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Unwichtige Geschichtsfälschungen
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Sigmar Salzburg
04.12.2012 18.18
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Wikipedia

Kurt Seelmann (* 18. Mai 1900 in München; † 11. August 1987 in Taufkirchen/Bayern) war ein deutscher Pädagoge, Psychotherapeut, Erziehungsberater und Vertreter der Individualpsychologie.

Seelmanns Anliegen bei seinen zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen galt der seelischen Prophylaxe, insbesondere auch bei der Sexualaufklärung:
„Psychologische Untersuchungen und psychotherapeutische Krankengeschichten haben erwiesen, dass der Erziehungserfolg viel weniger, als allgemein angenommen wird, von den Erziehungsmaßnahmen (Lob, Belohnung, Zurechtweisung, Belehrung, Ermahnung, Tadel, Drohung, Strafe usw.) abhängt... Nur die geglückte, positive Familienatmosphäre erfüllt ihre Aufgabe ganz. In ihr kommt es zu so guten Beziehungen, dass man sich jederzeit aussprechen kann. (Kurt Seelmann, Kind, Sexualität und Erziehung, 1964)…

Kurt Seelmann war Drehbuchautor von vier „Schulmädchen-Report“ Filmen.

Werke:
Kind, Sexualität und Erziehung. Zum Verständnis der geschlechtlichen Entwicklung und Fehlentwicklung von Kind u. Jugendlichen, Folgerungen für eine vorbeugende, aufbauende und heilende Erziehung. München 1941… Weitere häufige Neuaufl., zuletzt 1985

[Unglaublich, daß den sicher erziehungswissenschaftlich erarbeiteten Schulmädchen-Filmen das Prädikat „Besonders wertvoll“ vorenthalten wurde!]

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Sigmar Salzburg
03.12.2012 16.44
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Erkennbar gefälschte Orthographie:

Die „Welt“ bespricht „Das Buch des Jahres“. Ob nun die Briefe von Handke und Unseld/Suhrkamp herkömmlich oder in eszettloser Rechtschreibung verfaßt wurden, die Heyse-ss/ß verraten die Textfälschung. Wie es im Buch selbst gehandhabt wird, kann hier nicht überprüft werden:

Zum 70. Geburtstag von Peter Handke erscheint der Briefwechsel mit seinem Verleger Siegfried Unseld…

Im April 1969 liest Peter Handke mit großem Interesse den Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und seinem Verleger Peter Suhrkamp…

Er schreibt das nicht ohne Hintergedanken: „Ich will damit nicht andeuten, dass es bei mir ganz und gar anders ist, aber die Information ist jedenfalls viel schütterer.“ … Trotz der raschen Erfolge gibt es frühe Misstöne, zunächst bei scheinbaren Petitessen wie einem unabgesprochenen Zeitschriftenabdruck. Schon 1966 baut Unseld vor: „Wir müssen uns doch darauf einstellen können, dass wir uns auch kurz gefasste Wahrheiten zu sagen vermögen.“…

1975 fast die gleiche Situation. Am Telefon hatte sich Unseld erkundigt, was Handke gerade „so täte“. Der hört daraus eine Haltung, „als lebte ich in den Tag hinein (was ich natürlich manchmal tue, weil es wichtig für die Arbeit und außerdem etwas Menschenwürdiges ist), und Du müsstest mich zu etwas anspornen. Dem ist nicht so, und sollte nie so sein. Ich habe für mein Leben etwas vor, das ich mir selber vorgenommen habe, und das macht mich stark.“

Tatsächlich ist Handke über etwas ganz anderes verstimmt: nämlich über die vermeintlich maue Reaktion des Verlegers auf sein neues Buch. Unseld war zwar „begeistert“ (was Handke ihm nicht abnimmt), hatte aber dann gesagt: „Dieses Buch wird seine Leser finden.“ Handke ist völlig von der Rolle: „Was Du da sagtest, schlug mir ein richtiges Loch ins Bewusstsein – es war nicht nur nichtssagend und erschreckend unpersönlich, sondern auch bezeichnend.“…

