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Forum > Beispielsammlung über Sinn und Unsinn
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Sigmar Salzburg
21.11.2012 10.35
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Kein Schluß geht nicht

„Sprache ist für mich ein Werkzeug, mit ihrer Hilfe schaffe ich Welten“

SANKT PANTALEON/BURGKIRCHEN. Autor Ludwig Laher aus St. Pantaleon präsentiert sein neues Buch „Kein Schluss geht nicht“ in Burgkirchen.


Ludwig Laher ist einer der vielseitigsten Autoren in diesem Land. Von Schlüssen, solche wie dem Tod oder anderen Enden, und solchen, die gezogen werden, handelt sein neues Buch „Kein Schluss geht nicht“. Zur Eröffnung der neuen Bibliothek der Gemeinde Burgkirchen liest der Autor aus St. Pantaleon am Dienstag, 20. November, um 20 Uhr im Kultursaal der Volksschule…

Sie verwenden die alte Rechtschreibung. Mögen Sie die neue nicht?

Ich bin gebeten worden, als einer von neun Österreicherinnen und Österreichern im Rat für deutsche Rechtschreibung das Chaos der Reform 1996 aufzuarbeiten. Das gelingt ganz gut, die ärgsten Dummheiten, etwa in der Getrennt- und Zusammenschreibung, sind beseitigt. Ich warte, bis 2016 die letzten Anpassungen passieren. Manche Bücher, die 2005 erschienen, schauen, was die Rechtschreibung anlangt, nämlich jetzt schon alt aus, wenn da ‚tut mir Leid’ steht oder ‚Plastik verschweißte Bücher’.

nachrichten.at 15.11.2012


Haymon Verlag

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Sigmar Salzburg
02.10.2012 04.23
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Fälschungen

2005 erschien von Claudia Ludwig und Karin Pfeiffer-Stolz das kleine Buch
Der große 'Blöff',
eine Warnung vor der Fälschung unserer Rechtschreibung, genannt „Rechtschreibreform“ (Stolz-Verlag). Deshalb griff ich freudig zu, als ich neulich in einer Buchhandlung einen Buchtitel sah, der anscheinend vor ähnlichem warnte:

Bluff!
Die Fälschung der Welt

verfaßt von Manfred Lütz,
erschienen bei Droemer 2012.

Es war ein Fehlgriff: Der Verfasser bedient sich ebendieser verfälschten deutschen Orthographie, um seine Sicht der medialen und esoterischen Verfälschung unserer Welt darzustellen. Dabei hat man das Gefühl, daß er, Psychologe und Papstberater, im Glashaus sitzt, denn von außen betrachtet ist auch er nur Vertreter einer antiken esoterischen Religionsfälschung. Und er bringt auch gleich ein schweres Geschütz gegen die Konkurrenz in Stellung:


1. Abschnitt
Esoterische Plastikreligionen

… Man weiß zwar, dass Hitler sich intensiv mit Esoterik befasst hat. Seine Privatbibliothek, die in Washington aufbewahrt wird, ist reich an esoterischer Literatur, und es wird angenommen, dass solche Ideen ihn natürlich bei seinen Verbrechen mehr beeinflusst haben als sein bekannter Vegetarismus. Doch all das wird nicht der Esoterik angelastet, und auch durch Esoterik verpfuschte Lebensgeschichten fallen merkwürdigerweise nicht auf sie zurück.

Nun hatte sich der Katholik Hitler bis zuletzt zwar einen umfunktionierten, eigentlich jüdisch-christlichen Auserwähltheitsglauben bewahrt, war aber im übrigen, anders als etwa Himmler, gegen Esoterik durchaus skeptisch eingestellt, wenn er sie auch virtuos zur Machtgewinnung einsetzte.

Lütz versucht nun, ganz auf der Linie Josef Ratzingers, auch den verpfuschten Teil der christlichen Lebensgeschichte, die Menschenverbrennungen, unseren deutschen Vorfahren zuzuschieben:


Hexenglaube war germanischer Aberglaube, die spanische Inquisition hatte mit Strenge jede Hexenverfolgung unterbunden. Doch in Deutschland gab es niemanden, der dem barbarischen Hexenglauben Einhalt gebot.

