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Schule
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Sigmar Salzburg
07.10.2013 16.54
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„Farad fahn macht schpas“

Bernau (MOZ) Schreiben lernen ist schwer. Richtig schreiben noch schwerer. Mit einer neuen Methode sollen es Kinder einfacher haben. Einige Grundschulen in Brandenburg probieren die neue Methode, unter ihnen auch einige aus dem Landkreis Barnim.
„Du kanst disch in den gaten legen unlesen“, steht auf einem Zettel, den die Mutter auf dem Tisch findet. „Du kannst dich in den Garten legen und lesen“, so das freundliche Angebot ihres Kindes. Verstehen kann sie den Satz nur, weil sie ihn laut vorliest. Ihr Sohn ist eines der Kinder, die nach der Methode „Lesen durch Schreiben“ lernen. Diese wird unter anderem an der Evangelischen Grundschule Bernau unterrichtet, aber auch in Basdorf.
[...]
Astrid Riemer ist die Lehrerin, die mit der Methode an der Basdorfer Grundschule begonnen hat. „Die Kinder lernen dabei schreiben, wie sie sprechen gelernt haben“, erklärt sie. „Da sagt man ja auch nicht gleich: Man sagt das aber so... Sondern die Kinder sprechen erst einmal so, wie sie es hören.“ [...]
Dass ihre Methode dazu führt, dass sich falsche Rechtschreibung einprägt und die Kinder später Probleme bekommen, kann sie nicht bestätigen. Und auch der Schulamtsleiter gibt Entwarnung. „Seit dem Jahr 2003 machen wir immer mal wieder Tests und die Rechtschreibung hat sich nicht verschlechtert.“ Allerdings schneiden Brandenburger Kinder in der Rechtschreibung allgemein schlecht ab.
Rund ein Viertel der Barnimer Schulen, schätzt er, arbeiten inzwischen mit der Methode.
moz.de 6.10.2013

[Leserkommentar:]

Ja leider hat auch die letzte Rechtschreibreform nur zu einer weiteren Aushöhlung der Qualität der Rechtschreibung geführt. Dadurch sind Schreibformen möglich geworden die früher kaum denkbar waren. Ebenso schlampig wird mittlerweile mit der deutschen Sprache umgegangen.
Leider fehlt die konsequente Forderung nach Exaktheit der Wortschreibung als auch der Sprache in der Gesellschaft und auch in den Medien.
Sicherlich werden wir noch erleben daß es bei einer weiteren Anspruchslosigkeit an Kinder und Jugendlich bald auch eine Mathematikreform gibt nach dren Maßstäben dann 2+3= 7 oder 6x90=62 sein dürfen. 1-Setzen!

P.S. Nebenbei wird man darauf gestoßen, daß Deutschlands Naher Osten im Zuge der Reconquista übersät wurde mit unzeitgemäßen Konfessionsschulen. Die müssen sich natürlich besonders „fortschrittlich“ geben durch Übernahme jeglichen Reformhumbugs.

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Sigmar Salzburg
22.06.2013 09.32
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Unnötige Umschulung

159 Abiturienten am Graf-Stauffenberg-Gymnasium Flörsheim

… Michelle Arnold und Florian Seck waren von ihren Mitschülern ausgewählt worden, die launige Abi-Rede zu halten. ... Ihr Kommentar zur Rechtschreibreform: Dass das „dass“ nicht mehr das war, was das „dass“ einmal gewesen war, war eine unnötige Umschulung! …

main-spitze.de 22.6.2013

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Sigmar Salzburg
28.04.2012 16.36
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Trotz ,Reform’ ist das Schreiben nicht leichter geworden

Jobcenter muss Rechtschreibförderung bezahlen

Auch Schüler mit der Deutschnote 3 haben grundsätzlich Anspruch auf eine kostenlose Zusatzförderung, wenn sie besondere Schwächen in der Rechtschreibung haben. Das entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen.

Im konkreten Fall muss das Jobcenter nun die Lernförderung für zwei Kinder bezahlen, die die 6. und 8. Klasse einer Hauptschule besuchen, wie das Gericht in Celle mitteilte (Aktenzeichen: L7 AS43/12 B ER). Das Jobcenter hatte die Kosten nicht übernehmen wollen und argumentiert, dass die Versetzung der Schüler nicht gefährdet sei. Das Gericht jedoch betonte, dass sich die Rechtschreibung nicht nur auf das Fach Deutsch auswirke, sondern auf die Leistung in allen Fächern. Zudem sei die Rechtschreibung auch für den weiteren Lebensweg von großer Bedeutung… (dpa)

augsburger-allgemeine.de 26.4.2012

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Sigmar Salzburg
20.03.2012 10.52
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,Lesen durch Schreiben sollte verboten werden’ …

(… und am besten die ganze „erleichternde Reform“ gleich mit!)

Rechtschreibexpertin warnt vor falscher Toleranz in der Grundschule

Die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben, Renate Valtin, hat vor bedenkenloser Toleranz bei fehlerhafter Rechtschreibung in der Grundschule gewarnt. „Die von Jürgen Reichen propagierte Methode `Lesen durch Schreiben` sollte verboten werden“, forderte die Professorin für Grundschuldidaktik im Magazin „Focus-Schule“. Diese Methode, die weder Leseunterricht noch Rechtschreibungsübungen vorsieht, überfordere die Kinder…

Germanistik-Professor Wolfgang Steinig von der Uni Siegen kritisierte in „Focus-Schule“, dass jeder Grundschullehrer seine Privatmethode habe. Oft sei es erschreckend, wie wenig manche Grundschullehrerin über die Prinzipien der Rechtschreibung wisse. Eltern beunruhige das zu Recht. Dem Magazin zufolge greift bei der unkontrollierten „Schreib-wie-du-sprichst“-Methode selbst bei Schreibweisen wie „Peta get mit sainem fata in den tso“ kein Lehrer korrigierend ein.

