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Sigmar Salzburg
25.08.2012 19.43
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Aus der psychologischen Forschung

Sprich den Ekel aus! ¹

Menschen mit Spinnenphobie sollten ihre negativen Gefühle aussprechen

„Wenn ich diese eklige, haarige Spinne sehe, stellen sich mir alle Haare auf“, wäre ein geeigneter Satz, um die Abscheu gegenüber dem achtbeinigen Tier zu äußern. Aber auch, um Ekel und Angst vor ihnen abzubauen, sagen amerikanische Wissenschaftler.


Aus mehreren psychologischen Studien geht bereits hervor, dass es sich lohnt, über Probleme und negative Gefühle zu reden. Neurologen zufolge relativieren sich durch das Aussprechen die Eindrücke und verlieren an Gewicht. Ein Wissenschaftlerteam um Katharina Kircanski von der University of California in Los Angeles konnte diesen positiven Effekt nun auch für Arachnophobiker nachweisen…

Die Ergebnisse der Befragung sowie die körperliche Anspannung beim Betrachten der Bilder zeigten eine deutlich verminderte Spinnenangst für Probanden, die ihre Empfindungen laut formuliert hatten…

Ängste und negative Gefühle auszusprechen lohnt sich also auch, wenn sich diese – wie bei Arachnophobie – auf ein bestimmtes Objekt beziehen. Um den langfristigen Effekt auf diese Gefühle und dazugehörige Verhaltensmuster abzuschätzen, müssten aber noch weitere Studien durchgeführt werden, so die Forscher.

Katharina Kircanski (University of California, Los Angeles) et al.: Psychological Science, doi: 10.1177/095679612443830

wissenschaft.de 25.8.2012

Wieder verhilft die Wissenschaft zu besseren Einsichten: Die Homophobiker z.B. auf kreuz.net betreiben also nur sinnvolle Selbsttherapie!

¹) Wirkt erleichternd auch im Umgang mit der Reformschreibung.

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Sigmar Salzburg
23.08.2012 18.33
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Der einfache Hochstapler ist immer der Dumme

Hochstapler als Gymnasiallehrer

Er hat nie Abi gemacht, hat keinen Uniabschluss – trotzdem unterrichtete ein Elektriker aus Rheinland-Pfalz dank gefälschter Urkunden als Gymnasiallehrer. Erst nach fünf Jahren flog der Schwindel auf…

Als er an einem Gymnasium Unterrichtspläne erstellte, waren die voller Rechtschreibfehler¹, sagt einer seiner ehemaligen Schulleiter…

Im Sommer 2006 startete er als Referendar an einem Gymnasium in Rastatt in den Lehrerberuf. Als Sport- und Biologielehrer sei er „sehr unkonventionell“ gewesen, erinnert sich die damalige Schuldirektorin. Dienstbeflissen, aber locker, „die Schüler hätten wohl cool gesagt“…

Neben der Bewährungsstrafe muss der vermeintliche Lehrer 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten – er hat aber noch ein weiteres Problem: Das Land Rheinland-Pfalz beziffert den Schaden, den er verursacht hat, auf rund 75.000 Euro. Das Geld fordert es nun zurück.

spiegel.de 23.1.2012

Ein einfacher Hochstapler ist eben immer der Dumme, wenn er erwischt wird. Er hätte in die Politik gehen sollen. Da hätte er es mit seinem Geschick sogar zum Kultusminister oder Ministerpräsidenten bringen können und Milliarden für Bildungs- und Rechtschreibreformen in den Sand setzen, ohne daß ihm jemand ernsthaft sein unverdientes Altersruhegeld hätte streitig machen können.

¹) Vermutlich galten mildernde Umstände wegen der „Rechtschreibreform“.

