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Schwarzer Humor, Satire
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Sigmar Salzburg
23.02.2011 14.51
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Wen wundert es?



Nach Spiegel online – Zwiebelfischchen

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Sigmar Salzburg
16.02.2011 07.41
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Klowelt, Beschiß und Rechtschreibreform

Petra Förster: „Fettnäpfchen-Diät“ im Buchcafé

Eine Meisterin der Verwandlung

Sauberkeit: Viele Frauen errichten einen Hygieneschutzwall aus Klopapier, beschwert sich Klofrau Gertraude Schnallenberger alias Petra Förster. Dann spülen sie ihn hinunter frei nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“.
Sympathisch, klug, mit ungebremstem Wortwitz und verblüffender Verwandlungskunst mimt sie die patente Klofrau Gertrud Schnallenberger, die Hauptfigur im neuen Programm….
Nicht nur die Einblicke ins alltägliche triste Ehe- und Liebesleben sind höchst erheiternd, auch die Beobachtungen aus „Klothildes Klowelt“ mit „luxuriösen Suiten mit Wertpapierdepot“ sorgen für wahre Lachsalven. Obwohl sie sich in ihrem Beruf so „beschissen fühlt“, ergründet die Klofrau die Sitzblockaden der Frauen auf fremden Toiletten. Sie ergründet aber auch den Sinn und Unsinn der Rechtschreibreform, das Wahlverhalten der Deutschen, die ihren Stimmzettel ausgerechnet in eine Urne werfen sollen und viele weitere gesellschaftliche Problemzonen…

hersfelder-zeitung.de 14.2.2011

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Sigmar Salzburg
01.02.2011 09.57
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Herzlichen Glückwunsch!

Karl Dall wird 70

Er hat schon Trash-Fernsehen gemacht, als viele Dschungelcamp-Bewohner noch gar nicht geboren waren….

Wenige Monate nach der Wiedervereinigung in der Bundeshauptstadt Bonn direkt neben der CDU-Zentrale: In einem Luxushotel warten 250 Gäste auf den Star des Abends. Es gibt keinen Warm-Upper, der Moderator persönlich tritt vor die Zuschauer, um sie auf die Aufzeichnung der Talksendung „Dall-As“ einzustimmen.

[Pietätvoll hat man, anders als bei „Wetten daß …?“ die alte Rechtschreibung beibehalten, obwohl der Amerikanismus „Dall-Ass“ ausnahmsweise treffend wäre – allerdings auf Kosten der Anlehnung an die damals bekannte Serie „Dallas“.]

„Ich verlange keinen Intellekt“, sagt Karl Dall und stellt sich mit selbstreflektierendem Humor über sein Äußeres vor: „Ich heiße Karl und bin auch kahl.“ Und: „Bitte reagieren Sie auch, wenn Sie eine Pointe nicht verstehen.“
Von 1985 bis 1991 lief „Dall-As“ auf dem Sender, der damals noch RTLplus hieß und mit der Stripshow „Tutti Frutti“, einem italienischen Hütchenspieler und der Tortenschlachtshow „Alles nichts, oder?“ … Demnach war es Dalls Aufgabe, „unsinnige und zusammenhanglose Gespräche“ zu führen, „um seine Gäste zu irritieren und zu provozieren“ sowie Äußerungen der Gäste „in herabsetzender oder sonst verzerrender Weise aufzugreifen“.

[Ein typisches Reformkonzept.]

Auf dem Bildschirm sah das zum Beispiel so aus, dass Dall den Schlagerbarden Roland Kaiser gleich zu Beginn der Sendung aufforderte: „Sing schon mal, damit wir es hinter uns haben.“ …

…[Ich kannte ihn seit Ende der Sechziger aus der hannoverschen Musikkneipe Moby Dick. Dort trat auch der bluesbegabte HAZ-Drucker Peter Sauer auf, den er später als ‚Peter Petrel’ ähnlich in die Pfanne haute: „Du bist ja nur ein kleiner Schlagerfuzzy“]

… 1967 gründete er mit Ingo Insterburg, Jürgen Barz und Peter Ehlebracht die Musikkombo Insterburg & Co und landete mit ihr Hits wie „Diese Scheibe ist ein Hit“ mit sagenhaften Textzeilen wie „Diese Scheibe müsst ihr koofen, das ist ne Scheibe für die Doofen“….