Berliner Umschau 19.3.2012
Siehe auch hier.

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Sigmar Salzburg
28.11.2011 08.35
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Die Gemsenjägerin

Monika Hohlmeier betrieb nach Zehetmair die Ausrottung der „Gemsen“ in Bayern. Jetzt trat sie bei Jauch auf:

Monika Hohlmeier (CSU) war mal Schulministerin in Bayern, wo die soziale Herkunft deutlich stärker über die Zukunft eines jungen Menschen entscheidet als in anderen Bundesländern …

Als Jauch dann noch die höheren Bildungsausgaben pro Schüler in Berlin im Vergleich zu München zitiert und im Anschluss auf die miesen schulischen Leistungswerte Berlins abhebt, kann Hohlmeier nur noch gewinnend lächeln …

Bei so viel alter Schule bleibt der Grundschullehrerin Sabine Czerny nur die Rolle der wunderlichen Exotin. Weil sie sich an einer bayerischen Lehranstalt standhaft weigerte, schlechte Zensuren zu verteilen, wurde sie vor einigen Jahren von dort weg strafversetzt. Gerade Kinder, die zu Hause keine Förderung erfahren, verzweifelten an schlechten Noten schnell, so sieht es die Pädagogin Czerny. Doch da kann Monika Hohlmeier beruhigen: Auf der Waldorfschule ihrer Töchter waren die Kinder so gierig auf Noten, dass sie die Leistungsmessung selbst eingefordert hätten…

spiegel.de 28.11.2011

Hohlmeiers Vertrauen in die herkömmliche Schule scheint nicht groß gewesen zu sein. Noch erstaunlicher ist, daß deswegen die Katholikin ihre Kinder sogar dem Steinerschen Synkretismus ausgesetzt hat.

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Sigmar Salzburg
24.11.2011 18.25
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Schreibenlernen nach Gehör

Martenstein „Die Kinder hören einen Satz und schreiben: 'Die Schulä fenkt an.'"

Harald Martenstein über das Erlernen der Rechtschreibung nach Gehör

[Bild]

Alle Kolumnen von Harald Martenstein aus dem ZEITmagazin zum Nachlesen

Manchmal sagen Leute: Ach, wissen Sie, ich würde auch gerne schreiben – kann man das lernen? Natürlich. Ich habe auf die folgende Weise schreiben gelernt. Eine bezaubernde junge Frau, die mir riesengroß vorkam, betrat das Zimmer, in dem ich saß. Sie lächelte mich an, ging zu einer Tafel, sie schrieb das Wort »Hans« und das Wort »Lotte« an die Wand. Dann erklärte sie mir, welcher Buchstabe welchem Laut entspricht. So habe ich schreiben gelernt. Buchstabe für Buchstabe, mit Fibel. Ich war überrascht, als ich in der Zeitung las, wie Kinder heutzutage das Schreiben lernen.

Die Kinder kriegen eine »Anlauttabelle«. Man erklärt ihnen, welcher Laut welchem Buchstaben entspricht. Dann sollen sie loslegen. Sie hören einen Satz, gucken in ihrer Tabelle nach und schreiben: »Die Schulä fenkt an.« Schon nach ein paar Wochen können sie halbe Romane schreiben, besser gesagt, halbä Roh Manne. Der Lehrer darf sie nicht korrigieren. Das würde den Kindern, heißt es, seelischen Schaden zufügen und sie demotivieren. Die Methode »Lesen durch Schreiben« ist eine Erfindung des Reformpädagogen Jürgen Reichen, sie setzt sich immer mehr durch. In der Zeitung stand auch, dass Eltern verwirrt sind. Ihr Kind schreibt »Di Bollitzei isst da« und fragt, ob das richtig geschrieben sei. Was sollen die Eltern dem Kind antworten? Beim Elternabend wird ihnen gesagt, dass sie so tun sollen, als sei alles richtig. Falls sie damit ein Problem haben, sollen sie »ausweichend antworten«. Die Eltern können sagen: »Richtig, falsch, das sind relative Begriffe. Alles nur gesellschaftliche Konvention.« Oder: »Was richtig war und was falsch, zeigte sich oft erst nach Jahrzehnten.«

Interessanterweise hat die neue Methode dazu geführt, dass es viel mehr Kinder mit Rechtschreibschwächen gibt als früher. In der dritten Klasse soll ja, ganz allmählich, die korrekte Rechtschreibung eingeführt werden oder das, was davon übrig ist. Viele Kinder haben sich aber so sehr an das Schreiben nach dem Lustprinzip gewöhnt, dass sie einfach nicht die Kurve kriegen. Wenn ein Kind Legastheniker ist, wird das frühestens in der dritten Klasse entdeckt. Das ist recht spät. In der Zeitung wurde dazu die Rektorin einer Grundschule interviewt. Sie ist, trotz aller Probleme, von der neuen Methode begeistert. Die Kinder lernten zwar nicht unbedingt Schreiben. Aber sie seien mit so viel Freude bei der Sache. »Der Erfolgsdruck ist weg«, sagt die Rektorin. Bei ihr selber ist der Erfolgsdruck ja auch weg. Offenbar steuern wir auf eine Gesellschaft ohne Erfolgsdruck, ohne ehrliche Antworten und ohne Rechtschreibung zu. Damit komme ich klar, sofern man wenigstens ein paar Sonderschulen einrichtet, für Leute, die später mal Pilot, Lokführer oder Arzt werden. Da hätte ich es gerne, wenn die sich früh daran gewöhnt haben, unter Erfolgsdruck zu arbeiten.

