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Sigmar Salzburg
08.06.2011 12.08
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Lübeck


Foto Stadt Lübeck

… Nachbar der alten Salzspeicher ist das mit dem Brandenburger Tor und dem Kölner Dom bekannteste Bauwerk Deutschlands: das mehr als 500 Jahre alte Holstentor. Hinter seinen bis zu dreieinhalb Meter dicken Mauern wird das Mittelalter quicklebendig, wenn sich Sechs- bis Elfjährige spielerisch in das raue Leben von Piraten und die Gefahren für Handelsschiffe und Kaufleute hineinversetzen lassen. Wie Letztere ihr Kapital gewannen und mehrten, erfahren unterdessen die Eltern … Die wenigsten wissen, dass das Holstentor nur der Rest einer einst viertorigen Wehranlage ist. Und auch das sollte fallen. Doch 1863 beschloss die Bürgerschaft mit nur einer einzigen Stimme Mehrheit, das künftige Wahr- und Warenzeichen besser zu erhalten.
merian.de

Auch 1973 genügte nur eine Stimme – die des Kultusministers Wilhelm Hahn – um die erste bundesrepublikanische Schreibreform zu stoppen.

Jedoch fand sich 1996 unter den 16 Kultusministern und 16 Ministerpräsidenten keine einzige Stimme der Vernunft gegen die neue volli-diotische Rechtschreibreform und für die Erhaltung der bewährten Rechtschreibung mit dem mehr als 600 Jahre alten Schluß-ß.

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Norbert Lindenthal
07.06.2011 09.57
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Re: Seit 15 Jahren herrscht er doch schon – bei der Schreibreform:

Zitat:
Ursprünglich eingetragen von Sigmar Salzburg
(… Duden kennt nur „tschüs“ und „tschüss“ …)


Es ist lange her. Tschüß war schon xmal geschrieben worden. Da fragte ich meine Mutter, was das eigentlich heißt. »A dios« ( = so ungefähr Grüß Gott).

Seitdem schreibe ich lieber tschüs.
__________________
Norbert Lindenthal

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Sigmar Salzburg
07.06.2011 09.13
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Seit 15 Jahren herrscht er doch schon – bei der Schreibreform:

Der Ein-Parteien-Staat
Von Veit Medick und Philipp Wittrock

Und Tschüss! Mit dem Atomausstieg haben sich Regierung und Opposition des letzten gesellschaftlichen Kampfthemas entledigt. Der Konsens regiert die Republik – in den meisten Fragen sind die Parteien kaum noch unterscheidbar.
spiegel.de 7.6.2011

Beim gemeinsamen Ausstieg aus der Rechtschreibreform haben die Parteien jedoch versagt. Da reichte es nur zum gemeinsamen gesichtswahrenden Aussitzen.

(NB: Der Duden kennt nur „tschüs“ und „tschüss“. Millionen Norddeutsche werden ausgeschlossen, die „tschüß“ sagen. Der Duden kennt kein Substantiv „Tschüss“, empfiehlt aber „Tschüss sagen“.)

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Sigmar Salzburg
31.05.2011 12.14
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Kultur und Kulturpolitik

Heute jährt sich der Todestag Joseph Haydns zum 202ten Male

Aus Anlaß des 200. Todestages war ein Buch „Joseph Haydn, sein Umfeld, seine Musik, sein weites Land“ erschienen.

Der Verfasser schrieb dazu in der Einleitung:


„Haydn war ein ausfransender Mensch. Ein großartiger Organisator. Ein Zyniker von Gnaden. Ein Womanizer. Ein (und das ihm zustehend) eitler Weltstar. Ein Musikstrukturen-Erfinder wie sonst nur mehr ein Dutzend anderer innerhalb der mehrtausendjährigen Musikgeschichte Europas und der Erde. Haydn war ein politisches Arschloch und ein Genie.“

Darauf antwortete Ulrich Weinzierl in der WELT am 2.5.2009:

Wir nehmen an, dass es dem Wiener Musikpublizisten Otto Brusatti im Grunde nicht an Respekt mangelt, sonst hätte er gewiss kein Buch zur 200. Wiederkehr von Haydns Todestag veröffentlicht. Umso verblüffender seine schnoddrige, historisch absolut törichte Kennzeichnung Joseph Haydns als „politisches Arschloch“, zu erklären einzig und allein durch den Wunsch nach Aufmerksamkeitsmaximierung.

