Willkommen Die 20 neuesten Beiträge im Forum
Fadensuche     Suche
Kennkarte ändern     Häufig gestellte Fragen   zu anderen Nutzern  kostenlose Anmeldung   Anfang  verabschieden
Jemandem diese Seite senden! Druckvoransicht zeigen
Forum > Rechtschreibforum
Kirchen und Religion
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >
Verfasser
Leitthema    Dieser Faden ist 21 Seiten lang:    1  2  3 · 7  8  9  10   11  12  13 · 18  19  20  21  Post New Thread     Post A Reply
Sigmar Salzburg
13.02.2014 07.31
Diesen Beitrag ansteuern
Deutsche Bildung zwischen Skylla und Charybdis ...

... zwischen Genderesoterik und Altreligionswahn

Im Humanistischen Pressedienst wurde über einen Vortrag des Historikers Rolf Bergmeier berichtet, der am 2. Februar in Oberwesel gehalten wurde. Hier soll nur seine Einschätzung der aktuellen Vereinnahmung des Bildungswesens durch „unsere“ Politiker hervorgehoben werden – diesmal für religiöse Ziele:

Viele Politiker predigen gebetsmühlenartig, wir lebten in einer Welt, die von der “christlich-abendländischen Kultur” geprägt sei. Deren Existenz stellt der Historiker Rolf Bergmeier ohne Wenn und Aber infrage...

Dabei sieht Bergmeier die wahren Wurzeln westlicher Demokratien neben einer geglückten Aufklärung der Europäer gegen das Christentum eben in antiker Denkarbeit, die in der Renaissance wiederentdeckt wurde, sowie in der arabisch-islamischen Erhaltung und Vermehrung dieses Kulturerbes ...

“Heute haben wir eine neue Bundesregierung”, wurde Rolf Bergmeier zum Ende seines Vortrages tagespolitisch, “in der alle Mitglieder sich in irgendeiner Form aktiv für die christlichen Kurskirchen ins Zeug legen, vorgeblich, weil letztere für die Gemeinschaft unentbehrlich seien; tatsächlich, weil den Politikern aber der Bildungshorizont fehlt, sich vorzustellen, dass Europa mit Sokrates und Cicero, David Hume und Kant, mit Philosophie und religiöser Toleranz, mit Freiheit und Demokratie, ohne Sachsenkriege, Kreuzzüge, Inquisition, Judenverfolgung, Hexenhammer, ohne Religionskriege und Holocaust, und ohne Indices verbotener Bücher heute wohl auf einer höheren Kulturebene leben würde.

Stattdessen ziehen weitere Gesinnungsfakultäten in die deutschen Schulen und Hochschulen ein – die muslimischen. Und auch ihre Lehrstühle werden auf Staatskosten betrieben. Da ist es nur konsequent, dass der Zentralrat der Muslime auch noch einen religiösen Feiertag und eine eigene Militärseelsorge verlangt. […] Diese Mischung aus Missionierungswahn, einem Mangel an Kompetenz und Nachdenklichkeit, aus dienender Parteiloyalität und Pöstchenschieberei ist eine Kriegserklärung an eine rationale Politik, an den innenpolitischen Frieden und fördert die Erodierung des Vertrauens in die etablierten Parteien und damit in die Demokratie. Wir haben ein deutsches Problem. […] Deutschland, das Land der Dichter und Denker, das Land von Kant und Nietzsche, Goethe und Schiller, Lessing und Heine, Hegel und Fichte, was haben sie aus dir gemacht?”

hpd.de 7.2.2014

Siehe auch hier.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
10.02.2014 19.55
Diesen Beitrag ansteuern
Die Linke wird fromm

Sigmar Gabriel möchte in Thüringen einen linken Ministerpräsidenten ermöglichen, obwohl Franz Müntefering (der Verächter „hochwohlgeborener“ Altschreiber) dies ausgeschlossen hatte. Die Linke übernimmt dazu das erfolgreiche religiöse Anpassungskonzept der SPD. Auf der Seite „Freigeist Weimar“ schreibt Siegfried R. Krebs (traditionell) über linke Annäherungen an die Staatsreligion:

WEIMAR. (fgw) Am 14. September 2014 sollen die Wahlen zum nächsten Thüringer Landtag stattfinden. Derzeit feilen alle Parteien an ihren Wahlprogrammen. Dabei fällt vor einem eines auf: Es ist gerade DIE LINKE mit ihrem Spitzenkandidaten Bodo Ramelow, diejenige Partei, die sich einerseits bereits jetzt vollmundig schon in Ministerpräsidenten-Träumen wiegt und die sich andererseits in Unterwerfungsgesten vor dem Klerus übt...
freigeist-weimar.de 4.2.2014

Auch Gregor Gysi arbeitet sich an die Kirchen heran:

Gysi: Linke will Kontakte zur katholischen Kirche vertiefen. Für Gysi sei die katholische Kirche ein Teil der außerparlamentarischen Oppositionsbewegung. Auch zur evangelischen Kirche, zu jüdischen und muslimischen Verbänden wolle seine Partei einen engeren Draht.
kath.net 29.1.2014

Vielleicht kann die Linke in Thüringen dann die Herrschaft des jetzigen Theologen-Duos über das gottlose Volk durch eine ganz ähnlich mit „Gott“ verschworene Koalition ablösen.