Heute könnte diese Zeile, etwas erweitert, Reklame für Duden und Wahrig sein:

„Diese Schreibe müsst ihr koofen, das ist ne Schreibe für die Doofen.“

focus.de 1.2.2011

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Sigmar Salzburg
08.01.2011 09.40
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Gruppendynamik bei Primaten

Vor Jahren las ich einen Forschungsbericht über Beobachtungen an einer größeren Gruppe von Affen. Art und sonstige Einzelheiten sind mir nicht mehr erinnerlich – nur ein skurriles Ereignis: Irgendwann formte sich die Gruppe zu einem großen Rund, indem jeder einen Finger in das Po-Loch seines Vordermannes steckte. So schritten sie eine Zeitlang feierlich im Kreise, bis sich die in tiefstem Ernst vollführte Prozession auflöste und jeder seiner Wege ging.

Dieses Bild drängte sich mir beim Lesen der Sitzungsberichte des Rechtschreibrates auf. Daß dessen Mitglieder mit gleichem Ernst ihrer ebenso sinnfreien Tätigkeit nachgehen, ist allerdings kaum vorstellbar.

Im übrigen liegt es mir fern, unsere geistig bescheideneren Verwandten, die dennoch erwiesenermaßen Sinn für Kulturtradition zeigen, mit unseren Reformern und Kulturpolitikern zu vergleichen – bei denen das offensichtlich nicht der Fall ist.

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Sigmar Salzburg
31.12.2010 10.27
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Guter Gedanke: KMK und Rechtschreibrat hinter Schloß und Riegel!

Wutbürger und hüftwackelnde Stewardessen
Von Roland Rischawy

Ein heiterer Rückblick auf schrille Gescheh- und Vorkommnisse in der Luft, auf dem Wasser, unter Tage und in der Regierung.

Auch am Ende dieses Jahres kommt diese Zeitung ihrem gesetzlichen Auftrag nach, den geneigten Leser lücken- wie schonungslos aufzuklären über das, was in seinem näheren und weiteren Umfeld sowie global passiert ist. Wir kratzen bei diesem Jahresrückblick nicht, wie gemeinhin üblich, an der Oberfläche, sondern schürfen chronistisch in die Tiefe. Der Leser erhält dadurch Antwort auf die quälende Frage: Was waren abseits des allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Geplänkels die Gescheh- bzw. Vorkommnisse, die mich wirklich interessiert, bewegt bzw. umgehauen haben?
[…]
Eine sehr lustige Vereinigung ist bekanntlich der Rat für deutsche Rechtschreibung. Das, mit Verlaub, leicht überdrehte Gremium hat mit seiner Rechtschreib-Reform und deren wiederholter Reformierung ein ganzes Volk in den Wahnsinn getrieben und ihm das Rechtschreiben verlernt. Nun hat der wiedergewählte Rechtschreibratsvorsitzende Hans Zehetmair der Kultusministerkonferenz (die ebenfalls durch die Bank aus Rechtschreib-Triebtätern besteht, Anm. d. Red.) die 45. Überarbeitung der Rechtschreibreform vorgeschlagen. Demnach sollen eingedeutschte Wörter wie Kupee, Butike, scharmant, Sketsch und Restorant wieder wie ursprünglich geschrieben werden als Coupé, Boutique, charmant, Sketch und Restaurant. Das ist nach unserem Dafürhalten zwar lobenswert, entbindet die Allgemeinheit aber nicht von der Frage: Warum hat man den Rechtschreibrat nicht an Ort und Stelle hinter Schloss und Riegel gesetzt, als er Restorant und Butike einführte? Und: Warum befindet sich die gesamte Kultusministerkonferenz noch immer auf freiem Fuß?