Die Welt 2.5.2009

Es ist in der Tat recht unangemessen, einen bedeutenden Künstler der Vergangenheit, der nur ein kleiner Musikangestellter bei den Eszterházys war, derart zu denunzieren, und das in der heutigen Zeit, die weithin von wirklich großen politischen Arschlöchern geprägt wird – besonders auch kulturpolitischen. Unrühmliche Beispiele sind die 16 Kultusminister und die sie stützenden 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer, die 1996 die erste Rechtschreibreform beschlossen haben und die – noch schlimmer – dummdreist 2005 große Teile des Reformhumbugs für „unstrittig“ erklärten, obwohl eine Mehrheit der Bürger durch Volksentscheid gerade genau das Gegenteil zum Ausdruck gebracht hatte.

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Sigmar Salzburg
16.05.2011 14.05
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Der renommierte Anwalt Heinrich Hannover

In Ossietzky 10/2011

Erfreuliche Morde
Heinrich Hannover

… Die Gefahr, daß Osama bin Laden zur Aufklärung beitragen könnte, ist gebannt. Seine von den Auftraggebern am Bildschirm verfolgte Tötung durch ein US-amerikanisches Killerkommando war die jüngste, aber wohl nicht die letzte Hinrichtung nach dem Gesetz des Dschungels. Daß mit Osama bin Laden auch sein Sohn, zwei seiner Kuriere und eine Frau sterben mußten, wird als Kollateralschaden stillschweigend in Kauf genommen und hat Angela Merkels Freude über Bin Ladens Tötung keinen Abbruch getan…

Ossietzky 10/2011

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Sigmar Salzburg
12.05.2011 08.16
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Noch mehr Volksverdummung

Gerade habe ich den Volkszählungsbogen erhalten, aber noch nicht angesehen. Spiegel und Abendblatt berichten schon über gottesstaatliche Manipulationen:

Deutschland wird zum Staat der Gläubigen erhoben

Was glauben eigentlich die Deutschen? Spannende Frage, doch der Zensus wird sie kaum beantworten. Zwar werden entsprechende Daten erhoben, allein: Das Ergebnis steht jetzt schon fest. Finden wird die Volksbefragung nichts als Gläubige – Atheisten sind nicht vorgesehen

Die entsprechenden Formulierungen stammten direkt aus den Beratungen des Innenausschusses des Bundestags, „hierfür gab es keine Formulierungsvorschläge von den Statistischen Ämtern“...

spiegel.de 11.5.2011

Zensus 2011

Fragen nach Religion: „Kirchen haben Druck ausgeübt“

Die Fragen nach Religionszugehörigkeit im Zensus gehen auf das Drängen der Kirchen zurück. Die Kirchen hätten enormen Druck ausgeübt.

Frage sieben steht schon seit längerer Zeit im Zentrum der Kritik. Mit ihr wird in der Volkszählung 2011, dem Zensus, die Religionszugehörigkeit abgefragt – eine Pflichtangabe, die der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar „bedenklich“ nannte ...

„Die Kirchen haben enormen Druck ausgeübt“, sagt Helmut Eppmann, Vorstand des Statistikamts Nord...
Die Evangelische Kirche begrüßt, dass „ihre Bitte Gehör gefunden“ hat, so Sprecher Reinhard Mawick...

abendblatt.de 11.5.2011

Daß schamlos versucht wird, mit Formulierungstricks auf Fragebögen Politik zu machen, haben wir am deutlichsten in Schleswig-Holstein erleben können – bei der Gestaltung der Stimmzettel zur Volksabstimmung über die Rechtschreibreform.