Atheist will jedenfalls keiner mehr sein. Das hat Gregor Gysi schon frühzeitig in einer „Neujahrspredigt“ wissen lassen:


„Ich bin kein Atheist, sondern nur ein Heide, der Religion nicht kämpferisch ablehnt“, wirbt Gysi für sich, als könne man ihn in Wettbergen noch zum Kircheneintritt überreden.
berliner-zeitung.de 3.1.1994

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
31.01.2014 12.27
Diesen Beitrag ansteuern
Auf dem Weg in den Gottesstaat

Die inzwischen abgehalfterte Bildungsministerin Schavan, vorher Rechtschreibreform-Ministerin in Baden-Württemberg, hatte mit besonderer Anteilnahme die Einrichtung des Islam-Lehrstuhls in Münster begleitet, vor allem auch, um die Stellung der christlichen Religion – unter Zurücksetzung Hunderter anderer Religionen – an den Hochschulen weiter abzusichern. Die Folge dieser skurrilen Symbiose von Wissenschaft und Religion war sehr bald zu sehen:

Der Lehrstuhlinhaber Muhammad Sven Kalisch fiel vom rechten Glauben ab und mußte anderweitig kostenträchtig beschäftigt werden. Er wurde durch den palästinensischstämmigen Professor Mouhanad Khorchide ersetzt. Dieser wiederum veröffentlichte arglos ein Buch mit einer humanistischen Deutung des Islam, wurde prompt Angriffsziel rechtgläubiger Islamverbände und damit wieder zum Problemfall der nordrhein-westfälischen Landesregierung. Anders als in den Kirchen, bei denen der Papst, Frau Käßmann o.ä. die letzte Instanz sind, gibt es bei den Islamisten nur Grüppchen mit unterschiedlicher Ausrichtung, von denen jede natürlich behauptet, die rechte Meinung zu vertreten. Oft sind diese gar nicht so erfreulich – wie die „Welt“ aufzählt:


Enttäuschung löste schließlich auch die KRM-Argumentation aus, eine islamische Reformtheologie sei in Deutschland nicht vordringlich. Wichtig sei, die „authentische Gelehrten- und Wissenschaftstradition“, die Klassiker und großen Denker der islamischen Tradition ins Deutsche zu übersetzen.

Um zu erahnen, was die im KRM [Koordinationsrat der Muslime] vereinten Verbände unter großen Denkern verstehen, muss man die Einzelverbände etwas genauer betrachten. Etwa den Islamrat: Er wird laut Verfassungsschutz von der islamistischen Milli Görüs dominiert, die den verstorbenen Necmettin Erbakan als großen islamischen Denker verehrt.

Er lehrte, die Menschheit werde vor allem durch das internationale Judentum, durch Freimaurer und Christen auf den Pfad der Tugendlosigkeit, der Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit geführt. Erbakan zufolge müssten die wahren Muslime gegen diese verderblichen Kräfte ankämpfen, die säkulare Demokratie abschaffen und den islamischen Staat errichten, der laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz auf eine „totalitäre Herrschaft“ hinauslaufe.

Oder der Zentralrat der Muslime: Der wird von einem Mitgliedsverein, der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), stark beeinflusst. Die IGD gilt dem Verfassungsschutz als deutscher Ableger der internationalen, islamistischen Muslimbruderschaft. Ganz offen sucht sie die Nähe zu den vormals in Ägypten regierenden Muslimbrüdern – obgleich die für eine lange Reihe von Anschlägen auf Kirchen verantwortlich gemacht werden, obgleich sie die Verheiratung kleiner Mädchen begünstigten, die Klitorisverstümmelung bei Mädchen legalisierten, Apostaten für vogelfrei erklärten und frömmelnde Schlägertrupps auf die Straße schickten, um Händchen haltende Paare zu verprügeln.

Als einen ihrer großen Vordenker verehren die Muslimbrüder den Gelehrten Youssuf al-Qaradawi (dessen Bücher die IGD hierzulande populär machte). Er fordert unter anderem die Todesstrafe für Apostaten, Ehebrecher und Homosexuelle.

Zwar hält der Zentralrat hiesige Muslime dazu an, die Verfassung zu respektieren, das aber mit einer bestenfalls pragmatischen Begründung: nicht, weil die Menschenrechte unveräußerlich wären, sondern weil Muslime nach traditioneller Lehre stets die „lokale Rechtsordnung“ befolgen sollten. Zugleich fordern im Zentralrat geschätzte Denker wie al-Qaradawi aber, einen an der Scharia orientierten islamischen Staat zu errichten, sobald Muslime die Mehrheit stellten.

welt.de 26.1.2014

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
20.01.2014 18.37
Diesen Beitrag ansteuern
Das Letzte vom deutschen Zwangsgebührenfernsehen

Nach rotgrüner Ideologie darf die Freiheit selbstbestimmter sexueller Betätigung auf keinen Fall beschnitten werden, auch wenn sie der natürlichen Körperlichkeit widerspricht.

Wenn es aber um die reale Körperlichkeit geht, dann stimmen sogar Linksgrüne für deren Beschneidung, wenn dies als gottbefohlene Multikultur angesehen werden kann.

Das sonst so hochgehaltene Selbstbestimmungsrecht („mein Bauch gehört mir“) gilt einige Zentimeter tiefer plötzlich nichts mehr.

Weil in den Rundfunkräten des deutschen Zwangsgebührenfernsehens sowohl Anhänger der religiösen als auch der rotgrünen Ideologien im Übermaß vertreten sind, wird dort schamlos Reklame für körperliche Verstümmelungen gemacht – eine gigantische Volks- und Kinderverdummung. Die großen staatsgefälligen Medien schweigen ausnahmslos zu diesem Skandal. Nur der Humanistische Pressedienst schrieb als einer der wenigen zur letzten aktuellen KiKa-Sendung:


BERLIN/ERFURT. (hpd) Der Kinderkanal KiKA von ARD und ZDF ist bereits schon einmal damit aufgefallen, dass er unreflektiert Kindern religiöse Geschichten erzählt. Aktuell toppt er das jedoch mit einem weiteren Missgriff und verharmlost die Beschneidung.