Dabei unterschlägt er, wie üblich, daß gerade in der Bibel „Gott“ die Tötung von Hexen gebietet (Ex 22,17). Kultivierte Inquisitoren brachten verständlicherweise lieber die Spitze der kritischen Intelligenz auf den Scheiterhaufen: Johann Hus, Savonarola oder Giordano Bruno.

Von alledem ist in der Rezension des Spiegel-Vorzeige-Katholiken Matthias Matussek natürlich nicht die Rede:


„Unsere Neigung zur Täuschung scheint grenzenlos, und Lütz nimmt sich die prominenten Täuschungssysteme vor. Da sind die Wissenschaften [!], denn sie haben heute die Deutung der Welt übernommen…“ (Spiegel 24.9.12)

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Sigmar Salzburg
24.05.2012 05.34
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Verlust des literarischen Gedächtnisses

Islamroman „Allahs Töchter“

Drei sinnenfrohe Göttinnen – und das mitten in Mekka: Wie Salman Rushdie dient dem türkischen Schriftsteller Nedim Gürsel die berühmte Koransure von den „satanischen Versen“ als Grundlage für seinen Roman „Allahs Töchter“. In seiner Heimat wurde er deshalb wegen Blasphemie verklagt.


… Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln schreibt er so etwas wie eine epische Gedächtnisgeschichte des Verdrängten in der islamischen Kultur…

Die Entstehung der Welt aus der Ursuppe diverser Schöpfungsmythen, das Großreinemachen mit der fröhlichen Vielgötterei durch den Islam, die Geburt der säkularen Türkei aus dem Untergang des Osmanischen Reichs, die Entstehung des eigenen modernen Bewusstseins aus dem Verlust des literarischen Gedächtnisses durch die Einführung der lateinischen Schrift…

Wie [die vorislamische Göttin] Lat sehnt sich Gürsel nach den „grünen Paradiesen der Kindheit“, doch im Gegensatz zur naiven Göttin entspringt seine Sehnsucht einem modernen Bewusstsein, gebrochen in einem Zitat Baudelaires. Das Quellwasser im Paradies sprudelt nicht rein, sondern trübe. Das ist ein wunderbares Bild für diesen Roman, der Tradiertes und Verdrängtes assoziativ paart und kreuzt, Suren aus dem Koran und Volksglauben, Askese und Wolllust, Schöpfung und Vernichtung – und dabei die Reinheit als Kampfbegriff des Totalitären entlarvt...

Die Lektüre des von Barbara Yurtdas in ein schön fließendes Deutsch gebrachten Romans, der Gürsel in der Türkei mehrere, bisher erfolglose Klagen wegen Blasphemie eingebracht hat und zugleich einen großen Verkaufserfolg, bietet eine gute Gelegenheit, eigene Tabus und projizierte Vorurteile zu überprüfen …

spiegel.de 23.5.2012

NB: al-Lāt wird im Qur’an, Sure 53,19 erwähnt: Habt ihr al-Lat und al-Uzza gesehen, und auch al-Manat, diese andere, die dritte? ( „al-Laht“ die Göttin, das Femininum zu „al-Lah“ der Gott)

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Sigmar Salzburg
19.03.2012 18.55
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Sarah Kirsch

Veilchenduft und Gülle: Lyrische Tagebuchprosa von Sarah Kirsch

Mit jenseits der Regeln vagabundierender Orthografie, Grammatik und Interpunktion verweigert sich Sarah Kirsch beharrlich der Norm. Mit Vergnügen verfolgt man, wie die Dichterin seit Jahren in unregelmäßiger Folge dem „Krähengeschwätz“ im schleswig-holsteinischen „Seelenländchen“ lauscht, die „Regenkatze“ durch den Paradiesgarten an der Nordsee tigern lässt und ihr „Sommerhütchen“ schwenkt. Das „Märzveilchen“ aber blüht ganz frisch zu uns herüber. Was da frühlingshaft über der Eider schwebt, sind fantastisch kuriose Bildkompositionen: Die Krähen „rudern als „Rochen“ am Fenster entlang. Eine Märchenwelt aus Verwandlungen? „Nix Besonderes“, kommentiert Sarah Kirsch. Dann aber klingelt das „Telefong“ – und Adalbert von Chamisso, der Wahlverwandte in Außenseitertum und Existenzgefährdung, kommt ins Spiel.