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Sigmar Salzburg
06.05.2011 14.03
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Schavan, weiter reformsüchtig

Schavan-Show, die zweite

Bei der Neuauflage der Bologna-Konferenz steht heute nur eitel Sonnenschein auf dem Programm. Kritik an verkorkster Studienstrukturreform wird ausgeblendet

… alles läuft bestens! So jedenfalls lautet die Botschaft derer, die bei der Veranstaltung das Sagen haben. Die Marschrichtung hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) in den Tagen vor dem Treffen ausgegeben. Zu »nörgeln« gebe es nichts mehr, Kritiker seien veränderungsunwillig [kennen wir von der „Rechtschreibreform“] und leugneten die erzielten Fortschritte im Reformprozeß. …

All das soll bei der heutigen Tagung unter den Tisch gekehrt werden, und dafür haben sich die Verantwortlichen im Vorfeld kräftig ins Zeug gelegt: Am Dienstag jubelte Schavan gleich zwei Untersuchungen unters Volk, die den als Schmalspurstudiengang verrufenen Bachelor zum Karrieresprungbrett verklären (jW berichtete). …

Mit am Katzentisch sitzen auch heute wieder Studierendenvertreter (siehe unten). Vor fast genau einem Jahr hatten Bildungsstreikaktivisten die erste nationale Bologna-Konferenz unter Protest verlassen, weil sie »keine Statisten« bei der »Schavan-Show« sein wollten. …Eine schöne Ankündigung von damals hat Schavan sogar pünktlich zur Neuauflage des Gipfels wieder kassiert: die einer »Akademie für Lehre«…

jungewelt.de 6.5.2011
(Ein längerer Artikel in Anti-Schavan-Rechtschreibung.)

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Sigmar Salzburg
08.04.2011 14.30
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Noch eine Altlast von Erdsiek-Rave

CDU-Landeschef Christian von Boetticher hofft auf Fortsetzung der Koalition mit der FDP

… Schleswig-Holstein hat gerade im Alleingang die Rückkehr zum Abitur G 9 an Gymnasium beschlossen.

Das stimmt nicht ganz, auch andere Länder wir NRW gehen ihren eigenen Weg in dieser Frage. Was stimmt ist, dass Schüler bis auf den Raum Brunsbüttel flächendeckend die Möglichkeit haben, das Abitur nach acht Jahren zu erreichen.

Wieso trennen sie nicht: G 8 für Gymnasien, G 9 für Gemeinschaftsschulen?

Wir hatten große Probleme mit der Akzeptanz von G 8 seit der Einführung durch Bildungsministerin Erdsiek-Rave (SPD). Das Abitur in acht Jahren war aufgrund der Anforderungen eigentlich nur für Spitzenschüler erreichbar. Freie Nachmittage waren kaum noch möglich. Das war auch gewollt, die SPD wollte, dass möglichst wenige Schüler das Abi am Gymnasium machen und dafür möglichst viele die Gemeinschaftsschule besuchen. G 8 war so verschärft, dass es nur eine kleine Elite schaffte

abendblatt.de 8.4.2011

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Sigmar Salzburg
28.03.2011 11.33
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Erinnert das nicht stark an die ‚Rechtschreibreform’?

Vier Jahre Haft für Ex-Chefarzt

… In ihrer 386-seitigen Anklageschrift hatten die Ermittler 69 Fälle aufgeführt, in denen Pier Fehldiagnosen erstellt oder nicht nötige Operationen durchgeführt habe. … Der Patientin Anneliese K. entfernte der Ärztliche Direktor ohne Grund 67 Zentimeter Dünndarm und ordnete eine nicht notwendige Chemotherapie an. Bei anderen Krankenhausinsassen entnahm er gesunde Organe wie Gallenblase, Blinddarm oder Nieren…

spiegel.de 28.3.2011

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Sigmar Salzburg
28.03.2011 09.33
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Fehler von historischer Dimension

Ex-Verteidigungsminister Rühe (CDU) übt heftige Kritik an der Regierung wegen ihrer Libyen-Politik. Er ist nicht der Einzige in der Union.

Rühe: „Fehler von historischer Dimension“

nachrichten.t-online.de 27.3.2011

Volker Rühe glaubt sicher heute noch, daß er keinen solchen Fehler beging, als er 1999 als späteingebürgerter Ministerpräsidentenkandidat in Schleswig-Holstein antrat und ohne Abgeordnetenmandat die CDU zur Annullierung des Volksentscheids gegen die Rechtschreibreform übertölpelte. Damit waren die Bemühungen anderer konservativer Länderregierungen von vornherein verbaut, die Reform als „Fehler von historischer Dimension“ auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern.