Man soll aber auch ein paar Piloten, Lokführer und Ärzte zulassen, die ohne Erfolgsdruck und mit viel Freude die Rächtschraibung erlernt haben, in diesen Flugzeugen und Zügen müssen dann die deutschen Bildungsreformer reisen. Wenn aber das Flugzeug in Turbulenzen gerät, und die Bildungsreformer kriegen Angst, dann dürfen ihnen die Stewardessen auf ihre Fragen immer nur ausweichend antworten. Stürzt das Flugzeug ab, dann soll der Pilot sich kurz in der Tür zeigen und sagen: »Der Flug ist nicht perfekt verlaufen. Aber ich war mit viel Freude bei der Sache.«

Soeben erschienen: Martensteins Buch »Ansichten eines Hausschweins. Neue Geschichten über alte Probleme« (C. Bertelsmann Verlag)

zeit.de 24.15.2011

NB. Einer meiner Mitschüler kam 1951 aus der DDR und schrieb „ferkär“. Vielleicht aus „Fortschrittlichkeit“ und nicht, wie man uns sagte, weil dort Russisch wichtiger als Deutsch sei.

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Sigmar Salzburg
05.11.2011 16.32
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Wieder die Schüler als Schreibversuchskaninchen

Thomas Paulwitz

Lesän duach Schraiben

Mein Ärger. Der gerechte Zorn“ – Eine weitere schulpolitische Irrlehre, die sich an deutschen Schulen schon seit über zehn Jahren festgesetzt hat, erreichte vor einigen Tagen die B.Z.-Kolumne von Gunnar Schupelius, die dem „gerechten Zorn“ verpflichtet ist. „Lesen durch Schreiben“ (LdS) heißt der Mißgriff, der nachgewiesenermaßen der Entwicklung einer sicheren Rechtschreibung schadet.

Ein Leser aus Berlin berichtete Schupelius: „Meine Tochter, 11 Jahre alt, hatte diesen LdS-Quatsch die ersten beiden Schuljahre. Nach dem zweiten Schuljahr bekam sie eine neue Lehrerin. Auf dem ersten Elternabend teilt diese mit, daß ein Arbeiten im Deutschunterricht nicht möglich sei, die Kinder hätten allesamt zu viele Defizite in der Rechtschreibung.“

Jedem Kind seine eigene Rechtschreibung

„Lesen durch Schreiben“ bedeutet, daß statt der traditionellen Fibel und eher als lästig erachteten Rechtschreibregeln eine sogenannte „Anlauttabelle“ im Mittelpunkt des Unterrichts steht. Schulanfänger sollen zunächst so schreiben, wie sie sprechen. Da jedoch das lateinische Abece keine Lautschrift ist, gelingt das nur bei einzelnen Wörtern, und Schreibfehler sind unvermeidlich. Besondere Schwierigkeiten haben diejenigen, die nicht genau nach der Schrift sprechen, sondern eine von der Mundart geprägte Sprache oder gebrochenes Deutsch.

Die Kinder bekommen mit LdS zwar einen schnelleren Zugang zur Schrift, machen jedoch mehr Fehler. In Verbindung mit dem sogenannten „Freien Schreiben“ entfaltet „Lesen durch Schreiben“ eine geradezu zerstörerische Wirkung auf die Rechtschreibsicherheit. Lehrer und Eltern dürfen nach der reinen LdS-Lehre Falschschreibungen nicht verbessern, um den Elan der Schüler nicht zu beeinträchtigen. Statt dessen prägen sich die Fehler ein. Jedes Kind entwickelt seine eigene Rechtschreibung, die logischerweise meistens leider nicht mit der normierten übereinstimmt. Ab der dritten Klasse, spätestens jedoch am Ende der Grundschulzeit, kommt dann das böse Erwachen, wenn plötzlich das Einhalten von Regeln verlangt wird.

Ganz Deutschland ist betroffen

Doch nicht nur Berlin ist betroffen. In ganz Deutschland hat sich mit Hilfe der Kultusministerien eine Idee durchgesetzt, die auf den Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen (1939 bis 2009) zurückgeht. Dieser warb für das Konzept „Lesen durch Schreiben“ mit Hilfe des „Hamburger Instituts für Lehrerfortbildung“. Reichen fand gelehrige Schüler, die sein radikales Werk in zum Teil etwas abgeschwächter Form durchsetzten.

Einer davon ist Hans Brügelmann. In einem Nachruf auf Reichen jubelte er, daß es gelang, „500 Jahre Fibeltradition“ zu überwinden. Brügelmann nennt seine Weiterentwicklung „Spracherfahrungsansatz“. Weitere LdS-Ableger sind „Tinto“ von Rüdiger Urbanek und die „Rechtschreibwerkstatt“ von Norbert Sommer-Stumpenhorst. In Bayern heißt es „Phonetisches Schreiben“ und ist seit dem Schuljahr 2001/02 im Grundschullehrplan verankert.