Diese Fixierung auf Verkaufserfolge irritierte sogar den Kaufmann Unseld. Über einen Besuch bei Handke 1975 schreibt er: „Sonst eher Freundliches; er fragte zum ersten Mal nicht nach den Absatzzahlen seiner Bücher, obschon ich diese parat hatte. Als wir dann doch auf dieses Thema kamen, und ich ihm sagte, dass in diesem Jahr das 'Wunschlose Unglück' mit 50.000 Exemplaren am besten verbreitet wurde, widersprach er mir mit dem Hinweis, dass die Taschenbuchausgabe des 'Tormanns' noch besser ginge. Das Ganze ist ein großes Thema für Handke, denn in seiner Küche hat er das Filmplakat der 'Falschen Bewegung' seinerseits plakatiert mit den laufenden, aus den 'Spiegel'-Nummern jeweils ausgeschnittenen Bestseller-Listen. Was ein Autor nicht alles macht.“…

Zugleich verletzt Handke jede Kritik maßlos. Als die „Linkshändige Frau“ verrissen wird, folgert er gegenüber Unseld, nach einigen Gläsern Wein: „In der Bundesrepublik ist Größe nicht mehr möglich.“ Trotzdem wird er in den Achtzigern endgültig zu einem Klassiker. Ein Problem ist dabei, dass es auch noch andere von der Sorte gibt. Thomas Bernhard zum Beispiel, dessen „Verstörung“ Handke 1967 noch für „großartig“ hielt. 1987 lästert er in einem Interview über den Verlagskollegen. Unseld ist „bedrückt“. Handke stellt klar: „Es ist so eine schamlose Schein-Literatur.“

Doch das sollte noch nicht die härteste Prüfung sein. Am 27. April 1993 sieht sich Unseld genötigt, Pathos als letztes Mittel einzusetzen: „Wir sind nun Jahrzehnte in der Beziehung Autor-Verleger gestanden, und ich meine, sie war produktiv; wir haben Höhen und Tiefen erlebt. Ich war stets in sicherem Glauben, dass wir, jedenfalls so lange ich auf der Brücke stehe, zusammenbleiben werden. Für mich bist Du der wichtigste Autor des Verlages.“…

welt.de 3.12.2012

Ein pulsierendes Lebenswerk: Peter Handke, Siegfried Unseld: Der Briefwechsel. Suhrkamp Verlag, 726 S., 40 Euro minus 5 Cent.

Datierungshilfe für Kriminologen: Die Fälschung wurde nach der KMK-Konferenz von 2006 erstellt, denn vorher mußte das Du klein geschrieben werden.

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Sigmar Salzburg
03.12.2012 12.15
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Hat die dpa damals nicht normaldeutsch geschrieben?

„Ich wage zu behaupten, dass fliegende Scheiben in Deutschland konstruiert, nach meinen Anordnungen fertiggestellt und wahrscheinlich in Serie von den Sowjets nachgebaut wurden“, zitierte die Deutsche Presse-Agentur im Juni 1952 aus einem Bericht der Pariser Abendzeitung „France Soir“ einen angeblich in Tel Aviv lebenden deutschen V-Waffen-Ingenieur.
einestages.spiegel.de 30.11.2012

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Sigmar Salzburg
30.11.2012 09.47
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Dieses Licht, dass der Mond uns zusendet …

Th. Ickler erwähnte gerade bei sprachforschung.org die Naturwissenschaftlichen Volksbücher von Aaron Bernstein, aus denen Albert Einstein als Schüler seine ersten Anregungen zur Beschäftigung mit den Naturwissenschaften bezog. Auszüge daraus wurden von Hans-Josef Küpper ins Netz gestellt, der den Text untertänig an die „neue“ Rechtschreibung anpaßte, wobei er auch besonderen Wert auf die alberne, seit 200 Jahren unübliche Spaltung von „sogenannt“ legte, die schon längst wieder unfein ist – typisches Beispiel für die silly walks der „Reform“. Andere heute verbotene Eigentümlichkeiten des alten Textes hat Küpper wieder belassen:

Man muss gestehen: dieser Ausspruch kennt wohl jeder Gebildete und Ungebildete, jeder so_genannte Gelehrte und Ungelehrte; ja Jedermann hat wohl an diese Wahrheit so manche erbauliche und erhebende, dichterische oder religiöse Betrachtung angeknüpft.

Was aber hat das Alles mit der Geschwindigkeit des Lichtes zu tun?

Bernstein weist bereits 1880 auf die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit hin, die 1881-89 von Michelson/Morley auch für bewegte Körper festgestellt wurde und die über die von H.A. Lorentz angenommene „Lorentzkontraktion“ direkt zur Relativitätstheorie führte.