Der Kinderkanal des öffentlich-rechtlichen Fernsehens KiKA mit Sitz in Erfurt will am kommenden Sonntag einen Beitrag ausstrahlen, dessen Ankündigung sich so liest: „Aufgeregt und voller Vorfreude blickt der elfjährige Tahsin auf das kommende Ereignis, das ihn und seinen kleinen Bruder Emir endlich zu Männern machen soll: Die Beschneidung.“ ...'Wenn ich beschnitten bin, dann bin ich ein echter Mann' – freut sich Tahsin. Jeder muslimische Junge muss beschnitten werden, so verlangt es die religiöse Tradition.“

Weder wird der Sinn der Beschneidung hinterfragt – und dieses Thema wurde ausführlich auch in deutschen Medien kontrovers diskutiert – noch überhaupt Distanz gewahrt zu Lehren, die aus religiösen Quellen herrühren.

Wenn den zuschauenden Kindern erklärt wird, dass man erst dann zum Mann (und also erwachsen) wird, wenn man sich seine Penisvorhaut amputieren lässt, dann ist das nicht nur ein Skandal. Sondern Anstiftung zur Körperverletzung. Denn welcher Junge im Alter zwischen drei und dreizehn will nicht „ein Mann“ sein?

Die berechtigte Angst des Jungen, dessen Beschneidung hier dokumentiert werden soll, wird mit dem fadenscheinigen Hinweis auf „viele, viele Geschenke“ hinweggefegt. Damit wird eine lebenslange Beeinträchtigung der Sexualität auf eine Stufe mit Weihnachten gestellt...

hpd.de 16.1.2014

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
18.01.2014 07.11
Diesen Beitrag ansteuern
Rand-Bemerkung

Unterschiedlich wichtig: Die Religion der Eltern

Google findet den Eintrag
„wurde als Sohn jüdischer Eltern“ geboren ... 96500mal,
„wurde als Sohn katholischer Eltern“ geboren ... 2370mal,
„wurde als Sohn protestantischer Eltern“ geboren ... 241mal,
„wurde als Sohn moslemischer Eltern“ geboren ... 54mal,
„wurde als Sohn kommunistischer Eltern“ geboren ... 4mal.

Letzteres nur für Klaus Partzsch, den Journalisten, der 1967
in Hannover den ersten deutschen Flohmarkt ausrichtete.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
21.12.2013 12.27
Diesen Beitrag ansteuern
Theo Grunden

Teuflisches im Gotteslob

[Bild]
Das Fehlerteufelchen scheint sich im neuen Gotteslob wohlzufühlen. (Foto: Harald Wanetschka / pixelio.de)

[Bild]
Das neue Gotteslob (Foto: bph – Bischöfliche Pressestelle Hildesheim)


Keine Angst, es soll hier nicht um den „richtigen Teufel“ gehen, nicht um Satan oder um Luzifer. Der würde sich wohl – gottlob – nicht in ein katholisches Gebet- und Gesangbuch namens Gotteslob wagen.

Nein, hier soll die Rede sein von dem, was eines der vielen auf der Erde agierenden Fehlerteufelchen so angerichtet hat. Genauer gesagt das, welches sich in der letzten Zeit offensichtlich auf das neue Gotteslob spezialisiert hatte. Pünktlich zum Beginn des Kirchenjahres, also am 1. Advent, wurde es in den meisten deutschen Bistümern und ihren Kirchengemeinden in Gebrauch genommen, dieses neue Gebet- und Gesangbuch für Katholiken in Deutschland, Österreich und Südtirol, das seinen gleichnamigen Vorgänger aus dem Jahre 1975 ablösen soll. Ich bin froh, in der vorigen Woche noch ein (persönliches) Exemplar erwischt zu haben, momentan gibt es bereits größere Lieferengpässe.


Fehlerteufelchen sind sehr emsig

Wenn man täglich von den „schnellen“ Medien (Tageszeitungen, Videotexte ...) Schreibfehler um die Ohren (besser: vor die Augen) gehauen bekommt, so kann man das noch einigermaßen nachvollziehen: Zeitdruck, Lektoreinsparung aus Kostenzwängen, Verwirrung infolge der Rechtschreibreform, mangelndes Interesse oder Geringachtung („Hauptsache, man weiß, was gemeint ist“) sind einige der Ursachen. Wenn man es aber mit einem derart „dicken Ding“ wie diesem neuen Gotteslob – mit einer solch langen Vorlauf-, Planungs- und Bearbeitungszeit, hohen Auflage und erhofft langen Geltungsdauer – zu tun hat, dann wäre es doch wohl angebracht gewesen, beim Korrekturlesen ein paar „kräftigere Register“ zu ziehen (um einmal einen kirchenmusikalischen Ausdruck zu bemühen); zumindest aber wirkungsvollere. Ich stelle mir z. B. vor, man hätte den Text vor dem ersten offiziellen Druck dem Deutsch-Leistungskurs eines (meinetwegen bischöflichen) Gymnasiums vorgelegt mit dem Anreiz: Für jeden Fehler, den ihr noch findet, gibt es einen „Hunni“ (oder „Fuffi“, oder wenigstens „Zwanni“) in die Abifetenkasse.

Bei den bemerkenswert vielen vorhandenen Schreibfehlern spiegelt sich wider, was man allgemein in den letzten Jahren vermehrt beobachten kann: Wörter leiden oft unter „Trennungsschädigungen“, man zerteilt sie ohne Not und Grund in zwei (oder mehr) Teile.