Das Refugium der Sarah Kirsch ist eine Welt des „Noch“. Wie ein Seismograph hält das Tagebuch vom 10. Dezember 2001 bis zum 22. September 2002 [!] globales Geschehen fest, das mit dem scheinbar idyllischen Aufenthalt in „Weltrand“ kontrastiert ...

Sarah Kirsch: Märzveilchen. DVA, München. 238 S., 19,90 Euro.

welt.de 17.3.2012

Wie eine Leseprobe zeigt, ist die Orthographie mitunter tatsächlich eigenwillig. Eins hat der Verlag jedoch (nachträglich?) durchgesetzt: den Geßler-Hut der „Reform“, die Heyse-ss. Als ich 2006 bei Günter Kunert war, um eine Unterschrift gegen die Rechtschreibreform einzuholen, schickte er mich durch Nacht und Wildnis zu Sarah Kirsch; die würde auf jeden Fall auch unterschreiben. Ihr Zerberus ließ mich jedoch nicht vor, weil sie krank sei. Aber schon damals hatte sie wohl den Widerstand aufgegeben, so daß sie von MP Carstensen zur Professorin h.c. ernannt werden konnte.

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Sigmar Salzburg
16.02.2012 05.27
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Über das Unglück, geistreich zu sein ....

Die „junge Welt“ bringt – in traditioneller Kulturrechtschreibung – einige Anekdoten aus dem Buch:

André Müller sen.: Über das Unglück, geistreich zu sein oder 450 Anekdoten über Philosophen, Künstler, Päpste und Politiker. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2012, 224 Seiten, 14,95 Euro * (erscheint am 22. Februar) …

Der seit vielen Jahren vergriffene Band erlebt nun in schöner Aufmachung eine Wiedergeburt im Eulenspiegel Verlag. Wir veröffentlichen daraus einige Anekdoten vorab.

Hoffentlich ist das Buch selbst auch noch in anständiger Rechtschreibung gedruckt. Beispiel:

Der Verfasser der »Bettler-Oper«, John Gay, und der Schriftsteller Alexander Pope, die mit Swift befreundet waren, unterhielten sich mit ihm über den Stand des englischen Geisteslebens. Man fand, den Armen mangele es an allem, den Bürgern an Bildung, während der Adel durch den langen Umgang mit Pferden doch stark gelitten habe.

Am schlimmsten sei, meinte Gay, daß man in der Flut der Schwachköpfe nicht mehr bemerken könne, wenn ein wirklich großer Kopf auftauche.

»Das stimmt nicht«, widersprach Swift, »wenn wirklich ein großer Geist in der Welt erscheint, kann man ihn untrüglich daran erkennen, daß sich alle Dummköpfe sofort gegen ihn verbünden.«

Auch Bertold Brecht, der bekanntlich die „Bettler-Oper“ als „Dreigroschen-Oper“ nachgedichtet hat, ist selbstverständlich in der Sammlung vertreten:

Über die DDR kam in den ersten Jahren eine Flut von Fragebogen, die keinen verschonte. Auch Brecht mußte über Herkunft, Name, Geschlecht, Religion, beruflichen Werdegang, Arbeitsstellen, Fremdsprachen, Aufenthalt im Ausland und viele andere Fragen gewissenhaft Auskunft erteilen. Brecht tat es geduldig.

Auf die Frage, welcher Massenorganisation er angehöre, wußte er keine Antwort. Er überlegte lange. Endlich schrieb er in die vorgesehene Rubrik: »Nationalpreisträger«.

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Sigmar Salzburg
22.01.2012 20.38
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Peter Berling

Ein ZEIT-Bild

… Irgendetwas stimmte hier nicht – aber gleichzeitig war eine mögliche Welt denkbar, in der dieses Gespräch als vollkommen rational und konsistent hätte gelten können.
Diesen Verfremdungseffekt hat man so frappant natürlich nur, wenn man sich das erste Mal zufällig in eines der berühmten Fernsehinterviews verirrt, die Alexander Kluge seit 20 Jahren mit dem Filmproduzenten, Schauspieler und Autor historischer Romane Peter Berling führt. Für diese Interviews legen Kluge und Berling vorher nur die Rolle fest und das entsprechende Kostüm bereit, der Rest wird improvisiert. Aus der Logik der Rolle heraus und unter Hinzuziehung eines beeindruckend enzyklopädischen Kulturwissens.

