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junge Welt
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Sigmar Salzburg
18.01.2014 06.12
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Noch’n Geburtstagsgruß für Arno Schmidt – in der „jungen Welt“

– in der richtigen Recht- bzw. Arno-Schmidt-Schreibung:

Schreckensmann. Arno Schmidt (1914–1979) hat sich mit einigem polemischen Geschick bei den Adenauer-Wählern, Militaristen und Uniformträgern unbeliebt gemacht und die rotbackigen Nierentischdeutschen nicht in Ruhe verdrängen lassen. Am offensichtlichsten – und nicht unsympathischsten – ist sein Beißreflex gegen Religion und Kirche: Die Bibel »iss für mich n unordentliches Buch mit 50000 Textvarianten. Alt und buntscheckig genug, Liebeslyrik, Anekdoten (…); und natürlich ewig merkwürdig durch den Einfluß, den es dank geschickter skrupelloser Propaganda und vor allem durch gemeinsten äußerlichen Zwang, compelle intrare, gehabt hat. Der ›Herr‹, ohne dessen Willen kein Sperling vom Dach fällt oder 10 Millionen im KZ vergast werden: das müßte schon ne merkwürdige Type sein – wenn’s ihn jetzt gäbe!« ...

Unberechenbar. Peter Rühmkorf¹, auch schon tot, hat seinem literarischen Vorbild attestiert, daß er »der Sprache vergönnte, was ihr gebührte, nämlich unverwechselbaren Ausdruck und entschiedenes Eigenprofil, und (…) sich dennoch nicht zu fein war, dem Restauratorium zur Carmagnole aufzuspielen«. Das beschreibt ganz gut Schmidts dialektische, zwischen Aufklärung und Kunstautonomie vital-dynamisch pendelnde frühe Poetik...

jungewelt.de 18.1.2014

Siehe auch dies.

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Sigmar Salzburg
07.10.2013 05.31
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Gespräch mit Jürgen Todenhöfer ...

Unsere Medien vermitteln in der überwiegenden Mehrzahl ein einseitiges Bild des Syrienkonflikts. Woran liegt das eigentlich?

Ein Großteil der Zeitungen hat keine Auslandsredaktionen mehr. Der Leiter der Auslandsredaktion muß teilweise zehn verschiedene Länder betreuen. Die sind im syrischen Fall dann auf Informationen angewiesen, die sie zum Beispiel von der Menschenrechtsbeobachtungsstelle in London vermittelt bekommen. Die besteht aus einem einzigen Mann, der mit ein oder zwei Teilzeithilfskräften zusammenarbeitet. Dieser Rami Abdul Rahman, der in Wirklichkeit Osama Ali Suleiman heißt und von Spöttern »Osama im Laden« genannt wird, weil er sein »Observatorium« nur wenige Meter vom Bekleidungsladen seiner Frau entfernt betreibt, versorgt die ganze Welt mit Nachrichten, die besonders in den ersten zwei Jahren zu einem großen Teil aus Märchen bestanden...

Die NATO muß ein reines Verteidigungsbündnis werden, sonst verrät sie ihre Werte. Alle Angriffskriege waren Lügenkriege. Der Westen ist aufgerufen, das Völkerrecht zu achten, aber auch die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, gegen die permanent verstoßen wird.

junge Welt.de 5./6.2013 (in der richtigen Rechtschreibung).
Zu Todenhöfer siehe auch hier

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Sigmar Salzburg
01.10.2013 06.51
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Keine Macht den Sowjets!

Unter diesem Titel bringt die „junge Welt“ (in traditioneller Rechtschreibung) eine Darstellung der Ereignisse in der ehemaligen Sowjetunion vor zwanzig Jahren, die auch heute, wenigstens mir, immer noch undurchschaubar erscheinen:

Am 20. September 1993 erklärte der russische Präsident Boris Jelzin mit dem Ukas (präsidialer Erlaß) Nummer 1400 den Obersten Sowjet und den Kongreß der Volksdeputierten für aufgelöst. Er behielt sich vor, ein neues System von Körperschaften der legislativen Macht herzustellen und den entsprechenden Wahlmodus festzulegen. Das Verfassungsgericht wurde angewiesen, sich jeder Äußerung zum Präsidentenerlaß zu entsagen...

