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Unwichtige Geschichtsfälschungen
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Sigmar Salzburg
02.01.2014 11.10
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Wortgeschichtsfälschung

Nach der Bezeichnung „Neger“ haben nun die Sprachgutmenschen das veraltende Wort „Mohr“ als Daumenschraube für die Sprach-Inquisition entdeckt. Thomas Paulwitz spießt in der „Jungen Freiheit“ die neuen Anwendungsgebiete auf, unter anderem in der einschlägigen Arbeit einer dilettierenden Quoten-Wissenschaftlerin:

Gern von den Medien zitiert wird Susan Arndt, Literaturprofessorin in Bayreuth mit den Arbeitsgebieten „Kritische Weißseinsforschung“ und „Rassismus“. Sie hat im Unrast-Verlag, der ein linksextremes Themenspektrum bedient, ein Buch über „Afrika und die deutsche Sprache“ veröffentlicht.

Darin behauptet Arndt allen Ernstes: „In dem Wort [Mohr] steckt das griechische ‚moros‘, das ‚töricht‘, ‚einfältig‘, ‚dumm‘ und auch ‚gottlos‘ bedeutet, und das lateinische maurus, welches für ‚schwarz‘, ‚dunkel‘, bzw. ‚afrikanisch‘ steht.“ Leider hat Arndt offenkundig weder von Griechisch noch von Latein eine Ahnung. Das hier gemeinte griechische Wort „μωρός“ spielt für die Geschichte des Wortes „Mohr“ überhaupt keine Rolle. Hier soll offenbar künstlich ein Rassismushintergrund aufgebaut werden.

Und das lateinische Wort für dunkel oder schwarz lautet nicht „maurus“, sondern „niger“ (daher die Bezeichnung „Neger“ = „Schwarzer“). „Maurus“ bedeutet im Lateinischen lediglich „maurisch“ oder „afrikanisch“ als geographische Bezeichnung für Nordafrika (Mauretanien) und hat wiederum griechische Wurzeln („ἀμαυρός“ = dunkel). Als die arabisch-islamischen Mauren im 8. Jahrhundert in Spanien einfielen, nannten die Spanier sie „los moros“. So gelangte das Wort „moro“ letztlich auch als „Mohr“ ins Deutsche...

jungefreiheit.de 28.12.2013

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Sigmar Salzburg
18.12.2013 13.21
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Nochmals Nordkorea

Onkel von Kim Jong Un aus Archiven gelöscht
Nach der Hinrichtung von Jang Song Thaek, dem Onkel von Machthaber Kim Jong Un, betreibt Nordkorea Geschichtsfälschung im großen Stil. Zehntausende Artikel wurden aus Online-Archiven gelöscht.


Nach der Exekution des Onkels von Machthaber Kim Jong Un, Jang Song Thaek, haben die Staatsmedien in Nordkorea beinahe ihre gesamten Online-Nachrichtenarchive gelöscht. Mehrere zehntausend Artikel seien von den Webseiten der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA und der Parteizeitung „Rodong Sinmun“ entfernt worden, berichtet das Nachrichtenportal „NK News“. Zuvor sei der Name des hingerichteten Jang bereits aus zahlreichen archivierten Artikeln gestrichen und der in Ungnade Gefallene aus Fotos und Videos herausgeschnitten worden, hieß es. Am Wochenende seien dann jedoch alle Artikel von der KCNA-Webseite verschwunden, die vor Oktober 2013 publiziert worden waren.

„Es gab zuvor auf der Webseite 35.000 Artikel auf Koreanisch mit einem früheren Datum als Oktober 2013“, zitierte „NK News“ den neuseeländischen Programmierer Frank Feinstein. „Selbst wenn sie den einen oder anderen Text übrig gelassen haben, sind doch 98 bis 99 Prozent aller Inhalte entfernt worden.“ Auch die Übersetzungen der Artikel ins Englische, Spanische, Chinesische und Japanische seien verschwunden. Aus dem Archiv von „Rodong Sinmun“ wurden rund 20.000 Artikel entfernt.