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Sigmar Salzburg
22.08.2012 18.38
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Gelungen wie die ‘Rechtschreibreform’

Fatale Restaurierung
In Spanien hat eine Amateur-Restaurateurin versucht, ein Jesus-Fresko aufzufrischen – und die Hunderte Jahre alte Kirchenmalerei bis zur Unkenntlichkeit überpinselt.
spiegel.de 22.8.2012



The painting was a 19th century Spanish fresco titled “Ecce Homo” by painter Elias Garcia Martinez
globalpost.com 22.8.2012

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Sigmar Salzburg
13.06.2012 12.34
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Quod licet Joschi non licet Bochi

12. Dezember 1985 „Amtseid in Jeans“ …
Der neue Umweltminister Joschka Fischer trägt zur Vereidigung Jeans und Turnschuhe. Das gab es noch nie. … Da wird der Deutsche Bundestag schon mal zur „Alkoholikerversammlung“ abqualifiziert und sein Präsident in einer Plenums-Debatte als „Arschloch“ bezeichnet.
ndr.de

Heute dagegen:
Polizeieinsatz gegen das Tragen von Bekleidung einer inzwischen arabischen Firma:


Dresden. Mit Thor-Steinar-Kleidung haben Mitglieder der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag am Mittwoch für einen Eklat gesorgt... Trotz Aufforderung des Landtagspräsidenten weigerten sich die NPD-Mitglieder, sich umzuziehen. Die Folgen: ein Polizeieinsatz und eine Strafe… „Die Würde und Ordnung… muss gewahrt bleiben“, sagte Landtagssprecher Ivo Klatte.
derwesten.de 13.6.2012

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Sigmar Salzburg
07.06.2012 16.32
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Post von der Titanic

Die Satirezeitschrift „Titanic” vergackeiert Prominente mit dem Angebot, anläßlich des hundertsten Geburtstags von Axel Cäsar Springer in BILD eine Kolumne anstelle ihres Gossen-Goethe Franz Josef Wagner zu schreiben. Angeblich soll der Schriftsteller Richard Wagner, Exmann von Herta Müller, einen Text geliefert haben. Auch wenn Fiktion und Wahrheit nicht deutlich zu trennen sind, freuen wir uns an den vielen traditionellen „ß“, bei denen mein neues Wörd rot sieht:

POST VON WAGNER
Liebes Brot,

daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, ist sicherlich nichts Neues. Aber wie er wirklich lebt, ist durchaus an den Brotsorten zu erkennen, die die Bäckerei anbietet. Und: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing, wie Axel Springer gerne sagte.
Ist es nicht ein bißchen viel, zu viel, was da morgens im Regal prangt, liebes Brot? Manches sieht aus, als wollte die Kundschaft ewig leben, und der Laden erweckt insgesamt den Eindruck einer Apotheke. Man ißt auch zum Vergnügen, schon vergessen?
Zeiten der Not und Zeiten des Überflusses zeigen auffallende Ähnlichkeiten. Für beide gilt: Man muß nicht gleich kleinere Brötchen backen, wenn der Umsatz nicht mehr stimmt …

Man muß die richtigen Brötchen im Regal haben. Welches aber die richtigen sind, bestimmt die Kundschaft, nicht der Bäcker.
Herzlichst
Richard Wagner

Titanic

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Sigmar Salzburg
22.05.2012 09.39
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Beutelschneider gesucht

Goldener Windbeutel 2012

„Alkoholfreies“ Bier mit Alkohol, Zuckertees für Kleinkinder und mit Wasser gestrecktes Hackfleisch, das als „fettarm“ verkauft wird – welche Werbelüge ist die frechste? Die Verbraucherorganisation Foodwatch lässt darüber abstimmen – und die Firmen werden zunehmend nervös.