… Jetzt hat Peter Berling seinem reichen Leben einen autobiografischen Roman gewidmet. Hazard & Lieblos – Kaleidoskop eines Lebens (erschienen bei Hoffmann und Campe, 667 Seiten, 28 Euro). Da erzählt er wie Julius Cäsar von sich als PeBee in der dritten Person.

Zeit.de 22.1.2012

Hier hatten wir auf das improvisierte Interview hingewiesen, das Alexander Kluge mit Peter Berling anläßlich des 14. Jahrestages der Frankfurter Erklärung der Schriftsteller zur Rechtschreibreform geführt hat. Die recht ausführlichen biographischen Notizen in der ZEIT sind lesenswert. Natürlich wird dort Berling als Rechtschreib-Experte Fritz Kleiber nicht erwähnt.

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Sigmar Salzburg
28.12.2011 11.07
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Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)

rororo Biographie 2006
(1.Auflage 1976)
Für die vorliegende Neuausgabe wurden Text und Anhang von Werner Milstein durchgesehen und aktualisiert.

Das Aktualisieren umfaßte auch die Umwandlung in die „leichter lesbare“ reformierte Schreibung. Das kostete sicher einige Mühe, denn die traditionelle Rechtschreibung der Zitate aus gedruckten Quellen sollte weiterhin beibehalten werden. Dagegen mußten alte Übersetzungen aus dem Englischen u.ä. „reformiert“ werden. Die alberne Spaltschreibung „so genannt“ wird ausgiebig verwendet, „raue Umstände“ kommen vor (30), auch „«Gräuellügen»“ distanzierend, nicht als Zitat gemeint, daher ä-Graphie (58) und „Bonhoeffer hatte völlig Recht“ (84). Reformierte Doppeldeutigkeit zeigt sich auf S. 108:Jedes Mal bereitete er sich aufs Neue vor.“ Ein Bild seiner originalen Handschrift auf S. 107 mit zweimal „draussen“ läßt vermuten, daß Bonhoeffer selbst der ß-losen Mode seiner Zeit folgte.

Trotz aller „Aktualisierungen“ aber wurde eine Erkenntnis seiner letzten Tage weiterhin unterschlagen:

„Gott ist nur eine Arbeitshypothese. Es zeigt sich, daß alles auch ohne Gott geht und zwar ebenso gut wie vorher.“ (siehe auch seinen Brief v. 16.7.1944)

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Sigmar Salzburg
08.12.2011 11.44
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Reformierte Neuauflage

Der betörende Glanz der Dummheit

Esther Vilars köstliche Studie über die Dummheit erschien jüngst als überarbeitete Neuauflage bei Alibri. 1987 erstmals erschienen, ist sie leider aktuell wie eh und je…

Ebenfalls wirkt das Stilmittel der nachgestellten Dialoge erhellend: „Doch unterdessen hat man hier nun auch die Zugabe überstanden. Verehrtester, wir sind ergriffen. Kein Wort zuviel hat die Presse da geschrieben, wenn sie Ihnen eine große Zukunft prophezeit! Doch nun kommen Sie, ich bahne Ihnen den Weg zu unserem Büfett. Einen Lachs wie diesen haben Sie gewiss noch nicht gekostet. Erst vor sechs Stunden aus Norwegen eingeflogen, für Ihre Soiree!“ (S. 118)….

Da es sich um ein Essay handelt und nicht um ein Sachbuch, kann die Autorin äußerst verwegen anmutende Thesen aufstellen, die sich am Ende gar noch als plausibel erweisen. Und nicht zuletzt: Wenn der Klügere immer nachgibt, während der Dumme so lange weitermacht, „bis es sein Niveau ist, das das Gesicht der Erde prägt“ (S. 174), könnte diese Strategie zur Auslöschung der Menschheit führen. Möglicherweise bewahrt uns aber, schließt Vilar, noch eine glückliche Verkettung einiger Dummheiten vor diesem Schicksal.