Forschungsergebnisse werden unterdrückt

Die Mängel von LdS sind wissenschaftlich längst erwiesen. So gab das hessische Kultusministerium eine Untersuchung in Auftrag, die die Vorzüge der „Rechtschreibwerkstatt“ von Sommer-Stumpenhorst beweisen sollte. Doch die Untersuchung „Schriftsprach-Moderatoren“ – auch als „Marburger Studie“ bekannt – lieferte nicht das gewünschte Ergebnis. Unabhängigen Lehrern gelang es nämlich, in die Untersuchung eine Vergleichsgruppe aufnehmen zu lassen, die traditionell mit einer Fibel (mit dem Namen „Lollipop“) unterrichtet wurde.

Ende 2004 lagen die Ergebnisse vor: Der Anteil der rechtschreibschwachen Kinder lag in der LdS-Gruppe am Ende der 1. Klasse bei 16 Prozent, am Ende der 2. Klasse bei 23 Prozent. In der Fibel-Gruppe waren hingegen nach dem ersten Schuljahr sechs Prozent, nach dem zweiten sogar nur noch fünf Prozent der Schüler schwach in der Rechtschreibung.

Abhängige Forscher liefern erwünschte Gutachten

Eindeutige Ergebnisse, die das Hessische Kultusministerium jedoch zurückhielt. Statt dessen gab sie eine neue Untersuchung in Auftrag. Eine Arbeitsgruppe an der Universität Gießen um Professor Ulrich Glowalla sollte prüfen, wie gut sich Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten durch Sommer-Stumpenhorsts Methode verhindern lassen. Diese Studie konnte endlich das gewünschte Ergebnis bereitstellen, denn: „Professor Glowallas Ehefrau ist Geschäftsführerin der Lerndesign GmbH, die Material für die ‚Rechtschreibwerkstatt‘ herstellt und dieses über den Collishop von Diplom-Psychologe Norbert-Stumpenhorst im Internet vertreibt“, wie die Frankfurter Rundschau herausfand.

Daß sich Verlage und vermeintliche Pädagogen auf Kosten unserer Kinder und mit Hilfe der Kultusbürokratie bereichern und profilieren, wäre ein weitaus stärkerer Grund für einen „gerechten Zorn“. Diese Hintergründe erwähnte Schupelius allerdings nicht.

Junge Freiheit 5.11.2011

Wie wäre es mit dieser „Lernmethode“ beim Instrumentalunterricht? Erstmal falsche Fingersätze einüben und sie dann später nach auswendig gelernten (vielleicht noch „erleichterten“) Regeln allmählich verbessern. Jeder Musiklehrer weiß, daß die Schüler solche Fehler nie richtig los werden.

Siehe auch den vorherigen Artikel aus der B.Z.

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Sigmar Salzburg
27.10.2011 11.36
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Nachtwächter Wowereit & Co.

Der Gerechte Zorn

Gunnar Schupelius fragt, warum Lernmethoden über Bord geworfen werden, die jahrhundertelang erfolgreich waren?


Klaus Wowereit, der Berlin seit knapp zehn Jahren als Bürgermeister regiert, schreibt in seinem neuen Buch „Mut zur Integration“: Ein „verpflichtendes Vorschuljahr“ sollte an Berlins Schulen „in Erwägung gezogen werden“.

Darüber kann man reden!

Wowereit vergaß aber, dazuzuschreiben, dass es dieses verpflichtende Vorschuljahr in Berlin bereits einmal gegeben hat.

Und er vergaß zu schreiben, dass dieses verpflichtende Vorschuljahr vom Berliner Senat unter der Führung Wowereits vor sechs Jahren abgeschafft wurde.

Wowereit verhält sich wie ein Nachtwächter, der erst alle Laternen ausstellt, um dann festzustellen, dass es auf der Straße zu dunkel ist.

Die Schulen sind aber ein zu wichtiger Ort, als dass man mit ihnen so nachlässig und beliebig umspringen dürfte.

Warum wurde denn die Vorschule abgeschafft?

Weil der Schulsenator behauptete, die vorschulische Bildung könnte in den Kindergarten verlegt werden.

Der Schulsenator behauptete auch, alle Kinder müssten schon im Alter von fünf Jahren eingeschult werden, dann aber die ersten Jahre in altersgemischten Gruppen lernen.

Dieses System nennt der Schulsenator „Jahrgangsübergreifendes Lernen“ (JüL). Erst verordnete er es den Schulen gegen ihren Willen, dann schaffte er den Zwang einfach wieder ab. Nun glaubte der Schulsenator eben nicht mehr an JüL.

Und der Bürgermeister glaubt also nicht mehr an ein Leben ohne Vorschule.

Und so geht es in Berlin: Mal wird den Schulen was verordnet, mal wird es wieder abgeschafft, immer nach Gutdünken.

Die Kinder müssen es ertragen. Wie überstehen sie die ständigen Reformen?

Schlecht, würde ich sagen. Das zeigt sich an der LDS-Methode, die auch mal so eingeführt wurde.

LDS heißt abgekürzt: „Lesen durch Schreiben“ und bedeutet, dass Erstklässler so schreiben sollen, wie sie die Worte hören.

Sie schreiben also Täuvel statt Teufel, Toa statt Tor, fabotn statt verboten usw.

Der Lehrer sagt dann ein oder zwei Jahre lang zum Kind: „Wunderbar, das hast du schön gemacht.“

Nach den ein oder zwei Jahren sagt er das aber nicht mehr, sondern gibt dem Kind für Toa und Täuvel schlechte Noten.

Nun nämlich soll das Kind plötzlich alles richtig schreiben.

Behauptet wurde, dass Kinder, die zunächst nach dem Hören schreiben, später die richtige Rechtschreibung besser lernen.

Dieser Effekt trat nicht ein, im Gegenteil: Bereits 2005 wies die „Marburger Studie“ nach, dass von Kindern, die mit LDS schreiben lernten, nach einem Jahr 16 Prozent erhebliche Probleme mit der Rechtschreibung hatten, nach zwei sogar 23 Prozent.

Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam und wahrscheinlich dauert es noch ein paar Jahre, aber dann wird der ganze LDS-Unsinn auch wieder abgeschafft. Darauf schwöre ich!

Wer fragt dann nach all den Kindern, die nicht schreiben können und es nie mehr lernen werden?

In Hamburg hat der Senat soeben eine andere neue Idee umgesetzt. Dort müssen Grundschüler keine Schreibschrift mehr lernen. Wozu soll das gut sein? Die Schrift sei der Spiegel der Persönlichkeit, hieß es früher. Gilt das nicht mehr?

Warum werden Lernmethoden über Bord geworfen, die jahrhundertelang erfolgreich waren? Verantwortungslos ist das, ganz verantwortungslos.

bz-berlin 26.10.2011

Hier etwas zu Wowereit und Zöllner.

PS. Google News zeigt nie alles an. Dieser Artikel wurde erst angezeigt, wenn man zu „Rechtschreibung“ noch „Wowereit“ und/oder „Nachtwächter“ eingegeben hatte!

>>> Nachtrag B.Z v. 27.10.2011

Gunnar Schupelius: So verzweifelt sind Eltern, deren Kinder keine Rechtschreibung mehr lernen.

Per Telefon und Mail berichteten mir am Donnerstag Berliner Eltern, wie ihre Kinder in der Grundschule einfach nicht mehr richtig schreiben lernen.
[…]
Erziehungswissenschaftler behaupten, dass Kinder, die erst nach dem Hören schreiben lernen, später besser schreiben können.

Viele Eltern machen aber die Erfahrung, dass diese LdS-Wissenschaftler irren.

„Meine Tochter, 11 Jahre alt, hatte diesen LdS-Quatsch die ersten beiden Schuljahre“, berichtet mir ein Leser. „Nach dem zweiten Schuljahr bekam sie eine neue Lehrerin. Auf dem ersten Elternabend teilt diese mit, dass ein Arbeiten im Deutschunterricht nicht möglich sei, die Kinder hätten allesamt zu viele Defizite in der Rechtschreibung.“ Der Leser berichtet dann, die Tochter würde auch heute in der 6. Klasse immer noch nach dem Hören zu schreiben versuchen.

Ganz ähnlich berichtet eine Leserin von ihrem zehnjährigen Jungen, der mit der LdS-Methode seine Schullaufbahn in Berlin begann. Sie schreibt: „Mein Sohn (mittlerweile 4. Klasse), hat bis heute massive Probleme mit der Rechtschreibung. In einen kurzen Text mit insgesamt 50 Wörtern schafft er es, locker 36 Fehler reinzuhauen (Zeichensetzung wurde hierfür nicht mal berücksichtigt).“
Und weiter schreibt sie: „Die Lehrerin ist erschüttert, ich habe das Vertrauen verloren und mein Sohn ist inzwischen völlig demotiviert.“

Im „Rahmenlehrplan Deutsch“ des Berliner Schulsenators ist übrigens nicht vorgesehen, dass die Lehrerinnen „erschüttert“ sind oder auf dem Elternabend bekannt geben, ein sinnvoller Deutschunterricht sei nicht möglich.

Dort heißt es: „Beim Schreiben wird die lautorientierte und noch nicht normgerechte Schreibweise entsprechend dem Lernstand der Schülerinnen und Schüler akzeptiert.“

Diese Behauptung ist ganz offensichtlich falsch. Denn Kinder, die nach der zweiten Klasse ihr Kauderwelsch nicht ablegen und nicht richtig schreiben, werden eben nicht akzeptiert, sondern stattdessen einfach aufgegeben.

Ist doch klar: Wer in der 6. Klasse immer noch Täuvel statt Teufel, Toa statt Tor und fabotn statt verboten schreibt, dem zeigt man natürlich den Vogel.
Und dann kümmert es keinen Lehrer mehr, dass das Kind im ersten und zweiten Schuljahr ja doch ermuntert wurde, einfach alles falsch zu schreiben.

„Man möchte mit einem heiligen Donnerwetter dazwischen fahren, wenn unsere Politiker sich einen solchen Schwachsinn am grünen Tisch ausdenken“, schreibt mir eine Leserin, die als Lesepatin des VBKI (Verein der Kaufleute und Industriellen) an Berliner Schulen ehrenamtlich hilft. Sie berichtet von Kindern, die in der 3. Klasse weder schreiben noch lesen noch bis 100 zählen können.

Jetzt würde ich den Schulsenator gerne fragen, was er den verzweifelten Eltern zu sagen hat.

Aber der Senator reitet in diesen Tagen vom Hof und in den seligen Ruhestand, nachdem er Eltern, Lehrer und Schüler jahrelang mit irgendwelchen „Reformen“ verrückt gemacht hat.

bz-berlin 27.10.2011

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Sigmar Salzburg
19.06.2011 16.39
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Kritik einer Erleichterungsdidaktikerin