Immer im Frühjahr lässt die Verbraucherorganisation Foodwatch die „dreisteste Werbelüge des Jahres“ wählen, der Sieger erhält den „Goldenen Windbeutel“… Mit der Kampagne will Foodwatch laut Eigenwerbung darauf aufmerksam machen, „wie Lebensmittelhersteller ihre Kunden systematisch hinters Licht führen“…

spiegel.de 22.5.2012

Leider haben die Verbraucherverbände sich die Gelegenheit entgehen lassen, anläßlich der „Rechtschreibreform“ den
Gräulichen Dummbeutel 1996-2006
zu verleihen. Das Ergebnis wäre sicher mit anderen ähnlichen Umfragen vergleichbar. Besonders preisverdächtig:

Hessisches Kultusministerium (2004)

10 gute Gründe für die Rechtschreibreform

1. Einfachheit der Rechtschreibung
2. Alte Rechtschreibung – viele Ausnahmen untergraben die Regeln
3. Neue Rechtschreibung – bessere Erlernbarkeit und Handhabbarkeit
4. Das Stammprinzip wird gefestigt
5. Neue s-Schreibung
6. Keine Streichung beim Zusammentreffen von drei Konsonanten
7. Getrenntschreibung wird geregelt
8. Großschreibung von Substantiven wird gestärkt
9. Kleinschreibung bei festen Verbindungen von Adjektiv und Substantiv wird festgelegt
10. Trennung nach Sprechsilben

Genaueres mit kritischem Kommentar von Theodor Ickler hier.

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Sigmar Salzburg
13.04.2012 21.05
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Mit den Methoden der Rechtschreibreform

Spektakuläres Experiment
Paviane lernen ein bisschen lesen
Ein Wort von einer unsinnigen Buchstabenfolge unterscheiden – das können nicht nur Menschen …

[Seit 1996 läuft das Projekt „Rechtschreibreform“, bei dem zuerst deutsche Schüler, dann Beamte und schließlich Millionen von Bürgern als Versuchsaffen für unsinnige Schreib- und Leseexperimente eingesetzt wurden.

Nachdem dieses Menschenexperiment glimpflich ausgegangen war, konnte man es wagen, die angewendeten Methoden auch an Affen auszuprobieren:
]

Dan ist ein Pavian. Einer von sechs, die in einem Experiment von Jonathan Grainger von der Aix-Marseille Université und seinen Kollegen die Grundlage des Lesens erlernt haben: Die Affen können Wörter von Nicht-Wörtern unterscheiden. Mit einer Trefferquote von 75 Prozent liegen sie ganz klar über zufällig erreichten Erfolgsraten.
Innerhalb von sechs Wochen lernten die Paviane mindestens 81 Wörter. Dan konnte sogar 308 in einer Flut von mehr als 7000 Nicht-Wörtern identifizieren. Das Erstaunliche: Selbst neue, nie zuvor gesehene Wörter konnten die Affen häufig anhand typischer Buchstabenfolgen von Nicht-Wörtern unterscheiden, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin „Science“. Spiegel 13.4.2012

Die Methodik war ähnlich wie bei der Rechtschreibreform: Wörter wurden willkürlich und oft unsinnig verändert. Und wie beim Menschenversuch stellte man fest, daß geringe Änderungen mehr Verwirrung und Unsicherheit auslösen, als auffällige Veränderungen.

Allerdings konnten die Experimentatoren und ihre Versuchobjekte gegenüber 1996 vom technischen Fortschritt profitieren:

Während die deutschen Schüler die Buchstaben mühsam zu Papier bringen mußten, durften die äffischen Probanden schon „behände“ mit „Tatsch-Screens“ arbeiten. Auch die Anreize waren verbessert worden. Sie wurden mit Bananen o.ä. zu Höchstleistungen getrieben. Die Stuttgarter Zeitung schreibt:


Die Paviane haben die Wörter auf dem Bildschirm natürlich nicht verstanden… Sie hätten mit der Zeit lesen gelernt, schreiben Grainger und seine Kollegen. Am Ende konnten die Affen zwar nicht so lesen, wie man es sich etwa von Schulanfängern wünscht… Doch die Paviane haben mit der Zeit statistische Muster in den Buchstabenfolgen erfasst und konnten sie wiedererkennen. Dies half ihnen, richtige Wörter immer besser von falschen zu unterscheiden. Stuttgarter Zeitung 13.4.2012

Das wird auch der Grund sein, warum erwachsene Menschen die für richtig erklärten Wörter der „Reform“ ungern akzeptieren: Sie wollen sich nicht zum Affen machen lassen.