[…] Wir sagen's, wie's ist: Das Jahr 2011 wird noch spannender als das vergangene.

In diesem Sinne wünschen wir allen Stewardessen, Rechtschreib-Triebtätern, Armleuchtern, Staatsbankrotteuren und Lesern ein rauschendes Fest und viel Glück im neuen Jahr! Prost mit'nander!

frankenpost.de 31.12.2010

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Sigmar Salzburg
16.12.2010 14.37
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Ministerium für blöde Rechtschreibungen

Die Kultusministerien mit ihrer Obsession zur Durchsetzung nichtsnutziger Schreibregeln forderten schon bald den Vergleich mit Monty Pythons „Ministerium für blöde Gangarten“ (Ministry of Silly Walks) heraus. Die Realität überholte die Phantasie. Jetzt inspirierte die Blödeltruppe ein ähnliches Spiel für den Rechner:

Ministerium für blöde Spiele
Monthy Python mit neuem Game


Grundlegend sind die Herren mit dem herrlich schwarzen Humor aus England eher für Kult-Filme und/oder TV-Serien bekannt, dennoch wagten Monthy Python schon den einen oder anderen Versuch und lieferten Spiele für den PC ab. … nun gesellt sich ein weiterer Ableger mit den Namen Ministerium für blöde Spiele (Ministry of Silly Games) dazu,

Grundlegend wird das Ministerium für blöde Spiele kostenfrei sein und lediglich die Anmeldung bei Facebook, sofern man den Titel spielen möchte, ist von Nöten ...

GameZone ‎8.12.2010‎

Allerdings waren diesmal die Deutschen schneller. Zur verblödeten Rechtschreibung gibt es längst passende Spiele:

Duden-Korrektor 7.0; Fit fürs Gymnasium (Videospiel, USK ab 0 freigegeben); Lernerfolg Grundschule: Deutsch. (Videospiel; USK-Einstufung: Nicht geprüft!!!); Gripskids Deutsch von dtp Entertainment AG (Videospiel, USK ab 0 freigegeben); Lernspass – Rechtschreib-Trainer 4 …

„Von Nöten“ ist übrigens auch nach der Reform nicht erlaubt.

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Sigmar Salzburg
12.12.2010 15.08
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Aus dem Labor für Schwachsinn

2. Bericht des Rates (Fußnote S.31):

Die Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung verfügt über ein umfassendes Archiv zur jüngeren Orthographiegeschichte, in dem u. a. die Unterlagen der Vorgängergremien aufbewahrt werden. … Eine für die Gesamteinschätzung wichtige Erkenntnis war hierbei, dass in einigen Fällen mehrere integrierte Schreibweisen für ein und dasselbe Wort durchgespielt wurden (so z. B. Neglischee neben Negligee für Negligé).

Unvermeidlich wären dann auch „Integrationsschreibungen“ wie:

*Reschissör, *Etasche, *Garasche, *Rusch[e], *Losche …

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Sigmar Salzburg
08.12.2010 13.43
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Sebastian Krämer ...

… gastierte mit „Akademie der Sehnsucht“ in der Theaterwerkstatt Schwäbisch Gmünd

„Kabarett beleidigt mich. Dies ist ein Chansonabend“, begrüßt Sebastian Krämer die Zuhörer… Eine Liebeserklärung an Volkshochschulen ist genauso dabei wie eine Hassballade über Deutschlehrer, die die Rechtschreibreform hätten verhindern können…

schwaebische-post.de 5.12.2010

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Sigmar Salzburg
01.12.2010 07.56
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Der Karikaturist Götz Wiedenroth …

… hat als Flensburger den Kampf der Bürger gegen die Rechtschreibreform im Norden hautnah miterlebt. Das hat sich in zahlreichen Zeichnungen niedergeschlagen. Er hat jetzt etliche davon in einer separaten Aufstellung zusammengefaßt und mit begleitenden Erläuterungen versehen.

