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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
Politisch korrekte Sprache
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Sigmar Salzburg
23.10.2013 18.44
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Correctnesswahn

Uno fordert Ende des Nikolausfests in den Niederlanden

Ist der „Sinterklaas“ eine rassistische Figur? Ja, meint eine Expertengruppe der Uno – und fordert das Aus für das niederländische Nikolausfest. Viele Holländer sind empört, sie sehen eine harmlose Tradition gefährdet und organisieren Widerstand...

Innerhalb eines Tages unterstützten fast eine Million Niederländer auf Facebook eine „Pietition“ für die Tradition. Es sei nur ein Kinderfest, argumentierten Zehntausende Nutzer. Wer den Brauch verurteile, verstehe ihn bloß nicht. Zum Vergleich: Eine andere Facebook-Seite, auf der die Figur des Schwarzen Peters als rassistisch bezeichnet wird, hat seit 2011 lediglich 7000 Likes bekommen...

spiegel.de 23.10.2013

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Sigmar Salzburg
22.10.2013 08.32
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... Plasberg: Flucht in die Sprachstanze

Die Bilder sprechen für sich: Roma in Deutschland, Haus kaputt. Die Musikerin Dotschy Reinhardt, deutsche Sinteza, bleibt erstaunlich höflich: „Ich möchte nur nicht, das man glaubt, jeder Sintu und Roma wäre kriminell veranlagt.“
spiegel.de 22.10.2013

Holpriger Umgang mit den politisch korrekten Neubezeichnungen im Deutschen: Lt. Duden heißt es „Sintiza“. Wenn der „Spiegel“ richtig gehört hat, ist die so zu bezeichnende Muttersprachlerin(?) aber auch nicht sattelfest, denn nach Duden heißt der Singular „Sinto“ und „Rom“.

Hoffentlich kriegt die Sintiza auf ihrem „Sintisizer“ noch ihre Zigeunertonleitern richtig hin, denn die stehen trotz aller Correctness noch so bei Wikipedia – in anderen Sprachen Gypsy, Cikánská, Cygańska, Цыганская. Nur die Italiener sagen treffender „scala araba“, denn es handelt sich um balkanische, vom Orient inspirierte Tonsysteme. Das Zigeuner-Dur entspricht bis auf den letzten Leitton dem arabischen Maqam Hidschaz, und dies soll verstärkt auch von deutschen Minaretten zu hören sein.

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Sigmar Salzburg
13.10.2013 10.23
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Wer „hetzen” sagt, hetzt meist selber!

Ulla Jelpke, Gutmenschin der Linkspartei, stellt Walter Ulbrichts Spruch in einen neuen Zusammenhang:

„Friedrich hat ...»... die Absicht, eine Mauer zu errichten.« Deutscher Innenminister hetzt gegen Armutsmigranten.“ jW 9.10.2013

André Scheer schreibt zwei Tage später:

Mehr als zwei Dutzend Schriftsteller und Künstler haben sich am Donnerstag mit einem Aufruf unter der Überschrift »Tear down this wall! Schleift die Festung Europa!« an die Öffentlichkeit gewandt. jW 11.10.2013

Es gehört schon eine ziemliche Dreistigkeit dazu, als Sprecherin der mehrfach umbenannten Mauerbauerpartei unter Verweis auf dieses Bauwerk die globale Freizügigkeit ohne Grenzen zu fordern, die man seinerzeit dem eigenen Volk mit dem perfektesten Abschottungssystem, euphemistisch „Antifaschistischer Schutzwall“ genannt, vorenthalten hat – unter Inkaufnahme zahlreicher Todesopfer. Die Stasi, deren Wirken Ulla Jelpke erst kürzlich anbiedernd gewürdigt hat, spielte dabei eine unheilvolle Rolle.

Nun tut Friedrich nichts anderes als, seinem Ministereid folgend, „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“, nämlich zu verhindern, daß Wirtschaftsmigranten aus unsozialen Staaten Deutschland zum Sozialamt der Welt umfunktionieren. Würde dem nachgegeben, dann hätten wir bald die halbe Menschheit auf dem Schoß. „Hetze“ kann man keinem Wort Friedrichs entnehmen.