Der „Kardinalfehler“ im Eigenteil des Bistums Münster

Der Fehler, der durch seine erstaunliche Häufigkeit im Eigenteil des Bistums Münster (an mindestens 16 Stellen) besonders negativ auffällt, ist das in zwei Teile „zerrissene“ selig gesprochen bzw. heilig gesprochen. Dabei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen der vielen Folgeschäden der Rechtschreibreform. Deren „Architekten“ hatten nämlich tatsächlich diese Getrenntschreibung so durchsetzen wollen, deutsche Lehrer hatten sie ihren „Versuchskaninchen“ zehn Jahre lang so zu vermitteln – von 1996 bis 2006. Aber seit der Rücknahme der dümmsten und unnötigsten RS-Regelungen gilt längst wieder die bewährte Zusammenschreibung seliggesprochen bzw. heiliggesprochen, und das immerhin seit 2006. Im alten Gotteslob war das noch einwandfrei geschrieben. Da meines Wissens Selig- und Heiligsprechungen eine „rein katholische Spezialangelegenheit“ sind, hätte sich zumindest das ja in den letzten sieben Jahren in „katholischen Schreibstuben“ eigentlich herumsprechen können, wenigstens in der „Chefetagenperipherie“.


Denn sie wissen nicht, was sie tun

Vielleicht hat man sich diesbezüglich auch unglücklicherweise an solchen Quellen orientiert, die selbst oft „keinen Bock auf Rechtschreibung“ haben, zum Beispiel bei der Tagesschau, der FAZ, der Welt, dem Spiegel, dem Focus, dem Handelsblatt, der WAZ oder der Rheinischen Post. Dabei gibt es durchaus auch Beispiele für eine vorbildliche Schreibweise.


Wie bei Sankt Martins Mantel

Hatte das Zerteiltwerden beim Mantel des heiligen Martin wenigstens einen Sinn und einen guten Zweck, so ereilte dasselbe Schicksal die folgenden bewährten deutschen Wörter völlig unnötig: heilighalten, seligpreisen, (sich) schwertun, wiedergutmachen, vorwärtsgehen, überhandnehmen. Im Gotteslob findet man die Wörter so zerteilt: heilig zu halten (S. 122), selig preist (S. 463), (sich) schwer tun (S. 691 und S. 923) , wieder gutmachen (S. 692), wieder gutzumachen (S. 693), vorwärts gehen (S. 911), überhand nehmen (S. 911). Auch diese Schreibweisen waren alle einmal von den Reformern auf die Schülerschaft losgelassen worden, aber eben nur bis 2006.

Zusammensetzungen mit vorbei werden nach wie vor immer zusammengeschrieben, also nicht (aneinander) vorbei leben (S. 923), sondern vorbeileben. Etwas anders verhält es sich mit der Schreibweise zuteil wird (S. 947 und S. 993). Die war früher so üblich und auch zunächst von der Reform nicht berührt worden, wurde aber 2006 mit Zusammenschreibungspflicht belegt: zuteilwird. Umgekehrt verhält sich's mit dem Verb ernstnehmen (S. 1055); dieses gibt's im Infinitiv nur in der getrennten Form ernst nehmen.


Der Klassiker

Natürlich darf er auch im neuen GL nicht fehlen, der (ebenfalls neue) Klassiker unter den Folgeschäden der Rechtschreibreform: die Verwechslung von das (Relativpronomen) und dass (Konjunktion). Da heißt es auf der Seite 123: In dem Land, dass der Herr, dein Gott, dir gibt.


Auch die Grammatik darf mal „dran glauben“

Nahe des Ortes Schöppingen liest man auf der Seite 1041. Ein relativ neues Phänomen, besonders beliebt in „bildungsnäheren Schichten“: die „artfremde Haltung“ des Genitivs dort, wo er eigentlich nichts zu suchen hat (Motto: „Der Genitiv ist des Dativs Tod“). Und die Seite 1045 erzählt von Fußwallfahrten mit um die 8000 Pilger; hier wäre den Pilgern in der nächsten Auflage eine gebeugte Form zu gönnen. Rein grammatisch, versteht sich.


Die Großen werden die Kleinen sein ...

Was spricht eigentlich bei Miteinander Teilen (S. 29) gegen eine Kleinschreibung des Verbs? Sehr eigentümlich sind die Großschreibungen in gib mich ganz zu Eigen dir (S. 58) und macht sie sich zu Eigen (S. 628). In dem Satz Alle Menschen, Groß und Klein, sollen dir befohlen sein (S. 73) schreibt man besser nur die Menschen groß. An dem Fehler in Heimatlosigkeit um Christi Willen (S. 966) könnte u. a. die ARD-Fernsehserie „Um Himmels Willen“ schuld sein. Dort hat man sich für die Beibehaltung der (falschen) Großschreibung Willen entschieden, nachdem man schon viele Publikationen so herausgebracht hatte. Ich hoffe, beim Gotteslob folgt man diesem Beispiel nicht.


Dies und das

Die Aufforderung zur Einnahme einer typisch katholischen Bethaltung liest sich so (S. 341, Lied 250, Strophe 5): Lasst uns betend vor ihm knieen. Besser kniet sich's freilich mit einem e weniger. Neues Lied, neuer Fehler (S. 485, Lied 427, Strophe 1): Du öffnest deines Himmelstor. Ohne diese Torheit hieße es deines Himmels Tor.

Auf Seite 1040 wird aus der St.-Georg-Kirche unserer Nachbarstadt Bocholt eine schreibungsverhunzte St. Georgskirche. So könnte man allenfalls schreiben, wenn die Kirche (das Gebäude) heilig wäre. Wenn von Wallfahrtsorten die Rede ist, die von einzelnen oder auch in Gemeinschaft aufgesucht werden (S. 1039) oder von Pilgern, die als einzelne oder in kleinen Gruppen (S. 1040) kommen, dann verlangt die neue Rechtschreibung (wenn man sie denn anwenden möchte) die Großschreibung von Einzelne.