Götz Wiedenroth – Rechtschreibreform

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Sigmar Salzburg
27.11.2010 15.31
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... immer noch die ,Reform’

Bad Säckingen
Pikantes aus dem Leben einer Putzfrau
Kabarettistin Petra Förster begeistert mit ihrem Bühnenprogramm „Die Fettnäpfchen-Diät“

Bad Säckingen – Sympathisch, witzig, brillant – Petra Förster im Kursaal in Bad Säckingen. Wer sie erlebt, hat wirklich etwas erlebt, davon konnten sich auch die Besucher ihres neuen Bühnenprogramms „Die Fettnäpfchen-Diät“ überzeugen. Als Putz- oder besser gesagt als Klofrau Gertrud Schnallenberger bedient sich Kabarettistin Petra Förster an aller Hand Klischees und erzählt aus dem Leben einer Klofrau...
Doch Petra Förster glänzte nicht nur in der Rolle der Klofrau, vielmehr ist sie eine regelrechte Meisterin der Verwandlung und vor allem des Wortspiels. Ob als renitente Rentnerin (die humoristische Grabsteine verkauft), Femme Fatal Tilly (die eigentlich mal Tillmann war), der schwule Tom (der so gerne mal bei „Bauer sucht Frau“ dabei wäre) oder als Sicherheitsengel, bei den Besuchern blieb kein Auge trocken. Selbst vor der deutschen Sprache und Rechtschreibreform machte sie nicht halt und zeigte den Zuschauern wie amüsant das Stöbern im Duden sein kann. So steht beispielsweise das Wort Humor nach der Hummersuppe und ist somit Geschmackssache, auch der Regisseur erotischer Filmchen wurde mit der neuen Rechtschreibung zum Adel erhoben, denn er heißt nun Pornograf. Wie wichtig Silbentrennung sein kann, zeigte sie anhand eines Bucheinbandes das Buch trägt den Titel „Der Urin stinkt“ dabei sollte es heißen „Der Urinstinkt“. Försters Schlussfolgerung zur Rechtschreibreform: „Eine Schulreform wäre teurer gewesen.“...

suedkurier.de 20.11.2010

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Sigmar Salzburg
12.11.2010 19.34
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Immer noch Spott über die ‚Reform’

Guido Tartarotti über Heißhunger und Harndrang.

.. Ich hatte tagsüber aus Eitelkeit ein wenig gefastet, und offenbar trieb mich der Hunger im Schlaf an den Trog. Ja, ich wandle Schlaf. Oder sagt man: Ich schlafwandle? Nach neuer Rechtschreibung vermutlich: Ich Schlaf wandle

kurier.at 12.11.2010

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Sigmar Salzburg
10.11.2010 14.46
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Ein Quentchen Hirn – zuviel und zuwenig

Der hundertste Affe

Im okkultkritischen „Sceptical Inqirer“ findet sich die Legende vom „hundertsten Affen“ (deutsch bei rororo Sachbuch 9535, noch in Kulturrechtschreibung). Es geht um folgendes: In den fünfziger Jahren begann eine Gruppe von Makaken auf der japanischen Insel Koshima, ihre Kartoffeln vor dem Verzehr zu waschen. Als ungefähr der hundertste Affe diese Gewohnheit übernommen hatte, war angeblich die „kritische Masse“ für ein kollektives Bewußtsein erreicht, so daß sich das Verhalten durch bisher unbekannte mentale Fernwirkungen auch in Makakengruppen anderer Inseln verbreitet haben sollte. Dieser durch den hundertsten Affen bewirkte „Quantensprung“ wurde in der Literatur oft besprochen, u.a. im Science Digest unter dem Titel „Der Quantenaffe“.