Senator ignoriert Wissenschaft

Der neue Bildungsplan lässt benotete Diktate in der Grundschule wieder zu. Kritik kommt von einer Professorin: Diktate werden zu Unrecht als objektiv eingeschätzt…
Die Didaktik-Professorin Petra Hüttis-Graff von der Uni-Hamburg hatte zuvor in einem Brief an die Fachreferenten der Schulbehörde [Hamburgs] davor gewarnt. Die hier vorgenommene Rehabilitierung der Diktate sei „aus wissenschaftlicher Sicht ein eklatanter Rückschritt im Vergleich zu den geltenden Rahmenplänen von 2003“. Sie könne es nicht mit ihrem Wissen vereinbaren, Lehramtsstudierende auf eine „Diktatpraxis“ vorzubereiten…
So fanden im Rahmen einer Studie im Jahr 2009 mehrere hundert Lehrer in dem gleichen Diktat eines Schülers zwischen zwei und elf Fehler. Die Zensuren reichten von einer glatten Eins bis zur Fünf. Hüttis-Graff führt weitere Argumente aus sechs Forschungsarbeiten auf. Unter anderem dienten Diktate eher der Selektion und Disziplinierung und förderten nicht das Verstehen von Schriftstruktur…

taz.de 17.6.2011

Schriftstruktur – was für ein wichtigtuerisches, nichtssagendes Wort! Wie sollen Schüler und Lehrer denn die Schreibfertigkeiten vergleichen, wenn nicht durch für jeden gleiche Diktate! Das Auffinden von „zwei bis elf Fehlern“ im gleichen Diktat verwundert nicht – es ist eine Folge der Rechtschreibreform, da den Lehrern der langjährig geübte Blick und Durchblick verlorengegangen ist. Dies konnte ich auch an den korrigierten Arbeiten meiner eigenen Kinder recht gut beobachten.

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Sigmar Salzburg
06.03.2011 19.26
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Einer der ‚Trottel und Missetäter’ (M. Reich-Ranicki)



Hans Zehetmair hält die Rechtschreibreform für geglückt. Foto: dpa

[Es folgt das hier bereits zitierte Interview.]

fnp.de 5.3.2011

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Sigmar Salzburg
06.03.2011 18.46
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Der Erfolg der Reformiererei

Wie schreibt man noch mal . . .?

Schrobenhausen (SZ) Deutsche Sprache, schwere Sprache. Das zeigte einmal mehr der „Große Rechtschreibtest“, der diese Woche im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Teilnehmer bestanden ihn mit der Durchschnittsnote Drei. Wie steht es um die Rechtschreibung? Die SZ hörte sich an den Schulen um.




Nein, das ist kein Filserbrief: Immer mehr Schüler haben Schwierigkeiten mit der Unterscheidung von „das“ und „dass“. Aber auch die Groß- und Kleinschreibung stellt für viele ein Problem dar. – Foto: Wöhrle

"Die Rechtschreibleistung wird generell schlechter" – Monika Priller, Deutschlehrerin an der Michael-Sommer-Mittelschule in Schrobenhausen, redet nicht lange um den heißen Brei herum. „Viele unserer Schüler haben große Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung“, gibt sie unumwunden zu. Dabei hapere es oft schon an grundsätzlichen Kenntnissen der deutschen Schrift, wie zum Beispiel der Groß- und Kleinschreibung. "Es fehlen die Grundlagen", stellt Priller fest.

Die Folge der mangelnden Orthografiekenntnisse: Rechtschreibfehler fließen in der Regel nicht mehr in die Benotung mit ein. Diktate, wie sie noch in den 70er und 80er Jahren geschrieben wurden, gibt es schon lange nicht mehr. Stattdessen schreiben die Mittelschüler heute Kurzdiktate, die aus nur wenigen Sätzen bestehen, und die vor der Abgabe fünf Minuten lang mit Hilfe des Wörterbuchs bearbeitet werden dürfen. Die Schule versuche mit dieser Methode eine neue Strategie durchzusetzen, erläutert Priller: „Wo kann ich nachschauen, wenn ich mir nicht sicher bin.“

Von dieser neuen Lernstrategie hört man auch an anderen Schrobenhausener Schulen wie der Franziska-Umfahrer-Grundschule oder der Maria-Ward-Mädchenrealschule. Dennoch sieht Grundschulleiterin Jutta Reichel-Holz ein Problem darin, dass die Schüler sich mit einer korrekten Rechtschreibung immer schwerer tun. „Wir bräuchten wesentlich mehr Förderstunden“, betont sie. „Wir brauchen mehr Zeit, um mit den Kindern individuell zu lernen.“ Nur mit mehr Förderunterricht und entsprechenden Programmen könne eine Verbesserung erreicht werden.

Eine gezieltere Förderung schon in der Grundschule – daran führt auch nach Ansicht der Lehrer aller weiterführenden Schulen kein Weg vorbei. Das sieht auch Petra Schiele, Rektorin der Maria-Ward-Schule so. Von ihren eigenen Kindern weiß sie, wie schwer sich vor allem Erstklässler tun, die zunächst nur nach dem Gehör schreiben sollen und erst später die korrekte Schreibweise beigebracht bekommen. In Schieles Augen ist das der falsche Weg. Sie spricht sich dafür aus, den Kindern die Sprache „liebevoll von Anfang an richtig beizubringen“.

Ein großes Problem an den weiterführenden Schulen seien die vielen Legastheniker, erläutert Schiele. Das bestätigt auch Roland Schneidt, Leiter der Franz-von-Lenbach-Realschule. Zwei bis vier Schüler pro Klasse könnten ein Gutachten vorlegen, das ihnen eine angeborene Lese- und Rechtschreibschwäche attestiere, ist von beiden Schulleitern zu erfahren. Bei diesen Schülern werde die Rechtschreibleistung überhaupt nicht benotetet, bei den anderen nur noch in Rechtschreibproben.