P.S.: Auch mein Interesse an der Naturwissenschaft wurde durch volkstümliche Schriften geweckt. 1945 wurde die kleine Bibliothek der Funkabteilung Puttgarden auf Fehmarn von „Nazischrifttum“ gesäubert – im Raum der Volksschule durch zwei hochblondierte junge Frauen. Von dem Aussortierten nahmen wir, meine Mutter und ich, einige Bücher mit, unter anderem „Strahlendes Weltall“, Reclam 1940. Ich besitze es noch heute. Das Anstößige muß auf Seite 32 eine Graphik „Germanische Sternbilder“ gewesen sein. Der schmale Band ist immer noch anregend, wenn auch etwas veraltet. Zum Beispiel wird dort die Entfernung des Andromeda-Nebels mit 900 000 Lichtjahren angegeben, während sie heute infolge der Hubbleschen Ausdehnung des All-Wissens bei 2,5 Milliarden liegt.

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Sigmar Salzburg
29.10.2012 12.27
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Auch wichtigere Fälschungen werden 'durchgesetzt' …

(hpd) Vor 1700 Jahren, am 28. Oktober 312, erhielt Kaiser Konstantin I. unmittelbar vor der Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom die göttliche Botschaft „In diesem Zeichen wirst Du siegen“. Der Historiker Rolf Bergmeier hat diese Darstellung geprüft …

Im übrigen ist die Erscheinung eines Kreuzes im Jahre 312 nebst Inschrift „in hoc signo vinces " schon alleine aus kirchengeschichtlichen Gründen auszuschließen, da die Symbolforschung belegt, dass das Kreuz erst Mitte des 4. Jahrhunderts zu einem verbreiteten christlichen Symbol geworden ist. Folglich konnte der „Heide“ Konstantin im Jahre 312 kaum eine Kreuzes-Erscheinung gehabt haben…

Wenn man von einem „Durchbruch " des Christentums sprechen will, dann muß man diesen am römischen Kaiser Theodosius festmachen, der im Jahre 380 die trinitarische Fraktion des Christentums zur Staatskirche erhebt und ihren Start mit Dutzenden von Häretiker- und Ketzergesetzen unterstützt. Bis dahin ist religiös alles im Fluß und alles möglich. …

Das Christentum hat sich nicht durchgesetzt, es wurde durchgesetzt. Und Theodosius und Karl d.Gr. sind bei diesem Prozess wichtige Steigbügelhalter…

hpd 29.10.2012

Weitere Fälschungen hier.

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Sigmar Salzburg
16.10.2012 10.21
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Kein ‚ß‘ darf den Leser an alte Zeiten erinnern

Um ihre Hauptstadt herausputzen zu können, konzentrierten die Regierenden die knappen Ressourcen auf Berlin – und nahmen in Kauf, dass im Rest der Republik fast an allem Mangel herrschte. Die SED-Propaganda verklärte den verordneten Verzicht gar zur freudig geleisteten Solidarität.

„12.000 junge Bauleute aus der ganzen Republik“, notierte der DDR-Brockhaus in einem Stadtporträt der „sozialistischen Metropole“, hätten den Aufbau der Hauptstadt zu ihrem „Kampfprogramm“ gemacht. Nur beiläufig erwähnte die Berlin-Eloge, dass die Heimatbezirke der „jungen Maurer, Betonbauer, Maschinisten, Kraftfahrer, Ingenieure, Maler, Elektriker, Brückenbauer, Steinmetze“ für die Verschönerung der Hauptstadt Opfer bringen mussten: „Nicht nur, dass dort der Ausfall bewährter Kräfte ausgeglichen werden muss, dort werden auch Material, Transportmittel, Projektierungsunterlagen und anderes notwendiges Versorgungsgut bereitgestellt.“

einestages.spiegel.de 15.2012

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Sigmar Salzburg
08.10.2012 07.19
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Jetzt auch mit der unseligen ‚Rechtschreibreform‘:

„Dieses unselige Volk der Deutschen“

Hans Werner Richter war Gründervater der Gruppe 47. In seinem bislang unveröffentlichten Tagebuch rechnet er mit prominenten Kollegen wie Walser, Grass, Böll, Andersch und Enzensberger ab…

Richters Tagebuch ist ein Vermächtnis auch als Dokument politischer Vernunft in einer Zeit ideologischer Grabenkriege. Wir dokumentieren Passagen in Richters originaler Rechtschreibung...