Esther Vilar: Der betörende Glanz der Dummheit. Durchgesehene Neuauflage. Aschaffenburg 2011, Alibri Verlag. 196 Seiten, kartoniert, Euro 16.-,

http://hpd.de/node/12444

Das Durchsehen für die Neuauflage hat offensichtlich auch zu einem Druck auf den ss-Anpasserknopf geführt. Wörter wie „zuviel“, „Phantasie“ und „aufwendig“ sind anscheinend nicht betroffen.

Die Rechtschreibreform ist das herausragendste Beispiel für die betörend glanzvollen Erfolge der Dummheit. Die Klügeren haben zwar nicht nachgegeben, aber die Halbwissenden. Jetzt stehen die Klugen so da, als seien sie die Dummen. Das wären sie nach obiger Definition tatsächlich, denn etliche machen weiter in ihrem Widerstand. Widerlegt wird das aber dadurch, daß das Niveau der deutschen Schreiblandschaft nicht mehr von ihnen geprägt wird, sondern vom Assholismus der Kulturpolitiker und Medienmafia, deren Dummdreistigkeit wieder einmal gesiegt hat. Die Dummen werden nun nicht müde, darauf hinzuweisen, daß das Abendland dadurch nicht untergegangen sei.

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Sigmar Salzburg
01.11.2011 20.58
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Kluges Wörterbuch mit der Volksetümologie des dummen Augst ...

... in der belämmerten Töllpel- und Tollpatschschreibung

Friedrich Kluge: „Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache“

Seit über 100 Jahren ist der „Kluge“ das maßgebliche Wörterbuch für Herkunft und Geschichte der Wörter der deutschen Sprache. Jetzt ist die 25. Auflage des Standardwerks erhältlich. Das bewährte Nachschlagewerk ist nun vollständig auf die neue amtliche Orthographie umgestellt

Unikosmos verlost einmal den Klassiker von Friedrich Kluge: „Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ in der 25., aktualisierten und erweiterten Auflage von 2011 im Wert von 29,90 Euro ...

unikosmos.de 29.10.2011

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Sigmar Salzburg
12.10.2011 09.27
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Der große E-Book-Schwindel

Das elektronische Buch boomt, doch mit dem Erfolg kommen die Trittbrettfahrer, die Anleitungen für angeblich müheloses Geldverdienen mit E-Books verkaufen. Von dieser Seifenblase des schnellen Geldes profitieren jedoch nur die Autoren dieser Ratgeber – denn die Realität sieht nüchterner aus.

Glaubt man Sven Meissner, dann ist es ein Klacks, die “Geldmaschine Internet” anzuwerfen. Man produziert “In Weniger Als 17 Minuten” (Rechtschreibung so im Original) ein E-Book, schon verdient man “zwischen 1.000,00 und 6.000,00 EUR im Monat”. Und weil Sven Meissner ein guter Mensch ist, teilt er sein Wissen, wie man “im Schlaf Geld” verdient, gern mit allen anderen. Anfangs kostenlos, wer allerdings so “richtig viel Geld verdienen” will, der muss auch investieren und etwa Meissners “Rundum-Sorglos-Komplettpaket II” für 795 Euro kaufen...

blog.zdf.de 11.10.2011

E-Book-Schwindel und Reformreibach passen gut zusammen.

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Sigmar Salzburg
08.09.2011 09.59
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Das wollen auch wir gerne weiterverbreiten …

Eben hat Alexander Glück in sprachforschung.org bemerkt:

Durchgeknallte Autoren

Im Impressum des Buchs „Anton Günther. Freiheit zwischen Grenzen“ von Manfred Günther und Lutz Walther, 1. Auflage, Friedrichsthal: Altis-Verl., 2011, steht:

„In Orthographie und Zeichensetzung folgen die Autoren im wesentlichen den Vorschriften der vom Altis-Verlag abgelehnten sog. Rechtschreibreform.“

Sorum geht es also auch...

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Sigmar Salzburg
18.07.2011 18.09
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Kafkaesker Walser?

Noch zu Walsers Reformanpassung.
Laut Spiegel vom 14.10.1996 sagte Martin Walser:


„Rau“ statt „rauh“ werde ich nie schreiben.