Dabei lässt Rektor Schneidt keinen Zweifel daran, wie wichtig es sei, fehlerfrei zu schreiben. „Rechtschreibung ist nach wie vor eine grundlegende Voraussetzung“, unterstreicht er. Fehlerhafte Briefe oder Bewerbungen würden noch immer einen schlechten Eindruck machen. Allerdings, ganz so schlecht stehe es um die Rechtschreibung nun auch wieder nicht, lenkt der Rektor ein. Und: Mädchen waren im Diktat schon immer besser als Jungen, weiß der Leiter der Knaben-Realschule.
An allen Schulen wird übrigens die geltende Rechtschreibung gelehrt. „Wir arbeiten mit dem neuesten Duden. Das ist für jeden bayerischen Lehrer verbindlich, egal welchen Faches“, versichert Beate Bott, Fachbetreuerin für Deutsch am Gymnasium Schrobenhausen und Mitarbeiterin im Direktorat.

Wer jedoch schon lange aus der Schule raus ist, weiß oft gar nicht so genau, was jetzt eigentlich der neueste Stand ist. „Da hab ich das Gefühl, dass die Leute sich ihre eigene Schreibweise raussuchen“, beobachtet Bott bei ihren Mitmenschen.

Von Eleonore Wöhrle

donaukurier.de 4.3.2011

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Sigmar Salzburg
09.02.2011 13.31
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Bildungsstudie

[Die „SPD-nahe“ Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine Untersuchung der Privatschulen in Auftrag gegeben. Im Vorwort der Studie meldet sich auch der niedersächsische Ex-Kultusminister Rolf Wernstedt, einer der Hauptantreiber der unsinnigen „Rechtschreibreform“, zu Wort:]

Warum Privatschulen schlechter sind als ihr Ruf

Effektiver, innovativer, einfach besser – Privatschulen haben bei Eltern ein Top-Image. Eine aktuelle Studie zeichnet ein anderes Bild: Die nicht-staatlichen Institute werden massiv überbewertet, schreibt Bildungsforscher Manfred Weiß – und kritisiert die elitäre Attitüde in den Einrichtungen.
[…]

Doch wer Privatschulen automatisch mit besserem Unterricht gleichsetzt, hat sich verkalkuliert, sagt Manfred Weiß vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF). Der Bildungsökonom hat für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung untersucht, was an Privatschulen wirklich besser läuft.
Sein Fazit: nicht viel.
[…]

So schmal die Erfolge aus Sicht des Bildungsforschers sind, so lang ist seine Mängelliste. „Negative Systemwirkungen“ bescheinigt er den privat getragenen Schulen, „selektionsbedingte Chancenungleichheiten sowie soziale und ethnische“ Teilung von Schülern und obendrein "keine besondere Reformorientierung". …

Privatschulbesuch als Abgrenzungsstrategie

…. „Es gibt Eltern, die die Möglichkeit nutzen, über konfessionelle Zugehörigkeit die gemeinsame Erziehung ihrer Kinder mit muslimischen oder anders konfessionellen Kindern zu unterlaufen. Es gibt Eltern, die der 'neutralen' öffentlichen Schule nicht trauen, ihren Kindern mit einem einheitlich gelebten Lernverständnis gegenüber zu treten.“

"… Alle sind bereit, dafür auch viel Geld zu investieren.“
Von dieser Bereitschaft lebten die Privatschulen. „Sie selbst nennen sich gern Schulen in freier Trägerschaft und provozieren den Eindruck, als sei öffentliche Schulträgerschaft unfrei“, schreibt der frühere niedersächsische SPD-Bildungsminister Rolf Wernstedt in seinem Vorwort. Bei den Privatschulen gebe es „gute und schlechte Schulen wie überall“, die immer wieder beschworenen Vorteile seien nur eine „behauptete Überlegenheit“. Für Wernstedt ist deshalb klar: Bedroht fühlen muss sich das öffentliche Schulwesen durch die private Konkurrenz eigentlich nicht – wenn die öffentlichen Bildungseinrichtungen für neue Unterrichtskonzepte [d.h. für weitere Reformiererei] offen sind.
...
spiegel.de 9.2.2011

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Sigmar Salzburg
15.10.2010 18.41
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Ungeeignete Problemlösungen

Berlin (dpa) – Deutschlands Migrantenverbände wehren sich gegen eine Deutschpflicht auf Schulhöfen – und bekommen Unterstützung von den Bildungsministern von SPD und Grünen.
… Zwischen der Kultusministerkonferenz (KMK) und den Migrantenverbänden herrsche Einigkeit, dass die Schule ein zentraler Ort der Integration sei, sagte Berlins Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) nach einem gemeinsamen Treffen am Freitag in Berlin … Zöllner bezeichnete es als nicht hilfreich, auf dem Pausenhof von oben herab die Muttersprache zu verbieten. Bei Deutsch als Unterrichtssprache gebe es aber kein Wenn und Aber. Die rheinland-pfälzische Ministerin Doris Ahnen (SPD) sagte: «Ich finde es traurig, dass mit schöner Regelmäßigkeit dieselben Vorschläge auf den Tisch kommen, die in keiner Weise geeignet sind, die Probleme zu lösen.»

newsticker.sueddeutsche.de 15.10.2010

Zöllner und Ahnen hätten zur gleichen Erkenntnis bei der „Rechtschreibreform“ kommen können, zumal hier ein Blick auf die konfusen Reformversuche der letzten hundert Jahre genügt hätte.

Während aber die orwellmäßige Sprach-Überwachung der Migrantenkinder auf dem Schulhof kaum durchführbar ist, konnten im Unterricht die Schüler zu wehrlosen Versuchskaninchen ungeeigneter, traditionsfeindlicher Schreib-Indoktrinationen gemacht werden.