3. Oktober 1966

Martin Walser hat in München eine Kunstausstellung gegen den Krieg in Vietnam eröffnet. Seine Rede klagt die Teilnahmslosigkeit der Deutschen an, er hat recht, aber er müsste doch wissen, daß menschliche Teilnahme selten ist, um so seltener, je größer die räumliche und psychologische Entfernung zu den Betroffenen ist.

welt.de 16.9.2012

Wieder sind wir verunsichert: Hat Richter der „Reform“ vorgegriffen oder die Korrekturautomatik in die Vergangenheit eingegriffen?

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Sigmar Salzburg
06.10.2012 12.10
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Farblose Beschimpfungen

Unbekannter Rahner-Brief enthüllt
Benedikt galt als „Häretiker, der die Hölle leugnet“

...
Joseph Ratzinger und Karl Rahner seien während des Konzils von einigen französischen Ultra-Konservativen in einer „wilden Polemik“ angegriffen worden. Das berichtet der Jesuit Rahner nach FOCUS-Informationen in einem Brief vom 2. November 1963 an seinen Bruder Hugo ...

In dem Pamphlet der Franzosen, so schrieb der Theologe Rahner, würden Ratzinger und er „gräulich beschimpft“ und als „Herätiker abgekanzelt, die die Hölle leugnen.“...

focus.de 6.10.2012

Als Schulbub um 1912 dürfte Rahner nur das richtige „greulich“ gelernt haben.

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Norbert Lindenthal
21.09.2012 18.47
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Re: Fortsetzung der Spiegel-Fälschungsserie

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
Traurige Weihnachtsgrüße: … solange wir leben…

Da hat doch der Spiegel einen ganzen Satz über den Vater weggelassen.
Und noch dazu eine weitere Bemerkung.
__________________
Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
21.09.2012 07.51
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Fortsetzung der Spiegel-Fälschungsserie

Traurige Weihnachtsgrüße: Am 23. Dezember 1962 schrieb Rudolf Augsteins Mutter auf selbst_gebasteltem Briefpapier betrübt an ihren Sohn, der noch immer in Haft saß.

Mein lieber Rudi!

Alles ist so
maßlos traurig, dass wir Dir so gerne helfen möchten und es nicht können.
Wirklich, dass Du da so allein sitzt, das liegt wie ein Schatten auf unserem Weihnachtsfest. (…) Ich male Dir jetzt einen hellen Stern, der bald wieder über Deinem Leben stehen soll. Wir sind immer für Dich da, solange wir leben. In herzlicher Zuneigung,

Deine Mutti.


[Das darüber abgebildete Faksimile zeigt eindeutig, daß Augsteins besorgte Mutter die zwischen den zwei Weltkriegen verbreitete ß-lose Rechtschreibung verwendete, hier „masslos“, eine Schreibweise, die heute nur noch von einem hinterwäldlerischen Alpenvölkchen verwendet wird und deren Entzifferung „niemandem mehr zuzumuten“ ist. – Auch eine Annemarie Bredehorn verwendete anscheinend hellseherisch die Reformschreibung von 1996, wobei hier nicht nachprüfbar ist, wie sie wirklich geschrieben hat:]

Annemarie Bredehorn kann nicht mehr richtig schlafen. Sie ist wütend. Verzweifelt. Empört. Und das alles wegen eines wildfremden Mannes …
Also setzt sich Bredehorn am 27. Januar 1963 an ihre Schreibmaschine und tippt an den damals berühmtesten Journalisten der Bundesrepublik einen sehr zornigen, emotionalen Brief:

„Die erste Zeit nach Ihrer Verhaftung war schrecklich. [...] Ich kaufte sämtliche maßgebliche Illustrierte, welche über die SPIEGEL-Affäre schrieben. Ich war zuletzt nervlich so erledigt, dass ich mich ernstlich prüfen musste, ob mein Gebaren nicht in Fanatismus ausartet. Nein, fanatisch will ich nicht sein. Aber: Ich verabscheue nichts mehr auf dieser Welt als das Unrecht.“

einestages.spiegel.de 20.9.2012

[Was mag der Grund für diesen Fälschungsfuror sein – Rücksicht auf die Schüler? Faulheit, in die Korrektur-Automatik einzugreifen? Oder den Leser nicht daran erinnern wollen, daß der Spiegel, das einstmalige „Sturmgeschütz der Demokratie“, den erbärmlichen Kotau vor den kultusministeriellen Schreiberpressern vollzogen hat: „Wir hätten damals auf Rudolf Augstein hören und den ganzen Unsinn nicht mitmachen sollen.“ (Stefan Aust, damals Spiegel-Chefredakteur)]

P.S: Vor 2006 hätte der Spiegel auch die Du-Anreden noch kleinfälschen müssen!