Nach Angabe von „NK News“ habe es noch nie zuvor eine Löschaktion dieser Größenordnung bei nordkoreanischen Medien gegeben. Die Archive der Webseiten richten sich vor allem an Nutzer aus dem Ausland: In Nordkorea selbst haben nur sehr wenige Menschen Zugang zum Internet, alle Informationen werden von den Staatsmedien kontrolliert.
n24.de 17.12.2013

Wenn das nicht an Winston Smith' Arbeit im „Ministerium für Wahrheit“ erinnert...(hpd.de)

... und an die „Rechtschreibreform“. In Korea geht es um die Vernichtung der Erinnerung an eine Person, in Deutschland hauptsächlich um die Beseitigung der Erinnerung an den 600jährigen Gebrauch des „ß“ als Silbenschlußzeichen – in Aufwand und Kosten sicher vergleichbar.

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Sigmar Salzburg
13.12.2013 07.59
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Die Fälschung der Vergangenheit

Kim Jong Un hat seinen Onkel und Mentor Chang Song Taek entmachtet. Nun müssen Nordkoreas Zensoren den Geschassten von Aufnahmen tilgen – eine Mammutaufgabe bei einem engen Vertrauten Kims. Erste Ergebnisse waren nun im Fernsehen zu sehen. ... in einer stalinistischen Diktatur gehört es eben dazu, den in Ungnade Gefallenen dann auch aus offiziellen Dokumenten zu tilgen ...
spiegel.de 9.12.2013

Das Vorgehen gleicht dem in der deutschen Rechtschreibdiktatur: Die in Ungnade gefallene traditionelle Orthographie wird in Gesetzen und Gebrauchstexten, ja sogar in Klassikertexten rückwirkend getilgt. Das gelingt oft nur unvollkommen, wie die Fallsammlung in dieser Rubrik zeigt.

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Sigmar Salzburg
11.12.2013 15.58
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Bei Spiegel-eines-Tages war wohl wieder mal Stoff-Ebbe.

Und immer Adolf ermüdet. Deshalb hat man dort nun zum x-ten Male auf die Sammlung älterer Jugendtagebücher zurückgegriffen, die im Fischer Scherz Verlag erschienen ist und natürlich zur Täuschung der gegenwärtigen jungen Leser in die Reformschreibung umgefälscht wurde. Das meiste in den Aufzeichnungen eines „Jens“ von 1992 beschränkt sich wiederum nur auf die „Korrektur“ der ss-Schreibung.

Elfmal wurde das herkömmliche „daß“ durch das wundervoll erleichternde „dass“, zweimal das „ß“ in anderen Wörtern durch „ss“ ersetzt. Allerdings hat man dabei zwei Wörter übersehen: „muß“ und „läßt“. Ein wohl echter alter Fehler ist stehengeblieben: „beschloßen“. Auch das heute für falsch erklärte „zur Zeit“ ist durchgerutscht, „so viel Scheiße“ könnte es allerdings auch vor der „Reform“ gegeben haben.


Ich glaube, dass Frederik auch nicht unbedeutend schuld daran ist. Ich tu fast alles, um bei ihm gut dazustehen, sogar meine Meinung läßt sich irgendwie von ihm beeinflussen. Ich bin total links, aber wenn er vor mir zum Beispiel seine rechten Witze reißt, lache ich lauthals los.
einestages.spiegel.de 11.12.2013

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Sigmar Salzburg
11.12.2013 12.26
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Dass-Deutsch im Stader Sonntagsblatt von 1856?

Sie tranken daraus das Blut der Kindsmörderin
10.12.2013 | Von Angelika Franz

Vor 40 Jahren fand Dietrich Alsdorf auf einem Feld bei Stade ein zerbrochenes Glas. Er steckte das merkwürdige Fundstück ein und bewahrte es auf. Mittlerweile scheint klar: Das Glas steht für die grausame Hinrichtung der Kindesmörderin Anna Brümmer...