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Sigmar Salzburg
22.09.2010 04.42
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Schulreformismus

Am Montag beeilte ich mich, rechtzeitig zum Geburtstag meiner jüngsten Tochter zu kommen. Aber sie hatte 10 Stunden Schule und war erst gegen 17 Uhr zu Hause. Die Hälfte der Zeit besteht jedoch aus Leerstunden, die offiziell mit Hausaufgaben genutzt werden sollen. Montags gibt es noch kaum Hausaufgaben, also werden daraus meist Gammelstunden. Mahlzeiten sind ungeregelt. Angeblich ist der Stundenplan eine zwingende Folge des Lehrplans und von G8. – Soweit man hört, sehen auch die meisten Schüler den Sinn der G8-Reform nicht ein.

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Sigmar Salzburg
01.09.2010 14.04
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Falschmünzerei

Der ehemalige Finanzsenator Sarrazin hat darstellen wollen, daß bestimmte genetische Ausstattungen über Generationen weitervererbt werden. Als Beispiel hat er, nicht einmal in seinem Buch, in einem Interview beiläufig erwähnt: Juden und Basken.
Hätte er Basken und Bantus gesagt, wäre kaum jemand darüber gestolpert.
Aber „er hat J.... gesagt“.

Sofort macht die übelwollende Journaille eine Nazitheorie daraus: „krude Theorien über Juden“ (Spiegel), „Bundesbankvorstand entdeckt jetzt sogar »Juden-Gen«.“ (junge Welt), „seine Theorie vom Juden-Gen“ (MZ), „seine fatale Äußerung über ein angebliches „Juden-Gen“ (BILD), … und Sigmar Gabriel: „Rassenhygiene“. Zusätzlich wurden die propagandistisch gemeinten Angebote der NPD zitiert, deren Äußerungen sonst peinlichst verschwiegen werden – nur um Sarrazin in die Nähe der Nazis rücken zu können. Wir kennen so etwas schon von den Diffamierungen, die die Gegner der Rechtschreibreform erfahren mußten.

Diese Diffamierungen sind auch deswegen heimtückisch, weil es Sarrazin ja nicht um „Rasse“, sondern um Vererbung von Intelligenz ging.

Selbstverständlich kann man bei Juden und anderen anhand von Genen auf gemeinsame Vorfahren schließen (nach hagalil):


Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde … Aktuelle genetische Studien belegen, dass über 60-80% der Juden noch heute ein typisch jüdisches DNA-Profil aufweisen. …

Unter http://www.igenea.com/ kann jedermann mit einer einfachen Speichelprobe seine genetische jüdische Herkunft untersuchen lassen.

http://www.igenea.com/docs/hagalil/hagalil.htm

Die Erkenntnis der nahen Verwandtschaft von Juden und Palästinensern könnte sogar zur Versöhnung der beiden Gruppen beitragen – wenn die Religion nicht wäre.

Prof. Shlomo Sand: Es gibt viele israelische Historiker, darunter Yitzhak ben Zvi, den zweiten Präsidenten von Israel, oder David ben Gurion, die bis 1929 bestätigen, dass die arabischen Palästinenser die wahren Abstammenden der Juden sind. Diese These der meisten Zionisten wurde 1929 begraben.

die-rote-fahne.eu 27.08.2010

Eine weitere Erkenntnis müßte sogar den arroganten Besitzanspruch mancher Zionisten auf palästinensisches Land dämpfen:

Nachdem man zuletzt die enorme genetische Ähnlichkeit der Juden mit den Arabern im Nahen Osten – insbesondere jenen im Nordirak – demonstriert hat, ist jetzt eine Gruppe von britischen, israelischen und italienischen Wissenschaftlern den genetischen Wurzeln von neun geographisch getrennten jüdischen Volksgruppen genauer auf den Grund gegangen. … Die Ergebnisse der Untersuchungen sind erstaunlich: Das mütterliche Erbgut ist offenbar innerhalb einer Gruppe so homogen, daß vermutlich die Nachkommen fast jeder Gruppe von ganz wenigen „Gründerfrauen“ abstammen. … Deshalb glauben die Forscher, daß die Ahnfrauen vermutlich nicht nahöstlicher Herkunft sind, sondern aus den Gebieten der jeweils heute lebenden Diasporagruppen stammen. Bei den Gründervätern hingegen handelt es sich offenbar tatsächlich um Zugereiste aus der arabischen Welt. (FAZ 18.05.2002)

Das heißt nichts anderes, als daß viele dieser Juden nach jüdischem Recht gar keine sind, weil ihre Vorfahren irgendwann nicht von einer jüdischen Mutter geboren wurden.

Wie dem auch sei, die deutschen Schüler werden jedenfalls als Sarrazin-Beißer abgerichtet:


Die Schule. Für die 13. Klasse der ASS geht es gleich morgens im Biologieleistungskurs um Sarrazin. „Die Aussage über das bestimmte Juden-Gen ist falsch“, fasst Yannick Wennde (19) aus Udenhausen zusammen. Die Schüler stellen zusammen mit ihrem Lehrer Marc Vollmer fest, dass sich menschliche Gene nicht an einer Religion festmachen lassen oder dass die Religion Gene bestimmen kann. Umwelt, Nahrung und andere Lebensumstände würden bei der Evolution Einfluss nehmen, die religiöse Anschauung sicher nicht.
hna.de 31.08.2010

Den Schülern werden offensichtlich Märchen erzählt.

Nachtrag:
«Jüdisches Gen» erzürnt die Deutschen und macht Israelis stolz
tagesanzeiger.ch 31.8.2010

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