Er sei nicht irgendeinem Parlament verantwortlich, sondern allein dem russischen Volk, brachte Jelzin in der Schicksalsnacht vom 3. auf den 4. Oktober 1993 seine bonapartistisches »Demokratieverständnis« deutlich zum Ausdruck. In Wahrheit aber wurde er von den Oligarchen in die Verantwortung genommen. Die russische Privatisierung war sicher der gewaltigste Korruptionsfall in der Menschheitsgeschichte. Zur Sicherung seiner politischen Macht ließ Jelzin die wichtigsten Rohstoffbetriebe des Landes zu Spottpreisen verscherbeln. Die Käufer – Michail Chodorkowski, Roman Abramowitsch und Konsorten – bedankten sich, indem sie riesige Summen in Jelzins Wahlkampagne investierten ...

Die im Moskauer Herbst gewaltsam beantwortete soziale Frage aber wird sich im postkommunistischen Rußland immer wieder aufs Neue stellen.

jungewelt.de 1.10.2013

Leute wie Abramowitsch sollen ja sicherheitshalber schon die Staatsbürgerschaft des Landes besitzen, dessen Sicherheit zur Staatsräson unserer Bundeskanzlerin gehört. Die Sicherheit in der herkömmlichung Rechtschreibung hat dagegen auch bei der „jungen Welt“ nachgelassen – oder sollte tatsächlich etwas „Neues“ gemeint gewesen sein?

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Sigmar Salzburg
18.09.2013 09.56
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Die AfD gleich mit entfernen?

Die „junge Welt“ fördert die Störung und Zerstörung von Wahlwerbung zugelassener Parteien, indem sie (in traditioneller Rechtschreibung) animierend darüber berichtet und die entsprechenden Links aufzählt. Gegen „Rechts“ scheint auch Gesetzwidriges erlaubt zu sein – und von unseren Spitzenpolitikern wohlwollend geduldet:

NPD-Plakate »völlig leise« entfernen
Antifagruppen bundesweit aktiv gegen Wahlpropaganda von NPD & Co.

... Antifagruppen rufen dazu auf, Wahlwerbung von NPD, »Republikanern« und anderen aus dem Straßenbild zu entfernen. In Göttingen heißt die Initiative »Alles muß man selber machen«. Rechte Plakate und Flyer sollen dort, wo sie auftauchen oder verteilt werden, »wieder eingesammelt« werden. Im Internet werden Anleitungen zum Entfernen oder Zerstören von derlei Material verbreitet...

Unklar bleibt, wie viele der Wähler insbesondere von »Republikanern« und der »Pro-Bewegung« ihr Kreuz bei der »Alternative für Deutschland« (AfD) machen werden. In Umfragen liegt die Euro-kritische Partei weiterhin unter der Fünfprozenthürde.

Informationen zu den Kampagnen:
– selbermachen.noblogs.org
– keine-stimme-den-nazis.org
– keinestimmedennazis.¬blogsport.de
– unmoeglichmachen.blogsport.eu

jungewelt.de 18.9.2013

Die AfD wird geschickt in einem Atemzug mitgenannt. Die genannte Initiative heißt natürlich:

Alles muss man selber machen

Am Montag den 16.09. veranstaltet die Antifaschistische Linke International gemeinsam mit der Grünen Jugend Göttingen eine Infoveranstaltung zur rechtspopulistischen Partei “Alternative für Deutschland” und rassistischer stimmung in der Wirtschaftskise. Die Veranstaltung findet unter dem Titel “Rechte‭ Euro Rebellen und rassistische krisenerzählung” statt.

Sonst lieben die Linken doch Krisenerzählungen! Warum allerdings die AfD, die nur die Unentwegten der einstigen deutschen Euro-Gegner-Mehrheit um sich sammeln will, fast noch heftiger als die NPD bekämpft wird, bleibt ein Rätsel.