Ein Zeitungsausschnitt aus dem „Stader Sonntagsblatt“ vom 25. Mai 1856, verfasst vom Pastor höchstpersönlich: „Weil die schöne Magd Anna Brümmer aus Balje ihr uneheliches Kind vergiftet hatte, starb sie in der Frühe des 9. Mai 1856 durch das Richtschwert.“

Der Pastor beschreibt zunächst detailliert die Stätte der Hinrichtung, einen Hügel mit einem Stuhl, dahinter Scharfrichter und zwei Gehilfen, zudem Militär und eine „zahllose Menge Volks“. Die darauffolgenden Zeilen lassen Alsdorf beim Lesen den Atem stocken. Sie beschreiben, was geschah, als der Kopf der Kindesmörderin am Boden lag: „Etwa sechs epileptische Kranke tranken darauf Blut, wozu sie vorher vor Anna Brümmers Augen die Gläser gereicht, natürlich ohne dass diese die furchtbare Bedeutung derselben ahnte.“

Der Brauch ist uralt und wurde schon in der Antike praktiziert... Die Kirche duldete das Treiben – und verdiente sogar daran...
spiegel.de 10.12.2013

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Sigmar Salzburg
26.11.2013 19.35
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Die Idylle hatte 2007 ein Ende

Ein Autor, der bleibt
Peter Kurzeck tot
Als Chronist des 20. Jahrhunderts wollte der Schriftsteller Peter Kurzeck noch vieles festhalten – nun ist er mit 70 Jahren gestorben...
Seine Bücher sind eng mit seinem Leben verbunden. Sein erster Roman »Der Nußbaum gegenüber vom Laden, in dem du dein Brot kaufst« erschien 1979. In seinen Büchern schilderte Kurzeck den Alltag einfacher Menschen in der hessischen Provinz und die Nachkriegszeit.
neues-deutschland.de 27.11.2013

Viele Zeitungen zitieren den Buchtitel richtig – nicht aber die FAZ, das einstige Bollwerk gegen die Rechtschreib„reform“:

26.11.2013 • Er war ein Chronist vom Schlage Walter Kempowskis und ein Abschweifer in der Tradition Jean Pauls: Zum Tod des großen Erzählers Peter Kurzeck...
Im Jahr 1979, inzwischen lebt Kurzeck in Frankfurt, erscheint sein Debütroman mit dem lustigen Titel „Der Nussbaum gegenüber vom Laden, in dem du dein Brot kaufst. Die Idylle wird bald ein Ende haben“.
faz.net 26.11.2013

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Sigmar Salzburg
22.11.2013 14.40
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Zum Affen gemacht:

Vor 60 Jahren wurde der größte Wissenschaftsskandal der Moderne enthüllt, der Schädel des angeblichen Ur-Menschen war eine plumpe Fälschung. Generationen von Forschern hatten sich narren lassen ...

Knapp 41 Jahre dauerte es, bis das Wintermärchen von 1912 am 21. November 1953 jäh zerplatzte. Wieder schrieb das Dörfchen Piltdown in der Grafschaft Sussex Weltgeschichte, wieder beherrschten Superlative die Schlagzeilen – diesmal allerdings ganz anderer Natur: Vom größten Betrug in der Wissenschaftsgeschichte war plötzlich die Rede. Das altehrwürdige National History Museum in London hatte kleinlaut einräumen müssen, dass sein berühmtestes Ausstellungsstück nichts weiter war als eine Fälschung – nun aufgedeckt durch eine neue Methode der Altersbestimmung...

Fortan stand Piltdown nur noch für Pfusch und Schwindel in der Wissenschaft... Der Blödsinn konnte nur deshalb so lange unentdeckt bleiben, weil der Fund bestehende Erwartungen schlagartig zu bestätigen schien – sicher eine interessante Fallstudie für jeden Sozialpsychologen...

einestages.spiegel.de 22.11.2013

Nun, den Piltdown-Schädel kann man aus der Vitrine nehmen, aber der Blödsinn „Rechtschreibreform“, der eine ganze Summe solcher Fälschungen und Scharlatanerien in sich vereinigt, ist schwer wieder aus Millionen Schädeln herauszubringen.