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Sigmar Salzburg
08.10.2013 12.11
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Weiterer „Fortschritt“ in der Wörtervergiftung

Hannover verbannt das Zigeunerschnitzel

Als erste Stadt Deutschlands benennt Hannover ein Traditionsessen um: Das „Zigeunerschnitzel“ fliegt von den Speisekarten aller kommunalen Einrichtungen...
Damit reagiert sie auch auf die Forderung des Forums der Sinti und Roma in Hannover, die Mitte August die Hersteller von „Zigeunersoßen“ aufgefordert hatten, diese umzubenennen, weil der Begriff diskriminierend sei. Seitdem wird mal wieder gestritten, ob der Begriff „Zigeuner“ als Name eines Lebensmittels rassistisch ist oder nicht.

sueddeutsche.de 8.10.2013

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Sigmar Salzburg
04.09.2013 18.43
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Fundamentalistischer „Correctnessshitstorm“ ...

... wegen Erinnerungsfoto am Holocaust-Mahnmal

„Dass ein Foto, das an dieser Stelle jeden Tag Tausende von Menschen machen, eine derartige Hysterie auslöst, war mir in keinem Augenblick klar“, schrieb [Patrick] Lindner und führte fort: „Dass es aber dazu führt, dass Menschen aufs Übelste beschimpfen und persönlich beleidigt werden, das hat mich derart schockiert und mir gezeigt, was in unserem Land los ist.“ Der Sänger erklärte, dass er das Bild entfernt habe, weil sein Facebook-Auftritt keine Plattform für „unfletige, anmaßende, ja sogar hetzerische* Kommentare“ sein solle. focus.de 4.2.2013

So war das gar nicht gedacht:

Morgenpost Online: Viele nutzen das Mahnmal als Picknickplatz, Kinder spielen Fangen, Sie können dort sogar Kondome finden. Stört Sie das überhaupt nicht?

Peter Eisenman [Mahnmal-Architekt]: Ach, so was finden Sie doch auch auf Friedhöfen, in Kirchen oder an anderen öffentlichen Plätzen. Und das Spielen, meine Güte, das ist doch Spaß für die Kinder, dort zu spielen. Warum sollen sie das denn nicht machen? Das ist doch okay.
morgenpost.de 5.5.2010

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Sigmar Salzburg
31.08.2013 07.30
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Anstößiges unter schwarze Balken!

Ein Blick in das schon genannte Correctness-Blog von Anatol Stefanowitsch zeigt, daß der Meister dort eigenhändig Tabuwörter in Texten von Diskussionsteilnehmern schwärzt, so im Beitrag eines Gernot Back v. 16. 8.:

Was will man denn nun? Den Begriff „Zigeuner“ selbstbewusst als Geusenwort annehmen, so wie dies Schwule, Lesben, Nigger und Krüppel tun oder den Begriff ablehnen? Irgendetwas in der Mitte, das geht nun wirklich nicht!

[Hinweis von A.S.: Passage wegen rassistischer und behindertenfeindlicher Sprache geschwärzt. Zum Lesen auswählen und kopieren.]

Da war der Korrekte aber an den Falschen geraten:

Gernot Back hat Folgendes geschrieben:
18. August 2013 um 10:22

@Anatol Stefanowitsch.
[...]
Dass Sie, Herr Stefanowitsch, meinen, in meinem Beitrag den Begriff „schwul“ schwärzen zu müssen, stimmt mich da auch nicht gerade glücklich, denn damit betreiben Sie das Geschäft derer, die uns Schwulen die in jahrelangem Kampf erfochtene Deutungshoheit über den Begriff „schwul“ wieder entreißen will.[...]

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Sigmar Salzburg
29.08.2013 08.38
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Im Irrgarten des Correctness-Glaubens

Anscheinend haben wir unbeabsichtigt die allgegenwärtigen Correctness-Wächter und Rassismus-Spürhunde zur Wikipedia-Schnitzeljagd angeregt:

Am 14.8.13 erschien in der Süddeutschen von Felicitas Kock die Glosse Ärger um Zigeunersauce.
Am 15.8.13 stellten wir hier fest, daß das „Zigeunerschnitzel“ bei Wikipedia noch nicht correctifiziert war.
Am 16.8.13 hatte dann der umtriebige Jungprofessor Anatol Stefanowitsch dazu schon geforscht und in seinem breit angelegten Blog geschrieben:


Lustig ist das Rassistenleben, faria, faria, ho“ ... „Heute soll es um das Schnitzel gehen.“
[Hinweis: Der folgende Text enthält Beispiele rassistischer Sprache.]
... Sie werden es nicht glauben: Diese politisch korrekten Gutmenschen des 19. Jahrhundert nannten das Gericht doch tatsächlich… Paprika-Schnitzel...
Ist es schlimm, dass das Schnitzel (und die Soße) das Wort Zigeuner im Namen tragen?
Die kurze Antwort ist „Ja“. Die lange geht so: Eine Gruppe von Menschen unterschiedlicher Ethnien, die jahrhundertelang verachtet und verfolgt und dann von deutschen Nationalsozialisten systematisch in Vernichtungslagern ermordet wurde, eignet sich nicht dazu, einem österreichischen Gericht einen exotischen Anstrich zu geben. ...