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Sigmar Salzburg
09.08.2013 06.25
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Die „junge Welt” schreibt eisern traditionell …

... sogar wo „in Bezug auf“ für eine der wenigen brauchbaren Neuerungen der „Reform“ angesehen werden könnte.

In bezug auf den Ausschluß einheimischer Palästinenser aus der Siedlerökonomie vor 1948 und die Planung und Umsetzung ihres Transfers waren die »linken« oder »Labour«-Zionisten besonders emsig...

Das palästinensische Mandat umfaßte ursprünglich auch ein großes, überwiegend trockenes Gebiet östlich des Jordans, aber Großbritannien durfte die Umsetzung der Bestimmungen zur Förderung der zionistischen Kolonisierung in bezug auf dieses Ostgebiet »aufschieben oder zurückhalten«.

Moshe Machover: Israelis und Palästinenser – Konflikt und Lösung. Laika-Verlag, Hamburg 2013, 480 Seiten, 29 Euro * auch im jW-Shop erhältlich
jungewelt.de 9.8.2013

Auch wegen der tabulosen Behandlung heikler Themen ist die jW lesenswert.

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Sigmar Salzburg
20.07.2013 20.23
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„junge Welt“ und „Junge Freiheit“

Wer Zeitungen in anständiger traditioneller Rechtschreibung lesen will, kann das fast nur noch in der Tageszeitung „junge Welt“ und der Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Erstere gibt es an Zeitungskiosken, letztere wird meist boykottiert. Interessant ist nun, was ein linker „Sprachforscher“ der „jungen Welt“ über die rechte Konkurrenz im „Wochenendgespräch“ zu sagen hat:

20.07.2013 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)
»Sie wollen den autoritären Staat«
Gespräch mit Helmut Kellershohn. Über die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit, den »faschistischen Stil« und die Chancen des Jungkonservatismus in der Wirtschaftskrise

Helmut Kellershohn (geb. 1949) arbeitete als Lehrer an einem Gymnasium in Moers. Er ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und publizierte zahlreiche Aufsätze zur extremen Rechten, zum Neokonservatismus und zum völkischen Nationalismus ...

[Das private linke Institut (seit 1987) forscht „nach eigenen Angaben insbesondere nach den Ursachen von Rechtsextremismus, Rassismus, völkisch-nationalen Tendenzen, Antisemitismus und sozialer Ausgrenzung“ und arbeitet an Sprachregelungen mit:

So plante der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) 2006 die Erstellung einer Sprachfibel der diskriminierenden und rassistischen Wörter, die vom DISS wissenschaftlich begleitet werden sollte. Dieses Projekt wurde zwar nie realisiert, führte aber schon im Vorhinein, ohne dass Ergebnisse vorlagen, zu heftigen Reaktionen: Es wurde im Anti-„Pc“-Jargon von „Sprachreinigung“ gesprochen und kritisiert, dass der Begriff Rassismus vom DISS zu weit gefasst und ideologisch gefärbt sei. (Wikipedia)

Seine Kritik an der „Jungen Freiheit“ formuliert Kellershohn in der „jungen Welt“ nun unerwartet zurückhaltend:]


Von der 1994 vorhandenen Redaktion ist heute nur noch Stein übrig. Ein wichtiger Schritt für die Konsolidierung der Zeitung ist die Gründung der Freunde der Jungen Freiheit gewesen. Man hat in gewisser Weise das Modell der taz abgekupfert. Es dürfte etwa 4000 bis 5000 Förderer geben. Welche Großspender die Zeitung hatte, ist nicht bekannt. Um 2005 gelang es ihr nach einer zehnjährigen juristischen Auseinandersetzung zu erreichen, nicht mehr in den Verfassungsschutzbericht von Nordrhein-Westfalen aufgenommen zu werden. Das ist insofern ein wichtiges Datum, als nun prominente bürgerliche Autoren wie ein Hans-Olaf Henkel der Zeitung als Interviewpartner und Autoren zur Verfügung standen. Dafür hat die Junge Freiheit die extrem rechte Ideologie nur noch dosiert und häppchenweise wiedergegeben...