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Sigmar Salzburg
04.03.2011 19.33
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Wie bei der Rechtschreibreform …

… nur daß die Unfugs-Politik schließlich doch durchgesetzt wurde

E10-Treibstoff
Die Mär vom Prima-Klima-Sprit

Die Autofahrer wollen den umstrittenen Biosprit E10 nicht tanken, es ist ein Fiasko für Politik und Mineralölkonzerne – aber ein Segen für die Umwelt, glauben Forscher und Naturschützer. Sie geißeln die Biosprit-Operation seit Jahren als Unfug. Von Markus Becker mehr...

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Sigmar Salzburg
01.03.2011 10.36
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Guttenberg zurückgetreten – die Kultusminister 1998 und 2006 leider nicht

Zu Guttenberg konnte nur mit einer Ausnahmegenehmigung promovieren, weil er in seinem Examen nur die Note „befriedigend“ erreichte.

faz.net 1.3.2011

Dünnbrettbohrer streben ja nicht selten in die Politik. Deswegen bemühen sich politische Gegner im Bedarfsfalle auch, an eventuell schwache wissenschaftliche Arbeiten der Konkurrenz heranzukommen – wie 2000 die SPD an Volker Rühes Examensarbeit.

Der Machtzuwachs in der Politik ist schließlich beträchtlich. So konnten zum Beispiel erfolg- oder lustlose Grundschullehrer (wie Erdsiek-Rave und Gisela Böhrk) statt 25 „i-Dötzen“ nun 300000 Schüler zu „Tollpatschen“ umerziehen und das Volk mit Hilfe der Medienmafia gleich mit.

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Sigmar Salzburg
28.02.2011 16.03
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Sargnagel für die Demokratie – und wo steht der Sarg?

In der Plagiatsaffäre gerät Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in den eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat vor SPD-Abgeordneten erklärt, die Affäre und ihre Begleitumstände seien „ein Sargnagel für das Vertrauen in unsere Demokratie“….

welt.de 28.2.2011

Wenn Guttenberg „ein Sargnagel“ für das Vertrauen in die Demokratie sein soll, dann ist die Annullierung des Volksentscheids in Schleswig-Holstein am 17.9.1999 zweifellos der Bleisarg dafür.

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Sigmar Salzburg
28.02.2011 11.03
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Betrüger am Werk

Bayreuther Professor rechnet mit Guttenberg ab

… Jetzt geißelt ausgerechnet der Nachfolger seines Doktorvaters den Minister als Betrüger. Jura-Professor Lepsius stellt die entscheidende Frage: „Wenn er in diesem Fall nicht wusste, was er tut, weiß er es denn in anderen Fällen?“…

In einem Interview mit dem Bayerischen Fernsehen attackierte der Professor Guttenberg so scharf wie niemand vor ihm: "Wir sind einem Betrüger aufgesessen … Es ist ein Ausmaß an Dreistigkeit, das wir bisher nicht gesehen haben", beschrieb er frei von Beschönigung Guttenbergs sogenannte Doktorarbeit…

„Wie kann jemand etwas tun und nicht wissen, was er tut? Woher kommt diese Fehleinschätzung des Ministers über sein Handeln?“…

Süffisant fügt der Professor hinzu, ihn interessiere zu einem solchen Fall von Wirklichkeitsverdrängung die Einschätzung eines Psychologen.

… Der frühere Verfassungsrichter Winfried Hassemer sagte: Selbst wenn der faktische Beweis nicht vorliege, seien „Juristen gut darin geübt, den Vorsatz aus den äußeren Umständen einer Tat zu schließen“. …

spiegel.de 27.2.2011

Nun, der Fall Guttenberg ist zwar peinlich – aber nur ein kleiner Skandal von vielen. Wird der Minister schnell ersetzt, dann ist die Sache ausgestanden, und der Schaden für Deutschland bleibt gering.

In einem anderen Falle ist der deutsche Staat jedoch einer ganzen Meute von Betrügern, unfähigen Ehrgeizlingen und verbohrten Ideologen aufgesessen – während das Volk, das sich mehrheitlich nicht betrügen lassen wollte, mit Dreistigkeit entmündigt (s. Volksentscheid) und materiell wie kulturell geschädigt wurde. Gemeint ist die „Rechtschreibreform“.