Das hat offensichtlich die Sprachcorrectness-Blockwarte von Wikipedia alarmiert und zu einem Erstschlag gegen das „Zigeunerschnitzel“ ausholen lassen.

Version vom 18. August 2013, 08:44 Uhr (Quelltext anzeigen)...
Andy king50 (Diskussion | Beiträge)

'''Zigeunerschnitzel''' ist ein Gericht der klassischen Küche aus gebratenem [[Schnitzel]] und einer mit Paprika gewürzten Sauce mit Tomaten, Pilzen und weiteren Zutaten...

Version vom 26. August 2013, 20:14 Uhr (Quelltext anzeigen)
Elektrofisch (Diskussion | Beiträge)
...
'''Paprika-Schnitzel''' ist ein Gericht der klassischen Küche aus gebratenem [[Schnitzel]] und einer mit Paprika gewürzten Sauce mit Tomaten, Pilzen und weiteren Zutaten...
Die erst seit einer Nachauflage von Richard Herings Lexikon der Küche, Gekürzte Kochanweisungen, fachgewerbliche Angaben, Ratschläge usw. über Weine-Getränke-Servieren aus dem Jahr 1957 bekannte Bezeichnung Zigeunerschnitzel[1] wird als diskriminierend kritisiert.

NB. Ich halte mich lieber an die Urteile normaler Menschen, wie hier am Ende dieser Notiz.

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Sigmar Salzburg
25.08.2013 09.18
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„Zigeunersauce“: Umbenennung mit fadem Beigeschmack

Probleme mal deliziös, mal delikat
Angefangen hat es mit dem Negerkuss (Mohrenkopf) und während der „Zigeunerbaron“ auch weiterhin sein Publikum beglücken darf, soll der Zigeuner aus dem Universum der Küchen und Fertigsoßen verschwinden. Mir könnte es egal sein, ich geh' eh zum Griechen- und der hat kein „Sinti- und Roma-Schnitzel“ – aber einen Hirtenspieß. Wenn ich den esse, bin ich dann ein Kannibale? Mal im Ernst: Glauben Sie, in Frankreich fordert jemand die bekannte Zigarettenmarke „Gitanes“ (französisch für „Zigeuner“) umzubenennen? Auch die legendären „Gipsy Kings“ (Gipsy ist englisch für „Zigeuner“), selbst Roma, haben meines Wissens niemals über eine Namensänderung nachgedacht.

Ich denke, wir haben wichtigere Probleme ... Man bietet Erwachsenen Alphabetisierungskurse in der Volkshochschule an, während an unseren Schulen der Etat gekürzt wird. Meines Erachtens ein Grund, weshalb Eltern pro Jahr 1,5 Milliarden Euro für Nachhilfe ausgeben. Man hat über 50 Milliarden (!) für eine überflüssige Rechtschreibreform übrig und schmeißt Hunderte von Milliarden im Schnellverfahren den Bankern in den gierigen Rachen, aber Bildungs- und Sozialpolitik orientiert sich an der knappen Kassenlage...
Herbert Semsch, Brühl

Schwetzinger Zeitung 24.8.2013


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Sigmar Salzburg
16.08.2013 19.29
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Der Film zum Buch …

… mit den verbotenen Wörtern sollte hier nicht fehlen, obwohl den meisten schon bekannt:



Eine ältere Sendung. Für die neuen Zwangsgebühren kriegt man so etwas wohl nicht mehr.

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Sigmar Salzburg
16.08.2013 06.17
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Wann wurde „Neger“ zum Unwort?