[ ... alles Tarnung sozusagen. Linke marschieren mit offenem Visier durch die Institute.]

In der Jungen Freiheit gibt es, was die EU betrifft, eine Kritik an der Ausschaltung demokratischer Institutionen von Brüssel her. Ist das nicht auch aus einer linken Perspektive schlüssig?

Die Autoren der Jungen Freiheit argumentieren zweistufig. Auf der ersten Stufe kritisieren sie die Entleerung demokratischer Institutionen. Sie wenden sich gegen Mechanismen, die dazu führen, daß von oben durchregiert wird. Auf dieser Ebene gibt es Übereinstimmungen mit der Linken. Das ändert sich auf der nächsten Stufe. Wenn es darum geht, wie man der Entleerung demokratischer Institutionen begegnen soll, greifen sie nämlich auf die rechten Antworten der zwanziger Jahre zurück: Zurückdrängung der Parteienmacht, Veränderung des Wahlrechts, etwa in Richtung einer höheren Gewichtung der Persönlichkeitswahl, und ein plebiszitäres Präsidialsystem.

Ich könnte mir vorstellen, daß viele Leser diese zweistufige Argumentation nicht durchschauen. Sie lesen in der Jungen Freiheit einen gut recherchierten Artikel über den Demokratieabbau in der EU und überlegen dann, bei der Bundestagswahl der Alternative für Deutschland (AfD) ihre Stimme zu geben, um das zu stoppen. Wie bewerten Sie die Erfolgsaussichten dieser Partei und die des Jungkonservatismus?

Die Forderung der AfD nach mehr direkter Demokratie klingt so, als ob man sie auch als Linker unterschreiben könnte. Doch der Kontext ist ein anderer. Die Partei ist wirtschaftsliberal orientiert. Würde die AfD langfristig Erfolg haben, was nicht ausgeschlossen ist, könnte sich daraus ein politischer Resonanzboden für den heutigen Jungkonservatismus entwickeln...

[Bemerkenswert ist aber auch folgende Passage:]

In diesem Zusammenhang spielt Armin Mohlers schon Anfang der siebziger Jahre geschriebene Aufsatz »Der faschistische Stil« eine wichtige Rolle, in dem dieser zeitweilige Berater von Franz-Josef Strauß seine Vorstellung von Faschismus erläutert. Er orientiert sich darin sehr stark an einem existentialistischen Modell. Faschist ist diesem Verständnis nach derjenige, der sich auch dann opfert, wenn es vergebens ist.

jungewelt.de 20/21.7.2013

Ist darum der vereinzelte linke Widerstand gegen die „Rechtschreibreform“ so unscheinbar und lautlos?

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Sigmar Salzburg
12.05.2013 11.16
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... und führen, wohin du nicht willst

Muttitag bei der Truppe
Kurzbesuch in Afghanistan: Bundeskanzlerin Merkel sagt deutschen Soldaten danke. Das mitreisende Pressekorps sorgt für mitfühlende Front-PR
… Dazu paßt: Unter dem Stichwort »Fallen Hero« (Gefallener Held) rufen Bild und der Schauspieler Til Schweiger zu Spenden für die Angehörigen des getöteten KSK-Soldaten auf.
junge Welt 11.5.2013 (in Kulturrechtschreibung)

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Sigmar Salzburg
07.05.2013 23.13
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junge Welt: Brisantes …

… traditionell geschrieben:

Luxemburgs Premier mußte dem Geheimdienstausschuß seines Parlaments Rede und Antwort stehen …
Juncker verwahrte sich im Ausschuß gegen den Vorwurf, Kenntnis von der Affäre gehabt zu haben...
2006 sei er vom Geheimdienst unterrichtet worden, daß sich zur Zeit der Bombenanschläge der italienische CIA-Mitarbeiter und mutmaßlicher Strippenzieher bei »Stay Behind«-Aktionen, Licio Gelli, in Luxemburg aufgehalten habe...

Das Attentat auf das Münchener Oktoberfest am 26. September 1980 mit 13 Toten soll ebenfalls auf das Konto der NATO gehen.