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Sigmar Salzburg
29.03.2012 21.30
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Hirnforschung

US-Forscher

Gehirn ist überraschend einfach gestrickt

Das menschliche Gehirn gilt als komplex und chaotisch. Untersuchungen von US-Forschern zeigen nun, dass Nervenbahnen vielmehr in ordentlich gewebten Strukturen verlaufen…

Um vergleichende Analysen verschiedener menschlicher Gehirne künftig zu ermöglichen, plant Wedeen als Nächstes die Kartierung der Gehirne von etwa hundert Probanden…

„Ich hoffe, dass künftige Modelle die Bedeutung dieser räumlichen Zusammenhänge stärker berücksichtigen“, sagt Wedeen.

Die mathematischen Herausforderungen hierfür sind allerdings groß, denn die einfach gewebte Faserstruktur ist nur scheinbar schlicht. „Da die Flächen der Netze im Raum gekrümmt sind, muss man sie mit den hochkomplexen Gleichungssystemen der Differenzialgeometrie berechnen – den gleichen mathematischen Verfahren, die man auch in der Relativitätstheorie einsetzt“, sagt Amunts.

spiegel.de 29.3.2012

[Warum gleich so hoch greifen? Einfach gestrickte und schief gewebte Gehirne, etwa solche der Schreibreform-Politiker, enthalten zwar im wesentlichen ein Schwarzes Loch, aber wegen fehlender Masse und Dimensionen ist die Riemannsche Geometrie der Relativitätstheorie gerade hier nicht anwendbar.]

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Sigmar Salzburg
15.03.2012 06.27
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Aufkeimende Vernunft im Kulturprekariat?

Der Porno-Rapper und Bambi-Preisträger „Bushido“ kritisierte die Rechtschreibreform.

Sein Kollege und Bimbo-Preisträger „Shubidoo“ verschärft noch:


„Wer Pornos guckt, sieht viele Arschlöcher.
Wer Reformschreibung liest, sieht das Produkt vieler Arschlöcher!“

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Sigmar Salzburg
14.03.2012 11.26
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Der Widerstand gegen die Reform wird versickert

Bastian Sick erklärt sprachliche Untiefen in der Orangerie

Deutsche Sprache, schwere Sprache. Nicht zuletzt seit einer verpatzten Rechtschreibreform, die später in Teilen wieder zurückgenommen wurde, finden sich in unserer Orthografie und Grammatik zahlreiche, teils geschickt versteckte Fallstricke.

Wie gut, dass es einen Aufklärer gibt, der um die Fehler weiß: Bastian Sick – der Mann für alle Fälle. In der Orangerie führte er am Sonntagabend die absurdesten Irrtümer vor – und machte sich im Dienste der Show auch selbst zum Affen. …

Schmand! Mit D am Ende! Da meckert keine Rechtschreibprüfung! Ist aber falsch, weiß Bastian Sick. Es heißt Schmant! Weil es aus dem Tschechischen kommt. Und weil der Duden das so sagt…

Dabei gibt es tatsächlich orthografische Verbrechen, die jedem Sprach-Liebhaber die Tränen in die Augen treiben und die Sick daher mit Genuss aufzeigt. Vor allem im Supermarkt wimmelt es von verunstalteten Worten: Da gibt es Fluch-Mangos, Anananas und Chappi Vollkotzbrocken. „Wie gut ist dein Deutsch“, fragt der als Florian Silbereisen kostümierte Sick da singend.