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Sigmar Salzburg
03.11.2013 08.05
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Friedrich Paulsen

Eben sehe ich die Notiz, in der Theodor Ickler erwähnt, daß die Lebenserinnerungen des Pädagogen und Philosophen Friedrich Paulsen (1846-1908) vom Nordfriisk Instituut 2009 neu herausgegeben und dabei in die Reformschreibung von 2006 umgefälscht worden sind. Dieses bei einem wissenschaftlichen Institut befremdende und unnötige Vorgehen soll auf seine finanzielle Abhängigkeit von der Kieler Kultusbürokratie zurückzuführen sein.

Paulsen ist in Langenhorn bei Niebüll geboren und aufgewachsen. Seine von Ickler zitierte Beschreibung der ersten Schulzeit habe ich hundert Jahre später noch genauso in Puttgarden auf Fehmarn erlebt, allerdings mit nur 88 Schulkindern:


„Meine erste Schule ist mir noch ganz gegenwärtig. In einem großen Raum war die ganze Schülerschar beisammen, von kleinen Kindern bis zu halberwachsenen Burschen und Mädchen: es galt bei uns in Schleswig-Holstein die Ordnung, daß Mädchen erst mit fünfzehn, Knaben mit sechzehn Jahren konfirmiert wurden und die Schule verließen. Die Einteilung der Gesamtheit in eine Ober- und Unterklasse war durch einen breiten Gang markiert, der den Raum halbierte. In der Oberklasse saßen wohl etwa 40–50 Knaben und Mädchen, nach Bänken getrennt, in der Unterklasse mochten 60–80 sein, Knaben und Mädchen in den Bänken durcheinander.“
sprachforschung.org 31.10.2013

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Sigmar Salzburg
21.10.2013 07.30
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Spurenverfälschung bei der ...

Spurensuche: SPIEGEL-Redakteur Joachim Mohr hat den Einsatz seines Großvaters Maximilian im Ersten Weltkrieg an der Westfront recherchiert. Mohr hat Aufzeichnungen, Feldpostbriefe und Bilder wie Puzzleteile zusammengefügt und fand Details heraus, über die sein Großvater Zeit seines Lebens nicht mehr gesprochen hat. [Bild]...

Erst Jahre nach dem Tod meines Großvaters kam mir zu Ohren, dass ein Onkel Aufzeichnungen von ihm aus seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg besaß. Sie waren in Sütterlinschrift verfasst. Mit Hilfe des Onkels gelang es mir, die Erinnerungen in heute lesbare Schrift zu übertragen.

[„Lesbar“ heißt wohl, in die ss/ß-Schreibe der Kultusminister von 1996, denn schon die Feldpostkarte von 1916 zeigt kein Sütterlin mit dem typischen zackigen „e“]

Seine Kriegserlebnisse hat mein Großvater erstmals um 1930 zusammenhängend aufgeschrieben. Als Grundlage dienten ihm seine Tagebuchnotizen aus dem Krieg und Feldpostbriefe, die seine Mutter aufbewahrt hatte. 1953 schrieb er diese Erinnerungen unter der Überschrift „Aus meiner Militärzeit“ dann noch einmal ins Reine:

... konnten wir am 27. Dezember 1916 einen Luftkampf beobachten, der damit endete, dass ein Flugzeug auf einmal in großer Höhe lichterloh brannte und über den Linien abstürzte...
Aber kaum war er draußen, erhielt er einen Halsschuss und war tot, und mit dem Angriff war es aus... Auf einmal hieß es, alles zurück, es war so nach 2 Uhr mittags. Von wo oder von wem der Befehl kam, wusste niemand.


einestages.spiegel.de 18.10.2013

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Sigmar Salzburg
16.10.2013 09.27
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„Daß“ ins Orwellsche Gedächtnisloch!