„Die Kultusminister wissen längst, daß die Rechtschreibreform ein Fehler war. Aus Staatsräson hat man sie nicht zurückgenommen,“ zitierte der Spiegel die KMK-Präsidentin von 2005, Johanna Wanka. Damals setzten die Kultusminister/Betrüger den ersten Teil der Reform verbindlich in Kraft, obwohl sie also schon Jahre vorher wußten, daß sie etwas Falsches durchsetzen. Keiner hat es zugeben wollen. Verspätetes Gemurmel kam von Zehetmair, schon a.D., er habe Widerstand „nicht im Kreuz gehabt“. Während des Kampfes ums Kreuz in den Schulen hatte er die Pläne zur orthographischen Verkleinerung des „heiligen Vaters“ nicht bemerkt.

Auch die anderen Kultusminister haben eine Prüfung der Reformpapiere unterlassen. „
Für die schleswig-holsteinische Kultusministerin Gisela Böhrk kann ich definitv sagen, daß ihr Interesse an der Rechtschreibreform gegen Null tendierte. Auf meine Frage, wie sie denn die angeblichen Vorzüge der Rechtschreibreform gegenüber der herkömmlichen Schreibweise geprüft hätte, verwies sie nur auf einen Stoß Papier, den sie unterzeichnet hätte.“ (M.Dräger)

In seinem jüngsten Interview verbreitet Zehetmair wieder Nebel: „
Die Kinder könnten es leichter haben“ – ( „… wenn sie sich mehr anstrengen würden“ oder „haben es vermutlich leichter“?). Auch dies ist ein Betrugsversuch. Tatsache ist, daß gerade der von Zehetmair gepriesene Anschlag auf die jahrhundertealte Schreibtradition, die ss-Schreibung, nachweislich zu mehr Fehlern geführt hat (s. Harald Marx, Uwe Grund).

Natürlich sind auch die Kultusminister betrogen worden – von „Wissenschaftlern“, deren Arbeitsweise jedem Standard widersprach, z.B. im „Jogurtbecher“-Test. Aber die ideologisch eingefärbten Kultusminister haben sich ja betrügen lassen wollen, viele, um ihre gesellschaftsverändernden Obsessionen durchzusetzen. In die erste Rechtschreibkommission wurden nur „fortschrittliche“ Kräfte berufen. Jahrelang wurde das Weniger-Fehler-Märchen verbreitet – Wernstedt, Böhrk und Zehetmair waren besonders penetrante Propagandisten – obwohl schon mit einem genaueren Blick der ganze Schwindel erkennbar war.


Zu der Frage, ob Guttenberg zurücktreten müsse, wollte sich Lepsius nicht als Wissenschaftler äußern: „Als Staatsbürger wünsche ich mir Minister, die wissen, was sie tun, und ein Verantwortungsgefühl für ihre eigenen Handlungen haben. Und die Art und Weise, wie der Minister in der letzten Woche mit der Causa umgegangen ist, lässt bei mir erhebliche Zweifel an seinen charakterlichen Fähigkeiten erkennen.“

spiegel.de 27.2.2011

Das gleiche gilt natürlich auch für die Masse der seinerzeit nicht zurückgetretenen Kultusminister.

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Sigmar Salzburg
26.02.2011 08.58
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CDU-Politiker Vogel zur Plagiats-Affäre

Hoffentlich werden Manche auch erkennen, dass ein Doktortitel schmückt – aber nicht lebensnotwendig ist für eine Karriere außerhalb der Wissenschaft…

Es gab zwei Korrektoren der Guttenberg-Dissertation – einen Doktorvater und einen Zweitgutachter. Dass die nicht gemerkt haben, was da schief gelaufen ist, halte ich für sehr eigenartig. Dazu kommt: Bei Sternberger war ich ja selbst an der Betreuung vieler Doktorarbeiten beteiligt. Guttenbergs Note „summa cum laude“ – das gab es einmal unter zehn, wenn überhaupt.

spiegel.de 25.2.2011

Wenn die fraglichen Plagiate entfernt sind, ist hoffentlich noch Guttenbergsche Eigenleistung erkennbar – vielleicht auch nur, wie beim Verschwinden der Katze in Alices Wunderland, das Grinsen.

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