Der Teufel steckt (auch) im Detail

Die neuen Rechtschreibregeln fordern in dem Satz „Der Friede sei mit euch! “ sagte er (S. 400) hinter den Gänsefüßchen oben und dem Ausrufezeichen zusätzlich noch ein Komma. Ich halte diese Regel für vollkommen überflüssig. Für so überflüssig wie die gesamte Reform. Wenn man aber beabsichtigt, komplett nach den reformierten Regeln zu schreiben (möchte man das?), dann gehört selbst dieses Komma in die nächste Druckauflage.

Und einige weitere Änderungen.


PS: Um arbeitslose Fehlerteufelchen braucht man sich nicht zu sorgen, die finden immer schnell wieder einen neuen Job. ;-)

Beitrag eingestellt von Theo Grunden aus Hamminkeln

lokalkompass.de 18.12.2013

Von Theo Grunden sind in diesem Forum noch 292 Beiträge zu finden.
Inzwischen bevorzugt er heimatnahe Medien und Foren.


Nachtrag:
Der Auftrag zum Druck der rund 4 Millionen Exemplare des GOTTESLOB wurde an die Druckerei C.H. Beck in Nördlingen vergeben ... dbk.de
Nach 38 Jahren wird zum 1. Advent 2013 (nach zehnjähriger Planung) eine überarbeitete Fassung des Gotteslob in den katholischen Gemeinden Deutschlands, Österreichs und Südtirols (Italien) eingeführt. mein-gotteslob.de
Der Humbug „Rechtschreibreform“ erzeugt also auch 18 Jahre nach der erzwungenen Einführung noch fortlaufend Unsinn und Schäden in den Volkswirtschaften.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
21.12.2013 10.10
Diesen Beitrag ansteuern
Buchempfehlung zur Weihnachtszeit

Manfred Lütz: „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten“

Man sollte sich aber vorher die Rezension vom 21.03.08 im Humanistischen Pressedienst durchlesen:

Das Elend der Theologie

(hpd) Sigmund Freud hat einmal gesagt: „Wenn es sich um Fragen der Religion handelt, machen sich die Menschen aller möglichen Unaufrichtigkeiten und intellektuellen Unarten schuldig.“

Der Bestseller „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten“ von dem Theologen und Psychiater Manfred Lütz dürfte ein Paradebeispiel für Freuds Beobachtung sein. In seinem Bemühen, uns von dem Glauben der römisch-katholischen Kirche zu überzeugen, bedient sich Lütz aller unredlichen Tricks, die sich christliche Apologeten über die Jahrhunderte hinweg haben einfallen lassen.

Kunstgriffe (1)

Der erste Kunstgriff besteht bekanntlich darin, sich das Vertrauen seiner Leser zu erschleichen, indem man sich ausdrücklich von dem salbungsvollen Ton und dem frömmelnden Gehabe typischer Kleriker distanziert. Unglücklicherweise geht die Rechnung nicht ganz auf, da der Leser während der Lektüre den vom Autor mit gespielter Jovialität um die Schulter gelegten Arm zu spüren meint und seinen etwas zu kumpelhaften Ton schlicht als zudringlich erlebt. Die Sprache ist da auch nicht sonderlich hilfreich.

Vermeintlich „coole“ Interjektionen wie „Wow“, „Woom“ und „Super-GAU“ geben dem Leser das Gefühl, abermals ein mit Pickeln übersäter Halbstarker im Konfirmandenunterricht zu sein. Die einzig werbewirksame Phrase, die dem Buch noch fehlt, ist: „Gott ist geil!“ ...
[...]

Die anderen Religionen seien keine wirkliche Option. Sie seien „religiöser Ramsch“. [...] Gegen das Judentum sagt Lütz eigentümlicherweise nichts. Wahrscheinlich schweigt er sich aber nur deshalb aus, weil man in einer „Theologie nach Auschwitz“ mit solcher Kritik vorsichtig sein muss.

Die erste Frage, die man sich nach der Lektüre, stellt, ist: Wie kann ein so billiges Buch nur so teuer sein?

Edgar Dahl

Manfred Lütz: „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten“. Pattloch, München 2007, 297 Seiten, € 19,95.
hpd.de 21.3.2008

Für den Preis liefert Amazon schon Reform-Duden 2013 mit mehr als 1200 Seiten!

Zitat aus dem Buch: Ich habe mir daher vorgenommen, in diesem Buch normales Deutsch zu reden... Sehr beliebt war bei uns im Theologiestudium der Satz »Ein[en] Gott, den es gibt, den gibt es gar nicht«. Wow! Wer diesen Satz kannte, bewies, dass er schon im höheren Semester war ...

Anmerkung: Lütz wurde hier schon einmal erwähnt.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
26.11.2013 19.47
Diesen Beitrag ansteuern
Deshalb mußten als erste die Deutschen dran glauben ...

Franziskus bereit zu Reformen: Das steht im revolutionären Schreiben des ...
FOCUS Online – ‎vor 20 Minuten‎

Papst Franziskus hat in seinem ersten apostolischen Lehrschreiben zu Reformen und einer Dezentralisierung der katholischen Kirche aufgerufen. Die Kirche solle „neue Wege“ gehen und „kreative Methoden“ wählen. Diese Reformen stehen in seinem ...

Siehe auch die erste franziskanische Predigt.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
22.11.2013 10.19
Diesen Beitrag ansteuern
Noch ein Schwindel

Zum ersten Mal in der Geschichte der katholischen Kirche sollen die Gebeine des heiligen Petrus öffentlich gezeigt werden, so hat es Papst Franziskus angeordnet. Doch mit der Ankündigung ist ein alter Streit neu entfacht: Sind die Knochen wirklich echt?...