Englisch passte leider nicht ins Versmaß, die Frage wäre aber ebenso legitim. „American Cheeskacke“, „Bisnesslautsch“ und „Gostreiter“ – es ist ein Wortkabinett des Grauens, dass der aus unerfindlichen Gründen albern auf seinem Steckenpferd herumreitende Sick hier zusammengetragen hat. Englische Sprache, schwere Sprache. …

fuldaerzeitung.de 12.3.2012

[ „Gostreiter” hätte auch Vorschrift der Stepp-Mopp-Reform werden können. Über die „amtlich“-orthographischen Verbrechen schweigt sich Sick sowieso aus. ]

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Sigmar Salzburg
25.02.2012 17.17
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Weicher Keks

Thomas Paulwitz bringt – in anständiger Rechtschreibung – in der „Jungen Freiheit“ einen Werbespott für ein wichtiges Buch über die Zukunft der deutschen Sprache, das auch hier schon besprochen wurde. Allerdings läßt seine Verschriftung der Mampf-Sprache zu wünschen übrig:

„Keksdeutsch: Ein neuer Dialekt entsteht“. Unter diesem Titel erscheint in diesen Tagen ein neues Buch. Verfasserin ist Meike Brösel, Professorin für Deutsche Sprache der Gegenwart an der Leibniz-Butterkeks-Universität Spottsdam…

JF 25.2.2012

NB: Seit ein paar Tagen wird der JF-Zugang regelmäßig mit Trojanern verseucht. Bundestrojaner? Verfassungsschutz NRW? Aufrechte Kämpfer gegen Rechts?

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Sigmar Salzburg
23.02.2012 14.57
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Trügerische ‚Messerwartung‘

Nach den sensationellen Meldungen des letzten Sommers sollten Neutrinos, die man in Genf losgeschickt hatte, auf der „Messstrecke“ zum Gran Sasso in Italien 18 Meter Vorsprung vor einem gedachten Lichtstrahl gewonnen haben. Nach Einstein hätte die erst vor kurzem bestimmte Masse eines Neutrinos in der Bewegung das Unendliche überschreiten müssen. Jetzt stellt sich heraus, daß die „Messerwartung“ nicht erfüllt wurde, weil bei dem Experiment ein Glasfaserkabel locker war. Die Physikbücher hatte man zum Glück noch nicht umgeschrieben.

Nun gibt es aber große Zweifel an den Messungen vom vergangenen Jahr. „Wir haben es gestern Abend erfahren“, bestätigt Cern-Sprecher James Gillies … „Kabelprobleme oder menschliche Messfehler – so etwas kann passieren.“ Es sieht danach aus, als könnte sie recht behalten. spiegel.de 23.2.12

Vor fünfzehn Jahren wurde dagegen eine andere „Messerwartung“ bestätigt: Der Reformtheoretiker Burkhard Schaeder stellte mit einem Probediktat von acht Sätzen fest, daß Schüler bei Anwendung der Reformschreibung bis zu 50 Prozent weniger Fehler machen. Die Schulbücher wurden umgeschrieben und die Lehre auf die Reform umgestellt. Bald darauf stellte sich jedoch heraus, daß bei den Experimentatoren eine Schraube locker war.

Nachtrag am 30.3.12: Panne bei Neutrino-Experiment … Jetzt ist der Leiter des Experiments zurückgetreten. spiegel.de
Soviel Anstand hätte man auch von allen Kultusministern erwarten können – nach dem Volksentscheid SH am 27.9.1998 oder nach dem halbherzigen Eingeständnis des ihres Versagens am 4.3.2006.


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Sigmar Salzburg
23.01.2012 12.55
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Im Rechtschreib-Dschungel

RTL-Dschungel-Autoren Haas und Beisenherz

Schuld daran ist nur Ochse Uwenknecht

Die “Dschungelcamp“-Autoren Jens Oliver Haas, 44, und Micky Beisenherz, 34, gelten als verbale Götter der Gehässigkeit. Einmal jährlich zimmern sie dem erstklassigen Moderatoren-Duo Zietlow / Bach im australischen RTL-Dschungel messerscharfe Texte auf die Karten und TV-Zuschauern in Deutschland gute Laune auf die Couch. Mit Christopher Lesko sprachen beide zur Hälfte der Staffel exklusiv über Stimmung und Kandidaten, über “Ochse Uwenknecht“ und den “Biorhythmus von Franz Josef Wagner“.