In Deutschland wurde ähnliches beobachtet. Bei einer hiesigen Gruppe von nahverwandten Primaten bewirkte aber 1996 schon ein sechzehntes Individuum den entscheidenden „Quantensprung“ oder genauer den „Quäntchensprung“ – allerdings hin zum kollektiven Verfall traditioneller Schreibkulturtechniken.

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Sigmar Salzburg
01.11.2010 09.48
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Orthographische Täterprofile

Ask-Force: Gibts bei der Polizei auch ordthograffi?

«liebe Taskforce, kein wunder, schneiden unsere goofen bei den pisa-studien stets so miserabel ab, wenn nicht mal mehr die tschugger deutsch können!»

… Diese Zuschrift stammt von Herrn M. L. aus L. Sie bezieht sich auf ein Flugblatt, das die Kantonspolizei Bern am 13. September dieses Jahres lanciert hatte, um dem Mann auf die Spur zu kommen, der in Biel einen Polizisten verletzt hatte. Der handgeschriebene Text auf dem Flugblatt stammte von Bobi, einem Freund des Flüchtigen. Der Titel aber – «Peter, Bitte melde Dich» – war offensichtlich von der Polizei über den Text gesetzt worden. «gleich zwei fehler in vier worten», stellt Herr L. fest: «nicht nur «bitte», sondern, gemäss neuer rechtschreibung, auch «dich» werden klein geschrieben.» Abschliessend fragt Herr L. «besorgt», ob es bei der Polizei «nebst schiess- nicht auch ordthograffi-kurse» gebe?...

Der Bund, Bern 1.11.2010

Hallervorden-Sketch [hier]: „Anhand der Rechtschreibung kann die Polizei heute sagen, welches Mickey-Maus-Heft du zuletzt gelesen hast!“ – Kleinschreiber M.L. hat allerdings nicht die letzte Regeländerung gelesen. Seit 2006 muß „Dich“ nicht mehr klein geschrieben werden. Die „Ask-Force“ weiß es anscheinend auch nicht.

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Sigmar Salzburg
15.10.2010 04.41
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Eine hellsichtige Satire

Die Interna, die Prof. Schrodt (s. Geschichte der Rechtschreibreform) aus der Arbeit der Reformkommission kurz nach der Wende andeutet, lassen ahnen, wie treffend und satirisch genau Werner Guth den dort kungelnden Geist in seinem Büchlein „Schildbürgers Rechtschreibreform …" erfaßt hat.

Daraus die Seite 10:

Heiliger Vater! Aus der Arbeit der Rechtschreibkommission

Mein Vetter Quirinus Quiddenbaum hat einen alten Studienfreund, der jahrelang Mitglied der Rechtschreibkommission war: Damokles Schwertlein. Schwertlein schrieb Quiddenbaum immer wieder mal eindrucksvolle Berichte über den Fortgang der Kommissionsarbeit. Im folgenden Auszüge aus einem Brief vom Januar 1995:

Lieber Quiddenbaum!

Wahrlich, es gibt nichts Anstrengenderes, als sich in der Tugend des Kompromisses zu üben. Ich bin ganz alle. [...]