In bundesdeutschen Medien haben weder die Erkenntnisse über »Stay Behind« vom Anfang der 90er Jahre noch die jüngsten Enthüllungen großen Niederschlag gefunden. Als einzige deutsche Zeitung berichtete anfangs lediglich die jW, diverse andere Blätter stiegen nach und nach in das Thema ein. In 3Sat-»Kulturzeit« wurde am Dienstag abend ein erster TV-Beitrag dazu ausgestrahlt – recht wenig für einen Skandal fast vom Kaliber des Münchner NSU-Prozesses.

jungewelt.de 8.5.2013

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Sigmar Salzburg
17.04.2013 06.35
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„junge Welt“ wieder einmal lesenswert

(in der in Behörden und Schulen verbotenen Rechtschreibung)
Zweifel an der amtlichen Version
Auffällig viele fragwürdige Spuren

jungewelt.de 17.4.13

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Sigmar Salzburg
12.04.2013 04.33
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In der „jungen Welt“

[in bester deutscher Rechtschreibung]
Eine Gratulation
Joseph Fischer wird 65
Von Wiglaf Droste

[Alles umwerfend direkt – wie dieses:]

... Und doch ist Fischers berühmt gewordener Satz »Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch« nicht vor allem Ausdruck einer antiautoritären Haltung, sondern vielmehr projektierte Selbstbezichtigung. Fischer wollte genau dahin, wo die von ihm als solche identifizierten »Arschlöcher« saßen, er wußte, daß man, um dieses Ziel zu erreichen, seinen Feinden ähnlich werden muß, und er war entschlossen, dort anzukommen, um buchstäblich jeden Preis.

Alleine konnte er das nicht schaffen, und so griff er sich die Grünen, eine Truppe aus gescheiterten Sektenfritzen und gutgläubigen Strickliesen jederlei Geschlechts, die ihre Eigenbematschtheit als ein Indiz dafür nahmen, die besseren Menschen zu sein; daran halten die Grünen bis zum von ihnen erträumten Endsieg des GutundBlöden fest. Fischer, der größte Egozentriker des Bioladens, unterwarf sich den schwammigen Haufen relativ zügig …

jungewelt.de 12.4.2013

Siehe auch: Löchertheorie, Frühanglizismus, Ditfurth, Die Partei, die Partei ...

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Sigmar Salzburg
02.03.2013 10.03
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Die Deutschen sind noch nicht soweit – trotz BER und Rechtschreib-„Reform“

Dieter Hildebrandt im Interview mit der „jungen Welt” (in der richtigen Rechtschreibung):

Wie erklären Sie sich, daß ein ehemaliger Komiker ein Viertel der Stimmen auf sich ziehen kann?

In Italien hat die Politik offensichtlich einen satirischen Charakter bekommen. Es sieht so aus, als ob die Leute ihre Politiker nicht mehr ernst nehmen.

Haben die Italiener das jemals getan?

Mir scheint, daß sie zwischendurch mal darüber nachgedacht haben, daß ihr Land Mitglied einer Völkergemeinschaft ist. Als sie dann merkten, daß ihnen das nicht vergolten wird, wollten viele von ihnen mal zeigen, wo der Hammer hängt, und haben aus reinem Trotz Grillo gewählt – einen Mann, der von Anfang an gesagt hat, er wolle gar nicht regieren und werde auch sonst nichts mitmachen. Daß jeder Vierte eine solche Persönlichkeit wählt, heißt doch nichts anderes, als daß ein großer Teil der Bevölkerung von den herkömmlichen Politikern nichts mehr wissen will.

jungewelt.de 2./3.03.13

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Sigmar Salzburg
16.02.2013 00.00
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Gegen den Staat, das bekannte Unwesen:

Dietrich Kittner ist gestorben
Die „junge Welt“ schreibt (in traditioneller Rechtschreibung):

Der Kabarettist Dietrich Kittner ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 77 Jahren in Bad Radkersburg in der Steiermark, wo er seit längerem lebte…