[Das Interview wurde wohl per Chat oder E-Mail geführt:]

Hallo in den australischen Sumpf der Gruppendynamik! Wie ist die Stimmung im Autorenteam?

JOH: Toll! Seit dem 10. Januar verbringen Micky und ich mehr Zeit miteinander, als ein Pärchen in den Flitterwochen. Es muß Liebe sein.

MB: Muss! Mit zwei S! Wie oft hab´ ich Dir Idiot gesagt, dass man „muss“ mit zwei S schreibt!

JOH: Ja... das kommt davon, wenn man sich so ein junges Ding anlacht. Kollege: Ich wechsel' auf die neue Rechtschreibreform, wenn sie sich bewährt hat. Also frühestens mit Deiner Geschlechtsreife…

meedia.de 20.1.2012

Man sieht: Bei Leuten, deren Pubertät noch nicht abgeschlossen ist, haben die Kultusminister ein leichtes Spiel. Man hat die Heyse-ss nicht nur den Geßlerhut der „Reform“ genannt, sondern auch den Silikonbusen. Der spielt im Dschungelcamp (einer Veranstaltung, die ich nie gesehen habe), auch wieder eine Rolle – bei „abgehalfterten Scheinprominenten, die man besser eingeschläfert hätte“ (Kabarettist Georg Schramm):



Der Spiegel berichtet:

Silikon auf Ecstasy
Das Dschungelcamp mutiert zum Memmen-Camp: Die Männer flennen und wollen rausgewählt werden. Nur Brigitte Nielsen steht als einzige ihren Mann. Auch deshalb ist sie klarer Aspirant für den Titel Dschungelkönig, … Im rechten Mundwinkel klemmt eine Zigarette, sie nuschelt „Come on!“ und mit der linken Hand presst sie Bully Herbig an ihre überdimensionalen Silikonbrüste…

spiegel.de 23.1.2011

Genderistisch und reformistisch korrekt wäre „steht als Einzige ihre Person“ – siehe Roger Herter bei FDS.

Was ich aber sagen wollte – treffender als „Silikonbusen“ wäre: Die neuen Heyse-ss sind das „Arschgeweih“ der Reform. – Nun kann man sagen, es sollte Gebildeten doch gleichgültig sein, ob jemand mit einem Arschgeweih herumläuft oder mit einem Ring durch Nase, Pimmel oder Schamlippen. Das ist schon richtig, aber es ist auch nicht die Aufgabe von Kultusministern, dergleichen vorzuschreiben und durch Schülergeiselnahme durchzusetzen.

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Sigmar Salzburg
31.12.2011 11.52
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Entbehrliche Küsse

Plasberg: Darum habe ich Jauch nicht geküsst

bild.de 30.12.2011

Dazu fällt einem ein:
Es ist nicht wichtig, ob man „Kuß“ mit ß oder ss schreibt; die Hauptsache ist, man bekommt ihn.

Das verbreitete die einstmalige Ministerpräsidentin Heide Simonis in der Zeit der regierungsamtlichen Reform-Beschwatzung der Schleswig-Holsteiner und leitete bald darauf, unterstützt vom Amtskonkurrenten Volker Rühe, eine Orgie von Judasküssen ein – zum Verrat an Volksentscheid und Schreibkultur.

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Sigmar Salzburg
29.11.2011 13.31
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Neues aus der Wissenschaft

„Noch nie war eine Neuregelung der heutigen Rechtschreibung wissenschaftlich so gut vorbereitet wie heute.“ (W. Mentrup 1985)

Ich glaube, daß hier von den Gegnern der Neuregelung zu Lasten der jungen Generation gegen notwendige Neuerungen, die das Erlernen des richtigen Schreibens erleichtern werden, Front gemacht wird nach dem Motto: Warum sollen die Jungen es leichter haben als wir? (Rolf Wernstedt als KMK-Präsident 21.2.1997)