Elf Prozent der US-Bürger sind Farbige. Als die Japaner Pearl Harbor überfielen, dienten aber kaum sechs Prozent Farbige in der Armee. Nur fünf Neger trugen die Offiziersuniform, drei von ihnen als Seelsorger.
spiegel.de 19.6.1967

Der Neger Charles („Sonny“) Liston durfte nach drei K.-o.-Niederlagen gegen Cassius Clay alias Muhammad Ali nur noch in Rahmenkämpfen für ein paar Dollar antreten. Er starb unter ungeklärten Umständen.
spiegel.de 21.11.1977

[Beate Uhse] Als sie sich (vor acht Jahren) bei einem Neger auf den Bahamas Lustgewinn verschaffte, entschloß sich der Kaufmann Ernst-Walter Rotermund zur Scheidung. „Ich halte“, klagte er, „Beates wahnsinnige Aktivität im Betrieb und im Bett nicht mehr aus.“
spiegel.de 04.06.1979

In Fachkreisen freilich herrscht einhellige Geringschätzung für die mindere Qualität der China-Waffen. Tenor: Für Neger gerade gut genug.
spiegel.de 15.06.1981

Wenn die Neger drei Takte Beethoven hören, machen sie Schluß mit ihrem Tamtam.
spiegel.de 22.08.1983

[Harlem] Für Weiße geplant – mit schmucken Musterhäusern, Biergärten und Poloplatz –, verwandelte es sich von 1910 bis 1930 in Amerikas Negermetropole, mit zeitweise unerträglicher Übervölkerung in unvorstellbaren Wohnhöhlen. Damals hießen die Schwarzen noch Neger.
spiegel.de 11.03.1985

Die eisenharten Impulse eines Drum-Computers lassen die Kalotten der Lautsprecher bis zum Anschlag schwingen, knallige Gitarrenriffs bohren sich in die Ohren des Publikums, zu einem holprigen Stakkato-Gesang stampfen drei grinsende Neger über die Bühne.
spiegel.de 20.04.1987

[Orson Welles] Ist der Mann etwa so verrückt geworden, daß er gar keinen Revuefilm macht, sondern tatsächlich einen ernsthaften Film über Neger?
spiegel.de 16.10.1989

Nach und nach zeigt Gert Voss *, wie sehr er mit dem Gehabe des sanften Wilden seine Umwelt nur getäuscht hat, wie wenig der liebestrunkene Mohr im Glück seinem wirklichen Wesen entspricht. Als Jago behauptet, Desdemona habe ihn, Othello, mit dem jüngeren Cassio betrogen, als das Gift der Eifersucht zu wirken beginnt, da sinkt der stolze Neger erst einmal jämmerlich zusammen – so erwacht er aus einem Traum, an den er selbst nie geglaubt hat.
spiegel.de 15.01.1990

Eine deutsche Band eroberte mit dem Kinderlied „Zehn kleine Negerlein“ die Hitparaden – und geriet prompt unter Rassismus-Verdacht. Sieben Wochen lang hatte Mike Staab, 31, allen Grund zur Freude. Der Frühjahrs-Hit „Zehn kleine Negerlein“ ...
spiegel.de 27.05.1991

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glasreiniger
15.08.2013 13.38
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Re: Politisch korrekte Sauce

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Naht das Ende der Zigeunersauce? Das Forum für Sinti und Roma fordert Lebensmittelhersteller zur Umbenennung des Saucen-Klassikers auf. Die Unternehmen zeigen sich verständnisvoll – wollen aber vorerst nicht handeln...

...

Das „Zigeunerschnitzel“ ist bei Wikipedia bisher weder umbenannt noch mit einem Warnhinweis versehen. Ein eigenes Stichwort „Zigeunermusik“ gibt es im politisch korrekten Universallexikon jedoch nicht mehr.


Es lohnt sich, die Diskussionsseite zum Zigeunerschnitzel zu lesen. Lesenswert, um das allgemeine Wikipedia-Problem pars pro toto kennenzulernen.

Kürzlich fiel mir auf, daß in der deutschen WP der international als Chebyshev bekannte Mathematiker nicht nur in der veralteten Schreibweise Tschebyscheff, sondern (sprachlich korrekt) unter Tschebyschow zu finden ist.

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Sigmar Salzburg
15.08.2013 09.29
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Politisch korrekte Sauce

Naht das Ende der Zigeunersauce? Das Forum für Sinti und Roma fordert Lebensmittelhersteller zur Umbenennung des Saucen-Klassikers auf. Die Unternehmen zeigen sich verständnisvoll – wollen aber vorerst nicht handeln...