Dabei, sagen Historiker, sei Petrus vermutlich nicht einmal in Rom gewesen, nicht dort hingerichtet und folglich auch nicht dort begraben worden. Nichts findet man darüber im Neuen Testament, nichts in glaubwürdigen anderen Quellen...
spiegel.de 22.11.2013

Der Schwindel hat ein klar erkennbares Motiv: Den Bischof von Rom als rechtmäßigen Nachfolger Petri, und damit Jesu, erscheinen zu lassen, wie es ebenso in dem verdächtig erratischen Fels-Zitat in Mt. 16,18-19 erkennbar ist. Schon vier Verse weiter, in Mt. 16, 23, bezeichnet Jesus seinen angeblichen Wunschnachfolger wieder als Satan. Das darf den gegenwärtigen Nachfolger in Rom aber nicht irritieren, denn nicht zuletzt darauf beruht seine Stellung in der Welt.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
04.11.2013 15.44
Diesen Beitrag ansteuern
Die Wahrheit, nichts als die Wahrheit

Eben stolpere ich über einen älteren Text des Kirchenkritikers Uwe Lehnert, in dem er die fast zweitausendjährigen Haßpredigten der Christen gegen die Juden als wesentliche Ursache für den geringen Widerstand gegen den Vernichtungsfuror der Nazi-Zeit anführt. Ich wäre nun der letzte, den Kirchen zeitgeistlich verfälschende Anpassungen nachzusehen, aber in einem aufgeführten Beispiel scheint Lehnert den Nachlässigkeiten anderer Autoren auf den Leim gegangen zu sein:

Wie sehr sich die Kirche im Zusammenhang mit der Verfolgung der Juden im Dritten Reich sich ihrer »heiligen« Schrift zu schämen scheint, insbesondere was bestimmte Formen der Vernichtung von Menschen betrifft, geht aus einer Fälschung des folgenden Bibeltextes hervor. Dieser Text in Samuel 2, Kapitel 12, Vers 31 lautet in seiner ursprünglichen, von LUTHER übersetzten Form wie folgt:

»Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon.«

In der von allen deutschsprachigen Kirchen gemeinsam herausgegebenen Einheitsübersetzung von 1980 lautet diese Stelle jetzt so:

»Auch ihre Einwohner führte er fort und stellte sie an die Steinsägen, an die eisernen Spitzhacken und an die eisernen Äxte und ließ sie in den Ziegeleien arbeiten. So machte er es mit allen Städten der Ammoniter.«

Man sieht, das Fälschen der Bibel hat bis heute kein Ende gefunden. (10) ...

(10) Auf diese Fälschung macht Heinz-Werner Kubitza in seinem Buch „Der Jesuswahn“, Marburg 2011, 382 S. aufmerksam. Er wiederum verweist auf Karlheinz Deschner, der dies bemerkte. Den ursprünglichen Luther-Text kann man z.B. im Spiegel-Projekt Gutenberg nachlesen: http://gutenberg.spiegel.de/buch/5560/10

hpd.de 13.6.2012

Nach meinen Erkundigungen gibt die neuere Übersetzung den Inhalt des hebräischen Textes richtiger wieder. Da ich aber, wie Luther, Hebräisch nicht beherrsche, kann ich mich in dieser Frage nur zurückhaltend äußern. Luthers Text ist zweifellos verfälscht worden, aber wohl eher im Sinne einer Richtigstellung.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
20.10.2013 15.46
Diesen Beitrag ansteuern
Kostenneutrale Reformgesetzgebung

Die Presse macht einen Skandal daraus, daß der Bau von Bischof Tebartz-van Elst das Drei- bis Dreißigfache des Veranschlagten kostet. Das bräuchte einen ungläubigen Normalbürger nicht im geringsten zu interessieren, wenn nicht auch ihm dafür über die Kirchenprivilegien seine Steuergroschen abgezockt würden.

Gerade weist die laizistische Arbeitsgemeinschaft der Linkspartei darauf hin, ...


... dass der Landtag von NRW am Mittwoch, 16. Oktober 2013 ein Gesetz zur Änderung des Körperschaftsrechts passieren ließ – und zwar ohne Aussprache... Der Gesetzentwurf soll, über die christlichen Kirchen und die Jüdischen Kultusgemeinden hinaus, weiteren Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften den Genuss des Körperschaftsrechts ermöglichen.“

Ziel des Gesetzes ist es, die Privilegierung geringfügig auszuweiten, um sie nicht ganz abschaffen zu müssen. Gedacht ist offensichtlich an stimmstarke Importreligionen, deren Gunst die Wahlergebnisse beeinflussen könnte. Das schwafelige Deutsch des Gesetzentwurfs läßt ebenfalls unlautere Absichten ahnen. Die linken Laizisten zitieren den § 2:

„Der Landtag kann die Erteilung der Körperschaftsrechte durch Beschluss des zuständigen Ausschusses jederzeit von seiner Zustimmung abhängig machen. Die Landesregierung kann ihrerseits die Zustimmung des Landtags für die Erteilung der Körperschaftsrechte vorsehen.“

Danach wird also eine politische Entscheidung getroffen, wer den Körperschaftsstatus bekommt und wer nicht. Eine politische Entscheidung, die angesichts des starken Einflusses der großen christlichen Kirchen im Landtag wohl kaum objektiv ausfallen dürfte. Das ist im Übrigen grundgesetzwidrig (vgl. Art. 140 GG in Verbindung mit Art. 137 Absatz 5 Satz 2 Weimarer Reichsverfassung).

Und was heißt: „Die Landesregierung kann ihrerseits die Zustimmung des Landtags für die Erteilung der Körperschaftsrechte vorsehen“? Kann die Landesregierung also dem Landtag Anweisungen erteilen? Das ist entweder handwerklich grottenschlecht oder auch verfassungswidrig ...