Wenn der Redaktion von Spiegel EinesTages nichts mehr einfällt, müssen wieder die Texte aus älteren Jugend-Tagebüchern herhalten, die Werner und Wedel im Fischer Scherz Verlag herausgegeben haben. Natürlich sind sie in die ab 1996 von den Kultusministern erpreßte Reformschreibung umgefälscht worden, um vor allem die jüngeren Leser nicht auf dieses Kulturschurkenstück aufmerksam zu machen:

22. Dezember 1986
... Jetzt ist es im Altersheim schon so weit, dass ich ein Mädchen einlerne. Sie ist 17, heißt Andrea, Dauerwelle, die liebsten braunen Augen, die ich je gesehen hab', keinen Hauptschulabschluss und lebt mit ihrem Freund zusammen. Sie ist süß und nett und nicht so verprollt, wie ich es denken würde, wenn ich nur die vorhergegangenen Kurzinformationen vernehmen würde – (Ich weiß, ich bin von Vorteilen (Freudscher Verschreiber) belastet!). Es ist ganz gut, einen Tag guckt sie mir zu und zwei Tage steh' ich dann daneben und pass auf, dass sie alles richtig macht!

einestages.spiegel.de 15.10.2013 und Faksimile

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Sigmar Salzburg
10.10.2013 08.35
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Sprachfälschung beim WDR

Bei der Darstellung der DDR-Vergangenheit schreibt der öffentlich rechtliche Rundfunk auch Tonaufzeichungen von Verhören der Vergangenheit in die Reformschreibung von 1996 um, einschließlich der neuen Stotterschreibung „so genannt“:

Das Feature
Redaktion: Ulrike Toma
Fallbeil für Gänseblümchen
Der Spionageprozess gegen Elli Barczatis und Karl Laurenz im Originalton
----------------------------------
Sendung: Sonntag, den 03.10.2013, 11.05 –12.00 Uhr
Produktion: WDR 2011

Am 23.11.1955 wurden Karl Laurenz und Elli Barczatis in Dresden wegen angeblich schwerwiegender Spionage durch das Fallbeil, das vermutlich noch aus der Nazizeit stammte, hingerichtet. Die WDR-Aufzeichnung läßt die Beteiligten im Prozeß stotternd sagen:

BARCZATIS:
... war der Angeklagte Laurenz beschäftigt bei der, bei einem Rechtsanwalt im demokratischen Sektor von Berlin, beim Dr. Greffin, als Gerichtsassessor, hatte in dieser Tätigkeit auch Besuche in den Haftanstalten durchzuführen und dort mit den Beschuldigten als Verteidiger zu sprechen. Und er hat bei dieser Gelegenheit so genannte Begünstigungen vorgenommen, ich glaube er hat einen Brief oder Briefe mitgenommen.
[Vorsitzender Richter] ZIEGLER:
So genannte? Sie meinen, es war eigentlich keine, wie?
BARCZATIS:
Entschuldigen Sie bitte, mir war, mir war der Begriff Begünstigung vorher nicht bekannt.

[An anderer Stelle ging es um Verrat von Planungsmängeln an den Klassenfeind:]

BARCZATIS:
Mein dienstlicher Auftrag lautete, zu überprüfen, ob die Versorgung der Bevölkerung mit dem so genannten Weihnachtsteller – das war vor Weihnachten 1953 –, also die Versorgung der Bevölkerung mit Südfrüchten, Rosinen, Mandeln gesichert ist. Die vorgesehenen, geplanten Mengen waren eingegangen, es waren aber insofern doch Planfehler unterlaufen, als gerade in diesem Kreis, dass man in diesem Kreis nicht die lokalen Verhältnisse bedacht hatte, gerade in diesem Kreis, in dem die Dresdner Stolle gebacken wird, die unendlich viel Rosinen benötigt, ja, da hat man nicht dran gedacht und diesem Kreis, diesem Bezirk die gleiche Menge Rosinen zugeteilt wie anderen Bezirken, wo diese Traditionen nicht üblich sind.
ZIEGLER:
Weil die Streuung nicht richtig funktionierte?
BARCZATIS:
Ja.

