingegen weiterhin erlaubt, Änderungen diesbezüglich sind auch nicht geplant.

Für einige Regionen in Norddeutschland gelten darüber hinaus weitere Verbote: So wird im Kreis Steinburg die Kombination IZ-AN nicht vergeben, weil es das Wort Nazi rückwärts darstellt. Im Kreis Dithmarschen ist die Kombination aus HEI-L untersagt.

abendblatt.de 16.1.2014

Mit diesen Albernheiten wurde ich bereits vor achtzehn Jahren behördlich belemmert, nebenbei aber auch schon mit dem „amtlichen“ ss-Diktat.

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Sigmar Salzburg
18.01.2014 11.19
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Correctness-Terroristen wieder erfolgreich

Der Bonbonhersteller Haribo reagiert auf Rassismusvorwürfe von Kunden – und nimmt seinen „Skipper Mix“ nach Angaben eines Konzernsprechers in Schweden und Dänemark vom Markt. Dort war schon seit Wochen vor allem im Netz über die salzigen Lakritzfiguren diskutiert worden. Die Süßigkeiten haben die Form von Masken und Gesichtern, die an afrikanische, asiatische oder indianische Kunst erinnern...

spiegel.de 17.1.14

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