Albern wird der Gesetzentwurf gar im Nachspann, wenn behauptet wird, dass dadurch weder dem Staat, den Kommunen, noch sonst wem Kosten entstehen würde. Das ist eine glatte Lüge! Das Körperschaftsrecht bietet allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften die Möglichkeit, künftig die Mitgliedsbeiträge vom Staat als „Kirchensteuer“ eintreiben zu lassen. Körperschaften sind von Gerichtsgebühren befreit. Wenn in ihren Immobilien gebetet wird, entfallen die Grundsteuern. Das sind nur einige Beispiele dafür, dass das neue Gesetz sehr wohl Kosten verursacht und zwar in Form von Mindereinnahmen...

Ralf Michalowsky, Sprecher der Laizisten in der LINKEN dazu: „Es ist nicht zu verstehen, dass dieses Gesetz von allen Landtagsfraktionen mit getragen wird ...“

laizismus-dielinke-nrw.de 17.10.2013

Den Schwindel mit der Kostenneutralität kennen wir schon von der Rechtschreibreform, deren zwangsweise Durchsetzung ebenfalls, jedenfalls in Schleswig-Holstein, von allen Landtagsfraktionen, „mit getragen“ wurde. – Übrigens hätten die Landtage auch die Rechtschreibreform „jederzeit von ihrer Zustimmung abhängig machen“ können.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
01.10.2013 14.46
Diesen Beitrag ansteuern
Geistliche Umarmungsoffensive gegen namhafte Atheisten

Der alte Papst schreibt an den Mathematiker Odifreddi,
der neue Papst schreibt an den Repubblica-Gründer Scalfaro.
Früher hätte man sie verbrannt. Jetzt erregt Bergoglio durch „mutige“ Äußerungen auch Begeisterung bei unbedarften Ungläubigen. Dabei sieht man ihm schon an, daß er es faustdick hinter den Ohren hat. Der Spiegel schreibt:


„Die Führer der Kirche waren oft narzisstisch, von Höflingen umschmeichelt und zum Üblen angestachelt. Der Hof ist die Lepra des Papsttums“, sagte Franziskus in dem langen Interview mit dem „Repubblica“-Gründer Eugenio Scalfari. Das Treffen des Papstes mit dem namhaften Journalisten und überzeugten Atheisten fand am 24. September in Franziskus' Gemächern in Santa Marta im Vatikan statt. Vorausgegangen war ein Schriftwechsel, den die „Repubblica“ veröffentlicht hatte.
spiegel.de 1.10.2013

Bei der Nachforschung nach diesem Briefwechsel stieß ich auf eine katholische Seite, die sich trotz Franziskus nicht der Reformschreibung unterworfen hat und dies im Impressum ausdrücklich vermerkt:

Rechtschreibung
Unsere Beiträge erscheinen in unreformierter Rechtschreibung.
http://katholisches.info/impressum/

Dort wird man über die Raffinesse der päpstlichen Formulierungen aufgeklärt:

Eine weitere Stelle des Papstbriefes wurde von verschiedenen Medien mit Genugtuung aufgegriffen: Der Papst habe Scalfari geschrieben, daß es keine „absolute Wahrheit“ gebe. So hat es der Papst nicht geschrieben. Die vom Papst gebrauchte Formulierung bot jedoch Anlaß für Mißverständnisse, die La Repubblica umgehend ausnützte, um den Papst selbst als Verfechter des Relativismus dastehen zu lassen. Die Frage, ob es eine absolute Wahrheit gibt oder nicht, ist von zentraler Bedeutung für den christlichen Glauben.

„Absolut“ wird meist als Synonym für definitiv, nicht verhandelbar, objektiv und unvergleichlich verwendet. Papst Franziskus präzisierte im Schreiben an Scalfari jedoch, daß er in der Feststellung, daß „die Wahrheit nicht absolut“ ist, es in seiner korrekten etymologischen Bedeutung, die vom Latein herkommt, gebraucht.

Der Begriff „absolut“ leitet sich vom lateinischen Verb absolvo, absolvere ab, das sich aus der Präposition ab (von) und dem Verb solvo (lösen), zusammensetzt. Konjugiert lautet das Partizip Perfekt solutus, und ist eine Passivform. Absolutus bedeutet also „gelöst, losgelöst von“. Das lateinische Verb solvo bezeichnet nicht nur eine physische Loslösung, sondern auch im Zusammenhang mit einer Beziehung, wie Nuova Bussola Quotidiana festhielt. Dies vorausgesetzt wird die Passage im Papstbrief an Scalfari verständlicher...

katholisches.info 12.9.2013

Danach gibt es keine vom Glauben abgelöste Wahrheit!

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
30.09.2013 06.40
Diesen Beitrag ansteuern
Sprachreformen – nicht nur biblisch

Eben stoße ich auf einen Hinweis von Wolfgang Wrase bei FDS auf “konkordante Bibelübersetzungen“:

Je gerechter, desto unnatürlicher. Das geht auch ohne Feminismus: ...
Der Missionsbefehl (Mt 28,19 f.) lautet in herkömmlichem Deutsch so:
Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, 20 und lehrt sie ...
Und jetzt in Konkordanz-Sprech:
Machet zu Lernenden als Gehende in all die Nationen, als jene Taufende in den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, als jene Lehrende ...
FDS 26.6.2013

In Wikipedia heißt es dazu ...
Dies versucht die Partizipalkonstruktion des griechischen Originals im Deutschen wiederzugeben.

... und nennt als Quelle:

„Die Geschriebene“ (auch DaBhaR-Übersetzung), 1975 bis 1990, von Fritz Henning Baader initiiert.

Das erinnert doch schon sehr an die feministischen Ramsauereien mit den „zu Fuß Gehenden“ als Ersatz für „Fußgänger“. Die Gedankenverbindung zu Monty Pythons „Ministerium für törichte Gangarten“ liegt wieder einmal nahe.