http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/feature/fallbeil103.pdf

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Sigmar Salzburg
04.10.2013 20.25
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Spiegel kann’s auch richtig – wenn er will

Bau der Anatolischen Eisenbahn
Otto von Bismarck höchstpersönlich schrieb an die Banker, „politische Bedenken gegen die Bewerbung“ beständen nicht. Aber: „Die darin für deutsches Kapital liegenden Gefahren werden ausschließlich den Unternehmern zur Last fallen, und werden die letzteren nicht darauf rechnen dürfen, daß das Deutsche Reich sie gegen die mit gewagten Unternehmungen im Auslande verbundenen Wechselfälle sicherstellen werde.“
einestages.spiegel.de 3.10.2013

Es wäre ja wohl eine Groteske gewesen, dem Schreibveränderungsgegner Bismarck eine Reformschreibung so unterzujubeln, wie es bei normalen Leserbriefen seit 1999 dreisterweise üblich geworden ist.

1876 hatte eine in Berlin tagende „Konferenz zur Herstellung größerer Einigung in der Rechtschreibung“ die Orthographie wenigstens innerstaatlich, das heißt in den Grenzen des kleindeutschen Reiches geregelt...

Aber eine für das gesamte deutsche Sprachgebiet verbindliche Konvention war noch nicht in Sicht, solange etwa Fürst Bismarck seinen Beamten „bei steigenden Ordnungsstrafen“ die Anwendung der zum ersten Male offiziell formulierten Rechtschreibregeln untersagte. Der konservative Kanzler teilte offenbar die Ansicht, die schon Schopenhauer seinem Leipziger Verlag Brockhaus und dessen Haus-Orthographie gegenüber vertreten hatte: „Daß ein Ladenmensch, ein Buchdrucker und seine schwarzen Myrmidonen aus dem Schmierloch die deutsche Sprache regieren wollen, ist nicht nur ein Übelstand, sondern eine Infamie.“
Spiegel von 1956

Heute haben wir leider genug Kulturpolitiker und Apparatschicksen, die sich als Ass holistischer Bildung aufführen und mit dem, was am Ende „hinten herauskommt“, nicht nur die Sprache regieren, sondern auch die Menschen umfunktionieren wollen. („There is a fine line between holistic and assholistic“)

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Sigmar Salzburg
30.09.2013 09.27
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Spiegel online fälscht wieder

Untrügliches Indiz ist die ss/ß-Mischung des Heyse-Systems, das vor 1996 in Deutschland praktisch unbekannt war:

Der große Krieg hatte nun auch in Afrika begonnen. Das war gar nicht im Sinne des deutschen Gouverneurs Heinrich Schnee; der wollte am liebsten sofort kapitulieren und drohte später damit, Lettow-Vorbeck wegen Hochverrats vor ein Kriegsgericht zu bringen. Berlin wollte keinen Konflikt in Afrika. Doch der eigensinnige General glühte für diesen Krieg, und so kam ihm der britische Angriff gerade recht. „Ich wusste, dass das Schicksal der Kolonien, wie das jedes deutschen Besitzes, auf den europäischen Schlachtfeldern entschieden werden würde“, schrieb er später. „Die Frage war, ob wir die Möglichkeit hatten, die große heimische Entscheidung von unserem Nebenkriegsschauplatze aus zu beeinflussen.“
einestages.spiegel.de 27.9.2013

Dabei kann Spiegel/einesTages durchaus korrekt zitieren, wenn es darum geht, dem Ganzen das historische Flair zu lassen, wie ein Bericht über Rudolf Diesel am gleichen Tag zeigt:

1878 ist es noch ein unreifer Gedanke, den der angehende Ingenieur während einer Vorlesung von Carl zu Linde in sein Notizbuch formuliert: „Kann man Dampfmaschinen so construiren, welche den vollkommenen Kreisprozess [?] ausführen, ohne zu sehr complicirt zu sein?“ Diesel kann, auch wenn es noch ein paar Jahre dauern soll.
einestages.spiegel.de 27.9.2013

Diese ungleiche Zitierweise ist zweifellos Absicht:
Der Spiegel will keine Aufmerksamkeit für die jüngste „Reform“ – und er will vor allem seine eigene üble Rolle in diesem Skandal vergessen machen.