Von Herstellerseite hat man sich laut eigenen Aussagen vor einem halben Jahr mit einem ähnlichen Fall befasst. „Eines unserer Mitgliedsunternehmen ist darauf angesprochen worden“, sagt Markus Weck, Geschäftsführer des Verbands der Hersteller kulinarischer Lebensmittel e.V. Der Verband habe daraufhin zum Begriff der Zigeunersauce recherchiert. Bei den Nachforschungen sei herausgekommen, dass die Sauce bereits 1903 im Le guide culinaire erwähnt worden sei. Es handele sich also um eine sehr alte Bezeichnung, die auf ein bestimmte Geschmacksrichtung verweise. Nämlich: „ungarisch, scharf, mit Paprika und/oder Zwiebeln“...
sueddeutsche.de 14.8.2013

Das „Zigeunerschnitzel“ ist bei Wikipedia bisher weder umbenannt noch mit einem Warnhinweis versehen. Ein eigenes Stichwort „Zigeunermusik“ gibt es im politisch korrekten Universallexikon jedoch nicht mehr.

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Sigmar Salzburg
14.08.2013 12.40
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Numerologen-Terror

Tchibo kapituliert vor „18“-Shitstorm
Der Kaffeeröster Tchibo verkauft[e] in seiner Kollektion Turnschuhe mit der Aufschrift „18“. Die Zahl gilt als Code für die Initialen Adolf Hitlers. Jetzt hat die Firma die Schuhe vom Markt genommen. welt.de 9.8.2013

Wir erinnern uns an die FDP-„Strategie 18“ zu Zeiten Jürgen Möllemanns. Ziel war ein solches Wahlergebnis in Prozent, und Guido Westerwelle ließ bei jeder Gelegenheit unter seine Schuhe (links) blicken. Heute könnte er sich das nicht mehr erlauben.

(„Shitstorm“ ist wirklich ein beschissenes Neuwort im Deutschen.)

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Sigmar Salzburg
10.08.2013 09.42
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Geschichtsklitterungen

Peter Kohl hat in einem Interview die früheren Pläne seines Vaters kritisiert, die Zahl der in Deutschland lebenden Türken drastisch zu senken... „Viele Türken fühlen sich durch solche Äußerungen – wie ich finde, zu Recht – ausgegrenzt. Das verbittert sie“, sagte Peter Kohl in der „SZ“... Zumindest in der Einschätzung der öffentlichen Meinung pflichtet Peter Kohl seinem Vater nachträglich bei. Der „SZ“ sagte er: „Das war in der CDU, in der SPD und in Teilen der Bevölkerung herrschende Meinung. Es fiel schwer, die Aufbauleistungen der Türken für Deutschland anzuerkennen.“
spiegel.de 10.8.2013

Wieder soll die deutsche Geschichte zurechtgebogen werden – der Correctness halber: Die Türken waren als Aushilfskräfte („Gastarbeiter“) eingestellt und konnten bei nachlassendem Bedarf ebenso wieder entlassen werden. Wenn ich einen Handwerker bestelle, der mir das Dach repariert, dann entlohne ich ihn vertragsgemäß, muß ihn aber nun nicht auf Dauer im Hause wohnen lassen und ihm für seine „Aufbauleistungen“ noch jahrzehntelang Dank abstatten. So war die ganz selbstverständliche Vertragslage, von der die meisten Deutschen und auch ihre Politiker ausgingen. Daran ist nichts Ehrenrühriges. Nicht nur Helmut Schmidt und Helmut Kohl vertraten diese Ansicht, sondern auch der ehemalige Oberstadtdirektor von Hannover, Martin Neuffer, den ich noch kannte:

„In seinem 1982 erschienenen Buch „Die Erde wächst nicht mit“ plädierte der linke Sozialdemokrat Martin Neuffer unter anderem dafür, die Einwanderung von Türken in die Bundesrepublik „scharf“ zu drosseln und auch das Asylrecht „drastisch“ auf Europäer zu beschränken.“ (Wikipedia)

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Sigmar Salzburg
10.08.2013 08.15
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Lesenswert!

Nicht das Buch, sondern die Leseproben, die Th. Ickler in „Sprachforschung.org“ daraus bringt. Sie waren mir bisher entgangen:

Susan Arndt: Rassismus. Die 101 wichtigsten Fragen. (beck'sche reihe) München 2012

„Anders als bei anderen Bänden dieser Reihe darf man hier keine sachliche Information erwarten. Es handelt sich um ein wütendes Pamphlet gegen den Rassismus, den die Verfasserin überall am Werke sieht (nur bei sich nicht).“

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