Und im Interview mit der Schwäbische Zeitung, 5. 10. 1998, Kultur:

SZ: Wenn der Suhrkamp Verlag irgendwann sein Satz-Programm auf die neue Rechtsschreibung umstellen würde, was wünschten Sie sich dann für Ihre Bücher?
Walser: Ich möchte, daß meine Sachen so geschrieben werden, wie ich sie geschrieben habe, und niemals umorganisiert und egalisiert nach irgendeinem späteren Duden. (Archiv BVR)

Wie jetzt wohl seine Originalmanuskripte aussehen, die im Rowohlt-Verlag reformiert erscheinen? Verwendet er vielleicht gar die vom ehemaligen Spiegelchef Stefan Aust geschilderte Schreibtechnik:

„Wir haben bei uns im Haus Umfragen durchgeführt, und es stellte sich heraus, daß fast alle SPIEGEL-Redakteure die alte Rechtschreibung verwenden! Sie schreiben ihre Texte, und der Computer übersetzt die alte in die neue Rechtschreibung. Kafkaesk!“ (FAS 8.8.05)

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Sigmar Salzburg
13.07.2011 06.47
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Martin Walsers 'Muttersohn'

NDR-Rezension:
Der neue Roman von Martin Walser, „Muttersohn“, erscheint in diesen Tagen im Rowohlt Verlag [natürlich „reformiert“]. Stephan Lohr hat jetzt den ganzen Roman gelesen.

Dieser Martin Walser leistet und gönnt sich im Alter von 84 Jahren die Freiheit des Format sprengenden Erzählens. Sein an Geschichten, Begebenheiten, Figuren und Beziehungen reiches Epos von gut 500 Seiten gliedert sich in fünf Kapitel, von denen Walser eines bereits vorab als Novelle „Mein Jenseits“ in Buchform vorgelegt hat….
Er schreibt drauflos – wider alle Wahrscheinlichkeiten. Diesen Roman muss man nicht verstehen, man liest ihn, wenn man durchhält, staunend.
ndr.de 8.7.2011

Im gleichen NDR-Text steht auch:

Umstritten ist sein 2002 erschienener Roman „Tod eines Kritikers“ um den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Das ist das letzte Buch Walsers, das ich mit Vergügen gelesen habe. Den angeblich latenten Antisemitismus, den der FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher im Text entdeckt haben wollte und zu einem Skandal aufblies, konnte ich auch bei größter Aufmerksamkeit nicht erkennen.

Um was es im neuen Werk Walsers geht, schreibt bei Focus Jobst-Ulrich Brand:

Martin Walsers neuer Roman „Muttersohn“
Jesus-Geschichte bleibt unbefleckt

Martin Walser übersetzt in seinem neuen Roman „Muttersohn“ die Jesus-Geschichte mit leichter Hand in die Jetzt-Zeit. Dem Heiland stellt er düstere Motorrad-Rocker entgegen.
focus.de 12.7.2011

In der Leseprobe, die der Rowohlt-Verlag bereitstellt, kommt schon fünfmal „jedes Mal” vor. Das Wort „jedesmal” scheint Walser, wie schon früher festgestellt, seit seinem Reform-Kotau nicht mehr zu kennen. Reformwidrig ist allerdings „aufs gröbste“. Ob ihm das „Raue“, das er nie schreiben wollte, wieder untergeschoben worden ist, kann man an dem Auszug noch nicht feststellen.

Ich werde das Buch jedenfalls nicht lesen: „Das Leben des Brian“ von den Monty Pythons ist sicher eine amüsantere Persiflage auf die Jesusgeschichte.

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Sigmar Salzburg
11.07.2011 06.40
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Erinnerungen an Rechtsbeugungen

Die „junge Welt“ bringt (in anständiger Rechtschreibung) die Rezension der Erinnerungen des Altkommunisten Jupp Mallmann:

„Hat aufgeschrieben – Mit Anmerkungen zur BRD-Sonderjustiz von Erich Buchholz.“ Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2011.