Da die chinesische Fischtunke Ketsiap als Würzsoße inzwischen fester Bestandteil unserer Eßkultur geworden ist, habe ich mich auf der heutigen Kommissionssitzung für die eindeutschende Schreibweise Ketschap eingesetzt, was auf einen gewissen Beifall stieß. Leider hat sich jedoch Dr. Tropf aus Wanne-Eickel mit Ketschup durchgesetzt, da man das Wort im Ruhrpott so und nicht anders ausspreche. Zwar haben die meisten Kommissionsmitglieder darüber gespottet, aber man brauchte Tropfs Stimme für die Hämorriden, kam ihm also beim Ketschup ein bißchen entgegen. Im Gegensatz zu den Hämorriden, die man integrieren, d.h. erfolgreich schrumpfen konnte, bleibt es jedoch bei der Diarrhö, da Oberstudiendirektor Nasloch aus unerfindlichen Gründen auf der rrh-Schreibung beharrte. Das mußte berücksichtigt werden, da man seine Stimme zur Durchsetzung der Plattitüde von Professor Flachmann benötigte. Für die Plattitüde brachte zwar keiner viel Verständnis auf, aber Flachmanns Stimme wurde benötigt, um die Sperrung der ck-Trennung durchzubringen, die das Hobby von Ministerialdirigent Dr. Hirn-Lohse und nach dessen Meinung das Kernstück einer sinnvollen Reform ist. Man war gezwungen, Hirn-Lohse in diesem Punkt entgegenzukommen, da man seine Stimme zur Abschaffung des Heiligen Vaters benötigte. Die Abschaffung desselben war aber nun erforderlich, da man sonst die Stimme Professor Müllmayers für den Panter, den Delfin und den Tunfisch nicht bekommen hätte, worauf wiederum Regierungsrat Breitkopf mit großer Hartnäckigkeit bestand.

Morgen soll über die allgemeine Freigabe der Kommasetzung beraten werden, um welche Dr. Hassenstrich wie ein Berserker kämpft, nachdem die allgemeine Kleinschreibung von Substantiven, die er früher betrieb, schon lange vom Tisch ist. Seit Monaten ventiliert er hintenherum und bemüht sich um eine Mehrheit für die Beistrichfreiheit. Die Chancen dieses Intriganten stehen nicht schlecht, da man seine Stimme benötigt, um Professor Stemmeißet zu blockieren, der die Dreifachschreibung von Buchstaben verhindern will. Andererseits darf man diesen nicht vergrätzen, da er sonst bei der Abschaffung der Umlaute nicht mitzieht, nachdem er sich schon bei der Abschaffung des ß erfolgreich quergelegt hat, weshalb ihn Dr. phil. habil. Neuntöter nur noch mit Verachtung straft. Daß ihn Neuntöter allerdings absichtlich mit dem Auto habe überfahren wollen, wie Du vielleicht in den Zeitungen gelesen hast, kann ich nicht glauben. Ich denke, das war ein ganz normaler Unfall. [...]

Ich stimme Dir im übrigen völlig zu und gestehe: Ich hätte nicht übel Lust, den ganzen Bettel hinzuschmeißen. Aber ich bleibe in der Kommission, vielleicht läßt sich noch Schlimmeres verhüten.

Herzlichst Dein Schwertlein


Aus Werner Guth:
„Schildbürgers Rechtschreibreform oder aus tiefer Not schreib ich zu dir“
1998 Uta Guth Bilstein-Verlag ISBN 3-931398-06-4


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Sigmar Salzburg
08.10.2010 05.11
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Alexander Kluge

14 Jahre Frankfurter Erklärung

Mit Veröffentlichung der von Friedrich Denk initiierten Frankfurter Erklärung beginnt die Auseinandersetzung um die Rechtschreibreform.

Peter Berling: Die Reform geht mir nicht weit genug

In der Öffentlichkeit wird diskutiert, ob man ganz oder teilweise zur alten Rechtschreibung, festgelegt im Duden von 1991, zurückkehren oder auf der Rechtschreibreform beharren soll. Dies greift zu kurz. Der Rechtschreib-Experte Fritz Kleiber behauptet: Die Rechtschreibreform geht noch längst nicht weit genug. Mehr Freiheit für die Konsonanten! Gleiches Recht für zuwenig genutzte Buchstaben wie X, Y und Z. Peter Berling als Oberstudiendirektor Fritz Kleiber.

• Tags Alexander Kluge Bildung dctp.tv Frankfurter Erklärung Friedrich Denk Peter Berling Rechtschreibreform
October, 6, 2010
Permalink

P.S.: Auf diesen satirischen Beitrag Alexander Kluges hatte ich bereits am 25. März im Gästebuch unter „Spott, Satire …“ hingewiesen. Zum Jubiläum hat Kluge die Links neu gefaßt.

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