Er kam vom anderen Stern, dem roten. Den trug er auch offen am Revers. 1971 aus der SPD geflogen, hatte er seit 1974 praktisch Auftrittsverbot im Fernsehen…

Wenn man ihm nachsagte, er sei politisch vorhersehbar, dann war genau das auch seine beste Qualität, denn er hatte keine Lust auf »dein Staat – das bekannte Unwesen«. Seine Scherze richten sich gegen das Kapital als gesellschaftliches Verhältnis, die Programme und Platten hießen entsprechend »Schöne Wirtschaft«, »Hai-Society« oder »Wollt ihr den totalen Mief?«. Er kam aus einem Studentenkabarett in Göttingen, das er mit seiner Frau Christel gegründet hatte. Ab 1966 trat er als »Kittners kritisches Kabarett« solo auf, später auch in seinem eigenen Theater in Hannover, das auf Wunsch des CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht als einziges Privattheater Niedersachsens nicht subventioniert werden durfte…

jungewelt.de 16.2.2013

Damals in Hannover hatte ich seine Vorstellungen des öfteren besucht. Der Titel „Dein Staat – das bekannte Unwesen“ war eine Parodie auf Oswald Kolles Aufklärungfilm „Deine Frau, das unbekannte Wesen“.

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Sigmar Salzburg
05.02.2013 08.02
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Friedliche Demonstrationen

Die „junge Welt“ schreibt über den Ball in der Wiener Hofburg (in traditioneller Rechtschreibung):

Tausende protestieren in Wien gegen rechten »Akademikerball«

… Im vergangenen Jahr hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Mitglied der deutschnationalen »Wiener pennale Burschenschaft Vandalia«) während des Balls die antifaschistischen Demonstrationen mit der Reichskristallnacht verglichen und bezogen auf die Ballgäste geäußert: »Wir sind die neuen Juden«…

FPÖ-Chef Strache blieb diesmal der Veranstaltung fern. Nicht so hingegen der weit rechts stehende freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer. Er wurde laut FPÖ-Erklärung von einem Wurfgeschoß eines der über 3000 Gegendemonstranten »schwer verletzt«. Laut Polizei handelte es sich bei dieser schweren Verletzung um den Treffer durch einen Farbbeutel, nach welchem Mölzer seinen Weg fortsetzte…

Auch dieses Mal gab es jedoch Zwischenfälle. Laut einer Aktivistin der »Grünen und Alternativen StudentInnen« attackierte etwa eine Ballbesucherin friedliche Demonstranten mit Pfefferspray.

jungewelt.de 4.2.2013

Die auf Video dokumentierte Szene, bei der ein Ehepaar von den „friedlichen Demonstranten“ bedrängt und bespuckt wurde, erinnert mich tatsächlich sehr an 1938, als mein Großonkel, damals Geschäftsführer im Kaufhaus Luplow in Pforzheim, als „Jude“ von einer Nazihorde bedrängt, bespuckt und schließlich auf einem Handkarren durch die Stadt geschleift wurde.

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Sigmar Salzburg
19.01.2013 10.56
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‚junge Welt‘ in bewährter Rechtschreibung:

Über Thomas Rietzschel
Von Reinhard Jellen

»An die Stelle des naiven ist der anmaßende Dilettant getreten, der moderne Mensch par excellence, ein Bürger, der sich selbst vormacht, was die anderen von ihm halten sollen. Er ist, was er zu sein verlangt, nicht was er kann, gleich, ob er nun als deutscher Außenminister durch die Welt gockelt, diamantbesetzte Totenschädel als Kunst verkauft, eine Rechtschreibreform vom Zaun bricht oder als Banker verzockt, was ihm nicht gehört. In welcher Verkleidung immer wir ihm begegnet sind, stets hat der beruflich agierende Dilettant erfolgreich versagt.« (Thomas Rietzschel)