Interessant darin sind auch die Bemerkungen von Jutta Limbach, die beim Bundesverfassungsgericht die Geiselnahme der Schüler zur Durchsetzung der „Rechtschreibreform“ durchgewinkt hat:

Buchholz zitiert aus einem Vortrag der ehemaligen Westberliner Justizsenatorin und späteren Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, die das Verbot der KPD als »Höhepunkt der politischen Justiz« qualifizierte und zustimmend die Wertung des Staatsrechtlers Alexander von Brünneck zitierte, daß sich das gesamte politische Strafrecht jener Jahre in einer Formel zusammenfassen läßt: »Wer sich als Kommunist betätigte, konnte bestraft werden.« Das Ziel der Verfolgung war, so Frau Limbach, »jeden Versuch eines politischen Kontakts mit Organen oder Institutionen der DDR im Keim zu ersticken«. (Nachzulesen in Neue Justiz, 2/94).

jungewelt.de 11.7.2011

Für die Erinnerungen hat der demnächst 86jährige Mallmann keine neue Rechtschreibung gelernt:

Und wer vorher nicht wußte oder glauben wollte daß Adenauer etwas gegen solche DDR Reisen hatte, der war jetzt eines Besseren belehrt ... Der Haß der Adenauer Regierung und ihrer Justiz gegen uns Gegner der Remilitarisierung nahm besonders in den 50er Jahren zu ...

Die Anmerkung des Juristen Prof. Buchholz im letzten Viertel des Buches sind jedoch, anders als der jW-Artikel vermuten läßt, reformiert abgefaßt.

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Sigmar Salzburg
10.07.2011 06.27
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Christian Meier besteht auf bewährter Rechtschreibung

Meine Suche nach „bewährter Rechtschreibung“ beantwortete Google News mit »Meinten Sie: „bewehrter Rechtschreibung“«, zeigte dann aber doch:

Habermas gegen Habermas verteidigen! – 25 Jahre Historikerstreit
Endstation Rechts – ‎Vor 9 Stunden‎
Der Althistoriker Christian Meier bestand dabei darauf, dass sein Text in bewährter Rechtschreibung belassen wird.

Der Hinweis steht im Vorwort von Mathias Brodkorb »zum morgen erscheinenden Buch „Singuläres Auschwitz?“« über den sogenannten „Historikerstreit“ – hier ein kleiner Ausschnitt:

Habermas gegen Habermas verteidigen! Ein etwas anderes Vorwort

… Gerne würde ich den Lesern präsentieren, was genau Habermas zu meinen Anfragen sagte, aber einer Veröffentlichung seiner Briefe oder einzelner Zitate stimmte er auf Nachfrage ausdrücklich nicht zu. Man muss sich dies gerade bei Habermas besonders deutlich vor Augen führen: Ausgerechnet der Erfinder der „Theorie des kommunikativen Handelns“ und Anhänger des eigentümlich zwanglosen Zwangs des „besseren Argumentes“ erweist sich selbst als diskursunwillig. …

Vorliegender Sammelband vereint daher Gespräche und Texte höchst unterschiedlicher Herkunft und Blickrichtung. Dieser perspektivische Pluralismus ist gewollt, hätte allerdings noch ausgreifender ausfallen können. Der Althistoriker Christian Meier bestand dabei darauf, dass sein Text in bewährter Rechtschreibung belassen wird. Sein Text bietet auch Anlass für einen weiteren Hinweis. Meier ist aus der Zeit des Historikerstreites als ein um Ausgleich bemühter Zeitgenosse bekannt geworden. Dieser Stil prägt auch seinen Beitrag für diesen Band. Nach Übersendung des Textes ergab sich jedoch ein Telefongespräch zwischen Meier und dem Herausgeber, in dem Meier bemerkenswerte Vorwürfe gegen Jürgen Habermas erhob. Der wesentliche Inhalt dieses Gespräches ist Meiers Beitrag als Nachtrag beigefügt. Mit diesen Vorwürfen konfrontiert sah sich auch Habermas zu einer kurzen Stellungnahme veranlasst, die ebenfalls dem Nachtrag zu entnehmen ist.

Freilich bedurfte es eines geraume Zeit andauernden Abwägungsprozesses, um sich zur Veröffentlichung dieser Passagen durchzuringen, denn dies ist ohne Zweifel ein ungewöhnlicher Vorgang. Schließlich habe ich mich dennoch dazu entschlossen, weil Meier mir Dokumente zugänglich gemacht hat, die seine Position stützen und durch diese Passagen mehr über Substanz und Verlauf des Historikerstreites gelernt werden kann als durch so manche umfassende theoretische Abhandlung. Auch dies ist eine traurige Erkenntnis aus dem Historikerstreit – 25 Jahre danach.

Mathias Brodkorb

endstation-rechts.de 10.7.2011

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