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Sigmar Salzburg
10.09.2013 08.32
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Der Spiegel fälscht Heß-Zitate

In den USA wird ein spektakulärer Aktenfund versteigert: rund 300 Seiten handschriftliche Notizen des NS-Reichsministers Rudolf Heß. Der Hitler-Stellvertreter trug das Dossier mit dem Vermerk „Most Secret“ 1945 zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess bei sich. Seither galt es als verschollen. ...

Ein Blick in die Faksimiles (5.9.41, 13.11.41, 23.1.42) zeigt, daß Heß trotz Rust und Lateinschrift nicht, wie damals bisweilen üblich, ß-los schrieb, sondern im traditionellen, noch heute in kultivierten Kreisen üblichen ß-Gebrauch nach Adelung. Der Spiegel fälscht, wie gewohnt, die Textzitate ins Reformdeutsch von 1996:

Hamilton hatte die Zusammenkunft am 11. Mai 1941 ausführlich beschrieben, doch Heß’ handschriftliche Aufzeichnung zu diesem Treffen war bislang unbekannt. Das einzigartige Schriftstück ist in dem jetzt zum Verkauf stehenden Dossier enthalten.

„Wie der Führer“, notierte Heß darin seine Überlegungen, sähe auch er „den Krieg zwischen unseren Ländern als ein Unglück für alle Beteiligten“ an. „Schwere Opfer müssten auf beiden Seiten gebracht werden, ohne dass irgendetwas erreicht würde, das auch nur entfernt dieser Opfer wert sei.“

Er wisse, dass es der britischen Regierung „aus Prestigegründen unmöglich sei, ohne entsprechenden Anlass auf das Verständigungsangebot des Führers einzugehen“ – gemeint war Hitlers „Friedensappell“ vom Juli 1940 –, doch wolle er durch sein Kommen genau diesen Anlass geben. Heß' Vorstellungen sind von entwaffnender Naivität ... „Der Herzog war sichtlich ergriffen“, vermerkte Heß, aber „nicht von der Überzeugung abzubringen, dass Deutschland die Weltherrschaft anstrebe“. ...

Heß musste einen Monat warten, bis er seine Vorschläge der britischen Regierung unterbreiten konnte. ...
Das Protokoll, das sich in der Heß-Akte befindet, umfasst 71 maschinenschriftliche Seiten und zahlreiche Blätter mit Notizen in Heß’ Handschrift, alles wie eine Notarsurkunde zusammengebunden und gesiegelt. ...

Der deutsche Einflussbereich sollte den europäischen Kontinent mitsamt Russland bis zum Ural umfassen („das asiatische Russland interessiert uns nicht“), die englische Sphäre das Empire. Außerdem forderte Heß die ehemaligen deutschen Kolonien zurück...

Das Heß-Dossier enthält ... eine von Heß verfasste „Erklärung zur 'Atlantik-Kundgebung'"; und seine Denkschrift „Deutschland-England unter dem Gesichtspunkt des Krieges gegen die Sowjet-Union“.

Die Schrift gipfelte in der Frage, ob es sich für England lohne, „unter größten Opfern den höchst unsicheren Versuch zu machen, die ‘Achse’ zu besiegen, um dafür mit Sicherheit in Kauf zu nehmen, dass ihm im bolschewistischen Russland ein weitaus gefährlicherer Gegner für sein Empire erwächst“...

Die Heß-Akte zeigt einen höchst neurotischen, selbstzerstörerischen Mann, dessen Mission nicht die geringste Aussicht auf Erfolg hatte...

einestages.spiegel.de 9.9.2013

Die Chance zur „Greuel“-Fälschung hat der Spiegel sich entgehen lassen.(24.4.45)
Die Frage ist, warum die Spiegel-Führung solche Fälschungen unternimmt oder durchgehen läßt. Der einzige plausible Grund ist, daß man Mittäter der Rechtschreibreform ist und die Leser nicht darauf aufmerksam machen will. Die Erinnerung an die herkömmliche Rechtschreibung soll im bekannten „Gedächtnisloch“ verschwinden.