Mit »Stunde der Dilettanten. Wie wir uns verschaukeln lassen« hat der Autor und ehemalige Kulturkorrespondent der FAZ, Thomas Rietzschel, eine kluge und scharfzüngige Kritik an den gegenwärtigen politischen und kulturellen Zuständen verfaßt. Auch der Leser, welcher den Tenor seiner Ausführungen in der Gesamtheit nicht teilt, kann das bereits im letzten Jahr erschienene Buch erstens mit Vergnügen lesen, weil es über weite Strecken brillant und amüsant geschrieben ist. Zweitens läßt es sich auch dort, wo man mit dem Autor nicht übereinstimmt, mit Erkenntnisgewinn studieren, weil die Thesen so klar formuliert sind, daß einem geradewegs die nötigen Gegenargumente dazu einfallen. Und drittens wird man erneut feststellen, daß einem – trotz konträrer politischer Positionen – der kluge, sich auf die Aufklärung berufende Konservatismus näher steht als die politisch korrekt servierte, postmodern-grünsozialdemokratische Milchgraupensuppe, die sonst als alternatives Sparmenü zum schwarzgelben Feinschmeckereintopf geboten wird…

jungewelt.de 19.1.2013

Thomas Rietzschel wurde vor einem Jahr schon hier und dort zitiert.

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Sigmar Salzburg
04.01.2013 20.29
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Die ‚junge Welt‘ schreibt klassisch – diesmal nah an unseren Themen

Gegen den Strich bürsten

Die Kunst, die Bevölkerung mit Hilfe der Medien an der Nase herumzuführen: »spin doctoring«


Von Peter Wolter
Wer Politik für Banken, Versicherungen und Unternehmer macht, aber auf die Stimmen der Wähler angewiesen ist, muß sich etwas einfallen lassen: Die einen bekommen ihren Willen, und die anderen dürfen es nicht merken. Jedenfalls nicht sofort.

Diesen Spagat haben Politiker, Behördensprecher und angeschlossene Journalisten schon immer zu meistern versucht, mittlerweile nähern sie sich der Perfektion. Schon vor vielen Jahren wurde aus den USA der aus der Werbebranche stammende Begriff »spin doctor« übernommen – gemeint ist damit, einem Thema einen »spin« zu geben, einen »Dreh«, der etwas Unangenehmes so appetitlich verpackt, daß die Adressaten möglichst freudig zustimmen. In so ziemlich allen deutschen Ministerien sind heute »spin doctores« im Einsatz – Begriffsverdreher im Wortsinne.

Schon in George Orwells Roman »1984«, der vor dem alles kontrollierenden Staat warnt, war »Neusprech« eines der wichtigsten Werkzeuge zur Steuerung der Menschen. Die Sprache wurde vereinfacht, überflüssige Worte und Doppelbedeutungen ausgemerzt, Begriffe wie Freiheit, Demokratie oder Moral abgeschafft. Arbeitslager wurden zu »Lustlagern«, das Kriegsministerium zum »Friedensministerium«. Klingt bekannt – oder hat das Bundesverteidigungsministerium jemals etwas verteidigt anstatt Krieg zu führen?

Wer die Sprache der Politik gegen den Strich bürstet, sieht die Schuppen herausregnen: Falschwörter, Verdrehungen, Lügen, Beschönigungen, Diffamierung von Armen und Arbeitslosen, Verharmlosung von Krieg. Sprachkritik wird somit zu politischer Kritik.

Haben Sie eigene Beispiele? Dann bitte per E-Mail an: pw@jungewelt.de – wir werden diese Liste bei Gelegenheit ergänzen.

jungewelt.de 27.12.2012

Ein erstes Beispiel beschäftigt uns hier seit langem: Die Rechtschreib-„Reform“.
Diese „Reform“ ist der „Missstand“ geworden, den zu beseitigen sie vorgab, und der Rechtschreibrat das zugehörige Spinn-Doktoren-Gremium, das durch kalkulierte Untätigkeit wirkt – repräsentiert vom geschwätzigen Vorsitzenden.

Das jüngste Beispiel ist die euphemistische Umwandlung der „Gebühren-Einzugs-Zentrale“ in einen „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“. Bankräuber könnten so auch ihre Tätigkeit als „Bedürftigen-Unterstützungs-Service“ bezeichnen.

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