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
29.09.2013 07.40
Diesen Beitrag ansteuern
Ist die Theologie eine Wissenschaft?

Rom – Zum ersten Mal seit seinem historischen Rücktritt vom Amt hat Joseph Ratzinger sein selbstauferlegtes Schweigen gebrochen. In einem elf Seiten langen Brief wendet er sich an den Mathematiker und Wissenschaftshistoriker Piergiorgio Odifreddi – einen namhaften italienischen Atheisten, der sich in seinen Publikationen kritisch mit Religion und Kirche auseinandergesetzt hat.

Im Jahr 2011 veröffentlichte Odifreddi ein Buch mit dem Titel „Warum wir keine Christen sein können (und schon gar keine Katholiken)" Dann wandte sich der Logiker mit dem Brief „Lieber Papst, ich schreibe Dir“ direkt an Benedikt XVI. – der ihm nun mit reichlich Verspätung darauf antwortete.

[Taktvoll übersetzt der Spiegel das „Du“ Odifreddis, das er nur im Buchtitel verwendet, in die deutsche höfliche Großschreibung, obwohl unsere Kultusminister beschlossen hatten, daß solche „Ehrerbietung“ ein Fehler sei.]

Zu Beginn tritt Ratzinger Odifreddis Vorwurf entgegen, die Theologie sei keine Wissenschaft sondern Science Fiction. „Das Wesentliche ist, dass man eine nachprüfbare Methode anwendet, Gutdünken ausschließt und Rationalität garantiert“, schreibt der Ex-Papst und fügt fast scherzhaft hinzu: „Sie sollten zumindest anerkennen, dass im Bereich der Geschichte und des philosophischen Gedankens die Theologie doch nachhaltige Resultate erzielt hat.“

spiegel.de 24.9.2013

Caro Papa ti scrivo è il nuovo libro di Piergiorgio Odifreddi:



Fühlte Joseph Ratzinger sich zu einer Antwort ermutigt, nachdem ein „Gottesbeweis“ wieder als Wissenschaft gehandelt wurde?

Formel von Kurt Gödel: Mathematiker bestätigen Gottesbeweis
Ein Wesen existiert, das alle positiven Eigenschaften in sich vereint. Das bewies der legendäre Mathematiker Kurt Gödel mit einem komplizierten Formelgebilde. Zwei Wissenschaftler haben diesen Gottesbeweis nun überprüft – und für gültig befunden.
spiegel.de 9.9.2013

Gödel, der (unter gewissen Voraussetzungen) die Unvollständigkeit widerspruchsfreier Axiomensysteme bewies, hat hier auf Sand gebaut. Sein vorausgesetztes, durch Leibniz inspiriertes Axiom des „Positiven“ ist ein völlig unzureichendes Fundament für ein universelles Gedankengebäude. Es ist im Grunde ein Werturteil, das nur auf menschliche Lebenssituationen angewendet werden kann. Allein unser Sonnensystem hat eine Masse von 2•10³° kg, die aber nur höchstens den 10²³ten Teil des sichtbaren Weltalls ausmacht. Die Masse Mensch mit vielleicht 2•10¹¹ kg kann man darin praktisch gleich null setzen. Die Wertung positiv/negativ ist damit für so gut wie das gesamte Weltall völlig sinn- und bedeutungslos.

Nachtrag: Siehe dazu auch eine Glosse in Konkret (in Kulturrechtschreibung).

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Sigmar Salzburg
18.09.2013 11.00
Diesen Beitrag ansteuern
Trennung von Staat und Kirche

Neben der Linken sind die Piraten die einzige Partei mit halbwegs reeller Chance auf den Einzug in den Bundestag, die den Abbau kirchlicher Vorrechte fordern... Dass CDU und CSU den Kirchen ihre Pfründen nicht streitig machen, wundert nicht. Bei den Sozialdemokraten wiederum ist die Furcht vor dem Ruch der „gottlosen Gesellen“ so groß, dass Katholik und Schönsprecher Wolfgang Thierse zum Parteigewissen geadelt wird, während das Grüppchen bekennender Laizisten nicht mal einen Arbeitskreis bilden darf. Und bei den Grünen sind die personellen Überlappungen, etwa in Gestalt der EKD-Funktionärin Katrin Göring-Eckardt, nicht zu übersehen.
taz.de 18.9.2013

(Link hinzugefügt)

Mit Klick die Kennkarte von Sigmar Salzburg ansehen    Suche weitere Einträge von Sigmar Salzburg        Edit/Delete Message    Reply w/Quote    IP: Notiz
Alle Zeiten sind MEZ    Dieser Faden ist 21 Seiten lang:    1  2  3 · 7  8  9  10   11  12  13 · 18  19  20  21  Neuen Faden beginnen     antworten
Gehe zum Forum:
< voriges Leitthema     nächstes Leitthema >

Benutzungs-Regeln:
Wer kann im Forum lesen? Jeder Gast / jeder angemeldete Nutzer.
Wer kann ein neues Leitthema oder eine Antwort eintragen? Jeder angemeldete, eingewählte Nutzer.
Einträge können von ihrem Verfasser geändert oder auch gelöscht werden.
HTML-Kennungen beim Eintragen erlaubt? AN. Schnuten erlaubt? AN. vB-Kennungen erlaubt? AN. Bilder-Einbindung mit [IMG] erlaubt? AN.

Maßnahmen der Verwaltung:
Leitthema öffnen / schließen
Leitthema umziehen lassen
Leitthema löschen
Leitthema ändern

Herausgeber · Schreiben Sie uns · Forum

Technik von: vBulletin, Version 1.1.4 ©Jelsoft Enterprises Ltd. 2000. Rechtschreibung.com – Nachrichten zur Rechtschreibfrage