„Grundrechte von Eltern und Schülern werden durch diese Neuregelung nicht verletzt. (Bundesverfassungsrichter am 14.7.1998)

„So wenig wie man über Erkenntnisse von Wissenschaft eine Volksabstimmung herbeiführen kann, so wenig kann man … in Volksabstimmungen darüber entscheiden, ob Thron mit th oder nur mit t geschrieben werden soll.“ (Gabriele Behler, KMK-Präsidentin, Eckernförder Zeitung 25.9.1998)


Das ist alles Wissenschaft von gestern.
Hier nun die neuesten Erkenntnisse, natürlich in gleicher Wissenschaftlichkeit:

Die A-Löchertheorie

Gemäß der fraktalen Geometrie ähneln sich Strukturen im Kleinen wie im Großen. Diracs quantenmechanische Löchertheorie von 1929 zeigte, daß ein Nichts („Loch“) als negative Energie und Antimaterie wirken kann – später auch gedeutet als Bewegung rückwärts in der Zeit. Gell-Manns „achtfacher Weg“ beschrieb 1964 mögliche Teilchenfamilien (Multipletts) und führte direkt zum Quark.

Quark-, Löcher- und Achter-Struktur lassen sich nun deutlich auch im Großen ausmachen. Der Bundesminister Horst Ehmke erkannte 1973 die negative, rückwärts gerichtete Energie der „acht Arschlöcher in Karlsruhe“. 1984 definierte Joschka Fischer das „Arschloch“ als politische Einheit...

Mit dieser Einheit (AE, zu unterscheiden von der „Astronomischen Einheit“) kann auf einfache, aber exakte Weise die kombinierte Wirkung von wissenschaftlichem Quark und politischer Konstellation als Multiplett auf der Basis acht beschrieben werden:

1995 beschließen die Kultusminister (16 AE) und Ministerpräsidenten (16 AE) die „wissenschaftlich“ begründete Rechtschreibreform. Das Bundesverfassungsgericht (8 AE) weist 1998 eine Klage dagegen zurück, obwohl sie zurückgezogen wurde. Die Zeitungsverlage (ca. 80 AE) bekräftigen die Übernahme der Reform – gegen den Volksentscheid kurz zuvor. Diesen annullieren die Kieler „Volksvertreter“ (ca. 80 AE) umgehend (1999). 2001 berufen die Kultusminister (16 AE) einen Beirat zur Reformkommission (16 AE) und 2004 ein orthographisches Scheinparlament, den Rat für Rechtschreibung (40 AE), um die abtrünnigen Zeitungsverlage wieder einzufangen. 2006 versuchen die Kultusminister und Ministerpräsidenten (32 AE), mit einer Reformschrumpfung den orthographischen GAU (Größten Anzunehmenden Unfug) in der deutschen Schreibkultur notdürftig zu vertuschen und rufen dreist den „Rechtschreibfrieden“ aus.

Eine typische Einheitsmeinung war:

„Wenn man einmal einen Weg eingeschlagen hat, muß man ihn auch zuende gehen, auch wenn man zwischendurch feststellt, daß er falsch ist.“ (Rolf Wernstedt, Kultusminister, am 27.6.97 zu Reformgegnern)

Bessere Einsichten hatten kaum Folgen:

„Die Kultusminister wissen längst, dass die Rechtschreibreform falsch war. Aus Gründen der Staatsräson ist sie nicht zurückgenommen worden.“ (Johanna Wanka, Kultusministerin 2.1.2006)

Aber es ist nie zu spät zum Ausstieg, man muß ihn nur wollen:

Aussteiger Manuel Bauer: „Ich war ein großes Arschloch.“
Spiegel.de 28.11.2011


Der Ratsvorsitzende Zehetmair setzt sich schon schwafelnd, aber bewußt wirkungsarm vom Reformextremismus ab:

„Politiker, laßt die Finger von einer Rechtschreibreform, das ist nicht euer Metier!“ (Hans Zehetmair, DLF 1.8.2011)

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