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Sigmar Salzburg
20.09.2012 07.51
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Heldengedenktag beim Spiegel

Vor fünfzig Jahren den Lügen und Halbwahrheiten der Staatsmacht widerstanden und seit dreizehn Jahren Mitmacher bei den Reformlügen und Protokollfälschungen:

50 Jahre SPIEGEL-Affäre
„Wenn Sie nicht freiwillig gehen, zwingen wir Sie!“


Verdacht auf Landesverrat: Am 26. Oktober 1962 stürmte die Polizei den SPIEGEL-Verlag … Es war 21.30 Uhr, und soeben hatte in Hamburg die Aktion gegen den SPIEGEL begonnen. Der Staat vermutete Landesverrat, und einer der Ersten, der mit den ungebetenen Besuchern diskutierte, war der junge Jurist Axel Jeschke. Er protokollierte wenig später das historische Gespräch mit dem Einsatzleiter, Kriminaloberkommissar Karl Schütz.

Schütz: Machen Sie doch keinen Ärger. Sie müssen ja doch raus.[…]
Jeschke: Sagen Sie doch, wonach macht man sich strafbar? Zeigen Sie uns den
Paragrafen. Warten Sie einen Moment, ich hole Ihnen das Gesetzbuch.
Schütz (wendet sich ab).

[…]
Jeschke: Nun zeigen Sie uns die Stelle!
[…]
Schütz: Nach
Paragraf. 113, Strafgesetzbuch – 'Widerstand gegen die Staatsgewalt'! Stimmt's?
Jeschke: Na ja, so ungefähr. Genau nicht.


Angst, erinnert sich der heute 77-Jährige, habe er damals nicht gehabt, von Landesverrat war zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede…

Beamter: Wir haben ja auch gehofft, sie würden gleich nach Hause gehen, wie das vernünftige Menschen tun.
Jeschke: Damit wollen Sie doch wohl nicht sagen,
dass wir unvernünftig sind?
Beamter: Nein, nein, das wollte ich damit nicht sagen.


Unvernünftig, das stellte sich in den kommenden Wochen heraus, war eher die Staatsmacht, die mit Halbwahrheiten und Lügen taktierte, Gesetze dehnte und sogar die Verfassung brach.

spiegel.de 19.9.2012

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Sigmar Salzburg
18.09.2012 14.09
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Die letzte Knopp-Show

Guido Knopp, offiziell Leiter des Programmbereichs Zeitgeschichte des ZDF und inoffiziell Marktführer im Segment des Hitler-Histotainments („Hitler – Eine Bilanz“, „Hitlers Helfer“, „Hitlers Helfer II“, „Hitlers Krieger“, „Hitlers Kinder“, „Hitlers Frauen und Marlene“), geht Ende Januar 2013 in Rente… Zum Abschied des Ausscheidenden muss also das große Rad der Geschichte gedreht werden: Unter acht Folgen Weltuntergangs-TV mit ordentlich Adolf drin läuft da nichts.

Ein fleißiges Team hat für Knopp originales Foto- und Filmmaterial aus der Zeit nachkoloriert, so dass Opa und Ur-Opa jetzt in Farbe marschieren… Ruck, zuck sehen die Pickelhauben der kaiserlich-deutschen Truppen mit ihrer albernen Patina aus wie antikes römisches Campinggeschirr.

spiegel.de 18.9.2012

Auch mit der quellenrichtigen Rechtschreibung oder mit den Ereignissen zu Beginn des Tausendjährigen Reiches unter Karl dem Großen nimmt er es nicht so genau:

Die Aufzeichnung der „Reichsannalen” wurde vermutlich kurz nach der Hinrichtung der 4500 sächsischen Adligen in Verden an der Aller am Hofe Karls des Großen begonnen, also nach 782. Zweifellos gab es dort noch Augenzeugen des „auf Befehl des Königs“ an einem Tag vollzogenen Massakers .