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Sigmar Salzburg
24.08.2013 04.46
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Der SPIEGEL fälscht weiterhin Dokumente ...

... und transkribiert die DDR-Stasi-Akten von 1980 über Steinbrück in die BRD-Reform-Schulschreibung von 1998. Will der „Spiegel“ vergessen machen, daß die deutsche Einheit in der Rechtschreibung seither mutwillig zerstört wurde oder will er die jüngeren Leser nicht im neuen Rechtschreibglauben wankend machen?:

„Dein SPIEGEL“ richtet sich an 8- bis 13-jährige Leser ...
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spiegel.de

Um jüngsten Spekulationen entgegenzutreten, veröffentlicht Peer Steinbrück seine Stasi-Akte...

Besonders unterhaltsam sind etwa die Schilderungen über Steinbrücks politische Einstellungen in einem „Auskunftsbericht“ vom 29. Januar 1981. Sie fußen auf Protokollen, die ein IM „Richard König“ der Staatssicherheit lieferte...

„In den Unterhaltungen bezeichnet er sich als Marxist. Er ist eindeutig ein Vertreter der Theorie des demokratischen Sozialismus – Prägung der bundesdeutschen SPD“, heißt es in dem Bericht. „Den real existierenden Sozialismus in der DDR, den er als sowjetischen Sozialismus bezeichnete, lehnt er ab.“ Steinbrück habe „die feindliche Behauptung“ aufgestellt, "dass der real existierende Sozialismus in der DDR nichts mehr zu tun habe mit den Theorien von Marx, Engels und Lenin“.

„Steinbrück äußerte sich zu den bevorstehenden Bundestagswahlen und gab seiner Befürchtung Ausdruck, dass er mit einem Wahlsieg der CDU/CSU seine Arbeitsstelle verlieren könnte“, notierte der IM im September 1976.

Ab Januar 1981 endet laut der Akte die Korrespondenz zwischen Steinbrück und seiner Verwandtschaft in der DDR. „Der IM schätzt dazu ein, dass ihm die Korrespondenz von staatlicher Seite verboten wurde“, heißt es dazu. Ab 1. März 1981 werde Steinbrück Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der BRD in der Hauptstadt der DDR.

spiegel.de 23.8.2013


Ein Blick in die Akte zeigt, daß auch in der DDR noch kultiviert geschrieben wurde, etwa S. 23 der Datei:

»Der im Dezember 1980 geschriebene und im Januar abgeschickte Brief ist sehr zweideutig abgefaßt und der IM schätzt dazu ein, daß ihm die Korrespondenz von staatlicher Stelle verboten wurde. In den Briefen vom 22.12.1980 und 19.2.1981 schreibt St., daß er ab 1. März 1981, wie schon in persönlichen Gesprächen mit den IM dargelegt, Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der BRD in Berlin/Hauptstadt der DDR wird...

In den Unterhaltungen bezeichnet er sich als Marxist... Er stellte die feindliche Behauptung auf, daß der real existierende Sozialismus in der DDR nichts mehr zu tun habe mit den Theorien von Marx, Engels und Lenin.«

peer-steinbrueck.de

Steinbrück möchte nun den Marxisten streichen:

„Der zu meinem weiteren verwandtschaftlichen Umfeld gehörende IM konnte offenbar nicht umhin, meine ablehnende, 'feindliche' Haltung zum sowjetisch dominierten Gesellschaftssystem der DDR zu melden. Seine Denunziation, ich sei Marxist, könnte allenfalls für schlechtes politisches Kabarett taugen.“
spiegel.de 23.8.2013

Wie sagte der Breitmaulfrosch? „Marxisten, dü güpt’s hür nücht!“

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