„... usque ad quattuor milia D traditi et super Alaram fluvium in loco, qui Ferdun vocatur, iussu regis omnes una die decollati sunt.“

Aber sowohl zur Zeit des gescheiterten zweiten Europa-Einigers A.H., als auch während der noch andauernden dritten Welle der christlichen Unionisten galt es, das Vorbild in ein günstigeres Licht zu rücken. Einen „Sachsenschlächter Karl“ erkennen nur naive Rechte.

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Sigmar Salzburg
03.09.2012 10.27
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Orthographiefälscher Guido Knopp geht in Rente

ZDF-Historiker wird selbst Geschichte

… Knopp dementierte in dem Interview, dass die meisten der von ihm verantworteten TV-Beiträge das Dritte Reich thematisierten: „Von den 2000 Sendungen, die ich im ZDF verantwortet habe, handelten maximal 100 von Hitler, also fünf Prozent.“ [... und bei den Büchern?]

Gerne hätte er Hitler interviewt, wenn er dazu Gelegenheit gehabt hätte, sagte Knopp – wie „jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt.“

Knopp hätte Hitler gern gefragt: „Woher kommt Ihr Judenhass?“
… und: „Würden Sie nicht doch lieber wieder Maler werden?“ Wäre Hitler 1939 gestorben, ist Knopp überzeugt, hätte es keinen Holocaust gegeben: „Ohne Hitler wäre die Geschichte völlig anders verlaufen“, sein Nachfolger Göring hätte nach Knopps Überzeugung keinen Weltkrieg angefangen…

Mit seinen Sendungen im ZDF habe er versucht, den Deutschen zu vermitteln, dass „ihre Geschichte nicht nur aus den zwölf Jahren des Dritten Reichs besteht“, sagte Knopp der „BamS“. „Das ist mir gelungen, glaube ich“ … [? – Siehe auch Knopp und Karl]

Seine Bücher habe er alle selbst geschrieben [einschließlich der Orthographiefälschungen?], versicherte Knopp dem Blatt. Trotz tüchtiger Mitarbeiter und Co-Autoren gelte: „Wo Knopp drauf steht, ist Knopp drin.“

focus.de 2.9.2012

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Sigmar Salzburg
29.08.2012 18.00
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Nun fälscht der Spiegel wieder munter drauf los …

Olympia-Attentat in München

… Der Anschlag am 5. September 1972 schockierte die Welt: Eine Gruppe palästinensischer Terroristen nahm im olympischen Dorf von München elf Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln. … aus nun freigegebenen Geheimakten aus dem israelischen Staatsarchiv geht hervor, wie beispiellos kritisch sich der damalige Mossad-Chef Zvi Zamir über die deutschen Sicherheitsbehörden äußerte …

Einem Brief an die „liebe Frau Meir“ fügte Bundeskanzler Willy Brandt die schriftlichen Einlassungen des FDP-Politikers bei. Genscher beschränkt sich "bewusst auf wenige Korrekturen, […] da ich weiß, dass die Eindrücke jedes Beobachters jener traurigen Vorkommnisse zwangsläufig subjektiv gefärbt sein müssen“.

Genscher wirft Mossad-Mann Zamir Unrichtigkeiten und Ungenauigkeiten vor. So sei der Hubschrauberpilot in Fürstenfeldbruck nicht verbrannt. Richtig sei vielmehr, "dass der betreffende Hubschrauberpilot einen Lungendurchschuss erlitt, nicht aber verbrannte“. Auch habe er, Genscher, entgegen Zamirs Aussage, „nicht die Leitung des Gesamteinsatzes in München“ gehabt…

einestages.spiegel.de 29.8.2012

Der Spiegel jubelt uns wieder eine damals unmögliche Rechtschreibung unter. Oder war alles auf englisch geschrieben, so daß Magazin nur eine Übersetzung zitiert? Aber Genscher konnte damals doch noch kein Englisch!

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Sigmar Salzburg
24.07.2012 09.23
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Ein übler Kater

Verzeihung, es muß hier wieder um das abseitige Thema Musik gehen.

Michael H. Kater ist eine Art kanadischer Guido Knopp. Er hat das Bedürfnis, Buchserien über das „Dritte Reich“ zu schreiben.


[Wikipedia] Michael Hans Kater (* 4. Juli 1937 in Zittau) ist ein kanadischer Historiker und zählt zu den international beachteten Forschern auf dem Gebiet des deutschen Nationalsozialismus… Ab 1967 lehrte er an der York University in Toronto.

Er schreibt auch, wenn er von seinem Gegenstand nur eine geringe Ahnung hat. Volker Hagedorn „war entsetzt“, als er in der ZEIT ein Buch rezensierte:

Der kanadische Historiker Michael H. Kater hat nach Büchern über Ärzte, Jazz und E-Musik im »Dritten Reich« jetzt acht Porträts unter dem Titel Komponisten im Nationalsozialismus versammelt, und Strauss kommt dabei ziemlich gut weg. Das könnte daran liegen, dass er dessen Musik ein bisschen kennt. Für Egk, Hindemith, Pfitzner, Orff, Weill, Hartmann und Schönberg gilt das nicht. Fast nur aus zweiter Hand und in Zitaten von oft dürftigster Kompetenz kommt deren Ästhetik zur Sprache – und das meist zur Unterstützung der These, dass die Kunst moralisch fragwürdiger Typen nicht gut sein kann.

zeit.de 11.11.2004

Katers mangelnde Kenntnisse und Sorgfalt führen zwangsläufig zu Geschichtsfälschung und üblen Fehlgriffen. Ich stieß bei der Suche nach Material zu Arnold Schönberg auf die Fußnoten in der englischen Ausgabe:

98. See the hidden anti-Semitic polemic in Alois Melichar, Schönberg und die Folgen […] (n.pl. 1960) 6 – 46.
[…]
102. […] Melichar, Schönberg und die Folgen, esp. 6 (2nd quote). For the medical analogy, see Michael H. Kater, “Das Böse in der Medizin: Nazi-Ärzte als Handlanger des Holocaust,“ Jahrbuch 1998/99 zu Geschichte und Wirkung des Holocaust (Frankfurt am Main, 1999), 226.


Kater suggeriert damit, der österreichische Filmkomponist und Dirigent Alois Melichar (1996-1976) habe in seiner Kritik des modernistischen Musikbetriebs antisemitische Polemik in einer Weise betrieben, die schon einmal geradewegs zum Holocaust geführt hätte.

Zufällig habe ich Melichars Buch vor kurzem auf dem Flohmarkt für 1 Euro erstanden und konnte nun die genannten ersten vierzig Seiten nachlesen. Nichts berechtigt Kater zu solch infamer Niedertracht. Im Gegenteil, Melichar zitiert fähige jüdische Musiker und Kritiker mit aller Hochachtung: Gustav Mahler, Hanns Eisler, Marcel Rubin, Bruno Walter, Paul Riesenfeld …

Das wohl gemeinte Zitat auf Seite 6 steht auf Seite 7 und stammt vom zwölftongläubigen Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, K.H. Ruppel, der damit nach der Erstaufführung 1959 von Schönbergs unvollendeter Zwölfton-Oper „Moses und Aron“ jegliche Proteste als Antisemitismus brandmarken will:
„Wem galten denn die Radauszenen in der Berliner Kantstraße? Einem jüdischen Komponisten, den das Naziregime zwang, seine Heimat Europa zu verlassen …“

(Ich habe damals die Aufführung am Radio verfolgt und bin über dem einförmigen akustischen Dauerstreß eingeschlafen.)

Alois Melichar weist, unterstützt vom 1938 geflüchteten Musikkritiker Riesenfeld, diese Deutung zurück und weist darauf hin, daß auch Henzes „König Hirsch“ von Protesten begleitet war. Die Leute wollten nicht, daß für Experimentalmusik das Geld für Aufführungen ihrer Lieblingsopern gekürzt wird.

Melichar entlarvt aber auch den Opportunismus der Zwölfton-Lobhudler, die kurz zuvor noch das Loblied auf das „Dritte Reich“ gesungen hätten. Nach 1945 kam es geradezu zu einer Machtergreifung der Dodekaphonisten – die darauf Melichar zum medialen Abschuß freigaben.

Auch der Komponist Berthold Goldschmidt, der in der Nazizeit emigieren mußte, verstummte vor der Übermacht der „Zwölftonsekte“, wie man von ihm hören konnte. Er kam erst in seinem neunten Lebensjahrzehnt, kurz vor seinem Tode, wieder zu Ehren.

Zur deutschen Ausgabe des Katerschen Werks schreibt Volker Hagedorn in der ZEIT noch:


Die Übersetzung geriet entsprechend grob. Mit »Chromatismus« ist vermutlich Chromatik gemeint, aber das ist eigentlich auch egal.

Da spürt man förmlich den Rheumatismus in allen Gliedern.

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